News des Tages: Friedrich Merz baut sein Kabinett um, Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer, Waldbrände in Südeuropa








Die Tarifrunde bei den ARD-Sendern bringt einen ersten Abschluss. Beim Bayerischen Rundfunk (BR) haben sich ver.di und die Arbeitgeberseite geeinigt. Für die Beschäftigten bei WDR, NDR und SWR gehen die Verhandlungen dagegen weiter.
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Das Bundeskabinett hat am 15. Juli 2026 ein neues Gesundheitsgesetz beschlossen. Es soll die elektronische Patientenakte massiv aufwerten, die E-Überweisung auf den Weg bringen und jedes Jahr rund 445 Millionen Euro einsparen. Für Patienten bedeutet das konkret: weniger Papierkram, schnellere Facharzt-Termine und eine ePA, die den Namen Health-Hub erstmals verdient hat. Eine kommentierende Analyse.
Obwohl Gesundheitsministerin Nina Warken mit ihrem Namen für das neue Projekt steht – und gegebenenfalls fällt – spielt ein anderes Ministerium eine mindestens genauso große Rolle: das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Dieses Ministerium wurde erst am 6. Mai 2025 von Bundeskanzler Friedrich Merz ins Leben gerufen. Das Ziel von Bundesminister Karsten Wildberger ist so einfach und trotzdem so kompliziert zugleich: Sein Ministerium soll unseren Staat modernisieren, verschlanken und digitalisieren.
In Deutschland ist das eine Mammutaufgabe. Insbesondere Behörden und behördenähnliche Strukturen wie das Gesundheitssystem in Deutschland, bestehend aus Krankenkassen, Versicherungen, Krankenhäusern und Arztpraxen, lieben Uralt-Technologie. Die hohe Fax-Durchdringung oder der teilweise vorhandene Zwang zur Kommunikation in Papierform sind im Jahr 2026 eine Farce, die ihresgleichen sucht.
Mit dem am 15. Juli 2026 beschlossenen Entlastungspaket will Karsten Wildberger unser Land verschlanken und unnötige Ausgaben senken. Unternehmen und Bürger sollen um mehr als zehn Milliarden Euro im Jahr entlastet werden. Alleine durch die geplante Digitalisierung im Gesundheitswesen sollen im Jahr 445 Millionen Euro eingespart werden.
Ob das Einsparpotenzial tatsächlich so hoch ausfällt, werden wir spätestens im Jahr 2030 sehen, wenn alle Systeme ineinandergreifen. Der Status quo im Spätsommer 2026 ist jedoch: Geldeinsparungen in Millionenhöhe durch Bürokratieabbau und mehr Digitalisierung – es gibt Schlimmeres.
Das neue Gesundheitsgesetz ist ein wichtiges Zahnrad im Prozess der Umstrukturierung des deutschen Gesundheitssystems. Bislang geht Deutschland einen Sonderweg: Hierzulande können Patienten mit ihren Anliegen direkt Fachärzte aufsuchen oder in Notaufnahmen gehen – Behandlung garantiert, Überbelastung des pflegerischen und ärztlichen Personals ebenfalls.
Gesundheitsministerin Nina Warken möchte diesen Sonderweg beenden und ein sogenanntes Primärversorgungssystem einführen. Der Gedanke dahinter: Fachärzte, Notaufnahmen und Krankenhäuser werden gezielt entlastet, weil Hausärzte als Lotsen entscheiden, welcher Patient welche Einrichtung aufsucht. Ausnahmen soll es zum Beispiel in der Gynäkologie und der Augenheilkunde geben.
Damit wiederum die Hausarztpraxen nicht unter der Last zusammenbrechen, gibt es digitale, medizinische Erstberatungen – zum Beispiel durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst, Telemediziner und ausgebildete Pflegekräfte vor Ort. Diese Experten sagen Patienten, welche die richtige Anlaufstelle ist.
Die Grundlage dieses Systemwandels wiederum ist eine reibungslos funktionierende digitale Infrastruktur, die – richtig geraten – auf der elektronischen Patientenakte aufbaut. Damit schließt sich der Kreis, warum der Erfolg des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen so wichtig ist: Es entscheidet darüber, dass die vielen „Wenn-Dann“-Konstruktionen tatsächlich zu einem zielführenden System werden.
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