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Podcast: Wie der Mobilfunkstandard 6G auch Menschen ohne Smartphone erfasst

31. Juli 2026 um 09:34

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BREAK THE WEEK Podcast

BREAK/THE WEEK ist dein wöchentlicher Tech-Talk von BASIC thinking, der dich hinter die Kulissen der Tech-Welt nimmt. In dieser Ausgabe diskutieren wir über den neuen Mobilfunkstandard 6G, das Milliarden-Potenzial erneuerbarer Energien und die neuen KI-Kennzeichnungspflichten der EU. 

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Die Themen dieser Ausgabe:

  • App „Red Farmer“: Wie Landwirte bei der Waldbrandbekämpfung helfen
  • Lidls Digitaloffensive: Tech-Campus und Milliarden-Rechenzentrum gegen Amazon, Microsoft & Google
  • Erneuerbare Energien: Warum ein grünes Stromsystem schon bald günstiger sein könnte als fossile Alternativen
  • EU-Kennzeichnungspflicht: KI-generierte Inhalte müssen ab sofort markiert werden
  • 6G: Der neue Mobilfunkstandard – Datenschutzrisiko oder Zukunftstechnologie?
  • Yes or No: Zehn Fragen zu KI, WhatsApp, Studium, E-Autos und Mega-Events

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Rotierende Masse im Vakuum: Der größte Schwungrad-Energiepeicher der Welt

31. Juli 2026 um 05:45

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Qnetic Schwungrad-Energiespeicher Vakuum China Shanghai

Die Energiewende benötigt neuartige und langlebige Lösungen zur Speicherung von nachhaltig generiertem Strom. Das Technologieunternehmen Qnetic setzt auf mechanische Kraft im Vakuum anstatt auf chemische Reaktionen. Mit einem neuen Schwungrad-Energiespeicher in Shanghai startet die Erprobung einer Alternative zu klassischen Akkus.

Das US-amerikanische Unternehmen Qnetic hat kürzlich eine Pressemitteilung zur Kommerzialisierung mechanischer Energiespeicher veröffentlicht. Um sogenannte Schwungrad-Energiespeicher unter realen Bedingungen zu testen, investiert die Firma über eine Million US-Dollar in ihr Technologiezentrum in Shanghai. Dort entsteht  Unternehmensangaben zufolge die weltweit größte Testanlage für Schwungrad-Energiespeicher.

Ziel des Vorhabens ist die Prüfung von Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit des Systems. Herzstück der Anlage ist der sogenannte Pulsar Alpha Prototyp. Dieser Speicher verspricht eine Speicherkapazität von 200 Kilowattstunden und soll eine elektrische Leistung von 125 Kilowatt bei einer dreiphasigen Wechselspannung von 480 Volt liefern.

Die Technik funktioniert im Prinzip wie ein extrem schwerer Kreisel. In einem Vakuumgehäuse dreht sich ein Rotor mit relativ hoher Geschwindigkeit und speichert kinetische Energie. Benötigt das Netz Strom, treibt die Bewegung des Rotors einen Generator an. Dieser soll die Energie dann in das Stromnetz einspeisen.

Schwungrad-Energiespeicher vs. Lithium-Ionen-Batterien

Im Vergleich zu herkömmlichen elektrochemischen Akkus versprechen Schwungrad-Energiespeicher einige physikalische Vorteile. Da keine chemischen Umwandlungen stattfinden, kann ein solches System etwa über Jahrzehnte hinweg mit nur minimalem Kapazitätsverlust arbeiten.

Zudem sollen weder Brandrisiken noch eine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen bestehen. Die Systeme sind laut Qnetic für einen jahrzehntelangen Betrieb ausgelegt und würden unbegrenzte Ladezyklen ohne nennenswerte Verschleißerscheinungen überstehen.

Vor allem Rechenzentren, Mikronetze und Industrieanlagen könnten von der schnellen Reaktionszeit und der stabilen Stromverfügbarkeit profitieren. Außerdem sollen sich die Anlagen für die zeitliche Verschiebung erneuerbarer Energien sowie zur allgemeinen Netzstabilisierung eignen.

Herausforderungen und Risiken bei der Skalierung

Trotz der vielversprechenden Aussichten stehen die Entwickler vor technischen und finanziellen Herausforderungen. Denn aufgrund der gewaltigen kinetischen Energie, die in einem rotierenden System mit 200 Kilowattstunden steckt, sind extrem hohe Anforderungen an die Sicherheits- und Schutzhüllen nötig.

Ein spezialisiertes Partnerunternehmen wies zudem darauf hin, dass die Eindämmung im Falle eines Schadens einen hohen Aufwand erfordert. Außerdem befindet sich das System noch in der Validierungsphase. Heißt: Finale Testergebnisse unter Praxisbedingungen stehen bislang noch aus.

Bei der Finanzierung beschreitet das Unternehmen einen Weg, der gewisse Risiken birgt. Das Management nutzt eine Crowdfunding-Kampagne über die Plattform DealMaker, um Kleinanleger einzubinden. Qnetic-Chef Michael Pratt betonte die Tragweite der aktuellen Entwicklungen:

Der Bau der weltweit größten Schwungrad-Testzelle und die gleichzeitige Validierung unseres ersten Pulsar-Systems zeigen sowohl die Reife unserer Technologie als auch unser Vertrauen in ihr kommerzielles Potenzial. Wir schaffen die Infrastruktur, die erforderlich ist, um die Leistung im großen Maßstab unter Beweis zu stellen und die Einführung bei unseren Kunden zu beschleunigen.

Ob die Technologie den weltweiten Batteriemarkt nachhaltig revolutionieren kann, werden die kommenden Testreihen in Shanghai zeigen.

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Reddit-Chef: KI-Übersichten können "zehn blaue Links" nicht ersetzen

31. Juli 2026 um 11:55
Reddit, Reddit Logo Reddit verdient Millionen Dollar durch lukrative Lizenzverträge für das Training von Künstlicher Intelligenz. Doch genau diese Technologie bedroht nun die Plattform. Google fasst Suchergebnisse selbst zusammen und leitet weniger Besucher weiter. (Weiter lesen)

Big tech spends more than $1 trillion on AI infrastructure — additional $745 billion expected to be added to the figure in 2026 alone

Amazon, Google, Meta, and Microsoft have spent more than a trillion dollars on AI infrastructure, including data centers, the chips inside them, and the power needed to run the facilities, since 2023. The Financial Times said that these four big companies have already hit $1.1 trillion in capital expenditure based on their latest earnings reports, and that an additional $745 billion is expected to be added to this figure just this year.

“There is basically no end in sight for the growth in capex,” RBC Capital analyst Rishi Jaluria told the publication. “Investors need these companies to toe the tight line between investing in AI and not compromising the things that have made them successful.” This massive investment has upended several other industries — namely electricity prices and memory and storage chips. The massive power demand that data centers have put on the power grid has forced many U.S. utility companies to spend billions of dollars to upgrade their respective infrastructure, which they then passed on to all consumers, not just the big ones that forced the upgrade.

This, alongside other environmental issues, has caused many Americans to push back against data center projects near their communities. The White House instituted the “ratepayer protection pledge” and made AI hyperscalers, utility operators, data center companies, and individual states promise that they will protect the average consumer from electricity cost increases. But so far, no state has taken a step to codify this pledge into law. Oregon actually enacted the POWER Act, which resulted in a 30% increase in the power bill of users that consumed more than 20MW while slashing the bills of residents by 1.3%, but the state did this in 2025, way before President Donald Trump called the tech giants into the White House and told them to “pay their own way.”

The mountains of cash that these tech giants are pouring into AI are also affecting the memory and storage chip industry. Since these AI hyperscalers have a lot of liquidity from investors, they are willing to pay top dollar for the HBM they need to run their data centers. Because of this, it made sense for Micron, Samsung, and SK hynix to prioritize them over DRAM, especially as they can charge a premium for these chips and there are customers who are willing to pay at those prices. This resulted in a shortage of consumer memory that started in 2025 — while this initially affected PC builders and enthusiasts, it has started to affect other industries that require memory as well, including cars and smartphones. Even Apple, which historically had huge sway over its suppliers, was forced to increase prices because of the shortages.

Aside from skewing other industries, the massive CAPEX the big four are going into is alarming some experts, warning that the promises and contracts they’re making are leading to “hidden debt” not listed in their balance sheets. The amount, worth around $1.65 trillion, is annotated in their quarterly financial statements as future obligations that will only come into play as the related asset or service comes online. The current value is 122% of the actual debt reflected on their balance sheets, which could give investors the wrong impression that they have fewer obligations than they actually have.

While the amount of money that the big four are spending on AI might seem dizzyingly high, we must note that these companies are raking in massive amounts of cash quarterly themselves. Microsoft’s latest quarterly revenue is $90 billion, while Meta made $60 billion in the same period. Alphabet (Google) announced revenue of nearly $120 billion, while Amazon made $200 billion. That is a total of nearly $470 billion for these companies in just the last quarter.

Still, that does not mean that they can just keep on spending on AI. For example, even though Google’s cloud business had a revenue of $11 billion last year, its price dropped after it announced that it spent more than it made last quarter — the first time this happened in the 20 years since it went public. Meta is also planning to rent out its AI compute, apparently following in the footsteps of Amazon, Google, and Microsoft, which have growing cloud businesses. However, this announcement caused a drop in its stock price. “They are a bit all over the place,” SLC Management managing director Dec Mullarkey told FT. “For investors it’s no longer growth at any cost; they want to see the spending flowing through to results, like at the Big Three.”

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KI macht K.O.: 41 Prozent wollen lieber ohne ChatGPT arbeiten

30. Juli 2026 um 11:00

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KI Müdigkeit Brain Fry KI Kater Künstliche Intelligenz Beschäftiget Arbeit Job

Immer mehr Beschäftigte haben genug von KI. Gleich mehrere aktuelle Studien zeigen, dass statt der oftmals versprochenen Produktivitätsgewinne viele Menschen mentale Erschöpfung, sinkende Motivation und kreative Blockaden erleben. Forscher nennen dieses Phänomen auch Brain Fry. Eine kommentierende Analyse.

KI-Müdigkeit belastet immer mehr Beschäftigte

  • Immer mehr Beschäftigte sehnen sich nach einer Zeit ohne KI. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Technologieberatungsunternehmens Adaptavist. Demnach würden 41 Prozent der sogenannten Wissensarbeiter in Deutschland lieber ohne künstliche Intelligenz arbeiten. Einer der Hauptgründe (45 Prozent): Die Auseinandersetzung mit minderwertigen KI-Inhalten, die Aufgaben weniger sinnvoll und repetitiver erscheinen lässt. 37 Prozent der Befragten fühlen sich dadurch weniger motiviert. Wiederum 25 Prozent sagten, dass KI-Modelle ihre Kreativität einschränken würden.
  • Eine Studie der Boston Consulting Group kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Menschen, die KI-Systeme intensiv nutzen oder überwachen, leiden demnach unter einer deutlich höheren mentalen Erschöpfung, einem Phänomen, das Forscher auch „Brain Fry“ nennen. Die Befragten beschrieben in diesem Zusammenhang ein Gefühl von geistiger Verwirrung. Damit gehen wiederum Konzentrationsschwierigkeiten, langsamere Entscheidungen und Kopfschmerzen einher. Für Unternehmen kann eine solche Entwicklung genau das Gegenteil des erwarteten Produktivitätsgewinns bringen. Der Grund: Fehleinschätzungen und überzogene Erwartungen.
  • Immer weniger Menschen in Deutschland glauben, dass Technologie zentrale Probleme der Menschheit lösen kann. Darunter: Armut, Hunger oder der Klimawandel. Das ist eines der Ergebnisse des TechnikRadars 2026. Vor allem der Einsatz von KI wird demnach kritisch beäugt. 85 Prozent stört es etwa, wenn KI ihnen Entscheidungen abnimmt. Einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge haben zwar rund drei Viertel der Nutzer Spaß an der Nutzung künstlicher Intelligenz. Mehr als 40 Prozent der Deutschen würden aber lieber in einer Welt ohne KI leben. Der Hintergrund: eine Mischung aus Skepsis, Unsicherheit und allgemeiner Ablehnung.

Nicht KI ist das Problem, sondern der Umgang mit ihr

KI-Müdigkeit ist kein plötzliches Phänomen. Sie ist das Ergebnis falscher Erwartungen und eines KI-Hypes, bei dem zwischen Heilsversprechen und Weltuntergangsszenarien kaum Platz für Zwischentöne bleibt. Das Problem: KI ist kein Messias, sondern ein Werkzeug. Und das will sinnvoll und gezielt eingesetzt werden, damit es effektiv ist.

Will heißen: Das Problem an KI-Müdigkeit ist nicht unbedingt die Technologie selbst, sondern ein oftmals inflationärer und gedankenloser Umgang mit ihr. Künstliche Intelligenz kann zwar vor allem dabei helfen, enorme Datenmengen auszuwerten und repetitive Aufgaben zu übernehmen. Allerdings produziert sie auch immer mehr Inhalte, die geprüft, aussortiert oder korrigiert werden müssen.

Sprich: Aus einer vermeintlichen Zeitersparnis kann schnell sogar ein Mehraufwand werden. Denn wer den halben Arbeitstag damit verbringt, KI-Ergebnisse zu kontrollieren oder zwischen unzähligen Tools und Browser-Tabs zu wechseln, arbeitet nicht effizienter, sondern schlichtweg hektischer. Das kann auf Dauer nervenaufreibend sein und zu Fehlern führen. Die Leidtragenden sind oftmals Kreativität und Konzentration.

Hinzu kommt ein Reflex, der derzeit in vielen Unternehmen zu beobachten ist: Hauptsache KI. Doch nicht jeder Prozess wird besser, nur weil ein Sprachmodell darüberläuft. Der mediale Hype hat vielerorts die Erwartung erzeugt, jede Software brauche plötzlich KI. Dabei wäre oft weniger mehr. Wer Mitarbeiter einbindet, Prozesse kritisch hinterfragt und sich auf wenige wirklich sinnvolle Werkzeuge konzentriert, dürfte langfristig erfolgreicher sein als jene, die jedem neuen KI-Trend hinterherlaufen.

Stimmen

  • Lisa Schaffer, Global Work Management Practice Lead bei Adaptavist, in einem Statement: „Wir erwarten von Menschen, dass sie schneller werden, intelligenter arbeiten und KI annehmen, während sich zugleich immer mehr von ihnen still fragen, ob es für sie zukünftig noch einen Platz gibt. Diese Spannung verschwindet nicht einfach von selbst. Sie schlägt sich in ihren Kennzahlen zur Mitarbeiterbindung, im Engagement und in ihrer Unternehmenskultur nieder. Aber hier liegt die Chance: Unternehmen, die diese Ängste ernst nehmen und neben der Technologie gezielt in ihre Menschen investieren, werden als Gewinner aus dieser Transformation hervorgehen. KI muss keine Unsicherheit bedeuten. Sie kann Wachstum bedeuten – wenn wir den Weg dorthin aktiv gestalten.“
  • Ralf Wintergerst, Präsident des Digitalverbands Bitkom, schlägt einen anderen Umgang mit KI vor: „Künstliche Intelligenz hat ein enormes disruptives Potenzial und verändert unseren Alltag und unsere Arbeitswelt in einem Tempo, das viele Menschen verständlicherweise verunsichert. Das beste Mittel gegen Verunsicherung ist Wissen. Wir brauchen flächendeckende Angebote, mit denen Menschen jeden Alters einen einfachen Zugang zu KI finden, von der Grundschule über die Berufsschule und den Arbeitsplatz bis zur Volkshochschule für Seniorinnen und Senioren. Ein digitaler Graben zwischen Menschen mit und ohne KI darf gar nicht erst entstehen.“
  • Josephine Hofmann, die am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation forscht, kennt das Phänomen KI-Kater. Gegenüber dem Magazin Impulse sagte sie: „Die Frage ist: Sind wir wirklich produktiver? Oder produziert die KI viel mehr Informationen, als wir eigentlich benötigen? (…) Was künstliche Intelligenz angeht, probieren Unternehmen gerade unglaublich viel aus. Teilweise fehlt dabei eine klare Systematik, was Beschäftigte überfordern kann.“ KI-Experte Jens Polomski schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Mehrere KI-Tools parallel zwingen das Gehirn zu permanentem Multitasking. Gleichzeitig steigt die Erwartung an Beschäftigte. Führungskräfte sagen: Jetzt haben wir KI. Warum arbeitest du nicht schneller? Das macht kirre.“

Was sich ändern muss

Es sollte nicht immer darum gehen, was KI theoretisch alles kann. Wichtiger ist vielmehr, was sie gut kann und vor allem: was sinnvoll ist. Denn zwischen technischer Machbarkeit und einem praktischen Nutzen klafft oft eine größere Lücke, als die Heilsversprechen der KI-Anbieter vermuten lassen. Aber der größte Fortschritt entsteht nicht dort, wo möglichst viel automatisiert wird, sondern dort, wo Menschen spürbar entlastet werden.

Wer Beschäftigten lediglich erklärt, sie müssten sich eben an KI gewöhnen, wird auf Widerstand stoßen. Denn Akzeptanz entsteht nicht durch Ansagen, sondern durch Verständnis. Beschäftigte müssen die Möglichkeit erhalten, Chancen und Risiken selbst einzuschätzen und den Einsatz kritisch zu hinterfragen.

Andernfalls droht eine Endlosschleife aus Optimierungsdruck; mit immer mehr Tools, immer mehr Erwartungen und immer weniger Zeit für die eigentliche Arbeit. Oder: KI sollte vor allem wiederkehrende Aufgaben übernehmen, die unnötig belasten – und nicht ständig neue schaffen.

Am Ende wird sich der Erfolg nicht daran messen lassen, ob KI eingesetzt wird, sondern wie. Dafür braucht es klare Regeln, die Menschen in den Mittelpunkt stellen – und nicht nur Geschäftsinteressen oder die Faszination für das technisch Machbare.

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Neue KI-Kennzeichnungspflicht der EU: Was sich ab August 2026 ändert

30. Juli 2026 um 05:45

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KI-Kennzeichnungspflicht EU Künstliche Intelligenz

Die KI-Verordnung der EU will einheitliche Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Europa schaffen. Dazu gehört auch die Kennzeichnung, die transparenter machen soll, welche Inhalte mithilfe von KI erstellt oder verändert wurden. Ab August 2026 gelten strengere Regelungen für die KI-Kennzeichnungspflichten. Das solltest du dann beachten.

Künstliche Intelligenz wird immer häufiger auch im Alltag eingesetzt und oft lassen sich Texte, Bilder und Videos kaum noch von menschlich erstellten Inhalten unterscheiden. Doch mit der wachsenden Nutzung steigen auch die Risiken, etwa durch Desinformation oder täuschend echte Deepfakes.

Mit ihrer KI-Verordnung setzt die EU genau hier an. Denn ab August gelten strenge Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte. Diese sollen für mehr Transparenz sorgen und Unternehmen sowie Content-Ersteller stärker in die Verantwortung nehmen.

Kennzeichnungspflicht für KI: Was sich in der EU ab August 2026 ändert

Ab August 2026 gelten in der EU strengere Vorgaben für den Einsatz Künstlicher Intelligenz und die Veröffentlichung von KI-generierten Inhalten. Denn mit der KI-Verordnung hat die Europäische Union einheitliche Regeln geschaffen, die mehr Transparenz im Umgang mit KI sicherstellen sollen.

Kennzeichnungspflichtig sind dabei zum einen Deepfakes. Das können KI-generierte oder KI-veränderte Bilder, Videos oder Audiodateien sein, die täuschend echt aussehen oder klingen. Ähneln diese „bestehenden Personen, Objekten, Orten, Entitäten oder Ereignissen“ und könnten sie daher „einer Person fälschlicherweise als authentisch oder wahrheitsgetreu erscheinen“, müssen sie laut der Europäischen Kommission künftig gekennzeichnet werden.

Das gilt ebenso für KI-generierten oder manipulierten Text, der „veröffentlicht wurde, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren“. Wer also KI-Inhalte öffentlich macht und diese geschäftlich, journalistisch, politisch oder anderweitig öffentlichkeitswirksam einsetzt, muss künftig eine Kennzeichnung vornehmen.

Auch bei Chatbots werden die Transparenzpflichten strenger. Unternehmen müssen Nutzer künftig darüber informieren, wenn sie mit einem KI-System interagieren, falls das nicht ohnehin offensichtlich ist. Dadurch soll verhindert werden, dass Menschen eine KI fälschlicherweise für eine echte Person halten, etwa im Kundenservice oder bei digitalen Assistenten.

Wie müssen KI-Inhalte künftig gekennzeichnet werden?

Mit der Kennzeichnungspflicht will es die EU Nutzern ermöglichen, KI-generierte oder -modifizierte Inhalte klar zu erkennen und von authentischen Inhalten zu unterscheiden. Die EU stellt dafür drei verschiedene Icons zur Verfügung.

Das grundlegende Symbol besteht aus einem schwarzen Kreis, in dem mit weißer Schrift AI steht. Dieses soll verwendet werden, wenn KI an der Erstellung von Bildern, Videos, Audios oder Text beteiligt war.

Das zweite Symbol bezieht sich auf vollständig KI-generierte Inhalte und zeigt den Schriftzug „AI generated“. Diese Inhalte wurden vollständig von KI generiert und beinhalten keine von Menschen geschaffenen Elemente oder menschliche redaktionelle Kontrolle – abgesehen von den Prompts zur Erstellung des Contents.

Das dritte Icon bezieht sich auf teilweise KI-modifizierte Inhalte und zeigt den Schriftzug „AI modified“. Damit sollen Inhalte gekennzeichnet werden, die zum Teil vom Menschen erstellt, aber dann durch KI bearbeitet wurden.

Was ist von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen?

Die Kennzeichnungspflicht gilt künftig allerdings nicht für alle KI-generierten Inhalte. Erstellst du Inhalte mit KI für den privaten oder internen Gebrauch, musst du diese nicht kennzeichnen.

Das gilt ebenfalls für unrealistische Inhalte, bei denen man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich beispielsweise um offensichtlich bearbeitete Fotos handelt. Auch einfache Korrekturen, die du durch KI vornehmen lässt, müssen nicht markiert werden. Dazu zählt beispielsweise die Rechtschreib- und Grammatikprüfung von Texten.

Die Europäische Kommission weist außerdem ausdrücklich darauf hin, dass die Kennzeichnungspflicht für Texte gilt, „die keiner menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden“. Wird also die redaktionelle Verantwortung von einer juristischen oder natürlichen Person für den Inhalt übernommen, muss keine Kennzeichnung erfolgen.

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Dieses tragbare Ladegerät macht dein E-Auto unterwegs zur Batterie

29. Juli 2026 um 19:52

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E-Autos DC-Ladegerät Elektromobilität Strom Batterie Akku Energie

Bidirektionales Laden könnte Elektroautos künftig zu mobilen Stromspeichern umfunktionieren. Denn mit der entsprechenden Technologie könnten sie Energie nicht nur aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder ins Haus oder Stromnetz abgeben. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik hat nun ein kompaktes DC-Ladegerät vorgestellt, das bidirektionales Laden für 800-V-Elektrofahrzeuge ermöglichen soll.

In Deutschland sind derzeit mehr als zwei Millionen Elektroautos zugelassen, im Jahr 2030 könnte die Zahl Prognosen zufolge erstmals die Marke von zehn Millionen überschreiten. Mit dem wachsenden Bestand steigen jedoch gleichzeitig auch die Anforderungen an Ladeinfrastruktur sowie Stromnetze, aber auch eine möglichst effiziente Nutzung der Batterien.

Eine wichtige Rolle könnte dabei das bidirektionale Laden spielen. Dabei nehmen Elektroautos nicht nur Energie auf, sondern können diese später bei Bedarf auch wieder an Gebäude oder das Stromnetz abgeben.

An einer technischen Lösung dafür arbeitet das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF. Die Forscher haben eine kompakte Leistungselektronik entwickelt, die bidirektionales einphasiges DC-Laden effizienter und für einen breiteren Einsatz nutzbar machen soll.

DC-Ladegerät könnte E-Autos zum Stromspeicher machen

Das Fraunhofer IAF hat zusammen mit dem Projektpartner Ambibox einen Demonstrator für ein bidirektionales 800-Volt-Ladegerät entwickelt. Das Gerät wurde auf der PCIM Expo & Conference 2026 in Nürnberg vorgestellt und soll das Laden von E-Autos effizienter, leistungsfähiger und günstiger machen.

Die Technologie ist im Rahmen des Projekts GaN4EmoBiL – kurz für „GaN-Leistungshalbleiter für Elektromobilität und Systemintegration durch bidirektionales Laden“ – entstanden. Das leistungselektronische Modul basiert auf Galliumnitrid und bildet ein bidirektionales Gleichstrom-Ladesystem.

Der vorgestellte Demonstrator kann mit Batteriespannungen von 150 V bis zu maximal 920 V arbeiten und liefert bis zu 3 kW Leistung. Damit werde eine „Lücke im Spannungsfeld zwischen Kosten, Flexibilität, Effizienz und Kompaktheit für bidirektionales Laden“ geschlossen, erklärt Jun.-Prof. Dr. Stefan Mönch, Koordinator des Projekts GaN4EmoBiL.

Alternative zu herkömmlichen On-Board-Chargern

Sogenannte On-Board-Charger sind aktuell in Elektroautos fest verbaut. Sie wandeln den Wechselstrom aus der Steckdose oder einer öffentlichen Ladestation in den Gleichstrom um, den die Batterie speichern kann.

Die Geräte ermöglichen zwar Ladeleistungen von elf oder 22 Kilowatt für schnelle Ladevorgänge, benötigen allerdings durch ihre Größe und ihr Gewicht viel Platz im Fahrzeug. Durch ihre technische Komplexität verursachen sie zusätzlich hohe Kosten.

Die Forscher des Fraunhofer IAF sehen in ihrem Off-Board-Charger eine deutlich günstigere und flexiblere Alternative. Trotz geringerer Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu On-Board-Systemen biete er zahlreiche Vorteile.

Das mobile Gerät ist wesentlich kompakter und leichter und kann zusätzlich durch seinen CCS-Stecker (Combined Charging System) und Schutzkontaktstecker (Schuko) vielseitig genutzt werden. Mit einem Gesamtvolumen von 8,3 Litern und einem Gesamtgewicht von 5,7 Kilogramm ist er vergleichsweise klein und leicht.

Zusätzlich kann der Demonstrator für bidirektionales Laden genutzt werden. Somit könne das E-Auto nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Energiespeicher fungieren. So nimmt das Fahrzeug bei einem Stromüberschuss im Netz Energie auf und gibt sie bei hoher Nachfrage wieder ab.

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Mobilfunk als Radar: 6G soll auch Menschen ohne Smartphone erfassen

29. Juli 2026 um 11:00

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6G Mobilfunk

Die EU und die Bundesregierung treiben die Entwicklung von 6G voran. Der neue Mobilfunkstandard soll ab 2030 nicht nur Daten übertragen, sondern per Radar auch die Umgebung erfassen können. Datenschützer warnen bereits jetzt vor einer lückenlosen Überwachung, bei der selbst Menschen ohne Smartphone erfasst werden könnten. Auch eine 6G-Apokalypse und ein Streit um knappe Frequenzen erscheinen vorprogrammiert. Eine kommentierende Analyse.

Was ist 6G?

  • Die Bundesregierung und die EU sind im 6G-Fieber. Die Europäische Kommission arbeitet etwa daran, 6G als neuen Mobilfunkstandard zu etablieren und Europa darauf vorzubereiten, um bei der nächsten digitalen Infrastruktur unabhängig zu sein. Ziel ist es, 6G bis 2030 zum Einsatz zu bringen, um deutlich höhere Datenraten, geringere Verzögerungen und eine stärkere Vernetzung von Geräten zu ermöglichen. Die Technologie soll vor allem für Anwendungen wie KI, autonome Fahrzeuge, die Robotik und die Verbindung von Mobilfunk mit Satellitennetzen wichtig werden. Anders als bei früheren Generationen geht es bei 6G also nicht nur um schnelleres Smartphone-Internet, sondern um eine digitale Infrastruktur für eine vernetzte Industrie und Gesellschaft.
  • Der Mobilfunk steht mit der geplanten Einführung von 6G vor einem epochalen Umbruch. Datenschützer warnen jedoch vor erheblichen Risiken. Denn 6G soll künftig nicht nur Daten übertragen, sondern mithilfe von Integrated Sensing and Communication (ISAC) auch die Umgebung erfassen können. Forscher des Barkhausen-Instituts in Dresden tüfteln deshalb seit Jahren an technischen Lösungen, um die Technologie sicher, vertrauenswürdig und datenschutzkonform nutzbar zu machen. Kritiker argumentieren derweil, dass das obere 6-GHz-Band für WLAN in Kombination mit Glasfaser grundsätzlich einen größeren unmittelbaren Nutzen bringen könnte.
  • ISAC gilt als eine der Schlüsseltechnologien von 6G. Mobilfunknetze dienen damit nicht mehr nur der Kommunikation, sondern können dadurch gleichzeitig ihre Umgebung erfassen. Mithilfe der Technologie lassen sich etwa ohne technischen Zusatzaufwand Fahrzeuge erkennen, Drohnen orten, Produktionsanlagen überwachen oder Rettungseinsätze unterstützen. Mit diesen Möglichkeiten entstehen aber auch neue Risiken. Denn anders als bisher können künftige 6G-Netze Bewegungen oder Informationen von Personen erfassen – selbst wenn diese kein Endgerät nutzen. Die unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder fordern deshalb, Datenschutz und Grundrechtsschutz bereits bei der Entwicklung mitzudenken.

Die eierlegende Wollmilchsau 6G

Kaum ist 5G überhaupt im Alltag angekommen, schwärmen die Politik und die Industrie schon von 6G. Dabei sind viele der versprochenen Vorteile des neuen Mobilfunkstandards wie autonomes Fahren, ein europäisches Satellitennetz oder digitalisierte Städte und Industrien allenfalls in Ansätzen erkennbar.

Die feuchten 6G-Träume der Politik und Wirtschaft sind deshalb vor allem Zukunftsfantasien, die sich oftmals leider besser verkaufen lassen als die Realität und der gelebte Alltag. Zugegeben: Das Potenzial von 6G ist enorm, denn es geht nicht nur darum, Daten zu übertragen, sondern unterschiedliche Technologien miteinander zu vernetzen. Die Risiken sind aber mindestens ebenbürtig.

Oder: Was soll bei einem neuen visionären Mobilfunkstandard, der KI-Agenten und Radarsignale direkt ins Netz steckt, um Objekte, Signale und Bewegungen zu analysieren, schon schiefgehen? Ich mach’s kurz: 6G ist eine eierlegende Wollmilchsau!

Denn als hätten KI-Unternehmen in ihren Agenten und Chatbots bereits den Fehlerteufel ausgetrieben, der aktuell einen Datenschutzalbtraum nach dem anderen aus dem Hut zaubert, schwadronieren die Politik und die Industrie von einem Mobilfunkstandard, der alles können soll – nur vermutlich nichts richtig. Klar: Ein rechtzeitiger Blick in die Zukunft und entsprechende Vorbereitungen sind unabdingbar.

Aber je mehr Aufgaben 6G übernehmen soll, desto komplexer wird der neue Mobilfunkstandard – und damit auch seine Fehleranfälligkeit. Hinter all den großen Visionen steckt zwar großes Potenzial. Doch wirklich durchdacht wurde 6G von vielen noch nicht. Noch nicht einmal bei den knappen Funkfrequenzen, auf die sowohl Mobilfunk- als auch WLAN-Anbieter angewiesen sind. Vom Datenschutz ganz zu schweigen.

Stimmen

  • Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, erörterte bereits Ende 2025 die Pläne der Bundesregierung: „Die Forschung von heute schafft die Basis für die Wertschöpfung und für technologische Souveränität von morgen. Wir wollen bei 6G zu den Technologieführern gehören. Der neue Mobilfunkstandard hat das Potenzial, unser technologisches Ökosystem neu zu definieren, mit enormen Sprüngen bei Performance, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Es gilt jetzt, die strategischen Weichen zu stellen, denn 6G ist ein wichtiger Innovationsmotor für Deutschland.“
  • Tobias Keber, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg und Vorsitzender der Datenschutzkonferenz 2026, warnt in einem Statement: „Wenn potenziell jedes mobile Endgerät eine Radarfunktion erhält und im Zusammenspiel mit der jeweiligen Basisstation die Personen und Objekte im Raum scannen und wahrnehmen kann, gibt es kaum noch Räume, in denen wir unbeobachtet sein können. Daher sollten wir den Einsatz dieser neuen Technik regeln, das Sinnvolle ermöglichen und das Gefährliche ausschließen.“
  • Lisia Mix-Bieber, Leiterin für Bundes- und Europapolitik beim Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), kritisiert die Pläne: „Dass die Bundesregierung die wertvollen Frequenzen im oberen 6-GHz-Band exklusiv dem Mobilfunk vorbehalten will, beruht auf einer fatalen Fehleinschätzung und ist eine herbe Enttäuschung für den Digitalstandort Europa. Statt die kostenfreie WLAN-Nutzung zu stärken und die dank Glasfaser möglichen Bandbreiten effizient auf alle mobilen Geräte zu bringen, würde eine Reservierung der Frequenzen für die Mobilfunkkonzerne kurzfristig gar keinen Nutzen bringen und langfristig, wenn überhaupt, die Netzabdeckung in Ballungsräumen marginal verbessern.“

Wann kommt 6G?

6G ist absolute Zukunftsmusik! Bis der Mobilfunkstandard wirklich im Alltag ankommt, dürften noch mindestens fünf Jahre vergehen. Absurd: Während die Politik und Industrie schon freudestrahlend in die Zukunft blicken, sind noch nicht einmal bestehende Probleme wie der Glasfaserausbau oder die Digitalisierung der Verwaltung gelöst. Ungestopfte Funklöcher gibt es ebenfalls noch.

Viele Systeme funktionieren zudem noch längst nicht autonom. Sprich: Es fehlt an allen Ecken und Enden an den Grundlagen von 6G. Umso erfreulicher ist es, dass vor allem unabhängige Institutionen bereits jetzt das Thema Datenschutz im Blick haben. Was in der politischen Debatte ebenfalls untergeht: 6G lässt sich nicht einfach per Knopfdruck oder Update umsetzen.

Im Gegenteil: Es braucht neue Antennen, Funkmasten, Rechenkapazitäten und Netzinfrastrukturen, die Milliarden und viel Zeit verschlingen werden. Natürlich ist es sinnvoll, früh an der nächsten Mobilfunkgeneration zu feilen. Doch das darf keinesfalls zulasten aktueller Baustellen gehen.

Für die Industrie mag 6G vielleicht eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft sein. Für Otto Normalverbraucher bleibt der Mehrwert aber überschaubar. Dass sich die Technologie langfristig durchsetzen wird, ist trotzdem wahrscheinlich. Spannender als die Frage, ob 6G kommt, sind aber vielmehr das Wie und die Frage, wofür die Technologie am Ende tatsächlich eingesetzt wird.

Nach einer vielerorts heraufbeschworenen 5G-Apokalypse, die nie eingetreten ist, scheinen traurigerweise aber auch bei 6G Verschwörungstheorien schon vorprogrammiert zu sein. Vielleicht irgendwas mit Gedankenkontrolle oder künstlichen Krankheiten zur Bevölkerungsreduktion? Mal schauen, wie dieser Artikel altert.

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Der Beitrag Mobilfunk als Radar: 6G soll auch Menschen ohne Smartphone erfassen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Buzz: Auf dieser Plattform arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen

29. Juli 2026 um 05:45

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Was ist Buzz Jack Dorsey App Plattform Slack KI-Agenten Künstliche Intelligenz

Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block, hat eine neue Plattform vorgestellt: Buzz. Der kostenlose Dienst soll Slack und GitHub Konkurrenz machen, indem Menschen mit KI-Agenten auf Buzz zusammenarbeiten. 

Jack Dorsey hat eine neue, kostenlose Kollaborationsplattform namens Buzz vorgestellt. Der Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block kündigte den Start mit einem Post auf X an.

Dort beschreibt er den Dienst als „neue Gruppenchat-Plattform für Teams und Agenten jeder Größe, die entwickelt wurde, um unsere Abhängigkeit von Slack und GitHub zu verringern.“ Das Tool sei modellunabhängig, dezentralisiert, selbstbestimmt und Open Source.

Was ist Buzz?

Buzz ist ein kostenloser, quelloffener Arbeitsbereich, in dem Menschen und KI-Agenten gemeinsam in denselben Kanälen kommunizieren, Code-Repositories teilen und Projekte verwalten können.

Der offiziellen Pressemitteilung zufolge basiert der neue Dienst auf dem Nostr-Protokoll. Ähnlich wie Slack bietet Buzz Kanäle, Threads, Direktnachrichten, Sprachfunktionen, Medienfreigabe und automatisierte Workflows. In der Ankündigung heißt es:

In den letzten zwei Jahren haben wir bei Block eine Reihe von KI-Tools entwickelt und als Open Source veröffentlicht. Dabei haben wir erkannt, dass die produktivste Arbeit nicht dann entsteht, wenn jemand die KI um Hilfe bittet. Sie entsteht vielmehr dann, wenn Menschen und KI-Agenten im selben Raum sind, an derselben Aufgabe arbeiten und denselben Kontext teilen.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Chatbot in einem Slack-Kanal: KI-Agenten in Buzz reagieren nicht nur auf Befehle, sondern besitzen eigene kryptografische Identitäten, festgelegte Berechtigungen und können eigenständig posten.

Außerdem können sie Code überprüfen, freigegebene Automatisierungen ausführen und sich an Unterhaltungen beteiligen. Alle Prozesse erfolgen in Zusammenarbeit mit menschlichen Kollegen im selben Arbeitsbereich.

„Jedes Unternehmen wird einen Ort brauchen, an dem Menschen und Agenten zusammenarbeiten“, erklärt Bradley Axen, Head of AI Capabilities bei Block. „Die Frage ist nur, ob dieser Ort proprietär oder offen ist. Wir haben Buzz gebaut, weil wir glauben, dass er offen sein sollte.“

Diese Modelle und Tools lassen sich integrieren

Buzz ist modell- und agentenunabhängig konzipiert. Teams können Agenten einsetzen, die auf beliebigen Sprachmodellen laufen, etwa mit Claude Code, Codex oder goose. Außerdem können sie eigene Agenten mitbringen oder komplett neue innerhalb der Plattform bauen.

Zusätzlich lässt sich der neue Dienst an bereits vorhandene Unternehmenstools anbinden, etwa Datenbanken, CRM-Systeme, Codebasen oder Dateisysteme. Agenten im Arbeitsbereich können darauf zugreifen, abhängig von den Berechtigungen, die das jeweilige Team konfiguriert.

Derzeit ist Buzz als Desktop-App für macOS, Windows und Linux nutzbar. Das Tool wird unter einer Apache-2.0-Lizenz bereitgestellt und ist über GitHub verfügbar.

Außerdem kann jeder eine eigene Instanz auf seiner eigenen Infrastruktur betreiben oder sich über die Website anmelden und eine Community mit dem von Block bereitgestellten Hosting erstellen.

Diese Vorteile hat Buzz

Der praktische Nutzen von Buzz liegt vor allem in der Bündelung: Statt Chat, Ticketsystem, Code-Hosting und einzelne KI-Assistenten als separate Tools zu pflegen, laufen diese Bereiche im neuen Tool in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zusammen.

Teams können so aus einem laufenden Gespräch heraus direkt in Planung, Programmierung und Projektsteuerung wechseln, ohne die Anwendung zu verlassen.

Der offene Quellcode kommt außerdem Entwicklerteams zugute: Wer eigene Anforderungen hat, kann die Plattform an bestehende Arbeitsabläufe anpassen oder fehlende Funktionen selbst ergänzen, statt auf ein Update des Anbieters zu warten.

Besonders für jüngere Unternehmen und Teams, die ihre Prozesse zunehmend um KI-Agenten herum aufbauen, kann das ein Argument sein.

Entwicklungsstatus und ähnliche Projekte

Ganz fertig ist die Plattform noch nicht: Auf der eigenen Website bezeichnet Buzz sich selbst ausdrücklich als im „frühen Stadium“ und lädt explizit zum Testen ein. Auch die Git-Integration befindet sich noch in einer frühen Phase.

Dorsey ist mit seiner Geschäftsidee nicht allein. Laut TechCrunch hat der Paradigm-Partner und CTO Georgios Konstantopoulos kürzlich ein ähnliches Open-Source-Produkt namens Centaur vorgestellt, das er als „virtuellen Mitarbeiter“ beschreibt und das sich entweder direkt in Slack oder über eine eigene API einsetzen lässt.

Auch Slack selbst positioniert sich zunehmend als agentisches Betriebssystem, über das KI-Agenten zusammenarbeiten und sich koordinieren können.

In einer Diskussion auf Hacker News äußerte ein Nutzer, der sich als Slack-Mitarbeiter zu erkennen gab, Bedenken zum Thema Datenschutz: Wenn mehrere Menschen und Agenten denselben Kanal teilen, brauche es aufwendige Regelwerke, um zu verhindern, dass Agenten Informationen an Personen weitergeben, für die sie nicht bestimmt sind. Bei Agenten, die nur im Auftrag einer einzelnen Person handeln, sei dieses Problem deutlich einfacher zu lösen.

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Lidl-Mutter wird Tech-Konzern – und legt sich mit Amazon und Google an

28. Juli 2026 um 11:00

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Schwarz-Gruppe Lidl Rechenzentrum KI Künstliche Intelligenz Campus Cloud Microsoft Amazon Google

Ein Discounter-Konzern, der die europäische Abhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Giganten verringern will: Das klingt zunächst erstmal gewagt. Doch genau dieses Ziel verfolgt die Schwarz-Gruppe. Mitte Juli hat der Lidl-Konzern einen Technologie-Campus bei Heilbronn eröffnet, parallel fließen elf Milliarden Euro in ein Rechenzentrum im Spreewald. Ob das reicht, um gegen Amazon, Microsoft und Google zu bestehen, darf bezweifelt werden. Aber wer digitale Souveränität nur fordert, ohne selbst zu investieren, hat keine Chance. Eine kommentierende Analyse.

Die Digitaloffensive der Schwarz-Gruppe

  • Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören, will mit einem neuen Technologie-Campus ein Statement für digitale Souveränität in Deutschland und Europa setzen. In der Nähe von Heilbronn sollen fünf gläserne Gebäude zwischen viel Grün Platz für bis zu 5.500 Beschäftigte bieten. Der Campus, der digitale Produkte und Services in den Bereichen Cloud, Cybersicherheit und KI beherbergen soll, wurde Mitte Juli 2026 offiziell eröffnet.
  • Der Konzern investiert seit Jahren in seine Digitalsparte Schwarz Digits. Ziel war es zunächst, die eigenen Einzelhandelsketten Lidl und Kaufland unabhängig aufzustellen, um Prozesse zentral zu strukturieren und die Produktivität zu steigern. Die Schwarz-Gruppe hat etwa eine eigene Cloud-Plattform entwickelt, baut Rechenzentren und setzt auf KI-Partnerschaften – unter anderem in Form von Investitionen in das deutsche Start-up Aleph Alpha.
  • Nachdem die Schwarz-Gruppe ihren eigenen Bedarf offenbar gedeckt hat, bietet der Konzern mittlerweile auch externen Kunden seine digitalen Infrastrukturen an. Darunter: die niederländische Regierung und die Polizei in Baden-Württemberg. Außerdem pumpt die Unternehmensgruppe elf Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums im Spreewald. Die Summe stellt die größte Investition in der Geschichte der Schwarz-Gruppe dar.

Wie realistisch ist der Kampf gegen Amazon, Google und Microsoft?

Mit ihrem neuen Technologie-Campus will die Schwarz-Gruppe nichts Geringeres als Baden-Württemberg zum KI-Standort machen. Das Land fördert das Projekt mit rund 50 Millionen Euro, um die lokale Wirtschaft wieder anzukurbeln. Denn: Die Industrie in Baden-Württemberg schwächelt aufgrund des steigenden Kostendrucks, des Fachkräftemangels und schlechterer Produktionsbedingungen – vor allem in der Automobil- und Zuliefererbranche.

Dass das neue Rechenzentrum der Unternehmensgruppe in Brandenburg entsteht, erscheint auf den ersten Blick vielleicht etwas widersprüchlich. Allerdings braucht es für solche Großprojekte auch gewisse infrastrukturelle Voraussetzungen. Will heißen: Die Knöpfe der Digitaloffensive des Konzerns sitzen in Baden-Württemberg, die Rechner im Spreewald.

Dass die Schwarz-Gruppe vor allem auf Software und KI setzt, ist keinesfalls Zufall. Denn genau hier liegt Europas Achillesferse. Unzählige Unternehmen speichern ihre Daten bei US-Anbietern, nutzen amerikanische Clouds und machen sich damit von Microsoft, Amazon oder Alphabet abhängig.

Der Lidl-Konzern will eine Alternative zu dieser Abhängigkeit schaffen, natürlich auch aus eigenem wirtschaftlichem Interesse. Zumindest ein kurzfristiges Gelingen ist aber äußerst fraglich. Zu groß ist der Vorsprung der US-Giganten. Digitale Souveränität braucht zudem mehr als ein paar schicke Campusgebäude. Sie muss sich jeden Tag gegen eine schier übermächtige Konkurrenz behaupten. Aber klar: Dafür muss man natürlich irgendwo erst einmal anfangen.

Stimmen

  • Christian Müller, CEO von Schwarz Digits, in einem Statement: „Mit unserem souveränen Technologie-Stack bieten wir eine Antwort auf die drängenden Fragen globaler digitaler Abhängigkeiten. Am neuen Campus wird technologische Unabhängigkeit zur gelebten Realität: Hier entwickeln wir die IT-Architekturen von morgen, die Unternehmen und öffentlichen Institutionen die uneingeschränkte Datenhoheit zurückgeben. Dieser Standort steht für kompromisslose technologische Exzellenz nach höchsten europäischen Datenschutzstandards. Es ist der Startschuss für eine neue Ära der Innovationsgeschwindigkeit, mit der wir digitale Souveränität aus dem europäischen Rechtsraum heraus nicht mehr nur verwalten, sondern aktiv mitbestimmen.“
  • Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, zum neuen Projekt: „Die Eröffnung des Schwarz Digits Campus ist ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Kombination aus zukunftsorientierten Investitionen in Schlüsseltechnologien und der gleichzeitigen Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze stärkt die technologische Resilienz unseres Landes. Dies ist auch ganz im Sinne der Hightech-Agenda Deutschland. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wirtschaftspolitischen Ausrufezeichen.“
  • Irene Bertschek, vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, gegenüber ZDFheute: „Was Schwarz gerade unternimmt, ist wirklich der Aufbau eines KI-Ökosystems. Das heißt, alle Faktoren, die wichtig sind für die KI, entstehen dort oder werden dort aufgebaut. Also Rechenzentrumskapazität, KI-Modelle, Forschung, Wirtschaft sind dort präsent. (…) Aber Investitionen in diesem großen Ausmaß, die sind schon einzigartig hier in diesem Raum Heilbronn.“

Lild-Konzern will deutschen Mittelstand digital unabhängig machen

Der neue Technologie-Campus der Schwarz-Gruppe ist ein weiteres Puzzlestück einer weitaus größeren Strategie. Denn nachdem der Konzern sich zunächst selbst unabhängig gemacht hat, soll nun der deutsche Mittelstand folgen. Die Vision ist dabei so ambitioniert wie klar.

Die Unternehmensgruppe will zu einem Vorreiter in Europa werden und eine Antwort auf die Marktmacht von Microsoft, Amazon und Google liefern. Für einen Konzern, der mit Lidl und Kaufland überwiegend für zwei Handelsketten steht, erscheint das zunächst etwas ungewöhnlich.

Doch für Konzernchef Dieter Schwarz sind die Entwicklungen Teil eines langfristigen Plans, der seit einigen Jahren zunehmend verfolgt wird. Kurzfristig wird sich der Vorsprung der US-Konzerne trotzdem nicht aufholen lassen. Dafür ist er schlichtweg zu groß.

Trotzdem wäre es falsch, solche Projekte vorschnell als aussichtslosen Wettlauf abzutun. Wer digitale Souveränität ernst meint, muss irgendwann anfangen, eigene Infrastruktur aufzubauen, anstatt dauerhaft Miete bei US-Konzernen zu zahlen. Das Projekt sollte aber nicht daran gemessen werden, die US-Konkurrenz vom Thron zu stoßen. Vielmehr geht es darum, Alternativen aufzuzeigen und das Heft endlich in die eigene Hand zu nehmen.

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Medizin-KI gefährdet Patientendaten – Forscher fordern neue Standards

28. Juli 2026 um 05:45

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Medizin-KI

Künstliche Intelligenz verändert die Diagnose von Krankheiten. Doch neue Analysen offenbaren Sicherheitslücken bei der Verarbeitung sensibler Daten mittels KI in der Medizin. Es lässt sich etwa mit großer Genauigkeit nachweisen, ob die Daten einer bestimmten Person zum Training eines Modells verwendet wurden. Das birgt konkrete Gefahren für den Alltag und die digitale Sicherheit von Patienten.

Ein internationales Forscherteam der Technischen Universität München, des Hasso-Plattner-Instituts und des Imperial College London hat die Sicherheit von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen untersucht. Die im Fachmagazin Nature veröffentlichten Ergebnisse zeigen ein erhebliches Risiko für Patienten, deren Daten für das Training verwendet wurden. In der Untersuchung testeten die Forscher Angriffe auf Modelle, die auf sieben etablierten Datensätzen mit Bildgebungsdaten, Kardiogrammen und elektronischen Patientenakten basierten.

Die Ergebnisse offenbaren Lücken bisheriger Sicherheitstests. Während Angriffe auf ganze Datensätze meist scheiterten, ließen sich einzelne Personen mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 100 Prozent wiedererkennen. Denn wenn Angreifer Zugriff auf das System der Klinik und ein einziges Datenblatt des Patienten haben, entsteht eine digitale Spur. Gelingt der Nachweis, dass der Datenpunkt in ein spezifisches KI-Modell für Spezialtherapien eingeflossen ist, verrät dies indirekt die Erkrankung des Betroffenen.

Die Schwachstellen von KI in der Medizin

Daniel Rückert, Professor für KI in der Medizin an der Technischen Universität München, sagt dazu:

Das ist kein verschmerzbares Risiko. Gesundheitsdaten sind hochsensibel. (…) Das ist besonders schwerwiegend, weil Diskriminierung durch KI auch in der Medizin eine Rolle spielt und beispielsweise manche Modelle weniger genaue Vorhersagen treffen, wenn die Patientin oder der Patient einer Minderheit angehört.

Je größer und komplexer das Modell aufgebaut ist, desto leichter gelingen Angriffe zur Re-Identifizierung. Das Gedächtnis der Software verhält sich dabei ähnlich wie ein genaues Fotogedächtnis. Detailreiche Merkmale prägen sich so tief ein, dass Einzelspuren sichtbar bleiben.

Für Betroffene kann das schwere Konsequenzen im Alltag haben. Gelangen Informationen über eine Teilnahme an Studien über Drittanbieter an Versicherungen, könnten finanzielle Nachteile drohen. Risikoprofile könnten angepasst werden, was zu höheren Beiträgen bei Zusatzversicherungen führt.

Besonders gefährdet sind Personen, die im Datenset unterrepräsentiert sind, wie Minderheiten oder Menschen mit besonderen Organmerkmalen. Wer eigene Daten freiwillig der Forschung spendet, muss somit unter Umständen noch Jahre später Nachteile befürchten.

Lösungsansätze für mehr Datenschutz

Um Patienten wirksam zu schützen, schlägt die Forschung neue technische Schutzmechanismen vor. Ein vielversprechendes Verfahren sei die sogenannte Differential Privacy, bei der der Datenschutz die Basis bildet. Bei diesem Ansatz überlagert ein System das Datenmaterial mit einem gezielten, minimalen Rauschen.

Das lässt sich mit einem leicht milchigen Glas vergleichen. Das Gesamtbild und die medizinischen Details bleiben für den Computer klar erkennbar, aber das Gesicht des Einzelnen verschwimmt unkenntlich. Neben technischen Anpassungen fordern Fachleute neue Standards bei Prüfverfahren.

Sicherheitstests müssen künftig das individuelle Risiko des einzelnen Menschen messen, statt sich auf einen Gesamtdurchschnitt zu verlassen. Zudem ist eine strenge Kontrolle des Zugangs zu den KI-Modellen selbst unverzichtbar. Dadurch ließe sich der wissenschaftliche Fortschritt sichern, ohne die Vertraulichkeit von Patientendaten zu gefährden.

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In diesen Ländern kostet das iPhone 17 Pro am meisten

27. Juli 2026 um 20:44

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iPhone 17 Pro Länder Kosten Preis was kostet

Technisch gesehen macht es keinen Unterschied, wo man das iPhone 17 Pro kauft, denn das Gerät ist überall auf der Welt das Gleiche. Beim Preis sieht die Sache aber anders aus. Je nach Land zahlen Kunden deutlich mehr oder sogar weniger als in den USA.

Egal ob Spielkonsole, Fernseher oder Grafikkarte: Wir Europäer sind daran gewöhnt, dass Unterhaltungselektronik mehr kostet als in den USA oder auch in Teilen Asiens. Besonders anschaulich ist der Unterschied beim iPhone, denn hier werden teilweise sehr hohe Aufschläge fällig. Und in manchen Regionen der Welt ist das aktuelle Flaggschiff von Apple ein absolutes Luxusgut, für das Kunden ein Vielfaches des in den USA geltenden Preises hinblättern müssen.

Diese Faktoren beeinflussen den Preis des iPhone 17 Pro

In den USA kostet das iPhone 17 Pro 1.181 US-Dollar – das sind momentan rund 1.038 Euro. Günstiger ist das Smartphone weltweit nur in Japan – hier werden 1.121 US-Dollar fällig. Das entspricht in etwa 95 Prozent des Preises, den die Amerikaner zahlen müssen. Und Südkorea liegt exakt auf amerikanischem Niveau. Alle anderen Nationen zahlen drauf (via dbresearch).

Die Länder in der DACH-Region landen alle irgendwo im Mittelfeld. Deutschland und Österreich teilen sich mit jeweils 1.508 US-Dollar (rund 1.326 Euro) den 20. Platz und zahlen damit circa 28 Prozent drauf. Etwas glimpflicher kommen die Schweizer davon, hier sind es lediglich 1.385 US-Dollar (1.217 Euro), Rang 27 und 17 Prozent Aufpreis.

Die Gründe für die teils drastischen Aufschläge sind vielfältig: Aspekte wie Wechselkurse, Einfuhrzölle, Steuern, regionale Marktbedingungen und komplexe Lieferketten spielen dabei eine Rolle.

Wir wollten wissen, in welchen Ländern das iPhone 17 Pro am teuersten ist. Grundlage für unser Ranking sind die offiziellen Preise aus dem Apple Store beziehungsweise von autorisierten Online-Händlern. Verglichen wird jeweils die günstigste Speichervariante. In diesem Jahr ist das die Version mit 256 Gigabyte, nachdem Apple die 128-GB-Variante gestrichen hat.

Platz 10: Finnland

Den Auftakt unserer Top Ten macht Finnland. Dort kostet das iPhone 17 Pro 1.578 US-Dollar (rund 1.387 Euro) und damit 34 Prozent mehr als in den USA. In Skandinavien ist das Preisniveau ohnehin relativ hoch. Zudem kommt auf den Endpreis noch eine ordentliche Mehrwertsteuer oben drauf. Dann doch lieber ein Gerät von Nokia…

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Facebook kämpft gegen Nutzerschwund, will deshalb zu TikTok werden

28. Juli 2026 um 14:45
Facebook, soziales Netzwerk, Meta, Facebook Meta Meta baut Facebook massiv um und testet im Herbst einen neuen Startbildschirm im TikTok-Stil. Ein Vollbild-Video-Feed soll die sinkende Interaktion aufhalten und Nutzer länger binden. Zudem erhalten Verkäufer eine eigene KI-gestützte App. (Weiter lesen)

X Money startet: Elon Musks Netzwerk wird zur "echten" Finanz-App

28. Juli 2026 um 10:41
Elon Musk, Twitter, Kreditkarte, Visa, Mobile Payment, Fintech, X Money, Cross River Bank Um seine Plattform zur Allzweck-Anwendung zu machen, integriert Elon Musk mit X Money ein vollwertiges Bankkonto in das soziale Netzwerk. Premium-Nutzer in den USA erhalten ab sofort eine Debitkarte, sechs Prozent Zinsen und Apple-Wallet-Support. (Weiter lesen)

Google goes cash flow negative for the first time as AI data center buildout increases capex to a staggering $44.9 billion in a single quarter — CFO warns that capex will increase in 2027 as company banks big on TPUs

28. Juli 2026 um 13:12

Google's parent company Alphabet recently reported negative free cash flow of $5.9 billion for the second quarter of 2026, the company's first cash-negative quarter since its 2004 IPO, after capital expenditures doubled year-over-year to a record $44.9 billion and exceeded the $39.1 billion its operations generated as it continues its rapid buildout of AI data centers, according to its earnings release.

CFO Anat Ashkenazi raised full-year capex guidance to between $195 billion and $205 billion, up from $180 billion to $190 billion, and disclosed that Google delivered TPU systems to customers' data centers for the first time, a shift from renting the chips exclusively through Google Cloud.

The quarterly deficit is small compared to the sums moving through the business, and the firm's trailing 12-month free cash flow remains positive at $53.3 billion. Back in February, Alphabet raised its guidance, but since then, spending has exceeded the cash the business generates due to its AI buildout, and Alphabet is covering the difference with borrowed money and new stock.

Servers first, buildings second

Approximately 60% of the quarter's technical infrastructure investment went into servers, with the remaining 40% split across data centers and networking equipment, Ashkenazi told analysts on the earnings call. That ratio inverts the usual assumption that hyperscaler capex is dominated by construction. Most of Alphabet's marginal dollar now buys compute, primarily its own TPU-based systems, rather than other forms of infrastructure. Depreciation of property and equipment rose to $7.1 billion in the quarter from $5.0 billion a year earlier, and Ashkenazi said infrastructure spending will keep pressuring the P&L through higher depreciation and energy costs.

"We're still in a supply-constrained environment," Ashkenazi said on the call, repeating a characterization the company has used for several consecutive quarters. Demand is running far enough ahead of Alphabet's own build schedule that the company is renting third-party capacity as a bridge while its data centers come online, an arrangement Ashkenazi said will create modest margin pressure for its Cloud segment in Q3. The construction pipeline behind the 40% includes a $40 billion, three-campus program in Texas through 2027 in November, representing the company's largest investment in any state, and a $1.5 billion expansion of its Jackson County, Alabama campus, announced in June.

TPU sales turn capex into inventory

Google began recognizing revenue from TPU system sales in the quarter, with Ashkenazi telling analysts the systems were "delivered to customer data centers for the first time in Q2" and that "the vast majority of the revenues from these agreements will be realized in 2027." According to Google's balance sheet, inventory stood at $10 billion on June 30, roughly four times the $2.4 billion recorded at the end of 2025. A meaningful slice of the quarter's cash outflow bought hardware that sits on the balance sheet today and will be sold to customers next year, bringing cash back in. Money spent on data centers doesn't return in the same manner; instead, it is written down over the years of use.

Anthropic is anchoring a great deal of Alphabet's external demand, with its October 2025 agreement giving the Claude developer access to up to one million TPUs and more than 1 GW of capacity coming online this year, and an April securities filing from Broadcom, Google's TPU co-designer, added roughly 3.5 GW of TPU capacity from 2027 while locking Broadcom into future TPU generations through 2031. Meta entered talks for multi-billion-dollar TPU deployments in its own data centers last November. The current flagship, the seventh-generation Ironwood TPU, carries 192GB of HBM3E per chip and scales to 9,216-chip pods that Google rates at 42.5 FP8 exaflops.

Every TPU Google manufactures serves four functions: training and serving Gemini, running Search and YouTube inference, renting to Cloud customers, and now shipping as sold hardware. No other hyperscaler's capex spend works that many jobs, and none of the others has a chip business generating third-party revenue at this stage.

A $98 billion liability

Alphabet issued Class A, Class C, and mandatory convertible preferred stock in June for net proceeds of $49.6 billion, earmarked in the release for "capital expenditures to scale AI infrastructure and global compute," and sold $20.3 billion of senior unsecured notes during the quarter. Long-term debt reached $98.2 billion on June 30, up from $46.5 billion at the end of 2025 and from roughly $16 billion a year before that, a run-up Ashkenazi acknowledged on the call. The February bond program alone raised more than $30 billion across multiple currencies, including a 100-year sterling tranche, it was reported at the time.

Together, the four largest hyperscalers plan a combined 2026 capex of around $725 billion, up 77% on 2025, and Alphabet's new range now tops the group alongside Amazon's roughly $200 billion. Meta raised its own 2026 forecast to $125 billion to $145 billion in April, citing component pricing and competition for land, power, and labor. Alphabet's headline Q2 net income of $112.1 billion overstates the reality somewhat, however, as $99.0 billion of other income came primarily from unrealized gains on equity securities, contributing $6.26 of the $9.11 in diluted EPS. Operating income, the cleaner measure, rose 30% to $40.8 billion.

Google Cloud grew 82% to $24.8 billion in the quarter with an operating margin of 35.6%, and backlog reached $514 billion, up more than $50 billion sequentially, with just over half expected to convert to revenue within 24 months. Those contracts are the collateral behind the spending, with the buildout chasing demand Alphabet has already booked rather than demand it hopes to find. Ashkenazi said free cash flow "will remain under pressure" and confirmed capex will rise significantly again in 2027, so the question the next few quarters will answer isn't whether Alphabet returns to positive territory in any given period, but whether operating cash flow, up 41% year over year in Q2, can keep growing faster than a spending that shows no sign of slowing down.

China verbietet emotionale Beziehungen zu KI-Chatbots – für mehr Babys

27. Juli 2026 um 05:45

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KI Liebe Chatbot, Künstliche Intelligenz, China, Politik, Internet

Chinas Bevölkerung schrumpft. Deshalb geht Peking jetzt gezielt gegen ein neues Phänomen vor: Liebe zu KI-Chatbots. Statt Maschinen zu daten, sollen die Menschen Babys kriegen. Die Hintergründe. 

Lange war China für seine Ein-Kind-Politik im Gespräch. Mittlerweile ist der einst sehr rasante Bevölkerungswachstum stark zurückgegangen. Stattdessen kämpft die Volksrepublik wie viele andere Staaten auch mit Geburtenrückgang und Überalterung.

Um dem entgegenzuwirken, hat China seine Familienpolitik seit 2015 stetig gelockert, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Auch erhöhte Geldprämien und verlängerter Mutterschaftsurlaub blieben ohne den gewünschten Effekt. Zuletzt sorgte eine neue 13-prozentige Steuer auf Verhütungsmittel für Kontroversen. Nun setzt die chinesische Regierung auf einen neuen Kurs.

Für mehr Babys: China reguliert KI-Liebe zu Chatbots

Seit Kurzem gelten in China eine Reihe von Vorschriften, die darauf abzielen, die emotionale Abhängigkeit von KI-gestützten Begleitdiensten, auch AI-Companions genannt, einzudämmen. Das berichten unter anderem das Wall Street Journal (WSJ) und China Daily. Die Regierung geht damit einen neuen Schritt bei den Bemühungen zur Regulierung dieses schnell wachsenden Sektors.

Die AI-Companions werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, vom Kundenservice über die Unterstützung bei psychischen Problemen bis hin zur Kinder- und Altenpflege.

Laut China Daily verpflichten die neuen Vorschriften Plattformen dazu, emotionale Notlagen zu erkennen, in Krisensituationen einzugreifen, übermäßige Nutzung einzuschränken, den Usern die volle Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zu gewähren und den Missbrauch von Nutzerinformationen zu verhindern.

Die Vorschriften definieren KI-Begleitdienste als solche, die anhaltende emotionale Interaktion über Text, Bilder, Audio oder Video bieten. Aufgabenorientierte KI-Anwendungen wie Kundenservice, Arbeitsunterstützung, Bildung und wissenschaftliche Forschung sind von den Regelungen vorerst ausgenommen.

Warum Peking KI-Liebe zu Chatbots als Gefahr sieht

Durch die Simulation menschlicher Persönlichkeiten und Gespräche gewannen AI-Companions schnell an Beliebtheit. Allerdings zeichneten sich auch immer mehr emotionale Abhängigkeit und andere Risiken ab, die eine strengere Regulierung unumgänglich machten.

„Ihnen gefällt die Vorstellung nicht, dass ein großer Teil der Bevölkerung tiefgehende emotionale Beziehungen zu Chatbots führt, die sie aus dem Heiratsmarkt nehmen könnten“, erklärt Matt Sheehan, der beim Thinktank Carnegie Endowment for International Peace zu chinesischer KI forscht, gegenüber dem WSJ.

Diese Beziehungen könnten negative psychologische Auswirkungen auf die Menschen haben, sie zu Sucht, Abhängigkeit und einer ganzen Reihe anderer gesellschaftlicher Übel führen, so der Wissenschaftler weiter. Laut Bericht wolle die chinesische Regierung, dass Menschen aufhören, Maschinen zu daten, und wieder Kinder bekommen.

Auch andere Länder regulieren KI-Beziehungen

Je ausgereifter KI-Begleiter werden, desto mehr versuchen Regierungen sicherzustellen, dass sie echte menschliche Beziehungen nicht ersetzen, nicht nur in China.

So verabschiedeten die US-Staaten Kalifornien und New York im vergangenen Jahr Gesetze, die Chatbots verpflichten, User regelmäßig daran zu erinnern, dass sie nicht mit einem Menschen sprechen: in Kalifornien alle drei Stunden bei minderjährigen Nutzern, in New York alle drei Stunden für alle.

Chinas Vorgaben gehen allerdings deutlich weiter. Über das Verbot emotionaler Abhängigkeit und von Beziehungen mit Minderjährigen hinaus verpflichten sie Unternehmen dazu, Menschen mit suizidalen Gedanken aktiv an Krisendienste zu verweisen und Minderjährige bei Anzeichen zwanghafter Nutzung an die Fürsorge ihrer Eltern oder einen Arzt zu verweisen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet

Wie berechtigt diese Sorge ist, zeigt eine Umfrage des China Youth and Children Research Center aus dem Jahr 2025: Von mehr als 8.500 befragten Minderjährigen gaben über 60 Prozent an, KI regelmäßig zu nutzen, mehr als 20 Prozent sagten sogar, sie wollten „nur noch mit KI chatten“ und nicht mehr „mit echten Menschen sprechen“.

Wang Zhechen, Wissenschaftler an der Fudan-Universität in Shanghai, erklärt gegenüber China Daily, dass gerade Kinder und ältere Menschen anfällig für emotionale Bindungen an KI seien, weil sie jederzeit verfügbar, endlos geduldig und unweigerlich zustimmend sei.

Experten zufolge könne ein anhaltendes Eintauchen in konfliktfreie KI-Kommunikation außerdem langfristig die Fähigkeit schwächen, echte zwischenmenschliche Beziehungen zu führen.

Tech-Konzerne von neuen Regeln betroffen

Die neuen Regeln zu AI-Companions treffen zwei der größten Tech-Konzerne Chinas: Alibaba und ByteDance, der Mutterkonzern von TikTok. Sie informierten ihre Nutzer bereits im Vorfeld, dass bestimmte Chatbot-Funktionen künftig abgeschaltet würden.

Auch die großen chinesischen KI-Plattformen Doubao, Qwen und Yuanbao haben laut China Daily angekündigt, ihre KI-Agenten-Funktionen auszusetzen.

Fachleuten zufolge fügen sich die Regeln auch in Pekings übergeordnete Kampagne ein, Künstliche Intelligenz so weit unter Kontrolle zu halten, dass sie nicht zur Bedrohung für die herrschende Kommunistische Partei wird.

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Alte Öllöcher als Akku: Bohrloch-Batterie soll Energie speichern

26. Juli 2026 um 05:45

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Bohrloch-Batterie

Stromspitzen bei den erneuerbaren Energien stellen die Stromnetze vor Herausforderungen. Ein neuer Ansatz nutzt nun stillgelegte Öl- und Gasbohrlöcher als thermische Großspeicher für überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen. Das Verfahren soll ungenutzte Infrastrukturen in regulierbare grüne Leistung für Zeiten hoher Nachfrage umwandeln. 

Eine Analyse von Phil Cruver, Chef des US-Unternehmens Geo2Watts, beleuchte das Potenzial sogenannter Bohrloch-Batterien vor dem Hintergrund des Lazard LCOE+ Reports 2026. Inzwischen speisen große Photovoltaikanlagen preiswerten Strom im Preisbereich zwischen 40 und 61 US-Dollar pro Megawattstunde ins Netz ein. Allerdings geht an sonnenreichen Tagen mit geringer Netzkapazität oft wertvolle Energie verloren, weil Anlagen abgeregelt werden müssen.

Hier setzt das Prinzip der Bohrloch-Batterie an. Das System funktioniert im Grunde wie eine gigantische unterirdische Thermoskanne für elektrische Energie. Wenn ein Überangebot an Solarstrom herrscht, treibt der überschüssige Strom eine Hochtemperatur-Wärmepumpe an. Dabei leitet ein Kompressor die Energie in Wärme um. Ein geschlossenes Wassersystem leitet die erzeugte Hitze dann in tiefe, nicht mehr genutzte Bohrlöcher der Erdöl- und Erdgasindustrie ab. Die Speichertemperatur in den umgenutzten Bohrlöchern ist dabei auf etwa 200 Grad Celsius begrenzt.

So funktioniert die Rückverstromung in der Bohrloch-Batterie

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Herkunft der Energie. Das System nutzt keine natürliche Erdwärme aus dem tiefen Boden, sondern verwendet nach eigenen Angaben die Bohrlöcher ausschließlich als künstliche thermische Speicherbehälter. Steigt die Stromnachfrage im Netz oder sinkt die Sonneneinstrahlung am Abend, treibt die gespeicherte Wärme einen Generator an.

Dieser erzeugt direkt verfügbaren, sauberen Strom. Der Prozess wandelt somit die Hitze wieder in synchronen Wechselstrom um, der im Anschluss von Betreibern in das Stromnetz eingespeist werden kann. Diese Umwandlung soll die Rolle der Solarenergie grundsätzlich verändern. Aus fluktuierendem Überschussstrom wird eine garantierte und planbare Leistung für das Stromnetz.

Der ökonomische Wert von Solarstrom misst sich dadurch nicht mehr allein an niedrigen Produktionskosten, sondern am Zeitpunkt und der Flexibilität der Bereitstellung. Ein von Geo2Watts entwickeltes Konzept namens GridValue spiegelt diesen wirtschaftlichen Nutzen wider.

Chancen und wirtschaftliche Hürden für den neuen Energiespeicher

Ein entscheidender Vorteil des Konzepts liegt in der Wiederverwendung bestehender Infrastruktur. Die Nachnutzung inaktiver Öl- und Gasbohrungen ermöglicht die Nutzung bestehender elektrischer Infrastruktur. Zudem greifen Entwickler auf weitgehend erprobte Standardkomponenten wie Wechselstrom-Motoren, Kompressoren und Wärmetauscher zurück.

Dennoch stehen der Technologie noch Hürden bevor. Der Lazard-Bericht zeigt bisher keinen definitiven Nachweis, dass eine solche thermische Speicherlösung kostengünstiger arbeitet als konventionelle elektrochemische Batteriespeichersysteme.

Allerdings besteht für alternative Energiespeicher in diesen Jahren einiges an Potenzial, da die Kosten für Batteriespeicher nach vorherigen Rückgängen wieder angestiegen sind. Ob sich die Bohrloch-Batterie auf dem Markt durchsetzt, hängt letztlich stark von den lokalen Gegebenheiten, der Speicherdauer und netzbedingten Regulierungen ab.

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