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Grok: Elon Musk industrialisiert sexuelle Belästigung

08. Januar 2026 um 11:00

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Elon Musk Grok X Bikini

Elon Musks KI-Chatbot Grok generiert auf Anfrage anzügliche Bilder von Frauen und Kindern. Das Unternehmen hat zwar eine Überprüfung der Funktion eingeräumt. Auf Führungsebene weist man die Verantwortung von sich. Mehrere Länder haben Ermittlungen eingeleitet. Eine kommentierende Analyse.

Neue Grok-Funktion entwürdigt Nutzer

  • Seit Anfang Januar kursieren unzählige sexualisierter Bilder auf X (ehemals Twitter). Hintergrund ist eine Funktion des KI-Chatbots Grok, der mittlerweile Teil der Plattform ist. Mit ihr können Nutzer Fotos bearbeiten, unter anderem aber auch normale Fotos von Frauen oder Kindern in KI-Bilder mit anzüglichen Posen oder in Bikini verwandeln.
  • Viele Medien griffen das Thema auf und lösten eine Welle der Empörung aus – auch, weil sich die Führungsebene von Mutterkonzern xAI um Kopf und Kragen redete. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sprach das Unternehmen etwa von „Lügen der etablierten Medien“. Nachdem der Realität jedoch nicht mehr zu leugnen war, räumte man zwar eine Überprüfung der Funktion ein, tat die Kritik jedoch ab.
  • Elon Musk nutzt seine Plattform X und den KI-Chatbot Grok, um seine eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Er änderte etwa die Algorithmen zu Gunsten zahlreicher Trump-Anhänger, unterstützt gezielt rechtspopulistische Parteien in Europa und wettert gegen EU-Gesetze, die seine Dienste betreffen. Dabei wird er von der US-Regierung unterstützt. Sowohl die Trump-Administration als auch Musk werfen den Europäern Zensur und Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor.

Elon Musk industrialisiert sexuelle Belästigung

Der Grok-Skandal ist kein technischer Ausrutscher, sondern ein Symptom, das zeigt, was passiert, wenn generative KI in ein soziales Netzwerk eingebettet wird. Die Möglichkeit, Bilder direkt auf der Plattform zu manipulieren, verschiebt die Grenze zwischen Ausdruck und Übergriff – und normalisiert digitale Entwürdigung als Funktion.

Auffällig ist nicht nur das Versagen von Schutzmechanismen, sondern die Verschiebung von Verantwortung. Während die KI selbst juristische Kategorien wie „Versagen“ oder gar strafbare Inhalte benennt, setzt die Unternehmensführung auf Kulturkampf-Rhetorik zurück. Kritik wird nicht inhaltlich adressiert, sondern politisiert: Medien lügen, Gesetze unterdrücken, Regulierung gilt als Zensur.

Grok steht damit exemplarisch für Musks Verständnis von Plattformmacht. X ist kein neutraler Raum, sondern ein Instrument, mit dem politische Deutungshoheit getestet und verschoben wird. Die sexualisierten KI-Bilder sind in diesem Sinne kein Betriebsunfall, sondern Kollateralschaden eines Systems, das Provokation belohnt und Grenzen erst anerkennt, wenn Gerichte sie ziehen.

Stimmen

  • Wolfram Weimer, Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, gegenüber Reuters: „Was wir bei X gerade beobachten, wirkt wie die Industrialisierung der sexuellen Belästigung. Elon Musk erlaubt mit seinem KI-Dienst Grok, täuschend echte, sexualisierte Bilder von Frauen zu erstellen. Insbesondere KI-generierte sexualisierte Bilder von Minderjährigen sind nicht akzeptabel. Die Antwort darauf sollte die konsequente Anwendung von Gesetzen sein.“
  • xAI-Chef Elon Musk befeuerte die Welle der Bikini-Manipulationen sogar aktiv. Auf seinem X-Account ließ er Grok ein Meme des Schauspielers Ben Affleck durch ein Bild von sich selbst im Bikini ersetzen. Dafür, dass andere Nutzer die Funktion missbrauchen, will er keine Verantwortung übernehmen: „Wer Grok nutzt, um illegale Inhalte zu erstellen, muss mit denselben Konsequenzen rechnen, als würde er illegale Inhalte hochladen.“
  • Betroffene Nutzer haben im Gegensatz zu Musk keinerlei Freude an der Funktion. Samantha Smith, freie Journalistin und Kommentatorin, ist eines von zahlreichen Opfern. Gegenüber der BBC sagte sie: „Das war zwar nicht ich, die da nackt gezeigt wurde, aber sie sah aus wie ich, und es fühlte sich an, als wäre ich es selbst. Es war genauso verletzend für mich, als hätte jemand tatsächlich ein Nackt- oder Bikini-Foto von mir gepostet.“

Wer kontrolliert KI?

Was Elon Musk als Humor und „radikale Freiheit“ inszeniert, trifft in Europa auf eine Wand aus Paragrafen. Ermittlungen in Frankreich, klare Strafandrohungen in Österreich und die scharfen Vorgaben von AI Act und Digital Services Act setzen dem Spieltrieb enge Grenzen. Denn: Deepfakes sind kein Meme, sondern ein Rechtsrisiko.

Der Druck auf X und xAI dürfte weiter steigen, nicht nur juristisch, sondern auch wirtschaftlich. Plattformen, die systemische Risiken ignorieren, riskieren hohe Strafen, Auflagen oder im Extremfall Funktionsbeschränkungen. Ironischerweise verkündete Grok inmitten des Skandals eine neue, milliardenschwere Finanzierung. Diese dürfte aber weniger Rückenwind geben als ein Wettlauf gegen Regulierung sein.

Letztlich geht es um die Frage, wer die Macht generativer KI kontrolliert: Entwickler oder Gesellschaft? Europas Antwort lautet zunehmend Gesetz statt Gag und Verantwortung statt Ausrede. Ob Musk diesen Kurs akzeptiert oder weiter auf Konfrontation setzt, könnte zum Präzedenzfall werden.

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Will EU abschaffen: Elon Musk dreht nach Strafe gegen X frei

09. Dezember 2025 um 11:00

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Elon Musk EU Europa Strafe X

Die Europäische Kommission hat eine Rekordstrafe gegen die Plattform X (ehemals Twitter) verhängt. Der Vorwurf: Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) – vor allem aufgrund mangelnder Transparenz. X-Chef Elon Musk forderte daraufhin die Abschaffung der EU. Das Werbekonto der Kommission auf X wurde aus zwielichtigen Gründen gesperrt. Eine kommentierende Analyse.

EU Kommission verhängt Millionen-Strafe gegen X

  • Die EU Kommission hat aufgrund von Verstößen gegen Transparenzvorschriften des Digital Services Act (DSA) eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen X verhängt. Der DSA kommt damit erstmals zum Einsatz. Die konkreten Vorwürfe: eine irreführende Vergabe des Verifizierungshäkchens, die Weigerung, Forschern Datenzugriff zu ermöglichen und mangelnde Transparenz bei Werbeanzeigen.
  • Kurz nach Verkündung der Strafe wurde das Werbekonto der EU Kommission gesperrt. Hintergrund soll laut X eine Sicherheitslücke im Werkzeugkasten zur Schaltung von Werbung sein, die angeblich bewusst ausgenutzt wurde. Offenbar geht es um einen Beitrag, der ein Video enthält, das automatisch startet. Klickt man darauf wird es nicht gestoppt, sondern es erfolgt eine Weiterleitung zu Website der EU Kommission.
  • Parallel zur Strafe gegen X hat die Europäische Kommission ein Verfahren gegen TikTok eingestellt. Im Gegensatz zum Twitter-Nachfolger soll die chinesische Plattform verbindliche Zusagen zur Werbetransparenz gemacht haben. X-Chef Elon Musk wetterte stattdessen, dass die EU abgeschafft werden müsse und verglich sie in Anspielung auf das NS-Regime mit einem „Vierten Reich“.

Elon Musk fordert Abschaffung der EU

Der Streit zwischen der Europäischen Kommission und X ist mehr als ein persönlicher Feldzug von Musk. Denn der X-Chef hat den Konflikt zu einem Politikum gemacht. Spätestens seit der zweiten Trump-Administration sind Tech-Plattformen zu einer geopolitischen Machtfrage geworden.

Während die EU mit ihren Digitalgesetzen verbindliche Standards setzen will, um Verbraucher zu schützen, schwadroniert die US-Regierung von einem Angriff auf amerikanische Wirtschaftsinteressen. Sowohl Umfang als auch Anlass der Strafe sind jedoch relativ banal.

Die Vorwürfe der Europäischen Kommission sind zudem seit Monaten gut dokumentiert und belegt. Mit Politik und einer gezielten politischen Einflussnahme haben sie nichts zu tun. Das hielt Elon Musk aber nicht davon ab, künstlich einen Politskandal herbeizureden.

Skurril: Auch US-Außenminister Marco Rubio hatte sich eingeschaltet und warf der EU „Zensur“ vor, obwohl nichts zensiert wurde. Vom russischen Ex-Präsidenten Dmitrij Medwedjew gab es für Elon Musk Beifall. Dass X in Russland gesperrt ist, scheint Musk und die Trump-Administration hingegen weniger zu kümmern.

Stimmen

  • Henna Virkkunen, EU-Kommissionsvizepräsidentin, in einem Statement: „Die Täuschung von Nutzern mit blauen Häkchen, die Verschleierung von Informationen in Anzeigen und der Ausschluss von Forschern haben im Internet in der EU keinen Platz. Mit der ersten Entscheidung der DSA wegen Nichteinhaltung machen wir X dafür verantwortlich, die Rechte der Nutzer zu untergraben und sich der Rechenschaftspflicht zu entziehen.“
  • X-Chef Elon Musk wettert auf seiner Plattform: „Die EU sollte abgeschafft und die Souveränität an die einzelnen Länder zurückgegeben werden, damit die Regierungen ihre Bevölkerung besser vertreten können.“ Einmal angefangen legt er nach: „Ich meine das ernst. Ich mache keine Scherze.“ Und: „Ich liebe Europa, aber nicht das bürokratische Monster namens EU“.
  • Nikita Bier, Produktchef bei X, zur Sperre des Werbekontos der EU: „Sie haben sich in Ihr inaktives Werbekonto eingeloggt, um eine Sicherheitslücke in unserem auszunutzen – um einen Link zu posten, der Nutzer dazu verleitet, zu glauben, es handele sich um ein Video, und um dessen Reichweite künstlich zu erhöhen. Ihr Werbekonto wurde gekündigt.“

Konflikt zwischen Elon Musk und der EU erst der Anfang

Der Konflikt zwischen der EU und Elon Musk dürfte erst am Anfang stehen. Die Forderung: X muss bis Anfang Februar 2026 den blauen Haken anders gestalten, da er laut Kommission Authentizität suggeriert, obwohl sich jeder das Abzeichen erkaufen kann.

Bis Anfang März soll das Unternehmen Werbung für Nutzer transparenter gestalten und ob Forscher Zugriff auf Daten gewährt wird. Ob Elon Musk dem nachkommen wird, ist aufgrund seiner Reaktion fraglich. Die EU Kommission könnte bei Zuwiderhandeln weitere Geldstrafen verhängen oder die Plattform sogar komplett sperren.

Dazu wird es aber vermutlich nicht kommen, da die Trump-Administration mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren könnte. Zudem laufen weitere Verfahren gegen X – unter anderem zur gezielten politische Einflussnahme über den Empfehlungsalgorithmus. Vor dem Hintergrund der aktuellen Reaktionen aus den USA dürften diese weitaus mehr Sprengkraft haben.

Letztlich geht es aber längst nicht um Recht, Unrecht oder die Achtung der Gesetze anderer Länder, sondern um das Recht des Stärkeren, das die USA aktuell gezielt ausnutzen, um ihre Interessen in Europa durchzusetzen.

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