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SpaceX-Börsengang macht Musk zum Billionär– im höchsten Luftschloss aller Zeiten
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SpaceX hat mit seinem Börsengang den größten IPO der Geschichte hingelegt: 75 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie der bisherige Rekordhalter Aramco. Doch hinter den Rekordzahlen verbergen sich erhebliche Risiken. Von politischen Interessenkonflikten über Augenwischerei bis hin zu einer extremen Abhängigkeit von Elon Musk. Eine kommentierende Analyse.
Der SpaceX-Börsengang in Zahlen
- Anfang 2026 hat Elon Musk seine Raumfahrtfirma SpaceX und sein KI-Unternehmen xAI im Rahmen eines gigantischen Deals zusammengelegt. Dadurch polierte er die Finanzstruktur beider Firmen künstlich auf. Berichten zufolge sollen 250 Milliarden US-Dollar an xAI geflossen sein. Der Zusammenschluss galt damals bereits als Vorbote auf den Börsengang. Musks Vision: Ein Macht-Imperium im All. Allmacht sozusagen, mit terrestrischen KI-Rechenzentren, Kolonien auf dem Mars und dem Satelliten-Internetdienst Starlink. Alles getragen von den Raketen von SpaceX.
- Am 11. Juni 2026 hat SpaceX seinen angepeilten Börsengang perfekt gemacht und für insgesamt 75 Milliarden US-Dollar Anteile verkauft. Elon Musk wurde mit Anteilen von rund 40 Prozent damit zum ersten Billionär der Welt – zumindest auf dem Papier. SpaceX hat 555.555.555 Anteile zum Preis von jeweils 135 US-Dollar verkauft. Damit stößt das Unternehmen den bisherigen Rekordhalter, die saudi-arabische Ölfirma Aramco, die 2019 gut 29 Milliarden US-Dollar eingenommen hatte, vom Thron. Die SpaceX-Aktie wird zum Start unter dem Kürzel SPCX an der US-Börse Nasdaq gehandelt.
- Berichten zufolge lag die Nachfrage am ersten Handelstag bereits deutlich über dem Angebot. SpaceX soll den beteiligten Banken nach eigenen Angaben die Option eingeräumt haben, innerhalb von 30 Tagen weitere 83,3 Millionen Aktien zum Ausgabepreis zu erwerben. Damit könnten die Einnahmen sogar auf rund 86 Milliarden US-Dollar steigen. Insgesamt hat SpaceX vorerst circa fünf Prozent seines Unternehmens veräußert. Berechnungen zufolge kommt das Unternehmen nach dem Börsengang auf einen Marktwert von 1,8 Billionen US-Dollar und hat sich in die Top Ten der wertvollsten Unternehmen der Welt katapultiert – noch vor Tesla.
Rekord-Börsengang: Es ist nicht alles gold, was glänzt
Der Börsengang von SpaceX wurde wie die letzte rettende Rakete zum Abflug auf den Mars beworben. Banken, Broker und Börsenkommentatoren rührten begeistert die Werbetrommel, die stellenweise eher an Fanclub-Arbeit als an eine nüchterne Finanzanalyse erinnert hat.
Dabei ist die Geschichte hinter dem Rekord-IPO weitaus weniger glamourös, als die Hochglanzpräsentationen suggerieren. Elon Musk verkauft nämlich nicht einfach Anteile an einem Unternehmen. Er verkauft Zukunftserzählungen und Versprechen, die sich heute kaum überprüfen lassen.
SpaceX schwadroniert sogar von einem schier wahnwitzigen Potenzial von 28,5 Billionen US-Dollar. Eine Größenordnung, die ungefähr einem Viertel der gesamten globalen Wirtschaftsleistung entspricht. Solche Zahlen wirken weniger wie seriöse Marktanalysen und eher wie Science-Fiction. Klar: SpaceX hat die Raumfahrt revolutioniert und privatisiert. Doch zwischen wiederverwendbaren Raketen und einem Markt, der größer sein soll als ganze Industriezweige zusammen, klafft eine gewaltige Lücke.
Oder um es anders zu sagen: Seifenblasenhändler Elon Musk verkauft einmal mehr ein Luftschloss – und zwar das höchste aller Zeiten. Doch: SpaceX lebt nicht in einem luftleeren Raum, sondern in erheblichem Maß von staatlichen Aufträgen. Umso heikler wirkt die Tatsache, dass mehrere US-Regierungsmitglieder und Vertraute aus dem Trump-Umfeld Beteiligungen an dem Unternehmen halten, während dieselben politischen Akteure Einfluss auf milliardenschwere Vergabeentscheidungen haben.
Das Problem dabei sind nicht die Investitionen selbst, sondern die Vermischung von politischer Macht und wirtschaftlichem Eigeninteresse. Ein waschechter Interessenkonflikt sozusagen. Anleger sollten deshalb genauer hinschauen, bevor sie sich von einem Countdown mitreißen lassen.
Denn tatsächlich kommt nur ein kleiner Teil des Unternehmens überhaupt an die Börse. Die künstliche Verknappung kann den Kurs zwar zunächst wie eine Rakete emporsteigen lassen, weil viele Käufer auf wenige Aktien treffen. Doch derselbe Mechanismus kann später in die andere Richtung schwenken, weil SpaceX Altaktionären die Möglichkeit gibt, Aktien viel schneller zu verkaufen als nach der üblichen Ein-Jahres-Frist.
Stimmen
- Gwynne Shotwell, Präsidentin und COO von SpaceX, in einem Interview mit CNBC zum Börsengang: „Ich war mir nicht sicher, ob wir an die Börse gehen würden. Zu Beginn war es uns wichtig, ein Privatunternehmen zu sein, da wir uns nicht auf Quartalszahlen konzentrierten, sondern ganz auf die langfristigen Aussichten des Unternehmens. Doch mittlerweile haben wir so viele Bausteine für so viele verschiedene Geschäftsbereiche fertiggestellt, dass es sich jetzt tatsächlich wie der richtige Zeitpunkt anfühlt. (…) Wir denken sehr langfristig. Ich sage nicht, dass wir unseren Investoren gegenüber nicht verantwortungsvoll handeln werden, aber wer in SpaceX oder SpaceXAI investiert, muss sich bewusst sein, dass das, was wir tun, sehr zukunftsorientiert ist und wir sowohl an die Zukunft als auch an das aktuelle Quartal denken sollten.“
- Stephan Kemper, Chef-Anlagenstratege von BNP-Paribas, warnt gegenüber der Tagesschau: „Eine unprofitable Firma mit der Hoffnung auf zukünftige stark steigende Gewinne stemmt einen Rekordbörsengang – das weckt natürlich Erinnerungen an die Technologieblase Ende der 1990er. (…) Die aktuellen Eigentümer dürften bereits in den nächsten sechs Monaten einen Großteil ihrer Anteile verkaufen. Das könnte zu einem anhaltenden Druck auf der Aktie führen – und es ihr schwer machen, zur Kursrakete zu werden.“ Auch Vermögensverwalter Georg von Wallwitz ist skeptisch: „Diese Goldgräberstimmung, diese Euphorie, die ist doch sehr ähnlich – und gibt erfahrenen Investoren Anlass, etwas vorsichtiger zu sein. Elon Musk beflügelt die Fantasie der Anleger. (…) Wahrscheinlich kann man einen schnellen Dollar machen, der Hype ist schon groß. Aber langfristig dürften die Renditen überschaubar bleiben.“
- Die Organisation Safe AI Now (SAIN) hat im Rahmen einer Protestaktion eine riesige, aufblasbare Figur von Elon Musk auf dem Times Square in New York platziert. In einer Stellungnahme heißt es: „Musk hat eine gefährliche und ausbeuterische KI entwickelt, den Schaden vertuscht, sie mit SpaceX fusioniert und verkauft diese Belastung nun für 135 Dollar pro Aktie an die Öffentlichkeit. Die SpaceX-Aktionäre haften für jede bevorstehende Klage gegen Grok, jede strafrechtliche Ermittlung und jede behördliche Geldstrafe. (…) Diese aufblasbare Figur ist zwar eine treffende Metapher – ähnlich wie Musk und seine Unternehmen ist sie aufgeblasen, voller heißer Luft und könnte jeden Moment platzen –, doch sie dient als Warnung an Investoren, die am Freitagmorgen eifrig in Musks SpaceX-Börsengang einsteigen wollen.“
Wie riskant ist die SpaceX-Aktie?
Mit dem Börsengang verändert sich die Eigentümerstruktur von SpaceX, nicht aber die Machtverteilung. Elon Musk wird dank seiner Stimmrechtsmehrheit von mehr als 80 Prozent auch künftig die volle Kontrolle behalten. Das macht die Firma einzigartig, aber auch extrem verwundbar. Denn kaum ein Konzern dieser Größenordnung ist so eng mit einer einzelnen Person verbunden. Musk ist Visionär, Markenbotschafter, Technikchef und politischer Risikofaktor in Personalunion.
Die Abhängigkeit von ihm ist so groß, dass sie selbst im Börsenprospekt ausdrücklich beschrieben wird. Indes: Die Visionen bleiben gewaltig. Rechenzentren im All, globale Satellitennetze und langfristig sogar Kolonien auf anderen Himmelskörpern wie dem Mars. Das sind Projekte, die zwischen Ingenieurskunst und Größenwahn pendeln – je nachdem, wen man fragt.
Anleger kaufen damit nicht die Erträge von heute, sondern Hoffnungen auf morgen. Und genau darin liegt der Knackpunkt. Denn SpaceX muss nicht einmal scheitern, um Investoren zu enttäuschen. Es genügt, wenn die Realität etwas langsamer, teurer oder komplizierter verläuft als die spektakulären Zukunftsversprechen, die in die Bewertung eingearbeitet wurden.
Zusätzlichen Gegenwind könnte die Entscheidung von S&P Global bringen, die Regeln für eine schnellere Aufnahme in den S&P 500 nicht anzupassen. Während der Nasdaq entgegenkam, bleibt der wichtigste Aktienindex der Welt damit vorerst auf Distanz. Das nimmt dem Markt einen wichtigen Kurstreiber.
Denn solange passive Milliarden aus Indexfonds nicht automatisch in die Aktie fließen, muss SpaceX seinen Börsenwert tatsächlich am Markt rechtfertigen. Das könnte selbst für eines der schillerndsten Unternehmen unangenehm werden. Am Ende steht also eine große Wette. Nicht auf Raketen, Satelliten oder Raumfahrt allein, sondern auf die Fähigkeit eines einzelnen Unternehmers, Erwartungen immer wieder in Begeisterung und Begeisterung in Milliarden umzuwandeln.
Denn was als SpaceX gehandelt wird, ist zu einem beträchtlichen Teil Musk-Mystik. Die politische Nähe zu Trump-Vertrauten macht die Angelegenheit zusätzlich zu einem Minenfeld. Denn wer investiert, setzt nicht nur auf Technologie, sondern auf ein Reality-Distortion-Field, das seit Jahren erstaunlich zuverlässig funktioniert. Die spannende Frage lautet aber nicht, ob die Musk-Geschichten gut sind. Die Frage lautet, wie lange sie noch jede Bewertung rechtfertigen können.
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Anthropic kauft Rechenpower von Elon Musk – und verrät seine Werte
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Anthropic hat eine Kooperation mit der Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk geschlossen und sich Rechenkapazitäten des Supercomputers Colossus gesichert. Ziel des KI-Unternehmens ist es, die Nutzungslimits seines Chatbots Claude deutlich zu erhöhen. Der Deal ist aber überraschend wie seltsam. Denn: Vor wenigen Monaten hatte Musk Anthropic noch als menschenfeindlich bezeichnet, das nun wiederum seine Werte verrät. Eine kommentierende Analyse.
Anthropic: Das steckt hinter dem 5-Milliarden-Deal mit SpaceX
- Einer Ankündigung von Anthropic zufolge hat sich das Unternehmen „die gesamte Rechenkapazität“ des KI-Rechenzentrums Colossus 1 von SpaceX gesichert. Die Rechenleistung soll bei 300 Megawattstunden pro Monat liegen, was dem monatlichen Verbrauch einer mittleren deutschen Großstadt entspricht. Colossus gilt als einer der schnellsten Supercomputer der Welt. Er wurde zum Training des KI-Chatbots Grok von Elon Musks Unternehmen xAI genutzt. Mittlerweile verwaltet Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX den Supercomputer. Mit Colossus 2 hat Anfang 2026 ein neueres Modell das Training von Grok übernommen.
- Laut einem Bericht des Wall Street Journal (€) lässt Anthropic sich die neue Rechenkapazität rund fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten. Sie soll Abonnenten der Pro- und der Max-Version des Chatbots Claude zugutekommen. Die bisherigen Tarifbegrenzungen von fünf Stunden sollen verdoppelt werden. Auch das KI-Modell Claude Opus soll durch den Deal deutlich besser werden. Das Tokenfenster wurde laut Anthropic ungefähr verzehnfacht. Sprich: Die maximale Menge an Text, die die KI für ihre Antworten berücksichtigen kann.
- Anthropic erwägt, künftig auch SpaceX-Rechenzentren im Weltall für seine KI-Modelle zu nutzen. Zudem hat man Interesse an einer gemeinschaftlichen Entwicklung von orbitalen Rechenkapazitäten von mehreren Gigawatt bekundet. Der Hintergrund: Nachdem Elon Musk sein KI-Unternehmen xAI samt Grok im Februar 2025 unter ein Dach mit SpaceX brachte, erklärte er, die Sonnenenergie im All schon bald zum Betrieb von orbitalen Rechenzentren nutzen zu wollen.
Warum der Musk-Deal Anthropics Glaubwürdigkeit gefährdet
Die Partnerschaft von SpaceX und Anthropic ist durchaus überraschend, da deren beiden Chefs, Elon Musk und Dario Amodei, seit Anfang 2026 einen öffentlichen Clinch austrugen. Anthropic hat sich zudem als verantwortungsvoller Player inszeniert und Claude als Gegenentwurf zu ChatGPT und Grok positioniert.
Hinzu kommt, dass Anthropic einem direkten Konkurrenten in die Karten spielt. Klar: Das Unternehmen erhält Rechenpower, die es dringend für seine KI-Modelle benötigt. Aber man füllt auch die Kriegskasse von Elon Musk und seinem Firmenuniversum.
Rein technisch betrachtet gelingt Anthropic mit dem Deal mehr als nur ein KI-Update. Die Verzehnfachung des Kontextfensters von Claude ist nichts Geringeres als ein Befreiungsschlag. In den kommenden Jahren will das Unternehmen zudem knapp 100 Milliarden US-Dollar in weitere Deals mit Amazon, Google, Broadcom, Microsoft, Nvidia und Fluidstack stecken. Das ist eine deutliche Ansage an OpenAI.
Doch nachdem sich Anthropic zuletzt ein verantwortungsvolles Image aufgebaut hatte, verstrickt man sich nun in Widersprüche. Denn einerseits will das Unternehmen nur mit demokratischen Akteuren zusammenarbeiten. Andererseits bindet man sich mit Elon Musk nun an jemanden, dessen politische Ansichten als autoritär gelten. Damit verrät Anthropic schlichtweg seine eigenen Werte.
Stimmen und Reaktionen
- Anthropic in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Wir haben eine Partnerschaft mit SpaceX vereinbart, durch die sich unsere Rechenkapazität erheblich erhöhen wird. Zusammen mit unseren anderen kürzlich abgeschlossenen Rechenkapazitätsverträgen bedeutet dies, dass wir die Nutzungslimits für Claude Code und die Claude-API erhöhen konnten.“
- SpaceX-Chef Elon Musk schreibt ebenfalls auf seiner Plattform X: „Als Hintergrundinformation für alle, die es interessiert: Ich habe letzte Woche viel Zeit mit führenden Mitgliedern des Anthropic-Teams verbracht, um zu verstehen, was sie tun, um sicherzustellen, dass Claude der Menschheit nützt, und war beeindruckt. Alle, die ich getroffen habe, waren äußerst kompetent und legten großen Wert darauf, das Richtige zu tun. Bei niemandem schlug mein Böses-Detektor an. Solange sie sich einer kritischen Selbstprüfung unterziehen, wird Claude wahrscheinlich gut sein.“
- KI-Unternehmer Satvik Paramkusham gibt zu bedenken: „Ein seltsamer Deal – SpaceX hat eine Vereinbarung mit Anthropic geschlossen! Vor drei Monaten bezeichnete Elon Musk Anthropic noch als menschenfeindlich. Heute übergibt er ihnen alle 220.000 GPUs von Colossus 1 – einem der weltweit größten KI-Supercomputer. Geschäfte gehen vor Streit. Jedes. Einzelne. Mal.“
Ereilt Anthropic das gleiche Schicksal wie OpenAI?
OpenAI hat viel Vertrauen verspielt, nachdem das Unternehmen eine Kooperation mit dem US-Militär bekannt gab. Anthropic, das sich zuvor bewusst von einem ähnlichen Deal distanziert hatte, konnte davon deutlich profitieren. Zahlreiche Nutzer wanderten etwa von ChatGPT zu Claude ab.
Doch während OpenAI immer noch an seinem Imageverlust knabbert, schlägt Anthropic durch die Kooperation mit SpaceX einen Weg ein, der dem Unternehmen ähnlich schaden könnte wie zuvor dem großen Konkurrenten. Denn mit Elon Musk holt man sich einen kontroversen Partner an Bord, der immer wieder durch rechtspopulistische Äußerungen, Wahlmanipulation und einem mangelnden Umgang mit Desinformation, Hassrede und sexistischen Inhalten auf seiner Plattform X in Erscheinung tritt.
Will heißen: Anthropic könnte ebenso ein erheblicher Imageverlust drohen. Der Hunger nach Rechenleistung scheint offenbar aber größer zu sein als eine moralische Distanz. Elon Musk verdient durch den Deal künftig derweil noch mehr Geld und gewinnt an Macht.
Das Problem: Solche Machtverschiebungen können einen erheblichen Einfluss auf den Alltag vieler Menschen haben. Musk hat das durch die Manipulation von Meinungen über X sowie die Nutzung seines Internetsatellitendienstes Starlink als Druckmittel gegenüber der Ukraine bereits mehrfach unter Beweis gestellt.
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Grok-Hack: Morsecode-Tweet räumt KI-Wallet leer
Für den Grok-Hack genügte ein Morsecode-Tweet und Grok und Bankrbot überwiesen fast 200.000 Dollar in Krypto.
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BREAK/THE WEEK 001: Ist #WirverlassenX von SPD, Grüne und Linke ein Fehler?
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BREAK/THE WEEK ist dein wöchentlicher Tech-Talk von BASIC thinking, der dich hinter die Kulissen der Tech-Welt nimmt. In der neuen Ausgabe diskutieren Fabian und André über einen Erneuerbare-Rekord, #WirverlassenX von SPD, Grüne und Linke und einen riesigen Batteriespeicher am AKW Grohnde.
Die Themen dieser Ausgabe:
- Erneuerbare Energien decken erstmals mehr als ein Drittel des weltweiten Strommixes – Kohlestrom fällt unter ein Drittel
- Riesiger Batteriespeicher mit über 1,4 Gigawatt soll am ehemaligen AKW Grohnde entstehen
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- SPD, Grüne und Linke verlassen X unter dem Hashtag #WirVerlassenX – richtig oder falsch?
- Yes or No: E-Auto-Prämie, KI-Siri, kostenloser ÖPNV und mehr
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Warum der X-Abschied von SPD, Grünen und Linken ein Fehler ist
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SPD, Linke und Grüne haben im Rahmen einer gemeinsamen Aktion erklärt, die Plattform X (ehemals Twitter) verlassen zu wollen. Begründung: zunehmender Hass, immer mehr Desinformation, kaum noch Niveau und eine mangelnde Debattenkultur. All das ist traurigerweise richtig. Doch: Die Konsequenz ist falsch – vor allem aus Sicht politischer Parteien. Eine kommentierende Analyse.
Darum verlassen SPD, Linke und Grüne X
- In gleichlautenden und abgestimmten Mitteilungen teilten Grüne, SPD und Linke am 4. Mai 2026 mit, dass sich die Parteien von X (ehemals Twitter) zurückziehen wollen, da die Plattform in den vergangenen Jahren im Chaos versunken sei. Der Rückzug gilt offenbar sowohl für die offiziellen Partei-Accounts als auch die Accounts der Bundestagsfraktionen, die stillgelegt wurden. Zahlreiche Politiker der drei Parteien schlossen sich der Aktion an. Einige kehrten der Plattform bereits zuvor den Rücken, während andere auch weiterhin auf X aktiv bleiben wollen.
- Laut einem Bericht von Table Media ging die Aktion von Pegah Edalatian, der Politischen Geschäftsführerin der Grünen, aus. Edalatian zufolge ist X zu einem Einfallstor für eine aggressive Debattenkultur und Desinformation geworden. Die einzelnen Parteimitglieder von SPD, Linken und Grünen sollen selbst entscheiden, ob sie auf der Plattform bleiben oder ihr den Rücken kehren. Die ehemalige Parteivorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, will etwa weiterhin auf X aktiv bleiben.
- Die Universität Potsdam und die Bertelsmann Stiftung haben Ende 2025 eine Studie zur Sichtbarkeit von Parteien in den digitalen Medien veröffentlicht. Darunter: Plattformen wie X, TikTok, Instagram und Facebook. Den Ergebnissen zufolge spielen digitale Medien Videos von Parteien an den politischen Rändern (AfD und Linke) häufiger aus, während Beiträge der politischen Mitte (SPD und CDU) seltener in den Feeds erscheinen. Die Studienautoren kritisieren eine algorithmisch bedingte Unausgewogenheit digitaler Wahlkämpfe.
Richtiger Befunde, falsche Therapie: Warum der Rückzug ein Fehler ist
Der Befund ist kaum zu bestreiten: X wirkt inzwischen vermehrt wie ein vermüllter digitaler Hinterhof, in dem Empörung schneller zirkuliert als Argumente. Denn: Zwischen Bots, Dauerzorn und algorithmischer Zuspitzung geraten ein Mindestmaß an Niveau und die Debattenkultur regelmäßig unter die Räder.
Während viele Nutzer Anstand und Medienkompetenz vermissen lassen, brauchen andere nach dem, was auf X an Hass und Desinformation kursiert, vermutlich regelmäßig eine Dusche. Trotzdem sendet der kollektive Rückzug von SPD, Grünen und Linken ein fragwürdiges Signal.
Politik darf sich nämlich nicht nur in Räumen aufhalten, in denen der Ton angenehm und die Zustimmung kalkulierbar ist. Denn: Demokratie ist keine Wellness-Oase mit einer Blockierfunktion für die mitunter traurige Realität. Doch: Wer den lautesten Marktplatz verlässt, überlässt ihn zwangsläufig denen, die Lautstärke mit Wahrheit verwechseln.
Zumal die Logik hinter dem Abgang widersprüchlich bleibt. Denn Instagram, TikTok oder Facebook sind keine demokratischen Luftkurorte mit Feuilleton-Etikette. Auch dort regieren Algorithmen, Aufmerksamkeit und emotionale Eskalation. All das bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss, was einem auf X an Niveaulosigkeit oder Hass begegnet – zumal es für die schlimmsten Entgleisungen rechtliche Mittel gibt.
Doch Parteien haben im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen Unternehmen einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag im Sinne der Demokratie. Sie müssten eigentlich wissen, dass demokratische Kommunikation nicht dort endet, wo sie unangenehm wird. Hinzu kommt, dass auch auf X nicht alles schwarz-weiß ist, wie Politiker wie Ricarda Lang oder Cem Özdemir mit tausenden Followern und Likes regelmäßig demonstrieren.
Indes: Wer Desinformation beklagt, muss ihr widersprechen – und zwar sichtbar, hartnäckig und dort, wo sie entsteht. Sonst bleibt am Ende nur ein symbolischer Protest gegen eine x-beliebige Plattform, während andere den nicht geführten Diskurs besetzen.
Stimmen und Reaktionen
- Die SPD schrieb unter dem Hashtag #WirVerlassenX auf Instagram: „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken, wird zunehmend von rechten Trollen dominiert. Politische Debatten leben vom Austausch und davon, dass sie Menschen erreichen und informieren. Wir wollen nicht länger einen Ort wie X stärken, der rechtspopulistische Inhalte, Hass und Desinformation fördert. Deswegen haben wir uns über Parteigrenzen hinweg entschlossen, unseren Account nicht mehr zu bespielen. Wir sind weiterhin auf verschiedenen Plattformen präsent und bleiben dort im Austausch.“
- Bundesdatenschutzbeauftragter und SPD-Politiker Ulrich Kelber kritisiert in einem Beitrag auf Mastodon: „Wer von X als seiner zentralen Kommunikationsplattform zum nächsten Dienst einer privaten Firma wechselt, der jederzeit(!) denselben Weg gehen könnte, hat sein Problem nicht richtig verstanden. Von einer Abhängigkeit in die nächste. Wir müssen die Menschen überzeugen, den öffentlichen Raum wieder zu einem öffentlichen System zu machen.“
- Nachdem die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte, fragte Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, schnippisch: „Sie sind noch hier? Hier gibt’s doch laut Ihrer Parteiführung nur Desinformation. Waren damit etwa Ihre Posts gemeint?“ Lang entgegnete: „So schnell werdet ihr mich nicht los.“ Daraufhin Alsleben: „Das begrüße ich. Nur immer von AfD’lern gedisst zu werden, ist langweilig.“
Was der X-Exit wirklich bewirkt – und was nicht
Der demonstrative X-Abschied von SPD, Grünen und Linken dürfte die politische Lagerbildung eher vertiefen als entschärfen. Denn während sich progressive Milieus auf Bluesky gegenseitig versichern, wie unerträglich X geworden ist, bleiben auf X jene zurück, die Polarisierung längst als Geschäftsmodell verstanden haben, um Menschen zu täuschen.
Das Ergebnis ist kein besserer Diskurs, sondern eine zusätzliche digitale Mauer und eine weitere Spaltung im digitalen Raum. Dabei wäre gerade jetzt politische Präsenz in schwierigen Situationen notwendig. Denn wichtige Fragen oder Ängste verschwinden nicht, nur weil man die App löscht: Migration, soziale Abstiegsängste, Identitätspolitik oder das Misstrauen gegenüber Institutionen gären weiter – selbst wenn sie häufig abstrakt oder unbegründet sind.
Doch: Wer diese Stimmungen nur noch aus Screenshots oder Talkshows kennt, verliert den Kontakt zu einem Teil der gesellschaftlichen Realität. Natürlich muss niemand Elon Musks Plattform romantisieren. Denn: X ist kein Salon der Aufklärung, sondern eher der Manipulation und Desinformation.
Doch Demokratie bedeutet eben auch, Widerspruch weitestgehend auszuhalten und dort präsent zu bleiben, wo Debatten entgleisen. Ricarda Langs Entscheidung ist deshalb womöglich die klügere Strategie als jeder Hashtag-Abschied.
Vielleicht wird der X-Exit am Ende aber ohnehin weniger historisch sein, als seine Initiatoren hoffen. Denn: Nachrichtenmacher, Journalisten und politische Akteure beobachten die Plattform weiterhin, weil dort Trends, Kampagnen und Narrative entstehen, die später weit über X hinausreichen und denen es entgegenzutreten gilt.
Mein Fazit: Der digitale Rückzug mag zwar moralisch sauber wirken. Politisch könnte er sich aber als gepflegte Form der Selbstentwaffnung erweisen. Denn: Letztlich geht es nicht nur darum, Demokratie zu verteidigen, sondern Menschen für den Diskurs zurückzugewinnen, bevor sie sich immer weiter radikalisieren.
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Elon Musk im Kreuzverhör
XChat: Warum der Musk-Messenger gegen WhatsApp keine Chance hat
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Elon Musk hat einen eigenen Messengerdienst an den Start gebracht. XChat ist zwar eine eigenständige App, aber nur mit einem Account auf X (ehemals Twitter) nutzbar. Der Dienst will sich an bekannten Messengern wie WhatsApp oder Signal orientieren und verspricht eine einfache Bedienung. Es gibt aber einige Ungereimtheiten. Eine kommentierende Analyse.
Was ist und kann XChat?
- Die XChat-App ist simpel gehalten. Zum Funktionsumfang gehören selbstlöschende Nachrichten, Gruppenchats, Audio- und Videoanrufe sowie der Versand von Dateien. Neben diesen mittlerweile grundlegenden Chat-Funktionen können Nutzer die Oberfläche der App anpassen. Es ist beispielsweise möglich, zwischen einem Light- und Dark-Mode zu wechseln oder die Farbe des App-Icons individuell anzupassen.
- Elon Musk hatte XChat relativ überraschend bereits Mitte 2025 angekündigt. Die App wurde seit Monaten als eingeschränkte Beta-Version getestet. Seit dem 27. April 2026 steht XChat im App Store zum Download zur Verfügung, ist allerdings nur unter iOS 26 nutzbar. Viele Nutzer monieren, dass der Messenger aktuell noch nicht in allen Ländern verfügbar ist. In Deutschland ist XChat aber erhältlich.
- XChat soll Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein. So zumindest das Versprechen. Mehrere Sicherheitsexperten hatten aber bereits Zweifel angemeldet. Viele Nutzer fragen sich zudem, warum X seine Direktnachrichtenfunktion in eine separate App ausgelagert hat. Der Grund: Elon Musk hatte eigentlich angekündigt, X zu einer Super-App machen zu wollen, die zahlreiche Funktionen in sich vereint. Bislang unklar ist deshalb, welche Rolle XChat im Zusammenhang mit X spielen wird. Klar hingegen ist: Die App ist nur in Kombination mit einem X-Account nutzbar. Eine Telefonnummer wie bei WhatsApp braucht es aber nicht.
Klon statt Innovation
XChat wirkt wie ein Déjà-vu im App Store. Denn: Die App hat nichts, was es nicht schon gibt. Das Einzige, was es bisher noch nicht gab, war ein Messengerdienst mit Elon-Musk-Label. Gruppenchats, selbstlöschende Nachrichten und Videoanrufe sind aber keine Kür, sondern mittlerweile vielmehr Pflichtfunktionen.
Wer sich Innovation von XChat erhofft hat, bekommt solide Durchschnittskost. Mehr aber auch nicht. Oder, um es etwas drastischer zu formulieren: Die App ist in ihrer jetzigen Form kein Konkurrent zu bereits etablierten Messengerdiensten, sondern wirkt eher wie ein Statist im ohnehin schon überfüllten Chat-Theater.
Hinzu kommt eine irritierende strategische Kehrtwende. Denn jahrelang fabulierte Elon Musk von einer Super-Plattform nach chinesischem Vorbild, nun um so eine weitere ausgelagerte App zu präsentieren. Das wirkt nicht nur wenig durchdacht, sondern vielmehr wie ein Experiment ohne klaren Plan. Auch beim Thema Daten- und Verbraucherschutz, mit dem es Musk meist nicht so ernst nimmt, gibt es mehr Unklarheit als Klarheit.
Denn wenn Datenpunkte aus verschiedenen Diensten zusammengeführt werden, entsteht aus harmlos wirkenden Informationen ein lückenloses Profil, das mehr über Nutzer verrät, als ihnen vielleicht bewusst ist. Unterm Strich erinnert XChat eher an einen Klon des Facebook Messengers, der hier und da vielleicht funktional sein mag, aber selten erste Wahl. Oder kurzum: XChat ist keine Alternative zu WhatsApp und Co, sondern eine App, die man nutzt, wenn man muss – jedoch nicht, weil man will.
Was Sicherheitsexperten und Nutzer sagen
- Elon Musk, fast schon ungewohnt nüchtern, zur Ankündigung im Sommer 2025 in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Die brandneue Version von XChat bietet Verschlüsselung, selbstlöschende Nachrichten und die Möglichkeit, beliebige Dateiformate zu versenden. Außerdem sind Audio- und Videoanrufe möglich. Die App basiert auf Rust und verfügt über eine Verschlüsselung im Bitcoin-Stil sowie eine völlig neue Architektur.“
- Ein Reddit-Nutzer, der XChat bereits getestet hat, schreibt: „Ich habe es mir mal heruntergeladen, um zu sehen, wie es so ist. Es ist nicht schlecht, aber man merkt, dass es noch neu ist, weil es viele Funktionseinschränkungen gibt und Benachrichtigungen manchmal gar nicht ankommen. Aber glaubst du, dass X WhatsApp schlagen kann? Ich glaube nicht – ich meine, zumindest denke ich, dass es wirklich schwer werden wird.“
- Dass XChat nur über ein bestehendes X-Konto nutzbar ist, ist für Maria Villegas Bravo, Rechtsberaterin beim Electronic Privacy Information Center, ein Warnsignal: „Das macht mich etwas misstrauisch, denn je mehr Datenpunkte über eine Person miteinander verknüpft werden, desto besser lässt sich verfolgen, was sie tut.“ Auch bei der Vorstellung von XChat im vergangenen Jahr schlugen Sicherheitsforscher bereits Alarm. Cooper Quintin, leitender Technologe bei der Electronic Frontier Foundation, dazu: „Angesichts der bisherigen Sicherheitslücken würde ich zögern, diesen Dienst zu nutzen, bis er einer gründlichen externen Prüfung unterzogen wurde.“
Hat XChat eine Zukunft?
Die Zukunft von XChat hängt weniger von Funktionen oder einem neuen Design ab, sondern vor allem von Vertrauen. Denn solange die technische Grundlage der Verschlüsselung diffus bleibt und Begriffe wie „Bitcoin-ähnlich“ mehr Fragen als Antworten aufwerfen, wird Skepsis die App begleiten.
In einem Markt, in dem Datenschutz und -sicherheit längst zu einem Verkaufsargument geworden sind, kann man sich Grauzonen wie bei XChat eigentlich nicht mehr leisten. Gleichzeitig steht die App vor einem klassischen Henne-Ei-Problem: Ohne Nutzer kein Netzwerk und ohne Netzwerk keine Nutzer.
Die Bindung an ein X-Konto könnte sich nämlich als Stolperstein erweisen. Denn: Was vielleicht als cleveres Ökosystem gedacht ist, wirkt eher wie ein geschlossener Club – und zwar ohne Zugang zu einem Milliardenpublikum. Der Verzicht auf Telefonnummern mag zwar elegant erscheinen, kostet aber genau den Komfort, der andere Dienste groß gemacht hat.
Letztlich bleibt die Frage, ob XChat mehr sein kann als nur ein Nebenprodukt im Universum von Elon Musk. Eine Ankündigung von X-Chefdesigner Benji Taylor deutet zwar darauf hin, dass man mit der App noch viel vor hat. Aktuell wirkt sie aber eher wie ein unnötiges Projekt ohne klares Konzept.
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Einst ein nachhaltiger Weltverbesserer und Elektropionier, mittlerweile nur noch ein Dampfplauderer, der davon lebt, dass ihm Millionen Menschen Geld für etwas geben, das es nicht gibt: Elon Musk und sein Herzstück Tesla stehen am Scheideweg. Eine kommentierende Analyse.
Was steckt hinter Teslas 1,2-Billionen-Bewertung?
- Mit einem Marktwert von 1,2 Billionen US-Dollar – das sind 1.200 Milliarden US-Dollar – ist Tesla der wertvollste Autobauer der Welt. Deutlich wertvoller als VW, BMW, Mercedes und BYD zusammengerechnet. Das Problem dabei: Der Gewinn im Jahr 2025 lag gerade einmal bei rund 3,8 Milliarden US-Dollar.
- An dieser Stelle wird das sogenannte Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (KGV) relevant. Dieses setzt den aktuellen Börsenkurs und den Gewinn je Aktie ins Verhältnis zueinander. Ein KGV von 20 bedeutet, dass es theoretisch 20 Jahre dauern würde, bis eine Firma ihren aktuellen Börsenwert durch Gewinne erwirtschaftet hat – vorausgesetzt, die Gewinne bleiben konstant.
- Das KGV von Tesla liegt im Frühjahr 2026 konstant bei Werten von über 350. Oder anders ausgedrückt: Tesla ist nicht der wertvollste Autobauer der Welt, sondern Elon Musk der größte Luftschlossverkäufer der Welt. Die gesamte Börsenbewertung von Tesla ist eine einzige Wette auf massive Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Die KGV von Mercedes (7,5), Volkswagen (6,9), BYD (17,2) und dem S&P 500 (27,6) sind deutlich niedriger.
Warum Tesla gleichzeitig Marktführer und Verlierer ist
Wenn man von Tesla als größtem Autobauer der Welt spricht, ist das gleichzeitig wahr – und trotzdem gelogen. Auf der einen Seite verrät ein Blick in die Geschäftsberichte von Tesla, dass der überwiegende Großteil des Umsatzes aus der E‑Auto‑Sparte stammt. Rund 73,3 Prozent des Jahresumsatzes entfallen auf diesen Bereich. E‑Autos sind also die Haupteinnahmequelle von Tesla.
Auf der anderen Seite hat Tesla im Bereich der E‑Autos die Marktführerschaft im Jahr 2025 an BYD verloren. Während Tesla 2023 und 2024 noch vorne lag, hat BYD 2025 mit 2,26 Millionen verkauften reinen Elektroautos übernommen. Tesla kommt dagegen nur noch auf 1,64 Millionen – ein rückläufiger Wert. Die meisten Autos hatte Tesla 2023 verkauft: damals 1,81 Millionen Stück.
Und auch der Blick in die Gegenwart lässt die Augen von Elon Musk wohl eher nicht funkeln. Laut Kraftfahrtbundesamt und ADAC liegt das Tesla Model Y mit 1.340 Neuzulassungen im Februar 2026 nur noch auf Platz sieben der E‑Autos in Deutschland. Hierzulande haben Skoda, Volkswagen und Mercedes Tesla schon überholt – und auch Audi hat kaum noch Rückstand.
Stimmen und Reaktionen
- Wie absurd die Versprechungen von Elon Musk sind, zeigt ein Tweet aus dem Jahr 2020. Damals versprach er: „Wir gehen davon aus, dass Tesla wahrscheinlich vor 2030 die Marke von 20 Millionen Fahrzeugen pro Jahr erreichen wird. Aber das erfordert eine durchweg exzellente Ausführung.“ Dafür müsste Tesla seinen Absatz in fünf Jahren also verzwölffachen.
- Fabian Peters, Chefredakteur bei BASIC thinking, blickte schon im März 2025 kritisch in die Zukunft. Ein Teil seiner Prognosen ist bereits eingetreten. Er sagt: „Sollte Tesla künftig anhand von reinen Zahlen statt Spekulationen bewertet werden, droht dem Unternehmen ein Wertverlust von bis zu 90 Prozent. Das wäre wohl das Ende des Unternehmens in seiner jetzigen Form.“
- Neben seinen wirtschaftlichen Phrasen gefährdet Elon Musk seine einst revolutionären Ideen durch seine politische Radikalisierung. Als Sprecher auf einer AfD‑Veranstaltung sprach er davon, dass die Deutschen stolz auf ihre tausendjährige Geschichte sein sollten. Steffen Seibert, deutscher Botschafter in Israel, antwortete auf X: „Elon Musk scheint unser Land überhaupt nicht gut zu kennen. Niemand bringt Kinder dazu, sich für Nazi‑Verbrechen schuldig zu fühlen. Wir wollen, dass sie informiert und verantwortungsbewusst aufwachsen und die Lehren aus Deutschlands Vergangenheit anwenden.“
Wie lange trägt Elon Musks Strategie noch Früchte?
Quo vadis, Tesla? Wo willst du hin, Elon Musk? Noch besser: Wie lange wächst die Seifenblase von Elon Musk noch, bevor sie platzt? Aktuell hat Elon Musk laut Forbes ein geschätztes Vermögen von rund 839 Milliarden Euro – ein Großteil davon Unternehmensbeteiligungen.
Diese Werte lösen sich schnell in Luft auf, wenn aus den Hype‑Projekten Tesla, SpaceX und xAI die Luft entweicht. Es liegt in der Hand der Aktionäre. Wie lange diese noch geduldig sind, wird sich zeigen.
Fest steht: Keines von Musks Vorzeigeprojekten ist wirklich wettbewerbsfähig. Die Optimus‑Roboter stehen auf wackligen Füßen, die E‑Autos von BYD haben sich an die Spitze gesetzt, die KI Grok ist nur gut darin, falsche Quellen zu zitieren, und die Cybercabs sehen zwar gut aus, haben das Wettrennen gegen Waymo aber schon vor dem Start verloren.
Die einzige Hoffnung von Elon Musk: Solange er es schafft, mit seinen Visionen gewagte Thesen aufzustellen und kaum eines seiner Versprechen zu erfüllen, folgen ihm seine Jünger wie Lemminge. Solange das so bleibt, wird er ein reicher Schäfer bleiben.
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