Der Beitrag KI von A bis Z: Diese 26 Begriffe sollte jetzt jeder kennen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Künstliche Intelligenz war vor Kurzem noch Fachleuten vorbehalten, doch inzwischen unterhalten sich Millionen Menschen täglich mit einem Chatbot. Allerdings kennen die wenigsten sich mit der Materie wirklich aus. Den ein oder anderen Namen oder Fachbegriff haben die meisten schon einmal gehört, aber mit unserem KI-ABC haben wir die wichtigsten Begriffe der Technologie von A bis Z zusammengetragen, um so viele Aspekte wie möglich abzudecken.
A wie Anthropic
Anthropic ist eines der wichtigsten KI-Unternehmen und wurde 2021 von ehemaligen Mitarbeitern des Konkurrenten OpenAI gegründet. Am bekanntesten ist die Firma für ihre Modelle rund um Claude, mit denen sie in Bereichen wie Coding momentan sogar marktführend ist. Zuletzt war Anthropic in den Schlagzeilen, weil die Flaggschiff-Modelle Fable 5 und Mythos 5 wegen US-Exportkontrollen zeitweise abgeschalten werden mussten.
B wie Bias
Bias bedeutet so viel wie Voreingenommenheit. Ja, auch Maschinen können Vorurteile haben, wenn ihre „Persönlichkeit“ auf menschlichen Daten beruht. Beispiele dafür gibt es viele: Die Benachteiligung von Frauen wegen zu vieler Lebensläufe von Männern in den Trainingsdaten. Oder eine diverse Darstellung von historischen Persönlichkeiten in einem Bildgenerator. Ein KI-Werkzeug ist also nie gänzlich objektiv.
C wie Chain of Thought
Eine KI, die Chain of Thought nutzt, zerlegt Fragen erst einmal in mehrere Zwischenschritte. Viele Modelle blenden ihre Gedankengänge sogar ein, auch wenn diese Informationen natürlich nur ein Teil der Wahrheit sind. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie ein Chatbot versucht, den Prompt des Nutzers zu interpretieren und adäquat darauf zu antworten. Auch eventuelle Recherchen im Internet gehören zur Chain of Thought.
D wie Deepfake
Das Wort Deepfake setzt sich aus „Deep Learning“ und „Fake“ zusammen. Es bezeichnet die Generierung von täuschend echten Bildern, Stimmen oder Videos real existierender Personen. Ursprung des Begriffs ist ein Reddit-Nutzer, der unter diesem Namen 2017 manipulierte Videos verbreitete. Da Deepfakes sehr oft Persönlichkeitsrechte verletzen und für Betrügereien genutzt werden, ist der Begriff negativ aufgeladen.
E wie Embedding
Embedding ist ein wichtiger Begriff für die Funktionsweise von Künstlicher Intelligenz. Es beschreibt einen Vorgang, bei dem Wörter und Wortteile in Zahlenreihen, sogenannte Vektoren, übersetzt werden. Die KI „rechnet“ sozusagen Sprache. Wörter, die eine ähnliche Bedeutung haben, liegen im mathematischen Raum eng beieinander. Ein Beispiel: „König“ minus „Mann“ plus „Frau“ landet in der Nähe von „Königin“.
F wie Fine-Tuning
Zu Beginn werden KI-Modelle breitgefächert trainiert. Sie sollen sich in möglichst allen Lebensbereichen zumindest rudimentär auskennen. Für die Kenntnisse in Nischenthemen folgt später das Fine-Tuning. Hierbei werden kleine, aber spezialisierte Datensätze verfüttert, die der Maschine Fachwissen vermitteln, ohne durch unnütze Daten verwässert zu werden.
G wie Google
Auch Google ist eine Größe der KI-Branche. Mit seinen Gemini-Modellen konnte der Konzern OpenAI und ChatGPT zwischenzeitlich in einigen Bereichen den Rang ablaufen. Ein großer Vorteil war die frühe Integration der Internetsuche – das Spezialgebiet von Google. Das Unternehmen war aber von Beginn an dabei: 2017 entwickelten Forscher von Google die Transformer-Architektur (das T in ChatGPT).
H wie Halluzination
Sie sind bei den bekannten Modellen deutlich seltener geworden, aber ganz verschwinden werden sie wohl nie: Halluzinationen. Was die Fehler einer KI so gefährlich macht, ist das Unvermögen vieler Modelle, Unwissenheit zuzugeben. Stattdessen werden falsch zugeordnete oder frei erfundene Fakten mit absoluter Überzeugung als Wahrheiten präsentiert. Deshalb sollte man immer Quellen verlangen und den Chatbot auffordern, offen zu kommunizieren.
I wie Instruction Tuning
Ist das Grundtraining eines KI-Modells beendet, kann es Texte vervollständigen, aber noch keine Anweisungen befolgen. Hier setzt das Instruction Tuning ein. Immer wieder werden Prompts mit passenden Antworten serviert oder von menschlichen Testern bewertet; solange bis der Chatbot tatsächlich als nützlicher Assistent fungieren kann, der versteht, was der Nutzer von ihm will.
J wie Jailbreak
Jailbreak ist ein schon lange existierender Begriff für das Knacken von Software-Limitierungen. In Bezug auf KI geht es in erster Linie um die Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen. Auf diese Weise sollen einem Modell verbotene Antworten entlockt werden. Die Entwickler versuchen natürlich konstant, die Lücken zu schließen, doch findige Nutzer kommen immer wieder auf neue Tricks.
K wie Kontextfenster
Das Kontextfenster legt fest, wie viel Text von einer KI auf einmal verarbeitet werden kann. Es ist also eine Art Arbeitsspeicher. Da sich Prompt und Antwort den Platz teilen, sollte man seine Eingaben immer möglichst präzise formulieren. Die Maßeinheit für diese Kapazität nennt man Token. Zu Beginn konnte ChatGPT noch rund 4.000 Token verarbeiten, heute schaffen einige Modelle bis zu einer Million.
L wie LLM
LLM ist die Abkürzung für Large Language Model, also großes Sprachmodell. Diese bilden die Grundlage für alle bekannten Chatbots. Sie basieren auf Billionen von Wörtern, mit denen sie trainiert wurden, und werden von Milliarden von Parametern gelenkt. Ein Modell zerlegt Texte in Wortbausteine (Token) und berechnet immer wieder, welcher Baustein als Nächstes folgt. Sprache ist für Chatbots also eine Wahrscheinlichkeitsrechnung.
M wie Multimodal
KIs, die neben Texten auch noch andere Medien wie Bilder, Videos oder Audio erstellen und verarbeiten können, nennt man multimodal. Das ist vor allem dann nützlich, wenn Texte an ihre Grenzen kommen. Dank der Multimodalität fast aller großen Modelle kann man sich in Echtzeit mit dem Chatbot unterhalten, ihn ein Video analysieren lassen oder anhand eines Screenshots eine Situation diskutieren, für die es hunderte Wörter gebraucht hätte.
N wie Nvidia
Neben den Betreibern der bekannten Modelle ist Nvidia vermutlich der wichtigste Name der KI-Branche. Der Chiphersteller aus den USA ist bekannt für seine Grafikkarten. Der Aufstieg der neuen Technologie war ein Glücksfall für das Unternehmen, das seine Produktion an die neue Nachfrage angepasst hat und inzwischen den Markt für KI-Chips dominiert. Die Preise für Grafikkarten sind seitdem stark angestiegen.
O wie OpenAI
OpenAI wurde 2015 tatsächlich als gemeinnützige Organisation gegründet – unter anderem von Sam Altman und Elon Musk. Mit dem Launch von ChatGPT im November 2022 löste das Unternehmen den globalen KI-Boom aus. Seit 2025 ist OpenAI ein gewinnorientiertes Unternehmen, doch laut geleakten Unterlagen sind die Ausgaben momentan deutlich höher als die Einnahmen.
P wie Prompt
Ein Prompt ist ganz simpel eine Nachricht, die man an den Chatbot sendet. In der Regel beinhaltet diese eine Anweisung. Deren Qualität hat entscheidenden Einfluss auf den Nutzen der Antwort. Das Wichtigste: Immer Kontext geben, präzise formulieren und klar darlegen, welches Ergebnis man sich wünscht. Neben dem User-Prompt gibt es auch noch den System-Prompt – das sind die Anweisungen der Entwickler, die im Hintergrund jede Unterhaltung prägen.
Q wie Quantisierung
Damit frei verfügbare Modelle wie Llama, Qwen oder Mistral auch auf schwächerer Hardware wie einem Laptop oder Smartphone laufen können, müssen sie verkleinert werden. Beim Prozess der Quantisierung wird die KI sozusagen komprimiert. Ähnlich wie bei Bild- oder Videodateien gehen dabei Details verloren. Dafür ist der Datenschutz deutlich besser kontrollierbar. Modelle wie ChatGPT, Gemini, Claude laufen hingegen komplett auf den Servern des jeweiligen Anbieters.
R wie Reasoning
Das Reasoning hängt mit der Chain of Thought zusammen. Es erlaubt Modellen, vor einer Antwort nachzudenken und Schlussfolgerungen zu ziehen. Wer öfter mit einem Chatbot kommuniziert, ist vermutlich schon auf Antworten gestoßen, in denen sich die KI selbst verbessert. Zwar bedeutet Reasoning einen höheren Rechenaufwand, aber dafür können vor allem in Bereichen wie Programmierung, Mathe und Logik starke Ergebnisse erzielt werden.
S wie Superintelligenz
Superintelligenz ist ein Begriff, der momentan in den Medien sehr präsent ist. Gemeint ist eine KI, die den Menschen in allen Bereichen überlegen ist. Einerseits streben Konzerne wie Meta genau das an, andererseits warnen viele Chefs von KI-Firmen vor den Auswirkungen. Zuletzt forderte Anthropic-Chef Dario Amodei eine gemeinsame Entwicklungspause und wurde dabei unter anderem von Sam Altman und Elon Musk unterstützt.
T wie Turing-Test
Der Turing-Test wurde 1950 vom britischen Mathematiker Alan Turing ins Leben gerufen. Dabei geht es um die Frage, ob eine Maschine einen Menschen so gut imitieren kann, dass wir den Unterschied nicht mehr feststellen können. Tatsächlich hat ein Modell den Test schon bestanden: In einer Studie wurde GPT-4.5 öfter für einen Menschen gehalten als echte Menschen. Allerdings brauchte es dafür eine spezielle Persönlichkeitsvorgabe.
U wie Urheberrecht
Eines der größten Themen seit dem Durchbruch von LLMs ist das Urheberrecht. Das Problem: KIs werden mit unzähligen geschützten Werken gefüttert, ohne dass die meisten Urheber jemals eine Entschädigung erhalten. In Deutschland wurde im November 2025 der GEMA in einer Klage gegen OpenAI recht gegeben, und in den USA musste Anthropic 1,5 Milliarden Dollar an Buchautoren zahlen.
V wie Vibe Coding
Texter wurden als Erste mit den Auswirkungen von KI konfrontiert, doch inzwischen sind auch Programmierer betroffen. Ähnlich wie Baukästen für Internetseiten erlaubt es Vibe Coding selbst Menschen ohne Programmierkenntnisse, Code zu erstellen. Man sagt dem Modell zum Beispiel, was eine App können soll, und die KI schreibt den Code. Diesen zu verstehen ist aber natürlich noch immer von Vorteil.
W wie Wasserzeichen
Das Internet könnte schon bald komplett von KI-Inhalten dominiert werden. Um das zu verhindern, sollen Texte, Videos, Bilder und Songs gekennzeichnet werden. Manche Wasserzeichen sind offensichtlich, so wie das Symbol auf von Gemini generierten Bildern. Manche sind aber auf den ersten Blick nicht erkennbar: Claude formuliert seit Kurzem Texte so, dass sie mit einer Schlüssel-Software als KI-generiert erkannt werden können.
X wie xAI
Nachdem sich Elon Musk mit Sam Altman und OpenAI überworfen hatte, gründete er 2023 mit xAI sein eigenes KI-Unternehmen. Dessen Chatbot Grok ist direkt in die Plattform X integriert. XAI hat aber eine zweite Bedeutung: die Abkürzung steht für „Explainable AI“, also erklärbare KI. Dabei handelt es sich um ein Forschungsfeld, das die Entscheidungen von Systemen nachvollziehbar machen will.
Y wie Yann LeCun
Der französische Informatiker Yann LeCun gilt als einer der Väter von Deep Learning. 2018 erhielt LeCun gemeinsam mit Geoffrey Hinton und Yoshua Bengio den Turing Award – das ist der inoffizielle Nobelpreis für Informatik. Über ein Jahrzehnt leitete er die KI-Forschung bei Meta. Inzwischen hat LeCun das Unternehmen verlassen. Er gilt als Kritiker von LLMs und setzt stattdessen auf sogenannte World Models, die auch die physische Welt verstehen sollen.
Z wie Zensur
KI könnte die Menschheit als objektive und unvoreingenommene Entität voranbringen. Doch viele Politiker haben andere Pläne. In China müssen Modelle zum Beispiel die Vorgaben der Internetbehörde Cyberspace Administration of China erfüllen. Wer einen Chatbot mit heiklen Fragen konfrontiert, merkt schnell, dass diese entweder abgelehnt oder auf eine sehr konforme Weise beantwortet werden.
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