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WhatsApp Plus: Meta plant kostenpflichtiges Abo für den Messenger

06. März 2026 um 11:17
Android, Apps, Messenger, Chat, whatsapp, Meta, Premium, Social, Subscription, WhatsApp Plus, Telegram Premium, WhatsApp+, Messaging Apps WhatsApp bleibt grundsätzlich kostenlos, doch Meta plant erstmals seit Jahren wieder ein Bezahlmodell für Endnutzer. Wer künftig mehr Chats anpinnen oder das Design der App ändern möchte, soll für das neue Plus-Abo monatlich zur Kasse gebeten werden. (Weiter lesen)
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Social Media und KI: Kinder werden erstmals dümmer

05. März 2026 um 05:45

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Social Media KI Bildschirmzeit Kinder Jugendliche dümmer

Die Generation Z liegt im Bildungsniveau erstmals hinter vorherigen Jahrgängen zurück. Eine mögliche Ursache könnte die zunehmende Bildschirmzeit der Gen Z sein, die sich negativ auf die Bildung auswirkt. Experten warnen deshalb nun vor langfristigen Auswirkungen auf Bildungs- und Arbeitsmarktchancen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die durchschnittlichen Intelligenzwerte von Generation zu Generation immer weiter erhöht. Gemessen wird dieses Phänomen mit dem sogenannten Flynn-Effekt.

Über viele Jahrzehnte hinweg waren jüngere Jahrgänge ihren Vorgängern messbar überlegen. Grund hierfür waren unter anderem verbesserte Bildung oder bessere Ernährung.

Doch dieser Trend ist nun in Stocken geraten. Denn erstmals seit Beginn vergleichender Bildungsstudien schneidet eine Generation im Vergleich schlechter ab als die Jahrgänge vor ihr. Es handelt sich um die Gen Z, also die zwischen 1997 und 2010 Geborenen.

Gen Z fällt im Bildungsranking zurück

Der australische Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath hat Unmengen von Daten aus standardisierten akademischen Tests ausgewertet und kürzlich vor dem Ausschuss des US-Senats für Handel, Wissenschaft und Verkehr präsentiert. „Sie sind die erste Generation in der modernen Geschichte, die bei standardisierten akademischen Tests schlechter abschneidet als die vorherige“, erklärt der Wissenschaftler gegenüber der New York Post.

In „praktisch allen kognitiven Bereichen“ hätten sie schlechter abgeschnitten als ihre Vorgängergeneration. Untersucht wurden dabei neben der grundlegenden Aufmerksamkeit auch Gedächtnis, Lese- und Schreibfähigkeit, Rechnen sowie exekutive Funktionen bis hin zum allgemeinen IQ.

Die kognitive Entwicklung werde seit dem späten 19. Jahrhundert standardisiert und gemessen. In der Gen Z zeige sich nun erstmals, dass sie kognitiv weniger leistungsfähig sind, als vorherige Generationen im gleichen Alter.

„Und zu allem Übel überschätzen die meisten dieser jungen Leute ihre Intelligenz“, so Horvath weiter. Denn je intelligenter sie sich selbst einschätzten, desto dümmer seien sie in Wirklichkeit.

Ruiniert Bildschirmzeit die Gen Z?

Horvath sieht vor allem die wachsende Bildschirmzeit als Problem an. Denn die Generation Z sei die erste Generation, die mit ständiger Bildschirmzeit aufgewachsen ist.

„Mehr als die Hälfte der Zeit, die ein Teenager wach ist, verbringt er damit, auf einen Bildschirm zu starren“, erklärt Horvath. „Menschen sind biologisch darauf programmiert, von anderen Menschen und durch vertieftes Lernen zu lernen, nicht durch das Durchblättern von Bildschirmen nach Stichpunktzusammenfassungen.“

Doch auch in der Bildung würden vermehrt Bildschirme für sogenannte Bildungstechnologien eingesetzt. Anschließend verbrächten die Schüler dann ihre Freizeit an Smartphone, Tablet oder Laptop.

Trend bezieht sich nicht nur auf die USA

Doch genau diese steigende Bildschirmzeit habe die Gen Z „zu oberflächlichen Lernern gemacht“, erklärt der Neurowissenschaftler. Er plädiert deshalb vor allem an Schulen, die Bildschirmzeit von Schülern zu begrenzen.

Doch dabei handle es sich nicht nur um einen lokalen Trend in den USA. „Wenn man sich die Daten aus 80 Ländern ansieht, zeigt sich: Sobald digitale Technologien in Schulen weit verbreitet sind, sinken die Leistungen deutlich“, erklärt er. Schulen müssten den Einsatz von Technologie in den Klassenzimmern einschränken, damit sich das Lernen wieder weiterentwickeln kann.

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Digitaler Hausarrest: Ein Social-Media-Verbot löst die Probleme nicht

24. Februar 2026 um 11:00

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Social Media Verbot Kinder Jugendliche CDU

Nach der SPD hat sich nun auch ihr Koalitionspartner CDU für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen. Doch: Wie realistisch ist ein solches Vorhaben überhaupt? Wie schnell ließe es sich umsetzen? Und: Wäre ein solches Verbot wirklich effektiv? Eine kommentierende Analyse.

CDU will Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren

  • Die CDU hat auf ihrem 38. Parteitag in Stuttgart einen Antrag beschlossen, der ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren vorsieht. Hintergrund ist ein Vorstoß des Landesverbandes Schleswig-Holstein, der zunächst sogar eine pauschale Einschränkung für Minderjährige unter 16 Jahren forderte. Laut einer überarbeiteten und nun beschlossenen Fassung sollen Plattformbetreiber Altersverifikationssysteme einführen. Bei Verstößen würden „empfindliche Bußgelder“ drohen. Die CDU strebt zudem einheitliche Maßnahmen auf EU-Ebene an.
  • Der aktuelle Plan sieht eine Altersabstufung vor. Bis zu einem Alter von 14 Jahren soll für Kinder ein generelles Social-Media-Verbot gelten. 14- bis 16-Jährige dürften nur spezielle Jugendversionen nutzen, die etwa auf jugendfreundlichen und transparenten Algorithmen basieren. Jugendliche ab 16 Jahren sollen dann uneingeschränkten Zugriff erhalten. Eine von der Bundesregierung beauftragte Expertenkommission soll im Sommer 2026 konkrete Empfehlungen vorlegen. SPD und Grüne begrüßen die Pläne der CDU in großen Teilen. Innerhalb der CSU herrscht Uneinigkeit.
  • In vielen Ländern weltweit wird derzeit über ein Social-Media-Verbot für Kinder diskutiert. Australien hatte Ende 2025 als erste Nation der Welt ein Verbot eingeführt. Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren haben dort keinen Zugang zu digitalen Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok – zumindest in der Theorie. Reine Kommunikationsplattformen wie WhatsApp sind vom australischen Verbot ausgenommen. Länder wie Frankreich, Spanien und Großbritannien diskutieren über vergleichbare Maßnahmen.

Ein pauschales Verbot verschiebt das Problem, löst es aber nicht

Australien zeigt, wie schwierig die Umsetzung eines pauschalen Social-Media-Verbots sein kann. Denn was für unter 16-Jährige auf dem Papier konsequent wirkt, entpuppte sich dort bereits als so löchrig wie ein Schweizer Käse. Denn anstatt eine sichere Medienkompetenz zu entwickeln, lernen viele australische Teenager bereits Umgehungstricks, etwa über VPN-Dienste oder die Altersverifikation über ältere Freunde.

Hinzu kommt ein gewisser Reiz des Verbotenen und dass es bislang kaum wissenschaftliche Daten für die geplante Altersgrenze gibt. Der Versuch, Kinder und Jugendliche allein durch ein Verbot zu schützen, übersieht außerdem die Komplexität ihres Medienalltags und ignoriert die Notwendigkeit, sie kompetent in digitalen Räumen agieren zu lassen.

Dabei gibt es zweifellos ein großes Problem. Und zwar das Geschäftsmodell der Plattformbetreiber, das bereits im Kern dem Kindes- und Jugendschutz widerspricht. Denn Facebook, TikTok, Instagram und Co. wollen Nutzer so lange wie möglich in ihren Netzwerken halten.

Minderjährige haben jedoch entwicklungspsychologische Aufgaben. Social Media schüttet aber in Dauerschleife Dopamin-Kicks aus, was diese Entwicklung beeinträchtigen kann. Kurzum: Ein Social-Media-Verbot wirkt wie ein Pflaster auf eine klaffende Wunde.

Es verschiebt das Problem, statt es zu lösen. Wer Kinder effektiv schützen will, muss mehr tun, als einfach den Stecker zu ziehen. Etwa durch kinderfreundliche Algorithmen und die Inpflichtnahme der Plattformen. Auch Erziehungsberechtigte und Bildungseinrichtungen sollten stärker zu Wort kommen.

Stimmen

  • Bundeskanzler Friedrich Merz warnte bereits im Vorfeld des CDU-Parteitags vor schädlichen und manipulativen Inhalten auf Social Media. Beim politischen Aschermittwoch der rheinland-pfälzischen CDU in Trier sagte er: „Fünfeinhalb Stunden beschäftigen sich heute 14-Jährige im Durchschnitt am Tag mit diesen Bildschirmen. Wollen wir es zulassen, dass unsere Gesellschaft nach innen und im Inneren zersetzt wird? Und in dieser Art und Weise unsere Jugend und Kinder gefährdet werden? Und bitte kommt mir keiner, man müsse junge Menschen an die Nutzung heranführen. Dann würde ich empfehlen, spätestens mit sechs Jahren Wein zu trinken.“
  • Medienpädagogin Kristina Richter hält ein pauschales Verbot für falsch. Gegenüber ntv sagte sie: „Es suggeriert, die Lösung des Problems zu sein, aber das ist eine Illusion. Soziale Medien bedeuten schon lange nicht mehr nur Unterhaltung, sondern sind auch ein Ort, wo Demokratie stattfindet. Dabei sind doch eben nicht die Kinder das Problem, sondern die Plattformen. Bei Alkohol und Tabak handelt es sich um stoffbezogene Süchte, bei denen die gesundheitlichen Folgen klar belegt sind.“
  • Australiens Online-Sicherheitsbeauftragte Julie Inman Grant in einem Interview über die Erfahrungen in ihrem Land: „Wir verbieten nicht Kindern den Zugang – wir versuchen, sozialen Medien den Zugang zu unseren Kindern zu verbieten. Kinder brauchen Zeit, um aufzuwachsen, ohne dass all diese mächtigen Einflüsse ihre Entwicklung und ihre Beziehungen beeinträchtigen. Wo Plattformen schädliche oder manipulative Designmerkmale einsetzen, die darauf abzielen, Kinder möglichst lange zu binden, geben wir ihnen Zeit, sich zu gesünderen Jugendlichen und Erwachsenen zu entwickeln.“

Social-Media-Verbto: Unwirksame Symbolpolitik

Der Weg zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz im Netz führt nicht über ein pauschales Verbot, sondern über die konsequente Anwendung bereits vorhandener Gesetze sowie Bildungsmaßnahmen. Die EU-Digitalgesetze (DSA) könnten die Plattformbetreiber etwa zwingen, ihre Netzwerke für Minderjährige sicherer zu gestalten. Bislang mangelt es jedoch schlichtweg an einem konsequenten politischen Willen.

Ein pauschales Verbot mag auf den ersten Blick vielleicht effektiv erscheinen, könnte sich aber als allenfalls bedingt wirksame Symbolpolitik offenbaren. Denn: Es braucht vor allem eine flächendeckende Bildungsoffensive und mehr Medienkompetenz – vor allem im digitalen Raum und eigentlich nicht nur für Minderjährige.

Gleichzeitig müssen sowohl Kinder, Eltern und Lehrkräfte befähigt und darin gefordert und gefördert werden, digitale Räume kompetent und verantwortungsvoll zu nutzen und Risiken zu erkennen. Nur eine kontinuierliche Förderung sorgt dafür, dass Jugendliche die Mechanismen der Plattformen durchschauen.

Zudem sollten Kinder und Jugendliche selbst nicht vergessen werden – zumal viele bereits eine höhere digitale Kompetenz an den Tag legen als so mancher Erwachsene. Heißt konkret: Minderjährige sollten aktiv in den Prozess mit eingebunden werden, da sie am meisten über ihre Social-Media-Erfahrungen wissen. Erst danach kann man über Zugangsregelungen nachdenken.

Ein Smartphone-Verbot an Schulen wäre etwa eine sinnvolle Maßnahme. Doch ein bloßes Verbot im Alltag würde den Austausch mit Gleichaltrigen hemmen, was vor allem geflüchteten Teenagern die Integration erschweren könnte. Es raubt Kindern und Jugendlichen zudem nicht nur einen gewissen Unterhaltungsfaktor, sondern auch die Teilhabe an Bildung, Gemeinschaft und demokratischen Diskursen.

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Klarnamenpflicht: Der gefährliche Irrtum des Friedrich Merz

23. Februar 2026 um 11:00

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Klarnamenpflicht Friedrich Merz CDU Social Media

Friedrich Merz hat der Uralt-Debatte um die Einführung einer Klarnamenpflicht im Internet neues Leben eingehaucht. Der Bundeskanzler fordert ein Ende der Anonymität in den digitalen Medien, um gegen KI-Fakes, Straftaten und Kindeswohlgefährdung vorgehen zu können. Der Schuss könnte aber gewaltig nach hinten losgehen und Meinungsfreiheit sowie Demokratie aushöhlen. Eine kommentierende Analyse.

Friedrich Merz fordert Klarnamenpflicht im Internet

  • Die Debatte um eine Klarnamenpflicht in den digitalen Medien ist gefühlt so alt wie das Internet selbst. Alle Jahre wieder hauchen Politiker ihr neues Leben ein. Dieses Mal in Form von Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich des politischen Aschermittwochs. Seine Forderung: Nutzer sollen ihre echten Namen statt etwaige Pseudonyme oder Abkürzungen angeben. Ein möglicher Kontrollmechanismus wäre eine Online-Ausweiskontrolle samt Fotoidentifikation. Diese würden aller Voraussicht nach aber nicht staatliche Stellen vornehmen, sondern private Unternehmen.
  • Friedrich Merz empfindet nicht nur Hass und Hetze im Internet als Bedrohung, sondern sieht die freiheitliche Demokratie und Gesellschaft in Deutschland durch Algorithmen, KI-generierte Inhalte und Desinformation gefährdet. Sowohl eine Einflussnahme „von innen und außen“ habe er lange unterschätzt. Merz strebt deshalb eine stärkere Regulierung digitaler Räume an. Ob eine Klarnamenpflicht dabei helfen kann und umsetzbar ist, steht aber in Frage.
  • Sowohl in der Koalition als auch in der Opposition gibt es unterschiedliche Ansätze und Meinungen dazu, wie sich Desinformation, KI-Fakes oder Kinder- und jugendgefährdende Inhalte eindämmen lassen. Darunter: Altersprüfungen und ein Nutzungsverbot für Heranwachsende unter 14 Jahren, Zugangsbeschränkungen sowie technische Kontrollen. Kurzum: Vor allem die Plattformbetreiber sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Juristisch und verfassungsrechtlich wären solche Maßnahmen vermutlich realistischer als eine Klarnamenpflicht.

Klarnamenpflicht gefährdet Demokratie und Meinungsfreiheit

Mit seiner Risikoeinschätzung hat Friedrich Merz zunächst einmal Recht: Die deutsche Demokratie und Gesellschaft steht zunehmend durch Bedrohungen wie KI-generierte Fake News, jugendgefährdende Inhalte, Online-Betrüger sowie Hass und Hetze im Netz unter Beschuss. Diese Probleme sind zweifellos real – auch, weil die Debattenkultur rauer geworden ist und eine gesellschaftliche Verrohung offenbart.

Doch eine Klarnamenpflicht in den digitalen Medien ist der falsche Weg, um diesen Gefahren habhaft zu werden. Einerseits, weil Otto Normalverbraucher und Bürger keine Politiker mit Bühne, Sicherheitsapparat und Pressestellen sind. Andererseits, weil Pseudonyme nicht zwangsläufig ein Trick sind, sondern ein Schutzschild – etwa für Minderheiten oder Oppositionelle.

Statt die Meinungsfreiheit und Demokratie durch ein Anonymitätsverbot ein Stück weit abzuschaffen, scheinen alternative Maßnahmen wie Altersverifikationen und vor allem die Inpflichtnahme der Plattformbetreiber nicht nur weitaus realistischer, sondern auch wirkungsvoller.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr, wie viel Anonymität eine Demokratie braucht und wie viel Kontrolle sie verträgt, um nicht zu zerbrechen. Denn ein Blick in die USA, in der Menschen über Social Media verfolgt und die Meinungsbildung durch KI verzerrt werden, zeigt, wie schnell sich freiheitliche Standards verschieben und in einer zunehmenden Autokratie münden können.

Stimmen

  • Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die weitverbreitete Anonymität im Internet beenden. Am Abend beim politischen Aschermittwoch der rheinland-pfälzischen CDU in Trier sagte er: „Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer sich da zu Wort meldet. Wir stellen uns in der Politik auch mit Klarnamen und offenem Visier einer Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft. Dann erwarte ich das auch von allen anderen, die sich kritisch mit unserem Land und unserer Gesellschaft auseinandersetzen.“
  • Auch Benjamin Limbach, NRW-Justizminister von den Grünen, fordert mehr Schutz vor Hass und Gewalt im Internet. Die Klarnamenpflicht hält er aber weder für umsetzbar noch von der Meinungsfreiheit gedeckt. Limbach gegenüber dem WDR: „Für mich beinhaltet die Meinungsfreiheit nicht nur, meine Meinung äußern zu können, sondern mich auch entscheiden zu können, ob ich sie anonym äußere oder nicht. Es gibt noch weitere Vorschläge auf dem Tisch und die müssen wir endlich diskutieren.“
  • Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) schlug zum Jahreswechsel gegenüber dem Tagesspiegel bereits in eine ähnliche Kerbe: „Eine staatlich verordnete Klarnamenpflicht im Internet lehne ich ab. Wer eigene Meinungen oder Erfahrungen anonym oder unter Pseudonym äußern möchte, ist dafür keine Rechenschaft schuldig.“ Es sei zwar wichtig, kriminelle Äußerungen im Internet zu verfolgen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. „Dafür braucht es aber keine Klarnamenpflicht“, so Hubig. „Das Grundgesetz schützt gerade auch die kontroverse Meinung und die polemische Zuspitzung.“

Ein gefährliches Machtinstrument

Die Annahme hinter der Klarnamenforderung von Merz lautet: Wer „mit offenem Visier“ spricht, wird maßvoller kommunizieren. Doch die Evidenz dafür ist dünn. Es gibt etwa Studien, die offenbaren, dass Anonymität nicht automatisch Aggressionen fördert – und ebenso Belege, dass Rassisten ganz offen unter echtem Namen hetzen. Das Problem sitzt also tiefer als im Profilnamen.

Auch technisch wirft eine Klarnamenpflicht gewaltige Fragen auf. Wo würden Identitätsdaten gespeichert werden? Wer hätte Zugriff? Wie verhindert man Missbrauch oder Datenlecks? Eine zentrale staatliche Identitätsinfrastruktur wäre zweifellos ein sensibles Machtinstrument, das in den falschen Händen verheerende Folgen haben kann.

Hinzu kommt die politische Realität: Eine gesichert rechtsextreme AfD steht kurz davor, stärkste Kraft in Deutschland zu werden. Wer heute ein Kontrollinstrument schaffen will, muss deshalb bedenken, wer es morgen nutzen könnte. Mit einer Klarnamenpflicht würde die Bundesregierung Demokratie- und Freiheitsfeinden andernfalls ein schlüsselfertiges Autokratie-Haus liefern, anstelle ihnen Steine in den Weg zu legen.

Statt die Bevölkerung unter Generalverdacht zu stellen, sollte die Politik vor allem die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht nehmen, da diese letztlich für ihre Produkte und Dienstleistungen verantwortlich sind. Und die sind aktuell schlichtweg demokratie-, freiheits- und kindeswohlgefährdend.

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Macht Zuckerberg süchtig? Klage könnte Meta zum Einsturz bringen

20. Februar 2026 um 11:00

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Meta Klage Instagram Sucht Mark Zuckerberg

Meta-Chef Mark Zuckerberg musste sich vor Gericht verantworten. Eine 20-Jährige wirft dem Unternehmen vor, Instagram bewusst so gestaltet zu haben, dass es süchtig macht. Der Prozess könnte die Tech-Branche erheblich erschüttern und weitere Klagen folgen lassen. Eine kommentierende Analyse.

Social-Media-Sucht: Mark Zuckerberg als Kronzeuge verhört

  • Im Rahmen eines beispiellosen Prozesses stand Meta-CEO Mark Zuckerberg am 18. Februar als Kronzeuge vor Gericht unter Beschuss. Die zentrale Frage: Machen Plattformen wie Instagram Kinder und Jugendliche gezielt abhängig? Das behauptet zumindest eine 20-jährige Klägerin, die in den Gerichtsdokumenten „Kaley“ oder „K.G.N“ genannt wird. Sie macht Meta für ihren jahrelangen exzessiven Instagram-Konsum verantwortlich, der bei ihr Depressionen und Angstzustände ausgelöst habe.
  • Berichten zufolge nutzte Kaley bereits mit sechs Jahren YouTube. Als Teenagerin verbrachte sie laut ihrem Anwalt Mark Lanier bis zu 16 Stunden täglich auf Instagram. Er argumentiert, dass Meta und Google ihre Plattformen systematisch so aufgebaut hätten, dass Nutzer nicht mehr aufhören können zu scrollen. Dieses Phänomen ist auch unter dem Begriff Doomscrolling bekannt. Endlose Feeds, Push-Benachrichtigungen und Inhalte, die ein Algorithmus bestimmt, befeuern diesen Vorgang, um Nutzer möglichst lange auf den Plattformen zu halten.
  • Mark Zuckerberg räumte Schwächen bei der Alterskontrolle auf Instagram und Facebook ein. Minderjährige unter 13 Jahren hätten oftmals zu einfach Zugang zu den Plattformen erhalten, obwohl dies den Nutzungsrichtlinien widerspricht. Zuckerberg betonte jedoch, dass Meta Accounts löschen würde, sobald die Altersbeschränkung umgangen wird. Kritiker bemängeln dieses Vorgehen als ungenügend. Als der Facebook-Gründer auf die AGB verwies, keilte Kläger-Anwalt Mark Lanier zurück: „Glauben Sie, ein 9-Jähriger liest Geschäftsbedingungen?“

Das krumme Geschäftsmodell von Meta

Das Verhalten von Mark Zuckerberg gleicht dem eines Teenagers – mit dem Unterschied, dass er zahlreiche Gleichaltrige durch die Algorithmen und Endlosschleifen auf seinen Plattformen gepeinigt hat. Der Prozess gegen Meta ist jedoch mehr als nur ein Gerichtsverfahren. Er ist ein Spiegel. Denn: Er zeigt ein Geschäftsmodell auf, das Aufmerksamkeit als Ware sieht und vermarktet.

Dabei geht es aber nicht nur um Klickzahlen und Werbeeinnahmen, sondern es steht vor allem die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf dem Spiel. Das scheinbare Motto: Profit statt Prävention. Mark Zuckerberg steht dabei als eine Art lebende Allegorie für ein System, das Menschen ausschließlich als Statistiken behandelt.

Der Prozess ist sogar durchaus mit Big Tobacco vergleichbar. Denn auch die großen Zigarettenhersteller beteuerten jahrzehntelang, dass ihre Produkte bei verantwortungsvoller Nutzung sicher seien – bis Studien das Gegenteil bewiesen. Meta agiert wie ein digitaler Zwilling.

Die Frage, die über allem steht, ist deshalb größer als der Gerichtssaal in Los Angeles. Denn: Kann ein Geschäftsmodell, das Sucht erzeugt, um Profit daraus zu ziehen, jemals ethisch vertretbar sein?

Stimmen

  • Instagram-Chef Adam Mosseri bei seiner Vernehmung vor Gericht: „Ich bin mir sicher, dass ich gesagt habe, ich sei süchtig nach einer Netflix-Serie, als ich sie eines Nachts bis spät in die Nacht gebingewatcht habe, aber ich glaube nicht, dass das dasselbe ist wie eine klinische Sucht. Es ist also eine persönliche Sache, aber ja, ich glaube, es ist möglich, Instagram mehr zu nutzen, als es einem guttut. Generell sollten wir uns auf den Schutz von Minderjährigen konzentrieren.“
  • Meta-Chef Mark Zuckerberg wies die Vorwürfe vor Gericht zurück: „Ich sorge mich um das Wohlergehen von Teenagern und Kindern, die unsere Dienste nutzen.“ Mark Lanier, Anwalt der Anklage, zeichnete ein anderes Bild. In einer Instagram-Präsentation aus dem Jahr 2018 hieß es: „Wenn wir bei Teenagern Erfolg haben wollen, müssen wir sie als Tweens reinholen.“ Auf eine E-Mail aus dem Jahr 2015 entgegnete Lanier: „Sir, Sie sind der Entscheidungsträger für Ihr gesamtes Unternehmen. Wenn es eine E-Mail mit dem Titel ‚Unternehmensziele‘ gibt und Sie sagen, dass die Verweildauer in drei Jahren um 12 Prozent und in fünf Jahren um 10 Prozent steigen soll, glauben Sie nicht, dass die Leute das als Unternehmensziele interpretieren?“
  • John DeMay, der bereits 2024 bei einer Anhörung des Senats anwesend war, weil sein Sohn 2022 mit 17 Jahren Selbstmord beging, nachdem er wenige Stunden zuvor auf Instagram sexuell erpresst worden war, in einem Statement: „Seine Entschuldigung – wenn man es so nennen will – war größtenteils leer. Er sagte im Grunde genommen, dass sie alles tun, um solche Vorfälle zu verhindern, aber leider ist das einfach nicht der Fall. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Fall gewonnen wird, aber selbst wenn nicht, haben wir trotzdem gewonnen, weil wir der Welt – mit offiziellen Beweisen – gezeigt haben, dass sie das eine tun und das andere sagen.“

Muss Meta seine Algorithmen umschreiben?

Falls die Klägerseite erfolgreich sein sollte, könnte sie einen Dominoeffekt auslösen, der weit über den verhandelten Einzelfall hinausgeht. Denn dann stünden die Endlosschleife und Algorithmen sämtlicher digitaler Medien auf der Anklagebank. Die Tech-Branche müsste sich zwangsläufig fragen, ob Gewinn noch über Ethik geht.

Denn: Es stehen bereits rund 1.600 ähnliche Klagen in der Pipeline. Weitere dürften folgen, sollte Meta den Prozess verlieren. Der Tabak-Vergleich ist zudem nicht überspitzt. Es geht in bestimmten Fällen um dokumentierte Suchtmechanismen, die offenbaren, dass Profit nicht passiv, sondern aktiv erzeugt wird – und zwar unter Inkaufnahme von Gesundheitsrisiken.

Plattformen wie die von Meta könnten deshalb gezwungen werden, ihre Algorithmen umzuschreiben. Ausgeklügelte Geschäftsmodelle würden damit bröckeln – vor allem auf dem Aktienmarkt. Doch selbst wenn Meta die Schlacht gewinnt, wird der Krieg anhalten.

Denn immer mehr Eltern, Erziehungsberechtigte, Gesetzgeber und die öffentliche Meinung stellen die Praktiken der Social-Media-Konzerne kritisch in Frage. Die Zukunft entscheidet sich deshalb nicht unbedingt in einem einzelnen Gerichtssaal, sondern in einem Spannungsfeld zwischen Profitgier, Ethik und der nächsten Social-Media-Generation, die bereits aufwächst.

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KI-Schrott: Darum wird YouTube immer schlechter

06. Februar 2026 um 11:00

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KI-Schrott YouTube schlechter Künstliche Intelligenz Videos

Immer mehr Videos, die mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurden, überschwemmen YouTube. Doch während sogenannter KI-Schrott einfach nur nervt und darauf abzielt, Einnahmen zu generieren, stellen DeepFakes und manipulierte Videos ein waschechtes Problem dar. Eine kommentierende Analyse.

KI-Schrott überschwemmt YouTube

  • Immer mehr KI-generierte Videos fluten das Internet. Das gilt nicht nur für digitale Medien, sondern vor allem für Portale wie YouTube, von wo aus solche Clips weiterverbreitet werden. Das Problem: Statt handgemachter Unterhaltung, nerdigen Inhalten oder hochwertigen Dokumentationen spuckt der YouTube-Algorithmus immer mehr KI-Schrott aus. Heißt konkret: minderwertige und künstlich generierte Inhalte, die nur darauf abzielen, Klicks zu bekommen – auch, um durch Werbung Geld zu verdienen.
  • Laut einer Analyse der Videobearbeitungsplattform Kapwing lassen sich über 20 Prozent der Videos, die YouTube neuen Nutzern anzeigt, in die Kategorie KI-Müll einordnen. Das Unternehmen hat für seine Untersuchung 15.000 der weltweit populärsten Kanäle analysiert. Ergebnis: 278 der Accounts produzieren ausschließlich KI-Inhalte. Zusammen kommen sie auf 63 Milliarden Aufrufe, 221 Millionen Abonnenten und einen jährlichen Umsatz von rund 117 Millionen US-Dollar.
  • YouTube beteuert, verstärkt gegen minderwertige KI-Inhalte vorgehen zu wollen. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen Künstliche Intelligenz, um Inhalte zu moderieren und bietet Nutzern KI-Werkzeuge zur Videobearbeitung an. Das bisherige System, das Spam- und Clickbait-Videos erkennen kann, soll künftig auch KI-Schrott filtern. Die Vergangenheit hat aber bereits gezeigt, dass solche automatisierten Kontrollen nicht perfekt sind.

YouTube wird immer schlechter

YouTube ist nicht die einzige Plattform, die mit KI-generierten Inhalten zu kämpfen hat. Auch auf Facebook, Instagram oder TikTok kursiert immer mehr KI-Schrott. Die Plattformbetreiber beteuern zwar, Gegenmaßnahmen einleiten zu wollen, doch bislang ist herzlich wenig passiert.

Zugegeben: KI-Videos können durchaus unterhaltsam oder auch beeindruckend sein. Doch lustige Kurzclips, schlechte Synchronisationen oder billige Zusammenschnitte sind das eine. Das andere und viel größere Problem sind DeepFakes, manipulierte Versionen echter Videos oder kurzum: Falschinformationen – vor allem im politischen Kontext.

Solche KI-Videos verrohen nicht nur die Informationslandschaft, sondern sind schlichtweg demokratiegefährdend. Denn während es vergleichsweise harmlos sein mag, KI-Schrott als Wirtschaftszweig zu nutzen, um Werbeeinnahmen zu generieren, stellen bewusst manipulierte Videos eine echte Gefahr dar.

Durch solche Inhalte wird Vertrauen in Medien und politische Akteure untergraben, während die Meinungsbildung gelenkt wird. Das erschwert nicht nur eine informierte, rationale demokratische Entscheidungsfindung, sondern spaltet zunehmend unsere Gesellschaft.

Stimmen

  • YouTube-CEO Neal Mohen in einem Statement: „Als offene Plattform ermöglichen wir ein breites Spektrum an freier Meinungsäußerung und sorgen dafür, dass YouTube ein Ort bleibt, an dem sich die Menschen wohlfühlen. Um die Verbreitung von minderwertigen KI-Inhalten zu reduzieren, bauen wir aktiv auf unseren etablierten Systemen auf, die sich als sehr erfolgreich erwiesen haben.“
  • Akhil Bhardwaj, Professor an der School of Management der University of Bath, gegenüber dem Guardian: „KI-Schrott überschwemmt das Internet mit Inhalten, die im Grunde genommen Müll sind. Diese Verschrottung ruiniert Online-Communities. Eine Möglichkeit, KI-Schrott zu regulieren, besteht darin, sicherzustellen, dass er nicht monetarisiert werden kann, wodurch der Anreiz für seine Erstellung wegfällt.“
  • Moderator, Schauspieler und Komiker John Oliver in seiner wöchentlichen HBO-Show: „Es geht nicht nur darum, dass wir uns von gefälschten Inhalten täuschen lassen können, sondern dass deren bloße Existenz es böswilligen Akteuren ermöglicht, echte Videos und Bilder als Fälschungen abzutun. Ich sage nicht, dass es nicht Spaß macht, sich manche dieser Dinge anzusehen, aber ich sage, dass manche davon potenziell sehr gefährlich sind.“

Automatisierte Erkennungssysteme nicht perfekt

Es wird sich zeigen, ob und inwieweit es YouTube gelingt, mithilfe neuer Mechanismen KI-Schrott und -Fakes einzudämmen. Das Problem: Automatisierte Systeme sind alles andere als perfekt. Einige erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, in der die Plattform von Raubkopien geschützter Kinofilme geflutet wurde.

Damals ließ sich der YouTube-Algorithmus austricksen, indem solche Videos in Rahmen, ein Kino-Setup oder grafische Umgebungen eingebettet wurden. Ähnliche Schlupflöcher wird es auch bezüglich minderwertiger KI-generierter Clips geben.

Hinzu kommt, dass solche Systeme auch immer wieder unbedenkliche Inhalte falsch einstufen und blockieren oder sogar zensieren. Eine weitaus effektivere und fairere Maßnahme wäre es deshalb, komplett KI-generierte Videos schlichtweg nicht mehr zu monetarisieren, um den Erstellern den Anreiz zu nehmen, die Plattform mit solchen Inhalten zu fluten und die kreative Arbeit professioneller YouTuber zu honorieren.

Letztlich geht es aber nicht nur darum, minderwertige Videos zu identifizieren, sondern vor allem inhaltlich falsche. Die Meinungsfreiheit ist zwar ein hohes Gut, kennt aber auch Grenzen. Etwa dann, wenn KI-generierte Videos Persönlichkeitsrechte missachten oder Menschen durch die Verzerrung der Wahrheit schaden.

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Zensur nach US-Übernahme: Nutzer verlassen fluchtartig TikTok

27. Januar 2026 um 10:22
Iphone, Datenschutz, Zensur, Sperre, TikTok, Meinungsfreiheit, Zensurmaßnahmen, TikTok-Verbot, Social-Media-Kontrolle, Mundklebeband, App-Regulierung Massive Austrittswelle bei TikTok: Nach der Übernahme durch ein US-Konsortium explodieren die Deinstallationen um 150 Prozent. Zensurvorwürfe und "technische Pannen" erschüttern das Vertrauen der Community. Wohin die User jetzt flüchten. (Weiter lesen)

Algorithmus-Diktatur: Trumps krummer TikTok-Schwur

26. Januar 2026 um 11:00

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USA TikTok Trump Algorithmus

Ein überwiegend amerikanisch geführtes Konsortium wird offenbar die Kontrolle über das US-Geschäft von TikTok übernehmen. Doch was als nationale Sicherheitsfrage begann, landet nun wohl in den Händen von Trump-hörigen Milliardären. Die Autokratisierung des ohnehin umstrittenen TikTok-Algorithmus könnte zum Symbol des Zerfalls der ältesten Demokratie der Welt werden. Eine kommentierende Analyse.

Amerikanisches Konsortium übernimmt TikTok in den USA

  • Die Zukunft von TikTok hängt in den USA seit Monaten am seidenen Faden. Laut Gesetz, das noch unter Ex-Präsident Joe Biden verabschiedet wurde, sollte die App des chinesischen Konzerns ByteDance bis zum 19. Januar 2025 eigentlich verkauft oder in den Vereinigten Staaten verboten sein. Nach seinem Amtsantritt schob Donald Trump diese Frist jedoch wiederholt auf – obwohl das Gesetz einen Aufschub eigentlich nicht vorsieht.
  • Im Machtkampf zwischen China und den USA war lange unklar, ob der US-Ableger von TikTok seinen Algorithmus an US-amerikanische Investoren verkaufen oder ByteDance die Kontrolle behalten würde. Der Algorithmus bestimmt, welche Inhalte Nutzer sehen. Die Befürchtung: China könnte diesen nutzen, um die öffentliche Meinung in den USA zu manipulieren. Nun soll ein neu gegründetes Konsortium, die TikTok USDS Joint Venture LLC, die Kontrolle über das US-Geschäft von TikTok übernehmen.
  • Laut einer offiziellen Mitteilung von TikTok USDS hat das Joint Venture drei geschäftsführende Investoren: Silver Lake, Oracle und MGX, die jeweils 15 Prozent halten. Hinzu kommt rund ein Dutzend weiterer Kapitalgeber, die ebenfalls prozentual beteiligt sind. TikTok-Mutterkonzern ByteDance hält 19,9 Prozent an dem Konsortium. Die Aufgabe des Joint Ventures soll darin bestehen, Daten, Apps und Algorithmen der US-Nutzer durch umfassende Datenschutz- und Cybersicherheitsmaßnahmen zu schützen.

Trump wird TikTok missbrauchen

Donald Trump führt die USA wie ein Unternehmen. Wer loyal ist, darf an seinem Tisch Platz nehmen. Die Kontrolle über TikTok-US geht deshalb an seine Gefolgsleute, um sie gewissermaßen zu ewiger Dankbarkeit zu verpflichten und sie selbst kontrollieren zu können. Die neue Struktur des Konsortiums ist aber intransparent.

Das Joint Venture soll offiziell US-Nutzer schützen und den Algorithmus anhand ihrer Interessen neu trainieren. Doch der Deal hat die Folge, dass künftig nahezu alle großen Social Media-Plattformen von Trump-nahen Tech-Oligarchen kontrolliert werden. Statt Recht und Demokratie schreitet die Gleichschaltung voran.

Für die meisten Nutzer dürfte sich deshalb nichts verbessern, da die Trump-Administration den Algorithmus im Sinne ihrer politischen Interessen missbrauchen wird. Und das gibt Trump durch die Blume sogar unverholen zu. Dass regierungsnahe Unternehmen Medienkonzerne kontrollieren, kennt man bereits aus anderen Autokratien wie Russland.

Die größte Absurdität: Was als nationale Sicherheitsfrage begann, landet in den Händen von Milliardären, die Trumps Nähe nicht zufällig suchen. Formal erfüllt der Deal zwar die Auflage, China größtenteils aus dem Spiel zu nehmen. Praktisch öffnet er aber ein neues Kapitel von Intransparenz, Korruption und Machtmissbrauch.

Stimmen

  • In einem Statement erklärt die neue TikTok USDS Joint Venture LLC: „Das mehrheitlich in amerikanischem Besitz befindliche Joint Venture wird unter festgelegten Sicherheitsvorkehrungen operieren, die die nationale Sicherheit durch umfassenden Datenschutz, Algorithmus-Sicherheit, Inhaltsmoderation und Software-Sicherheitsgarantien für US-Nutzer gewährleisten.“
  • US-Präsident Donald Trump ist auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social voll des Eigenlobes: „Ich bin so froh, dass ich zur Rettung von TikTok beitragen konnte! Es wird nun einer Gruppe großartiger amerikanischer Patrioten und Investoren gehören, und eine wichtige Stimme sein. Zusammen mit anderen Faktoren war dies ausschlaggebend, dass ich bei den Präsidentschaftswahlen 2024 so gut bei den jungen Wählern abgeschnitten habe.“
  • Netzexperte Markus Beckedahl vom Zentrum für Digitalrechte ordnet ein: „Mit dem durch Oracle geführten Konsortium übernehmen weitere Trump-nahe Kreise die letzte nicht Trump-nahe digitale Öffentlichkeit und können damit künftig Diskurse und Meinungen steuern. Wenn das so zustande kommt, dann erleben wir eine digitale Gleichschaltung in den USA. Regierungsnahe Oligarchen übernehmen wichtige Medien, um eine regierungsfreundliche Öffentlichkeit zu schaffen.“

TikTok: Datenaustausch zwischen EU und USA unklar

Bisher gab es zwei TikToks: Eine chinesische Version und eine Variante für den Rest der Welt. Künftig wird es mit der US-Version ein drittes TikTok geben. Für Deutschland und Europa ändert sich auf den ersten Blick erst einmal nichts. Doch der Algorithmus bleibt – ob chinesisch oder amerikanisch – das Zünglein an der Waage.

Denn: TikTok unterliegt in Europa zwar EU-Recht, doch den Algorithmus kontrolliert ByteDance. Das Problem: Was auf TikTok gezeigt wird, kann Wahlen entscheiden. Doch anstelle von Demokratien haben mehr und mehr Autokratien die Kontrolle.

In den USA sind zudem viele technische Fragen ungeklärt. Beispielsweise wie der Datenaustausch mit anderen Ländern funktionieren soll und ob europäische Nutzerdaten an amerikanische und chinesische Behörden weitergegeben werden können, etwa, wenn EU-Nutzer Beiträge amerikanischer Nutzer kommentieren.

Pikant: Die Trump-Administration höhlt mit dem Deal nicht nur den Rechtsstaat der ältesten Demokratie der Welt immer weiter aus, sondern soll dem Vernehmen nach sogar Vermittlungsgebühren in Milliardenhöhe von den Investoren des Konsortiums einstreichen. Die Grenzen zwischen Staat und Geschäft verschwimmen damit endgültig.

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Metaverse: Wie Mark Zuckerberg ein Milliardengrab schaufelte

13. Januar 2026 um 11:00

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Metaverse Meta Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte Ende 2021 den Traum von einer virtuellen Welt, in der es keine Grenzen gibt. Eine digitale Parallelwelt sollte es sein, in der Virtualität und Realität miteinander verschmelzen. Doch der Plan scheiterte. Denn dem Unternehmen gelang es nicht einmal, zu erklären, was das Metaverse sein soll. Eine kommentierende Analyse.

Was ist das Metaverse?

  • Facebook-Gründer Mark Zuckerberg präsentierte im Oktober 2021 seinen Metaverse-Traum, infolgedessen er das Unternehmen in Meta umbenannte. Seine Idee: Ein virtueller Raum, in dem soziale Online-Erlebnisse mit der realen Welt verschmelzen – inklusive dreidimensionaler Projektionen und Erfahrungen.
  • Vom anfänglichen Hype ist nicht mehr viel übrig. Es gibt vereinzelte virtuelle Welten wie digitale Arbeitsräume, Gaming-Umgebungen oder Social Media-Räume, aber eben nicht „das“ eine Metaverse. Meta sah sich zwar niemals als Alleinherrscher, versuchte aber, eigene virtuelle Räume mit denen anderer Unternehmen zu verknüpfen. In Zahlen gab man dafür 100 Milliarden US-Dollar aus. Der operative Verlust soll bei 80 Milliarden US-Dollar liegen.
  • Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Insider berichtet, will Meta rund 30 Prozent der bisherigen finanziellen Mittel für das Metaverse streichen. Zum Jahresanfang 2026 sei demnach mit Entlassungen zu rechnen. Vor allem die virtuellen Welten Horizon Worlds und die Virtual Reality-Sparte Quest sollen von den Einsparungen betroffen sein.

Metaverse: Ein milliardenschwerer Albtraum

Mark Zuckerbergs Metaverse-Traum entpuppt sich bislang als milliardenschwerer Albtraum, bei dem jeder Investor schreiend die Flucht ergreifen dürfte. Der wahre Knackpunkt liegt aber nicht beim Geld, sondern im Konzept.

Denn: Meta bastelte bislang an einem virtuellen Raum, der Dinge verändern sollte, die niemand verändern wollte. Die Realität ist entsprechend ernüchternd und das große Versprechen bleibt aus. Doch der Fehlschuss hat auch Möglichkeiten eröffnet, um virtuelle Realitäten sinnvoll zu nutzen – etwa im Bildungsbereich oder der Industrie.

Ob man dafür Milliarden hätte versenken müssen, ist aber mehr als fraglich. Mark Zuckerbergs ursprünglicher Metaverse-Traum dürfte deshalb als einer der teuersten Fehlgriffe in die Tech-Geschichte eingehen. Denn: Mit 100 Milliarden US-Dollar hätte man auch sinnvoll Armut, Krankheiten und den Klimawandel bekämpfen können.

Stimmen

  • Mark Zuckerberg Ende 2021 in einem Schreiben zur Umstrukturierung von Facebook in Meta: „Die nächste Plattform wird noch immersiver sein – ein verkörpertes Internet, in dem Sie Teil der Erfahrung sind und sie nicht nur betrachten. Wir nennen dies das Metaversum, und es wird jedes Produkt betreffen, das wir entwickeln.“
  • Meta Reality Labs-Chef Andrew Bosworth machte bereits Anfang 2025 Druck auf seine Abteilung. In einer internen Memo schrieb er: „Dieses Jahr wird wahrscheinlich entscheiden, ob all unsere Arbeit als visionärer Durchbruch oder als legendäres Missgeschick in die Geschichte eingehen wird. Wir müssen Umsatz, Kundenbindung und Engagement auf breiter Front steigern. Wer das Gewicht der Geschichte nicht spürt, der hat nicht richtig aufgepasst.“
  • Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ordnete die Situation Mitte 2024 wie folgt ein: „Die erste Euphorie über das Metaverse ist zwar abgeklungen, es gibt aber keinerlei Grund für einen Abgesang. Im Gegenteil: Gerade im gewerblichen Bereich sind bereits viel Anwendungen im Praxiseinsatz. Das gilt unter anderem für das Industrial Metaverse mit digitalen Zwillingen in der Fertigung.“ Der Digitalverband hält nach wie vor an dieser Einschätzung fest.

Metaverse als Geschäftsmodell gescheitert

In seiner jetzigen Form ist das Metaverse als Geschäftsmodell krachend gescheitert. Denn: Einnahmen und Ausgaben stehen in keinem Verhältnis. Dennoch gibt es Bereiche, in denen sich ein Mehrwert gewinnen lässt. Beispielsweise im Gaming, bei Bildungsplattformen oder für Schulungsmaßnahmen.

Der Otto Normalverbraucher braucht aber keine Kopie der Realität, sondern ein Werkzeug, das Probleme löst. Weitaus realistischer erscheint deshalb eine Zukunft, in der leichte AR-Brillen oder Smart Glases statt klobige VR-Headsets das Gesicht zieren. Nicht, um die Realität zu ersetzen, sondern um sie zu erweitern.

Auch Mark Zuckerberg dürfte dies mittlerweile erkannt haben und weiter umstrukturieren. Budgetkürzungen, Entlassungen und eine Fokussierung auf rentable Sparten sind die traurige wie logische Konsequenz. Doch während die große Metaverse-Euphorie weiter verblassen dürfte, entstehen Nischen, in denen die Metaverse-Idee auf echte Probleme treffen und diese lösen könnte.

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Abzocke: Hamburger Polizei warnt vor KI-Polizistinnen

22. Dezember 2025 um 11:00

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Polizei Hamburg KI Polizei

Die Hamburger Polizei warnt derzeit vor KI-generierten Bildern von Frauen in Uniformen in teils lasziven Posen, die in den digitalen Medien kursieren. Die Vermutung: Ein Lockvogel-Trick, der Nutzer von den Fake-Profilen auf kostenpflichtige Seiten locken soll. Eine kommentierende Analyse.

Fake-Accounts: Polizei Hamburg warnt vor KI-Polizistinnen

  • Im Netz gibt es offenbar viele Nutzer, die sich von Polizistinnen angezogen fühlen und KI-generierte Inhalte nicht sofort erkennen können. Einige scheinen sogar bereit zu sein, dafür zu bezahlen, mehr von diesen angeblichen Beamtinnen sehen zu können. Allein der Fake-Account der angeblichen Polizistin Sara hat bei Instagram über 45.000 Follower.
  • Um zu verhindern, dass Nutzer auf die KI-Polizistinnen reinfallen, hat die Polizei Hamburg klargestellt, dass sie keine privaten Instagram-Profile von einzelnen Einsatzkräften betreibt. Gegen die entsprechenden Fake-Accounts werden bereits rechtliche Schritte geprüft. Die Polizei bittet zudem darum, entsprechende Inhalte und Profile bei den jeweiligen Netzwerken zu melden.
  • KI-Influencer sind keine Seltenheit mehr. Doch ihre Akzeptanz in der Gesellschaft schwankt stark. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 sehen 27 Prozent der Millennials es als wahrscheinlich an, dass sie Inhalte von einem KI-generierten Influencer lesen, ansehen oder damit interagieren würden. Bei den Baby Boomern sind elf Prozent. Die Generation Z kommt auf 19 Prozent.

KI ermöglicht neue Betrugsmaschen

KI-Influencer sind mehr als nur ein schräger Social Media-Trend. Denn Fake-Accounts und KI-generierte Inhalte wie Bilder von vermeintlichen Polizistinnen offenbaren, wie einfach sich viele Menschen durch einen Mix aus Autorität, Sexualisierung und Technologie täuschen lassen.

Denn für immer mehr Nutzer verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Einerseits, weil KI-Technologien immer besser werden und andererseits, weil sie Betrügern neue Möglichkeiten eröffnen. Das Problem: Ein Appell an die Medienkompetenz einzelner Nutzer reicht nicht mehr aus, da immer weniger Menschen KI-Inhalte als solche erkennen.

Zudem sind Täuschungen und Manipulationen oft systematisch angelegt, sodass sie über einzelne Kommentarspalten hinausgehen. Betrüger, Populisten und Machiavellisten haben etwa längst erkannt, wie sich schädliche oder politische Inhalte subtil verbreiten lassen, um die Wahrnehmung zu verschieben – und zwar auch ohne Millionenreichweite, sondern durch eine Masse an Beiträgen, die KI erst möglich gemacht hat.

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  • Offenbar liegen vermehrt Hinweise auf Social Media-Profile vor, „die offenbar mittels Künstlicher Intelligenz generierte Bilder von Frauen in Polizeiuniform zeigen“, so ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Profile erwecken den Anschein, echte Hamburger Polizistinnen darzustellen. Sie sind nicht authentisch und schaden dem Ansehen der Polizei Hamburg.“
  • Medienethikerin Jessica Heesen stellt mit Erschrecken fest: „Wir sehen ja so ein ganz merkwürdiges Phänomen: Kaum dass man so eine Technologie zur Verfügung hat, wird die systematisch dazu benutzt, sexualisierte Darstellungen von Frauen zu haben, die auch teilweise sehr stark diskriminierend sind.“
  • Ein Nutzer namens Professor EP, der anonym bleiben will und die KI-Influencerin Emily Pellegrini erstellt und entsprechend gekennzeichnet hat, wehrt sich: „Viele Männer fühlen sich im Alltag übersehen oder emotional isoliert. Mit einer KI-Influencerin können sie Nähe simulieren – ohne Angst vor Ablehnung, ohne Realität.“

Aufklärung allein reicht nicht

Netzwerke wie Instagram und Co. müssen künftig mehr Verantwortung für Inhalte auf ihren Plattformen übernehmen, anstatt diese als Durchleiter von sich zu weisen. Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte sollten etwa zum Standard werden – und zwar gut sichtbar, verpflichtend und sanktionierbar.

Andernfalls droht eine weitere Vertrauens-Erosion. Das gilt sowohl für die digitale Öffentlichkeit als auch für reale Institutionen. Auch KI-Anbieter müssen deshalb stärker in die Pflicht genommen werden, etwa durch technische Wasserzeichen oder Nutzungseinschränkungen bei sensiblen Symbolen wie Uniformen.

Die Debatte dreht sich dabei nicht nur um Betrug, sondern auch um Macht. Wer darf Identitäten erschaffen? Und: zu welchem Zweck? Eine Regulierung wird deshalb zwangsläufig politisch werden. Nicht zuletzt steht die Gesellschaft selbst vor einer Bewährungsprobe.

Denn Aufklärung allein scheint nicht mehr zu reichen, wenn immer mehr Nutzer Täuschungen und KI-generierte Inhalte nicht erkennen können oder wollen. Medienkompetenz, klare Regeln und konsequentes Durchgreifen müssen zusammenkommen – sonst werden KI-Profile nicht die letzte Illusion bleiben, die sich profitabel verkaufen lässt.

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