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WhatsApp-Nutzernamen: Meta verkauft dir Schutz, meint aber Tracking

15. April 2026 um 11:00

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WhatsApp‑Nutzer sollen künftig auch ohne Telefonnummer erreichbar sein. Eine neue Funktion verspricht auf den ersten Blick mehr Privatsphäre und Schutz. Mutterkonzern Meta agiert jedoch alles andere als uneigennützig. Denn was als tolles Datenschutz‑Feature verkauft wird, ist auch ein Stück weit Augenwischerei. Eine kommentierende Analyse.

So funktionieren Benutzernamen auf WhatsApp

  • WhatsApp veröffentlicht seit dem 8. April 2026 schrittweise eine Funktion, auf die viele Nutzer sehnsüchtig gewartet haben: einen eigenen Benutzernamen. Die Idee: Wer einen solchen erstellt, soll künftig über diesen Namen erreichbar sein, ohne die eigene Telefonnummer preisgeben zu müssen. Die Funktion ersetzt aber nicht die Telefonnummer bei der Registrierung. Heißt: Wer WhatsApp nutzen will, braucht nach wie vor eine gültige Mobilfunknummer.
  • Zunächst hat nur eine begrenzte Anzahl an Nutzern die Möglichkeit, einen eigenen Benutzernamen bei WhatsApp zu erstellen. Dem Vernehmen nach ist die volle Verfügbarkeit zur Jahresmitte 2026 geplant. Wann Nutzer in Deutschland an der Reihe sind, ist bislang unklar. Wer bereits Zugriff auf die Funktion hat, kann unter „Einstellungen“ und „Profil“/„Konto“ einen eigenen Benutzernamen festlegen. Dieser beginnt mit einem @, muss zwischen drei und 35 Zeichen lang sein und darf nur Kleinbuchstaben, Punkte, Zahlen und Unterstriche enthalten. Die Regeln könnten sich aber auch noch ändern.
  • Pikant: Wer auf WhatsApp denselben Benutzernamen wie auf Instagram oder Facebook nutzen möchte, wird laut wabetainfo aufgefordert, seine Profile über das sogenannte Accounts Center miteinander zu verknüpfen. Meta zielt damit offenbar auf eine freiwillige Verbindung der Dienste ab. Denn: Bislang hat der WhatsApp‑Konzern Daten aus seinen Plattformen auf Basis einer schwammigen rechtlichen Grundlage zusammengeführt, die bereits die europäischen Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen hat.

Warum Nutzernamen Meta mehr nützen als dir

WhatsApp verkauft Benutzernamen als einen Befreiungsschlag aus der Nummernpflicht und als digitalen Vorhang, der Anonymität verspricht. Das hat zweifellos den Vorteil, dass Fremde künftig nicht mehr so einfach Telefonnummern über den Messenger abgreifen können – etwa um betrügerische Inhalte zu verschicken.

Doch: Meta wird weiterhin ganz genau wissen, wer sich hinter einem Profil verbirgt. Hinzu kommt, dass Nutzer offenbar dazu verleitet werden sollen, ihren WhatsApp‑Account über identische Nutzernamen mit Facebook und Instagram zu verknüpfen. Wer das tut, tritt die auf der einen Seite gewonnene Privatsphäre auf der anderen Seite an einen US‑amerikanischen Großkonzern ab, der nichts anderes im Sinn hat, als mit den neu gewonnenen Daten Profit in Form von Werbung zu schlagen.

Oder: Was WhatsApp als Komfort verkauft, entpuppt sich vielmehr als kosmetisches Make‑up, das weniger im Nutzer‑, sondern vielmehr im Konzerninteresse ist. Denn wer glaubt, ein @ ersetze die Infrastruktur aus Identität und Tracking, der irrt gewaltig.

Die Logik bleibt nämlich die alte: weniger Sichtbarkeit für andere Nutzer und mehr Verknüpfbarkeit im Sinne des Plattform‑Ökosystems von Meta. Nutzernamen auf WhatsApp werden deshalb allenfalls nach außen hin ein Schutzschild sein. Meta hingegen will mehr denn je an deine Daten, um einen digitalen Fingerabdruck von dir zu erstellen, der einem Scanner im neuen Gewand gleichkommt.

Was Sicherheitsexperten sagen

  • Ein Reddit‑Nutzer schart bereits seit einigen Monaten mit den Hufen: „Seit einem Jahr höre ich schon, dass Benutzernamen kommen sollen, aber es ist immer noch nichts passiert! Die Leute wollen ihre privaten Nummern nicht mehr weitergeben! Sie haben das schon vor Monaten getestet, und sie testen es immer noch! Gott weiß, was für Entwickler sie da eingestellt haben! Wie kann es so lange dauern, nur um eine Benutzernamen‑Funktion einzuführen? Und obendrein haben sie noch nicht einmal eine Möglichkeit hinzugefügt, Nachrichten von unbekannten Nummern zu blockieren! Was machen die eigentlich?“
  • Damian Archer, Vice President für Beratung und Professional Services für den amerikanischen Raum bei Trustwave, gegenüber IT Brew: „Stellt die Verwendung desselben Benutzernamens für alle Online‑Profile ein ebenso großes Risiko dar wie die Verwendung desselben Passworts? Absolut nicht. Ist es ein Risiko für Ihre Privatsphäre und den Datenschutz im Allgemeinen? Ja, das ist es. (…) Man kann Informationen finden, die mit diesem Nutzer in Verbindung stehen könnten und die er völlig vergessen hat.“
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt zu bedenken: „Geben Sie nur so viel wie unbedingt notwendig über sich preis – sowohl öffentlich als auch gegenüber dem Anbieter ihres E‑Mail‑Dienstes oder einer Social‑Media‑Plattform. Nutzen Sie unterschiedliche Nutzernamen auf unterschiedlichen Plattformen. So erschweren Sie es Cyberkriminellen, ein Gesamtprofil über Sie zu erstellen.“

So schützt du deine Identität trotz Benutzername

Die eigentliche Frage ist künftig nicht, ob Meta Daten aus seinen verschiedenen Plattformen zusammenführen wird, sondern auf welche Art und Weise sowie mit welcher Rechtsgrundlage. Das Unternehmen sucht einmal mehr nach einem Schlupfloch, um seine Nutzer aus Eigennutz nach innen hin gläsern zu machen.

Denn: Der Verschluss der eigenen Telefonnummer sowie identische Nutzernamen auf WhatsApp, Instagram und Facebook mögen zwar verlockend klingen. Doch wenige Klicks können schnell in einer stillen Einwilligung in eine skrupellose Datenarchitektur münden. Für WhatsApp‑Nutzer bleibt die Wahl zwischen Komfort und Kontrollillusion damit erstaunlich schmal.

Vermeintlich sichere Nutzernamen sind nämlich nur so sicher wie die Gewohnheiten, die sie begleiten. Und die bestehen bekanntlich selten aus Zurückhaltung, sondern aus Scrolling und Klicks. Meine Empfehlung für die, die im Netz möglichst anonym surfen wollen, ist deshalb so altmodisch wie unbequem – aber eben auch effektiv. Sprich: nicht nur Namen ändern, sondern Identität bewahren oder schlichtweg Verbindungen kappen.

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WhatsApp öffnet sich: So nutzt du Chats mit anderen Messengern

02. April 2026 um 05:45

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WhatsApp Drittanbieter-Chats aktivieren Meta Digital Markets Act EU Smartphone

Bei WhatsApp kannst du künftig auch Drittanbieter-Chats integrieren und so Nachrichten aus verschiedenen Apps gebündelt an einem Ort finden. Wir erklären dir, wie du die neue Funktion aktivieren kannst und welche Dienste dabei alles unterstützt werden.

WhatsApp vereint auf seiner Plattform mehr als drei Milliarden Menschen in über 180 Ländern und ist damit der beliebteste Messenger weltweit. Doch die enorme Marktmacht der Meta-Tochter erhöht auch den regulatorischen Druck.

Mit dem Digital Markets Act will beispielsweise die EU einen faireren Wettbewerb stärken und sogenannte „Gatekeeper“ einschränken. Besonders dominante Dienste müssen sich deshalb nun für Drittanbieter öffnen – und das gilt auch für WhatsApp.

Aus diesem Grund kannst du künftig auch Drittanbieter-Chats in WhatsApp aktivieren und so verschiedene Messenger in einer App nutzen. Wir erklären dir, wie das funktioniert.

So kannst du Drittanbieter-Chats bei WhatsApp aktivieren

Drittanbieter-Chats kannst du bei WhatsApp ganz einfach in deinen Einstellungen aktivieren. Klicke dafür in der App auf deinem iPhone auf dein Profilbild in der unteren rechten Ecke des Bildschirms oder auf deinem Android-Smartphone auf die drei Punkte.

Wähle hier nun in den Einstellungen den Menüpunkt „Konto“ aus. Hier findest du die Option „Drittanbieter-Chats“. Über den Button „Aktivieren“ kannst du es Personen erlauben, dir aus Drittanbieter-Apps Nachrichten zu senden.

Hast du den Button „Aktivieren“ angeklickt, erhältst du noch einmal Informationen zu der neuen Funktion. WhatsApp weist hier auch noch einmal darauf hin, dass die neue Funktion nur für „zulässige Drittanbieter-Messaging-Apps“ gilt.

Diese kannst du nach einer Bestätigung über den „Weiter“-Button im nächsten Fenster in einer Übersicht sehen und auswählen. Aktuell sind hier allerdings nur die beiden Apps „BirdyChat“ und „Haiket“ zu finden. Ob Signal, Telegram und Co. hier noch Einzug halten, ist bisher nicht bekannt.

In einem nächsten Schritt musst du nun noch auswählen, ob du die Chats kombiniert in einem Postfach oder in einem getrennten Postfach bei WhatsApp anordnen willst. Mit einem abschließenden Klick auf „Aktivieren“ kannst du die neue Funktion nutzen.

WhatsApp-Chats mit anderen Messengern

In deinen Einstellungen kannst du außerdem auswählen, dass WhatsApp dich benachrichtigen soll, wenn du über einen Drittanbieter-Chat kontaktiert wirst. Willst du selbst einen Drittanbieter-Chat starten, kannst du das über das Plus in der oberen rechten Ecke deines Bildschirms im Bereich Chats machen.

Tippe auf das Plus und wähle dann „Neuer Drittanbieter-Chat“ aus. Wähle dann die jeweilige App aus und gib die Benutzer-ID des Empfängers ein.

Das kann laut WhatsApp je nach App eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer oder ein Benutzername sein. Am Ende bestätigst du noch mit „Chat erstellen“ und kannst nun Nachrichten, Bilder, Videos, Sprachnachrichten und Dokumente versenden und empfangen. Diese werden bei der Übermittlung laut WhatsApp verschlüsselt.

Das solltest du bei der Nutzung von Drittanbieter-Chats bei WhatsApp beachten

Trotz der Integration der Drittanbieter-Chats sind einige Einstellungen anders als für herkömmliche WhatsApp-Chats. So werden beispielsweise dein Name und dein Profilbild nicht über die Drittanbieter-Chats geteilt, deine Telefonnummer hingegen schon.

WhatsApp weist außerdem darauf hin, dass dich jede Person über eine Drittanbieter-App anschreiben kann, die deine Telefonnummer kennt. Das gilt auch für Personen, die du auf WhatsApp blockiert hast. Erhältst du allerdings eine Nachricht von einer unerwünschten Person über einen Drittanbieter-Chat, kannst du diese auch ganz normal blockieren.

Aktuell ist die neue Funktion nur für iPhones und Android-Smartphones verfügbar. Auf Tablets, im Web oder in der Desktop-Version kannst du das Feature nicht nutzen.

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