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Bluesky, Mastodon, W Social, Threads: 4 Alternativen zu X im Vergleich

02. Juni 2026 um 20:01

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X-Alternativen Twitter W Social Eurosky Bluesky Threads Mastodon

Immer mehr Nutzer kehren X (ehemals Twitter) den Rücken. Gleichzeitig wächst die Zahl der Alternativen. Neben Bluesky, Mastodon und Threads drängt mit W Social seit 2026 ein europäisches Netzwerk auf den Markt, während die Initiative Eurosky eine eigene Infrastruktur für digitale Identitäten aufbaut. Doch wie unterscheiden sich die Angebote in Sachen Datenschutz, Reichweite und Nutzererlebnis? Ein Vergleich. 

Soziale Medien haben sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und gehören für Milliarden Menschen weltweit längst zum Alltag. Das zeigt sich auch in den stetig steigenden Nutzerzahlen. Denn während 2015 weltweit noch rund 2,27 Milliarden Menschen (€) soziale Netzwerke nutzten, waren es im Oktober 2025 bereits etwa 5,66 Milliarden.

Die weltweite Nutzerzahl hat sich innerhalb von nur zehn Jahren mit einem Plus von rund 150 Prozent also deutlich mehr als verdoppelt. Mit dem rasanten Wachstum rücken jedoch auch Fragen des Datenschutzes, der Marktmacht einzelner Plattformen und damit auch möglicher digitaler Alternativen zunehmend in den Fokus.

Das gilt besonders für das ehemalige Twitter, das seit der Übernahme durch Elon Musk unter dem Namen X auftritt. Denn die Änderungen bei Moderation, Verifizierung und Plattformregeln nach der Übernahme sorgen immer wieder für Kritik.

Viele Nutzer haben die Plattform deshalb verlassen oder ihren Auftritt auf der Plattform eingeschränkt. Doch welche Möglichkeiten bieten Alternativen wie Bluesky, Mastodon, Threads oder das neue europäische W Social?

Alternativen zu X (ehemals Twitter) rücken in den Fokus

Die großen sozialen Netzwerke wie X, Instagram, TikTok und Co. haben ihren Ursprung in den USA oder China. Das hat allerdings auch zur Folge, dass nicht nur die wirtschaftliche Kontrolle, sondern häufig auch zentrale Teile der technischen Infrastruktur außerhalb Europas liegen.

Angesichts wachsender Sorgen um Datenschutz und politische Einflussnahme fordern Kritiker bereits seit einer Weile mehr digitale Unabhängigkeit von den großen sozialen Netzwerken. Daher wächst auch das Interesse an Alternativen zu X, die mehr Unabhängigkeit und Transparenz versprechen.

1. Bluesky – dezentral, offen und kompatibel mit Eurosky

Bluesky wurde 2019 zunächst als Forschungsprojekt innerhalb von Twitter gestartet. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen bei X nach der Übernahme durch Elon Musk ist Bluesky seit 2023 auch als eigenständige Plattform öffentlich nutzbar.

Das Netzwerk basiert auf dem sogenannten AT-Protokoll, das eine dezentrale Struktur ermöglicht und Nutzern mehr Kontrolle über Inhalte, Daten und Moderation geben soll. Zwar stammt Bluesky selbst aus den USA und ist damit keine europäische Alternative zu X im engeren Sinne.

Allerdings lässt sich die Plattform in europäischen Konzepten wie Eurosky einbinden. Über eine digitale Identität und das AT-Protokoll können Nutzer den kompatiblen Dienst verwenden und zugleich von europäischen Datenschutzstandards profitieren.

1.1 Eurosky – wie Bluesky europäischen Datenschutz bekommt

Da Bluesky auf dem offenen AT-Protokoll basiert, lässt sich die Plattform auch in europäische Konzepte wie Eurosky einbinden. Eurosky ist kein eigenständiges soziales Netzwerk, sondern eine gemeinnützige Initiative, die eine unabhängige europäische Infrastruktur für digitale Identitäten schaffen will.

Nutzer erstellen einmalig eine digitale Identität und können diese bei kompatiblen Diensten wie Bluesky verwenden, wobei die Daten auf europäischen Servern gespeichert bleiben und unter europäisches Datenschutzrecht fallen.

2. Mastodon – wie das Netzwerk ohne Zentrale funktioniert

Ähnlich wie Bluesky funktioniert auch die europäische Alternativen Mastodon, die es bereits seit dem Jahr 2016 gibt. Anders als klassische Plattformen setzt Mastodon auf ein dezentrales Netzwerk aus vielen unabhängigen Servern, den sogenannten „Instanzen“.

Diese verfügen jeweils über eigene Regeln, Moderationsrichtlinien und Communitys. Nutzer können sich bei Mastodon eine Instanz auswählen und dennoch mit dem gesamten Netzwerk kommunizieren. Diese Struktur bietet mehr Kontrolle auf Community-Ebene und reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Konzernen.

3. Threads – einfacher Einstieg via Instagram, aber Meta kontrolliert die Daten

Wie auch Bluesky wurde Threads im Jahr 2023 von Meta als direkte Antwort auf X gestartet. Die Plattform ist eng mit Instagram verknüpft und ermöglicht die Anmeldung daher unkompliziert über ein bestehendes Instagram-Konto.

Nutzer können so ohne neue Registrierung direkt Beiträge veröffentlichen und ihrem bestehenden Netzwerk folgen. Ähnlich wie X setzt auch Threads auf ein textbasiertes Format, ist durch die Einbindung ins Meta-Ökosystem allerdings fest in der Infrastruktur eines großen US-Konzerns.

Gerade im Hinblick auf Datenschutz und Datenkontrolle wird Threads deshalb häufig kritisch als weiteres Beispiel für die Dominanz US-amerikanischer Plattformen im Social-Media-Markt gesehen.

4. W Social – was kann der Newcomer aus Schweden?

W Social ist ein privates Start-up mit Sitz in Schweden, das Anfang 2026 öffentlich vorgestellt wurde. Die Plattform versteht sich als europäische Alternative zu X und setzt auf verifizierte Nutzer, Transparenz und europäisches Datenschutzrecht. Die Daten sollen ausschließlich in Europa gehostet werden.

Technisch basiert W Social auf dem AT-Protokoll, das auch Bluesky nutzt, und setzt damit auf eine dezentrale Struktur. Aktuell befindet sich die Plattform noch in einer geschlossenen Beta-Phase mit Einladungscodes.

Die öffentliche Beta soll am 17. Juni 2026 starten, eine vollständige Öffnung ist bis Ende 2026 geplant. Ob sich W Social gegen die etablierten Alternativen durchsetzen kann, hängt unter anderem vom Monetarisierungsmodell und der tatsächlichen Nutzerbasis ab.

Was bieten X-Alternativen hinsichtlich der Reichweite?

In Sachen Reichweite können die X-Alternativen noch nicht mit X mithalten. Trotz teils stark wachsender Nutzerzahlen bleiben Plattformen wie Bluesky, Mastodon oder Threads deutlich kleiner und erreichen bislang nicht die globale Breitenwirkung des etablierten Kurznachrichtendienstes.

Im Vorteil ist hier vor allem Threads durch die bereits bestehende Infrastruktur des Meta-Ökosystems. Doch auch diese Alternative bleibt noch immer hinter dem Kurznachrichtendienst X zurück.

Threads zählte im September 2025 rund 242 Millionen Visits, bei X lag die Zahl im gleichen Monat bei 4,3 Milliarden. Auch Mastodon und Bluesky bleiben mit 2,1 Millionen beziehungsweise 140 Millionen Visits deutlich hinter diesen Zahlen zurück.

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Stressfaktor Smartphone: Warum Telefonieren vielen Menschen Angst macht

30. Mai 2026 um 05:45

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nicht telefonieren wollen angst Smartphone stress

Das Telefon klingelt. Doch statt abzuheben, starren viele Menschen nur auf das Display und warten, bis es aufhört. Was früher Alltag war, löst heute bei Millionen Menschen Stress aus. Eine aktuelle Studie der Uniklinik Heidelberg untersucht, ob hinter der sogenannten Telefonphobie eine eigenständige Angststörung steckt. Die Ergebnisse zeigen: Besonders Millennials sind betroffen und es gibt einen klaren Zusammenhang mit unserer Smartphone-Nutzung. 

Seit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 hat das Smartphone den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. Was zunächst als technisches Prestigeobjekt galt, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum ständigen Begleiter für so gut wie alle Lebenslagen.

Heute tragen die meisten Menschen ihr Smartphone nahezu rund um die Uhr bei sich und nutzen es oft mehrere Stunden täglich. Allein in Deutschland besitzen inzwischen mehr als 71 Millionen Menschen ein Smartphone, im Jahr 2016 waren es noch rund 51 Millionen.

Wie das Smartphone unsere Kommunikation verändert hat

Durch Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und die permanente Erreichbarkeit hat das Smartphone allerdings nicht nur den Zugang zu Informationen beschleunigt. Auch die Art, wie Menschen kommunizieren, hat sich dadurch grundlegend verändert.

Für immer mehr Menschen führen aber genau diese vielfältigen Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, zu Überforderung, Stress und einem veränderten Umgang mit zwischenmenschlichem Kontakt. Besonders spontane Telefonate empfinden viele inzwischen als unangenehm oder belastend, obwohl die digitale Kommunikation gleichzeitig so selbstverständlich geworden ist wie nie zuvor.

Warum haben Menschen Angst vorm Telefonieren?

Das Telefonieren löse vor allem durch die damit einhergehende Spontanität bei vielen Menschen Stress aus, erklärt Nadine Wolf von der Uniklinik Heidelberg gegenüber n-tv.de. Wolf und ihr Team untersuchen aktuell in einer Studie, wie sich die exzessive Smartphonenutzung und der Verzicht auf das Smartphone auf Veränderungen der Gehirnaktivität auswirken.

Die schriftliche Kommunikation hat im Vergleich zum Telefonieren den Vorteil, dass sie sich besser kontrollieren und zeitlich steuern lässt. Beim Telefonat hingegen können unvorhergesehene Rückfragen auftreten, die zu Symptomen von Stress und Angst führen können.

Das bestätigt auch eine Studie aus dem Jahr 2019. Dabei wurden in Großbritannien 500 Büroangestellte zu dem Thema befragt. Insgesamt gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie beim Klingeln des Telefons unter anrufbedingter Angst leiden.

Ein Drittel gab dabei als Grund die Sorge an, nicht zu wissen, wie sie mit einer Anfrage umgehen sollen. Weitere 15 Prozent befürchten, am Telefon zu blockieren und nicht weiter zu wissen.

Bei den Millennials treten diese Ängste vermehrt auf. Ganze 76 Prozent der Befragten haben angstbesetzte Gedanken, wenn sie das Telefon klingeln hören, bei Kollegen aus der Baby-Boomer-Generation waren es nur 40 Prozent.

Ist Telefonphobie eine eigene Form der sozialen Angststörung?

In der Studie am Universitätsklinikum Heidelberg soll auch geklärt werden, ob Telefonphobie eine eigenständige Art der sozialen Angststörung darstellt:

Ist es wirklich eine Angst, die eigenständig zu betrachten ist, oder ist sie Bestandteil sozialer Angststörungen und tritt bei Menschen mit ausgeprägteren Persönlichkeitsmerkmalen wie Unsicherheit oder Ängstlichkeit auf?

Dabei sei beim Aufschieben eines lästigen Telefonats jedoch noch keine Angststörung zu befürchten. „Problematisch wird es, wenn ich im Alltag Beeinträchtigungen erlebe und merke, das hat wirklich eine Auswirkung auf mein Leben, sei es im persönlichen oder beruflichen Kontext“, so Wolf.

Laut ihr könne man sich das Unwohlsein beim Telefonieren allerdings abtrainieren. Denn durch das Üben sozialer Interaktionen und bewusstes Üben in alltäglichen Gesprächssituationen lasse sich die damit verbundene Stressreaktion schrittweise reduzieren.

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Podcast: Sind Smartphones die schlimmste Droge aller Zeiten?

29. Mai 2026 um 06:54

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BREAK THE WEEK Podcast

BREAK/THE WEEK ist dein wöchentlicher Tech-Talk von BASIC thinking, der dich hinter die Kulissen der Tech-Welt nimmt. In der neuen Ausgabe diskutieren wir über digitalen Dauerstress im Alltag, KI in der Literatur und Justiz sowie den E-Autoboom in Skandinavien. 

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Die Themen dieser Ausgabe:

  • VR und KI gegen Redeangst: Das Start-up „Schnackbar“ hilft Schülerinnen und Schülern mit Virtual Reality
  • Bayerns KI-System „ALeKS“ anonymisiert Gerichtsentscheidungen automatisch – mehr Transparenz für die Justiz
  • Spotify rudert zurück: Das neue 3D-Logo ist weg – doch die KI-Flut in der App bleibt
  • Solarzellen im Elektroauto: Bis zu 80 Prozent mehr Reichweite – Realität oder Wunschdenken?
  • Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk über KI in der Literatur: Inspiration ja, Auslagerung nein
  • Skandinavien macht’s vor: Zwei von drei Neuwagen sind bereits Elektroautos
  • Digitaler Dauerstress: 81 Prozent greifen stündlich zum Smartphone – was wirklich dagegen hilft
  • Yes or No: Zehn Fragen zu KI, Smartphones und dem ersten Elektroauto von Ferrari

Wenn du keine neue Ausgabe von BREAK/THE WEEK verpassen willst, kannst du den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Audible, YouTube oder Deezer kostenlos abonnieren. Mit einem Abo und einer positiven Rezension auf den Podcast-Plattformen unterstützt du unsere Arbeit. Vielen Dank!

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Digitaler Dauerstress: Der große Kampf gegen das eigene Smartphone

27. Mai 2026 um 11:00

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Viele Menschen in Deutschland befinden sich laut einer Umfrage in digitaler Dauerbereitschaft. Die Folge: Druck, Stress und eine schwindende Konzentrationsfähigkeit. Über die Hälfte der Betroffenen will deshalb aktiv ihre Online-Zeit verkürzen. Aber zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine eklatante Lücke. Warum Software-Lösungen oft scheitern, physische Geräte boomen und Konzentration zum Luxusgut werden könnte. Eine kommentierende Analyse.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: So abhängig ist Deutschland vom Handy

  • Einer repräsentativen Umfrage der IU Internationalen Hochschule in Erfurt zufolge schauen 81 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Stunde auf Smartphone, Tablet oder Co. – selbst wenn sie keine Benachrichtigungen bekommen. Knapp die Hälfte davon gab an, Angst davor zu haben, etwas zu verpassen, wenn sie offline sind. Für die Umfrage wurden 2.000 Personen in Deutschland im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt, repräsentativ nach Alter und Geschlecht.
  • Eines der zentralen Ergebnisse: 56 Prozent der Befragten äußerten den Wunsch, häufiger offline sein zu wollen. Um das zu erreichen, gaben 38,4 Prozent an, ihre Push-Benachrichtigungen auszuschalten. 29,5 Prozent aktivieren regelmäßig den „Nicht stören“-Modus. Wiederum 28,7 Prozent gaben an, bei bestimmten Aktivitäten wie Sport gänzlich auf digitale Geräte zu verzichten. Das Problem: Sozialer Druck, berufliche Erreichbarkeit und die Angst, etwas zu verpassen, hindert viele daran, wirklich abzuschalten.
  • Neben bestimmten Geräteeinstellungen gibt es mittlerweile auch Apps, die die Online-Zeit reduzieren sollen. Doch psychologische Mechanismen sorgen dafür, dass Nutzer Obergrenzen oder Sperren mit wenigen Klicks umgehen. Physische Lösungen wie Brick oder die Zenbox blockieren Apps und Websites deshalb über reale Handlungen. Wird ein iPhone etwa an die Zenbox gehalten, werden festgelegte Apps und Internetseiten blockiert. Um diese Sperre aufzuheben, ist ein erneuter Kontakt mit dem Gerät notwendig.

Digitale Diät-Cola: Warum Fokus-Apps das Problem nicht lösen

Das Smartphone ist für viele kein Alltagshelfer mehr, sondern eine Belastung. Es liegt nachts neben dem Bett und morgens zuerst in der Hand. Das reflexartige Hochziehen des Bildschirms ist mittlerweile fast schon so etwas wie ein ungesundes Ritual. Die aktuellen Entwicklungen rund um digitale Süchte entbehren dabei nicht einer gewissen Ironie.

Denn: Mitunter dieselbe Tech-Welt, die unsere Aufmerksamkeit zerstückelt und uns Selbstkontrolle nimmt, verkauft nun Werkzeuge zur Rettung davor. Darunter: Fokus-Apps oder Funktionen zur Bildschirmzeitanalyse, die wie eine digitale Diät-Cola das schlechte Gewissen spülen sollen, während die Abhängigkeit bleibt.

Dass nun physische Lösungen wie Zenbox oder Brick boomen, sagt viel über den Zustand unserer Selbstdisziplin, aber auch über digitale Sucht als Krankheit aus. Wir brauchen offenbar wieder Türschlösser für den eigenen Willen und das eigene Wohlergehen. Gleichzeitig wäre es zu billig, die Verantwortung allein dem Silicon Valley zuzuschieben.

Denn: Wer auf jede Nachricht sofort reagiert, tut das nicht nur wegen Algorithmen, sondern auch wegen sozialer Dressur und sozialen Drucks. Dauererreichbarkeit ist dabei zu einer modernen Höflichkeitsform geworden. Wer nicht antwortet, gilt schnell als unzuverlässig, unmotiviert oder schlicht unsichtbar. Das ist keine gute Entwicklung.

Stimmen und Reaktionen

  • Timo Kortsch, Professor für Wirtschaftspsychologie an der IU Internationalen Hochschule, in einem Statement: „Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Offline-Zeit, schafft es aber nicht, diesen Wunsch umzusetzen. Das spricht nicht für fehlendes Wissen, sondern für einen starken äußeren Erwartungsdruck: soziale Normen, berufliche Erreichbarkeit und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO – Fear of Missing Out). Dahinter stecken komplexe psychologische Mechanismen, die über das individuelle Verhalten hinausgehen.“
  • Zenbox-Gründer Konstantin Singer gegenüber BASIC thinking: „Das Smartphone ist eine produktive Wunderwaffe, doch die Geschäftsmodelle der großen Tech-Konzerne haben dazu geführt, dass uns das Wichtigste immer mehr genommen wird: unsere eigene Aufmerksamkeit. Zenbox ist die smarte Antwort darauf, sich wieder auf das zu fokussieren, was im richtigen Moment wirklich zählt: Familie, echte Gespräche, fokussiertes Arbeiten. Ein kleines, physisches Device kombiniert mit einer klar designten App, das durch ein leichtes Ritual hilft, Bildschirmzeit bewusst zu reduzieren und die Kontrolle über die eigene Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.“
  • Laut Dimitrij Müller vom Zentrum für Verhaltensforschung der Caritas Berlin können Apps und Einstellungen zwar helfen. Bei einer fortgeschrittenen Sucht über Jahre brauche es aber medizinische Begleitung. Müller zufolge gehört Mediensucht wie Glücksspiel- und Kaufsucht zu den sogenannten Verhaltenssüchten: „Dabei wird das Suchtmittel zur Regulation von Emotionen genutzt. Statt meine Emotionen wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen, drücke ich sie weg und dröhne mich mit Dopamin zu. (…) Die Anbieter werden in diesen Strategien immer aggressiver.“

Digitaler Stress: Wird Konzentration bald zum Luxusgut?

Die nächste Phase der Digitalisierung könnte paradox werden. Denn je smarter Technik wird, desto größer dürfte der Markt für künstliche Reibung werden. Menschen kaufen dann nicht mehr nur Geräte, sondern Widerstände dagegen. Digital Detox bekommt damit eine fast schon religiöse Bedeutung: begleitet von kleinen Ritualen, NFC-Boxen und Offline-Zeiten.

Eine moderne Beichtpraxis gegen den digitalen Dopaminkapitalismus sozusagen. Gleichzeitig wird der Kampf um Aufmerksamkeit härter. KI-Assistenten, personalisierte Feeds und algorithmische Daueransprache werden in den kommenden Jahren noch präziser darin werden, menschliche Emotionen auszunutzen.

Die Frage lautet deshalb nicht mehr nur, ob Smartphones süchtig machen können, sondern ob Konzentration künftig zu einem Luxusgut wird – ähnlich wie Wohnraum oder Freizeit. Vielleicht liegt die eigentliche Zukunft aber auch nicht im kompletten Offline-Sein, sondern in einer neuen digitalen Etikette.

So wie Rauchen aus Restaurants verschwand, könnte auch permanente Erreichbarkeit irgendwann als rücksichtslos gelten. Wer etwa mitten im Gespräch aufs Display schaut, wirkt dann nicht mehr beschäftigt, sondern sozial verwahrlost. Um es überspitzt zu formulieren, wäre das womöglich der erste echte Fortschritt seit Einführung des „Nicht stören“-Modus.

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Internetsucht: Studie identifiziert drei psychologische Ursachen

24. Mai 2026 um 09:45

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Internet Sucht Smartphone Scrollen Konsum

Manche Menschen können ihr Smartphone einfach nicht weglegen, selbst wenn sie es wollen. Eine große Studie mit über 800 Teilnehmern hat jetzt drei psychologische Mechanismen identifiziert, die hinter diesem Kontrollverlust stecken. Die Ergebnisse des Teams um den Psychologen Matthias Brand zeigen, warum Betroffene unterschiedlich ticken – und wie Therapien in Zukunft gezielter helfen könnten. 

Eine problematische Internetnutzung entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem in der Gesellschaft. Ein Forscherteam um den Psychologen Matthias Brand untersuchte daher die zugrundeliegenden psychologischen Mechanismen genauer.

Die Wissenschaftler testeten über 800 Versuchspersonen mit standardisierten Interviews, kognitiven Aufgaben und Fragebögen. Ziel war es, die Ursachen für den aktuellen und zukünftigen Kontrollverlust beim Surfen, Spielen oder Einkaufen im Netz zu verstehen.

Stressflucht ins Netz: Wenn Gefühle den Konsum steuern

Die Studie zeigte drei miteinander verbundene Wege auf, die zu einer problematischen Nutzung führen. Der erste Weg wird von Gefühlen gesteuert und belohnt die Nutzer in ihrem Handeln.

Menschen konsumieren demnach digitale Inhalte, um ihren Alltagsstress zu bewältigen und negativen Stimmungen zu entkommen. Dieses Verhalten erzeugt ein starkes Verlangen, immer wieder online zu gehen, da die virtuelle Welt eine emotionale Erleichterung verschafft.

Internetsucht: Warum greifen wir automatisch zum Smartphone?

Der zweite Mechanismus beschreibt den Übergang zur reinen Gewohnheit bei der Mediennutzung. Nutzer würden Spiele oder soziale Netzwerke ganz automatisch ohne nachzudenken auf ihren Geräten aufrufen.

Dieses Verhalten zielt darauf ab, negative Emotionen von vornherein zu vermeiden und eine Ablenkung zu schaffen. Eine grundsätzliche Aufmerksamkeitsstörung oder Impulsivität der Person spielt bei dieser fortschreitenden Automatisierung eine entscheidende Rolle.

Fehlende Impulskontrolle: Wenn das Aufhören unmöglich wird

Der dritte Weg betrifft die kognitive Kontrolle, also die grundlegende Unfähigkeit, eine begonnene Handlung rechtzeitig zu beenden. Betroffene würden verringerte exekutive Funktionen aufweisen, wodurch sie ihre eigenen Impulse schwerer regulieren können.

Sobald sie mit dem Konsum digitaler Inhalte beginnen, versagt die notwendige Hemmkontrolle. Sie können das genutzte Endgerät nicht mehr ausschalten, selbst wenn sie dieses Ziel eigentlich verfolgen.

Wie Therapien künftig gezielt bei Internetsucht helfen

Alle drei psychologischen Antriebe erklären im Zusammenspiel über sechzig Prozent der gemessenen Symptome bei den Teilnehmern. Auch sechs Monate später erwiesen sich diese Mechanismen noch als zuverlässige Vorhersagen für das Nutzungsverhalten der untersuchten Personen. Die Forscher sehen in diesen Erkenntnissen ein großes Potenzial für die medizinische Praxis. Künftige Behandlungen ließen sich so genauer auf das jeweilige Hauptproblem der betroffenen Patienten zuschneiden.

Je nachdem, welcher Mechanismus dominiert, dürften künftig unterschiedliche Therapieansätze in der Praxis helfen. Wer das Internet vorrangig zur Stressbewältigung nutzt, könnte von einem Training zur Emotionsregulation profitieren. Wem hingegen die Hemmkontrolle fehlt, dem würde ein spezielles Training zur Stärkung der Impulskontrolle helfen. Das Autorenteam um Matthias Brand erklärte zu den therapeutischen Möglichkeiten:

Kliniker sollten systematisch die Haupttreiber der problematischen Internetnutzung bei ihren Patienten erfassen und dann die optimalen Interventionen auswählen, um gezielt die jeweiligen Wege anzusprechen. Dies könnte beispielsweise durch die Kombination klassischer kognitiver Verhaltenstherapie mit spezifischen affektiven oder kognitiven Trainings geschehen.

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Weil alles gleich klingt: LinkedIn will KI-Inhalte filtern – mit eigener KI

22. Mai 2026 um 11:00

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Mehr als jeder zweite LinkedIn-Artikel soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz geschrieben worden sein. Das zeigt eine Analyse von rund 9.000 Beiträgen. Jetzt reagiert die Plattform und will generische KI-Inhalte mit einem eigenen Erkennungsmodell filtern. Das Problem: LinkedIn hat die KI-Flut mit eigenen Schreibtools selbst befeuert. Eine kommentierende Analyse.

54 Prozent KI-Artikel auf LinkedIn: Wie groß ist das Problem wirklich?

  • La ut einer Studie des Softwareanbieters Originality AI sollen 54 Prozent der sogenannten LinkedIn-Artikel mithilfe von KI geschrieben worden sein. Dabei handelt es sich um Inhalte, die länger als klassische Beiträge sind, aber dennoch im Newsfeed auftauchen. Das Unternehmen hat knapp 9.000 LinkedIn-Artikel über einen Zeitraum von 82 Monaten analysiert. Ergebnis: Der Anteil KI-generierter Inhalte sei seit dem Release von ChatGPT Ende 2022 drastisch angestiegen. Die Folge: Auf LinkedIn kursiert nicht nur immer mehr minderwertiger KI-Schrott. Viele Beiträge klingen aufgrund von KI auch immer ähnlicher.
  • LinkedIn hat nun angekündigt, nicht nur vermehrt gegen KI-Müll, sondern auch gegen automatisierte Kommentare und generische Antworten vorgehen zu wollen, da diese lediglich bestehende Aussagen wiederholen, ohne neue Impulse oder Perspektiven zu liefern. Um KI-Inhalte zu identifizieren, will die Plattform auf eine eigens trainierte Künstliche Intelligenz setzen. Das intern entwickelte Modell soll generische Inhalte erkennen und von Beiträgen unterscheiden können, die Expertise, Kontext oder persönliche Erfahrung liefern. Die Erkennungsrate soll bei 94 Prozent liegen. Wie die technische Erkennung im Detail funktioniert, gibt LinkedIn bislang nicht preis.
  • Dem Unternehmen zufolge sollen KI-unterstützte Inhalte künftig ausdrücklich erlaubt bleiben. Entscheidend sei nicht, ob ein Beitrag mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurde, sondern wie originell oder sinnvoll er ist. Die Plattform baut etwa seit Jahren ihre KI-Funktionen zum Erstellen von Inhalten aus. LinkedIn bietet unter anderem KI-gestützte Schreibvorschläge für Nachrichten, Beiträge und längere Texte an.

LinkedIn bekämpft KI-Müll mit KI – und das ist das eigentliche Problem

LinkedIn redet derzeit viel über Authentizität, meint aber vor allem Schadenbegrenzung. Denn: Das Unternehmen ist gewissermaßen Opfer seiner eigenen Strategie geworden. Die Plattform hat jahrelang KI-Schreibhilfen verteilt wie Gratis-Kugelschreiber und wundert sich jetzt, dass plötzlich alle gleich schreiben.

Sprich: Wer Tools mit Künstlicher Intelligenz anbietet, damit Nutzer einfacher Beiträge erstellen können, darf sich nicht wundern, wenn sogar komplette Texte mittels KI erstellt werden. Die eigentliche Krise ist aber nicht Künstliche Intelligenz, sondern eine gewisse Austauschbarkeit von Beiträgen.

Dabei war LinkedIn mal ein Ort für Branchenwissen. Mittlerweile klingt vieles aber wie aus einer Motivationsposter-Fabrik mit den immer gleichen Schlagworten, Formulierungen oder Impulsen. Oder, um es etwas drastischer zu formulieren: Auf der Plattform kursieren immer mehr Beiträge, die sich wie Bedienungsanleitungen von und für Menschen ohne Ecken und Kanten lesen, die viel um den heißen Brei reden.

Besonders absurd: LinkedIn bekämpft jetzt KI-Müll, der teilweise auf die eigenen KI-Funktionen zurückzuführen ist, mit noch mehr KI. Die Plattform setzt also einen Algorithmus darauf an, die Folgen ihrer eigenen Algorithmus-Strategie einzufangen. Das erinnert ein bisschen an Fast Food mit Diät-Cola: technisch vielleicht sinnvoll, kulturell aber trotzdem Teil desselben Problems.

Stimmen

  • Laura Lorenzetti, VP und Executive Editor bei LinkedIn, in einem Blogpost: „Wenn KI übermäßig eingesetzt wird, insbesondere in großem Maßstab und automatisiert, verwässert dies die wertvollen Erkenntnisse, die echte menschliche Gespräche hervorbringen können. Es ist in Ordnung, KI als Hilfe beim Schreiben zu nutzen, aber Ihre Beiträge und Kommentare müssen Ihre Stimme und Ihre Sichtweisen widerspiegeln. Der eigentliche Wert liegt in dem Menschen, der hinter dem Tool steht.“
  • Ein Reddit-Nutzer kritisiert: „Das ist so heuchlerisch … sie bieten die Option, Inhalte mit KI zu verbessern, wollen aber KI-Gedöns bekämpfen“. Ein anderer Nutzer ergänzte: „Genau wie Suchmaschinen, die keine KI-generierten Inhalte von anderen Seiten mögen, aber ihre eigenen KI-generierten Antworten pushen!“
  • KI-Experte und BASIC thinking-Kolumnist Carsten Lexa in einem Artikel zu KI-Einheitsbrei: „Menschen, die KI täglich verwenden, fühlen sich produktiver, empfinden ihre Arbeit als weniger belastend und schätzen die Qualität ihrer Ergebnisse. Gleichzeitig jedoch sehe ich auch, dass das Ergebnis weniger schöpferisch, weniger neu ist. Der kreative Muskel verkümmert sozusagen, nicht plötzlich, sondern langsam und unmerklich. Wer seine Kreativität auslagert, verliert sie Stück für Stück, ohne es zu bemerken.“

LinkedIn: Wird Persönlichkeit bald wichtiger als perfekte KI-Texte?

Beim nächsten Wettbewerb auf LinkedIn wird es nicht unbedingt um direkte Reichweite gehen, sondern um Glaubwürdigkeit. Will heißen: Wer künftig noch auffallen will, braucht keine perfekten KI-Formulierungen, sondern erkennbare Persönlichkeit, konkrete Erfahrungen oder eine eigene Meinung – also genau das, was KI nicht kann oder hat.

Allerdings will LinkedIn künftig differenzieren. Und zwar zwischen brauchbarer KI und Spam-KI. Das klingt zunächst einmal vernünftig, könnte aber schnell zu einer Gratwanderung werden. Denn wenn ein Algorithmus entscheidet, was originell genug ist, entsteht zwangsläufig ein neuer Optimierungszirkus.

Beiträge könnten außerdem nicht mehr nur für Menschen, sondern zusätzlich für den Anti-KI-Filter geschrieben werden. Letztlich dürfte LinkedIn aber eine Gegenbewegung stärken. Back to the Roots und hin zu weniger Hochglanz, mehr Perspektiven sowie mehr Unfertigem und weg von den immer gleichen Business-Formulierungen.

Dass ausgerechnet die aktuelle KI-Flut dazu führen könnte, dass menschliche Fehler wieder zum Qualitätsmerkmal werden, entbehrt zwar nicht einer gewissen Ironie. Vielleicht werden Tippfehler oder nicht ganz so perfekte Formulierungen aber bald sogar glaubwürdiger wirken als der zehnte perfekt geglättete „Thought-Leadership“-Roman aus dem Textautomaten.

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W Social: EU-Netzwerk mit Ausweispflicht – kann das funktionieren?

12. Mai 2026 um 11:00

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W Social Twitter Alternative soziales Netzwerk Europa EU Kurznachrichtendienst

Seit dem 9. Mai 2026 können sich Interessierte auf die Warteliste von W Social setzen – einem neuen europäischen Kurznachrichtendienst, der als Gegenentwurf zu X, Facebook und TikTok antritt. Die Plattform setzt auf eine Ausweispflicht, europäische Server und einen offenen Algorithmus. Doch die Hürden sind hoch: Bluesky hat bereits 40 Millionen Nutzer und die Registrierung per Ausweis könnte viele abschrecken. Wir ordnen ein, was W Social anders machen will und wo die Schwächen liegen. Eine kommentierende Analyse.

Was ist W Social?

  • W Social positioniert sich als europäische Alternative zum umstrittenen Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter). Die Plattform will laut eigenen Angaben keine Hassrede und automatisierte Bots tolerieren. Um das zu ermöglichen, müssen sich Nutzer bei W Social mit ihrem Ausweis registrieren. Nach der Anmeldung sollen die Daten laut Geschäftsführerin Anna Zeiter „sofort gelöscht“ werden. Zeiter selbst ist Professorin für Datenschutz an der Uni Bern und hat viele Jahre für das Online-Auktionshaus Ebay gearbeitet.
  • Die Plattform befindet sich seit dem 9. Mai 2026 in einer Testphase. Am 17. Juni 2026 soll die öffentliche Beta-Version an den Start gehen. Heißt konkret: Interessierte müssen sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen. Im Jahresverlauf soll W Social dann den Regelbetrieb aufnehmen. Der Dienst basiert auf dem sogenannten AT-Protokoll, einem offenen und dezentralen Kommunikationsprotokoll. Nutzer können dadurch Inhalte und Profile zwischen Plattformen austauschen, die ebenfalls das AT-Protokoll nutzen. Der Kurznachrichtendienst Bluesky basiert ebenfalls auf diesem Prinzip.
  • W Social erhält eigenen Angaben zufolge von mehreren europäischen Unternehmen und Investoren finanzielle Zuwendungen. Die Plattform wird von einem gleichnamigen schwedischen Start-up betrieben, einer Tochter des Medien- und Klimaunternehmens We Don’t Have Time des Investors Ingmar Rentzhog, das gleichzeitig größter Anteilseigner ist. Daten sollen in Finnland verarbeitet werden. Zum Team von W Social gehören unter anderem zwei ehemalige schwedische Minister sowie Ex-Vizekanzler Philipp Rösler.

Warum Europa ein eigenes soziales Netzwerk will

Der Ruf nach Unabhängigkeit im digitalen Raum wird in Europa seit Jahren immer lauter. Denn: Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk und kuschende sowie mit Donald Trump kuschelnde Tech-Bosse wie Mark Zuckerberg haben offenbart, dass Algorithmen und digitale Medien nicht mehr politisch neutral sind. Das gilt sowohl für X als auch die Meta-Plattformen Instagram und Facebook sowie TikTok aus China.

Hinzu kommt, dass sich X-Chef Elon Musk in die Politik anderer Länder einmischt. W Social will sich jedoch nicht nur als Alternative zu X positionieren, sondern als europäisches Netzwerk ein Gegenangebot zu allen US-Plattformen etablieren.

Denn: Neben einem inhaltlichen Fokus auf neutrale Algorithmen sowie einer Kampfansage gegen Hassrede und Bots setzt das Netzwerk vor allem auf eine Datenverarbeitung in Europa. Um all das garantieren zu können, hat man eine Anmeldung per Ausweis implementiert. Diese Form der Registrierung könnte aber eine Hürde darstellen.

Nicht zwangsläufig deshalb, weil Interessierte ihre Daten nicht preisgeben möchten, sondern weil dieser Prozess einen gewissen Aufwand mit sich zieht, der den einen oder anderen womöglich abschreckt. Hinzu kommt, dass eine solche Form der Registrierung einen Identitätsbetrug nicht ausschließt.

Stimmen

  • Anna Zeiter, Geschäftsführerin von W Social, in einem Beitrag auf LinkedIn: „Das Alphabet hat viele Buchstaben: zum Beispiel W! W steht für Willkommen! W ist ein neues europäisches Social-Media-Netzwerk. Unabhängig und unparteiisch. Offen für alle Menschen weltweit. Es unterliegt europäischem Recht, wird auf europäischer Infrastruktur gehostet und gehört Europäern. Geschaffen für echte Menschen.“
  • Tim Hoffmann, Persönlicher Referent des Generalsekretärs der CDU Deutschland, in einem Blogbeitrag für die Konrad Adenauer Stiftung: „Das Kernproblem demokratischer Kommunikation ist nicht die Plattform. Es ist die Bereitschaft zum offenen Diskurs; besonders dort, wo er wehtut. (…) Deutungshoheit entsteht nicht durch Rückzug. Sie entsteht durch Präsenz, durch Widerspruch, durch das wiederholte Einmischen in Debatten, die man lieber meiden würde. Wer das Feld räumt, darf sich nicht wundern, wenn andere es bestellen.“
  • Ein Reddit-Nutzer schreibt: „An sich hätte ich kein Problem mit einer Social Media Platform bei der man sich mit einem Ausweis verifizieren muss, aber auch nur dann wenn es über die eID Funktion des Ausweises funktioniert. Da kann man sich zumindest sicher sein dass die Abfrage über einen sicheren Server läuft. (…) Abgesehen davon ist W Social leider ein noch schlimmerer Name als X und die Website sieht wirklich grauenhaft aus.“

Hat W Social eine Chance?

Bluesky sowie der darauf aufbauende Web-Infrastrukturanbieter Eurosky zählen mittlerweile über 40 Millionen Nutzer. Darauf kann theoretisch auch W Social aufbauen, da das AT-Protokoll eine relativ einfache technische Grundlage für die Übertragbarkeit von Profilen und Inhalten ermöglicht.

W Social wird es dennoch nicht einfach haben. Denn: Es ist fraglich, wie viele Nutzer von Bluesky den Dienst nutzen werden, da sich die Plattform mittlerweile ein gewisses Standing erarbeitet hat und als US-Dienst zwar zahlreiche Nutzer aus den Vereinigten Staaten zählt, über Eurosky aber auch mit einer Datenverarbeitung innerhalb der EU genutzt werden kann.

Hinzu kommt die Frage, wie die Registrierung per Ausweis angenommen wird. Ebenfalls fraglich: Wie wird das Geschäftsmodell aussehen? Denn: Früher oder später muss vermutlich auch W Social Wege zur Monetarisierung suchen – etwa, wenn die beteiligten Investoren Geld verdienen wollen.

Eurosky, das perspektivisch nicht nur eine Schnittstelle zu Bluesky sein will, sondern ein eigenes Netzwerk etablieren will, hat hier den Vorteil, auf einem gemeinwohlorientierten Netzwerk aufzubauen, das von einer Stiftung betrieben wird. Letztlich muss man sich auch die Frage stellen, ob wir uns damit abfinden wollen, dass digitale Netzwerke mit allen Nebenwirkungen privat betrieben werden, oder ob Alternativen wie Spenden oder politische Fördermittel eine Alternative sein können.

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Warum der X-Abschied von SPD, Grünen und Linken ein Fehler ist

06. Mai 2026 um 11:00

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SPD Linke Grüne X Twitter Elon Musk

SPD, Linke und Grüne haben im Rahmen einer gemeinsamen Aktion erklärt, die Plattform X (ehemals Twitter) verlassen zu wollen. Begründung: zunehmender Hass, immer mehr Desinformation, kaum noch Niveau und eine mangelnde Debattenkultur. All das ist traurigerweise richtig. Doch: Die Konsequenz ist falsch – vor allem aus Sicht politischer Parteien. Eine kommentierende Analyse.

Darum verlassen SPD, Linke und Grüne X

  • In gleichlautenden und abgestimmten Mitteilungen teilten Grüne, SPD und Linke am 4. Mai 2026 mit, dass sich die Parteien von X (ehemals Twitter) zurückziehen wollen, da die Plattform in den vergangenen Jahren im Chaos versunken sei. Der Rückzug gilt offenbar sowohl für die offiziellen Partei-Accounts als auch die Accounts der Bundestagsfraktionen, die stillgelegt wurden. Zahlreiche Politiker der drei Parteien schlossen sich der Aktion an. Einige kehrten der Plattform bereits zuvor den Rücken, während andere auch weiterhin auf X aktiv bleiben wollen.
  • Laut einem Bericht von Table Media ging die Aktion von Pegah Edalatian, der Politischen Geschäftsführerin der Grünen, aus. Edalatian zufolge ist X zu einem Einfallstor für eine aggressive Debattenkultur und Desinformation geworden. Die einzelnen Parteimitglieder von SPD, Linken und Grünen sollen selbst entscheiden, ob sie auf der Plattform bleiben oder ihr den Rücken kehren. Die ehemalige Parteivorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, will etwa weiterhin auf X aktiv bleiben.
  • Die Universität Potsdam und die Bertelsmann Stiftung haben Ende 2025 eine Studie zur Sichtbarkeit von Parteien in den digitalen Medien veröffentlicht. Darunter: Plattformen wie X, TikTok, Instagram und Facebook. Den Ergebnissen zufolge spielen digitale Medien Videos von Parteien an den politischen Rändern (AfD und Linke) häufiger aus, während Beiträge der politischen Mitte (SPD und CDU) seltener in den Feeds erscheinen. Die Studienautoren kritisieren eine algorithmisch bedingte Unausgewogenheit digitaler Wahlkämpfe.

Richtiger Befunde, falsche Therapie: Warum der Rückzug ein Fehler ist

Der Befund ist kaum zu bestreiten: X wirkt inzwischen vermehrt wie ein vermüllter digitaler Hinterhof, in dem Empörung schneller zirkuliert als Argumente. Denn: Zwischen Bots, Dauerzorn und algorithmischer Zuspitzung geraten ein Mindestmaß an Niveau und die Debattenkultur regelmäßig unter die Räder.

Während viele Nutzer Anstand und Medienkompetenz vermissen lassen, brauchen andere nach dem, was auf X an Hass und Desinformation kursiert, vermutlich regelmäßig eine Dusche. Trotzdem sendet der kollektive Rückzug von SPD, Grünen und Linken ein fragwürdiges Signal.

Politik darf sich nämlich nicht nur in Räumen aufhalten, in denen der Ton angenehm und die Zustimmung kalkulierbar ist. Denn: Demokratie ist keine Wellness-Oase mit einer Blockierfunktion für die mitunter traurige Realität. Doch: Wer den lautesten Marktplatz verlässt, überlässt ihn zwangsläufig denen, die Lautstärke mit Wahrheit verwechseln.

Zumal die Logik hinter dem Abgang widersprüchlich bleibt. Denn Instagram, TikTok oder Facebook sind keine demokratischen Luftkurorte mit Feuilleton-Etikette. Auch dort regieren Algorithmen, Aufmerksamkeit und emotionale Eskalation. All das bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss, was einem auf X an Niveaulosigkeit oder Hass begegnet – zumal es für die schlimmsten Entgleisungen rechtliche Mittel gibt.

Doch Parteien haben im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen Unternehmen einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag im Sinne der Demokratie. Sie müssten eigentlich wissen, dass demokratische Kommunikation nicht dort endet, wo sie unangenehm wird. Hinzu kommt, dass auch auf X nicht alles schwarz-weiß ist, wie Politiker wie Ricarda Lang oder Cem Özdemir mit tausenden Followern und Likes regelmäßig demonstrieren.

Indes: Wer Desinformation beklagt, muss ihr widersprechen – und zwar sichtbar, hartnäckig und dort, wo sie entsteht. Sonst bleibt am Ende nur ein symbolischer Protest gegen eine x-beliebige Plattform, während andere den nicht geführten Diskurs besetzen.

Stimmen und Reaktionen

  • Die SPD schrieb unter dem Hashtag #WirVerlassenX auf Instagram: „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken, wird zunehmend von rechten Trollen dominiert. Politische Debatten leben vom Austausch und davon, dass sie Menschen erreichen und informieren. Wir wollen nicht länger einen Ort wie X stärken, der rechtspopulistische Inhalte, Hass und Desinformation fördert. Deswegen haben wir uns über Parteigrenzen hinweg entschlossen, unseren Account nicht mehr zu bespielen. Wir sind weiterhin auf verschiedenen Plattformen präsent und bleiben dort im Austausch.“
  • Bundesdatenschutzbeauftragter und SPD-Politiker Ulrich Kelber kritisiert in einem Beitrag auf Mastodon: „Wer von X als seiner zentralen Kommunikationsplattform zum nächsten Dienst einer privaten Firma wechselt, der jederzeit(!) denselben Weg gehen könnte, hat sein Problem nicht richtig verstanden. Von einer Abhängigkeit in die nächste. Wir müssen die Menschen überzeugen, den öffentlichen Raum wieder zu einem öffentlichen System zu machen.“
  • Nachdem die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte, fragte Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, schnippisch: „Sie sind noch hier? Hier gibt’s doch laut Ihrer Parteiführung nur Desinformation. Waren damit etwa Ihre Posts gemeint?“ Lang entgegnete: „So schnell werdet ihr mich nicht los.“ Daraufhin Alsleben: „Das begrüße ich. Nur immer von AfD’lern gedisst zu werden, ist langweilig.“

Was der X-Exit wirklich bewirkt – und was nicht

Der demonstrative X-Abschied von SPD, Grünen und Linken dürfte die politische Lagerbildung eher vertiefen als entschärfen. Denn während sich progressive Milieus auf Bluesky gegenseitig versichern, wie unerträglich X geworden ist, bleiben auf X jene zurück, die Polarisierung längst als Geschäftsmodell verstanden haben, um Menschen zu täuschen.

Das Ergebnis ist kein besserer Diskurs, sondern eine zusätzliche digitale Mauer und eine weitere Spaltung im digitalen Raum. Dabei wäre gerade jetzt politische Präsenz in schwierigen Situationen notwendig. Denn wichtige Fragen oder Ängste verschwinden nicht, nur weil man die App löscht: Migration, soziale Abstiegsängste, Identitätspolitik oder das Misstrauen gegenüber Institutionen gären weiter – selbst wenn sie häufig abstrakt oder unbegründet sind.

Doch: Wer diese Stimmungen nur noch aus Screenshots oder Talkshows kennt, verliert den Kontakt zu einem Teil der gesellschaftlichen Realität. Natürlich muss niemand Elon Musks Plattform romantisieren. Denn: X ist kein Salon der Aufklärung, sondern eher der Manipulation und Desinformation.

Doch Demokratie bedeutet eben auch, Widerspruch weitestgehend auszuhalten und dort präsent zu bleiben, wo Debatten entgleisen. Ricarda Langs Entscheidung ist deshalb womöglich die klügere Strategie als jeder Hashtag-Abschied.

Vielleicht wird der X-Exit am Ende aber ohnehin weniger historisch sein, als seine Initiatoren hoffen. Denn: Nachrichtenmacher, Journalisten und politische Akteure beobachten die Plattform weiterhin, weil dort Trends, Kampagnen und Narrative entstehen, die später weit über X hinausreichen und denen es entgegenzutreten gilt.

Mein Fazit: Der digitale Rückzug mag zwar moralisch sauber wirken. Politisch könnte er sich aber als gepflegte Form der Selbstentwaffnung erweisen. Denn: Letztlich geht es nicht nur darum, Demokratie zu verteidigen, sondern Menschen für den Diskurs zurückzugewinnen, bevor sie sich immer weiter radikalisieren.

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XChat: Warum der Musk-Messenger gegen WhatsApp keine Chance hat

30. April 2026 um 11:00

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XChat Elon Musk Messenger X Twitter App

Elon Musk hat einen eigenen Messengerdienst an den Start gebracht. XChat ist zwar eine eigenständige App, aber nur mit einem Account auf X (ehemals Twitter) nutzbar. Der Dienst will sich an bekannten Messengern wie WhatsApp oder Signal orientieren und verspricht eine einfache Bedienung. Es gibt aber einige Unge­reimtheiten. Eine kommentierende Analyse.

Was ist und kann XChat?

  • Die XChat-App ist simpel gehalten. Zum Funktionsumfang gehören selbstlöschende Nachrichten, Gruppenchats, Audio- und Videoanrufe sowie der Versand von Dateien. Neben diesen mittlerweile grundlegenden Chat-Funktionen können Nutzer die Oberfläche der App anpassen. Es ist beispielsweise möglich, zwischen einem Light- und Dark-Mode zu wechseln oder die Farbe des App-Icons individuell anzupassen.
  • Elon Musk hatte XChat relativ überraschend bereits Mitte 2025 angekündigt. Die App wurde seit Monaten als eingeschränkte Beta-Version getestet. Seit dem 27. April 2026 steht XChat im App Store zum Download zur Verfügung, ist allerdings nur unter iOS 26 nutzbar. Viele Nutzer monieren, dass der Messenger aktuell noch nicht in allen Ländern verfügbar ist. In Deutschland ist XChat aber erhältlich.
  • XChat soll Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein. So zumindest das Versprechen. Mehrere Sicherheitsexperten hatten aber bereits Zweifel angemeldet. Viele Nutzer fragen sich zudem, warum X seine Direktnachrichtenfunktion in eine separate App ausgelagert hat. Der Grund: Elon Musk hatte eigentlich angekündigt, X zu einer Super-App machen zu wollen, die zahlreiche Funktionen in sich vereint. Bislang unklar ist deshalb, welche Rolle XChat im Zusammenhang mit X spielen wird. Klar hingegen ist: Die App ist nur in Kombination mit einem X-Account nutzbar. Eine Telefonnummer wie bei WhatsApp braucht es aber nicht.

Klon statt Innovation

XChat wirkt wie ein Déjà-vu im App Store. Denn: Die App hat nichts, was es nicht schon gibt. Das Einzige, was es bisher noch nicht gab, war ein Messengerdienst mit Elon-Musk-Label. Gruppenchats, selbstlöschende Nachrichten und Videoanrufe sind aber keine Kür, sondern mittlerweile vielmehr Pflichtfunktionen.

Wer sich Innovation von XChat erhofft hat, bekommt solide Durchschnittskost. Mehr aber auch nicht. Oder, um es etwas drastischer zu formulieren: Die App ist in ihrer jetzigen Form kein Konkurrent zu bereits etablierten Messengerdiensten, sondern wirkt eher wie ein Statist im ohnehin schon überfüllten Chat-Theater.

Hinzu kommt eine irritierende strategische Kehrtwende. Denn jahrelang fabulierte Elon Musk von einer Super-Plattform nach chinesischem Vorbild, nun um so eine weitere ausgelagerte App zu präsentieren. Das wirkt nicht nur wenig durchdacht, sondern vielmehr wie ein Experiment ohne klaren Plan. Auch beim Thema Daten- und Verbraucherschutz, mit dem es Musk meist nicht so ernst nimmt, gibt es mehr Unklarheit als Klarheit.

Denn wenn Datenpunkte aus verschiedenen Diensten zusammengeführt werden, entsteht aus harmlos wirkenden Informationen ein lückenloses Profil, das mehr über Nutzer verrät, als ihnen vielleicht bewusst ist. Unterm Strich erinnert XChat eher an einen Klon des Facebook Messengers, der hier und da vielleicht funktional sein mag, aber selten erste Wahl. Oder kurzum: XChat ist keine Alternative zu WhatsApp und Co, sondern eine App, die man nutzt, wenn man muss – jedoch nicht, weil man will.

Was Sicherheitsexperten und Nutzer sagen

  • Elon Musk, fast schon ungewohnt nüchtern, zur Ankündigung im Sommer 2025 in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Die brandneue Version von XChat bietet Verschlüsselung, selbstlöschende Nachrichten und die Möglichkeit, beliebige Dateiformate zu versenden. Außerdem sind Audio- und Videoanrufe möglich. Die App basiert auf Rust und verfügt über eine Verschlüsselung im Bitcoin-Stil sowie eine völlig neue Architektur.“
  • Ein Reddit-Nutzer, der XChat bereits getestet hat, schreibt: „Ich habe es mir mal heruntergeladen, um zu sehen, wie es so ist. Es ist nicht schlecht, aber man merkt, dass es noch neu ist, weil es viele Funktionseinschränkungen gibt und Benachrichtigungen manchmal gar nicht ankommen. Aber glaubst du, dass X WhatsApp schlagen kann? Ich glaube nicht – ich meine, zumindest denke ich, dass es wirklich schwer werden wird.“
  • Dass XChat nur über ein bestehendes X-Konto nutzbar ist, ist für Maria Villegas Bravo, Rechtsberaterin beim Electronic Privacy Information Center, ein Warnsignal: „Das macht mich etwas misstrauisch, denn je mehr Datenpunkte über eine Person miteinander verknüpft werden, desto besser lässt sich verfolgen, was sie tut.“ Auch bei der Vorstellung von XChat im vergangenen Jahr schlugen Sicherheitsforscher bereits Alarm. Cooper Quintin, leitender Technologe bei der Electronic Frontier Foundation, dazu: „Angesichts der bisherigen Sicherheitslücken würde ich zögern, diesen Dienst zu nutzen, bis er einer gründlichen externen Prüfung unterzogen wurde.“

Hat XChat eine Zukunft?

Die Zukunft von XChat hängt weniger von Funktionen oder einem neuen Design ab, sondern vor allem von Vertrauen. Denn solange die technische Grundlage der Verschlüsselung diffus bleibt und Begriffe wie „Bitcoin-ähnlich“ mehr Fragen als Antworten aufwerfen, wird Skepsis die App begleiten.

In einem Markt, in dem Datenschutz und -sicherheit längst zu einem Verkaufsargument geworden sind, kann man sich Grauzonen wie bei XChat eigentlich nicht mehr leisten. Gleichzeitig steht die App vor einem klassischen Henne-Ei-Problem: Ohne Nutzer kein Netzwerk und ohne Netzwerk keine Nutzer.

Die Bindung an ein X-Konto könnte sich nämlich als Stolperstein erweisen. Denn: Was vielleicht als cleveres Ökosystem gedacht ist, wirkt eher wie ein geschlossener Club – und zwar ohne Zugang zu einem Milliardenpublikum. Der Verzicht auf Telefonnummern mag zwar elegant erscheinen, kostet aber genau den Komfort, der andere Dienste groß gemacht hat.

Letztlich bleibt die Frage, ob XChat mehr sein kann als nur ein Nebenprodukt im Universum von Elon Musk. Eine Ankündigung von X-Chefdesigner Benji Taylor deutet zwar darauf hin, dass man mit der App noch viel vor hat. Aktuell wirkt sie aber eher wie ein unnötiges Projekt ohne klares Konzept.

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Signal-Protokoll: So schützt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung deine Chats

28. April 2026 um 14:04

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Signal Ende-zu-Ende Verschlüsselung Protokoll E2EE

Signal gilt als eine der sichersten Messaging-Apps der Welt. Doch was steckt hinter der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Dienstes? Das Signal-Protokoll kombiniert drei kryptografische Verfahren, die selbst die NSA und EU-Kommission überzeugen. Wir erklären, wie Double Ratchet, AES-256 und X3DH zusammenspielen und warum ein gestohlener Schlüssel trotzdem keinen Zugriff auf deine Chats ermöglicht.

Das Signal-Protokoll nutzt ein spezielles technisches Rahmenwerk, um die Privatsphäre seiner Nutzer zu schützen. Der sogenannte Double Ratchet Algorithmus bildet dabei das Fundament. Das System erneuert die Verschlüsselungsschlüssel innerhalb einer laufenden Konversation kontinuierlich.

Das Verfahren verspricht eine solide Sicherheit für jede Unterhaltung. Ein mechanischer Vergleich veranschaulicht das dahinterstehende Prinzip: Ein Schloss codiert sich nach jedem einzelnen Öffnen automatisch um. Nutzer profitierten von dieser Absicherung, da selbst entwendete Schlüssel keinen Zugriff auf vergangene oder zukünftige Chats ermöglichen.

Mit AES-256: Wie Signal Nachrichten verschlüsselt

AES-256 übernimmt die Verschlüsselung der Datenpakete im sogenannten Galois/Counter-Mode. Diese Methode gilt nach aktuellem Stand der Technik als sicher gegen Entschlüsselungsversuche. Ein Authentifizierungscode garantiert zusätzlich die Integrität der Daten und soll Manipulationen ausschließen.

Signal speichert laut eigenen Angaben keine Nachrichten oder Metadaten auf seinen Servern. Diese Vorgehensweise schütze die Privatsphäre der Anwender und unterscheide das System von anderen Anbietern. Im Heimatmarkt der USA wirft das aber die Frage auf, ob die Infrastruktur vollständig unabhängig von ausländischen Einflüssen ist.

So baut Signal die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf

Vor der ersten Nachricht baut das System über das Verfahren Extended Triple Diffie-Hellman (X3DH) eine sichere Verbindung auf. Während dieses Prozesses tauschen die beteiligten Geräte der Nutzer öffentliche Schlüssel aus. Die mathematische Basis für diesen Austausch bildet Curve25519.

Das Protokoll X3DH nutzt langfristige Identitätsschlüssel, kurzlebige ephemere Schlüssel sowie spezielle Einmal-Prekeys. Diese Einmal-Prekeys verhindern, dass sich Angreifer während des Verbindungsaufbaus als Nutzer ausgeben können. Der Mechanismus soll die Kommunikation selbst dann schützen, wenn ein Akteur den Austausch aufgezeichnet hat.

Die Elliptic Curve Cryptography ermöglicht dabei hohe Sicherheit bei geringem Rechenaufwand. Die Effizienz dieser Methode schont zudem die Hardware moderner Endgeräte. Das System stellt damit eine vertrauenswürdige Identität zwischen zwei Kommunikationspartnern sicher.

Warum NSA und EU-Kommission auf Signal setzen

US-Behörden wie die NSA und die Cybersecurity-Behörde CISA empfehlen den Dienst bereits für die Absicherung privater Kommunikation. Dokumente des FBI bestätigen zudem, dass die Verschlüsselung den Datenzugriff für Ermittler erheblich erschwert. Auch die Europäische Kommission rät ihrem Personal zur Nutzung der App für die offizielle Dienstkommunikation.

Das US-Verteidigungsministerium äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der nationalen Datensouveränität. Es werde intern debattiert, ob die Infrastruktur des Dienstes tatsächlich unabhängig von ausländischen Einflüssen bleibe.

Open Source: Wie Experten Signals Verschlüsselung prüfen

Fachleute prüfen die Implementierungen für Android und iOS fortlaufend auf GitHub. Die quelloffene Natur des Projekts stärkt das Vertrauen der Fachwelt in die Integrität des Systems. Forscher untersuchen den Code dabei regelmäßig auf mögliche Schwachstellen.

Trotz der laufenden Prüfungen in hochregulierten Bereichen bleibt die Anwendung eine sichere Lösung für die digitale Privatsphäre. Behörden dürften die Rolle der App für sensible Daten aber auch künftig intensiv debattieren. Nutzer weltweit vertrauten weiterhin auf die technische Stabilität des Protokolls.

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Signal-Skandal im Bundestag: Das Problem sitzt vor dem Bildschirm

28. April 2026 um 11:00

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Signal Bundestag Messenger Klöckner App

Mehrere hochrangige deutsche Politiker haben Phishing-Nachrichten auf dem Messengerdienst Signal erhalten, hinter denen Russland vermutet wird. Obwohl Sicherheitsbehörden seit Monaten vor solchen Angriffen warnen, sind offenbar sogar Bundestagsabgeordnete in die Falle getappt. Der Fall offenbart einen gefährlichen Mangel an Medienkompetenz auf höchster politischer Ebene. Eine kommentierende Analyse.

Signal-Skandal im Bundestag: Was ist passiert?

  • Das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnen bereits seit Februar 2026 vor gezielten Angriffen auf Signal-Konten. Angreifer hätten demnach hochrangige Politiker, Militärs und Journalisten im Visier. Die Behörden gehen davon aus, dass die Angriffe voraussichtlich durch einen staatlich gesteuerten Akteur durchgeführt werden. Am 17. April wurde eine aktualisierte Warnung ausgesprochen.
  • Wie der Spiegel (€) zuerst berichtete, wurde Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) Mitte April 2026 Opfer eines solchen Angriffs. Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen demnach von mehr als 300 Betroffenen aus. Unklar ist, ob es sich dabei lediglich um Signal-Nutzer handelt, die eine Phishing-Nachricht erhalten haben, oder ob sie tatsächlich auf diese hereingefallen sind. Am 25. April 2026 berichteten der Spiegel (€) und die Deutsche Presseagentur übereinstimmend, dass nach Klöckners Account auch die Signal-Konten von Familienministerin Karin Prien (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD) kompromittiert wurden. Bei der aktuellen Phishing-Attacke geben sich die Angreifer unter anderem als Signal-Support-Mitarbeiter aus.
  • Phishing ist ein Kunstwort, das eine Form der Cyberkriminalität beschreibt. Der Begriff leitet sich aus den englischen Begriffen „Password“ und „Fishing“ ab. Phishing-Angreifer agieren unter einer falschen Identität. Sie geben sich beispielsweise als Bankenvertreter, Dienstleister oder wie im aktuellen Fall als Mitarbeiter des Signal-Service aus. Ziel der Angreifer ist es, Opfer per E-Mail, Textnachricht oder Anruf auf gefälschte Websites zu locken, um sie dort etwa zur Eingabe ihres Passwortes aufzufordern. Mit abgefischten Passwörtern können sie anschließend bestimmte Accounts kompromittieren und weitere Daten erbeuten. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik haben bereits 62 Prozent der Deutschen Phishing-Mails erhalten.

Wenn die Technik funktioniert, aber der Mensch versagt

Die Phishing-Nachrichten, die aktuell auf Signal kursieren, sind so perfide wie banal: Die Angreifer geben sich als Signal-Mitarbeiter aus, die freundlich vor Sicherheitsrisiken warnen, während die Warnung selbst ein solches Risiko birgt. Sprich: Sie spielen mit der Angst ihrer Opfer.

Doch: Wer genauer hinschaut, erkennt den Scam. Dass diese Skepsis ausgerechnet auf höchster politischer Ebene offenbar fehlt, legt einen unangenehmen Befund offen: Medienkompetenz erlangt man nicht qua Amt, sondern man muss sie sich aneignen und sie auch umsetzen.

Die Technik selbst steht dabei erstaunlich unbeschadet da. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sichere Messenger, all das funktioniert – nur eben nicht gegen den Faktor Mensch. Oder, um es drastischer zu formulieren: Gegen Naivität ist kein Kraut gewachsen, auch kein kryptografisches. Dass trotz expliziter Warnungen von Behörden wie BSI und Verfassungsschutz mehrere Politiker in die Falle tappen, wirft kein gutes Licht auf den Umgang mit digitaler Selbstverteidigung im Regierungsviertel.

Dabei ist die Masche fast banal: Telefonnummer besorgen, Vertrauen simulieren, Druck erzeugen und fertig ist der Zugriff. Im Prinzip kann das zwar jedem passieren, doch genau das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn die gleichen Mechanismen, die bei Otto Normalnutzer funktionieren, greifen eben auch bei Bundestagsabgeordneten. Der Unterschied: Wenn es auf politischer Ebene passiert, kann aus einem Alltagsrisiko plötzlich ein potenzielles Staatsproblem werden.

Worauf es nun ankommt sind eine lückenlose Aufklärung und etwaige Konsequenzen. Etwa, falls die Angreifer identifiziert werden können. Ein pauschales Signal-Verbot wäre derweil Unsinn. Denn selbst die sicherste App bringt nichts, wenn Nutzer nicht damit umgehen können. Aufklärung und die Schulbank wären hingegen die weitaus sinnvollere Methode – auch auf höchster politischer Ebene.

Stimmen

  • Journalistin und ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann hat eine Phishing-Nachricht öffentlich gemacht, die derzeit auf Signal kursiert und die auch sie bekommen hat. Ob es sich eins zu eins um die Nachricht handelt, die auch viele deutsche Politiker erhalten haben sollen, ist zwar unklar, aber durchaus wahrscheinlich. In der Nachricht heißt es: „Signal Security meldet: In letzter Zeit häufen sich die Versuche, Nutzer unseres Messengers durch die Verbindung von Geräten von Drittanbietern mit dem Konto zu hacken. Aus diesem Grund aktualisiert Signal seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien und führt eine obligatorische Zwei-Faktor-Authentifizierung für Nutzer ein. Bleiben Sie sicher und vielen Dank, dass Sie den sichersten Messenger mit End-to-End-Verschlüsselung nutzen“.
  • IT-Sicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker, Professor für IT-Sicherheitsrecht an der Universität Bremen, in einem Interview mit ZDFheute: „Es gibt keine technische Schwachstelle. Die Angreifer haben einfach nur eine ganz normale Funktion der App missbraucht und vielleicht auch die Gutgläubigkeit, Unwissenheit von Opfern. (…) Also Täter manipulieren Menschen, nicht Maschinen. Den Tätern geht es in erster Linie darum, Zugriff auf vertrauliche Daten, vertrauliche Informationen, Chats zu erhalten, die im Rahmen der Signalumgebung benutzt worden sind, auch verschickt worden sind.“
  • Laut Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz führe die koordinierte Angriffswelle vor Augen, „dass wir ein zentrales Ziel russischer nachrichtendienstlicher Operationen sind. Viele Menschen wollen das immer noch nicht wahrhaben. Und die Bundesregierung tut noch immer nicht genug, um Deutschland vor Cyberangriffen besser zu schützen. Das ist ein echtes Sicherheitsproblem. (…) Wir müssen noch mehr sensibilisieren und unsere Kommunikation noch besser schützen.“

Signal: Drei simple Regeln, die vor Phishing schützen

Es ist noch unklar, wie groß der tatsächlich entstandene Schaden ist. Klar und fast schon beunruhigender hingegen ist, dass auf höchster politischer Ebene in Deutschland ein waschechtes Sicherheitsproblem brodelt. Dieses steckt aber nicht im Code, sondern sitzt vor den Smartphone-Bildschirmen.

Denn wer Messengerdienste wie Signal naiv und unkritisch nutzt, öffnet potenziellen Angreifern Tür und Tor für Spionageaktionen. Heißt konkret: Nicht der Einsatz von Signal, das prinzipiell gute Sicherheitsstandards umsetzt, ist das eigentliche Problem. Sondern die Art und Weise der Nutzung solcher Apps.

Der Fall ist deshalb ein trauriger wie dringend benötigter Weckruf, den Umgang mit Apps, Smartphones und den eigenen Daten zu hinterfragen. Nicht, weil Phishing neu wäre, sondern weil es immer noch unterschätzt wird. Social Engineering mag zwar nach Fachjargon klingen, ist letztlich aber nichts anderes als die psychologische Manipulation von Menschen im digitalen Raum, um sie zur Preisgabe persönlicher Informationen zu verleiten.

Das einzig Positive, das man der Signal-Affäre abgewinnen kann, ist die Hoffnung, dass keine sicherheitsrelevanten Daten abgefischt wurden und der Fall als Weckruf künftige Angriffe vorbeugt. Die Lösung ist so simpel wie banal: Aufmerksamkeit gepaart mit Skepsis und Disziplin.

Und auch die Präventionsmaßnahmen sind fast schon frustrierend simpel: keine Support-Nachrichten im Chat beantworten. Keine Pins oder Codes eintippen, wenn man dazu aufgefordert wird. Und: keine QR-Codes scannen, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Das Problem: Diese drei einfachen Grundregeln scheitern oft nicht an der Technik, sondern aufgrund von Unwissenheit oder Bequemlichkeit.

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WhatsApp: Wie du Chats von iOS zu Android übertragen kannst

25. April 2026 um 06:00

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WhatsApp Chats übertragen iOS iPhone Android Smartphone

Der Wechsel zwischen iPhone und Android war lange Zeit kompliziert. Vor allem auch die Übertragung von WhatsApp-Chats ließ sich meist nur mit Tricks vornehmen. Jetzt hat der Messenger eine offizielle Lösung eingeführt, die den Umzug deutlich erleichtert. Wie zeigen dir, wie du nun deine Chats bei WhatsApp plattformübergreifend übertragen und so deine Daten künftig einfacher mitnehmen kannst.

WhatsApp ist weltweit der wohl mit Abstand beliebteste Messenger. Die App aus dem Hause Meta zählt monatlich rund drei Milliarden aktive Nutzer – vergleichbar viel wie die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook.

Bei vielen Menschen haben sich in der App über die Jahre unzählige persönliche Daten angesammelt – von wichtigen Informationen über Fotos, Videos und ganze Gesprächsverläufe. Umso ärgerlicher ist es natürlich, wenn all diese Inhalte beim Wechsel auf ein neues Smartphone verloren gehen.

Vor allem der Wechsel zwischen iPhones und Android-Geräten hat dabei lange Zeit für Probleme gesorgt. Während sich Chats innerhalb derselben Plattform vergleichsweise einfach übertragen lassen, war der Umzug zwischen den beiden Systemen oft kompliziert, lückenhaft oder nur mit inoffiziellen Lösungen möglich.

Das sollte nun aber der Geschichte angehören, denn WhatsApp bietet nun eine neue Möglichkeit, Chats plattformübergreifend zu übertragen. Wir zeigen dir, wie du das ohne den Umweg über Drittanbieter künftig vornehmen kannst.

Zwischen iOS und Android: Chats bei WhatsApp übertragen

WhatsApp will mit der neuen Funktion „Chats übertragen“ das Übertragen von iOS zu Android deutlich vereinfachen. Der Wechsel soll künftig laut dem Messaging-Dienst mit „ein paar Mal tippen“ unkompliziert erledigt sein.

Da WhatsApp die Übertragung selbst vornimmt sind alle Nachrichten während des Vorgangs durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Folgende Informationen kannst du von iOS zu Android übertragen:

  • Konto-Informationen
  • Einzelchats
  • Gruppenchats
  • Communitys
  • WhatsApp-Kanalmeldungen
  • Chatverlauf
  • Anrufliste
  • Medien und Einstellungen

Damit der Umzug deines WhatsApp-Kontos reibungslos verläuft, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Auf deinem Android-Gerät muss mindestens Android 10 installiert sein. Auch musst du auf deinem neuen Gerät dieselbe Telefonnummer nutzen wie auf dem alten. Stelle außerdem sicher, dass auf beiden Geräten die neuste WhatsApp-Version installiert und deine WLAN-Verbindung stabil ist.

Schritt für Schritt: So kannst du deine Chats bei WhatsApp übertragen

Die Übertragung deiner Chats kannst du in nur wenigen Schritten erledigen. Die Dauer hängt allerdings davon ab, wie viele Daten übertragen werden müssen. Öffne WhatsApp auf deinem iPhone und navigiere über dein Profilbild in der unteren rechten Ecke zu deinen Einstellungen. Wähle hier den Punkt Chats aus und klicke dann auf „Chatverlauf übertragen“.

Hier hast du nun die Möglichkeit zwischen „Auf iPhone übertragen“ und „Auf Android-Gerät übertragen“ zu wählen. Tippe auf letzteren Button, um deine Chats vorzubereiten und bestätige dann mit „Weiter“. Öffne nun WhatsApp auf deinem Android-Gerät und verifiziere dein Konto mit deiner Telefonnummer. Klicke auf „Erlauben“, damit sich deine beiden Geräte verbinden können.

Auf deinem Android-Gerät wird dann ein QR-Code angezeigt, den du mit der Kamera deines iPhones scannen musst. Ist die Übertragung abgeschlossen, musst du auf deinem Android-Gerät noch einmal mit „Weiter“ bestätigen und kannst dann auf deine Chats zugreifen.

WhatsApp weist darauf hin, dass diese Übertragung nur funktioniert, wenn die App auf dem neuen Gerät noch nicht aktiviert war. Die Zusammenführung von neuen und alten Chats der beiden Geräte ist auf diesem Weg nicht möglich. Hast du WhatsApp also bereits auf deinem neuen Gerät genutzt, musst du die App zunächst deinstallieren. Erst nach neuer Installation kannst du dann deine Chats von iOS übertragen.

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Bluesky zu Eurosky übertragen: So gelingt der Umzug auf EU-Server

23. April 2026 um 16:43

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Bluesky zu Eurosky übertragen Migration Anleitung Wie nutzen

Viele Nutzer fragen sich, wie sie ihre digitale Identität stärker unter eigener Kontrolle behalten können. Genau hier setzt Eurosky an: Mit einer gemeinsamen technischen Grundlage sollen Konten und soziale Beziehungen zwischen Netzwerken übertragbar sein. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deinen Bluesky-Account zu Eurosky übertragen und migrieren kannst, inklusive Handle-Wechsel und Bestätigungscodes.

Mit Eurosky betritt ein neuer Player die Bühne der sozialen Netzwerke. Der Dienst bietet einen zentralen Login für verschiedene Plattformen wie Bluesky und will sich als europäische Alternative zu Big Tech etablieren.

Aufgrund der wachsenden Kritik an den Datenpraktiken der großen Tech-Konzerne setzt Eurosky auf strengere Datenschutzstandards und mehr Kontrolle durch die Nutzer. Langfristig soll die Plattform dafür mit verschiedenen Netzwerken kompatibel sein, damit Nutzer mit nur einem Eurosky‑Account verschiedene Dienste nutzen können.

Als Grundlage dafür dient das AT-Protokoll, mit dem soziale Netzwerke dezentral organisiert und miteinander vernetzt werden können. Nutzerkonten, Inhalte und soziale Beziehungen lassen sich so unabhängig von einzelnen Plattformen verwalten und bei Bedarf zwischen Diensten übertragen.

Bluesky ist aktuell der wichtigste und größte Dienst im Eurosky-Ökosystem aus dem Bereich der sozialen Netzwerke. Wir zeigen dir, wie du deinen Bluesky-Account auf die europäische Alternative übertragen kannst.

Migration starten: Bluesky-Account zu Eurosky übertragen

Willst du Bluesky künftig nutzen und deine Daten aber auf europäischen Servern wissen, kannst du deinen Account zu Eurosky übertragen. Dafür musst du keinen neuen Account erstellen und kannst deine Daten und Kontakte behalten.

Die Migration deines Accounts kannst du hier vornehmen. Dafür musst du im ersten Schritt dein Bluesky-Handle sowie dein Passwort eingeben. Dann stimmst du den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zu und klickst auf den Button „Weiter„.

Im nächsten Schritt musst du deine bei Bluesky hinterlegte E-Mail-Adresse verifizieren und bestätigen. Damit bestätigst du, dass du Zugriff auf das Postfach hast, um den Bestätigungscode abzurufen.

In Schritt drei wählst du dann den Server aus, auf den dein Account umziehen soll. Eurosky ist schon als erste Option für die Migration voreingestellt. Du kannst diese Auswahl über den Button „Weiter“ bestätigen.

Im vorletzten Schritt wählst du dein neues Handle aus. Eurosky gibt bereits dein altes vor. Du kannst aber auch ein neues Handle wählen oder dein altes behalten. Es wechselt dann von der Struktur „handle.bsky.social“ zu „handle.eurosky.social“.

Schritt für Schritt bestätigen: Code eingeben und Umzug starten

Nach der Überprüfung der Verfügbarkeit deines gewünschten Handles kommst du zum letzten Schritt deiner Account-Übertragung. Dort kannst du wählen, ob du eine Sicherungskopie vor der Migration erstellen möchtest.

Klickst du auf „Weiter“, erhältst du eine E-Mail mit einem Bestätigungscode. Gib diesen auf der Migrationswebsite ein, so kannst du die Übertragung von Bluesky zu Eurosky starten.

Wichtig ist, dass du alle Apps und Browser-Tabs mit deinem Bluesky-Konto während der Übertragung schließt und dein Konto nicht verwendest. Denn Beiträge, Likes oder Follows, die während der Migration auftreten, können nicht übertragen werden.

Der Vorgang dauert nach Angaben von Eurosky zwischen 20 und 30 Minuten. Ist er abgeschlossen, erhältst du eine weitere Benachrichtigung per E-Mail. Du kannst den jeweiligen Stand der Migration aber auch auf der Website einsehen, auf der du den Bestätigungscode aus der E-Mail eingegeben hast.

Du erhältst während der Migration eine weitere E-Mail mit dem Betreff „PLC Update Operation Requested“ von Blusky. Hier findest du einen weiteren Bestätigungscode, mit dem du Migration abschließen kannst.

Nach Abschluss der Übertragung kannst du deine Sicherungskopie herunterladen und den Wiederherstellungsschlüssel für dein Konto kopieren. Diese Daten stehen allerdings nur zwei Tage zur Verfügung.

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Eurosky: Ein Account für viele Apps – ganz ohne US-Server

21. April 2026 um 11:00

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Eurosky Bluesky Europa

Europa will sich digital von den USA emanzipieren. Ein neues Projekt namens Eurosky könnte dabei eine zentrale Rolle spielen. Die gemeinnützige Initiative verspricht einen zentralen Login für verschiedene Dienste wie Bluesky, speichert Nutzerdaten aber ausschließlich in Europa. Doch auch Eurosky hat noch Nachholbedarf. Eine kommentierende Analyse. 

Was ist Eurosky?

  • Eurosky ist eine europäische Initiative, die eine unabhängige Infrastruktur für digitale Medien aufbauen will. Basis des Projekts ist das sogenannte AT‑Protokoll, das auch das Netzwerk Bluesky nutzt. Eurosky verspricht Nutzern vollständige Kontrolle über ihre Daten und eine Alternative zu den Netzwerken von Big Tech, ohne selbst eine eigenständige Social‑Media‑Plattform zu sein.
  • Hinter Eurosky steckt eine gemeinnützige Organisation, die Nutzerdaten ausschließlich auf europäischen Servern und in europäischen Clouds speichern will, damit diese unter Europarecht fallen. Ziel ist es nicht nur, digitale Souveränität zu stärken, sondern eine Schnittstelle zwischen digitalen Diensten zu etablieren.
  • Nutzer können sich bei Eurosky anmelden und verschiedene kompatible Anwendungen nutzen, ohne sich jedes Mal erneut zu registrieren und ihre Daten preisgeben zu müssen. Heißt konkret: Du kannst einmalig eine digitale Identität von dir erstellen und damit auf andere Dienste (Entitäten) zugreifen. Eine Eurosky‑Identität ermöglicht eine Verbindung zum AT‑Protokoll und damit digitale Plattformen wie Bluesky und weitere Apps.

Warum Eurosky gerade jetzt eine echte Chance hat

Neu ist die Idee von Eurosky nicht. Doch: Sie war bislang kaum populär. Spätestens seit dem zweiten Amtsantritt von US‑Präsident Donald Trump erleben europäische Software‑Lösungen aber einen regelrechten Aufschwung. Die Chancen für Eurosky stehen deshalb nicht schlecht.

Vor allem im Bereich der digitalen Medien gab es bislang kaum Alternativen zu Big Tech. Die Twitter‑Alternative Bluesky hat sich zwar allmählich zu einem erfrischenden Konkurrenten entwickelt. Doch wer bislang Daten über die Plattform übermittelt hat, musste hinnehmen, dass Bilder, Texte und Nachrichten unter Umständen in den USA landen und nach dortigem Recht behandelt werden.

Das Problem: Die USA haben sich unter Trump zu einem Staat entwickelt, der zunehmend polarisiert und Daten oder digitale Dienstleistungen als Druckmittel nutzt. Eurosky könnte dem zumindest teilweise ein Ende bereiten.

Denn Daten, die im europäischen Raum bleiben, unterliegen auch europäischen Standards. Das klingt vielleicht etwas trocken, ist aber im Kern ein großes Datenschutz‑ und Privatsphärenversprechen: mehr Kontrolle sowie weniger Abhängigkeit von den Launen von Big Tech und der US‑Regierung.

Was Gründer, Nutzer und EU-Politiker sagen

  • Sebastian Vogelsang, Mitgründer von Eurosky, in einer Medienrunde: „Der soziale Teil ist von Big Tech chirurgisch entfernt worden. Die eigentliche Chance besteht darin, das Soziale in den sozialen Medien zurückzubringen. (…) Nur in einem florierenden Ökosystem für Innovationen im Bereich sozialer Netzwerke können wir die Dominanz von Meta, X, Alphabet und ByteDance ernsthaft infrage stellen.“
  • Ein Reddit‑Nutzer zeigt sich von Eurosky begeistert: „Einer der vielen Vorteile des AT‑Protokolls ist die Interoperabilität zwischen sozialen Netzwerken. Daher habe ich meinen Bluesky‑Account zu Eurosky verschoben. Alle meine Daten werden jetzt in Europa gespeichert, was ich wegen der DSGVO‑Gesetzgebung bevorzuge. Genauso können wir alle weiterhin auf einem sozialen Netzwerk aufbauen, das frei von Big Tech ist.“
  • Insgesamt 54 Abgeordnete des Europäischen Parlaments fordern parteiübergreifend in einem offenen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, europäische Alternativen zu den marktbeherrschenden Social‑Media‑Plattformen zu fördern. Die Europäische Kommission und die europäischen Regierungen können diesen Ausbau unterstützen, indem sie private Initiativen finanziell fördern, die Innovationen im Bereich der europäischen sozialen Medien vorantreiben.“

Größte Hürde: Nutzerbasis

Die vielleicht größte Herausforderung für Eurosky ist keine rein technische, sondern eine soziale. Letztlich geht es nämlich darum, eine gewisse Nutzerbasis aufzubauen – etwa, um das Projekt zu finanzieren und aufrechtzuerhalten. Denn ohne eine ausreichende Anzahl an Nutzern hält selbst die beste Infrastruktur nicht stand.

Doch da die Marktmacht von Big Tech enorm ist, haben es alternative Anbieter stets schwer. Nutzer und App‑Entwickler gleichermaßen zu überzeugen, wird deshalb zur eigentlichen Bewährungsprobe. Hinzu kommt eine gewisse Komplexität. Was für viele Tech‑Enthusiasten zweifellos digitale Selbstermächtigung offenbart, wirkt auf viele wie ein Login zu viel.

Denn: Die Idee von Eurosky ist zwar elegant, doch ihre Vermittlung eher weniger. Mit Begriffen wie Entität, universeller Identität oder AT‑Protokoll können viele nichts anfangen. Im Gegenteil: Sie können sogar abschreckend wirken. Dabei könnte man das Grundprinzip auch ohne Fachbegriffe erklären: Mit einem Eurosky‑Account kannst du dich bei verschiedenen Diensten anmelden – ohne zusätzliche Konten und ohne Datenübermittlung in die USA.

Dennoch: Das Projekt wurde langfristig gedacht. Mit jeder neuen App wächst etwa das Ökosystem, das Schritt für Schritt unabhängiger wird. Noch hängt Eurosky teilweise am Tropf der Bluesky‑Infrastruktur, etwa bei der Moderation. Doch der Plan zur kompletten Eigenständigkeit steht – und mit ihm die Hoffnung, dass Europas digitale Zukunft nicht nur reguliert, sondern auch gestaltet wird.

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WhatsApp-Nutzernamen: Meta verkauft dir Schutz, meint aber Tracking

15. April 2026 um 11:00

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WhatsApp Nutzername Instagram Facebook Meta Username Benutzername

WhatsApp‑Nutzer sollen künftig auch ohne Telefonnummer erreichbar sein. Eine neue Funktion verspricht auf den ersten Blick mehr Privatsphäre und Schutz. Mutterkonzern Meta agiert jedoch alles andere als uneigennützig. Denn was als tolles Datenschutz‑Feature verkauft wird, ist auch ein Stück weit Augenwischerei. Eine kommentierende Analyse.

So funktionieren Benutzernamen auf WhatsApp

  • WhatsApp veröffentlicht seit dem 8. April 2026 schrittweise eine Funktion, auf die viele Nutzer sehnsüchtig gewartet haben: einen eigenen Benutzernamen. Die Idee: Wer einen solchen erstellt, soll künftig über diesen Namen erreichbar sein, ohne die eigene Telefonnummer preisgeben zu müssen. Die Funktion ersetzt aber nicht die Telefonnummer bei der Registrierung. Heißt: Wer WhatsApp nutzen will, braucht nach wie vor eine gültige Mobilfunknummer.
  • Zunächst hat nur eine begrenzte Anzahl an Nutzern die Möglichkeit, einen eigenen Benutzernamen bei WhatsApp zu erstellen. Dem Vernehmen nach ist die volle Verfügbarkeit zur Jahresmitte 2026 geplant. Wann Nutzer in Deutschland an der Reihe sind, ist bislang unklar. Wer bereits Zugriff auf die Funktion hat, kann unter „Einstellungen“ und „Profil“/„Konto“ einen eigenen Benutzernamen festlegen. Dieser beginnt mit einem @, muss zwischen drei und 35 Zeichen lang sein und darf nur Kleinbuchstaben, Punkte, Zahlen und Unterstriche enthalten. Die Regeln könnten sich aber auch noch ändern.
  • Pikant: Wer auf WhatsApp denselben Benutzernamen wie auf Instagram oder Facebook nutzen möchte, wird laut wabetainfo aufgefordert, seine Profile über das sogenannte Accounts Center miteinander zu verknüpfen. Meta zielt damit offenbar auf eine freiwillige Verbindung der Dienste ab. Denn: Bislang hat der WhatsApp‑Konzern Daten aus seinen Plattformen auf Basis einer schwammigen rechtlichen Grundlage zusammengeführt, die bereits die europäischen Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen hat.

Warum Nutzernamen Meta mehr nützen als dir

WhatsApp verkauft Benutzernamen als einen Befreiungsschlag aus der Nummernpflicht und als digitalen Vorhang, der Anonymität verspricht. Das hat zweifellos den Vorteil, dass Fremde künftig nicht mehr so einfach Telefonnummern über den Messenger abgreifen können – etwa um betrügerische Inhalte zu verschicken.

Doch: Meta wird weiterhin ganz genau wissen, wer sich hinter einem Profil verbirgt. Hinzu kommt, dass Nutzer offenbar dazu verleitet werden sollen, ihren WhatsApp‑Account über identische Nutzernamen mit Facebook und Instagram zu verknüpfen. Wer das tut, tritt die auf der einen Seite gewonnene Privatsphäre auf der anderen Seite an einen US‑amerikanischen Großkonzern ab, der nichts anderes im Sinn hat, als mit den neu gewonnenen Daten Profit in Form von Werbung zu schlagen.

Oder: Was WhatsApp als Komfort verkauft, entpuppt sich vielmehr als kosmetisches Make‑up, das weniger im Nutzer‑, sondern vielmehr im Konzerninteresse ist. Denn wer glaubt, ein @ ersetze die Infrastruktur aus Identität und Tracking, der irrt gewaltig.

Die Logik bleibt nämlich die alte: weniger Sichtbarkeit für andere Nutzer und mehr Verknüpfbarkeit im Sinne des Plattform‑Ökosystems von Meta. Nutzernamen auf WhatsApp werden deshalb allenfalls nach außen hin ein Schutzschild sein. Meta hingegen will mehr denn je an deine Daten, um einen digitalen Fingerabdruck von dir zu erstellen, der einem Scanner im neuen Gewand gleichkommt.

Was Sicherheitsexperten sagen

  • Ein Reddit‑Nutzer schart bereits seit einigen Monaten mit den Hufen: „Seit einem Jahr höre ich schon, dass Benutzernamen kommen sollen, aber es ist immer noch nichts passiert! Die Leute wollen ihre privaten Nummern nicht mehr weitergeben! Sie haben das schon vor Monaten getestet, und sie testen es immer noch! Gott weiß, was für Entwickler sie da eingestellt haben! Wie kann es so lange dauern, nur um eine Benutzernamen‑Funktion einzuführen? Und obendrein haben sie noch nicht einmal eine Möglichkeit hinzugefügt, Nachrichten von unbekannten Nummern zu blockieren! Was machen die eigentlich?“
  • Damian Archer, Vice President für Beratung und Professional Services für den amerikanischen Raum bei Trustwave, gegenüber IT Brew: „Stellt die Verwendung desselben Benutzernamens für alle Online‑Profile ein ebenso großes Risiko dar wie die Verwendung desselben Passworts? Absolut nicht. Ist es ein Risiko für Ihre Privatsphäre und den Datenschutz im Allgemeinen? Ja, das ist es. (…) Man kann Informationen finden, die mit diesem Nutzer in Verbindung stehen könnten und die er völlig vergessen hat.“
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt zu bedenken: „Geben Sie nur so viel wie unbedingt notwendig über sich preis – sowohl öffentlich als auch gegenüber dem Anbieter ihres E‑Mail‑Dienstes oder einer Social‑Media‑Plattform. Nutzen Sie unterschiedliche Nutzernamen auf unterschiedlichen Plattformen. So erschweren Sie es Cyberkriminellen, ein Gesamtprofil über Sie zu erstellen.“

So schützt du deine Identität trotz Benutzername

Die eigentliche Frage ist künftig nicht, ob Meta Daten aus seinen verschiedenen Plattformen zusammenführen wird, sondern auf welche Art und Weise sowie mit welcher Rechtsgrundlage. Das Unternehmen sucht einmal mehr nach einem Schlupfloch, um seine Nutzer aus Eigennutz nach innen hin gläsern zu machen.

Denn: Der Verschluss der eigenen Telefonnummer sowie identische Nutzernamen auf WhatsApp, Instagram und Facebook mögen zwar verlockend klingen. Doch wenige Klicks können schnell in einer stillen Einwilligung in eine skrupellose Datenarchitektur münden. Für WhatsApp‑Nutzer bleibt die Wahl zwischen Komfort und Kontrollillusion damit erstaunlich schmal.

Vermeintlich sichere Nutzernamen sind nämlich nur so sicher wie die Gewohnheiten, die sie begleiten. Und die bestehen bekanntlich selten aus Zurückhaltung, sondern aus Scrolling und Klicks. Meine Empfehlung für die, die im Netz möglichst anonym surfen wollen, ist deshalb so altmodisch wie unbequem – aber eben auch effektiv. Sprich: nicht nur Namen ändern, sondern Identität bewahren oder schlichtweg Verbindungen kappen.

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WhatsApp öffnet sich: So nutzt du Chats mit anderen Messengern

02. April 2026 um 05:45

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WhatsApp Drittanbieter-Chats aktivieren Meta Digital Markets Act EU Smartphone

Bei WhatsApp kannst du künftig auch Drittanbieter-Chats integrieren und so Nachrichten aus verschiedenen Apps gebündelt an einem Ort finden. Wir erklären dir, wie du die neue Funktion aktivieren kannst und welche Dienste dabei alles unterstützt werden.

WhatsApp vereint auf seiner Plattform mehr als drei Milliarden Menschen in über 180 Ländern und ist damit der beliebteste Messenger weltweit. Doch die enorme Marktmacht der Meta-Tochter erhöht auch den regulatorischen Druck.

Mit dem Digital Markets Act will beispielsweise die EU einen faireren Wettbewerb stärken und sogenannte „Gatekeeper“ einschränken. Besonders dominante Dienste müssen sich deshalb nun für Drittanbieter öffnen – und das gilt auch für WhatsApp.

Aus diesem Grund kannst du künftig auch Drittanbieter-Chats in WhatsApp aktivieren und so verschiedene Messenger in einer App nutzen. Wir erklären dir, wie das funktioniert.

So kannst du Drittanbieter-Chats bei WhatsApp aktivieren

Drittanbieter-Chats kannst du bei WhatsApp ganz einfach in deinen Einstellungen aktivieren. Klicke dafür in der App auf deinem iPhone auf dein Profilbild in der unteren rechten Ecke des Bildschirms oder auf deinem Android-Smartphone auf die drei Punkte.

Wähle hier nun in den Einstellungen den Menüpunkt „Konto“ aus. Hier findest du die Option „Drittanbieter-Chats“. Über den Button „Aktivieren“ kannst du es Personen erlauben, dir aus Drittanbieter-Apps Nachrichten zu senden.

Hast du den Button „Aktivieren“ angeklickt, erhältst du noch einmal Informationen zu der neuen Funktion. WhatsApp weist hier auch noch einmal darauf hin, dass die neue Funktion nur für „zulässige Drittanbieter-Messaging-Apps“ gilt.

Diese kannst du nach einer Bestätigung über den „Weiter“-Button im nächsten Fenster in einer Übersicht sehen und auswählen. Aktuell sind hier allerdings nur die beiden Apps „BirdyChat“ und „Haiket“ zu finden. Ob Signal, Telegram und Co. hier noch Einzug halten, ist bisher nicht bekannt.

In einem nächsten Schritt musst du nun noch auswählen, ob du die Chats kombiniert in einem Postfach oder in einem getrennten Postfach bei WhatsApp anordnen willst. Mit einem abschließenden Klick auf „Aktivieren“ kannst du die neue Funktion nutzen.

WhatsApp-Chats mit anderen Messengern

In deinen Einstellungen kannst du außerdem auswählen, dass WhatsApp dich benachrichtigen soll, wenn du über einen Drittanbieter-Chat kontaktiert wirst. Willst du selbst einen Drittanbieter-Chat starten, kannst du das über das Plus in der oberen rechten Ecke deines Bildschirms im Bereich Chats machen.

Tippe auf das Plus und wähle dann „Neuer Drittanbieter-Chat“ aus. Wähle dann die jeweilige App aus und gib die Benutzer-ID des Empfängers ein.

Das kann laut WhatsApp je nach App eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer oder ein Benutzername sein. Am Ende bestätigst du noch mit „Chat erstellen“ und kannst nun Nachrichten, Bilder, Videos, Sprachnachrichten und Dokumente versenden und empfangen. Diese werden bei der Übermittlung laut WhatsApp verschlüsselt.

Das solltest du bei der Nutzung von Drittanbieter-Chats bei WhatsApp beachten

Trotz der Integration der Drittanbieter-Chats sind einige Einstellungen anders als für herkömmliche WhatsApp-Chats. So werden beispielsweise dein Name und dein Profilbild nicht über die Drittanbieter-Chats geteilt, deine Telefonnummer hingegen schon.

WhatsApp weist außerdem darauf hin, dass dich jede Person über eine Drittanbieter-App anschreiben kann, die deine Telefonnummer kennt. Das gilt auch für Personen, die du auf WhatsApp blockiert hast. Erhältst du allerdings eine Nachricht von einer unerwünschten Person über einen Drittanbieter-Chat, kannst du diese auch ganz normal blockieren.

Aktuell ist die neue Funktion nur für iPhones und Android-Smartphones verfügbar. Auf Tablets, im Web oder in der Desktop-Version kannst du das Feature nicht nutzen.

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