❌

Normale Ansicht

Received before yesterdayUnkategorisiert

Google pfeift auf EU-Frist – und zeigt Europa den Mittelfinger

30. September 2026 um 11:00

Der Beitrag Google pfeift auf EU-Frist – und zeigt Europa den Mittelfinger erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Google EU Frist Mittelfinger Europa Strafe Suche

Google hat nach der 460-Millionen-Euro-Strafe der EU seine europäischen Suchergebnisse angepasst – zumindest auf dem Papier. Doch eine aktuelle Analyse zeigt: Viele der beanstandeten Praktiken bestehen offenbar weiter. Das Unternehmen testet damit einmal mehr aus, wie weit es gehen kann, ohne echte Konsequenzen zu spüren. Eine kommentierende Analyse.

Was bisher geschah: EU-Strafe, Frist und Googles Reaktion

  • Die EU hat Google im Juli 2026 eine Strafe in Höhe von 460 Millionen Euro aufgebrummt, weil das Unternehmen seine eigenen Dienste in den Bereichen Shopping, Hotels, Transport und Sportergebnisse in den Suchergebnissen gegenüber anderen Anbietern bevorzugt hatte. Damit hat der Suchmaschinen-Gigant gegen das EU-Gesetz über digitale Märkte verstoßen, das darauf abzielt, die Marktmacht von Big Tech einzudämmen. Die Europäische Kommission räumte dem Unternehmen 60 Tage Zeit ein, um den Anforderungen des DMA nachzukommen; andernfalls drohen Zwangsgelder in Höhe von bis zu fünf Prozent seines weltweiten Umsatzes.
  • Wie die Nachrichtenagentur Reuters Anfang September 2026 exklusiv berichtete, hat Google Änderungen an seinen Online-Suchergebnissen in Europa vorgenommen, um den Anforderungen der EU gerecht zu werden. Das Unternehmen erklärte, dass diese das Nutzererlebnis beeinträchtigen und die Kosten für europäische Unternehmen in die Höhe treiben würden. Die überarbeiteten Suchergebnisse zeigen Google zufolge nun oben auf der Seite eine spezialisierte Ansicht, gefolgt von zwei weiteren mit weniger Details. Darunter: eine Karussell-Ansicht mit Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants, bei der wichtige Informationen wie Echtzeitpreise entfernt wurden. Die Änderungen würden laut Google große Anbieter wie Booking oder Expedia begünstigen. Tests hätten gezeigt, dass Nutzer mit der Ansicht unzufrieden seien.
  • Laut der Initiative for Neutral Search hat Google zwar Änderungen in seiner Suche vorgenommen, aber bis heute nicht den Verstoß behoben, seine eigenen Produktanzeigen, organische Inhalte und spezialisierte Dienste günstiger als die anderer Anbieter zu behandeln. Eine Gegenüberstellung zeigt einen Vergleich der Beispiele der EU-Kommission mit den aktuellen Google-Suchergebnissen, die nach Ablauf der 60-tägigen Frist erfasst wurden. Demnach sind viele der bisherigen Praktiken in den Bereichen Shopping, Aktivitäten, Sportergebnisse, Übersetzungen, Wetter und Finanzen nach wie vor deutlich erkennbar. Neutral Search warnt: Wenn Google die EU-Vorgaben nach Ablauf der Frist nur teilweise umsetzt, könnte das andere Tech-Konzerne ermutigen, EU-Regeln ebenfalls eher als Verhandlungsmasse denn als verbindliche Vorgaben zu betrachten.

Was Google in Europa wirklich geändert hat – und was nicht

Google scheint die EU-Vorgaben zumindest teilweise anders umzusetzen beziehungsweise auszulegen, als es Kritiker und auch Neutral Search erwarten. Das Unternehmen argumentiert etwa, dass die beanstandete Praxis geändert wurde, aber deshalb nicht jedes eigene Such-Element verschwinden müsse. Genau darin liegt der Konflikt.

Denn: Es geht um unterschiedliche Auslegungen – vor allem was die Interpretation von echter Gleichbehandlung angeht. Die Behauptung, dass die bisherigen Änderungen in der Suche das Nutzererlebnis schmälern, liegt derweil weniger an der EU als an der Umsetzung von Google selbst. Oder: Sie ist ein Scheinargument.

Zudem ist ein anderes Suchergebnis nicht automatisch schlechter, nur weil Nutzer an Googles bisherige Eigenbevorzugung gewöhnt waren. Umgekehrt kann mehr Chancengleichheit das Nutzererlebnis sogar verbessern, wenn dadurch relevantere Angebote von Drittanbietern sichtbarer werden.

Indes: Ein vermeintlich schlechteres Nutzererlebnis bei höheren Kosten für Drittanbieter ist ohnehin eine ziemlich alte Leier von Google, Meta und Co., sobald Regulierung an den eigenen Geschäftsmodellen rührt. Was dabei gerne untergeht: Wettbewerb ist nicht automatisch eine Zumutung für Nutzer.

Oder: Büßen Google und seine Nutzer wirklich Qualität ein oder geht es nicht vielmehr um einige liebgewonnene Privilegien, die zwar nett sein können, aber eben den Wettbewerb verzerren? Letztlich pfeift das Unternehmen zwar nicht komplett auf die EU-Vorgaben, aber reizt sie massiv aus – und zwar mit allen Mitteln.

Stimmen

  • Nick Fox, Senior Vice President für Wissen und Information bei Google, erklärte in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Anfang September 2026: „Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir in Europa erhebliche Änderungen an der Suchfunktion vor. Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer – sie begünstigen Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich die Nutzer täglich verlassen. Nutzer außerhalb der EU sind von diesen Änderungen nicht betroffen.“
  • Felix Styma, Coordinator der Initiative for Neutral Search, in einem Statement: „Angesichts der bisherigen Vorgehensweise von Google, seine rechtlichen Verpflichtungen zu leugnen und den fairen Wettbewerb auf den digitalen Märkten zu untergraben, waren unsere Erwartungen hinsichtlich der Einhaltung der Auflagen nach Ablauf der 60-Tage-Frist bescheiden. Dennoch ist es auffällig, dass die von der Kommission festgestellten Praktiken auch nach Ablauf der klar festgelegten Frist weiterhin bestehen. Solange Googles eigene Dienste weiterhin von einer privilegierten Platzierung profitieren, die Wettbewerbern nicht zur Verfügung steht, bleibt die Selbstbegünstigung, die im Mittelpunkt der Entscheidung der Kommission steht, ungelöst.“
  • Martin Andree, außerplanmäßiger Professor für Digitale Medien an der Universität zu Köln und Gründer des Unternehmens AMP Digital Ventures, in einem Beitrag auf LinkedIn: „FUCK THE LAW??? Wir wissen es ja schon seit Jahren, aber seit vorgestern (26.9.) gibt es einen neuen, besonders drastischen Beweis dafür, wie Google über uns und über die EU denkt. Sie lachen nämlich dort über uns. Sie zeigen uns den Stinkefinger, und sie sagen uns allen ganz lässig im hellsten Tageslicht und vor laufender Kamera: Eure Gesetze und Eure Urteilssprüche sind uns komplett egal. Denn Google setzt die Vorgaben des EU-Urteils von Juli 2026 einfach nicht um.“

Was Google jetzt droht – oder auch nicht

Für Google könnte es tatsächlich unangenehm werden. Denn mit dem DMA hat die EU-Kommission ein ziemlich scharfes Schwert in der Hand – zumindest in der Theorie. Ein Zwangsgeld aufgrund von Zuwiderhandlung hätte es mit fünf Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Google nämlich in sich. Bei einem Umsatz von rund 400 Milliarden Euro wären etwa 20 Milliarden Euro fällig; und damit alles andere als Peanuts.

Zunächst geht es aber um die Frage, wie die Kommission die aktuellen Suchergebnisse und Änderungen bewertet. Dafür müsste sie zunächst selbst prüfen, was Google nach Ablauf der Frist tatsächlich verändert hat – und was gegebenenfalls nicht. Die Gegenüberstellung von Neutral Search liefert dafür zumindest einen durchaus berechtigten Anlass. Sie kann, darf und wird aber nicht der alleinige Anker sein.

Sollte die Kommission tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass Google die Entscheidung nicht vollständig umgesetzt hat, könnten weitere Durchsetzungsmaßnahmen folgen – einschließlich eines Zwangsgeldes. Dieses wird aber keinesfalls ausgereizt werden. Denn der Konflikt zwischen Big Tech und der EU hat längst eine geopolitische Ebene erreicht, da US-Präsident Trump nahezu sämtliche EU-Regeln als Bedrohung wahrnimmt.

Indes: Google dürfte argumentieren, dass die vorgenommenen Änderungen den Anforderungen entsprechen und bestimmte Suchfunktionen die eigenen Produkte nicht automatisch bevorzugen. Sprich: Neben der Umsetzung wird es auch auf die Auslegung des Kommissionsbeschlusses ankommen. Und genau darauf legt Google es auch an. Das Unternehmen scheint einmal mehr die Grenzen des Möglichen auszutesten und zeigt der EU damit zumindest indirekt den Mittelfinger.

Auch interessant: 

Der Beitrag Google pfeift auf EU-Frist – und zeigt Europa den Mittelfinger erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Nach Strafe: Google warnt in der EU vor Qualitätseinbußen

09. September 2026 um 16:45

Der Beitrag Nach Strafe: Google warnt in der EU vor Qualitätseinbußen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

DMA Google Suchmaschine EU

Nach einer Millionenstrafe durch die EU-Kommission muss Google seine Suchmaschine in Europa umbauen. Der Konzern warnt davor, dass diese Änderungen die Qualität der Suche und das Nutzererlebnis deutlich verschlechtern wird.

Kaum ein Unternehmen hat die Nutzung des Internets so stark geprägt wie Google. Mit seiner Suchmaschine machte der Konzern die gezielte Suche nach Informationen im Netz für Milliarden Menschen zum zentralen Einstiegspunkt ins Internet.

Allein im Jahr 2025 betrug der Marktanteil von Google im Vergleich zu Suchmaschinen weltweit fast 95 Prozent auf mobilen Endgeräten und Tablets. Im Desktop-Suchmaschinenmarkt kam der Tech-Gigant auf einen Anteil von 82,2 Prozent, gefolgt von der bei Windows-Rechnern voreingestellten Suchmaschine Bing mit knapp elf Prozent.

Gerade diese zentrale Stellung verschafft Google eine enorme Marktmacht, die seit Jahren Wettbewerbshüter auf den Plan ruft. Aufgrund dessen muss Google nun Änderungen an seiner Suchmaschine in der EU vornehmen und warnt vor enormen Qualitätseinbußen.

Nach Millionenstrafe: Google muss seine Suchmaschine in der EU umbauen

Mit dem Digital Markets Act (DMA) hat die EU ein Regelwerk geschaffen, das besonders mächtige Plattformen im Netz zu mehr Wettbewerb und faireren Bedingungen verpflichten soll. Google zählt im Rahmen des DMA zu den sogenannten „Gatekeepern“. Deshalb muss der US-Konzern mit seiner Suchmaschine Vorgaben erfüllen, die verhindern sollen, dass eigene Angebote systematisch bevorzugt oder konkurrierende Dienste benachteiligt werden.

Ende Juli hatte die EU-Kommission Google wegen DMA-Verstößen zu Strafen in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro verurteilt. Aufgrund des Vorwurfs, Google würde seine eigenen Dienste in den Suchergebnissen bevorzugen, musste der US-Konzern 460 Millionen Euro dieser Strafe tatsächlich bezahlen.

Teresa Ribera, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte dazu, Google habe die Bestimmungen des DMA „nicht ordnungsgemäß eingehalten“. Es müssten sich die besten Produkte durchsetzen, „weil sie besser sind – und nicht, weil sie dem Unternehmen gehören, das die Suchmaschine betreibt“.

Wie Reuters exklusiv berichtet, hat Google deshalb nun eingegriffen und den Umbau der eigenen Suchmaschine in der EU begonnen. Der Konzern weise darauf hin, dass diese Änderungen „die größte Beeinträchtigung der Servicequalität in der 29-jährigen Geschichte der weltweit beliebtesten Internetsuchmaschine“ mit sich bringen wird.

Google warnt vor schlechterem Nutzererlebnis und höheren Kosten

Nach Angaben des Unternehmens werden die Änderungen das Nutzererlebnis spürbar verschlechtern. Der US-Konzern habe die Änderungen bereits mit Millionen von Nutzern in Europa getestet. Dabei habe sich eine hohe Unzufriedenheit gezeigt, da die Nutzer ihre Suchanfragen erneut eingeben müssten, um das Gewünschte zu finden.

„Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir wesentliche Änderungen an der Suche in Europa vor“, erklärt Nick Fox, Senior Vice President für Knowledge & Information bei Google, gegenüber Reuters. „Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer: Sie stärken Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich die Menschen täglich verlassen.“

Auch die Kosten für europäische Unternehmen sollen demnach deutlich steigen. Frühere Änderungen zur Einhaltung des DMA hätten laut Google bei europäischen Unternehmen bereits zu einem Rückgang des kostenlosen, direkten Buchungsverkehrs um 30 Prozent geführt. Die neuen Änderungen könnten die Unternehmen laut Google erneut treffen.

Auch interessant:

Der Beitrag Nach Strafe: Google warnt in der EU vor Qualitätseinbußen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig!

04. September 2026 um 11:00

Der Beitrag Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig! erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Google Übersicht mit KI klappt automatisch aus AI Overviews einklappen ausklappen Künstliche Intelligenz

Google testet eine neue Darstellung seiner KI-Suche – und die nervt gewaltig! Statt eingeklappter Kacheln laden KI-generierte Antworten jetzt direkt in voller Länge. Die klassischen blauen Links rutschen dafür noch weiter nach unten. Google macht sich damit vom Suchmaschinenriesen zum Türsteher des Internets und entscheidet zunehmend selbst, was Nutzer zu sehen bekommen. Eine kommentierende Analyse. 

Klappt automatisch aus: Googles KI-Übersicht jetzt noch aggressiver

  • Google hat mit „Übersicht mit KI“ bereits im März 2025 eine Funktion in seine Suche integriert, die Ergebnisse massiv verändert hat. Denn: Oberhalb der Suchergebnisse erscheinen seither KI-generierte Kurzzusammenfassungen zu bestimmten Inhalten. Mittlerweile können Nutzer sogar wie in einem Chat Nachfragen stellen. Problem: Die prominent platzierte Künstliche Intelligenz liegt oft falsch. Die KI-Übersicht in der Google-Suche ist die drastischste Veränderung seit 20 Jahren. Das Eingabefeld kann sich flexibel an lange Texte anpassen und auch Bilder, Videos oder geöffnete Browser-Tabs verarbeiten.
  • Die KI-Suche von Google hat sich binnen kürzester Zeit etabliert und fast schon zum Standard entwickelt. Einigen mag das gefallen; anderen nicht. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Similarweb erscheint bei über 40 Prozent aller Google-Suchanfragen in den USA der KI-Modus. Dabei lag der Anteil vor einem Jahr noch bei gerade einmal 15 Prozent. Das führt zu einer erheblichen Veränderung, wie Nutzer Informationen konsumieren, da die klassische Link-Liste immer mehr verschwindet. Der Auswertung zufolge nimmt die Akzeptanz der KI-Übersicht mitunter bei älteren Nutzern zu.
  • Bislang wurden Antworten im KI-Modus von Google in einer abgespeckten Kachel angezeigt, die man über einen Button ausklappen kann, falls man Inhalte lesen will. Das ändert sich nun – zumindest test- und teilweise. Google hat bestätigt, eine neue Darstellungsform der Übersicht mit KI zu erproben. Bei bestimmten Suchanfragen lädt die generierte KI-Antwort demnach direkt in kompletter Länge. Will heißen: Eine Option, die Kachel manuell auszuklappen, entfällt. Das Eingabefeld für Nachfragen wird gleichzeitig standardmäßig aktiviert. Der Aufbau der Suchergebnisseite verändert sich dadurch noch drastischer.

Neue KI-Anzeige fühlt sich einfach falsch an

Die neue KI-Darstellung von Google ist nicht nur eine kleine Designänderung. Sie verschiebt das bisherige Grundprinzip der Google-Suche immer weiter. Wer wie bisher etwa mehrere Quellen vergleichen will, bekommt stattdessen immer häufiger eine fertig formulierte Antwort serviert.

Offiziell handelt es sich zunächst zwar nur um einen Test. Doch: Das, wovon andere Nutzer bereits berichtet haben, ist auch mir passiert. Und ganz ehrlich: Ich persönlich empfand die ausgeklappte Übersicht mit KI absolut nervig! Irgendwie hat sich die Darstellung sogar falsch und komisch angefühlt. Meine Reaktion: Ich habe fast schon reflexartig das Browserfenster refreshed.

Danach verschwand die Anzeige. Im Nachhinein hätte ich mir das Ganze dann doch genauer angeschaut. Aber die Visualisierung wirkte fast schon wie ein nerviger Fehler, den man einfach wegklicken will. Ich wollte recherchieren und nicht die Interpretation der Google-KI lesen – sondern selbst entscheiden, welcher Quelle ich vertraue.

Für Medien und Publisher ist das alles weitaus mehr als eine Geschmacksfrage. Zwar nennt der KI-Modus weiterhin Quellen, doch eine ausformulierte Antwort macht den Klick auf diese Quellen schlicht weniger notwendig. Zudem rücken die gewohnten organischen Treffer, die klassischen blauen Links, weiter nach unten. Google-Nutzer müssen also erst einmal scrollen, um überhaupt wieder bei den eigentlichen Websites anzukommen.

Stimmen

  • Chris Long, SEO- und Marketingexperte aus den USA, ist als einer der ersten auf die neue Google-Anzeige aufmerksam geworden. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er: „Holy Moly, liebe SEOs: Google zeigt nun bei einigen Suchanfragen standardmäßig das Eingabefeld für den KI-Modus an. Auf diese Weise treibt Google den KI-Modus weiterhin als Standard-Sucherlebnis voran.“
  • Ein Google-Sprecher teilte Seroundtable in einem Statement mit: „Bei einigen Suchanfragen können sich die KI-Übersichten dynamisch erweitern, und zwar zu Themen, bei denen unsere Systeme feststellen, dass dies für die Nutzer am nützlichsten ist. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass Nutzer dank dieser dynamischen Erfahrung die Suche als hilfreicher empfinden und sich intensiver mit der weiteren Recherche beschäftigen.“
  • Barry Schwartz, SEO-Experte und -Journalist, in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Google entfernt die Schaltfläche „Mehr anzeigen“ aus den KI-Übersichten, sodass diese standardmäßig eher dem KI-Modus ähneln – das ist für Publisher nicht gerade vorteilhaft.“ Robby Stein von Google kommentierte den Beitrag: „KI-Übersichten werden nur bei Themen dynamisch erweitert, bei denen unsere Systeme dies als besonders nützlich erachten. Wenn du bereits mit dem Scrollen begonnen hast, wird die Erweiterung angehalten, damit du deine Position beibehältst. Wir testen und optimieren diese Funktionen ständig und werden sie daher auf Grundlage des Nutzer-Feedbacks weiter verfeinern.“

Was Googles KI-Kurs für Medien und Nutzer bedeutet

Es wird zweifellos Nutzer geben, die Googles neuen KI-Auftritt mögen – und das nicht einmal zu Unrecht. Denn eine kompakte Antwort kann bei einfachen Fragen durchaus praktisch sein, was viele zumindest als hilfreich empfinden werden. Andere, wie auch ich, werden sich aber vermutlich genervt oder gar bevormundet fühlen.

Denn: Wer selbst recherchieren möchte, erhält eben nicht mehr die gewünschten klassischen Suchergebnisse, sondern eine Vorauswahl dessen, was die KI für relevant hält. Problematisch wird zudem sein, dass eine prominentere Darstellung von KI-Inhalten auch automatisch falsche, irreführende oder erfundene Informationen prominenter anzeigen wird.

Denn: KI halluziniert regelmäßig. Google macht seinen KI-Modus derweil nicht nur zu einem Türsteher des Internets, sondern zunehmend auch zu einem Redakteur. Und genau deshalb dürften viele Medien irgendwann auf die Barrikaden gehen. Wenn Google nämlich journalistische Inhalte nutzt, um seine eigene KI zu füttern und zu mehr oder minder guten Antworten zu verwursten, während gleichzeitig wertvolle Klicks auf die ursprünglichen Urheber ausbleiben, braucht es neue Spielregeln.

Lizenzvereinbarungen und Vergütungsmodelle, wie sie für andere Google-Dienste bereits existieren, wirken dann weniger wie ein Nice-to-have als wie eine überfällige Konsequenz.

Auch interessant: 

Der Beitrag Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig! erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

EU knöpft sich ChatGPT vor: Was sich für Nutzer jetzt ändert

02. September 2026 um 11:00

Der Beitrag EU knöpft sich ChatGPT vor: Was sich für Nutzer jetzt ändert erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

EU Europa ChatGPT DSA OpenAI sehr große Online-Suchmaschine

Die EU-Kommission hat ChatGPT offiziell als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft. Das ist ein Novum für ein KI-Modell. Zusammen mit Reddit und Roblox fällt der Chatbot von OpenAI damit unter die strengen Regeln des Digital Services Act (DSA). Für OpenAI bedeutet das: mehr Kontrolle, mehr Transparenz und bei Verstößen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Aber reicht all das, um Nutzer besser zu schützen? Eine kommentierende Analyse.

Warum die EU ChatGPT jetzt als Suchmaschine einstuft

  • Auf Online-Plattformen kann man sich austauschen, mit anderen vernetzen, Informationen suchen oder sich einfach inspirieren lassen. Auch KI-Modelle können in bestimmten Situationen praktisch oder hilfreich sein. Doch sowohl Online-Plattformen als auch Chatbots werden immer wieder missbraucht, etwa für kriminelle Machenschaften oder um Desinformation zu streuen. Die Europäische Kommission will dem Einhalt gebieten. Laut einer offiziellen Mitteilung stehen ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox deshalb ab sofort unter strengerer Beobachtung. Der Grund: Alle drei Dienste haben die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat in der EU geknackt. Damit fallen sie unter den Digital Services Act (DSA).
  • ChatGPT wird laut EU ab sofort als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft, so wie beispielsweise auch Google. Die Kommission begründet die Einstufung damit, dass der Chatbot auf das Internet zugreift, um Antworten auszuspucken. Per Definition sei ChatGPT damit eine hybride Suchmaschine. Laut Kommission nutzen derzeit rund 159 Millionen Menschen innerhalb der EU den Chatbot. Anders als bei ChatGPT werden Inhalte auf Reddit und Roblox von Nutzern selbst erstellt. Beide wurden nun als „sehr große Online-Plattformen“ eingestuft und müssen damit vor allem illegale Inhalte bekämpfen, Nutzer besser schützen und regelmäßig einen Risikobericht veröffentlichen.
  • Die EU wird künftig vor allem ChatGPT unter die Lupe nehmen. Dabei geht es nicht um einzelne Antworten, sondern den Chatbot als großes Ganzes. Die Kommission will etwa prüfen, ob OpenAI bestimmte Risiken im Griff hat. Darunter unter anderem: Anleitungen für Straftaten, die Gefährdung Minderjähriger, Wahlmanipulation, Desinformationskampagnen und Diskriminierung. Das Unternehmen muss zudem einen Ansprechpartner für Behörden und Nutzer nennen, sich einmal pro Jahr einer unabhängigen Prüfung unterziehen und eine Schnittstelle einrichten, damit Nutzer illegale Inhalte melden können. Werbung in ChatGPT muss zudem klar als solche gekennzeichnet sein.

Wird ChatGPT zum Präzedenzfall für KI-Regulierung?

Was ChatGPT angeht, könnte die EU-Entscheidung zu einem waschechten Präzedenzfall werden. Denn erstmals unterliegt ein KI-Modell den strengen Vorgaben des DSA – und damit einer Regulierung, die ursprünglich vor allem für klassische Online-Plattformen gedacht war.

Will heißen: Sollten andere Chatbots wie Gemini und Claude irgendwann ebenfalls die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat knacken, werden sie vermutlich so eingestuft wie ChatGPT. Und das wäre auch gut so! Denn anders als klassische Suchmaschinen zeigen KI-Modelle wie ChatGPT nicht bloß eine Liste von Links an, sondern liefern fertig formulierte Antworten.

Sie können überzeugend und plausibel klingen und kommen mitunter sogar ohne großen Umweg über nur eine einzige Quelle daher. Das Problem: KI kann sich irren, Informationen erfinden oder total selbstbewusst Schwachsinn produzieren. Und genau das macht die Kontrolle und Einordnung von KI-Antworten so kompliziert.

Die EU sieht deshalb vor allem OpenAI in der Verantwortung, Nutzer besser zu schützen. Zu Recht! Sanktionen erfolgen bei Zuwiderhandlung aber nicht automatisch und sofort. Erst wenn OpenAI trotz Prüfung und Ermahnung nichts ändern sollte, könnte es teuer werden. Dann kann die EU theoretisch bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.

Für OpenAI wären das mehrere hundert Millionen bis zu einer Milliarde. Da Europa und allen voran Deutschland ein großer Markt für das Unternehmen sind, erklärt das auch ein Stück weit die Kooperationsbereitschaft von OpenAI, aber auch Reddit und Roblox.

Stimmen

  • Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie der EU, in einem Statement: „Mit diesen neuen Benennungen unterliegen ChatGPT, Reddit und Roblox in der Europäischen Union künftig einer strengeren Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Damit wird dem großen Einfluss ihrer Dienste auf unsere Bürgerinnen und Bürger sowie auf unsere Gesellschaft Rechnung getragen. Wir werden die digitale Landschaft weiterhin aufmerksam beobachten und wir werden bei keiner Plattform zögern, sie entsprechend zu benennen, wenn sie den Schwellenwert für eine verstärkte Beaufsichtigung nach dem Gesetz über digitale Dienste erreicht.“
  • David Baszucki, Chef der Roblox Corporation, scheint die strengere Beobachtung seiner Spieleplattform gelassen zu nehmen. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er zur Ankündigung von Henna Virkkunen: „Wir sind stolz auf unser Wachstum in der EU. Roblox ist die erste Gaming-Plattform, die als ‚sehr große Online-Plattform‘ eingestuft wurde. Dies verdanken wir unserer Creator-Community in allen 27 Mitgliedstaaten sowie unseren Teams, die für sichere, fesselnde und altersgerechte Online-Erlebnisse sorgen. Unterstützt wird dies durch unsere branchenführenden Anforderungen an die Altersüberprüfung für Chats und Inhalte.“
  • Von OpenAI und Reddit liegen bislang keine offiziellen Statements vor. Alle drei Unternehmen haben dem Vernehmen nach zumindest aber ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den EU-Behörden signalisiert. Auf der DSA-Seite von OpenAI heißt es etwa: „OpenAI bekennt sich zu Sicherheit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und dem Schutz der Grundrechte, einschließlich der Meinungsfreiheit und des Zugangs zu Informationen.“ Reddit schreibt auf seiner DSA-Seite: „Reddit kann den Zugriff auf Inhalte einschränken, bei denen festgestellt wurde, dass sie gegen die Gesetze des in Ihrer Meldung angegebenen EU-Landes verstoßen. Meldungen von vertrauenswürdigen Meldern werden gemäß der DSA bei der Überprüfung vorrangig behandelt.“

Was sich ab Januar 2027 für Nutzer ändert

ChatGPT, Reddit und Roblox müssen die neu auferlegten EU-Pflichten innerhalb von vier Monaten, also ab Januar 2027, erfüllen und jeweils erste Risikobewertungen veröffentlichen. Für Nutzer wird sich zunächst aber weniger ändern. Klar: Es wird möglich sein, Inhalte zu melden, was auch gut so ist.

Doch die größten Veränderungen finden eher im Hintergrund statt. Vor allem ChatGPT wird mehr Eigen- und Fremdkontrolle aufgebrummt; etwa bei Alterskontrollen oder dem Umgang mit illegalen Inhalten. Auch das ist gut so! Im Gegensatz zu so manch anderen Tech-Konzernen wie Meta scheint OpenAI diesbezüglich weitaus kooperativer und weniger auf Krawall gebürstet zu sein.

Das Unternehmen hat mit ChatGPT for Teens etwa im Vorfeld ein Stück weit reagiert, da sich die EU-Entscheidung angebahnt hatte. All das zeigt, wohin die Reise gehen könnte. Oder: Je stärker KI oder Plattformen wie Reddit und Roblox in den Alltag eindringen, desto weniger können sich die Anbieter darauf berufen, lediglich ein digitales Werkzeug bereitzustellen.

Stattdessen werden sie zu Recht in die Verantwortung für das genommen, was in ihren Netzwerken oder Diensten passiert. Klar: Zunächst einmal ist vieles davon noch Theorie, die sich erst einmal in der Praxis beweisen muss. Gleiches gilt für alle drei Unternehmen.

Die Stoßrichtung ist aber die richtige. Zumal der technische und finanzielle Aufwand für die drei Milliarden-Konzerne relativ überschaubar sein sollte. Vielmehr bergen die neuen EU-Richtlinien sogar die Chance für alle, ChatGPT, Reddit und Roblox zu verbessern.

Auch interessant: 

Der Beitrag EU knöpft sich ChatGPT vor: Was sich für Nutzer jetzt ändert erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

❌