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Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig!

04. September 2026 um 11:00

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Google Übersicht mit KI klappt automatisch aus AI Overviews einklappen ausklappen Künstliche Intelligenz

Google testet eine neue Darstellung seiner KI-Suche – und die nervt gewaltig! Statt eingeklappter Kacheln laden KI-generierte Antworten jetzt direkt in voller Länge. Die klassischen blauen Links rutschen dafür noch weiter nach unten. Google macht sich damit vom Suchmaschinenriesen zum Türsteher des Internets und entscheidet zunehmend selbst, was Nutzer zu sehen bekommen. Eine kommentierende Analyse. 

Klappt automatisch aus: Googles KI-Übersicht jetzt noch aggressiver

  • Google hat mit „Übersicht mit KI“ bereits im März 2025 eine Funktion in seine Suche integriert, die Ergebnisse massiv verändert hat. Denn: Oberhalb der Suchergebnisse erscheinen seither KI-generierte Kurzzusammenfassungen zu bestimmten Inhalten. Mittlerweile können Nutzer sogar wie in einem Chat Nachfragen stellen. Problem: Die prominent platzierte Künstliche Intelligenz liegt oft falsch. Die KI-Übersicht in der Google-Suche ist die drastischste Veränderung seit 20 Jahren. Das Eingabefeld kann sich flexibel an lange Texte anpassen und auch Bilder, Videos oder geöffnete Browser-Tabs verarbeiten.
  • Die KI-Suche von Google hat sich binnen kürzester Zeit etabliert und fast schon zum Standard entwickelt. Einigen mag das gefallen; anderen nicht. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Similarweb erscheint bei über 40 Prozent aller Google-Suchanfragen in den USA der KI-Modus. Dabei lag der Anteil vor einem Jahr noch bei gerade einmal 15 Prozent. Das führt zu einer erheblichen Veränderung, wie Nutzer Informationen konsumieren, da die klassische Link-Liste immer mehr verschwindet. Der Auswertung zufolge nimmt die Akzeptanz der KI-Übersicht mitunter bei älteren Nutzern zu.
  • Bislang wurden Antworten im KI-Modus von Google in einer abgespeckten Kachel angezeigt, die man über einen Button ausklappen kann, falls man Inhalte lesen will. Das ändert sich nun – zumindest test- und teilweise. Google hat bestätigt, eine neue Darstellungsform der Übersicht mit KI zu erproben. Bei bestimmten Suchanfragen lädt die generierte KI-Antwort demnach direkt in kompletter Länge. Will heißen: Eine Option, die Kachel manuell auszuklappen, entfällt. Das Eingabefeld für Nachfragen wird gleichzeitig standardmäßig aktiviert. Der Aufbau der Suchergebnisseite verändert sich dadurch noch drastischer.

Neue KI-Anzeige fühlt sich einfach falsch an

Die neue KI-Darstellung von Google ist nicht nur eine kleine Designänderung. Sie verschiebt das bisherige Grundprinzip der Google-Suche immer weiter. Wer wie bisher etwa mehrere Quellen vergleichen will, bekommt stattdessen immer häufiger eine fertig formulierte Antwort serviert.

Offiziell handelt es sich zunächst zwar nur um einen Test. Doch: Das, wovon andere Nutzer bereits berichtet haben, ist auch mir passiert. Und ganz ehrlich: Ich persönlich empfand die ausgeklappte Übersicht mit KI absolut nervig! Irgendwie hat sich die Darstellung sogar falsch und komisch angefühlt. Meine Reaktion: Ich habe fast schon reflexartig das Browserfenster refreshed.

Danach verschwand die Anzeige. Im Nachhinein hätte ich mir das Ganze dann doch genauer angeschaut. Aber die Visualisierung wirkte fast schon wie ein nerviger Fehler, den man einfach wegklicken will. Ich wollte recherchieren und nicht die Interpretation der Google-KI lesen – sondern selbst entscheiden, welcher Quelle ich vertraue.

Für Medien und Publisher ist das alles weitaus mehr als eine Geschmacksfrage. Zwar nennt der KI-Modus weiterhin Quellen, doch eine ausformulierte Antwort macht den Klick auf diese Quellen schlicht weniger notwendig. Zudem rücken die gewohnten organischen Treffer, die klassischen blauen Links, weiter nach unten. Google-Nutzer müssen also erst einmal scrollen, um überhaupt wieder bei den eigentlichen Websites anzukommen.

Stimmen

  • Chris Long, SEO- und Marketingexperte aus den USA, ist als einer der ersten auf die neue Google-Anzeige aufmerksam geworden. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er: „Holy Moly, liebe SEOs: Google zeigt nun bei einigen Suchanfragen standardmäßig das Eingabefeld für den KI-Modus an. Auf diese Weise treibt Google den KI-Modus weiterhin als Standard-Sucherlebnis voran.“
  • Ein Google-Sprecher teilte Seroundtable in einem Statement mit: „Bei einigen Suchanfragen können sich die KI-Übersichten dynamisch erweitern, und zwar zu Themen, bei denen unsere Systeme feststellen, dass dies für die Nutzer am nützlichsten ist. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass Nutzer dank dieser dynamischen Erfahrung die Suche als hilfreicher empfinden und sich intensiver mit der weiteren Recherche beschäftigen.“
  • Barry Schwartz, SEO-Experte und -Journalist, in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Google entfernt die Schaltfläche „Mehr anzeigen“ aus den KI-Übersichten, sodass diese standardmäßig eher dem KI-Modus ähneln – das ist für Publisher nicht gerade vorteilhaft.“ Robby Stein von Google kommentierte den Beitrag: „KI-Übersichten werden nur bei Themen dynamisch erweitert, bei denen unsere Systeme dies als besonders nützlich erachten. Wenn du bereits mit dem Scrollen begonnen hast, wird die Erweiterung angehalten, damit du deine Position beibehältst. Wir testen und optimieren diese Funktionen ständig und werden sie daher auf Grundlage des Nutzer-Feedbacks weiter verfeinern.“

Was Googles KI-Kurs für Medien und Nutzer bedeutet

Es wird zweifellos Nutzer geben, die Googles neuen KI-Auftritt mögen – und das nicht einmal zu Unrecht. Denn eine kompakte Antwort kann bei einfachen Fragen durchaus praktisch sein, was viele zumindest als hilfreich empfinden werden. Andere, wie auch ich, werden sich aber vermutlich genervt oder gar bevormundet fühlen.

Denn: Wer selbst recherchieren möchte, erhält eben nicht mehr die gewünschten klassischen Suchergebnisse, sondern eine Vorauswahl dessen, was die KI für relevant hält. Problematisch wird zudem sein, dass eine prominentere Darstellung von KI-Inhalten auch automatisch falsche, irreführende oder erfundene Informationen prominenter anzeigen wird.

Denn: KI halluziniert regelmäßig. Google macht seinen KI-Modus derweil nicht nur zu einem Türsteher des Internets, sondern zunehmend auch zu einem Redakteur. Und genau deshalb dürften viele Medien irgendwann auf die Barrikaden gehen. Wenn Google nämlich journalistische Inhalte nutzt, um seine eigene KI zu füttern und zu mehr oder minder guten Antworten zu verwursten, während gleichzeitig wertvolle Klicks auf die ursprünglichen Urheber ausbleiben, braucht es neue Spielregeln.

Lizenzvereinbarungen und Vergütungsmodelle, wie sie für andere Google-Dienste bereits existieren, wirken dann weniger wie ein Nice-to-have als wie eine überfällige Konsequenz.

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EU knöpft sich ChatGPT vor: Was sich für Nutzer jetzt ändert

02. September 2026 um 11:00

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EU Europa ChatGPT DSA OpenAI sehr große Online-Suchmaschine

Die EU-Kommission hat ChatGPT offiziell als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft. Das ist ein Novum für ein KI-Modell. Zusammen mit Reddit und Roblox fällt der Chatbot von OpenAI damit unter die strengen Regeln des Digital Services Act (DSA). Für OpenAI bedeutet das: mehr Kontrolle, mehr Transparenz und bei Verstößen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Aber reicht all das, um Nutzer besser zu schützen? Eine kommentierende Analyse.

Warum die EU ChatGPT jetzt als Suchmaschine einstuft

  • Auf Online-Plattformen kann man sich austauschen, mit anderen vernetzen, Informationen suchen oder sich einfach inspirieren lassen. Auch KI-Modelle können in bestimmten Situationen praktisch oder hilfreich sein. Doch sowohl Online-Plattformen als auch Chatbots werden immer wieder missbraucht, etwa für kriminelle Machenschaften oder um Desinformation zu streuen. Die Europäische Kommission will dem Einhalt gebieten. Laut einer offiziellen Mitteilung stehen ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox deshalb ab sofort unter strengerer Beobachtung. Der Grund: Alle drei Dienste haben die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat in der EU geknackt. Damit fallen sie unter den Digital Services Act (DSA).
  • ChatGPT wird laut EU ab sofort als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft, so wie beispielsweise auch Google. Die Kommission begründet die Einstufung damit, dass der Chatbot auf das Internet zugreift, um Antworten auszuspucken. Per Definition sei ChatGPT damit eine hybride Suchmaschine. Laut Kommission nutzen derzeit rund 159 Millionen Menschen innerhalb der EU den Chatbot. Anders als bei ChatGPT werden Inhalte auf Reddit und Roblox von Nutzern selbst erstellt. Beide wurden nun als „sehr große Online-Plattformen“ eingestuft und müssen damit vor allem illegale Inhalte bekämpfen, Nutzer besser schützen und regelmäßig einen Risikobericht veröffentlichen.
  • Die EU wird künftig vor allem ChatGPT unter die Lupe nehmen. Dabei geht es nicht um einzelne Antworten, sondern den Chatbot als großes Ganzes. Die Kommission will etwa prüfen, ob OpenAI bestimmte Risiken im Griff hat. Darunter unter anderem: Anleitungen für Straftaten, die Gefährdung Minderjähriger, Wahlmanipulation, Desinformationskampagnen und Diskriminierung. Das Unternehmen muss zudem einen Ansprechpartner für Behörden und Nutzer nennen, sich einmal pro Jahr einer unabhängigen Prüfung unterziehen und eine Schnittstelle einrichten, damit Nutzer illegale Inhalte melden können. Werbung in ChatGPT muss zudem klar als solche gekennzeichnet sein.

Wird ChatGPT zum Präzedenzfall für KI-Regulierung?

Was ChatGPT angeht, könnte die EU-Entscheidung zu einem waschechten Präzedenzfall werden. Denn erstmals unterliegt ein KI-Modell den strengen Vorgaben des DSA – und damit einer Regulierung, die ursprünglich vor allem für klassische Online-Plattformen gedacht war.

Will heißen: Sollten andere Chatbots wie Gemini und Claude irgendwann ebenfalls die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat knacken, werden sie vermutlich so eingestuft wie ChatGPT. Und das wäre auch gut so! Denn anders als klassische Suchmaschinen zeigen KI-Modelle wie ChatGPT nicht bloß eine Liste von Links an, sondern liefern fertig formulierte Antworten.

Sie können überzeugend und plausibel klingen und kommen mitunter sogar ohne großen Umweg über nur eine einzige Quelle daher. Das Problem: KI kann sich irren, Informationen erfinden oder total selbstbewusst Schwachsinn produzieren. Und genau das macht die Kontrolle und Einordnung von KI-Antworten so kompliziert.

Die EU sieht deshalb vor allem OpenAI in der Verantwortung, Nutzer besser zu schützen. Zu Recht! Sanktionen erfolgen bei Zuwiderhandlung aber nicht automatisch und sofort. Erst wenn OpenAI trotz Prüfung und Ermahnung nichts ändern sollte, könnte es teuer werden. Dann kann die EU theoretisch bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.

Für OpenAI wären das mehrere hundert Millionen bis zu einer Milliarde. Da Europa und allen voran Deutschland ein großer Markt für das Unternehmen sind, erklärt das auch ein Stück weit die Kooperationsbereitschaft von OpenAI, aber auch Reddit und Roblox.

Stimmen

  • Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie der EU, in einem Statement: „Mit diesen neuen Benennungen unterliegen ChatGPT, Reddit und Roblox in der Europäischen Union künftig einer strengeren Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Damit wird dem großen Einfluss ihrer Dienste auf unsere Bürgerinnen und Bürger sowie auf unsere Gesellschaft Rechnung getragen. Wir werden die digitale Landschaft weiterhin aufmerksam beobachten und wir werden bei keiner Plattform zögern, sie entsprechend zu benennen, wenn sie den Schwellenwert für eine verstärkte Beaufsichtigung nach dem Gesetz über digitale Dienste erreicht.“
  • David Baszucki, Chef der Roblox Corporation, scheint die strengere Beobachtung seiner Spieleplattform gelassen zu nehmen. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er zur Ankündigung von Henna Virkkunen: „Wir sind stolz auf unser Wachstum in der EU. Roblox ist die erste Gaming-Plattform, die als ‚sehr große Online-Plattform‘ eingestuft wurde. Dies verdanken wir unserer Creator-Community in allen 27 Mitgliedstaaten sowie unseren Teams, die für sichere, fesselnde und altersgerechte Online-Erlebnisse sorgen. Unterstützt wird dies durch unsere branchenführenden Anforderungen an die Altersüberprüfung für Chats und Inhalte.“
  • Von OpenAI und Reddit liegen bislang keine offiziellen Statements vor. Alle drei Unternehmen haben dem Vernehmen nach zumindest aber ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den EU-Behörden signalisiert. Auf der DSA-Seite von OpenAI heißt es etwa: „OpenAI bekennt sich zu Sicherheit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und dem Schutz der Grundrechte, einschließlich der Meinungsfreiheit und des Zugangs zu Informationen.“ Reddit schreibt auf seiner DSA-Seite: „Reddit kann den Zugriff auf Inhalte einschränken, bei denen festgestellt wurde, dass sie gegen die Gesetze des in Ihrer Meldung angegebenen EU-Landes verstoßen. Meldungen von vertrauenswürdigen Meldern werden gemäß der DSA bei der Überprüfung vorrangig behandelt.“

Was sich ab Januar 2027 für Nutzer ändert

ChatGPT, Reddit und Roblox müssen die neu auferlegten EU-Pflichten innerhalb von vier Monaten, also ab Januar 2027, erfüllen und jeweils erste Risikobewertungen veröffentlichen. Für Nutzer wird sich zunächst aber weniger ändern. Klar: Es wird möglich sein, Inhalte zu melden, was auch gut so ist.

Doch die größten Veränderungen finden eher im Hintergrund statt. Vor allem ChatGPT wird mehr Eigen- und Fremdkontrolle aufgebrummt; etwa bei Alterskontrollen oder dem Umgang mit illegalen Inhalten. Auch das ist gut so! Im Gegensatz zu so manch anderen Tech-Konzernen wie Meta scheint OpenAI diesbezüglich weitaus kooperativer und weniger auf Krawall gebürstet zu sein.

Das Unternehmen hat mit ChatGPT for Teens etwa im Vorfeld ein Stück weit reagiert, da sich die EU-Entscheidung angebahnt hatte. All das zeigt, wohin die Reise gehen könnte. Oder: Je stärker KI oder Plattformen wie Reddit und Roblox in den Alltag eindringen, desto weniger können sich die Anbieter darauf berufen, lediglich ein digitales Werkzeug bereitzustellen.

Stattdessen werden sie zu Recht in die Verantwortung für das genommen, was in ihren Netzwerken oder Diensten passiert. Klar: Zunächst einmal ist vieles davon noch Theorie, die sich erst einmal in der Praxis beweisen muss. Gleiches gilt für alle drei Unternehmen.

Die Stoßrichtung ist aber die richtige. Zumal der technische und finanzielle Aufwand für die drei Milliarden-Konzerne relativ überschaubar sein sollte. Vielmehr bergen die neuen EU-Richtlinien sogar die Chance für alle, ChatGPT, Reddit und Roblox zu verbessern.

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In eigener Sache: Mehr WinFuture in der Google-Suche - So geht's

01. September 2026 um 13:51
Google, Winfuture, Logos, Icons, WinFuture.de Ihr wollt WinFuture öfter ganz oben in der Google-Suche sehen? Google lässt euch jetzt bevorzugte Quellen festlegen - mit ein paar Klicks macht ihr uns zu einer davon. Wie genau es funktioniert, erklären wir euch in diesem Artikel. (Weiter lesen)

Podcast: Ausgegoogelt? Ecosia startet eignen Suchindex in Deutschland

07. August 2026 um 09:03

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BREAK THE WEEK Podcast

BREAK/THE WEEK ist dein wöchentlicher Tech-Talk von BASIC thinking, der dich hinter die Kulissen der Tech-Welt nimmt. In dieser Ausgabe diskutieren wir über den europäischen Suchindex von Ecosia, einen Hacker-Hype rund um KI und Stand der Digitalisierung in Deutschland.

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Die Themen dieser Ausgabe:

  • KI erkennt psychische Erkrankungen bei Kindern frühzeitig durch Sprachanalyse
  • KI-Hacking bei OpenAI, Anthropic und Meta: echte Gefahr oder PR-Manöver?
  • Deutschland rutscht im EU-Digitalranking auf Platz 17 – trotz verbessertem DESI-Wert
  • Wedium: Neues europäisches soziales Netzwerk mit Ausweis-Anmeldung
  • Ecosia und Qwant starten europäischen Suchindex in Deutschland

Wenn du keine neue Ausgabe von BREAK/THE WEEK verpassen willst, kannst du den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Audible, YouTube oder Deezer kostenlos abonnieren. Mit einem Abo und einer positiven Rezension auf den Podcast-Plattformen unterstützt du unsere Arbeit. Vielen Dank!

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Gegen das US-Monopol: Ecosia startet eigenen Suchindex in Deutschland

04. August 2026 um 11:00

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Ecosia Qwant Suchindex Europa Deutschland Google Alternative

Google kontrolliert über 80 Prozent der weltweiten Internetsuche und damit auch, welche Informationen Milliarden Menschen zu sehen bekommen. Sprich: Es gibt kaum Wettbewerb, sondern ein Monopol. Die beiden europäischen Suchmaschinenanbieter Ecosia und Qwant starten jetzt aber ihren gemeinsamen europäischen Suchindex auch in Deutschland. Das wird Google kurzfristig kaum jucken. Doch es braucht genau solche Projekte! Eine kommentierende Analyse.

Was ist ein Suchindex?

  • Ein Suchindex ist eine Datenbank für Suchmaschinen, um Informationen abzurufen und sie in einer bestimmten Reihenfolge darzustellen – vergleichbar mit der Beschriftung und Sortierung von Büchern in einer Bibliothek. Bislang haben alle kleinen Suchmaschinen die Indizes von Google oder Bing genutzt. Um Europa und sich selbst unabhängiger von US-Anbietern zu machen, haben die beiden europäischen Suchmaschinenanbieter Ecosia und Qwant bereits 2025 einen eigenen Suchindex gegründet. Bei Qwant machen die Ergebnisse der European Search Perspective (EUSP) in Frankreich bereits einen Großteil der Suche aus. Nun ist der Index auch in Deutschland gestartet.
  • Google hat bei der Desktop-Websuche weltweit einen Marktanteil von 80 Prozent. Auf mobilen Geräten sind es sogar über 90 Prozent. Bing folgt mit großem Abstand und zwölf Prozent (Desktop) sowie zwei Prozent (mobil) auf Platz zwei. Alternative Anbieter wie Ecosia, DuckDuckGo oder Qwant knabbern an der Ein-Prozent-Hürde. Der Grund: Die Marktmacht und Bekanntheit von Google ist nach wie vor so groß, dass andere Anbieter kaum eine Chance haben. Die EU schreibt in Europa deshalb mittlerweile Auswahloptionen vor. Apple und Google dürfen ihre Browser und Suchmaschinen auf ihren Geräten nicht mehr standardmäßig voreinstellen, sondern müssen zumindest auch auf andere Anbieter hinweisen.
  • Die Auswahlmöglichkeiten auf Apple- und Google-Geräten haben alternativen Anbietern wie Ecosia und Co. bislang nicht allzu viel gebracht. Der Grund: Google hat nicht nur aufgrund seiner Popularität einen riesengroßen Vorsprung, sondern genießt auch technisch gesehen eine Monopolstellung, die anderen Unternehmen kaum eine Chance lässt. Die EU hat deshalb erneut reagiert. Google muss laut Digital Markets Act (DMA) künftig etwa Suchdaten anonymisiert mit Wettbewerbern teilen und Android für fremde KI-Assistenten öffnen.

Warum das Google-Monopol ein Demokratie-Problem ist

Die European Search Perspective ist weitaus mehr als ein technisches Infrastrukturprojekt. Denn: Google kontrolliert nicht nur inflationär, welche Informationen Nutzern weltweit ausgespielt werden, sondern entscheidet auch, welche Stimmen im digitalen Raum überhaupt Gehör finden.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat schon vor einigen Jahren festgestellt, dass Medienpluralismus eine Voraussetzung für funktionierende Demokratien ist. Mit ihrem gemeinsamen Suchindex hauchen Ecosia und Qwant aber nicht nur dieser Debatte neues Leben ein. Auch die nach wie vor herrschenden Missstände rücken erneut ins Rampenlicht.

Denn mit Google hat schon viel zu lange ein einzelner Konzern die Schnittstelle zur öffentlichen Meinungsbildung besetzt. Hinzu kommt eine geopolitische Dimension, die lange unterschätzt wurde. Spätestens seit Trump 2.0 dürfte aber klar sein, dass die Abhängigkeit von US-Software als politisches Druckmittel missbraucht wird.

Ein in Europa gehosteter Suchindex verspricht aber nicht nur mehr digitale Souveränität, sondern sorgt durch europäische Gerichtsbarkeit und die DSGVO auch für mehr Datenschutz, indem Informationen innerhalb Europas bleiben.

Aber auch für Ecosia, Qwant und Nutzer eröffnen sich Chancen mit Blick auf die Qualität der Suche. Denn mit dem neuen Index lassen sich Informationen etwa nach Relevanz steuern – und nicht nach Inhalten von Medien mit dem höchsten Umsatz. Außerdem können beide Suchmaschinen die Flut von Spam-Anzeigen durch Microsoft und Google eindämmen.

Stimmen

  • Ecosia-Gründer und -Geschäftsführer Christian Kroll in einem LinkedIn-Beitrag: „Letztes Jahr haben wir die Ergebnisse aus dem EUSP erstmals in Frankreich eingeführt, wo er mittlerweile mehr als die Hälfte des Suchverkehrs bei Ecosia abdeckt. Nun ist er auch in Deutschland live. Der Aufbau eines wettbewerbsfähigen Suchindexes erfordert Zeit, Investitionen und den Zugang zu Daten, die zur Verbesserung der Qualität der Suchergebnisse beitragen. Deshalb ist die jüngste Entscheidung der Europäischen Kommission im Rahmen des Digital Markets Act so wichtig. Der Zugang zu anonymisierten Ranking-Daten von Google wird EUSP dabei helfen, sich viel schneller zu verbessern.“
  • Felix Biessmann, von der Berlin University of Applied Science & Einstein Center Digital Future, in einem Statement: „Die Internetsuche hat tiefgreifende gesellschaftliche Auswirkungen, und ein Webindex ist eine unverzichtbare Voraussetzung für viele KI-Technologien. Ein unabhängiger europäischer Webindex kann dazu beitragen, Vertrauen in digitale Technologien aufzubauen, und stellt sowohl für Nutzer als auch für lokale Fachkräfte in den Bereichen Datenverarbeitung und KI eine wichtige Alternative dar.“
  • Die Entwicklung eines Suchindex galt lange als aufwendig und teuer. Laut Software-Ingenieur Peter Popov hätten die Fortschritte im KI-Bereich das aber einfacher gemacht, „indem moderne LLM-Modelle verwendet werden, die bereits über Kenntnisse der Suchsemantik verfügen. Die Erstellung eines Suchindexes für das gesamte Internet ist aus technischer Sicht keine so schwierige Aufgabe.“ Popov sieht aber vor allem in der Frage, wo Such-Bots frei crawlen dürfen und wo nicht, eine Herausforderung: „Proprietäre Plattformen stehen Versuchen, Informationen zu sammeln, oft recht ablehnend gegenüber.“

Ecosia peilt Marktanteil von zehn Prozent an

Mit ihrem gemeinsamen europäischen Suchindex werden Ecosia und Qwant Google natürlich nicht vom Thron stoßen; kurzfristig schon gar nicht. Doch darum geht es nicht. Denn: Nicht nur gut Ding, sondern auch so ein Suchindex will Weile haben.

Chancenlos ist das Unterfangen aber keineswegs. Auch die Pläne reichen entsprechend langfristig. Ecosia peilt in Deutschland etwa einen Marktanteil von rund zehn Prozent bis 2030 an. Das erscheint durchaus realistisch. Spätestens dann wäre der hauseigene Index weitaus mehr als nur ein kleines Nischenprodukt. Er wäre ein echter Wettbewerbsfaktor, von dem auch andere Unternehmen profitieren können.

Auch für die Entwicklung von KI-Modellen eröffnen sich Möglichkeiten. Denn dafür braucht es ein gut indiziertes Internet. Will heißen: Die potenziellen Chancen für ein digital souveränes Europa sind enorm. Klar: Europa würde damit natürlich nicht von heute auf morgen zum KI-Weltmarktführer aufsteigen.

Doch Ecosia und Qwant stellen EU-Unternehmen mit ihrem Index endlich einen unabhängigen Werkzeugkasten zur Verfügung, der nicht von den Launen und der Willkür der USA abhängt. Oder: Ein europäischer Suchindex stellt nicht nur eine Alternative zu Google dar. Er fördert auch den Medienpluralismus und eröffnet Europa eine unabhängige Infrastruktur – auch mit Blick auf den hiesigen Datenschutz.

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Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten

22. Juli 2026 um 05:45

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KI Suche Internet KI-Antworten Quellen Künstliche Intelligent Chatbots

Immer mehr Menschen lassen sich Fragen von ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity beantworten, anstatt selbst zu recherchieren. Doch woher stammen diese Antworten eigentlich? Eine neue Studie mit 250.000 ausgewerteten Antworten liefert erstmals konkrete Zahlen zu den Quellen von KI-Modellen.

Die Suche nach Informationen im Internet hat sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend verändert. Vor einiger Zeit lief das noch so: Wer etwas wissen wollte, tippte es bei Google ein, klickte durch die Trefferleiste und suchte sich die passenden Websites heraus.

Grundsätzlich gehen viele Nutzer auch immer noch auf die gleiche Art und Weise an die Sache heran. Statt einer Linkliste erhalten sie über Google mittlerweile aber KI-gestützte Antworten. Viele wenden sich außerdem direkt an eines der großen Sprachmodelle (LLMs), um Informationen zu erhalten.

Anstatt selbst Ergebnisse zu vergleichen, bekommen Nutzer eine fertig formulierte Antworten serviert, oft mit ein paar Quellenlinks am Rand. Ob diese stimmen und wie sie zustande kommen, ist aber meist unklar.

Studie zeigt: Diese Quellen nutzen KI-Modelle für ihre Antworten

Um Klarheit zu schaffen, welche Quellen KI-Modelle für ihre Antworten nutzen, hat das Software-Unternehmen blinq eine Studie durchgeführt. Dafür wertete es zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 täglich Antworten auf rund 2.000 festgelegte Prompts aus, die an die führenden LLMs ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity gingen. Insgesamt kamen 250.000 Antworten zusammen, die ausgewertet wurden.

Das zentrale Ergebnis: Rund zwei Drittel aller von den drei Systemen zitierten Quellen (66,2 Prozent) stammen von Unternehmensseiten, also Firmenblogs, offiziellen Websites und Landingpages.

Ein Blick auf die am häufigsten zitierten Internetseiten zeigt, dass dort vor allem YouTube (15,18 Prozent) und Reddit (14,55 Prozent) mit deutlichem Abstand führen. Gleich danach folgen Wikipedia (9,05 Prozent) und LinkedIn (7,12 Prozent).

Bei deutschen Nachrichtenseiten liegt die Welt mit 17 Prozent vorn, vor dem Handelsblatt (12,2 Prozent) und Chip (8,9 Prozent).

Unternehmenswebsites liefern also in der Masse den größten Anteil an Inhalten. Geht es allerdings um einzelne, besonders oft herangezogene Adressen, geben Plattformen mit echten Nutzerdiskussionen und -bewertungen den Ausschlag.

Warum ChatGPT andere Quellen zitiert als Google AI Overviews

Die Studie schlüsselt ihre Ergebnisse getrennt auf. Die Unterschiede zwischen den drei Sprachmodellen sind deutlich. So stützt sich ChatGPT besonders auf Reddit, Wikipedia, Welt, LinkedIn, Google und BILD. Das Hervorheben der zwei zwei Axel-Springer-Medien dürfte aber kein Zufall sein. Der Verlag pflegt nämlich eine höchst umstrittene Partnerschaft mit OpenAI.

Google AI Overviews wiederum zitiert auffällig oft User generated Content (UGC): YouTube liegt hier auf Platz eins, taucht bei ChatGPT in den Top-Quellen aber gar nicht auf. Auch Google rankt bei AI Overviews deutlich höher als bei ChatGPT. Daneben spielen Instagram, das Handelsblatt und OMR-Reviews eine Rolle.

Perplexity setzt ebenfalls stark auf YouTube und Reddit, zieht allerdings auch LinkedIn und Instagram als weitere Nutzerinhalte-Quellen heran. Dazu kommen außerdem das Handelsblatt, Chip und Wikipedia für Fachautorität sowie OMR und der Stern.

3 Dinge, die du bei jeder KI-Antwort prüfen solltest

Für alle, die selbst regelmäßig Künstliche Intelligenz für ihre Internetsuche nutzen, ergeben sich aus den Studienerkenntnissen ein paar praktische Konsequenzen:

  • Erstens: Eine KI-Antwort ist kein geprüftes Faktenwissen, sondern eine Zusammenfassung dessen, was gerade im Netz zu einem Thema kursiert. Dazu gehören Unternehmenswerbung, Reddit-Diskussionen und Youtube-Videos. Viele Unternehmen sind sich außerdem darüber im klaren, wie sie ihre eigene Sichtbarkeit beeinflussen können. Gerade weil zwei Drittel der Quellen von Unternehmen selbst stammen, lohnt sich ein gesunder Zweifel.
  • Zweitens: Reddit- und YouTube-Inhalte fließen stark in die Antworten ein. Das kann hilfreich sein, weil auf den Plattformen viele ehrliche Erfahrungsberichte existieren. Aber es kann auch bedeuten, dass Einzelmeinungen oder gezielt platzierte Beiträge in einer KI-Antwort mehr Gewicht bekommen, als ihnen eigentlich zusteht.
  • Drittens: Wer eine KI-Antwort bekommt, sieht in der Regel nicht auf den ersten Blick, wie viele unterschiedliche und vertrauenswürdige Quellen tatsächlich dahinterstecken. Die Studie selbst weist darauf hin, dass sich die Zitierweise „hochdynamisch“ verändert. So spielte beispielsweise noch im Februar 2026 LinkedIn praktisch keine Rolle als Quelle. Heute gehört das Portal bei allen drei Systemen zu den wichtigsten Quellen.

Und nicht vergessen: Hinterfragen!

Ein paar altbekannte Grundregeln gelten weiterhin. Bei wichtigen Entscheidungen, etwa zu Gesundheit, Politik, Geld oder größeren Anschaffungen, lohnt sich der Blick auf die tatsächlich verlinkten Quellen einer KI-Antwort. Nur die Zusammenfassung zu lesen, reicht häufig nicht aus. Auch klassische Recherchen können helfen, eine fundierte Meinung zu prägen.

Wer merkt, dass eine Antwort auffällig positiv über ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen klingt, sollte beachten, dass diese Information sehr wahrscheinlich direkt von der Unternehmensseite selbst stammt. Bei Themen, zu denen es kontroverse Diskussionen gibt, kann es sich lohnen, zusätzlich gezielt nach unabhängigen Testberichten oder Fachpresse zu suchen, statt sich allein auf die erste KI-Antwort zu verlassen.

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