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Blu-ray: Sony stellt Vertrieb seines letzten Standalone-Players ein

22. Oktober 2026 um 21:05
Sony, Player, Blu-ray, optische Medien, Rekorder, Sony UBP-X700/K Sony hat offenbar einige Monate nach einer ersten Ankündigung auch den letzten eigenständigen Blu-ray-Player aus seiner Fertigung auslaufen lassen. Das ohnehin nur noch in Japan vertriebene letzte Gerät wurde jetzt auch dort als "eingestellt" gemeldet. (Weiter lesen)

US-Plattformen und KI setzen deutsche Medien stark unter Druck

22. Oktober 2026 um 19:20
Gerüchte, Fake News, Propaganda, Desinformation, Verschwörungstheorien, Verschwörung, Falschinformationen, Falschmeldungen, Unwahrheiten, Lügenpresse, Falsche Nachrichten, alternative Fakten, Irreführende Schlagzeilen, Sensationsjournalismus, Clickbait, Medienmanipulation, Manipulierte Medien Öffentlich-rechtliche Sender sehen sich als Anker für die deutsche Medienlandschaft. Ein neues Gutachten zu vier Szenarien bis zum Jahr 2035 zeigt jedoch, dass US-Plattformen und Künstliche Intelligenz private Medien zunehmend unter Druck setzen. (Weiter lesen)

„Demokratie unter Druck“: Hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt noch eine Chance?

21. Oktober 2026 um 19:57

Die Medientage München haben ein Panel zu aktuellen Bedrohungen der Demokratie veranstaltet. Schnell ging es dabei auch um die Frage, ob sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt noch gegen Social Media behaupten kann.

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Selbstständig machen in der digitalen Arbeitswelt: So gelingt der Start in die eigene Existenz

Von:red
27. September 2026 um 00:57

Die Digitalisierung eröffnet neue Wege in die Selbstständigkeit – von Freelancing über Online-Handel bis zu digitalen Dienstleistungen. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie aus einer Geschäftsidee ein tragfähiges Geschäftsmodell und ein überzeugender Businessplan entstehen, welche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten es gibt und wie der Markteintritt gelingt.

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Facebook und X am Ende? Das AT-Protokoll könnte alles ändern

12. September 2026 um 06:00

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AT-protokoll

Dezentrale soziale Netzwerke versprechen einen neuen Ansatz bei der Kommunikation. Denn Nutzer erhalten die Kontrolle über ihre Daten und Konten zurück, ohne an eine einzelne Plattform gebunden zu sein. Das AT-Protokoll spielt dabei eine große Rolle.

Die heutigen Platzhirsche bei den sozialen Netzwerken zeichnet vor allem ein Aspekt aus: Sie sind zentralisiert organisiert. Das bedeutet, dass Nutzer häufig an den Anbieter gebunden sind und keine Hoheit über ihre Daten besitzen. Doch das könnte sich künftig ändern. Und zwar dank des sogenannten Authenticated Transfer Protocols.

Was ist das AT-Protokoll – und wie funktioniert es?

Das AT-Protokoll organisiert die Verteilung digitaler Informationen von Grund auf neu. Digitale Identitäten basieren nicht mehr auf klassischen Benutzernamen, sondern auf kryptografisch gesicherten Identitäten, die auf eigenen Domain-Namen basieren. Dadurch lagern sämtliche Inhalte wie Beiträge, Kommentare oder Gefällt-Mir-Angaben in einem sogenannten Repository.

Bei einem solchen Repository werden Daten so strukturiert, dass sie lückenlos nachvollziehbar sind. Diese Struktur ist mit einem digitalen Logbuch vergleichbar, in dem alle Aktionen niedergeschrieben sind, die Nutzer auf der jeweiligen Plattform ausgeführt haben. Ist etwas unstimmig, kann man in dem Logbuch blättern und nachvollziehen, ob etwas tatsächlich so passiert ist.

Du entscheidest, wie Informationen dargestellt werden

Auch der Austausch von Informationen funktioniert etwas anders. Wer auf Reddit surfen will, geht dazu entweder auf die Reddit-App oder über die offizielle Reddit-Website. Anderen Wegen wurde bereits vor einigen Jahren der Riegel vorgeschoben. Beim AT-Protokoll ist das anders. Über ein weltweites Netzwerk namens Lexicon tauschen beteiligte Server ausschließlich strukturierte Inhalte aus, statt ganze Websites zu übertragen.

Das bedeutet, dass Nutzer selbst entscheiden können, wie sie Informationen konsumieren. Sei es über eine offizielle Website, eine Drittanbieter-App oder selbstständig aufbereitete Daten. Persönliche Mitteilungen und Erwähnungen laufen dabei über individuelle Datenserver, während großflächige Suchanfragen, globale Trends sowie komplexe Algorithmen durch spezialisierte Indexierungsdienste verarbeitet werden.

Wie das AT-Protokoll Daten und Reichweite entkoppelt

Durch diese Aufteilung trennt das AT-Protokoll die Veröffentlichung von Inhalten konsequent von deren tatsächlicher Reichweite. Das System funktioniert dabei wie ein Baukasten. Einzelne Elemente wie der Server-Anbieter lassen sich jederzeit austauschen. Bei einem Wechsel des Anbieters bleibt die eigene digitale Identität mitsamt allen bestehenden Verknüpfungen vollständig erhalten.

Fällt ein Server aus oder wird der Betrieb eingestellt, schützt ein integrierter Sicherheitsmechanismus vor unbeabsichtigtem Datenverlust. Denn Nutzer können jederzeit mit einem speziellen Wiederherstellungsschlüssel ihr Konto ohne Unterstützung einer dritten Partei wiederherstellen und auf einen neuen Server übertragen.

Herausforderungen für Entwickler und die Infrastruktur

Trotz dieser Flexibilität hat die Architektur auch ihre Macken. Lokale Sicherungskopien auf Nutzer-Endgeräten sind etwa durch den verfügbaren Speicherplatz begrenzt. Zudem ist die Entwicklung einer solchen Plattform aufgrund der Flexibilität etwas aufwendiger.

Daher hängt der langfristige Nutzen primär von der Nachfrage ab. Doch gelingt der Aufbau einer solchen Infrastruktur, kann das System Nutzer dauerhaft vor der Kontrolle einzelner Gatekeeper wie Meta oder X schützen. Das AT-Protokoll stellt somit einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Souveränität über persönliche Daten zurück in deine Hände zu legen.

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Big Tech giert nach unseren Gedanken: Wie sicher ist unser Gehirn noch?

10. September 2026 um 05:45

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Gehirn-Computer-Interfaces KI Gedanken Gehirn Chip Künstliche Intelligenz

Gehirn-Computer-Interfaces versprechen Hoffnung für viele Menschen, doch was bedeutet das für den Datenschutz? Wie sicher sind unsere intimsten Gedanken noch in einer futuristischen KI-Welt?

Wie sieht die Zukunft aus? Über diese Frage rätseln viele von uns. Ein mögliches Szenario ist, dass eines Tages eine Art Mensch-Maschine-Interface eingesetzt wird, um unser Gehirn mit der Außenwelt verbinden zu können. Sogenannte Gehirn-Computer-Interfaces (BCI) tragen bisher nur weniger als 100 Menschen. Das Potenzial ist dennoch groß.

So ermöglichten 253 auf der Gehirnoberfläche platzierte Elektrode bei der gelähmten Patientin Ann Johnson etwa wieder eine Teilnahme am Leben. Sie kann damit über einen Avatar und eine verbundene Sprachausgabe bis zu 78 Wörter pro Minute sprechen. Das dahinterliegende Decodierungssystem entstand an der Universität Texas und benötigte lediglich 16 Stunden Podcasts als Training.

Oft ist unklar, was mit den Gehirndaten passiert

Eine Studie der Neurorights Foundation aus dem April 2024 unter 30 sogenannten Konsumenten-Neurotech-Unternehmen zeichnet ein klares Bild. Häufig weisen diese demnach noch erhebliche Lücken beim Datenschutz auf. 29 dieser Unternehmen konnten uneingeschränkt auf die Gehirndaten von Testpersonen zugreifen. Davon behielten sich zwei Drittel vor, diese Daten auch an Dritte weiterzugeben.

Das hat weitreichende Auswirkungen. Denn sobald Gehirndaten an Dritte verkauft werden, greift die ursprüngliche Nutzervereinbarung nicht mehr. Dadurch verlieren Verbraucher den Anspruch auf Schutz dieser Daten. Außerdem gibt es auf diesem Feld noch kaum gesetzliche Regulierungen, weshalb Daten teils unkontrolliert ausgetauscht werden können.

Doch es gibt auch Positivbeispiele: So hat Chile bereits den Schutz von Gehirnaktivitäten und -daten durch eine Änderung in der Verfassung verankert. Auch der US-Bundesstaat Colorado hat im April 2024 die eigenen Datenschutzgesetze angepasst, um Gehirndaten zu schützen.

Können wir bald unser Gehirn monetarisieren?

Denkbar sind Szenarien, in denen jeder von uns seine Gehirndaten monetarisieren könnte. Neurowissenschaftler Jack Gallant spricht von einem „Thinking Hat“. Probanden erhielten etwa bereits 30.000 US-Dollar pro Jahr dafür, dass sie ihre Gedanken im Alltag über Gehirnscans teilten. Steht uns also eine Zukunft bevor, in der Data-Mining auch in unserem Gehirn stattfindet?

Bereits heute gelingt es Neurowissenschaftlern Wörter, Emotionen und abstrakte Gedanken von Menschen über das Gehirn zu entschlüsseln. In Experimenten gelang es sogar mittels optogenetischer und holografischer Lasersysteme Warnmeldungen direkt in das Gehirn von Tieren einzupflanzen, ohne dass die Testobjekte einen Unterschied vernahmen.

Eine neue Einnahmequelle für die großen Werbeunternehmen

Geht es um Patente und öffentliche Informationen wird deutlich, dass Technologiekonzerne wie Apple, Meta und Snap derzeit Lösungen entwickeln, um Gedanken in Steuerbefehle zu übersetzen. Vielleicht dauert es also nicht mehr lange, bis erste Gehirn-Computer-Schnittstellen alltagstauglich werden.

Denkbar ist zudem die Entwicklung eines Bereichs namens „Neuromarketing“. Dabei könnten Werbetreibende unterbewusste Reaktionen von Menschen auslesen, um ihre Produkte durch tiefe psychologische Einblicke besser zu platzieren. Je nach Stimmung würden wir dann unterschiedliche Variationen der gleichen Anzeige sehen.

Gehirn-Computer-Interfaces bringen auch Hoffnung für erkrankte Personen

Trotzdem gibt es auch Hoffnung. Denn wie bereits erwähnt können solche Systeme auch Lebensqualität zurückbringen. Gelähmte könnten etwa wieder kommunizieren, während Ärzte möglicherweise psychische Erkrankungen besser diagnostizieren und behandeln können.

Trotzdem sollten wir uns zeitnah die Frage stellen, wie wir unsere wichtigsten und intimsten Informationen langfristig schützen können. Denn gelangen die Daten in die falschen Hände, dürfte der persönliche Schaden für viele enorm sein.

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TUM-Studie zu E-Autos liefert Stoff für neue Emissions-Lügen

03. September 2026 um 09:18

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TUM Studie Elektroautos E-Auto Co2-Emissionen Lebenszyklus Lüge

Eine Studie der TU München (TUM) hat für Aufruhr gesorgt, noch bevor sie veröffentlicht wurde. Mittlerweile ist sie online. Der Untersuchung zufolge verursachen Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus und inklusive Produktion deutlich mehr CO2-Emissionen, als andere Studien ergeben haben. Das Problem: Die TUM-Studie basiert teilweise auf mehreren Jahren alten Daten. Einige Medien und Politiker waren sich dennoch nicht zu schade, prompt eine Rückkehr zum Verbrenner zu fordern und der EU eine Klimalüge zu unterstellen – allen voran die Bild-Zeitung. Eine kommentierende Analyse.

Studien im Vergleich: Wie viele weniger Emissionen verursachen Elektroautos?

  • La‌ut einer Studie der Technischen Universität München verursachen Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus inklusive Produktion 43 Prozent weniger CO2-Emissionen als Verbrenner. Die Autoren kritisieren aber, dass E-Autos für die EU weiterhin als 100 Prozent klimaneutral gelten, weil lediglich der Betrieb berücksichtigt werde. Emissionen, die bei der Herstellung und beim Recycling anfallen, sowie die Stromquelle zum Laden fänden keine Berücksichtigung. Die Forscher befürchten deshalb, dass die Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen im Pkw-Sektor bis 2030 um 55 Prozent verfehlt werden. Die drei Verfasser des Whitepapers sind ein Materialforscher, ein Experte für Kreislaufwirtschaft und ein Professor für Internationale Beziehungen.
  • Bei der TUM-Studie handelt es sich um eine sogenannte Metastudie. Das heißt, dass bereits veröffentlichte Studien sowie weitere Ergebnisse gemeinsam analysiert wurden. In Zahlen haben die Autoren 19 Studien sowie 47 modellierte Szenarien für ihre Untersuchung herangezogen. Einige dieser Studien stammen aus den Jahren 2019 und 2020. Andere sind etwas aktueller. Die TUM-Forscher haben für ihre Analyse sowohl die Produktion, den Betrieb, das Recycling als auch die Herkunft des Ladestroms unter die Lupe genommen, um die Emissionen von E-Autos über ihren gesamten Lebenszyklus zu ermitteln.
  • Auch eine Studie der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) hat die CO2-Emissionen von Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus untersucht; kommt aber zu einem anderen Schluss. Demnach verursachen Stromer sogar 73 Prozent weniger CO2-Emissionen als Benziner. Diesel-Fahrzeuge wurden zwar nicht berücksichtigt, verursachen trotz eines etwas geringeren Kraftstoffverbrauchs aber mitunter genauso viele Emissionen wie Benziner, da Diesel einen höheren Kohlenstoffgehalt hat. Die Studie stammt aus dem Juli 2025. Will heißen: Die TUM-Untersuchung ist mit Blick auf das Veröffentlichungsdatum zwar aktueller, aber nicht unbedingt mit Blick auf die Datengrundlage. Diesbezüglich sind beide Studien auf Augenhöhe, wenn die ICCT-Analyse nicht sogar einen Ticken aktueller ist.

Warum die TUM-Studie zu E-Autos ein verzerrtes Bild zeichnet

Ja: Elektroautos sind nicht komplett klimaneutral – zumindest nicht von Beginn an. Denn bei der Produktion von Materialien und der Fahrzeuge selbst fallen CO2-Emissionen an. Ab einem gewissen Zeitpunkt macht der Betrieb diese Emissionen aber wieder wett. Je nach Modell, Hersteller und Stromquelle bereits nach zwei bis drei Jahren.

Doch auch während des Betriebs kann ein E-Auto einen Auspuff haben. Der steht dann aber woanders; etwa beim nächsten Kohle- oder Gaskraftwerk. Bei einem Anteil von 58 Prozent der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix bläst aber auch dieser Auspuff immer weniger Emissionen aus – zumal viele E-Autofahrer ihre Fahrzeuge mit Ökostrom oder sogar über die eigene Solaranlage laden.

All diese Erkenntnisse sind nicht neu und schon lange bekannt. Indes: Das große Problem an der TUM-Studie ist der Durchschnitt aus 19 Studien und 47 Szenarien, der Untersuchungen mit Produktionsbedingungen und Strommixen von gestern, vorgestern und vorvorgestern gleichberechtigt mit einbezieht. Oder: Vor allem die älteren Studien drücken den Wert fast schon künstlich nach unten. Trotzdem würden Elektroautos 41 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als Verbrenner.

Selbst das wäre nicht ohne. Aber die TUM-Studie hinkt gewaltig! Denn allein die drei Verfasser des Whitepapers mögen in ihren Bereichen zwar äußerst fachkundig sein. Sie sind in der E-Auto-Domäne aber doch eher unerfahren. Außerdem wurde die Untersuchung bislang nicht dem sogenannten Peer-Review-Verfahren unterzogen. Will heißen: Andere Wissenschaftler haben sie weder eingeordnet noch detailliert beurteilen können. Das muss stets erwähnt werden – vor allem medial.

Medien wie die Bild (€) schlussfolgerten stattdessen, dass es quasi keine plausible Begründung mehr für ein Verbrenner-Aus gäbe. Andere Medien zogen mit, unterstellen der EU Lügen oder sehen die Klimaschutzpolitik, wie der Focus, durch die TUM-Studie als zerlegt an. Sie alle lügen damit selbst!

Klar: E-Autos sollten mit Blick auf Klimaneutralität und Emissionen an ihrem gesamten Lebenszyklus gemessen werden. Aber: Es gibt einen guten Grund dafür, warum die EU Stromer „nur“ am Auspuff misst; was sie übrigens auch klar herausstellt. Denn: Stahlproduktion, Kraftwerke und Aluminiumhütten sind bereits durch den Emissionshandel der EU bepreist und auch Importe werden erfasst.

Oder: Wer diese Emissionen jetzt auch noch auf E-Autos anrechnen will, der zählt sie doppelt. Will heißen: Die CO2-Emissionen für die Produktion von E-Autos fließen ohnehin mit ein, nur eben an anderer Stelle. All das kann man in Erfahrung bringen. Medien wie die Bild zeigen aber wieder einmal mit Bravour, dass Skandalisierungen und möglichst schnelle Veröffentlichungen vor Recherche und Aufklärung gehen. Und das alles für Klicks. Das ist kein seriöser Journalismus! Auch nicht sonderlich vorteilhaft: BMW ist einer der größten Geldgeber der TUM. Ist die Studie also vielleicht sogar Teil des verzweifelten Kampfes der Verbrenner-Lobby?

Stimmen

  • Johannes Fottner, einer von drei federführenden Professoren der Untersuchung von der TU München, in einem Statement: „Die größte ökonomische wie ökologische Fehlsteuerung besteht darin, dass die Regulatorik der EU-Kommission ausschließlich auf den CO2-Emissionen über Abgase beruht. In dieser Logik gelten rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge als klimaneutral. Die vielfältigen Anstrengungen der Industrie über etwa Grünstahl oder Kreislaufwirtschaft Klimaziele zu erreichen, werden damit nicht honoriert.“ TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann ergänzte: „Wir sehen derzeit eine substanzielle Fehlsteuerung der Klimastrategie der Europäischen Union. Wenn sie ihre eigenen Ziele ernst nimmt, darf sie sich nicht länger nur auf die Auspuffmessung verlassen.“
  • Georg Bieker, Senior Researcher beim ICCT, sieht ebenfalls eine ökologische Fehlsteuerung. Im Gegensatz zur TUM (41 Prozent) bescheinigt die ICCT-Studie E-Autos aber 73 Prozent weniger Emissionen als Verbrennern. Bieker in einem Statement: „In letzter Zeit haben Führungskräfte der Automobilbranche die Klimabilanz insbesondere im Vergleich von Elektroautos und Hybriden wiederholt falsch dargestellt. Doch eine Lebenszyklusanalyse ist kein Wunschkonzert: sie muss eine repräsentative Nutzung über das gesamte Fahrzeugleben abbilden und auf echten Praxisdaten basieren. Verbraucherinnen und Verbraucher haben Anspruch auf verlässliche, wissenschaftlich fundierte Informationen.“
  • Die Bild-Zeitung, die das Whitepaper zur TUM-Studie vorab exklusiv sichten konnte, hat daraus „die Auto-Lüge der EU“ gestrickt. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) meldete sich zu Wort. Angesprochen zur TUM-Studie behauptete er gegenüber der BILD: „Einmal mehr wird klar: Es braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft.“ Fahrzeugtechnikexperte Markus Lienkamp ist ebenfalls an der TU München tätig, war aber nicht an der Studie beteiligt. Wie Heise unter Berufung auf ein Statement des Science Media Centers (SMC) berichtet, hat sich Lienkamp wie folgt geäußert: „Wie man daraus als Presse oder Politiker ein erforderliches ‚Ende des Verbrennerverbots‘ interpretieren kann, ist mir schleierhaft.“ Der Fahrzeugtechnikexperte sagte zudem zum Spiegel: „Das Elektroauto ist die einzige langfristige Lösung zur Reduzierung der CO2-Emissionen.“ Das würde im Kern sogar die Studie besagen. Die Zusammenfassung enthalte aber merkwürdige andere Schlüsse.

Weniger CO2-Emissionen mit E-Autos: Der Trend ist eindeutig

Um die komplette Absurdität rund um die Debatte der TUM-Studie zu verstehen, muss man sich eins mal auf der Zunge zergehen lassen: Dass E-Autos angeblich nur 41 Prozent weniger Emissionen verursachen würden als Verbrenner, soll ein Grund dafür sein, weiter Autos zu fahren, die die Emissionen gar nicht senken; nein, über einen längeren Betrieb sogar erhöhen.

Schon lange habe ich nicht mehr so viel Schwachsinn gelesen. Obwohl: Eigentlich stimmt das gar nicht. Denn allen voran die Zeitung mit den vier großen Buchstaben geht regelmäßig so vor wie beschrieben. Indes: Das Einsparpotenzial von Elektroautos bei den Emissionen wird mit jedem Prozent am Anteil der Erneuerbaren im Strommix steigen. Das gilt auch für jede Tonne grünen Stahl oder jede recycelte Batterie.

Bei Verbrennern sieht das komplett anders aus. Sie verfeuern über ihren gesamten Lebenszyklus gleich viel fossilen Kraftstoff. Benzin und Diesel müssen zudem durch die halbe Welt gekarrt werden, damit Verbrenner CO2 in die Luft blasen können. Von der Raffination und Produktion von Diesel und Benzin ganz zu schweigen.

Die TUM-Studie sieht das, was die Bild nicht checkt, eigentlich sogar genauso; mangelnde Interpretation der Autoren hin oder her. Denn 2030 sollen laut Prognose noch 78 Prozent der europäischen Flotte Verbrenner sein, was die Klimaziele der EU unerreichbar mache. Das ist doch kein Argument für ein Aus des Verbrenner-Aus. Im Gegenteil: Es ist der Beweis dafür, dass die Elektromobilität noch zu langsam anläuft – auch wenn der aktuelle Trend positiv ist.

Oder: Müsste man das Verbrenner-Aus nicht sogar vorziehen? Die größten Stellschrauben kann aber die Politik drehen. Denn neben der Autoproduktion entscheidet vor allem der Strommix darüber, wie viele Emissionen Elektroautos einsparen. Will heißen: Je mehr Erneuerbare, desto weniger CO2 – und zwar doppelt.

Vor allem in konservativen Kreisen innerhalb Deutschlands und der EU versuchen Politiker aber immer wieder, den Hochlauf von Wind- und Solarenergie auszubremsen. Als hätten verbranntes Öl oder Gas noch einen Wert, nachdem sie die Luft verpestet haben.

All das geschieht obendrein in Zeiten, in denen der Klimawandel im Alltag immer wahrhaftiger wird. Hinzu kommen Kriegstreiber und globale Abhängigkeiten, die Verbrenner noch ineffizienter machen, als sie ohnehin schon sind. Wer wie die Bild oder in Teilen auch die TUM-Studie anders argumentiert, will betrügen. Die Untersuchung ist zwar nicht von Grund auf falsch, aber sie zeichnet eben ein verfälschtes Bild. Oder: Die vermeintliche Auto-Lüge der EU ist selbst eine Lüge!

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