Normale Ansicht
Städte auf dem Mond? Schminkt es euch ab, es gibt nicht genug Wasser
iPhone-Gaming-Zubehör: Apple plant offenbar eigene Controller
Erstes Drohnen-Duell auf See: Ukrainisches USV zerstört russisches Boot
Facebook und X am Ende? Das AT-Protokoll könnte alles ändern
Der Beitrag Facebook und X am Ende? Das AT-Protokoll könnte alles ändern erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.
![]()
Dezentrale soziale Netzwerke versprechen einen neuen Ansatz bei der Kommunikation. Denn Nutzer erhalten die Kontrolle über ihre Daten und Konten zurück, ohne an eine einzelne Plattform gebunden zu sein. Das AT-Protokoll spielt dabei eine große Rolle.
Die heutigen Platzhirsche bei den sozialen Netzwerken zeichnet vor allem ein Aspekt aus: Sie sind zentralisiert organisiert. Das bedeutet, dass Nutzer häufig an den Anbieter gebunden sind und keine Hoheit über ihre Daten besitzen. Doch das könnte sich künftig ändern. Und zwar dank des sogenannten Authenticated Transfer Protocols.
Was ist das AT-Protokoll – und wie funktioniert es?
Das AT-Protokoll organisiert die Verteilung digitaler Informationen von Grund auf neu. Digitale Identitäten basieren nicht mehr auf klassischen Benutzernamen, sondern auf kryptografisch gesicherten Identitäten, die auf eigenen Domain-Namen basieren. Dadurch lagern sämtliche Inhalte wie Beiträge, Kommentare oder Gefällt-Mir-Angaben in einem sogenannten Repository.
Bei einem solchen Repository werden Daten so strukturiert, dass sie lückenlos nachvollziehbar sind. Diese Struktur ist mit einem digitalen Logbuch vergleichbar, in dem alle Aktionen niedergeschrieben sind, die Nutzer auf der jeweiligen Plattform ausgeführt haben. Ist etwas unstimmig, kann man in dem Logbuch blättern und nachvollziehen, ob etwas tatsächlich so passiert ist.
Du entscheidest, wie Informationen dargestellt werden
Auch der Austausch von Informationen funktioniert etwas anders. Wer auf Reddit surfen will, geht dazu entweder auf die Reddit-App oder über die offizielle Reddit-Website. Anderen Wegen wurde bereits vor einigen Jahren der Riegel vorgeschoben. Beim AT-Protokoll ist das anders. Über ein weltweites Netzwerk namens Lexicon tauschen beteiligte Server ausschließlich strukturierte Inhalte aus, statt ganze Websites zu übertragen.
Das bedeutet, dass Nutzer selbst entscheiden können, wie sie Informationen konsumieren. Sei es über eine offizielle Website, eine Drittanbieter-App oder selbstständig aufbereitete Daten. Persönliche Mitteilungen und Erwähnungen laufen dabei über individuelle Datenserver, während großflächige Suchanfragen, globale Trends sowie komplexe Algorithmen durch spezialisierte Indexierungsdienste verarbeitet werden.
Wie das AT-Protokoll Daten und Reichweite entkoppelt
Durch diese Aufteilung trennt das AT-Protokoll die Veröffentlichung von Inhalten konsequent von deren tatsächlicher Reichweite. Das System funktioniert dabei wie ein Baukasten. Einzelne Elemente wie der Server-Anbieter lassen sich jederzeit austauschen. Bei einem Wechsel des Anbieters bleibt die eigene digitale Identität mitsamt allen bestehenden Verknüpfungen vollständig erhalten.
Fällt ein Server aus oder wird der Betrieb eingestellt, schützt ein integrierter Sicherheitsmechanismus vor unbeabsichtigtem Datenverlust. Denn Nutzer können jederzeit mit einem speziellen Wiederherstellungsschlüssel ihr Konto ohne Unterstützung einer dritten Partei wiederherstellen und auf einen neuen Server übertragen.
Herausforderungen für Entwickler und die Infrastruktur
Trotz dieser Flexibilität hat die Architektur auch ihre Macken. Lokale Sicherungskopien auf Nutzer-Endgeräten sind etwa durch den verfügbaren Speicherplatz begrenzt. Zudem ist die Entwicklung einer solchen Plattform aufgrund der Flexibilität etwas aufwendiger.
Daher hängt der langfristige Nutzen primär von der Nachfrage ab. Doch gelingt der Aufbau einer solchen Infrastruktur, kann das System Nutzer dauerhaft vor der Kontrolle einzelner Gatekeeper wie Meta oder X schützen. Das AT-Protokoll stellt somit einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Souveränität über persönliche Daten zurück in deine Hände zu legen.
Auch interessant:
- ChatGPT hat jetzt einen Lockdown-Modus – so kannst du ihn aktivieren
- Privat mit KI chatten: Inkognito-Chat mit Meta AI in WhatsApp starten
- Elektroauto in der Sommerhitze: 5 Tipps, um deinen Akku zu schonen
- E-Auto-Förderung 2026 mit bis zu 6.000 Euro – so bereitest du den Antrag vor
Der Beitrag Facebook und X am Ende? Das AT-Protokoll könnte alles ändern erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.
Big Tech giert nach unseren Gedanken: Wie sicher ist unser Gehirn noch?
Der Beitrag Big Tech giert nach unseren Gedanken: Wie sicher ist unser Gehirn noch? erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.
![]()
Gehirn-Computer-Interfaces versprechen Hoffnung für viele Menschen, doch was bedeutet das für den Datenschutz? Wie sicher sind unsere intimsten Gedanken noch in einer futuristischen KI-Welt?
Wie sieht die Zukunft aus? Über diese Frage rätseln viele von uns. Ein mögliches Szenario ist, dass eines Tages eine Art Mensch-Maschine-Interface eingesetzt wird, um unser Gehirn mit der Außenwelt verbinden zu können. Sogenannte Gehirn-Computer-Interfaces (BCI) tragen bisher nur weniger als 100 Menschen. Das Potenzial ist dennoch groß.
So ermöglichten 253 auf der Gehirnoberfläche platzierte Elektrode bei der gelähmten Patientin Ann Johnson etwa wieder eine Teilnahme am Leben. Sie kann damit über einen Avatar und eine verbundene Sprachausgabe bis zu 78 Wörter pro Minute sprechen. Das dahinterliegende Decodierungssystem entstand an der Universität Texas und benötigte lediglich 16 Stunden Podcasts als Training.
Oft ist unklar, was mit den Gehirndaten passiert
Eine Studie der Neurorights Foundation aus dem April 2024 unter 30 sogenannten Konsumenten-Neurotech-Unternehmen zeichnet ein klares Bild. Häufig weisen diese demnach noch erhebliche Lücken beim Datenschutz auf. 29 dieser Unternehmen konnten uneingeschränkt auf die Gehirndaten von Testpersonen zugreifen. Davon behielten sich zwei Drittel vor, diese Daten auch an Dritte weiterzugeben.
Das hat weitreichende Auswirkungen. Denn sobald Gehirndaten an Dritte verkauft werden, greift die ursprüngliche Nutzervereinbarung nicht mehr. Dadurch verlieren Verbraucher den Anspruch auf Schutz dieser Daten. Außerdem gibt es auf diesem Feld noch kaum gesetzliche Regulierungen, weshalb Daten teils unkontrolliert ausgetauscht werden können.
Doch es gibt auch Positivbeispiele: So hat Chile bereits den Schutz von Gehirnaktivitäten und -daten durch eine Änderung in der Verfassung verankert. Auch der US-Bundesstaat Colorado hat im April 2024 die eigenen Datenschutzgesetze angepasst, um Gehirndaten zu schützen.
Können wir bald unser Gehirn monetarisieren?
Denkbar sind Szenarien, in denen jeder von uns seine Gehirndaten monetarisieren könnte. Neurowissenschaftler Jack Gallant spricht von einem „Thinking Hat“. Probanden erhielten etwa bereits 30.000 US-Dollar pro Jahr dafür, dass sie ihre Gedanken im Alltag über Gehirnscans teilten. Steht uns also eine Zukunft bevor, in der Data-Mining auch in unserem Gehirn stattfindet?
Bereits heute gelingt es Neurowissenschaftlern Wörter, Emotionen und abstrakte Gedanken von Menschen über das Gehirn zu entschlüsseln. In Experimenten gelang es sogar mittels optogenetischer und holografischer Lasersysteme Warnmeldungen direkt in das Gehirn von Tieren einzupflanzen, ohne dass die Testobjekte einen Unterschied vernahmen.
Eine neue Einnahmequelle für die großen Werbeunternehmen
Geht es um Patente und öffentliche Informationen wird deutlich, dass Technologiekonzerne wie Apple, Meta und Snap derzeit Lösungen entwickeln, um Gedanken in Steuerbefehle zu übersetzen. Vielleicht dauert es also nicht mehr lange, bis erste Gehirn-Computer-Schnittstellen alltagstauglich werden.
Denkbar ist zudem die Entwicklung eines Bereichs namens „Neuromarketing“. Dabei könnten Werbetreibende unterbewusste Reaktionen von Menschen auslesen, um ihre Produkte durch tiefe psychologische Einblicke besser zu platzieren. Je nach Stimmung würden wir dann unterschiedliche Variationen der gleichen Anzeige sehen.
Gehirn-Computer-Interfaces bringen auch Hoffnung für erkrankte Personen
Trotzdem gibt es auch Hoffnung. Denn wie bereits erwähnt können solche Systeme auch Lebensqualität zurückbringen. Gelähmte könnten etwa wieder kommunizieren, während Ärzte möglicherweise psychische Erkrankungen besser diagnostizieren und behandeln können.
Trotzdem sollten wir uns zeitnah die Frage stellen, wie wir unsere wichtigsten und intimsten Informationen langfristig schützen können. Denn gelangen die Daten in die falschen Hände, dürfte der persönliche Schaden für viele enorm sein.
Auch interessant:
- Wie aus Daten ein KI-Modell entsteht – und wie es funktioniert
- Musik-Streaming: Mit diesen 5 Tipps kannst du KI-Songs erkennen
- ChatGPT hat jetzt Lockdown-Modus – so kannst du ihn aktivieren
- Studie: In diesen Bereichen kommt KI beim Militär zum Einsatz
Der Beitrag Big Tech giert nach unseren Gedanken: Wie sicher ist unser Gehirn noch? erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.
Ecovacs Winbot W2S Pro Omni im Test: Fensterputzen wie die Profis
Tausend Simulationen zeigen: Die Erde ist kein Ausnahmefall
Huckepack auf Mach 4: Hermeus stellt Highspeed-Drohne Ramjet-X vor
-
DIGITAL FERNSEHEN
- ROG Rapture GT-BN98: Erster Wi-Fi 8 Router von Asus kommt nach Europa – für einen stolzen Preis
ROG Rapture GT-BN98: Erster Wi-Fi 8 Router von Asus kommt nach Europa – für einen stolzen Preis
Asus hat mit dem ROG Rapture GT-BN98 einen der ersten kommerziell verfügbaren Wi-Fi-8-Router auf den Markt gebracht – zunächst in Kanada. Für Europa ist die Markteinführung im Oktober angekündigt.
Der Beitrag ROG Rapture GT-BN98: Erster Wi-Fi 8 Router von Asus kommt nach Europa – für einen stolzen Preis erschien zuerst auf DIGITAL FERNSEHEN.
US-Militärtechnik verloren: Iran sichert autonome U-Boot-Drohne
Narwal Freo 20: Reinigungsroboter mit Wischwalze und Kamera im Test
LG Smart-TVs: Fernseher nehmen Gespräche im Stand-by-Modus auf
Chinas gigantische WZ-X-Drohne: Neue Bilder enthüllen seltsame Flügel
Autoscooter statt Samsung: Wie sich die IFA 2026 verändert hat
Der Beitrag Autoscooter statt Samsung: Wie sich die IFA 2026 verändert hat erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.
![]()
Am Mittwochvormittag stand in Halle 6.2a der Messe Berlin ein Autoscooter, aufgebaut, aber noch abgesperrt, die Wagen noch unter Planen. Daneben tackert ein Mann ein Plakat an eine Stellwand. Bohren, Schleppen, Rufen. Und hier sollen übermorgen Zehntausende durchlaufen? Ein Besuch der IFA 2026.
Sie kriegen es hin, sie kriegen es jedes Jahr hin. Wer wie ich seit einigen Jahren zu den IFA-Pressetagen kommt, hat aufgehört, sich darüber zu wundern und die Baustelle als das genommen, was sie ist: die einzigen zwei Tage, an denen man mit Leuten reden kann, deren Sätze noch nicht seit vier Tagen durchgeschliffen sind. Man sieht außerdem, welche Flächen dieses Jahr „groß“ und welche „klein“ sind, bevor Menschenmassen diese ein paar Tage später überlagern. Dieses Jahr blieben mir dabei zwei große Gedanken im Kopf.
Die IFA will Erlebnis sein
Der erste ist der Autoscooter selbst. Er steht nicht zufällig da. Die IFA 2026 hat Creator Lounges, in denen Streamer live produzieren. Sie hat wieder einen Sommergarten mit Konzerten von BUNT, Luciano und Ikkimel. Es gibt einen Robotik-Laufsteg und Roboterfußball. Sie hat einen Mobility Track zum Probefahren, einen Beauty Hub, eine neue Familienwelt namens IFA Playbox. Und eben ein Fahrgeschäft, dessen Fahrten kostenlos sind – was, so viel Prognose sei erlaubt, am Wochenende einige Nerven kosten wird.
Wer wie ich im Frühjahr auf der OMR war, hat dort ebenfalls einen Autoscooter gesehen. Wer die Gamescom kennt, kennt die dahinterliegende Logik: Eine Messe ist heute dann erfolgreich, wenn Menschen dort etwas erleben, das sich fotografieren lässt. Reichweite entsteht nicht mehr in der Fachpresse allein, sondern in den Feeds der Besucher.

Neu ist die Publikumsöffnung nicht. Die IFA war nie eine geschlossene Fachveranstaltung, sie ist seit jeher beides – Publikumsschau und Fachmesse. Das war immer ihr Unterschied zu anderen (reinen Fachmessen) wie der CES. Was sich dieses Jahr besonders verschiebt, ist die Gewichtung, und dahinter steht eine Struktur, über die man reden sollte.
Seit Ende 2022 verantwortet die IFA Management GmbH die Messe, ein Joint Venture aus der gfu, die die Markenrechte hält, und dem britischen Eventveranstalter Clarion Events. Die Messe Berlin ist im Wesentlichen zur Vermieterin des Geländes geworden. Clarion bringt Erfahrung mit großen Erlebnisformaten mit. Man sieht sie in diesem Jahr.
An der Spitze steht seit Oktober 2023 Leif Lindner, gebürtiger Berliner, davor lange bei Samsung Deutschland und bei Sony. Lindner sagt die Richtung offen: Im Ausland würden Messen wie die IFA in der Regel als Show gesehen, punktuell als Festival. Entertainment gehöre dazu. Und er sagt auch, warum: Das erste Halbjahr war für die Home-Elektronik-Branche schwierig, die Sparneigung in Deutschland sei überdimensional hoch, der stockende Wohnungsneubau werde für die Hausgerätehersteller schnell zum massiven Problem. Aufgabe der IFA sei es in diesem Umfeld, die Motivation der Menschen zu erhöhen, überhaupt Geld für Elektronik auszugeben.
Das ist ehrlich formuliert. Es beschreibt aber auch eine Verschiebung im Selbstverständnis. Eine Messe, die Kauflaune erzeugen soll, ist etwas anderes als eine Messe, auf der Sortimente fürs vierte Quartal geordert werden.
Wer nicht mehr da ist
Das Zweite, was man an den Pressetagen sieht, ist eine Leerstelle. Der City Cube, jahrelang Samsungs Bühne, ist in diesem Jahr anders belegt – Acer übernimmt einen großen Teil, in der unteren Ebene sitzt neu die „Retail Innovation Zone“ mit Euronics, Electronic Partner und Expert. Samsung selbst ist nicht mehr auf dem Gelände. Der Konzern zeigte seine Neuheiten der Presse im Humboldt Carré am Gendarmenmarkt, mehrere Kilometer entfernt. Offiziell bleibt das Teil des IFA-Programms, Samsung ist sogar Hauptsponsor des Creator Hub. Nur eben nicht in den Hallen.

Aus dem Handel kam dazu deutliche Kritik. Kein Händler, so sinngemäß der Euronics-Vorstandssprecher, werde während der Messetage extra vom Gelände fahren und wieder zurück. Wer zur IFA kommt, kommt, um Termine zu bündeln.
Ein anderer etablierter Player im Markt, Sony, bespielte die Media Days mit einem dreistündigen Presse-Event im Palais am Funkturm, unter NDA, Zugang nur mit persönlicher Einladung. Neuheiten unter kontrollierten Bedingungen statt Stand im Trubel.
Wenn Samsung vorführt, dass sich die IFA-Medienwoche nutzen lässt, ohne wirklich auf der IFA zu sein, schauen andere sehr genau hin. Für eine Messe, die gerade auf Erlebnis und Reichweite setzt, ist das ein unangenehmer Widerspruch: Die größten Namen liefern die Show inzwischen selbst, an eigenen Orten.
Wer die Flächen übernimmt
Die Leerstelle bleibt nicht leer. Wenige Hallen weiter wird an einem Stand gebaut, der selbst im halbfertigen Zustand alles überragt: Xiaomi, über 3.300 Quadratmeter, erste eigene große IFA-Präsenz überhaupt. Der Konzern bringt sein Ökosystem „Human × Car × Home“ nach Europa – vernetzte Endgeräte, Smart Home, Mobilität in einer einzigen Erzählung. Dazu ein neues faltbares Smartphone mit selbst entwickeltem Prozessor und ein humanoider Roboter, der Besucher mit Gesten begrüßt und laut Unternehmen in der eigenen Autofabrik erprobt wird.

Anker zeigt den größten Stand der Firmengeschichte und räumt gleichzeitig die eigene Markenarchitektur auf: Soundcore und Eufy verschwinden schrittweise, alles läuft künftig unter Anker. Dazu ein Mähroboter ohne Begrenzungsdraht, der den Garten bei der ersten Fahrt selbst vermisst, und der Einstieg in den Markt für Hörhilfen. Die Firma Dreame geht erstmals über die Reinigungssparte hinaus und zeigt unter anderem einen Saugroboter, der mit 180 Grad heißem Dampf wischt. Dazu Roborock, Ecovacs, Narwal, Tineco, MOVA.
Das ist keine Randerscheinung, sondern Marktrealität: Bei Saugrobotern lagen Dreame und Roborock 2025 in Deutschland nach Stückzahlen an der Spitze.
Und es hat einen Kontext, der die Größe dieser Auftritte erklärt. Die US-Regulierungsbehörde FCC hat Ende Juli 2026 ausländische Robotik auf die sogenannte Covered List gesetzt. Neue Modelle von Roborock, Ecovacs, Dreame, Xiaomi und Narwal bekommen damit faktisch keinen US-Marktzugang mehr – fünf Marken, die 2025 zusammen rund zwei Drittel des globalen Saugroboter-Marktes hielten. Wer in Washington ausgesperrt wird, baut in Berlin größer. Europa ist für diese Hersteller gerade kein Nebenmarkt mehr, sondern der Markt.
Ein Berliner Mittelständler redet über Fertigung
Vor diesem Hintergrund war eine der bemerkenswertesten Veranstaltungen dieser Pressetage die eines Unternehmens ohne humanoide Roboter im Gepäck. AVM, das inzwischen konsequent nur noch FRITZ! heißt, hat im Juli seinen 40. Geburtstag gefeiert und nutzte das Media-Briefing auffällig prominent für eine Botschaft, die vor fünf Jahren im Kleingedruckten gestanden hätte: Entwickelt wird seit 1986 in Berlin. Gefertigt wird in Europa. 925 Mitarbeitende, 630 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025. Das Engagement für die digitale Souveränität Europas stand sogar in der offiziellen Programmankündigung.

Produktseitig ging es um handfeste Dinge – die neue FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 mit Triband-Wi-Fi 7, eine 6690 Pro fürs Kabelnetz, ein Quadband-Repeater mit bis zu 18 GBit/s, eine 5G-Box für Regionen mit Breitbandlücken. Aber die eigentliche Erzählung war eine andere. Der Router ist das Gerät, durch das der gesamte Datenverkehr eines Haushalts läuft. Wer ihn baut und wo er gebaut wird, ist keine Logistikfrage.
Man kann das als Marketing lesen, und ein Teil davon ist es. „Made in Europe“ ist ein Verkaufsargument, gerade jetzt. Aber es ist bezeichnend, dass ein Berliner Mittelständler auf einer Messe, deren größte neue Flächen von chinesischen Konzernen belegt werden, seine Herkunft zum zentralen Argument macht. Das ist die europäische Antwort auf die Verschiebung, die diese IFA sichtbar macht: nicht bessere Spezifikationen, sondern Vertrauen, Datenschutz, Lieferketten. Ob dieses Argument im Massenmarkt trägt, wenn der Wettbewerber gleichzeitig mehr Funktionen zum halben Preis liefert, ist offen. Auf der IFA 2026 wurde die Frage zumindest gestellt.
Freitag, zwölf Uhr
Am Freitag um zwölf öffnen die Hallen für das Publikum. Die Kabeltrommeln sind weg, die Folien von den Autoscooter-Wagen abgezogen, das Plakat hängt gerade. Kein Bohren mehr, kein Gabelstapler. Stattdessen: Menschen. Fünf Tage lang, bis Dienstag.
Sie haben es wieder hingekriegt.
Die Frage ist nur, was genau sie hingekriegt haben. Die beiden Beobachtungen dieser Messe hängen zusammen, enger als es zunächst wirkt. Die IFA lernt von der Gamescom, weil sie muss – wenn die traditionellen Großaussteller eigene Bühnen bauen, braucht die Messe andere Gründe, warum Menschen kommen. Und sie kann von der Gamescom lernen, weil neue Aussteller nachrücken, die genau diese Aufmerksamkeit brauchen: Hersteller, denen der US-Markt gerade zugeht und für die Europa deshalb zur entscheidenden Bühne wird.
Der Autoscooter und der Xiaomi-Stand sind keine zwei unabhängigen Beobachtungen. Sie sind zwei Seiten derselben Verschiebung. Und dazwischen steht ein Berliner Router-Hersteller, der auf einer Bühne über Fertigungsstandorte spricht, weil das plötzlich wieder eine Position ist, die man einnehmen muss.
Am Mittwoch sah das alles noch aus wie eine Baustelle. Es war vielleicht die ehrlichste Perspektive auf diese Messe, die man in diesem Jahr haben konnte.
Auch interessant:
- Mehr Tempo bei der Energiewende könnte sich für Europa gleich dreifach lohnen
- Samsung denkt neu: Warum sich das Galaxy Z Fold8 richtig lohnt
- Dreame A3 AWD Pro 3500 im Test: Mähroboter mit Allrad und LiDAR
Der Beitrag Autoscooter statt Samsung: Wie sich die IFA 2026 verändert hat erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.
Birdfy warnt vor gefährlichem Problem seiner Vogelfutter-Station
Ungeliebte Beifahrer-Bildschirme: Ein Drittel nutzt sie gar nicht
KI-Boom macht Smartphones und Laptops teurer – und die Auswahl schrumpft

Abschuss zeigt: Russische Zirkon ist keine Hyperschall-Wunderrakete
Was ist DVB-I und welche Vorteile bringt es?
DVB-I ist ein offener Standard, dessen Ziel es ist, lineares Fernsehen über das Internet genauso komfortabel und zuverlässig nutzbar zu machen, wie Fernsehen über die etablierten Rundfunk-Empfangswege DVB-S/S2 für Satellit, DVB-T/T2 für digitales Antennenfernsehen und DVB-C für digitales Kabel-TV.
Der Beitrag Was ist DVB-I und welche Vorteile bringt es? erschien zuerst auf DIGITAL FERNSEHEN.