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Geely überholt Tesla und VW: Die innovativsten E-Autobauer 2026

23. April 2026 um 20:50

Der Beitrag Geely überholt Tesla und VW: Die innovativsten E-Autobauer 2026 erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

BMW Auto Marke

Die Elektromobilität dreht die Automobilbranche immer mehr auf den Kopf. Neue Player erobern den Markt, und wer mithalten möchte, muss in innovative Technologien investieren. Welche Hersteller das am besten hinbekommen, klären wir in diesem Ranking.

Die Elektromobilität hat viele ihrer Kinderkrankheiten hinter sich gelassen und kommt so langsam in eine erste Phase der Konsolidierung. Der einstige Pionier Tesla ist längst nicht mehr die dominante Innovationskraft der Branche. Chinesische Konzerne haben aufgeholt und viele traditionelle Hersteller aus Japan, Deutschland und den USA versuchen nicht abgehängt zu werden. In diesem Artikel wollen wir klären, welche Marken die Technologien der Branche am meisten voranbringen.

Das sind die 10 innovativsten E-Auto-Hersteller 2026

Bei klassischen Verbrennern sind häufig Aspekte wie das Markenimage und die reine Leistung entscheidend. Doch bei Autos mit Elektroantrieb müssen Parameter wie Reichweite, Ladeleistung und Batterielaufzeit passen, um die Käufer überzeugen zu können. Deshalb analysiert der CAM Electromobility Report 2026 insgesamt 713 Innovationen in der Elektromobilität, die im Zeitraum von 2021 bis 2025 ins Leben gerufen wurden.

Auch wenn es der deutschen Automobilbranche momentan nicht gut geht, kann man den Herstellern nicht vorwerfen, keine Innovationen auf den Markt zu bringen. Firmen wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sind gemeinsam für über ein Drittel aller weltweiten Neuerungen verantwortlich. Lediglich China kommt mit 41 Prozent auf einen noch höheren Wert. Der dritte Platz geht an Japan (11 Prozent), dann folgen der Rest der EU (10), die USA und Südkorea (jeweils 2).

In Deutschland ist man scheinbar aufgewacht, denn seit 2024 gab es einen Anstieg von circa 20 auf jetzt 34 Prozent. Die Kurve von China ist etwas abgeflacht, aber außerhalb der Top Ten lauern Firmen wie Nio. Die USA scheinen nicht bereit, im großen Stil zu investieren, auch wenn Ford, Lucid und Rivian am Tor unseres Rankings klopfen und es in den kommenden Jahren aufstoßen könnten. Wer es tatsächlich in die Top Ten geschafft hat, verraten wir in der folgenden Galerie.

Platz 10: General Motors

Der US-Konzern General Motors gehört zu den Verlierern der aktuellen Studie und belegt mit einem Innovations-Score von 67,3 den zehnten Rang. Im Vergleich zum vorherigen Zeitraum von 2016 bis 2020 bedeutet das einen Abstieg um fünf Plätze.

General Motors, Super Cruise, Cadillac Escalade, Blue Cruise
Bild: General Motors

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Bluesky zu Eurosky übertragen: So gelingt der Umzug auf EU-Server

23. April 2026 um 16:43

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Bluesky zu Eurosky übertragen Migration Anleitung Wie nutzen

Viele Nutzer fragen sich, wie sie ihre digitale Identität stärker unter eigener Kontrolle behalten können. Genau hier setzt Eurosky an: Mit einer gemeinsamen technischen Grundlage sollen Konten und soziale Beziehungen zwischen Netzwerken übertragbar sein. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deinen Bluesky-Account zu Eurosky übertragen und migrieren kannst, inklusive Handle-Wechsel und Bestätigungscodes.

Mit Eurosky betritt ein neuer Player die Bühne der sozialen Netzwerke. Der Dienst bietet einen zentralen Login für verschiedene Plattformen wie Bluesky und will sich als europäische Alternative zu Big Tech etablieren.

Aufgrund der wachsenden Kritik an den Datenpraktiken der großen Tech-Konzerne setzt Eurosky auf strengere Datenschutzstandards und mehr Kontrolle durch die Nutzer. Langfristig soll die Plattform dafür mit verschiedenen Netzwerken kompatibel sein, damit Nutzer mit nur einem Eurosky‑Account verschiedene Dienste nutzen können.

Als Grundlage dafür dient das AT-Protokoll, mit dem soziale Netzwerke dezentral organisiert und miteinander vernetzt werden können. Nutzerkonten, Inhalte und soziale Beziehungen lassen sich so unabhängig von einzelnen Plattformen verwalten und bei Bedarf zwischen Diensten übertragen.

Bluesky ist aktuell der wichtigste und größte Dienst im Eurosky-Ökosystem aus dem Bereich der sozialen Netzwerke. Wir zeigen dir, wie du deinen Bluesky-Account auf die europäische Alternative übertragen kannst.

Migration starten: Bluesky-Account zu Eurosky übertragen

Willst du Bluesky künftig nutzen und deine Daten aber auf europäischen Servern wissen, kannst du deinen Account zu Eurosky übertragen. Dafür musst du keinen neuen Account erstellen und kannst deine Daten und Kontakte behalten.

Die Migration deines Accounts kannst du hier vornehmen. Dafür musst du im ersten Schritt dein Bluesky-Handle sowie dein Passwort eingeben. Dann stimmst du den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zu und klickst auf den Button „Weiter„.

Im nächsten Schritt musst du deine bei Bluesky hinterlegte E-Mail-Adresse verifizieren und bestätigen. Damit bestätigst du, dass du Zugriff auf das Postfach hast, um den Bestätigungscode abzurufen.

In Schritt drei wählst du dann den Server aus, auf den dein Account umziehen soll. Eurosky ist schon als erste Option für die Migration voreingestellt. Du kannst diese Auswahl über den Button „Weiter“ bestätigen.

Im vorletzten Schritt wählst du dein neues Handle aus. Eurosky gibt bereits dein altes vor. Du kannst aber auch ein neues Handle wählen oder dein altes behalten. Es wechselt dann von der Struktur „handle.bsky.social“ zu „handle.eurosky.social“.

Schritt für Schritt bestätigen: Code eingeben und Umzug starten

Nach der Überprüfung der Verfügbarkeit deines gewünschten Handles kommst du zum letzten Schritt deiner Account-Übertragung. Dort kannst du wählen, ob du eine Sicherungskopie vor der Migration erstellen möchtest.

Klickst du auf „Weiter“, erhältst du eine E-Mail mit einem Bestätigungscode. Gib diesen auf der Migrationswebsite ein, so kannst du die Übertragung von Bluesky zu Eurosky starten.

Wichtig ist, dass du alle Apps und Browser-Tabs mit deinem Bluesky-Konto während der Übertragung schließt und dein Konto nicht verwendest. Denn Beiträge, Likes oder Follows, die während der Migration auftreten, können nicht übertragen werden.

Der Vorgang dauert nach Angaben von Eurosky zwischen 20 und 30 Minuten. Ist er abgeschlossen, erhältst du eine weitere Benachrichtigung per E-Mail. Du kannst den jeweiligen Stand der Migration aber auch auf der Website einsehen, auf der du den Bestätigungscode aus der E-Mail eingegeben hast.

Du erhältst während der Migration eine weitere E-Mail mit dem Betreff „PLC Update Operation Requested“ von Blusky. Hier findest du einen weiteren Bestätigungscode, mit dem du Migration abschließen kannst.

Nach Abschluss der Übertragung kannst du deine Sicherungskopie herunterladen und den Wiederherstellungsschlüssel für dein Konto kopieren. Diese Daten stehen allerdings nur zwei Tage zur Verfügung.

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Balkonkraftwerke mit Speicher: Jetzt sofort lieferbar und schon ab 850 Euro sichern

23. April 2026 um 09:30

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Balkonkraftwerke mit Speicher

Der Markt für Balkonkraftwerke boomt. Doch während viele Anbieter wochenlange Wartezeiten haben, sind die leistungsstarken Sets mit Growatt NEXA 2000 Speicher bei AC TEC innerhalb von nur 2 bis 5 Werktagen lieferbar. Genau das verschafft einen massiven Vorteil in einem Markt, in dem Verfügbarkeit alles ist.

Balkonkraftwerke mit Speicher gehören zu den gefragtesten Energiesystemen in Deutschland. Die Kombination aus steigenden Strompreisen, vereinfachten Regeln und wachsender Nachfrage sorgt dafür, dass Lieferzeiten von 4 bis 10 Wochen bei vielen Shops längst zur Norm geworden sind. Bei AC TEC sieht die Realität anders aus: Tausende Sets sind auf Lager und sofort verfügbar.  Inklusive moderner Glas-Glas-Module und dem beliebten Growatt NEXA 2000 Speicher.

Genau wegen dieser Kombination aus Top-Preis, Speichertechnologie und extrem schneller Lieferzeit, solltest du dir die Angebote von AC TEC genauer ansehen. Wer ein Balkonkraftwerk installieren will, möchte nicht erst im Sommer produzieren, sondern sofort starten. Und das geht nur, wenn Ware direkt versendet wird.

Warum Balkonkraftwerke mit Speicher gerade durchstarten

Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Allein 2025 wurden laut Branchenanalysen über 500.000 Anlagen verkauft. 2026 könnte der Wert sogar noch deutlich steigen. Besonders beliebt sind Systeme mit integriertem Speicher, da sie den Eigenverbrauch spürbar erhöhen und die Tagesproduktion optimal nutzen.

  • Mehr Strom am Abend nutzen
  • Deutlich höhere Unabhängigkeit vom Netz
  • Optimale Nutzung von Erzeugungsspitzen
  • Kein zusätzlicher Wechselrichter nötig (All-in-One beim NEXA 2000)

Der Growatt NEXA 2000 hebt den Markt zusätzlich an: vier MPPT-Eingänge, moderne LiFePO4-Zellen, Outdoor-fähig, extrem kompakt und auf bis zu 8 kWh erweiterbar. Vor allem aber: kinderleicht zu installieren.

Jetzt sofort lieferbares Set sichern

Lieferzeiten als größter Gamechanger: Warum sich schnelle Verfügbarkeit auszahlt

Während viele Händler ihre Lieferzeiten auf 4, 6 oder sogar 10 Wochen angeben, setzt AC TEC mit 2 bis 5 Werktagen ein starkes Zeichen. Wer früh beliefert wird, spart sofort. Denn jeder Tag ohne Anlage bedeutet verlorene Energie und damit verlorenes Einsparpotenzial.

Wer heute bestellt, kann also schon in wenigen Tagen Strom produzieren. Die Sets werden direkt aus eigenem Lager versendet. Keine Vorbestellung, keine langen Wartezeiten.

Die drei Top-Sets: Sofort verfügbar und preislich extrem attraktiv

1. 1000W Set – nur 850 Euro: Balkonkraftwerk inkl. bifazialen JA Solar Glas-Glas-Modulen und Growatt NEXA 2000 Speicher. Ideal für Einsteiger, die maximale Stabilität und hohe Effizienz suchen.

2. 2000W Set – nur 999 Euro: Das stärkste Preis-Leistungs-Verhältnis: Trina Vertex S 500W Glas-Glas-Module, kombiniert mit dem NEXA 2000 Speicher – aktuell das meistverkaufte Set bei AC TEC. Ideal für hohe Autarkie und maximale Tageserträge.

3. 4000W Power-Plus Set – nur 1.500 Euro: Für alle, die möglichst viel Ertrag wollen: große Modulfläche, integrierter Speicher und maximale Effizienz. Perfekt für Dächer, Garagen oder große Balkone.

Warum Glas-Glas-Bifacial-Module hier entscheidend sind

Alle Sets setzen auf moderne bifaziale Glas-Glas-Technologie. Diese Module fangen Sonnenlicht nicht nur von vorne, sondern auch von hinten ein, ideal für reflektierende Untergründe wie Beton, helle Fassaden oder Terrassen.

  • Bis zu 25 Prozent Mehrertrag durch bifaziale Rückseitenleistung
  • Deutlich längere Lebensdauer (30 Jahre Leistungsgarantie möglich)
  • Höhere Stabilität dank Glas-Glas-Aufbau
  • Besonders wetterfest und UV-beständig

Gerade in Verbindung mit dem NEXA 2000 lassen sich modulare Überschüsse sehr effizient speichern und abends abrufen. Dadurch steigt der Eigenverbrauch auf ein völlig neues Niveau.

Sofort verfügbare Sets sichern: Nur solange der Lagerbestand reicht

Die Nachfrage nach Balkonkraftwerken bleibt 2026 weiter hoch. Das Angebot an sofort lieferbaren Sets ist dagegen überschaubar. Wer also vermeiden möchte, wochenlang auf sein System zu warten, sollte jetzt zugreifen. Besonders, solange die Preise auf diesem Niveau bleiben.

AC TEC bietet derzeit eines der attraktivsten Gesamtpakete am Markt: starke Technik, schnelle Lieferung, volle Lagerverfügbarkeit und ein Preisniveau, das sich deutlich von vielen Mitbewerbern abhebt.

Jetzt Balkonkraftwerk sofort bestellen

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PV-Anlage: Amortisation in 10 Jahren? Eine ehrliche Rechnung

23. April 2026 um 05:45

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Solaranlage Kosten Eigenverbrauch Speicher

Strom aus dem Netz kostet rund 30 Cent pro Kilowattstunde, die Einspeisevergütung liegt bei nur noch sieben Cent. Für Besitzer einer PV-Anlage hat sich die Rechnung damit grundlegend verschoben: Nicht die Einspeisung, sondern der Eigenverbrauch entscheidet heute über die Wirtschaftlichkeit.

Der Anteil von Photovoltaik an der Stromerzeugung in Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt in Deutschland 18,2 Prozent des erzeugten Stroms über Sonnenenergie erzeugt, fünf Jahre zuvor lag die Quote noch bei 8,6 Prozent.

Grund für diese Entwicklungen sind zum einen die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkenen Kosten für PV-Anlagen. Während gleichzeitig die Preise für Strom aus dem Netz zum Teil deutlich angestiegen sind, hat sich die Attraktivität von Solarstrom für private Haushalte und Unternehmen erhöht.

Dennoch ist die entscheidende Frage für viele damit nicht beantwortet: Ab wann lohnt sich eine PV-Anlage tatsächlich? Denn ob sich die Anschaffung rechnet, hängt heute weniger von der reinen Stromproduktion ab, sondern eher von individuellen Faktoren wie Eigenverbrauch und Anlagengröße.

Solaranlage: Warum Eigenverbrauch heute wichtiger ist als Einspeisung

In den vergangenen Jahren hat sich die Logik von Photovoltaik grundlegend verändert. Denn anfänglich konnten sich viele Anlagen vor allem durch das Einspeisen ins Netz rechnen.

Doch die immer weiter gesunkenen Einspeisevergütungen haben dazu geführt, dass sich Anlagen heute deutlich weniger über die Einspeisung ins Netz finanzieren als noch vor einigen Jahren. Stattdessen rückt der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms zunehmend in den Mittelpunkt einer einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

Das liegt vor allem auch an der Lücke, die zwischen Strompreis und Einspeisevergütung klafft. Denn während Haushalte für Strom aus dem Netz pro Kilowattstunde aktuell um die 30 Cent zahlen müssen, liegt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom mit rund sieben Cent pro Kilowattstunde deutlich darunter. Geht es nach dem Wirtschaftsministerium, soll die Vergütung künftig sogar gänzlich entfallen.

Logischerweise ist es daher wirtschaftlich deutlich attraktiver, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt zu verbrauchen, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Das wiederum beeinflusst aber auch die Rentabilität von PV-Anlagen maßgeblich.

Denn für einen höheren Eigenverbrauch sind häufig zusätzliche Investitionen in Batteriespeicher notwendig. Diese erhöhen zwar die Unabhängigkeit vom Stromnetz und verbessern die Nutzung des Solarstroms über den Tagesverlauf hinweg, führen aber gleichzeitig zu höheren Anschaffungskosten, die den Zeitraum für die Amortisation der Investition verlängern können.

Welche Kosten die Rentabilität einer PV-Anlage bestimmen

Die einfachste Rechnung für die Rentabilität einer PV-Anlage setzt sich aus den Investitionskosten, den vermiedenen Stromkosten durch Eigenverbrauch sowie den Erlösen aus der Einspeisung zusammen. Doch tatsächlich können noch zahlreiche weitere Faktoren in diese Rechnung einfließen.

Eine Studie der Hochschule RheinMain, die im Fachjournal Renewable Energy veröffentlicht wurde, zeigt beispielsweise, dass klassische Wirtschaftlichkeitsmodelle die Risiken und Unsicherheiten solcher Investitionen häufig nur unzureichend abbilden.

Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Rentabilität stark in Abhängigkeit von Faktoren wie Strompreisentwicklung, Investitionskosten und insbesondere dem Verhältnis von Eigenverbrauch zu Netzeinspeisung verändert. Unter bestimmten Marktbedingungen könne die Wirtschaftlichkeit privater PV-Anlagen daher deutlich geringer ausfallen als häufig angenommen, während sich unter anderen Szenarien wiederum klare Vorteile ergeben.

So bewertet eine Studie das tatsächliche Risiko von PV-Investitionen

In der Studie „Using DNPV to determine the economic viability of residential photovoltaic systems in Germany: Is the investment still worth it?“ erfassen die Forschenden unter anderem auch wirtschaftliche Unsicherheiten.

Dabei fließen sowohl Schwankungen bei Strommengen als auch bei Preisen systematisch ein. Zusätzlich wird das Risiko schwankender Strompreise mit Methoden aus der Finanzmathematik bewertet, die vergleichbar mit der Preisbewertung von Finanzoptionen sind.

„Die Grundidee der DNPV-Methode besteht darin, das Risiko der Zahlungsströme in Form von synthetischen Risikoprämien zu erfassen“, erklären die Forscher. „Dadurch wird das Risiko von der Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes entkoppelt, und nach Abzug der Risikokosten können die resultierenden Cashflows mit dem risikofreien Zinssatz abgezinst werden.“

Die Analyse ergab bei einem 10-Kilowatt-System in Frankfurt einen negativen DNPV von minus 1.664 Euro. Allerdings beziehen sich die Zahlen auf die Situation zu Beginn des Jahres 2023.

Inzwischen sei laut Studienautor Carlo Kraemer von der Hochschule RheinMain die Rentabilität aber bereits teilweise wiederhergestellt, da die Investitionskosten seither deutlich gesunken sind:

Darüber hinaus hängt die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Parametern ab, die regional spezifisch sind. Neben den bereits erwähnten Investitionskosten und Strompreisen ist natürlich auch der Ertrag der Anlage von der Region abhängig und hat einen wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Wert. Daher müssen alle diese Parameter in die Bewertung einfließen und liefern dann ein sehr individuelles Ergebnis.

Kostencheck: Zwei Szenarien mit und ohne Speicher im Vergleich

Szenario 1: Ohne Batteriespeicher (30 % Eigenverbrauch)

Posten Wert
Investitionskosten ca. 13.000 Euro
Eigenverbrauch (30 % von 9.500 kWh) 2.850 kWh
Einspeisung (70 % von 9.500 kWh) 6.650 kWh
Vermiedene Stromkosten (2.850 x 0,30 Euro) 855 Euro/Jahr
Einspeisevergütung (6.650 x 0,07 Euro) 465 Euro/Jahr
Jährlicher Gesamtvorteil 1.320 Euro/Jahr
Amortisation ca. 10 Jahre

Szenario 2: Mit Batteriespeicher (60 % Eigenverbrauch)

Posten Wert
Investitionskosten (Anlage + Speicher 10 kWh) ca. 20.000 Euro
Eigenverbrauch (60 % von 9.500 kWh) 5.700 kWh
Einspeisung (40 % von 9.500 kWh) 3.800 kWh
Vermiedene Stromkosten (5.700 x 0,30 Euro) 1.710 Euro/Jahr
Einspeisevergütung (3.800 x 0,07 Euro) 266 Euro/Jahr
Jährlicher Gesamtvorteil 1.976 Euro/Jahr
Amortisation ca. 10 Jahre

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Mini-Windrad für Zuhause: Warum die Erträge oft enttäuschen

22. April 2026 um 13:30

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Mini-Windräder für Zuhause Windkraft Windenergie Erneuerbare Energien

Ein Mini-Windrad klingt nach einer cleveren Ergänzung zur Solaranlage auf dem Dach. Doch Verbraucherschützer dämpfen die Erwartungen: In Wohngebieten bleibt der Stromertrag oft weit hinter dem zurück, was Hersteller versprechen. Wir zeigen, mit welchen Erträgen du realistisch rechnen kannst, wo die Grenzen liegen und für wen sich eine Kleinwindanlage trotzdem lohnen kann.

Immer mehr Menschen setzen angesichts der hohen Energiepreise und dem zunehmenden Klimabewusstsein auf grünen Strom und eine möglichst unabhängige Energieversorgung. Besonders die Solarenergie hat auf der Ebene privater Haushalte in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt.

Allen voran stehen dabei kompakte Balkonkraftwerke, die sich einfach installieren lassen und schnell Energie liefern. Auch kleine Windkraftanlagen rücken zunehmend in den Fokus, da die Windkraft als Ergänzung zur Solarenergie vor allem in sonnenarmen Zeiten gilt.

Doch der tatsächliche Nutzen von Mini-Windrädern für das eigene Zuhause ist umstritten. Die Verbraucherzentrale hat zusammengetragen, worauf Interessierte vor der Anschaffung achten sollten und gibt Hilfestellung zu Themen wie dem geeigneten Standort, realistische Ertragserwartungen, Kosten und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Wie viel Strom liefert ein Mini-Windrad wirklich?

Während die Photovoltaik inzwischen als relativ ausgereifte Technologie gilt, stehen Kleinwindkraftanlagen für den Hausgebrauch vielerorts noch vor praktischen und wirtschaftlichen Hürden. Denn die Stromerträge hängen stark von den lokalen Windverhältnissen ab, die in dicht bebauten Wohngebieten oft unzureichend sind.

Im Gegensatz zu Solaranlagen, die selbst auf kleinen Flächen wie Balkonen zuverlässig Energie liefern können, bleibt die Effizienz von Mini-Windrädern daher in vielen Fällen begrenzt. Denn ihre Leistung hängt extrem stark von der Windgeschwindigkeit ab.

Da die Leistung einer Windkraftanlage nicht linear, sondern mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit steigt, entsteht eine starke Abhängigkeit vom jeweiligen Standort. Schon geringe Unterschiede im Windangebot können daher über hohe Erträge oder wirtschaftliche Enttäuschungen entscheiden. Verdoppelt sich der Wind beispielsweise, steigt der Ertrag auf das Achtfache. Halbiert sich der Wind hingegen, bleibt nur ein Achtel übrig.

Eine Beispielrechnung der Verbraucherzentrale zeigt, wie begrenzt der Ertrag kleiner Windräder oft ist. Eine Anlage mit einem Meter Rotordurchmesser kommt unter optimistischen Bedingungen auf rund 96 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Wird dieser Strom vollständig im eigenen Haushalt genutzt, entspricht das einem Wert von etwa 35 Euro.

Zwar könne sich der Ertrag bei doppeltem Durchmesser vervierfachen, dennoch bleibe der wirtschaftliche Nutzen laut der Verbraucherzentrale meist überschaubar. In der Praxis falle die Ausbeute je nach Standort und Anlagenqualität häufig sogar noch geringer aus.

Im Vergleich dazu würde eine Photovoltaik-Anlage mit vergleichbarer Fläche in den meisten Fällen ähnlich viel oder sogar mehr Strom erzeugen. Zusätzlich hätte dies den Vorteil, dass die Stromproduktion über das Jahr hinweg mit höherer Zuverlässigkeit stattfindet.

Anmeldung, Versicherung, Vergütung: Was du beachten musst

Für eine Entscheidung über die Eignung eines Standorts könne auch eine Windmessung herangezogen werden. Dies sei aber in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da die Kosten hierfür im Verhältnis zum erwarteten Ertrag einer Anlage meist unwirtschaftlich sind.

Ähnlich wie Balkonkraftwerke müssen auch kleine Windkraftanlagen beim Stromnetzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Es sollte außerdem geprüft werden, ob die Anlage in die Gebäude- und Haftpflichtversicherung aufgenommen werden kann, um mögliche Schäden abzusichern.

Die Vergütung für eingespeisten Windstrom aus einer Kleinwindanlage liegt zwischen etwa acht bis zwölf Cent pro Kilowattstunde. Ähnlich wie bei Balkonkraftwerken ist also auch bei Mini-Windrädern für Zuhause der Eigenverbrauch sinnvoller.

Allerdings müssen Interessierte bei der Lebensdauer – vor allem im Vergleich zu Photovoltaikmodulen – Abstriche machen. Denn während bei einer PV-Anlage die Lebensdauer heute bei 20 oder mehr Jahren liegt, sei diese für Windkraftanlagen unsicher und vermutlich deutlich niedriger.

Insgesamt legt das Fazit der Verbraucherzentrale nahe, dass Mini-Windräder für Wohngebäude eher ungeeignet sind. Bei idealen Standortbedingungen könnten sie aber in speziellen Bereichen wie auf Booten oder bei entlegenen Hütten sinnvoll sein.

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Neuer Apple-Chef: Wer ist eigentlich John Ternus?

21. April 2026 um 20:20

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Wer ist John Ternus Apple Chef neuer CEO

John Ternus wird der neue Apple-Chef. Doch wer ist eigentlich der Mann, der seit 25 Jahren im Apple-Universum seine Kreise zieht? Wir aktivieren die iPhone-Taschenlampe und richten die Kamera auf seine Ausbildung, Karriere und Zukunft.

Noch wird er offiziell als Senior Vice President für die Hardware-Entwicklung gelistet. Doch die Personalie John Ternus verändert sich bei Apple zum 1. September 2026 maßgeblich. Den Konzern und seine Produkte kennt er gut, denn Ternus ist seit 25 Jahren bei Apple. Die neue Aufgabe ist aber mehr als nur eine unternehmensinterne Romanze – sie hat klare Herausforderungen.

John Ternus wird Chief Executive Officer bei Apple

Ganz überraschend ist es nicht, dass John Ternus den CEO-Posten bei Apple übernehmen wird. Dahingehend hat der Gerüchtekessel schon ordentlich gebrodelt. Aber eine Ära endet definitiv – oder wird zumindest verlagert, denn Tim Cook macht als Vorstandsvorsitzender bei Apple weiter.

Um Cook soll es hier aber nicht gehen. Wir schauen genauer auf das Leben von John Ternus – vor allem im beruflichen Kontext. Was hat der Tech-Spezialist vor Apple gemacht, seit wann ernährt er sich von Äpfeln und welche Herausforderungen erwarten ihn zukünftig in Cupertino?

Vom VR-Entwickler zum Apple-Ingenieur: Wer ist John Ternus?

John Ternus hat Ingenieurwissenschaften und Maschinenbau an der University of Pennsylvania studiert. Anschließend arbeitete er bei Virtual Research Systems im VR-Sektor und beschäftigte sich mit Headsets. Ternus war und ist ein Produktmensch – das sollte Apple-Fans freuen.

Sein Abschlussprojekt an der Uni war eine mechanische Hilfe für Querschnittsgelähmte, die mittels Kopfbewegungen gesteuert wird. Technisch ausgefeilt und mit einem präzisen Nutzen – etwas, wofür auch Apple-Produkte stehen.

Er verkörpert nicht den schillernden Chef, ist nicht der lauteste Leader. Aber er gilt als verlässlicher und disziplinierter Topmanager. John Ternus ist ein Macher aus dem inneren Kreis, der sich bestens mit den Geräten von Apple auskennt, weil er selbst jahrelang an der Entwicklung beteiligt war – und so Umsätze in Milliardenhöhe mitgeprägt hat.

Seine Laufbahn bei Apple

Inzwischen ist John Ternus 50 Jahre alt. Bei Apple ist er seit 2001 angestellt. Irgendwie erscheint alles wie aus dem Karrierebilderbuch: runder Geburtstag, 25 Jahre Firmenzugehörigkeit – vielleicht die perfekte Zeit, um den wichtigsten Berufsschritt zu gehen.

Das Cinema Display war das erste Apple-Projekt von Ternus. Im Jahr 2013 avancierte er zum Vice President of Hardware Engineering. Spätestens seitdem gehen alle Produkte auch durch seine Denke und Hände. Als sich Apple von Intel löst und eigene Chips designt, ist Ternus ein entscheidender Faktor.

2021 übernimmt John Ternus die Rolle, die er aktuell noch innehat. Zuletzt trat er auch immer häufiger als Präsentator bei Apple-Events auf – beispielsweise, um das iPhone Air vorzustellen. Gerade diese Auftritte interpretierten viele als klares Signal für die Cook-Nachfolge.

Dass er sich über die Entwicklung hinaus auch mit Produktionsabläufen auskennt, war sicherlich ein springender Punkt für die Entscheidung, ihn als kommenden CEO zu besetzen. Seine vielen Reisen zu Fertigungspartnern in Asien könnten sich bezahlt machen – immerhin hat Cook das operative Geschäft mit seinem Lieferkettenfokus perfektioniert.

China, KI und Trump: Welche Probleme muss Ternus lösen?

Asien und die Lieferkette sind gute Stichwörter. Denn Apple hat durchaus eine produktionsbedingte Abhängigkeit von China entwickelt – die meisten iPhones entstehen bei Foxconn. Patrick McGee von der New York Times sagte gegenüber der ARD, dass es „keinen Ort auf der Welt [gebe], wo Apple in dieser Qualität, dieser Menge und zu diesem Preis produzieren könnte – außer in China.“

Sollte die US-Regierung neue Zölle gegen China verhängen, muss Apple bedeutende Entscheidungen treffen – genauer gesagt John Ternus. Generell stellt sich die Frage nach dem Umgang mit der Regierung und speziell mit US-Präsident Donald Trump. Eine Geste von Cook war unlängst stark in der Kritik. Welche Position wird Ternus hier einnehmen?

Künstliche Intelligenz ist ein weiteres Thema, das zahlreiche Veränderungen mit sich bringt, auf die auch Apple reagieren muss. Bislang hat sich das Unternehmen hinsichtlich KI aber eher abwartend gezeigt – und wenig konkurrenzfähig. Ein „gutes“ Beispiel ist Siri. Insgesamt gibt es bei der Apple Intelligence noch viel Nachholbedarf.

Cook bezeichnet Ternus als einen „Visionär, dessen Beiträge für Apple in den letzten 25 Jahren bereits unzählbar sind.“ Er habe „den Verstand eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, um integer und ehrenhaft zu führen.“ Ab September liegt es am neuen Apple-CEO, genau das unter Beweis zu stellen.

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Erneuerbare schlagen Kernkraft – selbst mit Speicher und Netzausbau

21. April 2026 um 13:56

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Erneuerbare Energien Netzausbau a günstigsten Speicher

Atomkraft oder Erneuerbare: Was ist wirklich günstiger, wenn man alle Kosten einrechnet? Forscher der Universität Aalborg haben genau das durchgerechnet und dabei Speicher, Netzausbau und Wasserstoff-Elektrolyse berücksichtigt.

Eine intelligente Kombination verschiedener Energiequellen hat unter Berücksichtigung aller Kosten einen deutlichen Preisvorteil gegenüber der Kernkraft. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Aalborg, die in der Fachzeitschrift Energy veröffentlicht wurde.

Die Forscher nahmen das gesamte dänische Stromnetz unter die Lupe. Die Ergebnisse können natürlich nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen werden, liefern aber dennoch repräsentative Erkenntnisse. Denn für ihre Analyse berücksichtigten die Wissenschaftler nicht nur die reine Stromerzeugung, sondern kalkulierten auch sämtliche Systemkosten mit ein – etwa für den Netzausbau, Stromspeicher oder die Wasserstoffherstellung.

Die Forscher haben eine sogenannte systembasierte Stromgestehungskostenmetrik (SLCOE) entwickelt, die alle Kosten für die Integration einer Technik in das Energiesystem berücksichtigt. Zuvor haben Wissenschaftler bei der Berechnung von Stromgestehungskosten (LCOE) lediglich die Kosten für die Erzeugung einer Einheit Strom herangezogen.

Wie der richtige Mix den Strompreis drückt

Die Studie modelliert das derzeitige reine Stromnetz Dänemarks sowie ein zukünftiges klimaneutrales Energiesystem. Die Autoren weisen darauf hin, dass einige Schlussfolgerungen spezifisch für das Land sind. Im heutigen reinen Stromnetz sind die Systemkosten für alle Technologien hoch, wenn jede einzelne als einzige Versorgungsquelle modelliert wird.

Solarenergie weist in diesem Kontext einen kombinierten SLCOE von etwa 565 Euro pro MWh auf. Die Autoren argumentieren jedoch, dass nicht die Integration von PV an sich teuer ist, sondern jede einzelne Technologie ohne die Flexibilitätsoptionen hohe Kosten verursacht.

Kernenergie erreicht im gleichen reinen Stromszenario etwa 141 Euro pro MWh. Der kostengünstigste Mix aus Offshore-Windkraft, Solarenergie und Gas-Kombikraftwerken liegt bei etwa 66 Euro pro MWh. In einem zukünftigen klimaneutralen integrierten System, das den zentralen Vergleich der Studie bildet, liegt der SLCOE der Kernenergie bei etwa 100 Euro pro MWh. Der kostengünstigste Mix aus Offshore-Windkraft und PV erreicht etwa 46 Euro pro MWh.

Die Stromgestehungskosten sind also 53 Prozent günstiger als bei einem Atomkraftwerk. Offshore-Windkraft allein erreicht ebenfalls etwa 46 Euro pro MWh. Die Onshore-Windkraft liegt wiederum bei 106 Euro pro MWh, während die Solarenergie als eigenständige Technologie etwa 178 Euro pro MWh kostet. Ihre Kosten würden aber stark sinken, wenn sie mit Windkraft kombiniert wird.

10 Milliarden Euro pro Reaktor: Warum Atomkraft so teuer ist

Die Wissenschaftler rechneten bei der Atomkraft mit hohen Investitionen von 10.000 Euro je Kilowatt Leistung. Ein Reaktor mit einer Kapazität von einem Gigawatt würde demnach rund zehn Milliarden Euro an reinen Installationskosten verursachen. Die Zahlen spiegeln die realen Ausgaben für aktuelle europäische Bauvorhaben im Bereich der Kernenergie wider.

Die Autoren ließen die Entsorgungskosten für den atomaren Abfall in ihrer Kalkulation bewusst weg. Sie warnten jedoch davor, dass die Baukosten für neue Kraftwerke zuletzt stiegen, während Erneuerbare immer günstiger wurden. Ohne die Berücksichtigung der Endlagerung bliebe die Atomkraft somit bereits im günstigsten Fall unwirtschaftlich.

IEA-Prognosen schon heute überholt – Solarpreise 25 Prozent niedriger

Die Studie kritisiert zudem die Kostenprognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) als teilweise überholt. Die IEA geht für das Jahr 2050 von Kosten für Solaranlagen in Höhe von 480 Euro je Kilowatt aus. Tatsächlich lägen die Preise für moderne Freiflächenanlagen laut den Forschern schon heute rund 25 Prozent unter diesem vorhergesagten Wert.

Unabhängig von der Erzeugungsart könnten die Kosten sinken, wenn die Flexibilität auf der Verbrauchsseite steigt. Das Team empfiehlt, die Volatilität von Wind und Sonne durch steuerbare Wärmeerzeugung und Ladeinfrastruktur auszugleichen. Solche Maßnahmen würden helfen, das gesamte Energiesystem effizienter zu gestalten und den Strompreis für die Zukunft stabil zu halten.

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Ohne Strom: Solarpanel erzeugt Wasserstoff nur aus Sonne und Wasser

21. April 2026 um 05:45

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grüner Wasserstoff ohne Strom Photoreaktorpaneel

Grüner Wasserstoff ist bisher teuer und an Stromnetze gebunden. Ein Karlsruher Forscherteam will das ändern. Die KIT-Ausgründung photreon hat ein Solarpanel entwickelt, das Wasser allein mit Sonnenlicht spaltet und dabei komplett auf Elektrolyseure verzichtet. Ein erster Prototyp läuft bereits. 

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüssel für die klimafreundliche Transformation von Industrie und Energiesystemen. Bisher ist die Herstellung jedoch oft teuer, komplex und an feste Netzinfrastrukturen gebunden. Das Ausgründungsprojekt photreon vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) möchte diese Abhängigkeiten auflösen.

Die Forscher haben spezielle Photoreaktorpanels entwickelt, die Wasserstoff allein aus Sonnenlicht und Wasser produzieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden benötigt das System laut KIT keine Elektrolyseure und verbraucht keine externe elektrische Energie.

Photoreaktorpanel wandelt Sonnenlicht direkt in Wasserstoff um

Paul Kant vom Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT dazu: „Wir überspringen den Umweg über stromgebundene Elektrolyse und produzieren chemische Energie aus Sonne und Wasser“.

Hinter der Technik steckt das Prinzip der Photokatalyse, bei der Licht direkt eine chemische Reaktion auslöst, statt zunächst Strom zu erzeugen. Speziell entwickelte, lichtaktive Materialien nehmen die Energie der Sonnenstrahlung auf. Dabei versetzt das Licht Elektronen unmittelbar in einen hochenergetischen, angeregten Zustand.

Diese Ladungsträger treiben aktiv die Spaltung von Wasser (H2O) in Wasserstoff und Sauerstoff an. Laut Mitgründerin Maren Cordts ersetzt das Panel die Photovoltaik und den Elektrolyseur in einem einzigen Prozessschritt. Dieser integrierte Ansatz soll die Systemkomplexität und die Kosten für grünen Wasserstoff deutlich senken.

Patentierte Reaktorgeometrie für grünen Wasserstoff

Das Projekt nutzt ein vom KIT zum Patent angemeldetes Design der Reaktorgeometrie. Die Geometrie sorgt dafür, dass das Licht den Photokatalysator effizient erreicht und die chemische Reaktion antreibt. Erst durch diese Führung kann die chemische Wasserspaltung effizient vollzogen werden.

Für eine hohe Effizienz müssen Lichttransport, Reaktion und der Abtransport der Produkte perfekt ineinandergreifen. Die Forscher legten die Geometrie des Reaktors exakt auf diese Anforderungen aus. Ein Prototyp bewies die erfolgreiche Wasserstoffproduktion bereits im Ein-Quadratmeter-Maßstab.

Die Panels bestehen aus kostengünstigen Materialien, um eine spätere Massenproduktion zu ermöglichen. Dank des modularen Ansatzes lassen sie sich zu größeren Flächen verschalten. So könnten künftig sowohl kleine Dachanlagen als auch riesige Wasserstoffsolarparks entstehen.

Für welche Branchen sich eine dezentrale Produktion lohnt

Viele Unternehmen scheiterten bisher oft an den hohen Kosten oder der komplizierten Logistik bei der Wasserstoffversorgung. Firmen aus der Spezialchemie, der Lebensmittelindustrie oder der Metallverarbeitung könnten ihren Bedarf mit der neuen Technik künftig direkt am eigenen Fabrikstandort decken.

Maren Cordts vom IMVT dazu: „Gerade dort, wo weder Stromnetze noch eine Anbindung an ein Wasserstoffnetz vorhanden sind, eröffnet unsere Technologie neue Spielräume für die lokale Erzeugung.“ Laut den Entwicklern von photreon wäre zudem eine industrielle Erzeugung in sonnenreichen Regionen für den internationalen Markt denkbar.

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EcoFlow Stream Ultra: Neue Bundle-Deals schon ab 699 Euro sichern

20. April 2026 um 16:00

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EcoFlow Stream Ultra Bundles

Powerness stellt neue Bundle-Deals rund um den EcoFlow Stream Ultra vor – inklusive attraktiver Multi-Pack-Angebote und kompletter PV-Sets mit JA Solar. Besonders wichtig: Dank der deutschlandweiten Selbstabholung an acht Standorten können Nutzer erhebliche Zusatzkosten einsparen und ihre Bestellung schneller erhalten. Wir zeigen dir die besten Deals.

Der EcoFlow Stream Ultra hat sich als einer der vielseitigsten All-in-One-Speicher für moderne Balkonkraftwerke etabliert. Powerness erweitert das Angebot nun erstmals um spezielle Multi-Pack-Pakete und komplette Kombi-Sets mit bifazialen Hochleistungsmodulen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine Rabattlogik pro Stück, sondern die klare Gesamtersparnis im Vergleich zu Einzelkäufen. Nutzer profitieren zusätzlich von der Möglichkeit der Selbstabholung, wodurch das Preis-Leistungs-Verhältnis noch einmal deutlich steigt.

Mit acht strategisch verteilten Abholpunkten – in Mönchengladbach, Weinheim, Berlin, Hamburg, Tuningen, Riegelsberg, München und Westerkappeln – setzt Powerness auf Kundennähe, kurze Wege und maximale Flexibilität. Die Standorte ermöglichen schnelle Abholungstermine und vermeiden Lieferengpässe, die sich derzeit im PV-Markt häufiger zeigen. Gleichzeitig sparen Nutzer Versandkosten und können ihr System praktisch ohne Wartezeit installieren.

Neue Multi-Pack-Bundles: Hohe Gesamtersparnisse gegenüber Einzelkäufen

Die neue Bundle-Strategie von Powerness basiert nicht darauf, den Preis pro Gerät kontinuierlich zu senken. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen bewusst auf den Gesamtvorteil für Nutzer, die mehrere Speichergeräte benötigen – etwa für größere Balkonkraftwerke, Garagen-Installationen, Gartenhäuser oder zur Kopplung mehrerer PV-Stränge.

Der EcoFlow Stream Ultra ist ideal geeignet, um flexible Speicherlösungen für Setup-Erweiterungen zu schaffen. Viele Privathaushalte betreiben heute zwei oder mehr PV-Module und erweitern ihre Systeme Schritt für Schritt. Entsprechend sind Multi-Packs eine logische Weiterentwicklung des Portfolios.

Besonders hervorzuheben ist das 2er-Bundle: Würde man zwei EcoFlow Stream Ultra einzeln kaufen, würden bei Selbstabholung 1.138 Euro anfallen. Das Bundle kostet hingegen nur 959 Euro – ein direkter Vorteil von 179 Euro, ohne dass Nutzer auf Funktionen verzichten.

  • 2× EcoFlow Stream Ultra
    ab 959 Euro (Abholung) / 1.099 Euro (Versand)
    Zum 2er-Bundle
  • 3× EcoFlow Stream Ultra
    ab 1.459 Euro (Abholung) / 1.649 Euro (Versand)
    Zum 3er-Bundle
  • 4× EcoFlow Stream Ultra
    ab 1.959 Euro (Abholung) / 2.199 Euro (Versand)
    Zum 4er-Bundle

EcoFlow Multi‑Pack-Angebote entdecken

Warum Multi-Packs sinnvoll sind – gerade für moderne Balkonkraftwerke

Balkonkraftwerke sind längst mehr als reine Einspeisungsanlagen. Viele Haushalte setzen auf Speicher, um Strom zeitversetzt zu nutzen und ihre Autarkie zu erhöhen. Wer mehrere Module betreibt oder verschiedene Gebäudeabschnitte versorgen möchte, braucht oft mehr als nur ein Speichersystem.

Multi-Pack-Bundles wie von Powerness bieten folgende Vorteile:

  • Erweiterbare Systeme – ideal für Nutzer, die ihre PV‑Anlage nach und nach ausbauen.
  • Unabhängige Nutzung – mehrere Speicher lassen sich flexibel in Gartenhäusern, Garagen oder an Nebenstromkreisen einsetzen.
  • Keine technischen Nachteile – alle Bundles enthalten vollwertige EcoFlow Stream Ultra Einheiten.
  • Kürzere Installationszeit – mehrere Stränge lassen sich gleichzeitig realisieren.

Der hohe Gesamtersparnis-Aspekt macht Multi-Packs somit nicht nur finanziell attraktiv, sondern auch praktisch für alle, die versetzt oder zeitgleich mehrere Speicher betreiben wollen.

Komplett-Sets: EcoFlow Stream Ultra + JA Solar Module

Neben den Multi-Packs bietet Powerness zwei weitere Paketlösungen an, die besonders für Nutzer interessant sind, die direkt ein vollständiges, leistungsstarkes Setup aufbauen möchten. Die Kombination aus EcoFlow Stream Ultra und vier bifazialen JA Solar Modulen zählt zu den effizientesten Paketlösungen im Privatanwenderbereich.

Die bifazialen Module nutzen direkte sowie indirekte Sonneneinstrahlung und liefern selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen hohe Werte. In Verbindung mit dem EcoFlow Stream Ultra entsteht so ein System, das auch an weniger sonnigen Tagen eine stabile Versorgung sicherstellt.

Technische Vorteile der JA Solar Module im Überblick

JA Solar zählt zu den größten und zuverlässigsten Modulherstellern weltweit. Die bifazialen Module der 450‑ und 500‑Watt-Klasse bieten eine hohe Flächenleistung und eignen sich besonders für Balkone, Terrassen oder Hauswände. In Kombination mit dem EcoFlow Stream Ultra entsteht ein Setup mit:

  • hoher Gesamteffizienz auch bei diffusem Licht,
  • robuster Bauweise für langlebigen Betrieb,
  • optimaler Modulspannung für Speicherlösungen,
  • verlässlicher Energieausbeute im Jahresverlauf.

Selbstabholung bei Powerness: maximale Preisvorteile und schnelle Verfügbarkeit

Ein zentraler Vorteil von Powerness ist die Möglichkeit der Selbstabholung an acht unterschiedlichen Standorten in Deutschland. Diese Strategie unterscheidet das Unternehmen klar von vielen Marktbegleitern und schafft eine Mischung aus Kostentransparenz, schneller Verfügbarkeit und persönlicher Nähe.

Die Standorte in Mönchengladbach, Weinheim, Berlin, Hamburg, Tuningen, Riegelsberg, München und Westerkappeln decken große Teile des Landes ab und bieten kurze Wege für tausende potenzielle Nutzer. Der Ablauf ist dabei unkompliziert: Bestellung im Shop, Terminvereinbarung und direkte Abholung vor Ort.

Für viele Kunden sind damit folgende Vorteile verbunden:

  • keine Versandkosten,
  • keine Verzögerungen durch Paketdienste,
  • persönliche Übergabe und klare Ansprechpartner,
  • geringere Fehlerquote durch transportoptimierte Übergabe,
  • sofortige Installationsmöglichkeit.

Warum Powerness eine der attraktivsten Anlaufstellen für PV-Sets ist

Powerness kombiniert hochwertige Hardware mit einem kundenorientierten Logistikmodell. Die Produktauswahl fokussiert sich auf Geräte, die im Alltag zuverlässig funktionieren und hohen Wirkungsgrad bieten. Durch die neuen Bundles wird diese Strategie weiter ausgebaut und schafft Zugang zu Speicherlösungen, die sowohl Preisbewusstsein als auch technische Ansprüche bedienen.

Besonders die Multi-Pack-Angebote zeigen, dass Powerness nicht nur Produkte anbietet, sondern aktiv darauf achtet, wie Nutzer ihre PV‑Systeme tatsächlich aufbauen und erweitern. Die Konzentration auf Gesamtersparnisse statt auf künstliche Einzelpreis-Reduktionen schafft Transparenz und Vertrauen. Nutzer sehen sofort, wie viel sie durch ein Bundle wirklich sparen.

Fazit: Neue Sparmöglichkeiten für moderne Balkonkraftwerke

Mit den neuen EcoFlow Stream Ultra Bundles und Komplett-Sets bietet Powerness attraktive Möglichkeiten für den Ausbau der eigenen Solarstromversorgung. Die Kombination aus hoher Gesamtersparnis, flexibler Abholung und hochwertigen Komponenten macht die neuen Pakete zu einer der interessantesten Optionen für alle, die ihre Energieversorgung verbessern wollen.

Wer sein Balkonkraftwerk erweitern oder direkt ein komplettes System erwerben möchte, findet bei Powerness jetzt genau die passenden Angebote – effizient, flexibel und mit klaren Preisvorteilen.

Jetzt alle Powerness-Bundles ansehen

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Solarzaun statt Balkonkraftwerk: Mehr Eigenverbrauch dank Vertikalmontage

20. April 2026 um 05:45

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Solarzaun Solaranlage Zaun Mauer vertikal

Balkonkraftwerke boomen. Doch ihr grösstes Problem bleibt: Sie liefern den meisten Strom mittags, wenn kaum jemand zu Hause ist. Ein österreichisches Unternehmen will das mit einer Solaranlage lösen, die direkt in den Gartenzaun eingefädelt wird. Die vertikale Ausrichtung soll Strom gezielt morgens und abends erzeugen, wenn der Verbrauch im Haushalt am höchsten ist.

Balkonkraftwerke haben in den vergangenen Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen. Die steckerfertigen Mini-Solaranlagen ermöglichen es inzwischen vielen Haushalten, eigenen Strom zu erzeugen und so die Energiekosten zu senken.

Einer der Treiber dieser Entwicklung sind auch regulatorische Veränderungen, wie die Anhebung der maximalen Einspeisung von 600 auf 800 Watt im Jahr 2024. Diese hatte unter anderem zur Folge, dass sich allein im Jahr 2025 die Zahl der neu installierten Anlagen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat und somit der stärkste Zubau seit 2018 verzeichnet werden konnte.

Bis Ende 2025 waren in Deutschland bereits mehr als 1,2 Millionen Balkonkraftwerke in Betrieb gemeldet. Diese finden sich oft an Balkonbrüstungen, auf Terrassen oder an Hausfassaden und ermöglichen eine vergleichsweise einfache Nutzung von Solarenergie im Alltag.

Aber auch Zäune rücken als alternative Installationsorte immer mehr in den Fokus. Die Entwicklung eines Unternehmens aus Graz setzt hier an und kombiniert dafür Sichtschutz mit integrierter Solartechnik zur Stromerzeugung.

Solarzaun dient gleichzeitig als Sichtschutz

Die Zaunsolaranlage des österreichischen Unternehmens Sunbooster ist als Ergänzung für bestehende Doppelstabmattenzäune gedacht. Denn die flexiblen PV-Module des Modells Vertical+ werden einfach in den Gartenzaun eingefädelt.

Dafür hat Sunbooster bewegliche Streifen mit integrierten PV-Modulen entwickelt. Diese können laut dem Unternehmen herkömmliche Sichtschutzbänder im Gartenzaun ersetzen und auf beiden Seiten Strom erzeugen.

Eine ältere Version der Entwicklung war nur auf eine Zaunlänge von maximal zehn Metern und eine Leistung von 800 Watt ausgelegt. Mit Vertical+ hingegen soll es laut dem Unternehmen nun möglich sein, auch Zäune mit einer Länge von 100 Metern zu verkleiden.

Dabei kommt die Anlage laut Herstellerangaben auf einen Wirkungsgrad von bis zu 92 Prozent. Bei einem Einzelsystem mit einer Länge von 2,5 Metern und 468 Wp Leistung konnten bei Messungen demnach 430 Watt erreicht werden. Inklusive Inverser und zehn Meter Anschlusskabel bietet Sunbooster ein zwei Meter langes Solarzaun-Modul für 568,70 Euro an (Stand: 13. April 2026).

Vertikale Ausrichtung bietet Vorteil gegenüber Balkonkraftwerk

Herkömmliche Balkonkraftwerke erreichen typischerweise über den Tag verteilt ihre höchste Stromproduktion zur Mittagszeit, wenn die Sonneneinstrahlung am stärksten ist. Die Erzeugung in den Morgen- und Abendstunden fällt meist deutlich geringer aus.

Das wiederum steht jedoch häufig im Gegensatz zum typischen Strombedarf in einem Haushalt. Denn dieser ist meist vor allem in den frühen Morgenstunden sowie in den Abendstunden am höchsten.

Die vertikale Ausrichtung der Anlage von Sunbooster setzt genau hier an und soll die typischen Bedarfsspitzen morgens und abends abfangen. Denn die Anlage ist so konzipiert, dass sie Sonnenenergie vor allem dann besonders effektiv aufnehmen kann, wenn die Sonne sehr tief steht.

Am besten funktioniert das laut dem Hersteller bei einer Ost-West-Ausrichtung. Es sei allerdings auch eine Ausrichtung nach Süden möglich, wenn besonders hohe Mittagserträge erzielt werden sollen. Das sei allerdings meist nur in offenen, schattenfreien Bereichen sinnvoll.

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planqc: Münchner Start-up liefert Quantencomputer an den Staat

19. April 2026 um 06:00

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planqc, tech, informatik, quanteninformatik, software, raumfahrt

Quantencomputer sollen die Pharmaforschung, Klimamodelle und die Finanzwelt revolutionieren. Doch bisher fehlt der Beweis, dass sie klassischen Supercomputern wirklich überlegen sind. Das Münchner Start-up planqc will das ändern. In unserem Start-up-Check schauen wir uns an, was hinter der Technologie steckt, woher das Geld kommt und wie realistisch die Pläne sind.

Start-ups: Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Sie zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats „Start-up-Check“. Heute: planqc, Deep-Tech-Start-up aus dem Bereich Quantencomputing.

Wer steckt hinter planqc – und woher kommt die Expertise?

  • Branche: Quantencomputing/DeepTech
  • Gründer: Alexander Glätzle, Sebastian Blatt und Johannes Zeiher
  • Gründungsjahr: 2022
  • Geschäftsmodell: Entwicklung skalierbarer Quantenprozessoren auf Basis neutraler Atome; mittelfristig Bereitstellung von Quantencomputing as a Service über die Cloud
  • Ziel: Quantencomputer mit mehr als 1.000 Qubits, die in Chemie, Pharma, Automotive und Finanzindustrie praktische Rechenvorteile gegenüber klassischen Supercomputern liefern

Quantencomputer sollen Krebs heilen, Klimamodelle revolutionieren und die Finanzwelt neu erfinden. Wann genau das geschehen wird, bleibt jedoch meist offen.

planqc aus Garching bei München ist hier längst einen Schritt weiter und punktet mit konkreten Aufträgen, Lieferverpflichtungen und einem laufenden Zeitplan. Das 2022 als Spin-off des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik (MPQ) und der LMU München gegründete Start-up hat sich in kurzer Zeit zu einem der wichtigsten europäischen Quantencomputing-Unternehmen entwickelt – mit einer technologischen Wette, die in der Szene zunehmend als vielversprechend gilt.

Hinter planqc stecken Wissenschaftler, die nicht erst seit gestern mit Quantensystemen arbeiten: CEO Dr. Alexander Glätzle und seine Mitgründer kommen direkt aus der Forschungsgruppe um den renommierten Physiker Immanuel Bloch am MPQ, einem der weltweit führenden Institute auf dem Gebiet der Quantenoptik. Das verleiht dem Unternehmen eine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, die sich nicht einfach einkaufen lässt.

Wie funktioniert ein Quantencomputer aus Licht und Atomen?

Die bekanntesten Quantencomputer, etwa von IBM oder Google, basieren auf supraleitenden Schaltkreisen und müssen bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt betrieben werden.

planqc geht einen anderen Weg. Das Unternehmen setzt auf neutrale Atome als Qubits, also die kleinsten Recheneinheiten eines Quantencomputers. Im Gegensatz zu klassischen Bits können Qubits nicht nur die Werte null oder eins annehmen, sondern auch beide Zustände gleichzeitig.

Das planqc-Prinzip: Einzelne Strontium-Atome werden in einem Vakuum mit Laserlicht eingefangen und in sogenannten optischen Gittern, einem „Kristall aus Licht“, positioniert. Jedes Atom fungiert als ein Qubit. Präzise Laserimpulse manipulieren die Quantenzustände der Atome und führen Rechenoperationen durch.

Der Abschied vom Millikelvin-Zwang

Der entscheidende Vorteil ist, dass neutrale Atome von Natur aus identisch sind. Kein Atom weicht vom nächsten ab, was bei anderen Qubit-Technologien eine erhebliche Fehlerquelle darstellt. Das führt zu langen Kohärenzzeiten, hoher Stabilität und einer Architektur, die auf über 1.000 Qubits ausgelegt ist.

Zum Vergleich: In einem Forschungsprojekt am MPQ, an dem planqc beteiligt war, wurde ein Register mit 1.200 neutralen Atomen über eine Stunde stabil betrieben. Ein Skalierungsergebnis, das in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Ein weiterer Vorteil gegenüber supraleitenden Systemen: Der Betrieb ist bei nahezu Raumtemperatur möglich, zumindest im Vergleich zu den Millikelvin-Temperaturen, die Konkurrenten wie IBM benötigen. Das vereinfacht die Infrastruktur erheblich und könnte langfristig die Betriebskosten senken.

Einordnung und Mehrwert

planqc positioniert sich als Brückenbauer zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung und hat dafür konkrete Zielbranchen: Chemie und Pharma (Molekülsimulation, Wirkstoffdesign), Batterietechnologie und Climate Tech, Automotive sowie die Finanzindustrie. Erste Use Cases rund um Quantum Machine Learning für Klimasimulationen und Batterieoptimierung befinden sich bereits in der Entwicklung.

Ob und wann Quantencomputer klassischen Supercomputern in diesen Anwendungsfällen wirklich überlegen sein werden, ist die offene Frage der gesamten Branche, planqc eingeschlossen.

Der sogenannte „quantum advantage“ für industriell relevante Probleme ist bislang nirgendwo belegt. Das Unternehmen steckt, wie alle Wettbewerber, noch in der Phase, in der man Systeme baut, die diesen Nachweis irgendwann erbringen sollen.

Im europäischen Wettbewerbsumfeld hat planqc jedoch eine klare Nische: Der Fokus auf neutrale Atome unterscheidet das Unternehmen von Anbietern wie IQM (supraleitend) oder Quantinuum (Ionenfallen) und erlaubt ein „Made in Germany“-Narrativ, das bei europäischen Industriekunden Vertrauen schafft – gerade gegenüber US-amerikanischen und chinesischen Anbietern.

90 Millionen Euro und zwei Staatsaufträge: So finanziert sich planqc

planqc ist für ein vier Jahre altes Deep-Tech-Unternehmen bemerkenswert gut kapitalisiert. Die Series-A-Runde von 50 Millionen Euro (2024), angeführt von Catron Holding und dem DeepTech & Climate Fonds, ergänzt um Fördermittel des BMBF, summiert sich, inklusive öffentlicher Fördermittel, auf rund 80 bis 90 Millionen Euro Gesamtkapital.

Wichtiger noch: Das Unternehmen hat bereits konkrete öffentliche Aufträge gewonnen. Vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erhielt planqc einen Auftrag über 29 Millionen Euro zum Aufbau eines Quantencomputers in Ulm – der erste europäische Auftrag dieser Art überhaupt.

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) beauftragte das Start-up zusätzlich, einen 1.000-Qubit-Quantencomputer zu entwickeln, mit einer Zielmarke vor 2027. Beide Projekte sind keine Piloten, sondern reale Infrastrukturmaßnahmen mit konkreten Lieferverpflichtungen.

planqc ist dabei eng in das Münchner Quantenökosystem eingebettet: als erster Spin-off der Munich Quantum Valley Initiative, mit Technologiepartnern wie Menlo Systems (Lasersysteme) und ParityQC (Software/Architektur) sowie der fortlaufenden wissenschaftlichen Anbindung an das MPQ. Diese Vernetzung ist kein Marketingargument, sondern struktureller Bestandteil der Entwicklungsstrategie.

planqc: Zwischen Wissenschaftspionierarbeit und industriellem Beweis

planqc adressiert eine der technologisch anspruchsvollsten Herausforderungen der Digitalwirtschaft: den Bau von Quantencomputern, die über Forschungslabors hinaus tatsächlich industriellen Mehrwert liefern. Die neutrale-Atome-Plattform ist wissenschaftlich fundiert, gut finanziert und durch öffentliche Aufträge bereits in der Praxis verankert.

Entscheidend wird sein, ob planqc den Übergang von beeindruckenden Qubit-Zahlen zu nachweisbarem Rechenvorsprung schafft und ob die Zielbranchen bereit sind, Quantencomputing von der Roadmap in ihre tatsächliche IT-Infrastruktur zu überführen.

Gelingt das, wäre planqc gut positioniert, um als europäischer Champion in einem Markt zu bestehen, der bislang von amerikanischen Schwergewichten dominiert wird.

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Australiens Heimspeicher-Boom: Kapazität verfünffacht sich in einem Jahr

18. April 2026 um 18:00

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Heimspeicher Australien Batterien Förderung

Australien hat 2025 einen Wendepunkt bei Heimspeichern erreicht: 221.000 neue Systeme, eine Verfünffachung der installierten Kapazität und fast doppelt so große Batterien pro Haushalt. Auslöser ist das staatliche „Cheaper Home Batteries Program“, das nicht nur die Nachfrage antreibt, sondern auch verändert, welche Produkte Kunden wählen. 

Die australische Branche für Energiespeicher verzeichnete im Jahr 2025 einen Zuwachs auf 221.000 installierten Heimspeichersystemen. Das entspricht einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Mit einer neu installierten Gesamtkapazität von 4.790 Megawattstunden ist die Technologie im Massenmarkt angekommen. Inzwischen verfügen etwa 4,6 Prozent der australischen Wohnhäuser über einen eigenen Batteriespeicher.

Das australische Bertungsunternehmen SunWiz stellt in seiner Untersuchung fest, dass sich die installierte Basis in Australien rasant entwickelt. Das Analyseportal fungiert seit 2009 als Referenzquelle für Hersteller, Einzelhändler, Investoren und politische Entscheidungsträger. Die Daten des Berichts stützen sich auf eine detaillierte Auswertung der Installationszahlen pro Bundesstaat und Systemgröße. Demnach zeigt sich, dass staatliche Subventionen nicht nur die Menge erhöhen, sondern auch die Art der erworbenen Produkte beeinflussen.

Heimspeicher in Australien: Förderung verdoppelt Batteriegröße

Das Förderprogramm CHBP trieb vor allem den Erwerb größerer Speichereinheiten voran. Die durchschnittliche Kapazität eines installierten Heimspeichers kletterte im Jahr 2025 auf 21,6 Kilowattstunden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 11,8 Kilowattstunden. Haushalte nutzten die Fördermittel vorrangig, um die Speicherkapazität zu maximieren, anstatt lediglich die Gesamtausgaben für die Installation zu senken.

Die Analyse verdeutlicht, dass die Kosten pro Kilowattstunde im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen relativ stabil geblieben sind. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben der Endkunden für einzelne Systeme kaum an, während die Speicherdichte der Anlagen zunahm. Batterien der Leistungsklasse zwischen 20 und 25 Kilowattstunden machten im Berichtszeitraum einen signifikanten Teil des Marktes aus.

Dieser Trend betreffe sowohl Nachrüstungen als auch Neuinstallationen in Verbindung mit Photovoltaik-Anlagen. SunWiz schreibt dazu: „Das Programm „Cheaper Home Batteries“ hat nicht nur den Absatz angekurbelt – es hat auch grundlegend verändert, was die Australier kaufen.“

Nicht nur Heimspeicher: Warum Australiens Unternehmen jetzt mitziehen

In Zusammenarbeit mit Energieunternehmen Orkestra analysierte SunWiz die Treiber für gewerbliche Verkäufe und die Marktsegmentierung. Neben dem Privatsektor zeigten auch Unternehmen ein wachsendes Interesse an Speicherlösungen zur Optimierung der Energiekosten. Die Untersuchung umfasst Leaderboards der 20 führenden Einzelhändler auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene.

Ein wesentlicher Teil befasst sich mit den Amortisationszeiten in den verschiedenen australischen Bundesstaaten. Die Studie differenziert hierbei präzise zwischen Nachrüstungen bestehender Anlagen (ESS-only) und kombinierten Neuinstallationen (PV+ESS), um die Wirtschaftlichkeit realitätsnah abzubilden.

Die finanzielle Attraktivität hänge stark von regionalen Förderprogrammen sowie den lokalen Strompreisstrukturen ab. Hersteller erhielten durch die monatlichen Trends zum Marktanteil einen präzisen Einblick in die Wettbewerbssituation.

Wie sich der Markt bis 2030 entwickeln könnte

Technologische Fortschritte, optimierte Garantiebedingungen und die Weiterentwicklung bei Wechselrichtern dürften das Marktwachstum bis zum Jahr 2030 stützen. Ebenso sollte die Einbindung in intelligente Stromnetze sowie die Teilnahme an virtuellen Kraftwerken die Attraktivität der Systeme weiter erhöhen.

Die staatlichen Programme blieben dabei ein entscheidender Faktor für die langfristige Planbarkeit von Investitionen. Branchengrößen wie SolarEdge oder Solargain stützen sich bei ihren Strategien maßgeblich auf diese Datenbasis. Letztlich lässt sich festhalten, dass die finanzielle Unterstützung die Hemmschwelle für Endverbraucher gesenkt hat. Australien festigt damit seine Position im globalen Vergleich der Energiespeichermärkte.

Australiens Heimspeicher-Boom zeigt, wie stark gezielte Förderprogramme die Kaufentscheidungen von Privathaushalten lenken können – nicht nur in der Menge, sondern auch bei der Systemgröße. In Deutschland wächst der Heimspeicher-Markt ebenfalls, allerdings fehlt bislang ein vergleichbar zentrales Förderprogramm auf Bundesebene.

Die australischen Zahlen liefern ein starkes Argument für alle, die eine einheitliche Speicherförderung auch hierzulande fordern. Wer Kapazität subventioniert statt nur Anschaffung, bekommt größere Speicher ins Netz und damit mehr Nutzen für die Energiewende.

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Brennende Elektroautos: Medien befeuern einen Mythos

17. April 2026 um 11:00

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E-Auto Brände brennt Feuer brennende Elektroautos

Bilder von brennenden Elektroautos verbreiten sich oftmals rasend schnell und schüren Ängste. Auch zahlreiche Medien befeuern den Mythos, dass E‑Autos häufig Feuer fangen würden und gefährlich seien. Statistisch gesehen gibt es aber keinen übermäßigen Grund zur Sorge. Doch das Narrativ hält sich hartnäckig. Eine kommentierende Analyse. 

Wie verbreitet sind E-Autos in Deutschland?

  • 2025 war jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland ein E‑Auto. Damit lag der Anteil am gesamten Fahrzeugbestand bei rund vier Prozent. Seit Anfang 2026 werden Elektroautos beliebter – auch, weil sie im Betrieb oft deutlich günstiger sind als Verbrenner. Im März 2026 haben Stromer bei den Neuzulassungen sogar erstmals Benziner überholt. Insgesamt verläuft der Umstieg von Verbrenner‑ auf Elektroautos in Deutschland bisher schleppend und er liegt deutlich hinter dem Niveau, das nötig ist, um die Klimaziele zu erreichen.
  • Die Gründe für die Zurückhaltung gegenüber E‑Autos sind vielfältig. Häufig werden zu hohe Anschaffungskosten, die Sorge vor zu geringen Reichweiten, eine schlechte Ladeinfrastruktur oder Sicherheitsbedenken als Argument gegen einen Kauf genannt. Doch die meisten Bedenken sind mittlerweile überholt. Nicht nur die Anschaffungskosten sinken, auch eine neue Kaufprämie steht in den Startlöchern. Reichweiten nehmen zu und auch die Ladeinfrastruktur kann sich sehen lassen. Größtes Problem: Viele öffentliche Ladesäulen sind zu teuer. Hinzu kommt eine unbegründete Angst vor Bränden, obwohl Studien belegen, dass Elektroautos keine statistisch höhere Brandwahrscheinlichkeit aufweisen als Verbrenner.
  • Brennende E‑Autos sind dennoch eine der größten Sorgen potenzieller Käufer, auch wenn sie meist unbegründet sind. Forscher aus China haben derweil eine Natrium‑Ionen‑Batterie vorgestellt, die sich bei Überhitzung selbst abschaltet, indem ihr Elektrolyt bei Gefahr fest wird und eine physische Brandschutzmauer bildet. Seltene Brände durch den sogenannten Thermal Runaway sollen dadurch verhindert werden. Der Effekt beschreibt eine unkontrollierte Kettenreaktion, bei der sich eine Batterie selbst immer weiter aufheizt, bis es zu einem Brand oder einer Explosion kommt. Mit Technologien wie diesen könnten Elektroautos künftig sogar deutlich seltener brennen als Verbrenner.

Warum brennende E-Autos mehr Aufmerksamkeit bekommen als brennende Verbrenner

Brennende Elektroautos sind ein gefundenes Fressen für sensationsgeile Medien. Sie sind futuristisch, nahezu lautlos und gehen wie in einem Katastrophenfilm urplötzlich in Flammen auf. So zumindest das Narrativ. Der Haken an der Sache ist nur, dass solche medialen Inszenierungen wenig mit der Realität zu tun haben.

Während ein brennender Diesel oder Benziner höchstens eine Randnotiz wert ist, wird von qualmenden Stromern häufig ein brandgefährliches Bild gezeichnet. Die Logik dahinter ist simpel: neu ist gleich verdächtig, und Batterie gleich Bombe. Ein Narrativ, das sich hervorragend klicken lässt, aber schlichtweg nicht belegbar ist.

Denn statistisch ist die Aufregung ungefähr so gerechtfertigt wie die Angst vor explodierenden Toastern. Elektroautos brennen nicht häufiger als Verbrenner, eher im Gegenteil – nur eben anders. Ein Batteriebrand entwickelt sich schneller, spektakulärer und ist damit auch fotogener. Genau das macht brennende Elektroautos zu einem idealen Rohstoff für Sensationsschlagzeilen, die mehr Hitze erzeugen als die Fahrzeuge selbst.

Das Problem ist eine verzerrte Wahrnehmung, in der Einzelfälle zur gefühlten Regel werden. Viele Medien verstärken diesen Effekt, indem sie das Außergewöhnliche zum Dauerzustand erklären. Die Realität bleibt dabei oft auf der Strecke. Denn sie ist schlicht zu unspektakulär: Millionen unauffällige Fahrten ohne Flammen, ohne Drama und ohne virales Potenzial.

Das sagen Versicherer und TÜV

  • Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Geschäftsführerin des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV), in einem Statement: „Je mehr Elektroautos auf der Straße unterwegs sind, desto weniger unterscheiden sich ihre Schadenbilanzen von vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotoren (…) Elektroautos kommen zunehmend im Alltag an: Eine breitere Modellpalette erreicht einen größeren Kundenkreis, zudem haben Werkstätten, Abschleppunternehmen, Feuerwehren und Gutachter inzwischen mehr Erfahrungen mit beschädigten Elektroautos. Mit dieser neuen Normalität verringern sich aktuell auch die anfänglich beobachteten Besonderheiten in den Schadenbilanzen.“
  • Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband, fasst zusammen: „Tatsächlich ist die Gefahr eines Fahrzeugbrands sehr gering, und E-Autos stehen klassischen Verbrennern in puncto Sicherheit in nichts nach. Ein Fahrzeugbrand ist in der Regel kein Zufall, sondern die Folge technischer Ursachen. Häufig führt eine Verkettung mehrerer Faktoren zum Feuer. Das können ein Kurzschluss im Bordnetz, beschädigte Kabelisolierungen, undichte Kraftstoffleitungen oder eine übermäßige Wärmeentwicklung im Motorraum sein.“
  • Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung des Allianz Zentrums für Technik (AZT), zu einer Untersuchung: „Schon eine ausreichende Zahl ausgebrannter E-Autos zu finden, war gar nicht so einfach. Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Fahrzeugen mit herkömmlichen Antriebsarten deutlich weniger oft in Brand geraten. Selbst wenn man nur Fahrzeuge betrachtet, die weniger als zwei Jahre alt sind, nähert sich die Brandwahrscheinlichkeit von Elektrofahrzeugen zwar der von Benzinern an, sie liegt aber weiterhin deutlich unter der von Dieselfahrzeugen.“

E-Auto-Brände werden zur Ausnahme der Ausnahme

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos wird auch ihr Exotenstatus verschwinden. Und damit der Reflex, jeden Brand wie eine technische Apokalypse zu inszenieren. Was aktuell noch als Katastrophe gilt, wird bald statistische Normalität – und damit medial deutlich langweiliger.

Hinzu kommt, dass die Feuerwehren längst und viel schneller aufgeholt haben als so manche Schlagzeilen. Was früher als kaum beherrschbar galt, ist heute Teil der Ausbildung: spezielle Schulungen, klare Einsatzprotokolle und angepasste Taktiken. Dass ein E‑Auto‑Brand innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden kann, ist inzwischen Routine.

Und ja: E‑Autos brennen anders – oft schneller und manchmal hartnäckiger. Der Akku lässt sich nicht einfach ersticken, sondern muss gekühlt werden, meist mit viel Wasser und Geduld. Doch genau darauf sind Einsatzkräfte inzwischen vorbereitet: neue Löschdecken, verbesserte Ausrüstung, mehr Erfahrung. E-Autos stellen übrigens auch in Tiefgaragen keine erhöhte Brandgefahr dar, da sind sich Feuerwehr und Versicherer einig. Das Feuer ist also weniger das Problem als früher. Allerdings sind es die Bilder davon noch.

Während sich das mediale Narrativ weiter an Flammen klammert, entwickelt sich auch die Technik längst weiter. Batterien werden stabiler, Systeme erkennen Risiken früher und neue Materialien verhindern Kettenreaktionen. Kurzum: Brände sind schon heute selten und könnten künftig zur Ausnahme der Ausnahme werden. Dann bleibt vom großen Mythos vor allem eines übrig: viel Rauch um nichts.

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Balkonkraftwerk ab 200 Euro: So schnell rechnet sich die Investition

17. April 2026 um 05:45

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wann sich ein Balkonkraftwerk

Selbstproduzierter Strom, direkt vom Balkon: Balkonkraftwerke machen das bereits ab 200 Euro möglich. Doch seit Dezember 2025 gelten mit der neuen VDE-Produktnorm strengere Regeln für die Geräte, und die Preise könnten steigen. Gleichzeitig sparen Haushalte bei einem Strompreis von 35 Cent bis zu 280 Euro pro Jahr.

Balkonkraftwerke machen Mieter und Wohnungseigentümer zu Stromproduzenten. Die kompakten Systeme speisen die gewonnene Energie direkt in das heimische Stromnetz ein. Auf diese Weise können Haushalte ihre Abhängigkeit von Energieversorgern verringern und einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Vor allem für Mieter bieten Stecker-Solargeräte einen praktischen Vorteil: Bei einem Umzug lassen sie sich ohne großen Aufwand abbauen und in die neue Wohnung mitnehmen. Technisch gesehen handelt es sich bei einem Balkonkraftwerk nicht um eine Anlage, sondern um ein elektrisches Haushaltsgerät. Der Betrieb ist dank einer neuen Produktnorm mittlerweile offiziell über eine normale Haushaltssteckdose möglich.

Was schreibt die neue VDE-Norm vor?

Seit Dezember 2025 regelt die Produktnorm VDE 0126-95 den technischen Aufbau der Geräte verbindlich. Hersteller müssen seither eine mindestens fünf Meter lange Anschlussleitung bereitstellen. Nutzer dürfen die Geräte keinesfalls über eine Mehrfachsteckdose anschließen. Zudem schreibt die Norm verbindliche Vorgaben zur mechanischen Sicherheit und zur Statik der Geräte vor.

Die Einspeiseleistung über den Wechselrichter darf höchstens 800 Watt betragen. Bei Verwendung eines herkömmlichen Schuko-Steckers leisten die Solarmodule maximal 960 Watt. Anlagen mit Leistungen bis zu 2.000 Watt benötigen zwingend einen Wieland-Stecker als Energie-Steckvorrichtung. Für die Installation dieser größeren Systeme aus drei oder vier Modulen müssen Haushalte in den meisten Fällen wohl einen Elektriker beauftragen.

Werden Balkonkraftwerke jetzt teurer?

Aufwendige Zertifizierungsverfahren verteuern laut Einschätzung der Verbraucherzentrale voraussichtlich die künftigen Anschaffungspreise. Kleine Anbieter verschwinden möglicherweise vom Markt, wenn sie die hohen Kosten für diese Verfahren nicht tragen können. Die neue Produktnorm bietet Verbrauchern zwar mehr Klarheit, schränkt aber die Vielfalt der Anbieter ein.

Zudem drängt die neue Norm gebrauchte Solarmodule faktisch aus dem Betrieb. Diese kommen bei Balkonkraftwerken laut Verbraucherzentrale künftig wohl nicht mehr zum Einsatz. Die Hersteller müssen nun sicherstellen, dass jedes Modul die strengen Sicherheitsvorgaben erfüllt, was den Einsatz von Alt-Hardware erschwert. Matthias Döring, von der Verbraucherzentrale Hamburg, dazu:

Mit den neuen Regeln bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher endlich Sicherheit bei Balkonkraftwerken. Wer jetzt normgerecht baut, kann auf einen stabilen Rechtsrahmen vertrauen und sein Zuhause mit Solarstrom bereichern. Leider hat die Norm auch einige Schattenseiten.

So schnell rechnet sich ein Balkonkraftwerk

Aktuell bieten Händler einfache 400-Watt-Geräte für etwa 200 Euro an, während 800-Watt-Sets zwischen 400 und 500 Euro kosten. Beim Kauf dieser Photovoltaikanlagen entfällt für Kunden die Mehrwertsteuer. Ein 800-Watt-Gerät erzeugt jährlich je nach Ausrichtung zwischen 600 und 800 Kilowattstunden Strom. Eine genaue Einschätzung für den jeweiligen Standort liefert der Steckersolar-Simulator der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Bei einem Strompreis von 35 Cent sparen Haushalte jährlich zwischen 210 und 280 Euro. Da Stecker-Solargeräte häufig 20 Jahre oder länger halten, lohnt sich die Anschaffung fast immer. Die Investition rechnet sich je nach Standort und Nutzungsverhalten bereits nach wenigen Jahren. Um den Ertrag zu optimieren, empfiehlt sich eine Südausrichtung in einem Winkel von etwa 30 Grad.

Speichernutzung und Eigenverbrauch

Ein Batteriespeicher ermöglicht es, den produzierten Solarstrom auch in den Abendstunden effizient zu nutzen. Für eine Anlage mit 800 Watt Leistung liegt die ideale Kapazität des Speichers zwischen einer und zwei Kilowattstunden. Solche Speicher nehmen mit Maßen von circa 35 × 30 Zentimetern etwa so viel Platz ein wie ein klassischer Desktop-PC. Komplettsets inklusive passendem Speicher gibt es ab 850 Euro.

Ein Speicher steigert den Anteil des selbst genutzten Stroms im Haushalt deutlich. Während ein Standard-Balkonkraftwerk etwa zehn bis 20 Prozent des Bedarfs deckt, liefert eine Batterie gut ein Drittel mehr. Die tatsächliche Energieausbeute hängt jedoch stark von den jährlichen Sonnenstunden in der jeweiligen Region ab.

Anmeldung in wenigen Minuten: So geht’s

Den bürokratischen Aufwand haben die zuständigen Stellen mittlerweile deutlich reduziert. Betreiber können ihre Geräte mit nur wenigen Daten im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren. Eine separate Meldung beim Netzbetreiber ist im Gegensatz zu früher nicht mehr notwendig. Dieser erfährt durch das Register automatisch von der Anlage.

Der Netzbetreiber kümmert sich nach der Anmeldung eigenständig um den Einbau eines modernen Stromzählers. Für eine Übergangszeit werden rücklaufende Stromzähler offiziell geduldet. Nutzer dürfen das Balkonkraftwerk sofort nach der Installation in Betrieb nehmen, auch wenn noch ein alter Zähler installiert ist.

Welche Förderungen gibt es 2026 noch?

Solargeräte gelten seit 2024 als privilegierte bauliche Veränderungen, weshalb Vermieter die Installation grundsätzlich erlauben müssen. Auch Wohnungseigentümergemeinschaften müssen der Montage in der Regel zustimmen. Die Betreiber müssen lediglich sicherstellen, dass sie die Module sturmfest montieren. Bei denkmalgeschützten Gebäuden können jedoch zusätzliche Gestaltungsvorgaben existieren.

In Hamburg übernimmt die Stadt für Haushalte mit geringem Einkommen Zuschüsse von bis zu 90 Prozent der Kosten. Mieter in Mecklenburg-Vorpommern erhalten eine Förderung von bis zu 500 Euro. Für Eigentümer in diesem Bundesland sind die entsprechenden Mittel hingegen bereits verbraucht. In Niedersachsen fördern Städte wie Lüneburg und Braunschweig die Geräte mit bis zu 350 Euro.

In anderen Städten wie Göttingen, Jever oder Oldenburg sind die Fördertöpfe derzeit hingegen ausgeschöpft. Ein entsprechendes Programm in Schleswig-Holstein endete bereits im Jahr 2024. Interessierte informieren sich deshalb am besten vorab über aktuell verfügbare regionale Zuschüsse. Trotz regionaler Unterschiede machen die niedrigen Einstiegspreise die Technik für eine breite Masse attraktiv.

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DFKI entwickelt KI-Detektor: Fake-Bilder per Instagram entlarven

16. April 2026 um 20:07

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KI-Detektor DFKI Instagram Fake Bilder entlarven

Deepfakes und manipulierte Bilder bedrohen zunehmend demokratische Wahlen – und sind mit bloßem Auge kaum noch zu erkennen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat deshalb einen KI-Detektor entwickelt, der verdächtige Bilder direkt über Instagram in nur zwei Klicks überprüft.

Die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz verändert auch die Spielregeln für demokratische Wahlen und birgt dabei auch erhebliche Risiken. Denn KI kann heute täuschend echte Inhalte generieren und so beispielsweise mit Deepfakes von Politikern gezielt Meinungen beeinflussen.

Das große Problem dabei ist, dass diese Inhalte oft kaum noch von echten zu unterscheiden sind. Außerdem verbreiten sie sich über soziale Netzwerke in rasanter Geschwindigkeit.

In den vergangenen Jahren hat sich bereits gezeigt, dass die sogenannten Desinformationskampagnen Wahlprozesse unter Druck setzen und das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben können. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat für die Entlarvung solcher Inhalte nun einen KI-Detektor entwickelt, mit dem Nutzer verdächtige Bilder in nur wenigen Klicks überprüfen lassen können.

Was kann der neue KI-Detektor des DFKI?

Für das Projekt „Check First. Vote Smart“ hat das DFKI mit dem DFKI-Spin-off Gretchen AI und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zusammengearbeitet. Entstanden ist ein KI-Detektor der verdächtige Bilder, die beispielsweise von Instagram stammen, in nur wenigen Klicks überprüfen kann.

„KI-gesteuerte Bots simulieren gesellschaftliche Mehrheiten, Deepfakes verfälschen Aussagen, ausländische Akteure greifen gezielt in Wahlkämpfe ein“, erklärt Dr. Tobias Wirth, Themenfeldleiter im Forschungsbereich Smarte Daten & Wissensdienste am DFKI Kaiserslautern. „Wir entwickeln KI, die diese Manipulationen aufdeckt – bevor sie verfangen.“

Das entwickelte Tool beschränkt sich bei der Überprüfung jedoch nicht nur auf Pixelartefakte, wie es bei herkömmlichen Ansätzen der Fall ist. Vielmehr werden die forensische Bild- und Audioanalyse mit einer Art „logischem Gegenlesen“ kombiniert.

Denn während das Bild überprüft wird, können KI-Agenten parallel im Internet Parallelen recherchieren und geprüfte Faktenbanken einbeziehen. Hier kommt unter anderem eine enge Kooperation mit dem Faktencheck-Team der dpa zum Tragen.

So prüfst du verdächtige Bilder in zwei Klicks

Hast du einen verdächtigen Post bei Instagram entdeckt, kannst du diesen über die Teilen-Funktion an den Checker-Account „gretchen_ai_berlin“ senden. Von dem KI-Detektor erhältst du dann eine Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit eines Fakes und eine kurze Einschätzung zu Einflussfaktoren.

In der Beta-Phase soll der Detektor bereits mehr als 80 verschiedene Manipulationsarten erkennen können. Dies reicht laut dem DFKI von klassischen Deepfake-Videos bis hin zu scheinbar harmlosen Screenshots.​

Erkannt werden beispielsweise Eingriffe wie Face-Swaps oder Lip-Sync-Manipulationen. Aber auch Image Splicing, bei dem echte Fotos zu einer irreführenden Szene zusammengesetzt werden, soll der Detektor ausmachen können.

Die Analyse soll ohne zusätzliche App oder Anmeldung besonders niedrigschwellig bleiben. „Wir nutzen ausschließlich Funktionen, die Instagram ohnehin bereitstellt – Direct Message, Teilen, Weiterleiten“, betont das Team, das die Umsetzung DSGVO-konform gestaltet.​

Das gilt allerdings nur für die Bildanalyse. Wer auf die Videoanalyse und die Analyse nach früheren Kontexten und Originalmaterial zugreifen will, muss auf die Dashboard Lösung von Gretchen AI zugreifen.

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Fraunhofer-Studie: Kostenloses E-Auto-Parken spart 63.000 Tonnen CO2

15. April 2026 um 20:05

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Baden-Württemberg will den Verkehrssektor schon 2040 klimaneutral machen. Fünf Jahre vor dem Bund. Doch welche Maßnahmen bringen tatsächlich etwas? Das Fraunhofer ISI hat im Auftrag des Landesverkehrsministeriums drei konkrete Beispiele aus Stuttgart, Tübingen und Freiburg mit echten Daten ausgewertet. 

Die Bundesregierung hat in ihren Klimazielen festgelegt, dass die CO2-Emissionen im Verkehrssektor in den kommenden Jahren deutlich sinken müssen. Angestrebt wird bis zum Jahr 2045 die Klimaneutralität in allen Sektoren, unter anderem durch den Ausbau der Elektromobilität und eine stärkere Nutzung von klimafreundlichen Verkehrsmitteln.

Das Land Baden-Württemberg geht einen ehrgeizigeren Weg und will bereits im Jahr 2040 Klimaneutralität im Verkehrssektor erreichen. Zuvor sollen in den kommenden Jahren bis 2030 die CO2-Emissionen um 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 sinken.

Welche Maßnahmen für die Erreichung dieser Klimaziele hilfreich sein könnten, zeigt eine neue Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Dafür wurden im Auftrag des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg unter anderem Fallbeispiele aus Stuttgart, Tübingen und Freiburg analysiert.

Drei Maßnahmen im Praxistest: Was spart wirklich CO2?

Das Fraunhofer ISI hat für das vorliegende Working Paper drei Maßnahmen untersucht. Mithilfe sogenannter Ex-post-Analysen wurde untersucht, welche tatsächlichen Auswirkungen die bereits umgesetzten Maßnahmen auf klimaschädliche Treibhausgasemissionen hatten.

Eine dieser Maßnahmen war die Einführung einer Schnellbuslinie in Freiburg im Dezember 2022. Diese verbindet an Wochentagen morgens und nachmittags mehrere Umlandgemeinden mit der Kernstadt und dem Bahnnetz.

Dadurch konnten für Pendler Fahrzeiten und Umstiege reduziert werden. Die Ex-post-Analyse des Fraunhofer ISI hat in einer Umfrage ergeben, dass ein Drittel der befragten Fahrgäste aufgrund der Buslinie auf die Nutzung des eigenen Autos verzichtet.

Die Buslinie spart so jährlich 157 Tonnen CO2 durch die Reduzierung des Individualverkehrs. Hinzu kommt ein Eigenausstoß von ungefähr 103 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr durch den Einsatz von Dieselbussen.

Insgesamt reduziert die Schnellbuslinie die CO2-Emissionen also im Jahr um 54 Tonnen. Laut dem Fraunhofer ISI könnte der Einsatz von Elektrobussen die Wirkungen verdreifachen.

63.000 Tonnen CO2 gespart: Was kostenloses E-Auto-Parken bringt

Bereits im Jahr 2012 hat die Stadt Stuttgart kostenfreies Parken für Elektroautos eingeführt. Aufgrund der starken Zunahme von E-Autos in der Region ist die Regelung zum Ende des Jahres 2022 allerdings ausgelaufen.

Zu der Zeit lag der Anteil von Elektroautos in Stuttgart bei acht Prozent und damit fast doppelt so hoch wie im landesweiten Durchschnitt von 4,5 Prozent. Die Analyse des Fraunhofer ISI zeigt, dass in den Jahren 2018 bis 2022 schätzungsweise bis zu 15.460 rein elektrische Fahrzeuge und 10.160 Plug-in-Hybride aufgrund des kostenlosen Parkens anstatt herkömmlicher Verbrenner angeschafft wurden.

Dabei konnte rund ein Drittel aller rein elektrischen Fahrzeuge dem kostenlosen Parken zugerechnet werden. Diese Maßnahme hatte eine Einsparung von rund 63.000 Tonnen CO2 in diesem Zeitraum zur Folge.

Wie Tübingen 275 Autos von der Straße holte

Bis zum Juli 2021 galt bundesweit eine Obergrenze für Anwohnerparken in Höhe von 30,70 Euro jährlich. Diese wurde aufgehoben, wodurch die Gebühren in zahlreichen Gemeinden angehoben wurden.

In der Stadt Tübingen beispielsweise kostet ein Bewohnerparkausweis im untersuchten Zeitraum je nach Antriebsart, Fahrzeuggewicht und Einkommen im Schnitt 126 Euro. Durch diesen Anstieg wurden 2,6 Prozent beziehungsweise 275 Fahrzeuge im Untersuchungsgebiet abgeschafft. Pro Einwohner wurden in Tübingen so zwischen 2022 und 2024 jährlich 12,4 Kilogramm CO2 pro Einwohner eingespart.

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Elektrolyt-Firewall wird bei Gefahr fest und stoppt E-Auto-Brände

15. April 2026 um 05:45

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Firewall E-Autos

Brennende E-Autos sind eine der größten Sorgen potenzieller Käufer, auch wenn sie meist unbegründet sind. Forscher aus China haben jetzt eine Natrium-Ionen-Batterie vorgestellt, die sich bei Überhitzung selbst abschaltet, indem ihr Elektrolyt bei Gefahr fest wird und eine physische Brandschutzmauer bildet.

Forscher der Chinese Academy of Sciences (CAS) in Peking haben eine neue Natrium-Ionen-Batterietechnik entwickelt, die Brände durch den sogenannten Thermal Runaway verhindern soll. Dieser Effekt beschreibt eine unkontrollierte Kettenreaktion, bei der sich eine Batterie selbst immer weiter aufheizt, bis es zu einem Brand oder einer Art „Explosion“ kommt.

Laut einer Studie basiert der Schutz auf einer integrierten Sicherheitsmaßnahme direkt innerhalb der Batteriezelle. Bisher steckt die Technik vor allem in günstigen chinesischen E-Autos, da ihre Energiedichte aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums noch gering ist.

Natrium-Ionen-Akkus funktionieren ähnlich wie Lithium-Ionen-Akkus, verwenden aber Natrium statt Lithium als Ladungsträger. Der neue Schutzmechanismus nutzt einen nicht brennbaren Elektrolyten aus einem Kunststoff auf Basis von Triethylphosphat (TEP), der in der Industrie oft als Flammschutzmittel zum Einsatz kommt. Während des Ladevorgangs bildet die Batterie auf der Anode eine Art chemische Schutzschicht. Dank eines Doppelsalzsystems bleibt diese SEI-Schicht laut den Forschenden so stark, dass das TEP sie nicht angreifen kann.

Wie ein flüssiger Elektrolyt zur festen Brandmauer wird

Wird es im Akku durch einen entstehenden Thermal Runaway über 150 Grad Celsius heiß, wird der flüssige Elektrolyt laut der Studie hart. Diese Masse bildet dann eine physische „Feuerschutzwand“ zwischen der Anode und der Kathode. Diese Trennung unterbindet die Kettenreaktion sofort und soll verhindern, dass die gesamte Batterie in Brand gerät.

In einem Experiment mit einer Batterie mit 3,5 Amperestunden unterband das System bei 300 Grad Celsius die Rauchentwicklung, Flammen und eine Explosion komplett. Auch den sogenannten Nageltest, bei dem ein Stahlnagel einen Kurzschluss im Inneren auslöst, überstand der Akku laut den Forschenden ohne Brandentwicklung.

Die Forscher führen dieses hohe Sicherheitsniveau auf die Robustheit der starken Schutzschicht zurück, die extremen Belastungen standhalten soll. Durch die kontrollierte Verfestigung des Elektrolyten riegelt das System die betroffene Zelle bei Gefahr ab. Damit bleibt die chemische Reaktion räumlich begrenzt, was die Sicherheit des gesamten Energiespeichers massiv erhöht.

Ab wann die Technik Brände bei E-Autos verhindern könnte

Die durchgeführten Tests belegen laut CAS, dass die Batterie bei Temperaturen zwischen minus 40 und 60 Grad Celsius zuverlässig funktioniert. Damit eigne sich die neue Batterietechnik für den Einsatz in Elektroautos, wodurch die Fahrzeuge für Nutzer deutlich sicherer werden könnten.

Im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus nutzen diese Zellen das leichter verfügbare Natrium als Ladungsträger. Das Forschungsteam sieht in der Neuentwicklung einen wichtigen Schritt, um die Brandgefahr bei E-Autos technisch auszuschalten.

Trotz der aktuell noch geringeren Energiedichte sorgt die starke SEI-Schicht für ein Sicherheitsniveau, das andere Batterietypen bisher nicht erreichen. Die Forschenden betrachten die kontrollierte Verfestigung des Elektrolyten als entscheidenden Weg, um das Risiko von Fahrzeugbränden künftig zu eliminieren.

Der Elektrolyt soll bei Gefahr einfach hart werden und das System so effektiv vor der Zerstörung schützen. Diese Technologie könnte die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter steigern, indem sie eines der größten Sicherheitsbedenken adressiert.

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China baut Solarkraftwerk auf 4.550 Metern Höhe in Tibet

14. April 2026 um 05:45

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Solarkraftwerk Tibet China Höhe Flüssigsalzspeicher Solarthermie

Auf dem tibetischen Hochplateau entsteht eines der höchstgelegenen Solarkraftwerke der Welt. In 4.550 Metern Höhe kombiniert eine Anlage Photovoltaik mit Solarthermie und einem Flüssigsalzspeicher, der Strom auch nach Sonnenuntergang liefert. 

In der autonomen Region Xizang im Südwesten Chinas hat die China General Nuclear Power Group mit dem Bau eines solarthermischen Kraftwerks in 4.550 Metern Höhe begonnen. Die Anlage ergänzt eine Photovoltaik-Sektion, die mit einer Leistung von 400 Megawatt groß dimensioniert ist. Für den solarthermischen Teil mit einer Kapazität von 50 Megawatt kommen Parabolrinnen auf einer Fläche von 242.000 Quadratmetern zum Einsatz.

Ein zentrales Element der Anlage ist das integrierte Speichersystem auf Basis von Flüssigsalz. Es soll Energie für bis zu sechs Stunden speichern, wodurch das Kraftwerk auch nach Sonnenuntergang Strom liefern kann. Innerhalb des Systems fungiert Thermoöl als Wärmeträgermedium, das die eingefangene Sonnenenergie von den Kollektoren zum Speicher transportiert.

Flüssigsalzspeicher soll die tibetische Hauptstadt nachts mit Strom versorgen

Das Projekt kombiniert Solarthermie und Photovoltaik, um eine stabilere Einspeisung in das Stromnetz zu erreichen. Laut den Entwicklern soll die solarthermische Anlage gezielt überschüssigen Strom aus der Photovoltaik aufnehmen, der sonst zu Spitzenzeiten ungenutzt bliebe. Auf diese Weise soll die Anlage die natürlichen Schwankungen bei der Erzeugung von herkömmlichem Solarstrom kompensieren.

Ein Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit dieser Hybridlösung für die lokale Versorgung. Nachts sinken die Temperaturen auf dem Hochplateau stark, wodurch der Bedarf an Wärmeenergie massiv ansteigt. Da die Photovoltaik in der Dunkelheit keinen Strom produziert, übernimmt der Flüssigsalzspeicher die Versorgung. Die Techniker stellen so eine kontinuierliche Energieabgabe für die regionale Hauptstadt Lhasa sicher.

Baustelle mit Sauerstoffversorgung und Überdruckkammer

Der Baustandort im Kreis Damxung liegt in einer Zone mit einem extrem geringen Sauerstoffgehalt. Die Arbeiten können dort wetterbedingt nur in einem begrenzten Zeitraum des Jahres stattfinden. Zur Unterstützung der Arbeitskräfte installierte das Unternehmen Heizsysteme, eine Sauerstoffversorgung und eine Überdruckkammer.

Diese spezielle medizinische Ausrüstung ist für die Sicherheit der Arbeiter unter den Bedingungen der dünnen Luft zwingend erforderlich. Sie dient dazu, mögliche gesundheitliche Folgen der extremen Höhenlage für das Personal direkt vor Ort zu behandeln. Trotz dieser erschwerten Bedingungen schafft das Vorhaben über 2.000 Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung.

Laut Angaben des Unternehmens sollen durch Löhne und den Einsatz von regionalem Gerät bereits mehr als 5,2 Millionen Yuan in die lokale Wirtschaft geflossen sein. Dies entspricht einer Summe von etwa 753.600 US-Dollar. Das Projekt dient somit auch als wirtschaftlicher Faktor in einem klimatisch schwierigen Umfeld.

Was die Anlage ab 2027 leisten soll

Das Kraftwerk soll nach der für 2027 geplanten Inbetriebnahme jährlich rund 719 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Betreiber rechnen damit, dass dies etwa 220.000 Tonnen Standardkohle pro Jahr einspart. Zudem soll die Anlage den Ausstoß von Kohlendioxid um jährlich 652.300 Tonnen reduzieren.

Das Projekt ist Bestandteil des offiziellen Regierungsarbeitsberichts der Region Xizang. Dieser sieht vor, die installierte Leistung von 13 Millionen Kilowatt im Jahr 2025 auf 20 Millionen Kilowatt im Jahr 2026 zu erhöhen. Die Regionalregierung plant dafür den Aufbau großer integrierter Energiebasen, die Wind-, Solar- und Wasserkraft an verschiedenen Standorten bündeln.

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400 Jahre alte Musketen-Munition liefert Rohstoff für Solarzellen

12. April 2026 um 18:00

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Bleimunition Solarzellen Musketenkugeln

Bleimunition aus dem 17. Jahrhundert als Rohstoff für moderne Solarzellen? Was absurd klingt, haben Forscher im Labor umgesetzt. Ein elektrochemisches Verfahren verwandelt stark verunreinigtes Blei in hochreines Material für Perowskit-Solarzellen, die denselben Wirkungsgrad erreichen wie neue Zellen.

Was im 17. Jahrhundert als tödliches Projektil diente, könnte künftig Energieprobleme lösen. Denn: Historische Bleimunition ist stark mit Kohlenstoffrückständen, Metalleinschlüssen und einer ausgeprägten Patina belastet. Forscher nutzen diese verunreinigten Rückstände als extremen Belastungstest, um ihre Methode zur Gewinnung von hochreinem PbI2 für die Fotovoltaik zu validieren. Der Ansatz zielt darauf ab, gefährliche Bleiabfälle in einen geschlossenen Kreislauf zu überführen und gleichzeitig den Bedarf an umweltbelastendem Primärbergbau zu senken.

Bleimunition für Solarzellen: So funktioniert die Elektrolyse

Die Transformation beginnt mit der direkten anodischen Oxidation des metallischen Bleis in einem Elektrolyten. Während der Elektrolyse entstehen gelbe PbI2-Ablagerungen vorwiegend an der Kathode, was das spätere Einsammeln des Materials erheblich erleichtert.

Im Vergleich zu klassischen wasserbasierten Verfahren spart der Prozess pro Kilogramm PbI2 etwa 50 bis 70 Liter Wasser ein. Die Nachhaltigkeit des Laborschritts demonstrierte die Forscher durch einen geringen Energiebedarf für das Rühren von lediglich 0,01 bis 0,1 kWh pro Durchlauf.

Wie wird aus Bleimunition ein Kristall für Solarzellen?

Um das Blei von den Elektroden zu lösen, überführten die Wissenschaftler es chemisch in eine Lösung. Im Resultat entstand unreines Perowskit-Pulver. Dieses Pulver bildete die Basis für die anschließende Reinigung mittels inverser Temperaturkristallisation (ITC).

Dabei löste sich das PbI2 in einem Lösungsmittel und wird anschließend mit einem weiteren Gemisch vermengt. Erst durch diese chemische Kombination können unter kontrollierter Erwärmung die für Solarzellen benötigten FAPbI3-Einkristalle entstehen.

Die Zugabe von Ameisensäure stabilisiert die gewünschte Kristallphase und schützt das Material vor Oxidation. Ein wesentlicher Kritikpunkt an der industriellen Skalierbarkeit ist jedoch die Prozessdauer von etwa 70 Stunden pro Charge.

Mit einer laborseitigen Produktivität von lediglich 0,05 g h-1 stellt dieser zeitliche Aufwand aktuell noch einen massiven Flaschenhals dar. Dennoch beweist das Verfahren, dass selbst hochgradig verschmutzte Ausgangsstoffe für Hightech-Anwendungen nutzbar sind.

Solarzellen aus Bleimunition erreichen 21 Prozent Wirkungsgrad

Die aus dem recycelten Blei gefertigten Solarzellen erreichen im Labor einen Wirkungsgrad (PCE) von 21 Prozent. Statistische Auswertungen zeigen, dass diese Leistung absolut identisch mit Geräten ist, die aus kommerziellem Hochreinheitsmaterial (5N-Standard) gefertigt wurden.

Auch Messungen der externen Quanteneffizienz (EQE) bestätigen, dass das recycelte Material keine spektralen Stromverluste verursacht. Dies belegt die hohe Selektivität des Kristallisationsprozesses, der störende Fremdionen wie Kupfer oder Silber effektiv aus dem Gitter verdrängt.

In Zukunft könnte sich diese Strategie laut den Forschern auch auf massenrelevante Abfallströme wie alte Autobatterien oder Dachblei übertragen lassen. Selbst heterogene Quellen aus dem Elektronikschrott sollen nach einer entsprechenden physikalischen Vorbehandlung für die Perowskit-Fotovoltaik nutzbar sein.

Die ökologischen Vorteile eines solchen geschlossenen Kreislaufs hingen jedoch stark von einer effizienten Lösungsmittelrückgewinnung ab. Letztlich würde eine Verkürzung der Kristallisationszeiten die wirtschaftliche Attraktivität dieses Upcycling-Modells maßgeblich bestimmen.

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Karlsruher Forscher verwandeln CO2 in einen Rohstoff – per Zinnschmelze

12. April 2026 um 06:00

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NECOC-Verfahren

Was, wenn CO2 kein Abfallprodukt mehr wäre, sondern ein Industrierohstoff? Genau daran arbeitet das Karlsruher Institut für Technologie mit dem sogenannten NECOC-Verfahren. Eine Schmelze aus flüssigem Zinn zerlegt klimaschädliches Gas in festen Kohlenstoff, der fossilen Koks ersetzen kann.

Seit dem Jahr 2020 forschen Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit dem Projekt NECOC an der Umwandlung von CO2. Ende März 2026 erhielt das Team einen offiziellen Förderbescheid für den Transfer der Technologie in die industrielle Praxis. Das Verfahren wandelt das klimaschädliche Gas wahlweise direkt aus der Atmosphäre oder aus Industrieabgasen in ein hochreines, schwarzes Kohlenstoffpulver um.

In der Versuchsanlage wird das CO2 zunächst mit Wasserstoff zu Methan umgesetzt. Dieses Gas perlt anschließend durch eine Schmelze aus flüssigem Zinn, wobei es durch die intensive Hitze des Metalls zur Pyrolysereaktion kommt. Das Methan zerfällt dabei in Wasserstoff und festen Kohlenstoff, der als stofflicher Rohstoff geerntet wird.

So macht flüssiges Zinn aus CO2 festen Kohlenstoff

Für den Erfolg des Projekts kombinierten die Forscher Expertisen in Wasserstofftechnik, Gasaufbereitung und Hochtemperaturreaktionen im Flüssigmetall. Das Karlsruher Flüssigmetalllabor (KALLA) leitet die technischen Prozesse innerhalb der Metallschmelze. Das neue Verfahren nutzt verschiedene Energiequellen wie Wärme, Elektrizität oder Biogas.

Ein Gusseisenwerk in Singen erprobt das Anlagenkonzept nun erstmals im großtechnischen Maßstab. Dort entstehen wichtige Achs- und Bremskomponenten für die Automobilbranche, wobei der Einsatz von fossilem Koks im Schmelzofen bisher unverzichtbar war. Der durch NECOC gewonnene Kohlenstoff soll künftig den fossil hergestellten Koks ersetzen und so den Kreislauf direkt vor Ort schließen.

1,4 Millionen Euro: Was sich Baden-Württemberg verspricht

Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme von 1,4 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut betonte bei der Übergabe im März 2026 die strategische Bedeutung für den Industriestandort. Die Technik soll dabei helfen, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland langfristig durch klimafreundliche Prozesse zu sichern. Hoffmeister-Kraut:

Das Projekt am KIT schafft die Grundlage für eine klimaneutrale Produktion in Bereichen, in denen aktuell prozessbedingt große Mengen an Kohlenstoffdioxid emittiert werden. (…) Darüber hinaus legt es ein starkes Fundament, damit Verfahren und Anlagen zur Abscheidung und Nutzung von Kohlenstoffdioxid ein Aushängeschild unseres Industrielands werden.

Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT, sieht in NECOC eine Chance, Klimaschutz und ökonomische Stabilität ohne Widerspruch zu verbinden. Als CCU-Verfahren (Carbon Capture and Utilization) ermögliche die Technologie die Abscheidung und stoffliche Nutzung von Kohlenstoff. Damit wird ein bisher schädliches Abgas zum festen Bestandteil einer zirkulären Industrie.

Batterien, Baustoffe, Müllverbrennung: Wo NECOC zum Einsatz kommen könnte

Laut Benjamin Dietrich deuten erste Forschungsarbeiten darauf hin, dass sich das schwarze Pulver als Elektrodenmaterial in Batterien eignen könnte. Ein Einsatz in langlebigen Baustoffen zur gezielten Verbesserung technischer Eigenschaften wäre laut den Forschern ebenfalls eine Option.

Die schrittweise Umwandlung von Emissionen könnte damit neue Wege für die nachhaltige Rohstoffgewinnung und dauerhafte Kohlenstoffbindung eröffnen. Ein weiteres Transferprojekt für den Bereich der Müllverbrennung befindet sich bereits in Planung.

Das NECOC-Verfahren ist somit keine reine Nischenlösung für die Metallindustrie, sondern zielt auf die großflächige Dekarbonisierung verschiedener Wertschöpfungsketten. Das Ziel bleibt die schrittweise Überführung technischer Prozesse in eine funktionierende, emissionsarme Kreislaufwirtschaft.

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