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EEG-Reform: Bund bremst Ausbau erneuerbarer Energie

31. Juli 2026 um 11:00

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EEG Energiewende Solar Windkraft Netzpaket erneuerbare Energien Gesetz

Die Bundesregierung hat bei der Energiepolitik nach Monaten des Zögerns endlich geliefert – zumindest auf dem Papier. Ganz vom Tisch ist die Verunsicherung bei Investoren und Hauseigentümern aber noch nicht. Jedenfalls hat sich schon einmal das Kabinett auf eine Reform des EEG und ein neues Netzpaket geeinigt. Doch ob die Pläne der Energiewende wirklich zuträglich sind oder vor allem deren Tempo drosseln, ist alles andere als ausgemacht. Eine kommentierende Analyse.

EEG-Reform und neues Netzpaket – das steht drin

  • Das Bundeskabinett hat sich nach langen und zähen Verhandlungen auf Reformen in der Energiepolitik geeinigt. Sollten diese vom Bundestag nach der Sommerpause beschlossen werden, kommen vor allem auf Hauseigentümer mit neuen Solaranlagen und Windrad-Betreiber weitreichende Folgen zu. Denn: Zwei entsprechende Gesetzesentwürfe sehen Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und am Netzanschlusspaket vor.
  • Die geplante Reform des EEG sieht vor, dass Hauseigentümer für Solaranlagen ab 2030 keine garantierte Einspeisevergütung mehr erhalten sollen. Ab 2027 soll jedoch eine 36-monatige Übergangsfrist greifen, die mit 5,2 Cent pro Kilowattstunde eine geringere Vergütung als bisher vorsieht. Ziel der Bundesregierung ist es, dass Betreiber von Solaranlagen auf Hausdächern ihren Strom künftig selbst verbrauchen oder vermarkten. Für die Direktvermarktung gibt es allerdings noch keine funktionierenden Systeme. Sobald diese starten, soll es für verkauften Strom einen staatlichen Bonus in Höhe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde geben.
  • Mit dem neuen Netzpaket will die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Netzausbau koppeln, um Netzengpässe zu vermeiden. Bestimmte Gebiete sollen etwa als „kapazitätslimitiert“ ausgewiesen werden können. Bislang sollten Kompensationszahlungen für netzengpassbedingte Abschaltungen dort entfallen. Der neue Entwurf sieht keine komplette Streichung, sondern geringere Zahlungen vor. Die Einspeiseleistung neuer Anlagen soll zudem technisch begrenzt werden. An den Ausbauzielen für Wind- und Solarenergie will der Bund aber festhalten. Jedes Jahr soll überprüft werden, ob der Ausbau noch auf Kurs ist.

Guter EEG-Kompromiss, aber Netzpaket bremst Energiewende

Monatelang hingen die Energiereformen wie ein Gewitter über der Branche der erneuerbaren Energien. Denn: Es braucht Planbarkeit. Nun hat das Kabinett mit reichlich Verspätung geliefert und die Zitterpartie, die sowohl Investoren als auch Hauseigentümer und Unternehmen ausgebremst hat, zumindest ein Stück weit beendet.

Komplette Klarheit herrscht noch nicht. Aber dazu später mehr. Inhaltlich offenbaren die Pläne ein zweischneidiges Schwert. Die Änderungen am EEG erscheinen wie ein vernünftiger Kompromiss. Denn: Die Übergangsfrist verhindert einen harten Förderabbruch, Solaranlagen bleiben wirtschaftlich attraktiv und der Bonus für die Direktvermarktung setzt einen sinnvollen Anreiz.

Gleichzeitig dürfte die Direktvermarktung langfristig aber an Bedeutung verlieren. Wer Strom selbst verbraucht oder im Batteriespeicher zwischenspeichert, spart am Ende nämlich oft mehr als eine Vermarktung einbringen könnte. Weniger überzeugend wirkt hingegen das Netzpaket.

Klar: Der Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien müssen besser zusammenspielen und Hand in Hand gehen. Die sauberste Kilowattstunde bringt nämlich herzlich wenig, wenn sie wegen überlasteter Leitungen nie dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Doch statt die Ursachen anzugehen, verlagert der Entwurf einen Teil des Problems auf Betreiber neuer Anlagen. Sinnvoller wäre es, den Netzausbau konsequent an das Tempo der Energiewende anzupassen und die Netzbetreiber mit ihren Milliarden-Renditen stärker in die Pflicht zu nehmen, anstatt die Erneuerbaren für Versäumnisse der Infrastruktur bezahlen zu lassen.

Stimmen

  • Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, zur geplanten Energie-Reform: „Mit diesem Paket schaffen wir einen Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren: Erstmals seit Einführung der Förderung berücksichtigen wir beim Ausbau systematisch auch, wo neue Anlagen für das Stromnetz sinnvoll sind. Das ist ein großer Schritt hin zu einem effizienteren Energiesystem. Denn ein Ausbau, der sich stärker am Netz orientiert, kann Redispatch-Kosten von heute mehr als drei Milliarden Euro jährlich reduzieren. Gleichzeitig geben wir den Erneuerbaren eine klare Zukunftsperspektive: Wir halten am 80-Prozent-Ziel für 2030 und an den ambitionierten Ausbaupfaden fest, schreiben zusätzlich 12 Gigawatt Windleistung aus und sichern die Biomasse als flexible Ergänzung zu Wind und Sonne ab.“
  • Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), in einem Statement: „Mit der heutigen Einigung im Kabinett ist zwar die monatelange Zitterpartie um EEG und Netzanschlusspaket fürs Erste beendet, der parlamentarische Prozess kann nach der Sommerpause beginnen. Insgesamt bleibt die Kabinettsentscheidung enttäuschend für ein fortschrittliches, resilientes und bezahlbares Energiesystem. Die Ausbauziele werden auf Grundlage dieses Gesetzentwurfs faktisch nicht zu erreichen sein; Deutschland wird auf einem wichtigen Feld seinen Know-How-Vorsprung verlieren; Arbeitsplätze und Investitionen werden gefährdet. Es liegt jetzt in der Hand des Parlaments, deutliche Nachbesserungen an den Beschlüssen vorzunehmen, um diese Entwicklung zu korrigieren.“
  • Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), in einem Statement: „Dass die Bundesregierung im Rahmen des sogenannten Redispatch-Vorbehalts die Grenzwerte für einen Netzengpass abschwächt, ist ein Erfolg des öffentlichen Drucks. Doch an der politischen Schieflage ändert dies wenig: Die Risiken eines verschleppten Netzausbaus werden auf Betreiber von Wind- und Solaranlagen abgewälzt. Das Netzpaket adressiert zwar eines der größten Hemmnisse der Energiewende: Netzanschlüsse sind längst zum Nadelöhr geworden. Doch unverbindliche Statusmeldungen beschleunigen keinen Netzanschluss und regional unterschiedliche Verfahren drohen einen neuen Flickenteppich zu schaffen. Wir fordern bundesweit einheitliche Standards, verbindliche Entscheidungsfristen und Sanktionen bei vermeidbaren Verzögerungen.“

Noch ist nichts beschlossen

Noch ist das letzte Wort bei den geplanten Energiereformen nicht gesprochen. Denn: Nach der Sommerpause beginnt der parlamentarische Feinschliff. Vor allem beim Netzpaket besteht durchaus Spielraum für Nachbesserungen. Ob nur ein paar Kommas in den Gesetzestexten verschoben werden oder nochmal an einigen Stellschrauben gedreht wird, wird sich aber frühestens im September zeigen. Bis dahin ist nämlich erst einmal parlamentarische Sommerpause.

Eine solche Verzögerung wollte das Wirtschaftsministerium eigentlich vermeiden. Denn die Zeit drängt – auch fernab der Inhalte. Es braucht noch eine Zustimmung der EU, da die sogenannte beihilferechtliche Genehmigung der Europäischen Kommission Ende 2026 ausläuft. Ohne sie kann es kein wirksames Gesetz geben. Außerdem müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen.

Will heißen: Es wird knapp! Dabei braucht vor allem die Branche der Erneuerbaren Planbarkeit. Indes: Bleibt das Gesetzespaket weitgehend unverändert, wartet vor allem bei der Direktvermarktung viel Arbeit. Der angekündigte Bonus etwa hilft nur, wenn dafür überhaupt funktionierende und bundesweit einheitliche Vermarktungsmodelle entstehen. Ein Flickenteppich aus regionalen Lösungen wäre das denkbar Schlechteste, was passieren kann.

Immerhin spricht vieles dafür, dass der private Solarmarkt keinen dramatischen Einbruch erleben wird. Denn: Eigenverbrauch und Batteriespeicher machen Solaranlagen ohnehin attraktiv. Eine einkommensabhängige Förderung wäre dennoch nicht fehl am Platz. Größer sind die Risiken derweil beim Ausbau der Windenergie. Wenn Netzengpässe häufiger zulasten der Betreiber gehen und Investitionsrisiken steigen, könnte das Tempo der Energiewende spürbar nachlassen.

Damit könnten nicht nur die Ausbauziele ins Wanken geraten, sondern auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Die Bewährungsprobe beginnt deshalb erst nach dem Gesetzesbeschluss. Oder: Ob Deutschland seine Energiezukunft beschleunigt oder ausbremst, entscheidet sich am Ende nicht auf dem Papier, sondern daran, ob Netze endlich schneller wachsen als die Ausreden für den schleppenden Ausbau.

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Rotierende Masse im Vakuum: Der größte Schwungrad-Energiepeicher der Welt

31. Juli 2026 um 05:45

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Qnetic Schwungrad-Energiespeicher Vakuum China Shanghai

Die Energiewende benötigt neuartige und langlebige Lösungen zur Speicherung von nachhaltig generiertem Strom. Das Technologieunternehmen Qnetic setzt auf mechanische Kraft im Vakuum anstatt auf chemische Reaktionen. Mit einem neuen Schwungrad-Energiespeicher in Shanghai startet die Erprobung einer Alternative zu klassischen Akkus.

Das US-amerikanische Unternehmen Qnetic hat kürzlich eine Pressemitteilung zur Kommerzialisierung mechanischer Energiespeicher veröffentlicht. Um sogenannte Schwungrad-Energiespeicher unter realen Bedingungen zu testen, investiert die Firma über eine Million US-Dollar in ihr Technologiezentrum in Shanghai. Dort entsteht  Unternehmensangaben zufolge die weltweit größte Testanlage für Schwungrad-Energiespeicher.

Ziel des Vorhabens ist die Prüfung von Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit des Systems. Herzstück der Anlage ist der sogenannte Pulsar Alpha Prototyp. Dieser Speicher verspricht eine Speicherkapazität von 200 Kilowattstunden und soll eine elektrische Leistung von 125 Kilowatt bei einer dreiphasigen Wechselspannung von 480 Volt liefern.

Die Technik funktioniert im Prinzip wie ein extrem schwerer Kreisel. In einem Vakuumgehäuse dreht sich ein Rotor mit relativ hoher Geschwindigkeit und speichert kinetische Energie. Benötigt das Netz Strom, treibt die Bewegung des Rotors einen Generator an. Dieser soll die Energie dann in das Stromnetz einspeisen.

Schwungrad-Energiespeicher vs. Lithium-Ionen-Batterien

Im Vergleich zu herkömmlichen elektrochemischen Akkus versprechen Schwungrad-Energiespeicher einige physikalische Vorteile. Da keine chemischen Umwandlungen stattfinden, kann ein solches System etwa über Jahrzehnte hinweg mit nur minimalem Kapazitätsverlust arbeiten.

Zudem sollen weder Brandrisiken noch eine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen bestehen. Die Systeme sind laut Qnetic für einen jahrzehntelangen Betrieb ausgelegt und würden unbegrenzte Ladezyklen ohne nennenswerte Verschleißerscheinungen überstehen.

Vor allem Rechenzentren, Mikronetze und Industrieanlagen könnten von der schnellen Reaktionszeit und der stabilen Stromverfügbarkeit profitieren. Außerdem sollen sich die Anlagen für die zeitliche Verschiebung erneuerbarer Energien sowie zur allgemeinen Netzstabilisierung eignen.

Herausforderungen und Risiken bei der Skalierung

Trotz der vielversprechenden Aussichten stehen die Entwickler vor technischen und finanziellen Herausforderungen. Denn aufgrund der gewaltigen kinetischen Energie, die in einem rotierenden System mit 200 Kilowattstunden steckt, sind extrem hohe Anforderungen an die Sicherheits- und Schutzhüllen nötig.

Ein spezialisiertes Partnerunternehmen wies zudem darauf hin, dass die Eindämmung im Falle eines Schadens einen hohen Aufwand erfordert. Außerdem befindet sich das System noch in der Validierungsphase. Heißt: Finale Testergebnisse unter Praxisbedingungen stehen bislang noch aus.

Bei der Finanzierung beschreitet das Unternehmen einen Weg, der gewisse Risiken birgt. Das Management nutzt eine Crowdfunding-Kampagne über die Plattform DealMaker, um Kleinanleger einzubinden. Qnetic-Chef Michael Pratt betonte die Tragweite der aktuellen Entwicklungen:

Der Bau der weltweit größten Schwungrad-Testzelle und die gleichzeitige Validierung unseres ersten Pulsar-Systems zeigen sowohl die Reife unserer Technologie als auch unser Vertrauen in ihr kommerzielles Potenzial. Wir schaffen die Infrastruktur, die erforderlich ist, um die Leistung im großen Maßstab unter Beweis zu stellen und die Einführung bei unseren Kunden zu beschleunigen.

Ob die Technologie den weltweiten Batteriemarkt nachhaltig revolutionieren kann, werden die kommenden Testreihen in Shanghai zeigen.

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Dieses tragbare Ladegerät macht dein E-Auto unterwegs zur Batterie

29. Juli 2026 um 19:52

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E-Autos DC-Ladegerät Elektromobilität Strom Batterie Akku Energie

Bidirektionales Laden könnte Elektroautos künftig zu mobilen Stromspeichern umfunktionieren. Denn mit der entsprechenden Technologie könnten sie Energie nicht nur aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder ins Haus oder Stromnetz abgeben. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik hat nun ein kompaktes DC-Ladegerät vorgestellt, das bidirektionales Laden für 800-V-Elektrofahrzeuge ermöglichen soll.

In Deutschland sind derzeit mehr als zwei Millionen Elektroautos zugelassen, im Jahr 2030 könnte die Zahl Prognosen zufolge erstmals die Marke von zehn Millionen überschreiten. Mit dem wachsenden Bestand steigen jedoch gleichzeitig auch die Anforderungen an Ladeinfrastruktur sowie Stromnetze, aber auch eine möglichst effiziente Nutzung der Batterien.

Eine wichtige Rolle könnte dabei das bidirektionale Laden spielen. Dabei nehmen Elektroautos nicht nur Energie auf, sondern können diese später bei Bedarf auch wieder an Gebäude oder das Stromnetz abgeben.

An einer technischen Lösung dafür arbeitet das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF. Die Forscher haben eine kompakte Leistungselektronik entwickelt, die bidirektionales einphasiges DC-Laden effizienter und für einen breiteren Einsatz nutzbar machen soll.

DC-Ladegerät könnte E-Autos zum Stromspeicher machen

Das Fraunhofer IAF hat zusammen mit dem Projektpartner Ambibox einen Demonstrator für ein bidirektionales 800-Volt-Ladegerät entwickelt. Das Gerät wurde auf der PCIM Expo & Conference 2026 in Nürnberg vorgestellt und soll das Laden von E-Autos effizienter, leistungsfähiger und günstiger machen.

Die Technologie ist im Rahmen des Projekts GaN4EmoBiL – kurz für „GaN-Leistungshalbleiter für Elektromobilität und Systemintegration durch bidirektionales Laden“ – entstanden. Das leistungselektronische Modul basiert auf Galliumnitrid und bildet ein bidirektionales Gleichstrom-Ladesystem.

Der vorgestellte Demonstrator kann mit Batteriespannungen von 150 V bis zu maximal 920 V arbeiten und liefert bis zu 3 kW Leistung. Damit werde eine „Lücke im Spannungsfeld zwischen Kosten, Flexibilität, Effizienz und Kompaktheit für bidirektionales Laden“ geschlossen, erklärt Jun.-Prof. Dr. Stefan Mönch, Koordinator des Projekts GaN4EmoBiL.

Alternative zu herkömmlichen On-Board-Chargern

Sogenannte On-Board-Charger sind aktuell in Elektroautos fest verbaut. Sie wandeln den Wechselstrom aus der Steckdose oder einer öffentlichen Ladestation in den Gleichstrom um, den die Batterie speichern kann.

Die Geräte ermöglichen zwar Ladeleistungen von elf oder 22 Kilowatt für schnelle Ladevorgänge, benötigen allerdings durch ihre Größe und ihr Gewicht viel Platz im Fahrzeug. Durch ihre technische Komplexität verursachen sie zusätzlich hohe Kosten.

Die Forscher des Fraunhofer IAF sehen in ihrem Off-Board-Charger eine deutlich günstigere und flexiblere Alternative. Trotz geringerer Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu On-Board-Systemen biete er zahlreiche Vorteile.

Das mobile Gerät ist wesentlich kompakter und leichter und kann zusätzlich durch seinen CCS-Stecker (Combined Charging System) und Schutzkontaktstecker (Schuko) vielseitig genutzt werden. Mit einem Gesamtvolumen von 8,3 Litern und einem Gesamtgewicht von 5,7 Kilogramm ist er vergleichsweise klein und leicht.

Zusätzlich kann der Demonstrator für bidirektionales Laden genutzt werden. Somit könne das E-Auto nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Energiespeicher fungieren. So nimmt das Fahrzeug bei einem Stromüberschuss im Netz Energie auf und gibt sie bei hoher Nachfrage wieder ab.

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Buzz: Auf dieser Plattform arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen

29. Juli 2026 um 05:45

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Was ist Buzz Jack Dorsey App Plattform Slack KI-Agenten Künstliche Intelligenz

Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block, hat eine neue Plattform vorgestellt: Buzz. Der kostenlose Dienst soll Slack und GitHub Konkurrenz machen, indem Menschen mit KI-Agenten auf Buzz zusammenarbeiten. 

Jack Dorsey hat eine neue, kostenlose Kollaborationsplattform namens Buzz vorgestellt. Der Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block kündigte den Start mit einem Post auf X an.

Dort beschreibt er den Dienst als „neue Gruppenchat-Plattform für Teams und Agenten jeder Größe, die entwickelt wurde, um unsere Abhängigkeit von Slack und GitHub zu verringern.“ Das Tool sei modellunabhängig, dezentralisiert, selbstbestimmt und Open Source.

Was ist Buzz?

Buzz ist ein kostenloser, quelloffener Arbeitsbereich, in dem Menschen und KI-Agenten gemeinsam in denselben Kanälen kommunizieren, Code-Repositories teilen und Projekte verwalten können.

Der offiziellen Pressemitteilung zufolge basiert der neue Dienst auf dem Nostr-Protokoll. Ähnlich wie Slack bietet Buzz Kanäle, Threads, Direktnachrichten, Sprachfunktionen, Medienfreigabe und automatisierte Workflows. In der Ankündigung heißt es:

In den letzten zwei Jahren haben wir bei Block eine Reihe von KI-Tools entwickelt und als Open Source veröffentlicht. Dabei haben wir erkannt, dass die produktivste Arbeit nicht dann entsteht, wenn jemand die KI um Hilfe bittet. Sie entsteht vielmehr dann, wenn Menschen und KI-Agenten im selben Raum sind, an derselben Aufgabe arbeiten und denselben Kontext teilen.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Chatbot in einem Slack-Kanal: KI-Agenten in Buzz reagieren nicht nur auf Befehle, sondern besitzen eigene kryptografische Identitäten, festgelegte Berechtigungen und können eigenständig posten.

Außerdem können sie Code überprüfen, freigegebene Automatisierungen ausführen und sich an Unterhaltungen beteiligen. Alle Prozesse erfolgen in Zusammenarbeit mit menschlichen Kollegen im selben Arbeitsbereich.

„Jedes Unternehmen wird einen Ort brauchen, an dem Menschen und Agenten zusammenarbeiten“, erklärt Bradley Axen, Head of AI Capabilities bei Block. „Die Frage ist nur, ob dieser Ort proprietär oder offen ist. Wir haben Buzz gebaut, weil wir glauben, dass er offen sein sollte.“

Diese Modelle und Tools lassen sich integrieren

Buzz ist modell- und agentenunabhängig konzipiert. Teams können Agenten einsetzen, die auf beliebigen Sprachmodellen laufen, etwa mit Claude Code, Codex oder goose. Außerdem können sie eigene Agenten mitbringen oder komplett neue innerhalb der Plattform bauen.

Zusätzlich lässt sich der neue Dienst an bereits vorhandene Unternehmenstools anbinden, etwa Datenbanken, CRM-Systeme, Codebasen oder Dateisysteme. Agenten im Arbeitsbereich können darauf zugreifen, abhängig von den Berechtigungen, die das jeweilige Team konfiguriert.

Derzeit ist Buzz als Desktop-App für macOS, Windows und Linux nutzbar. Das Tool wird unter einer Apache-2.0-Lizenz bereitgestellt und ist über GitHub verfügbar.

Außerdem kann jeder eine eigene Instanz auf seiner eigenen Infrastruktur betreiben oder sich über die Website anmelden und eine Community mit dem von Block bereitgestellten Hosting erstellen.

Diese Vorteile hat Buzz

Der praktische Nutzen von Buzz liegt vor allem in der Bündelung: Statt Chat, Ticketsystem, Code-Hosting und einzelne KI-Assistenten als separate Tools zu pflegen, laufen diese Bereiche im neuen Tool in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zusammen.

Teams können so aus einem laufenden Gespräch heraus direkt in Planung, Programmierung und Projektsteuerung wechseln, ohne die Anwendung zu verlassen.

Der offene Quellcode kommt außerdem Entwicklerteams zugute: Wer eigene Anforderungen hat, kann die Plattform an bestehende Arbeitsabläufe anpassen oder fehlende Funktionen selbst ergänzen, statt auf ein Update des Anbieters zu warten.

Besonders für jüngere Unternehmen und Teams, die ihre Prozesse zunehmend um KI-Agenten herum aufbauen, kann das ein Argument sein.

Entwicklungsstatus und ähnliche Projekte

Ganz fertig ist die Plattform noch nicht: Auf der eigenen Website bezeichnet Buzz sich selbst ausdrücklich als im „frühen Stadium“ und lädt explizit zum Testen ein. Auch die Git-Integration befindet sich noch in einer frühen Phase.

Dorsey ist mit seiner Geschäftsidee nicht allein. Laut TechCrunch hat der Paradigm-Partner und CTO Georgios Konstantopoulos kürzlich ein ähnliches Open-Source-Produkt namens Centaur vorgestellt, das er als „virtuellen Mitarbeiter“ beschreibt und das sich entweder direkt in Slack oder über eine eigene API einsetzen lässt.

Auch Slack selbst positioniert sich zunehmend als agentisches Betriebssystem, über das KI-Agenten zusammenarbeiten und sich koordinieren können.

In einer Diskussion auf Hacker News äußerte ein Nutzer, der sich als Slack-Mitarbeiter zu erkennen gab, Bedenken zum Thema Datenschutz: Wenn mehrere Menschen und Agenten denselben Kanal teilen, brauche es aufwendige Regelwerke, um zu verhindern, dass Agenten Informationen an Personen weitergeben, für die sie nicht bestimmt sind. Bei Agenten, die nur im Auftrag einer einzelnen Person handeln, sei dieses Problem deutlich einfacher zu lösen.

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Klimakiller WM: Wie sich die Emissionen von Mega-Events halbieren lassen

28. Juli 2026 um 17:00

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Emissionen von Mega-Events

Großveranstaltungen locken Millionen Fans an, belasten das Klima jedoch massiv – vor allem durch weite Anreisen. Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie sich die Emissionen von Mega-Events künftig deutlich reduzieren lassen könnten. Dabei stehen nicht unbedingt die Veranstaltungsorte, sondern Transportmittel im Vordergrund. 

Eine wissenschaftliche Untersuchung von Forschern der University of Cambridge liefert neue Erkenntnisse zur Klimabilanz internationaler Großveranstaltungen. Die im Fachjournal Communications Sustainability veröffentlichte Analyse belegt, dass Austragungsorte nur einen Bruchteil der Umweltbelastung von Mega-Events ausmachen.

Bei der jüngsten FIFA Fußballweltmeisterschaft führte etwa die Erweiterung des Turniers auf 48 Teams zu einem Anstieg von über einer halben Million Tonnen und einem Gesamtausstoß von rund 4,23 Millionen Tonnen CO₂. Das entspricht den jährlichen Treibhausgasemissionen von ganz Island.

Die größte Wirkung für den Umweltschutz liegt in der Anreise des Publikums. Ganze 82 Prozent der Gesamtemissionen der Fußball-Weltmeisterschaft fielen etwa auf Anreise der Fans zurück, wobei allein Flugreisen mit rund drei Millionen Tonnen zu Buche schlagen.

Die verursachten Klimaschäden der Weltmeisterschaft beziffern die Wissenschaftler auf etwa 787 Millionen US-Dollar. Würde jeder einzelne Fan dafür bezahlen, dann würde sich eine Eintrittskarte pro Spiel um durchschnittlich 114 US-Dollar verteuern. Alternativ könnte eine globale Rundfunkgebühr von 4,50 US-Dollar pro Fernsehzuschauer die Gesamtkosten der Umweltschäden vollständig ausgleichen.

Verhaltensänderungen können Emissionen von Mega-Events reduzieren

Dass Veränderungen beim Reiseverhalten möglich sind, demonstrierte die Band Coldplay mit ihrer Europatournee im Jahr 2024. Bei 32 Konzerten in zehn Städten mit 1,9 Millionen verkauften Tickets reduzierten die Fans ihre reisebedingten Emissionen durch freiwillige Verhaltensänderungen um 48 Prozent.

Fast der gesamte Einspareffekt der Tournee (etwa 98 Prozent) ging auf diese Änderungen zurück. Insgesamt sanken die Gesamtemissionen im Vergleich zu einer gewöhnlichen Tournee um fast die Hälfte (46 Prozent). Eine Weitergabe der Umweltkosten hätte dort den Ticketpreis lediglich um elf US-Dollar erhöht. Professor Shaun Larcom von der University of Cambridge dazu:

Wirksame Klimastrategien für Großveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft gehen weit über die Reduzierung der betrieblichen Emissionen an den Veranstaltungsorten hinaus, da diese nur einen Bruchteil des gesamten CO₂-Fußabdrucks ausmachen. (…) Wir erleben mittlerweile regelmäßig Rekordtemperaturen als Folge des Klimawandels, was die Frage aufwirft, ob und wie solche Großveranstaltungen in Zukunft überhaupt noch durchgeführt werden können. Wenn äußerst beliebte Blockbuster-Veranstaltungen keine Verantwortung für ihre Emissionen übernehmen können, gibt es wenig Hoffnung für andere Bereiche.

Die Analyse schlägt einen zweistufigen Ökonomie-Bauplan vor. Erstens müsse der gesellschaftliche Nutzen die finanziellen Umweltkosten übersteigen, da andernfalls die Verkleinerung oder Absage eines Events droht. Zweitens sollen Veranstalter die Verantwortung für die Stadien tragen, während indirekte Transportemissionen gemeinsam getragen werden müssen.

Konkrete Lösungsansätze für die Zukunft

Um die Treibhausgase effektiv zu reduzieren, seien gezielte Anreize notwendig. So könnten Fans, die mit der Bahn oder in Fahrgemeinschaften anreisen, vergünstigte Eintrittskarten oder Fanartikel erhalten. Spezielle Apps könnten gleichzeitig CO₂-arme Anreiseoptionen transparent für die Besucherinnen und Besucher vergleichen.

Zudem spielt die Standortplanung eine entscheidende Rolle. Wenn zum Beispiel rund 40 Prozent der internationalen Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus Europa stammen, minimieren regionale Veranstaltungsorte unnötige Langstreckenflüge von Beginn an.

Auch bei der Preisgestaltung empfiehlt das Forscherteam soziale Verhältnismäßigkeit. CO₂-Aufschläge sollten primär in teurere Ticketkategorien eingepreist werden, um Käufer günstigerer Karten nicht übermäßig zu belasten.

Einnahmen aus solchen Abgaben ließen sich dann zweckgebunden in die Forschung für eine saubere Luftfahrt oder Technologien zur CO₂-Entnahme investieren. Ohne solche Gegenmaßnahmen könnten steigende Rekordtemperaturen die Durchführbarkeit von Großereignissen künftig massiv einschränken.

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Alte Öllöcher als Akku: Bohrloch-Batterie soll Energie speichern

26. Juli 2026 um 05:45

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Bohrloch-Batterie

Stromspitzen bei den erneuerbaren Energien stellen die Stromnetze vor Herausforderungen. Ein neuer Ansatz nutzt nun stillgelegte Öl- und Gasbohrlöcher als thermische Großspeicher für überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen. Das Verfahren soll ungenutzte Infrastrukturen in regulierbare grüne Leistung für Zeiten hoher Nachfrage umwandeln. 

Eine Analyse von Phil Cruver, Chef des US-Unternehmens Geo2Watts, beleuchte das Potenzial sogenannter Bohrloch-Batterien vor dem Hintergrund des Lazard LCOE+ Reports 2026. Inzwischen speisen große Photovoltaikanlagen preiswerten Strom im Preisbereich zwischen 40 und 61 US-Dollar pro Megawattstunde ins Netz ein. Allerdings geht an sonnenreichen Tagen mit geringer Netzkapazität oft wertvolle Energie verloren, weil Anlagen abgeregelt werden müssen.

Hier setzt das Prinzip der Bohrloch-Batterie an. Das System funktioniert im Grunde wie eine gigantische unterirdische Thermoskanne für elektrische Energie. Wenn ein Überangebot an Solarstrom herrscht, treibt der überschüssige Strom eine Hochtemperatur-Wärmepumpe an. Dabei leitet ein Kompressor die Energie in Wärme um. Ein geschlossenes Wassersystem leitet die erzeugte Hitze dann in tiefe, nicht mehr genutzte Bohrlöcher der Erdöl- und Erdgasindustrie ab. Die Speichertemperatur in den umgenutzten Bohrlöchern ist dabei auf etwa 200 Grad Celsius begrenzt.

So funktioniert die Rückverstromung in der Bohrloch-Batterie

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Herkunft der Energie. Das System nutzt keine natürliche Erdwärme aus dem tiefen Boden, sondern verwendet nach eigenen Angaben die Bohrlöcher ausschließlich als künstliche thermische Speicherbehälter. Steigt die Stromnachfrage im Netz oder sinkt die Sonneneinstrahlung am Abend, treibt die gespeicherte Wärme einen Generator an.

Dieser erzeugt direkt verfügbaren, sauberen Strom. Der Prozess wandelt somit die Hitze wieder in synchronen Wechselstrom um, der im Anschluss von Betreibern in das Stromnetz eingespeist werden kann. Diese Umwandlung soll die Rolle der Solarenergie grundsätzlich verändern. Aus fluktuierendem Überschussstrom wird eine garantierte und planbare Leistung für das Stromnetz.

Der ökonomische Wert von Solarstrom misst sich dadurch nicht mehr allein an niedrigen Produktionskosten, sondern am Zeitpunkt und der Flexibilität der Bereitstellung. Ein von Geo2Watts entwickeltes Konzept namens GridValue spiegelt diesen wirtschaftlichen Nutzen wider.

Chancen und wirtschaftliche Hürden für den neuen Energiespeicher

Ein entscheidender Vorteil des Konzepts liegt in der Wiederverwendung bestehender Infrastruktur. Die Nachnutzung inaktiver Öl- und Gasbohrungen ermöglicht die Nutzung bestehender elektrischer Infrastruktur. Zudem greifen Entwickler auf weitgehend erprobte Standardkomponenten wie Wechselstrom-Motoren, Kompressoren und Wärmetauscher zurück.

Dennoch stehen der Technologie noch Hürden bevor. Der Lazard-Bericht zeigt bisher keinen definitiven Nachweis, dass eine solche thermische Speicherlösung kostengünstiger arbeitet als konventionelle elektrochemische Batteriespeichersysteme.

Allerdings besteht für alternative Energiespeicher in diesen Jahren einiges an Potenzial, da die Kosten für Batteriespeicher nach vorherigen Rückgängen wieder angestiegen sind. Ob sich die Bohrloch-Batterie auf dem Markt durchsetzt, hängt letztlich stark von den lokalen Gegebenheiten, der Speicherdauer und netzbedingten Regulierungen ab.

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Diese Elektroautos haben die langlebigsten Batterien

24. Juli 2026 um 20:59

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E-Autos Ladestation

Die Qualität von E-Autos steht und fällt mit dem Akku. Die Batterie ist das Herzstück jedes Elektroautos, und die Sorge vor dem Verschleiß hält viele Menschen vom Kauf ab. Deshalb klären wir in diesem Artikel, welche Modelle auch nach vielen gefahrenen Kilometern noch Leistung bringen.

Beim Kauf eines Benziners spielt sie meistens keine große Rolle, doch bei E-Autos ist sie oft der entscheidende Faktor: die Reichweite. Diese wird von der jeweiligen Batterie bestimmt, die meist das teuerste Bauteil ist. Deshalb ist die Sorge bei Käufern oft groß, dass der Akku schnell an Leistung einbüßt und man sein Fahrzeug so immer öfter laden muss. Die gute Nachricht ist, dass die Realität deutlich erfreulicher ist als es die Berichterstattungen teils vermuten lassen.

So hoch ist der Leistungsverlust bei E-Autos

Die Daten für unser Ranking stammen vom schwedischen Gebrauchtwagenhändler Carla, der zwischen 2022 und 2026 knapp 10.000 Batterietests durchgeführt hat. Ermittelt wurde der sogenannte State of Health (SoH). Dieser verrät, wie viel Kapazität ein Akku im Vergleich zum Neuzustand noch besitzt.

Im Schnitt blieben laut der Studie nach 100.000 Kilometern noch 92,4 Prozent der Leistung erhalten. Damit beträgt der durchschnittliche Verlust gerade einmal 7,6 Prozent. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Nach den 100.000 Kilometern verlangsamt sich der Kapazitätsverlust, da dieser vor allem zu Beginn auftritt.

Wie lange die Batterie ihre Leistung hält, hängt auch von den jeweiligen Nutzern ab. Vor allem häufiges Schnellladen führt zu einem höheren Verschleiß. Und natürlich wirken sich auch die Temperaturen auf die Reichweite von E-Autos aus. In der folgenden Top Ten präsentieren wir die Modelle, die ihre Kapazität am längsten halten können.

Platz 10: Audi e-tron 55

Als Erstes fährt ein deutscher Wagen ein, der Audi e-tron 55. Seine große 95-kWh-Batterie kommt nach mehr als 100.000 Kilometern noch auf einen durchschnittlichen SoH von 92,9 Prozent. Damit liegt das SUV leicht über dem Gesamtdurchschnitt aller getesteten Fahrzeuge.

Audi E-Tron im Schnee
Bild: Audi

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Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen?

24. Juli 2026 um 05:45

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Was ist Megawattladen Wie funktioniert Megawattladen Elektroauto E-Lkw

In wenigen Minuten Strom für Hunderte Kilometer Reichweite oder einen Lkw während der Pause voll laden: Das soll das sogenannte Megawattladen möglich machen. 2025 eröffneten die ersten Stationen in Europa. Wir verraten dir, wie die Technologie funktioniert. 

Elektrofahrzeuge schneller laden zu können, bringt für Pkw mehr Reisekomfort und mehr Wirtschaftlichkeit für Lkw im Fernverkehr. Um das möglich zu machen, gibt es seit Februar 2025 entsprechende Ladestationen und seit Anfang 2026 sogar einen neuen technischen Ladestandard: das Megawattladen.

Wie funktioniert Megawattladen?

Als Megawattladen gilt eine Ladeleistung ab 1.000 Kilowatt. Das sogenannte Megawatt Charging System (MCS) ist eine Hochleistungs-Ladelösung mit der Fähigkeit, höhere Ladegeschwindigkeiten als herkömmliche Combined Charging Systems (CCS) zu liefern.

CCS-Lösungen liefern typischerweise zwischen 50 und 400 Kilowatt Gleichstromleistung. Vor allem für batterieelektrische Nutzfahrzeuge wie Lkw und Busse reicht das aber oft nicht aus. Doch MCS-Lösungen haben das Potenzial, mehr als ein Megawatt zu erreichen. MAN-Schwesterunternehmen Scania beschreibt die Vorteile der Technologie:

Das Laden kann während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen erfolgen, wodurch die Betriebszeit maximiert wird. Das schnellere Laden eröffnet außerdem neue Ausstattungsmöglichkeiten: Dank kürzerer Stopps können Betreiber kleinere Akkupakete wählen, wodurch sich die Nutzlast erhöht und die Gesamtproduktivität verbessert wird.

So schnell wie ein Toilettengang

Um die Technologie greifbarer zu machen, setzte ntv Megawattladen ins Verhältnis: Ein Lader mit einem Megawatt könnte theoretisch in 60 Minuten 1.000 Kilowattstunden übertragen oder in sechs Minuten 100 Kilowattstunden. Damit wären sogar die größten E-Autoakkus in der Zeit voll, die ein Mensch für einen Toilettengang oder eine Kaffeepause braucht.

Doch nicht nur die Schnelligkeit des Ladens ist enorm, sondern auch die elektrische Leistung. Bei einem Megawatt fließt zeitweise etwa so viel Strom durch ein einziges Kabel, wie Hunderte Haushalte zusammen benötigen. Weil der höhere Strom sicher gehandhabt werden muss, braucht MCS einen eigenen Stecker.

Welche Hersteller bieten Megawattladen schon an?

Bei Lkw ist die Auswahl größer, als der junge Standard vermuten lässt. MAN bietet die vollelektrischen Modelle eTGX und eTGS bereits mit MCS-Option zur Bestellung an, Serienstart ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bei einem Wintertest in Schweden lud ein eTGX mit rund 750 Kilowatt von 10 auf 90 Prozent in etwa 30 Minuten.

Auch Mercedes-Benz Trucks testet: Zwei MCS-fähige eActros 600 absolvierten Anfang 2026 eine rund 2.400 Kilometer lange Route quer durch Europa, um Ladeleistung und Kompatibilität mit unterschiedlichen Ladesäulen zu prüfen.

Scania, Schwesterunternehmen von MAN im Traton-Konzern, startet ebenfalls bei 750 Kilowatt, theoretisch sind mit dem MCS-Stecker aber bis zu 3,75 Megawatt möglich.

Megawattladen für Pkw: BYD startet in Deutschland

Bei Pkw galt Megawattladen lange als Zukunftsmusik, doch das ändert sich gerade. Der chinesische Hersteller BYD hat im Juni 2026 seine erste Flash-Charging-Station in Deutschland installiert. Sie befindet sich im Allgäu in der Nähe der Iselerbahn.

Die Säule ist laut BYD für bis zu 1.500 Kilowatt ausgelegt, also 1,5 Megawatt. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf den Ladeanschluss für den chinesischen Markt. Welche Leistung in Europa tatsächlich ankommt, lassen die bisherigen Angaben offen. Zum Vergleich: Teslas aktuelle V4-Supercharger erreichen maximal rund 500 Kilowatt.

In Kombination mit BYDs Blade Battery 2.0 sollen kompatible Fahrzeuge unter Idealbedingungen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden, in rund neun Minuten von 10 auf 97 Prozent.

MCS bisher noch Nische im Pkw-Bereich

Dennoch gibt es einen Haken: Bislang kann in Europa nur der Denza Z9GT die Technik nutzen, ein Modell der BYD-Premium-Marke. Mit seiner 122-Kilowattstunden-Batterie kommt er auf bis zu 800 Kilometer Reichweite.

Selbst moderne 800-Volt-Fahrzeuge wie der Porsche Taycan oder der Mercedes CLA Electric liegen deutlich unter den angepeilten Ladeleistungen. Weitere BYD-Modelle mit der neuen Batterie sollen laut dem Hersteller erst in etwa 18 bis 24 Monaten verfügbar sein.

Für die breite Masse bleibt deshalb vorerst die 800-Volt-Technik der Standard, die inzwischen über 20 Modelle nutzen, von günstigeren Wagen bis zu Porsche und Mercedes. Sie ermöglicht bis zu 400 Kilowatt, deutlich unter der Megawattgrenze.

Wie steht es um die Infrastruktur in Europa?

Einer Pressemitteilung von E.ON zufolge entsteht entlang der wichtigsten Verkehrsrouten in Europa ein Netz von Megawatt-Ladern. So seien bis zum Herbst 2028 in der Europäischen Union etwa 330 MCS-Ladepunkte an 55 Standorten in Deutschland, Österreich, Dänemark, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Polen und Ungarn geplant.

Jeder Standort ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich, die Ladeleistung liegt bei einem Megawatt. Gebaut wird das Ladenetz von einem Konsortium, dem E.ON, Voltix und GreenWay angehören. Die EU fördert es mit mehr als 70 Millionen Euro.

Auch BYD baut massiv aus. Wie das Unternehmen der South China Morning Post mitteilte, sollen bis Ende März 2027 insgesamt 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa in Betrieb genommen werden. Im selben Zeitraum plant BYD 2.000 weitere Stationen in Nord- und Südamerika sowie 1.000 im Asien-Pazifik-Raum, insgesamt also 6.000 Standorte außerhalb Chinas.

Auf dem chinesischen Festland betreibt der Konzern bereits gut 7.000 Flash-Charging-Stationen und will diese Zahl bis Jahresende auf 20.000 erhöhen.

Kritik am Megawattladen bei Pkw

Während das Megawattladen für Lkw durchaus Vorteile bringt, gibt es auch Kritik. Vor allem in Bezug auf Pkw empfinden Experten die Technologie als wenig sinnvoll: Aktuell kann kaum ein Modell so hohe Leistungen überhaupt aufnehmen.

Außerdem wäre die lokale Netzkapazität schnell ausgereizt. BYD begegnet diesem Problem nach eigenen Angaben mit Pufferspeichern an jeder Station: Eine Batterie lädt sich langsam aus dem Netz und gibt die Energie beim Ladevorgang mit hoher Leistung ab.

Hinzu kommt, dass hohe Ladeströme die Batterie stärker altern lassen und ohnehin nur für wenige Minuten anliegen. Selbst beim Denza Z9GT zeigen erste Praxistests, dass bereits eine 400-Kilowatt-Säule für sehr kurze Ladezeiten genügt.

Allerdings gibt es kaum Anlass zur Sorge, dass MCS das herkömmliche CCS verdrängen könnte. Zumindest Volvo Trucks erwartet, dass beide Systeme parallel verfügbar bleiben. Echte Alternativen zum Megawattladen gibt es allerdings kaum.

Zwar hat sich der Batteriewechsel zumindest in China halbwegs etabliert, in Europa fehlen dafür Anwender auf Fahrzeugherstellerseite. Beim Lkw gibt es Tests mit Oberleitungssystemen auf Autobahnen, ein Einsatz in großem Stil scheint aber nicht wahrscheinlich.

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Deutsche Forscher bauen sprechende Batterie für Elektroautos

23. Juli 2026 um 20:08

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Sprechende Batterien

Ein neues Prinzip könnte Batteriemanagementsysteme in Elektroautos oder Heimspeichern künftig kostengünstiger und sicherer machen. Denn deutsche Forscher haben eine sprechende Batterie entwickelt, die ihren Zustand aus ihrem Inneren heraus übermitteln soll. 

Bislang messen Sensoren die Temperatur von Batteriezellen meist nur an der Außenseite, obwohl Hitze oft zuerst im Inneren entsteht. Ein Forscherteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am Lehrstuhl für Leistungselektronik stellte kürzlich aber eine neue Entwicklung vor. Erstautor Johannes Diers und Doktor Hamzeh Beiranvand nutzten vorhandene Stromanschlüsse, um digitale Signale direkt aus dem Zellinneren nach außen zu senden.

Bislang messen Hersteller die Temperatur von Akkus vorwiegend nur an der äußeren Hülle. Gefährliche Hitze entsteht aber oft zuerst im Inneren einer Batterie und bleibt dort zunächst unbemerkt. Ein winziger elektronischer Schaltkreis wandelt im neuen Verfahren die Messwerte um und nutzt die regulären Ladeleitungen als Kommunikationskanal. Dadurch soll das System keine zusätzlichen Datenkabel benötigen und wertvollen Platz sparen.

Wie sprechende Batterien Kosten und Bauraum sparen

Die doppelte Nutzung vorhandener Komponenten könnte dazu beitragen, dass das Kommunikationssystem kostengünstiger als herkömmliche Sensorlösungen wird. Das Kieler Team spricht nach einer ersten Kostenabschätzung von einer Ersparnis von rund 35 Prozent.

Das Prinzip funktioniert theoretisch nicht nur mit Temperatursensoren, sondern auch mit Druck-, Gas- oder anderen Sensoren. Diese könnten auf die gleiche Weise Informationen übertragen. Hamzeh Beiranvand ordnet die Entwicklung wie folgt ein:

Unsere Arbeit ist ein erster Schritt hin zu intelligenten Batterien, die ihren Zustand kontinuierlich überwachen und melden. Das würde Batteriesysteme sicherer und wirtschaftlicher machen.

Potenzielle Vorteile und langfristiger Nutzen der Technologie

Da die Sensoren Vorgänge im Zellinneren direkt erfassen, könnte das Verfahren dazu beitragen, Batteriesysteme langfristig sicherer zu gestalten. Gleichzeitig könnte der Ansatz dazu beitragen, die Kosten für solche Systeme in Anwendungen wie Elektroautos oder Heimspeichern zu reduzieren.

Der Schaltkreis ließe sich nach Einschätzung des Teams zukünftig noch weiter verkleinern oder sogar direkt in neue Batteriematerialien integrieren. So soll ein Einsatz in Elektroautos, der Wind- und Solarenergie bis hin zu Heimspeichern möglich sein.

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Großbritannien führt Steuer für E-Autos ein – jetzt zählt jeder Kilometer

23. Juli 2026 um 05:45

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Elektroauto-Steuer Kilometer Großbritannien

Großbritannien verändert die Besteuerung von Elektroautos. Ab April 2028 sollen Halter von Stromern erstmals eine fahrleistungsabhängige Elektroauto-Steuer pro Meile zahlen. Die Maßnahme soll den absehbaren Ausfall klassischer Kraftstoffsteuern kompensieren, ohne den Wandel zur Elektromobilität zu bremsen. Ein umfassendes Förderpaket soll gleichzeitig den Umstieg erleichtern.

Das britische Finanzministerium (HM Treasury) veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse einer umfassenden Diskussion zur Einführung der sogenannten Electric Vehicle Excise Duty (eVED). Zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 gaben etwa 4.700 Einzelpersonen ihren Input zu der Initiative ab. Hintergrund der Entscheidung ist ein drastischer Rückgang der Staatseinnahmen. Da immer mehr Fahrzeuge elektrisch fahren, steuern die Einnahmen aus der traditionellen Kraftstoffsteuer bis zum Jahr 2050 auf nahezu null zu. Wobei: E-Autofahrer beim Laden ihrer Fahrzeuge auch Stromsteuern zahlen, die mehr oder weniger als Ausgleich fungieren.

Warum Großbritannien auf eine Kilometer-Steuer für E-Autos setzt

Um diese Einnahmenlücke zu schließen, soll ab April 2028 eine Elektroauto-Steuer pro Meile greifen. Diese ist auf 3 Pence (etwa 4 Cent) pro Meile für reine Elektrofahrzeuge und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge beschränkt. Halter von Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Optionen zur Verlängerung der Reichweite zahlen mit 1,5 Pence (etwa 2 Cent) pro Meile genau die Hälfte.

Damit bliebe die finanzielle Belastung für Stromer deutlich unter den Abgaben klassischer Verbrenner. Über das kommende Jahrzehnt sollen rund 80 Prozent der Einnahmen aus den ersten drei Jahren direkt in ein über 7,5 Milliarden Pfund (circa 8,2 Milliarden Euro) schweres Förderpaket fließen. So könne das Programm für den Elektroautokauf um 1,3 Milliarden Pfund auf insgesamt 2 Milliarden Pfund (circa 2,34 Milliarden Euro) aufgestockt werden, was bis Juli 2026 bereits über 140.000 Neuzulassungen unterstützen könnte.

Ohne GPS-Überwachung: So wird die Meilensteuer erfasst 

Die praktische Abwicklung der Abgabe soll ohne Eingriffe in die Privatsphäre der Fahrzeugbesitzer erfolgen. Eine Überwachung von Standortdaten per Satellit schloss die Regierung explizit aus, weshalb die Erfassung rein auf dem Gesamtzählerstand des Fahrzeugs basiert. Neuwagen unter drei Jahren müssten vor der ersten Hauptuntersuchung keine zusätzlichen Kilometerprüfungen absolvieren.

Stattdessen geben Halter bei der jährlichen Fahrzeugzulassung ihren aktuellen Tachostand sowie eine Schätzung für das kommende Jahr an. Dies wird dann später beim ersten regulären Inspektionstermin verifiziert. Überbezahlte Meilen erstattet der Staat automatisch als Guthaben für den nächsten Abrechnungszeitraum.

Zusätzlich beginnt die Regierung mit der Entwicklung eines optionalen Systems. Es soll vernetzten Fahrzeugen künftig erlauben, ihren Meilenstand automatisch über 4G- oder 5G-Mobilfunk zu übermitteln. Lieferwagen, Busse und Lastkraftwagen bleiben vorerst vollständig von der Elektroauto-Steuer pro Meile ausgenommen, da der Elektrifizierungsprozess in diesen Segmenten noch weniger weit fortgeschritten ist. Für Flotten- und Leasingunternehmen vereinfachen Sammellizenzierungen sowie digitale Webschnittstellen die Abrechnung von großen Fahrzeugbeständen.

Wer profitiert – und wer zahlt drauf?

Trotz der neuen Abgabe prognostiziert das Office for Budget Responsibility ein starkes Wachstum der Elektromobilität. Die jährlichen Verkaufszahlen von Elektroautos sollen von knapp 0,5 Millionen Fahrzeugen in der Periode 2025/26 auf 1,6 Millionen im Zeitraum 2030/31 steigen. Die dämpfende Wirkung der neuen Steuer auf Neuzulassungen schätzen Experten auf lediglich rund zwei Prozent.

Zudem wird die Preisgrenze für den Luxuswagen-Aufschlag bei Neuwagen von 40.000 auf 50.000 Pfund (circa 59.000 EUR) angehoben. Das soll den Kauf vieler beliebter Mittelklasse-Elektroautos finanziell entlasten. Ergänzend stehen 200 Millionen Pfund für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie eine zehnjährige Befreiung von der Gewerbesteuer für Ladepunkte zur Verfügung.

Dennoch weist die Umsetzung der Steuer auch kritische Aspekte auf, die bei Branchenverbänden Bedenken hervorrufen. Insbesondere Vielfahrer in ländlichen Regionen stehen vor höheren jährlichen Kosten, während bei Plug-in-Hybriden eine doppelte Belastung durch Meilenabgabe und verbliebene Kraftstoffsteuer droht.

Zudem bergen fahrleistungsabhängige Abgaben Anreize für Tachomanipulationen, weshalb der Gesetzgeber neue Prüfbefugnisse für die Polizei und Behörden schafft. Da die IT-Altsysteme der Zulassungsbehörde DVLA komplex sind, stehen automatische Rückerstattungen bei Verkäufen erst nach einer Übergangsphase zur Verfügung. Das Modell zeigt jedoch anschaulich, wie die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur im Zeitalter der Energiewende nachhaltig neu geordnet werden kann.

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Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten

22. Juli 2026 um 05:45

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KI Suche Internet KI-Antworten Quellen Künstliche Intelligent Chatbots

Immer mehr Menschen lassen sich Fragen von ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity beantworten, anstatt selbst zu recherchieren. Doch woher stammen diese Antworten eigentlich? Eine neue Studie mit 250.000 ausgewerteten Antworten liefert erstmals konkrete Zahlen zu den Quellen von KI-Modellen.

Die Suche nach Informationen im Internet hat sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend verändert. Vor einiger Zeit lief das noch so: Wer etwas wissen wollte, tippte es bei Google ein, klickte durch die Trefferleiste und suchte sich die passenden Websites heraus.

Grundsätzlich gehen viele Nutzer auch immer noch auf die gleiche Art und Weise an die Sache heran. Statt einer Linkliste erhalten sie über Google mittlerweile aber KI-gestützte Antworten. Viele wenden sich außerdem direkt an eines der großen Sprachmodelle (LLMs), um Informationen zu erhalten.

Anstatt selbst Ergebnisse zu vergleichen, bekommen Nutzer eine fertig formulierte Antworten serviert, oft mit ein paar Quellenlinks am Rand. Ob diese stimmen und wie sie zustande kommen, ist aber meist unklar.

Studie zeigt: Diese Quellen nutzen KI-Modelle für ihre Antworten

Um Klarheit zu schaffen, welche Quellen KI-Modelle für ihre Antworten nutzen, hat das Software-Unternehmen blinq eine Studie durchgeführt. Dafür wertete es zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 täglich Antworten auf rund 2.000 festgelegte Prompts aus, die an die führenden LLMs ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity gingen. Insgesamt kamen 250.000 Antworten zusammen, die ausgewertet wurden.

Das zentrale Ergebnis: Rund zwei Drittel aller von den drei Systemen zitierten Quellen (66,2 Prozent) stammen von Unternehmensseiten, also Firmenblogs, offiziellen Websites und Landingpages.

Ein Blick auf die am häufigsten zitierten Internetseiten zeigt, dass dort vor allem YouTube (15,18 Prozent) und Reddit (14,55 Prozent) mit deutlichem Abstand führen. Gleich danach folgen Wikipedia (9,05 Prozent) und LinkedIn (7,12 Prozent).

Bei deutschen Nachrichtenseiten liegt die Welt mit 17 Prozent vorn, vor dem Handelsblatt (12,2 Prozent) und Chip (8,9 Prozent).

Unternehmenswebsites liefern also in der Masse den größten Anteil an Inhalten. Geht es allerdings um einzelne, besonders oft herangezogene Adressen, geben Plattformen mit echten Nutzerdiskussionen und -bewertungen den Ausschlag.

Warum ChatGPT andere Quellen zitiert als Google AI Overviews

Die Studie schlüsselt ihre Ergebnisse getrennt auf. Die Unterschiede zwischen den drei Sprachmodellen sind deutlich. So stützt sich ChatGPT besonders auf Reddit, Wikipedia, Welt, LinkedIn, Google und BILD. Das Hervorheben der zwei zwei Axel-Springer-Medien dürfte aber kein Zufall sein. Der Verlag pflegt nämlich eine höchst umstrittene Partnerschaft mit OpenAI.

Google AI Overviews wiederum zitiert auffällig oft User generated Content (UGC): YouTube liegt hier auf Platz eins, taucht bei ChatGPT in den Top-Quellen aber gar nicht auf. Auch Google rankt bei AI Overviews deutlich höher als bei ChatGPT. Daneben spielen Instagram, das Handelsblatt und OMR-Reviews eine Rolle.

Perplexity setzt ebenfalls stark auf YouTube und Reddit, zieht allerdings auch LinkedIn und Instagram als weitere Nutzerinhalte-Quellen heran. Dazu kommen außerdem das Handelsblatt, Chip und Wikipedia für Fachautorität sowie OMR und der Stern.

3 Dinge, die du bei jeder KI-Antwort prüfen solltest

Für alle, die selbst regelmäßig Künstliche Intelligenz für ihre Internetsuche nutzen, ergeben sich aus den Studienerkenntnissen ein paar praktische Konsequenzen:

  • Erstens: Eine KI-Antwort ist kein geprüftes Faktenwissen, sondern eine Zusammenfassung dessen, was gerade im Netz zu einem Thema kursiert. Dazu gehören Unternehmenswerbung, Reddit-Diskussionen und Youtube-Videos. Viele Unternehmen sind sich außerdem darüber im klaren, wie sie ihre eigene Sichtbarkeit beeinflussen können. Gerade weil zwei Drittel der Quellen von Unternehmen selbst stammen, lohnt sich ein gesunder Zweifel.
  • Zweitens: Reddit- und YouTube-Inhalte fließen stark in die Antworten ein. Das kann hilfreich sein, weil auf den Plattformen viele ehrliche Erfahrungsberichte existieren. Aber es kann auch bedeuten, dass Einzelmeinungen oder gezielt platzierte Beiträge in einer KI-Antwort mehr Gewicht bekommen, als ihnen eigentlich zusteht.
  • Drittens: Wer eine KI-Antwort bekommt, sieht in der Regel nicht auf den ersten Blick, wie viele unterschiedliche und vertrauenswürdige Quellen tatsächlich dahinterstecken. Die Studie selbst weist darauf hin, dass sich die Zitierweise „hochdynamisch“ verändert. So spielte beispielsweise noch im Februar 2026 LinkedIn praktisch keine Rolle als Quelle. Heute gehört das Portal bei allen drei Systemen zu den wichtigsten Quellen.

Und nicht vergessen: Hinterfragen!

Ein paar altbekannte Grundregeln gelten weiterhin. Bei wichtigen Entscheidungen, etwa zu Gesundheit, Politik, Geld oder größeren Anschaffungen, lohnt sich der Blick auf die tatsächlich verlinkten Quellen einer KI-Antwort. Nur die Zusammenfassung zu lesen, reicht häufig nicht aus. Auch klassische Recherchen können helfen, eine fundierte Meinung zu prägen.

Wer merkt, dass eine Antwort auffällig positiv über ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen klingt, sollte beachten, dass diese Information sehr wahrscheinlich direkt von der Unternehmensseite selbst stammt. Bei Themen, zu denen es kontroverse Diskussionen gibt, kann es sich lohnen, zusätzlich gezielt nach unabhängigen Testberichten oder Fachpresse zu suchen, statt sich allein auf die erste KI-Antwort zu verlassen.

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Studie belegt: Solaranlagen fallen bei Extremhitze fast komplett aus

21. Juli 2026 um 05:45

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Solaranlagen Hitze Photovoltaik Extremhitze

Der Klimawandel gefährdet zunehmend die europäische Stromversorgung, da extreme Sommertemperaturen nachhaltige Infrastruktur belasten. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass Solaranlagen bei Hitze massive Leistungseinbrüche von bis zu 90 Prozent erleiden können. 

Ein Forscherteam der Universität Évora in Portugal hat die Auswirkungen extremer Hitzephasen auf Solaranlagen auf der Iberischen Halbinsel in den Jahren 2024 und 2025 untersucht. Dafür analysierten die Wissenschaftler die reale Leistung von drei unterschiedlichen Photovoltaikanlagen in Portugal und Spanien, um die betriebliche Leistung und klimabedingte Resilienz von Photovoltaikanlagen unter realen Bedingungen zu messen.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede beim Ertrag – in Theorie und Praxis. Sie sind dahingehend relevant, da durch den Klimawandel die Temperaturen am Boden in diesem Gebiet seit 1979 teils signifikant angestiegen sind.

Bis zum Jahr 2100 prognostizieren Klimamodelle für europäische Landflächen im schlimmsten Fall zudem einen weiteren Temperaturanstieg von bis zu 8,5 Grad Celsius. Wirtschaftlich drohen immense Schäden, denn die klimabedingten Risiken in Europa könnten bis in die 2080er Jahre jährliche Kosten von rund 40 Milliarden Euro verursachen.

Warum Solaranlagen bei Hitze kollabieren

In der Praxis sinkt die Effizienz von PV-Anlagen um 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad Celsius, sobald die Lufttemperatur die Marke von 25 Grad Celsius überschreitet. Während extremer Hitzewellen mit bis zu 49 Grad Celsius erwärmen sich die Moduloberflächen auf über 70 Grad Celsius.

Das beschleunigt die Alterung der Panels. In den heißesten Nachmittagsstunden führt dies zu einem kritischen Einbruch der Performance um bis zu 90,44 Prozent. Denn wird es zu heiß, schalten sich die Wechselrichter zum Selbstschutz ab.

Diese stündlichen Ausfälle wirken sich besonders auf die Infrastruktur aus. Das gefährdet auch die Netzstabilität. Zudem sind kurzfristige Hitzeeinbrüche oft nicht in den klassischen Planungsdaten transparent dargestellt. Die Studienautoren schreiben dazu:

In Planungs- und Vertragsfragen bedeutet dies, dass die Erwartungen des Entwurfsjahres das hitzebedingte Betriebsrisiko systematisch unterschätzen.

Neue Lösungsansätze für die solare Infrastruktur

Trotz der großen stündlichen Einbrüche zeigen Solarparks eine hohe regenerative Resilienz. Denn die Systeme erholen sich spätestens einen Tag nach dem Erreichen des Tiefpunkts. Um besser für die Zukunft zu planen, empfiehlt die Studie, klassische Simulationsdaten durch ereignisbasierte Stresstests auf Basis hochauflösender Reanalysedaten wie ERA5-Land zu ergänzen.

Diese frei verfügbaren Datensätze weisen eine hohe Übereinstimmung mit realen Messstationen auf und ermöglichen eine präzise Risikoanalyse. Neben besseren Daten sollten Anlagenbetreiber auch operative Schutzprotokolle anpassen. Dies passiert etwa durch die bessere Belüftung der Wechselrichter oder zusätzliche thermische Leistungsreserven.

Denn gerade Begleiterscheinungen des Klimawandels, wie Staubstürme und Waldbrandrauch, dämpfen die globale Strahlung zusätzlich und senken die Effizienz der Module.

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Kupferfolie als Lithium-Falle: Forscher entschlüsseln Batterie-Leistungsabfall

20. Juli 2026 um 18:05

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Leistungsabfall von Batterien

Weltweit nimmt die Zulassung von Elektrofahrzeugen weiter zu. Doch die Alterung der darin verbauten Akkus stellt die Industrie vor Herausforderungen. Ein internationales Forscherteam hat nun auf atomarer Ebene entschlüsselt, warum es zum Leistungsabfall von Batterien kommt. Dabei rückt ein Bauteil in den Fokus, das bislang als passives galt. 

Im Juni 2026 waren Elektroautos in Deutschland erstmals die meistverkaufte Antriebsart bei den Pkw-Neuzulassungen. Obwohl die Fahrzeuge in der Praxis bereits mehrere hunderttausend Kilometer mit einem einzigen Akkusatz zurücklegen können, nimmt die Speicherkapazität mit der Zeit ab. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum, des Helmholtz-Instituts Ulm und des Karlsruher Instituts für Technologie untersuchten diesen Alterungsprozess kürzlich genauer. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Advanced Energy Materials.

Im Zentrum der Forschung stand der Stromkollektor von Batterien, der aus Kupferfolie besteht. Diesen betrachteten Ingenieure in der Vergangenheit lediglich als inerte Leiterbahn, also solch eine, die keine oder nur minimale chemische Reaktionen aufweist.

Die neue Erkenntnis: Beim Laden und Entladen wandern Lithium-Ionen durch die Zelle, lagern sich jedoch bereits nach dem ersten Zyklus an den Grenzflächen der Kupferfolie an. Wie in winzigen mikroskopischen Fallen verfangen sich die Teilchen in Defekten, die durch mechanische Belastungen im Material entstehen. Infolgedessen verbleiben die Lithium-Ionen dauerhaft in der Folie und stehen nicht mehr für die Energiespeicherung zur Verfügung.

Wie der Leistungsabfall von Batterien auf atomarer Ebene entsteht

Die Wissenschaftler machten die strukturellen Schäden mithilfe der Atomsondentomografie sichtbar. Mit diesem Verfahren fertigten sie eine hauchdünne Materialspitze, die tausendfach dünner als ein menschliches Haar ist. Diese ermöglichte die Erstellung von dreidimensionalen Karten einzelner Atome.

Bereits nach drei Ladezyklen zeigten sich sichtbare Materialveränderungen in den obersten 100 Nanometern der Kupferfolie. Die Oberfläche kristallisierte und oxidierte. Nach acht Ladezyklen war eine signifikant höhere Menge an Lithium im Kupfer eingeschlossen als zu Beginn des Prozesses.

Neben Lithium dringen auch Sauerstoff und Kohlenstoff in das Metall ein. Insbesondere bindet der Sauerstoff weiteres Lithium an sich, was die Zersetzung des Stromkollektors verstärkt. Tong Li von der Ruhr-Universität Bochum hob die Tragweite der Entdeckung hervor:

Diese Vorgänge zu verstehen, ist von großer Bedeutung für anodenfreie Batterien der Zukunft. Wo genau sich die Lithium-Ionen einlagern, war bislang aber unklar. Lithium in Kupfer ist schwer nachzuweisen, da es an analytischen Möglichkeiten mangelt, hochaktives und leichtes Lithium nachzuverfolgen.

Neue Perspektiven für anodenfreie Energiespeicher

Besonders kritisch ist dieser Effekt für anodenfreie Systeme, sogenannte Zero-Excess-Batterien. Da diese Akkutypen mit extrem geringen Lithium-Reserven arbeiten, führt jeder Verlust direkt zu einer kürzeren Lebensdauer. Trotzdem haben genau diese Speichermedien das Potenzial für eine deutlich höhere Energiedichte.

Die neuen Erkenntnisse könnten die Reichweite von Elektrofahrzeugen aber deutlich steigern. Auch für die weltweite Speicherung von Strom aus Wind- und Solaranlagen spielt ein verlustfreies System eine entscheidende Rolle.

Obwohl die Studie noch keine sofort einsatzbereite Marktlösung bereithält, bildet das tiefere Verständnis ein Fundament für künftige Entwicklungen. Durch die gezielte Beschichtung der Kupferfolie, neuartige Materialmodifikationen oder angepasste Ladeverfahren lässt sich das Feststecken der Ionen künftig womöglich verhindern.

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Forscher widerlegen Chemie-Dogma – für bessere Brennstoffzellen

18. Juli 2026 um 05:45

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Doppelatom-Katalysatoren Brennstoffzellen

Brennstoffzellen gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Doch teures Platin macht sie für den Massenmarkt zu kostspielig. Ein Forscherteam aus Japan hat jetzt mithilfe von KI vielversprechende Ersatzmaterialien identifiziert und dabei ein jahrzehntealtes Chemie-Dogma widerlegt. Ihre Erkenntnis: Doppelatom-Katalysatoren funktionieren nach völlig anderen Regeln als bisher angenommen. 

Forscher der Tohoku Universität haben im Rahmen einer systematischen Untersuchung mehr als 200 Doppelatom-Katalysatoren analysiert, um die verborgenen Mechanismen der Sauerstoffreduktionsreaktion zu entschlüsseln. Ihr Ziel: leistungsfähigere und günstigere Brennstoffzellen.

Dabei griff das Team auf umfangreiche Daten einer digitalen Plattform namens Digital Catalysis zurück. Mithilfe von modernen theoretischen Simulationen und maschinellem Lernen filterte ein Vorhersagemodell aus insgesamt 216 Systemen zunächst 42 Varianten mit einem spezifischen Dissoziationsmechanismus heraus. Am Ende identifizierte das Vorhersagemodell 14 potenzielle Doppelatom-Katalysatoren mit einer hohen prognostizierter Aktivität.

Wie die neuen Katalysatoren das alte Vulkan-Modell ablösen

Die wichtigste Kernaussage der Studie bricht mit einem langjährigen Dogma der Chemie. Denn bisher beschrieben Forscher die Aktivität solcher Systeme fälschlicherweise durch das traditionelle Einzelgipfel-Vulkan-Modell, das von Einzelatom-Katalysatoren bekannt ist. Die neue Arbeit zeigt jedoch, dass bei Doppelsystemen das Prinzip des sogenannten Dual-Sabatier-Optima greift.

Da sich der geschwindigkeitsbestimmende Schritt im Prozess dynamisch verändert, teilt sich die katalytische Aktivität auf zwei getrennte, optimale Spitzenregionen auf. Dieser Unterschied entsteht, da primär ein Dissoziationsmechanismus die Reaktionen reguliert.

Effiziente Brennstoffzellen durch smarte Doppelatom-Katalysatoren

Einzelatome folgen hingegen meist einem Assoziationsmechanismus. Das neu nachgewiesene Prinzip erweist sich als universell anwendbar. Es gilt für eine Vielzahl von Systemen, die Übergangsmetalle, metallähnliche Elemente oder auch Nichtmetallatome enthalten, und bietet damit eine völlig neue Grundlage für das Materialdesign. Studienautor Hao Li betonte die Tragweite dieser neuen Designregeln für die Praxis:

Lange Zeit gingen Forscher davon aus, dass Doppelatom-Katalysatoren denselben Aktivitätsregeln folgen wie Einzelatom-Katalysatoren. Unsere Arbeit zeigt, dass völlig andere Mechanismen entstehen können, wenn zwei Atome zusammenarbeiten, was neue Möglichkeiten für das Design hocheffizienter Materialien für saubere Energietechnologien eröffnet.

In Zukunft soll dieser KI-gestützte Ansatz auf noch komplexere, multimetallische Katalysatorsysteme ausgeweitet werden. Die langfristige Vision des Forschungsteams umfasst den Aufbau eines vollständig autonomen digitalen Frameworks auf der Plattform, das lernende Software-Agenten und elektrochemische Simulationen vereint.

Durch das rasche Filtern optimaler Strukturen lässt sich die Entdeckungszeit neuer Materialien drastisch verkürzen, um teures Platin zu ersetzen und den Übergang zu grüner Energie zu beschleunigen.

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CO2-Batterie speichert Strom dreimal länger als Lithium-Akkus

17. Juli 2026 um 05:45

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CO2-Batterie

Im Rahmen der Energiewende suchen viele Länder immer weiter nach günstigen und effizienten Möglichkeiten zur Speicherung von Energie. Australien plant jetzt eine CO2-Batterie, die mit einer Leistung von bis zu 20 Megawatt etwa zehn bis zwölf Stunden lang Strom speichern können soll. 

Die State Electricity Commission (SEC) in Australien kündigte kürzlich die Errichtung eines neuen Energie-Innovationsbezirks mit dem Namen SEC Energy Works an. Das dazu zur Verfügung stehende Areal umfasst eine Fläche von etwa 143 Hektar und befindet sich in Hazelwood North im Latrobe Valley. Mittelfristig soll dort eine CO2-Batterie mit einer Leistung von 20 Megawatt entstehen, die bis zu zwölf Stunden kontinuierlich Strom ins Netz speisen kann.

Somit ist der Wert im Vergleich zu klassischen Kurzzeit-Batteriespeichern relativ hoch. Denn diese bieten meist nur eine Speicherdauer von zwei bis vier Stunden. Victoria verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 65 Prozent an erneuerbaren Energien zu erreichen. Dafür plant die SEC mit Projekten mit einer Gesamtleistung von 1.024 Megawatt.

Erstes Langzeit-Energiespeicherprojekt in Australien

Das Vorhaben entsteht in Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Energy Dome. Die CO2-Batterie ist Victorias erstes Langzeit-Energiespeicherprojekt und die erste kommerzielle Anwendung eines geschlossenen CO2-Druckspeichers in Australien.

Dabei macht sich das System zunutze, dass gerade an besonders sonnigen Tagen viel überschüssige Energie anfällt. Schließlich speichert die Technologie tagsüber überschüssige erneuerbare Energien und speist diese während der abendlichen Nachfragespitzen wieder ein.

Wie funktioniert die CO2-Batterie aus Australien?

Dies geschieht durch die Verflüssigung von CO2. Der Grund: Kohlenstoffdioxid wird beim Komprimieren weniger stark erhitzt als Luft. Deshalb muss weniger Abwärme gespeichert und später bei der Stromerzeugung wieder zugeführt werden.

Zum Vergleich: Lithium-Batterien können Energie zwar noch verlustärmer speichern, aber der Bedarf an kritischen Rohstoffen ist bei CO2-Speichern geringer, da es sich nur bei Turbine und Kompressor um komplexere Bauteile handelt.

Hinzu kommt, dass keine weiteren Batteriezellen notwendig sind, um die Kapazität zu erhöhen. Es muss lediglich das Volumen erhöht werden. Dadurch soll nicht nur eine längere Lebensdauer als bei anderen Akkus erreicht werden, sondern auch die Kapazität soll über die Jahre nicht nachlassen. Claudio Spadacini, Gründer und CEO von Energy Dome, dazu:

Unsere CO2-Batterie liefert 10 bis 12 Stunden sauberen, abrufbaren Strom und nutzt eine bewährte Kompressor- und Turbinentechnologie, mit der die Belegschaft im Latrobe Valley bestens vertraut ist. Dieses Projekt wird den Übergang der Region weg von der Kohle unterstützen, während gleichzeitig die Ingenieurskompetenzen erhalten bleiben, die Victoria seit Generationen mit Strom versorgt haben.

Technologischer Fortschritt durch neue CO2-Batterie

Dies soll dabei helfen, die Versorgung zu stabilisieren und die Strompreise zu senken. Denn Langzeit-Energiespeicher sollen eine kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten und das Portfolio der SEC bei mehrtägigen Wind- oder Solarkraftflauten absichern.

Das Projekt fördert somit den Übergang der Region zu nachhaltigen Energieträgern. Alte Kohlekraftwerke werden abgeschaltet, während gleichzeitig die bestehenden technischen Kompetenzen der Belegschaft im Latrobe Valley durch vertraute Turbinen- und Kompressortechnologien erhalten bleiben.

Der Einsatz von geschlossenen CO2-Kreisläufen bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kurzzeit-Batterietechnologien für eine verlässliche Langzeitspeicherung. Durch staatliche Investitionen möchte die SEC das Vertrauen des Marktes in neuere, kommerziell nutzbare Technologien im nationalen Strommarkt (NEM) stärken. Das zeigt die Kommission auch durch ihre Strategie. So versorgt sie das neueste Busdepot des Betreibers Kinetic in Melbourne mit 100 Prozent Ökostrom.

Trotzdem begannen erst kürzlich die Detailplanung und das Design des Projekts. Die Konsultationsprozesse mit Stakeholdern und Gemeinden stehen noch am Anfang. Das sorgt dafür, dass ohne die koordinierende Rolle und das finanzielle Engagement von Akteuren wie der SEC derzeit noch attraktive Bedingungen für private Investoren im Bereich der Langzeitspeicher fehlen. Vielleicht demonstriert der Energy Dome aber, dass CO2-Batterien ein riesiges Potenzial für die Zukunft haben.

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Voll mit hängendem Beton: China nimmt Gravitations-Speicher in Betrieb

15. Juli 2026 um 05:45

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Gravitations-Energiespeicher Gravitationsspeicher China Beton

Strom aus Wind und Sonne ist günstig, aber nicht immer verfügbar. In China geht jetzt eine Anlage ans Netz, die das Problem mit einem verblüffend einfachen Prinzip lösen soll. Sie hebt schwere Betonblöcke in die Höhe und gewinnt beim Absenken Strom zurück. Der erste kommerzielle Gravitations-Energiespeicher der Welt liefert 100 Megawattstunden, hält 35 Jahre lang und kommt komplett ohne Lithium aus. 

Das Unternehmen Energy Vault realisiert im chinesischen Rudong das weltweit erste kommerzielle gravitationsbasierte Energiespeichersystem im industriellen Maßstab. Die zugrunde liegenden Erkenntnisse stammen aus einer offiziellen Projektübersicht. Gemeinsam mit den lokalen Unternehmen Atlas Renewables und CNTY wurde die Anlage in direkter Nachbarschaft zu einem großen Windpark sowie dem nationalen Stromnetz errichtet.

Die zum Einsatz kommenden Kernprodukte umfassen die technologische Plattform EVX sowie das Produkt VaultOST. Das System verfügt über eine Spitzenleistung von 25 Megawatt und bietet eine Speicherkapazität von insgesamt 100 Megawattstunden. Die Anlage, die sich aktuell in der Inbetriebnahme befindet, soll über einen Zeitraum von vier Stunden kontinuierlich Strom abgeben können. Die Speicherdauer ist theoretisch unbegrenzt.

Wie der Gravitations-Energiespeicher in China die Netze stabilisiert

Der prognostizierte Wirkungsgrad im Lade- und Entladezyklus, die sogenannte Round-Trip Efficiency, liegt bei über 80 Prozent. Damit positioniert sich das System technologisch deutlich vor alternativen Langzeitspeicherverfahren wie thermodynamischen, mechanischen oder rein chemischen Flüssigbatterie-Systemen. Die Anlage zeichnet sich zudem dadurch aus, dass keinerlei Selbstentladung stattfindet.

Das vorrangige Ziel dieses Set-ups besteht darin, das chinesische Stromnetz für die State Grid Corporation of China (SGCC) durch die zeitliche Verschiebung erneuerbarer Energien effektiv auszugleichen. Es unterstützt damit direkt die chinesische „Zero-Carbon parks“-Initiative sowie den nationalen „30-60“-Plan zur Erreichung der vollständigen Klimaneutralität.

Nachhaltigkeit und die Unabhängigkeit der Lieferketten

Ein entscheidender technologischer Vorteil liegt in der extremen Langlebigkeit, da Beton, der in die Höhe gehoben wird, im Laufe der Zeit kaum Degradation aufweist. Über die geplante operative Lebensdauer von 35 Jahren hinweg sind somit keine nachträglichen Systemerweiterungen oder Leistungskorrekturen erforderlich. Zudem erlaubt das Design einen starken Fokus auf lokale Lieferketten sowie den regionalen Bezug von Arbeitskräften und Materialien.

Die Etablierung dieser regionalen Beschaffungswege reduziert nach eigenen Angaben das finanzielle Risiko und die Anfälligkeit gegenüber volatilen Preisänderungen auf den globalen Rohstoffmärkten erheblich. Diese erste Installation dient somit als technologischer Maßstab für zukünftige weltweite Kooperationen im Bereich der Dekarbonisierung.

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Forscher entwickeln Algen-Batterien, die rund um die Uhr Strom erzeugt

14. Juli 2026 um 19:59

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Algen-Batterien statt Lithium Akku mit Algen

Lithium-Batterien sind überall. Ihr Abbau schadet der Umwelt aber massiv. Ein Forscherteam der Universität Cambridge zeigt jetzt, dass es auch anders geht: Mit einer lebenden Algen-Batterie erzeugen sie seit sechs Jahren ununterbrochen Strom, ganz ohne kritische Rohstoffe.  

Egal, ob bei der Mobilität, im eigenen Zuhause oder in der Industrie: Batterien werden immer wichtiger. Dass die Speicherung von Energie aber nicht nur mit Lithium funktioniert, demonstrierte kürzlich ein Team der Universität Cambridge. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Doktor Paolo Bombelli vom Department of Biochemistry und dem Hauptprüfer Professor Chris Howe entstand eine kleine Biozelle, die gewöhnliche Algen zum Energiespeicher macht.

Die Forschergruppe arbeitet bereits seit dem Jahr 2006 an dieser Methode. Um die Ansätze technologisch und gestalterisch weiterzuentwickeln, wurden später zusätzlich die Bio-Designerin Lucia Giron und der Elektroingenieur Lifu Tan in das Team aufgenommen. Nach mittlerweile zwei Jahrzehnten intensiver Arbeit präsentierte die Wissenschaftler kürzlich ihre Ergebnisse.

Kontinuierlicher Strom aus Algen: So funktioniert die neue Batterie

Die biologische Stromerzeugung der Algen-Batterie greift auf den natürlichen Prozess der Photosynthese von Cyanobakterien zurück. Dabei wird ein Teil des kontinuierlichen Elektronenflusses abgezapft, um elektrische Geräte ohne eine Beschädigung der Algen zu betreiben.

Die Organismen leben in einem vollständig versiegelten Gehäuse und erzeugen einen schwachen elektrischen Strom. Dieser fließt ununterbrochen, rund um die Uhr sowie selbst bei völliger Dunkelheit. Paolo Bombelli erklärt dazu:

Wir haben einen Weg gefunden, uns in einen natürlichen Prozess in Algen einzuklinken und damit kontinuierlich Strom rund um die Uhr zu erzeugen, ohne der Pflanze überhaupt zu schaden.

Nachhaltiger Batterieersatz im Härtetest

Das System basiert auf einem lebenden Organismus und konnte in der Spitze bereits über einen Zeitraum von sechs Jahren kontinuierlich Elektrizität erzeugen. Durch fortlaufende Experimente gelang es, die Leistungsabgabe der biologischen Zelle seit dem Projektstart um mehr als das 20-Fache zu steigern.

Das langfristige Ziel ist es, herkömmliche und umweltschädliche Einwegbatterien vollständig zu ersetzen. Denn: Der Abbau von Lithium für traditionelle Energiespeicher ist extrem energieintensiv, setzt Treibhausgase frei und verursacht lokale ökologische Schäden.

Im Gegensatz dazu bestehen die biologischen Zellen aus gewöhnlichen, preiswerten und weitgehend recycelbaren Materialien. Flankiert wird das Projekt von einem Bildungsangebot aus Workshops an weiterführenden Schulen, um das Interesse an Pflanzenwissenschaften zu stärken.

Einsatzbereiche und Hürden für Strom aus Algen

Da die Leistungsabgabe der Bio-Zellen gering ist, eignet sich die Technologie primär für Niedrigenergiegeräte wie Fernbedienungen oder Rauchmelder. Zu den bisher gestalteten Anwendungen gehören eine funktionierende Algen-Uhr sowie ein über eine Smartphone-App auslesbares System zur Laborüberwachung.

Über das eigene Start-up-Unternehmen „e-Pho“ befindet sich das Forscherteam bereits in Gesprächen für spezifische, kommerzielle Anwendungen. Die Technologie verspricht großes Potenzial für autonome Umweltsensoren oder die Strombereitstellung in netzfernen Regionen in Entwicklungsländern, wie zum Beispiel in Subsahara-Afrika.

Allerdings bleibt die Überführung in ein marktreifes Verbraucherprodukt eine erhebliche Herausforderung. Da das System auf lebenden Organismen basiert, ist die Stromproduktion zwingend daran gebunden, dass die Algen erfolgreich am Leben erhalten werden.

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YouTube: So kannst du automatische KI-Übersetzungen ausschalten

14. Juli 2026 um 05:45

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YouTube KI Übersetzungen ausschalten deaktivieren KI Synchro Künstliche Intelligenz

YouTube fügt bei seinen Videos zunehmend automatisch generierte KI-Synchronisation hinzu, die jedoch aufgrund der teils schlechten Qualität schnell nervig werden können. Wir zeigen dir, wie du die automatische KI-Übersetzungen in wenigen Schritten ausschalten und Videos im Original sehen kannst.

Bereits im September 2023 hat YouTube das Feature für automatische KI-gestützte Synchronisationen angekündigt. Seit Dezember 2024 wird diese Funktion verstärkt für immer mehr Creator verfügbar.

Die Plattform will seinen Creatorn damit ermöglichen, „ihre Inhalte einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen“. Dabei sollen Sprachbarrieren reduziert und Videos ohne aufwendige oder professionell produzierte Übersetzungen einem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden.

In der Praxis kann das Feature jedoch schnell nervig werden, wenn die KI-generierte Tonspur bei jedem Video automatisch abspielt. Denn so gehen schnell wichtige Details der Originalaudios wie Stimme oder Stimmlage sowie Hintergrundgeräusche verloren. Auch unnatürliche Betonungen oder Übersetzungsfehler tragen meist nicht zu einem guten Seherlebnis bei.

Automatische KI-Übersetzungen bei YouTube ausschalten

Grundsätzlich bietet YouTube nur seinen Creatorn die Möglichkeit, die automatische KI-Synchronisation für ihre Videos zu aktivieren oder deaktivieren. Nutzer selbst können nicht festlegen, dass sie die Funktion generell nicht nutzen möchten.

Wenn du das Feature nicht verwenden und deine Videos lieber im Original hören möchtest, hast du zwei verschiedene Möglichkeiten. Du kannst die Einstellung entweder manuell bei jedem Video einzeln vornehmen oder gewisse Sprachen in den Einstellungen zu deinen bevorzugten Sprachen hinzufügen.

Für letztere Option musst du bei YouTube allerdings angemeldet sein. Bist du das nicht, ist es es lediglich möglich, im jeweiligen Video manuell zur Originaltonspur zu wechseln. In diesem Fall musst du die Einstellung bei jedem Video erneut ändern.

Willst du die KI-Synchronisation in einem Video bei YouTube deaktivieren, kannst du das über das kleine Zahnradsymbol im Video tun. Geh hierfür mit der Maus über das Video, damit die Liste mit den verschiedenen Optionen einblendet.

Klicke hier auf das Zahnrad und navigiere in den Einstellungen zum Bereich „Audiotrack“. Hier siehst du, welche Sprachen alles über die automatische Synchronisation verfügbar sind, kannst aber auch zum Original wechseln. Die Originalsprache steht meist ganz oben und ist in Klammern dahinter auch entsprechend gekennzeichnet.

Gegen KI-Synchro: Bevorzugte Sprachen bei YouTube hinzufügen

Bist du bei YouTube angemeldet und möchtest eine bestimmte Sprache zu deinen bevorzugten Sprachen hinzufügen, kannst du das auch in diesem Bereich tun. Scrolle hierfür bei den zur Verfügung stehenden Sprachen ganz nach unten und klicke auf „Bevorzugte Sprachen in den Einstellungen bearbeiten“.

Alternativ findest du diese Sektion auch über die Einstellungen. Klicke hierfür auf dein Profilbild in der oberen rechten Ecke deines Bildschirms und klicke dann auf Einstellungen.

Im Bereich „Wiedergabe und Leistung“ findest du dein Menüpunkt „Bevorzugte Sprachen“. Klicke auf „Sprachen hinzufügen oder bearbeiten“ und wähle in der Liste die jeweiligen Sprachen aus.

Möchtest du hier beispielsweise Englisch hinzufügen, genügt es, die generelle Option für diese Sprache zu wählen. Du musst nicht jede einzelne Land-Variante dafür auswählen.

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Cambridge-Forscher produzieren Wasserstoff aus Plastikmüll

10. Juli 2026 um 05:45

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Wasserstoff aus Plastikmüll

Über 95 Prozent des weltweiten Wasserstoffs stammen aus fossilen Quellen. Forscher aus Cambridge haben nun erstmals einen ein Quadratmeter großen Solarreaktor im Freien betrieben, der aus Plastikmüll ohne fossile Energie Wasserstoff erzeugt.

Die weltweite Produktion von Wasserstoff basiert zu über 95 Prozent auf fossilen Energieträgern oder fällt lediglich als Nebenprodukt petrochemischer Prozesse an. Ein Forscherteam der University of Cambridge hat jetzt einen vielversprechenden Lösungsansatz unter realen Bedingungen im Freien erprobt. Ein großflächiger Photoreaktor mit einer aktiven Gesamtfläche von einem Quadratmeter wurde dafür unter natürlichem Sonnenlicht betrieben.

Das System nutzt ein kostengünstiges und stabiles, mit Aluminium dotiertes Strontiumtitanat als Lichtabsorber, um schwer recycelbare Feststoffabfälle aufzuwerten. Als Rohstoff dienen gewöhnliche PET-Flaschen oder Zellulose, die nach einer unkomplizierten chemischen oder enzymatischen Vorbehandlung eingesetzt werden. Die Herstellung der benötigten Katalysatorplatten erfolgt komplett ohne komplexe Hochtemperatur-Glühprozesse oder den Zusatz von klassischen Bindemitteln.

Wasserstoff aus Plastikmüll: Die Ergebnisse aus der Praxis

Während der an verschiedenen Tagen durchgeführten Experimente im englischen Cambridge betrug die durchschnittliche natürliche Lichtintensität jeweils 0,5 bis 0,6 Sonnen. Trotz dieser moderaten Bedingungen erwärmte sich die Oberfläche des Reaktors allein durch die Sonneneinstrahlung auf über 30 Grad Celsius.

Nach einer Laufzeit von sechs Stunden erreichte die Wasserstoffausbeute einen Wert von 5,24 Millimol pro Quadratmeter bei der Nutzung von Glukose und 1,51 Millimol pro Quadratmeter bei vorbehandelter Zellulose. Neben dem begehrten Gas entstanden im Außenreaktor auch wertvolle organische Stoffe wie Format und Acetat.

Auf reiner Katalysator-Gewichtsbasis erzeugten die innovativen, sprühbeschichteten Platten im mittleren Maßstab 2.870 ± 780 Mikromol pro Gramm und Stunde an Wasserstoff. Im Vergleich dazu schafften die traditionell im Labor gegossenen Platten unter gleichen Bedingungen lediglich 630 ± 69 Mikromol pro Gramm und Stunde.

Herausforderungen und wirtschaftliche Aussichten

Trotz der Erfolge zeigt die technologische Entwicklung im größeren Maßstab noch deutliche Hürden auf. Beim Vergrößern des Systems von der winzigen Laborzelle auf eine mittlere Skala sank die flächenspezifische Produktionsrate um rund 50 Prozent.

Zudem drosseln komplexe Abbaupfade die Reaktionskinetik, während unvollständig abgebauter Zellulosemüll die aktiven Zentren des Katalysators blockiert und ein erhebliches Auslaugen des Kobalts nach 22 Stunden Betriebszeit gemessen wurde.

Die technoökonomische Analyse beziffert die Kosten bei einer Wiederverwendung der Trägerplatten auf 0,93 Pfund pro Millimol, während sie ohne Wiederverwendung auf bis zu 7,44 Pfund steigen. Der leitende Forscher Erwin Reisner betonte die Dringlichkeit einer Skalierung für die praktische Anwendung:

Wenn wir unseren Umgang mit den beiden Problemen – Plastikverschmutzung und saubere Energieerzeugung – wirklich ändern wollen, müssen wir einen sehr skalierbaren Weg zur Herstellung dieser Photokatalysatormaterialien und Reaktoren entwickeln – und zeigen, dass sie im Freien tatsächlich funktionieren.

Zukünftige Systemgenerationen müssen daher auf Katalysatoren setzen, die das sichtbare Lichtspektrum besser ausnutzen. Zudem wird laut Sensitivitätsanalyse der Einsatz von Solarkonzentratoren sowie die Entwicklung stabilerer Systeme entscheidend sein, um eine Produktion zu wettbewerbsfähigen Kosten zu erzielen.

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Sicherheitslücke bei Hoymiles-Wechselrichtern erlaubt Angriffe auf Solaranlagen

09. Juli 2026 um 20:09

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Sicherheitslücken bei Wechselrichtern

Der Boom von Balkonkraftwerken und Solaranlagen sorgt für grüne Energie im eigenen Vorgarten. Doch eine aktuelle Untersuchung offenbart erhebliche IT-Sicherheitslücken bei Wechselrichtern des Marktführers Hoymiles. Betroffen sind Hunderttausende Anlagen in ganz Europa, die sich im schlimmsten Fall unbefugt aus der Ferne manipulieren lassen. Die Entdeckungen zeigen, wie verwundbar die dezentrale Energiewende aktuell aufgestellt ist.

Ein Sicherheitsforscher hat in enger Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club (CCC) eklatante Mängel bei sogenannten Mikrowechselrichtern nachgewiesen. Die Schwachstellen betreffen die weitverbreiteten Balkon- und Dachsolaranlagen des chinesischen Herstellers Hoymiles. Das Unternehmen ist kein kleiner Fisch auf dem Markt, sondern besitzt nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 20 Prozent in Europa.

Die betroffenen Komponenten steuern die Einspeisung des gewonnenen Stroms und kommunizieren völlig ungeschützt über die Funkfrequenzen von 868 Megahertz sowie 2,4 Gigahertz. Weil grundlegende Sicherheitsstandards bei der Datenübertragung fehlen, könnten bei einer großflächigen Ausnutzung der Schwachstellen plötzliche Leistungseinbrüche im Gigawatt-Bereich drohen.

Während der CCC dies als systemisches Risiko für die Infrastruktur einordnet, winken die Aufsichtsbehörden ab. Begründet wird, dass die Netzbetreiber diese Ausfälle auffangen könnten.

Warum die Sicherheitslücken bei Hoymiles-Wechselrichtern so gefährlich sind

Das Ganze funktioniert technisch gesehen relativ simpel, da laut dem Bericht die vermeintlich geheimen digitalen Schlüssel zur Steuerung der Solaranlagen über Hoymiles-Wechselrichter völlig ungeschützt sind. Als geheimer Schlüssel zur Fernsteuerung der Hoymiles-Prozessoren dient ab Werk lediglich die Seriennummer des jeweiligen Geräts. Wer diese Nummer besitzt, hat im Grunde schon fast Zugriff.

Durch eine nicht dokumentierte Firmware-Funktion, einen sogenannten Rundruf, sendet jeder Wechselrichter in der Umgebung seine eigene Seriennummer unverschlüsselt in den Äther. Angreifer könnten diese IDs mit minimalem Fachwissen und geringen Kosten im Vorbeifahren abfangen. PV-Anlagen in ganzen Nachbarschaften ließen sich so mit billigen Bauteilen aus dem Fachgeschäft manipulieren.

Sobald die Seriennummer abgefangen wird, lässt sich die vollständige Kontrolle über die Inverter übernehmen. Unbefugte könnten die Geräte dann nach Belieben umkonfigurieren, die Firmware komplett löschen oder Schadsoftware aufspielen, um die Hardware dauerhaft physisch zu zerstören. Die erforderliche Angriffshardware lässt sich für koordinierte Attacken aus der Luft sogar problemlos auf eine Drohne montieren.

Das systemische Risiko für die kritische Infrastruktur

Ein weiteres drastisches Szenario ergibt sich laut CCC daraus, dass der Hoymiles Kunden aktiv in die Cloud drängt, von der aus theoretisch Hunderttausende Dachsolarkraftwerke zentral aus dem Ausland abgeschaltet werden könnten. Der rasante Ausbau von Balkonsolaranlagen erfolgt derzeit in einer Art „Wild-West-Manier“, bei der Anbieter geduldet werden, die fundamentalen IT-Sicherheitsstandards zu ignorieren.

Hoymiles reagierte im Rahmen des verantwortungsvollen Offenlegungsprozesses (oder auch „Responsible Disclosure“) irritiert bis gar nicht und stellte bisher keinen Sicherheits-Patch bereit. Auch staatliche Aufsichtsbehörden lehnen ein regulatorisches Einschreiten ab. Die Begründung der Behörden hinterlässt einen Beigeschmack: Die Netzbetreiber könnten potenzielle Leistungseinbrüche im Ernstfall ja einfach auffangen. CCC-Sprecher Dirk Engling betonte die Dringlichkeit der Lage und ordnete den Fall kritisch ein:

Schluss mit dem Wilden Westen im IoT. Dieser Fall ist ein praktisches Lehrstück dafür, warum ‚Kritische Infrastruktur‘ nicht erst bei großen Kraftwerken beginnt, sondern bereits im Vorgarten. Wenn Tausende Anlagen per Rundruf abgeschaltet werden können, ist das ein systemisches Risiko.

Sicherheitslücken bei Wechselrichtern: Was Betreiber tun können

Wer eine originale Datenübertragungseinheit (DTU) von Hoymiles betreibt, sollte unverzüglich ein starkes Passwort setzen. Das schafft zumindest eine minimale Hürde für Gelegenheitsangreifer, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz. Das Paradoxe daran ist, dass ein Passwort das unbefugte Aufspielen einer fremden Firmware über die Funkschnittstelle nicht verhindert.

Angesichts dessen ruft der CCC die OpenDTU-Community und unabhängige Sicherheitsforscher dazu auf, gemeinschaftlich einen Open-Source-Patch oder eine alternative Firmware für die Funkmodule zu entwickeln. Ziel ist eine verlässliche Lösung, die auf echter Kryptografie wie dem Advanced Encryption Standard (AES) basiert. Zur Wahrung der technologischen Souveränität muss die Steuerung von Energieanlagen dauerhaft lokal und sicher möglich sein, anstatt von ausländischen Cloud-Servern abzuhängen.

Anlagenbetreiber sollten die „Blackbox“ im eigenen Stromkasten ab jetzt kritisch hinterfragen, aufmerksam bleiben und nach Möglichkeit auf transparente Open-Source-Lösungen setzen. Gleichzeitig steht die Politik in der Pflicht: Der CCC fordert bereits ein EU-weites Verbot der Marktzulassung für Geräte, die Firmware-Updates ohne Authentifizierung via Funk akzeptieren.

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