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Datenschutz scheint ein reines Buzzword geworden zu sein, für das sich kaum noch jemand wirklich interessiert. Smart Glasses filmen uns, KI-Agenten fordern unsere privaten Daten und Smart Watches hören Gespräche mit. Trotzdem lesen fast 90 Prozent der Deutschen die jeweiligen Datenschutzerklärungen entweder gar nicht oder nur oberflächlich. Big Tech nimmt die von uns verschenkten Daten natürlich gerne an Eine kommentierende Analyse.
Dass fast 90 Prozent der Deutschen die Datenschutzerklärungen gar nicht oder nur teilweise lesen, ist keine große Überraschung. Wer hat schon Lust, sich mit den oft langen und langweiligen Texten zu befassen, wenn man doch viel lieber die spannende Technik oder App ausprobieren möchte, die sich dahinter verbirgt? Auch ich klicke die Dialoge häufig weg, obwohl ich mich mit dem Thema beruflich beschäftige. Der Mensch ist nun mal bequem.
Das viel größere Problem sind die 55 Prozent der Menschen, die meinen, keine Wahl zu haben. Die einfach kapitulieren. Sie machen die Einwilligung zu einem Ritual. Denn was in den Texten steht, spielt damit keine Rolle mehr. Und es kommt ein zweites Problem hinzu: Mit den neuen Tech-Gadgets entscheidet man nicht mehr nur für sich. Kamerabrillen filmen uns, und Smart Watches hören uns ab – alles, ohne dass wir eine Erklärung abgesegnet haben.
Das System an sich scheint also überholt zu sein. Zum einen, weil die meisten Nutzer die Datenschutzerklärungen nicht mehr lesen, und zum anderen, weil von der Technik betroffene Menschen diese überhaupt nicht vorgelegt bekommen.
Nicht jedes neue Gerät oder Feature sollte direkt verteufelt werden, und die Schutzmechanismen wirken meist durchdacht. Doch die angesprochenen Probleme werden von den Herstellern gekonnt unter den Tisch gekehrt. Oder anders: Das Problem ist nicht die Technik, sondern wie selbstverständlich wir sie in unseren Alltag integrieren, ohne uns Gedanken über den Datenschutz zu machen.
Dass viele Nutzer die negativen Aspekte wehrlos hinnehmen, liegt auch am rasanten Tempo, mit dem neue Technik auf den Markt kommt. Beinahe im Wochentakt erscheint ein Gerät, das noch einen Schritt weiter geht. Wer nicht in der Tech-Branche arbeitet, findet kaum die Zeit, sich mit all den neuen Funktionen und Methoden zur Datenanhäufung zu beschäftigen. Diese vielen kleinen Schritte verleiten dazu, uns wehrlos zu ergeben. Würden sie alle zeitgleich stattfinden, wäre der Aufschrei viel größer.
Alleine die Nutzer in die Pflicht zu nehmen, sich stundenlang mit Datenschutzerklärungen zu beschäftigen, ist nicht nur unrealistisch, sondern würde auch zu kurz greifen. Das Häkchen unter den Erklärungen darf nicht mehr alternativlos sein. Es braucht kurze und transparente Texte. Überall KI einzusetzen, ist keine Lösung, doch in dem Fall könnte die Technologie tatsächlich helfen, die Hinweise leichter verdaulich zu machen.
Zudem müssen Dritte mit einbezogen werden, wenn Technik nicht mehr nur den jeweiligen Nutzer, sondern auch seine Umgebung betrifft. Dass die Bundesnetzagentur Smart Glasses mit verbauten Kameras prüft, ist immerhin ein gutes Zeichen. Unsere Gesellschaft kann nicht mehr einfach ein neues Gerät nach dem anderen akzeptieren und in den Alltag integrieren, während der Datenschutz als anstrengend und nervig abgetan wird.
Ich glaube nicht, dass Datenschutz den Menschen wirklich egal ist. Wir haben nur akzeptiert, dass es unmöglich ist, ihn durchzusetzen. Und das ist ein Problem, das von der Politik und von unabhängigen Institutionen gelöst werden muss. Wenn man uns das Gefühl gibt, wieder eine Wahl zu haben, würden sich die meisten von uns vermutlich auch wieder mit der Thematik beschäftigen und der Apathie entfliehen.
Dieser Zustand der Resignation ist gefährlich, denn er ermöglicht es der Tech-Industrie, unseren Alltag nach Belieben zu beeinflussen. Erst wenn es Gegenwehr gibt, sehen sich die Milliardäre hinter den großen Unternehmen genötigt, sich wirklich Gedanken um unseren Datenschutz zu machen. Ansonsten werden sie sich bei den nächsten Geräten gar nicht erst fragen, ob wir für die nächsten Schritte bereit sind – sondern einfach davon ausgehen.
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WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion, auf die viele Nutzer schon lange gewartet haben dürften. Denn künftig sollen sich Nachrichten im Voraus planen und zu einem festgelegten Zeitpunkt automatisch verschicken lassen. Diese Nutzer können das neue Feature bereits testen.
WhatsApp gehört für Millionen Menschen weltweit inzwischen fest zum Alltag dazu. Ob kurze Nachrichten, Fotos oder Anrufe – der Messenger aus dem Hause Meta wird für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt.
Trotzdem fehlen der beliebten App noch immer einige praktische Funktionen, die sich viele Nutzer schon lange wünschen. Eine davon könnte nun endlich Einzug halten.
Denn wie WABetainfo berichtet, arbeitet WhatsApp an einer Planungsfunktion für Nachrichten. Nutzer können damit Nachrichten schreiben und zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt automatisch verschicken zu lassen.
Bisher müssen Nutzer bei WhatsApp ihre Nachrichten noch direkt selbst verschicken. Doch das soll sich nun ändern, denn der Messenger arbeitet an einer Möglichkeit, Mitteilungen im Voraus zu verfassen und zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch versenden zu lassen.
Erste Nutzer des Updates der WhatsApp-Beta für Android mit der Version 2.26.40.7 können das neue Feature bereits testen. In den kommenden Wochen soll die Funktion dann auch für mehr Nutzer zur Verfügung stehen. Empfangen kann geplante Nachrichten jedoch jeder Nutzer, auch wenn er selbst noch keine senden kann.
Die neue Funktion gilt sowohl für den Versand von Textnachrichten und Links, als auch für Fotos und Videos. Bei Fotos und Videos kann allerdings immer nur ein Element im Voraus geplant werden, der Versand von mehreren Fotos oder Videos gleichzeitig ist nicht möglich.
Das neue Feature kann außerdem in Einzel- und Gruppenchats genutzt werden und ist mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kompatibel. In Gruppenchats wird die geplante Nachricht jedoch nur für die Nutzer sichtbar, die zum Planungszeitpunkt auch Teil der Gruppe waren. später hinzugefügte Nutzer sehen die geplante Nachricht nicht.
Nutzer legen über das neue Feature einen Sendezeitpunkt für ihre Nachricht fest. Diese wird dann auch verschickt, wenn das entsprechende Gerät gerade offline oder die App geschlossen ist.
Willst du eine Nachricht bei WhatsApp im Voraus planen, kannst du diese ganz normal in dem jeweiligen Chat verfassen. Durch langes Drücken der Senden-Taste öffnet sich dann ein Menüfeld am unteren Bildschirmrand.
Hier kannst du den gewünschte Sendezeitpunkt auswählen. Der frühestmögliche Zeitpunkt für den Versand einer geplanten Nachricht liegt zehn Minuten in der Zukunft. Bis zu zwei Wochen im Voraus können Nachrichten insgesamt geplant werden.
Auch das Verändern von geplanten Nachrichten wird mit dem neuen Feature möglich sein. In den Chat-Informationen wird es einen Bereich geben, in dem Nutzer ihre geplanten Nachrichten vor dem Versand noch einmal verwalten können.
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