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Immer mehr Menschen kehren Social Media aufgrund digitaler Erschöpfung den Rücken. Laut einer aktuellen Analyse hat fast jeder Zweite schon einmal eine App gelöscht, weil sie Stress oder Angst ausgelöst hat. Kein Wunder: Die Plattformen tun alles dafür, ihre Nutzer mit psychologischen Tricks in einer Endlosschleife aus Likes, Benachrichtigungen und der Angst, etwas zu verpassen, gefangen zu halten. Eine kommentierende Analyse.
Die zunehmende digitale Erschöpfung vieler Nutzer ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich schon seit Jahren abzeichnet. So manch einer mag sich vielleicht noch an eine Zeit erinnern, in der digitale Medien wirklich sinnvoll und hilfreich waren; ja sogar Spaß gemacht haben.
Diese Zeit ist längst vorbei. Denn: Mittlerweile überwiegen die negativen Folgen, die leider weit über Erschöpfung hinausgehen. Die meisten Plattformen sind zu einem Sammelbecken aus Neiddebatten, Hass, Desinformation und Werbung verkommen und machen immer mehr Menschen süchtig.
Ja, sogar körperliche Symptome wie der sogenannte Smartphone-Finger oder -Nacken zeichnen sich ab. Warum? Weil die Plattformbetreiber ihren Nutzern mit psychologischen Tricks und Maschen permanente Aufmerksamkeit abverlangen. Wer nicht mitspielt, hat nämlich schnell das Gefühl, etwas zu verpassen. Wer mitspielt, ist irgendwann erschöpft, schafft den Absprung aber dennoch nicht.
Ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel sozusagen. Klar: Niemand wird gezwungen, rund um die Uhr online zu sein. Es wäre aber naiv, die Geschäftsmodelle der Tech-Konzerne auszublenden und Social-Media-Sucht mitunter nicht als Krankheit zu betrachten.
Denn: Menschen wie Mark Zuckerberg und Co. sind mittlerweile die vielleicht größten Drogenhändler der Welt. Die traurige Folge all dessen: Digitale Medien fressen nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Sie spalten und verrohen die Gesellschaft und machen unsere Welt mittlerweile schlechter.
Für Instagram, Facebook, TikTok und Co. könnte die zunehmende digitale Erschöpfung ihrer Nutzer zu einem Problem werden. Denn ihr Geschäft lebt davon, dass Menschen möglichst viel Zeit auf ihren Plattformen verbringen und vor allem: immer wieder zurückkommen.
Wenn aber immer mehr Nutzer bewusst digitale Medien meiden, gerät dieses Prinzip ins Wanken. Die Betreiber selbst trifft dabei zumindest eine Teilschuld. Denn wer versucht, seine Nutzer durch immer aggressivere Algorithmen in eine Art Abhängigkeit zu drängen, muss sich nicht wundern, wenn viele irgendwann nicht mehr können oder wollen.
Ich befürchte aber, dass die wenigsten zu dieser Erkenntnis kommen und ihre Plattformen nutzerfreundlicher gestalten werden. Vielmehr dürfte das Gegenteil der Fall sein, sodass Empfehlungen, Algorithmen und neue Funktionen noch aufdringlicher werden, um Nutzern noch mehr Sorgen aufzudrängen und sie unterschwellig zum Bleiben zu treiben.
Doch das wird sich hoffentlich rächen. Bereits jetzt sind etwa Apps, Geräte oder Strategien auf dem Vormarsch, um auf digitale Medien zu verzichten. Die zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft trägt ebenso einen Teil dazu bei. Denn der Ton in sogenannten sozialen Netzwerken wird immer niveauloser und rauer.
Vor allem wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht, ist deshalb auch die Politik gefragt, die Plattformbetreiber in die Pflicht zu nehmen. Netzwerke, die wiederum von sich aus Inhalte moderieren und Nutzer nicht überfrachten, könnten zu den heimlichen Gewinnern einer traurigen Entwicklung werden.
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