Dezentrale soziale Netzwerke versprechen einen neuen Ansatz bei der Kommunikation. Denn Nutzer erhalten die Kontrolle über ihre Daten und Konten zurück, ohne an eine einzelne Plattform gebunden zu sein. Das AT-Protokoll spielt dabei eine große Rolle.
Die heutigen Platzhirsche bei den sozialen Netzwerken zeichnet vor allem ein Aspekt aus: Sie sind zentralisiert organisiert. Das bedeutet, dass Nutzer häufig an den Anbieter gebunden sind und keine Hoheit über ihre Daten besitzen. Doch das könnte sich künftig ändern. Und zwar dank des sogenannten Authenticated Transfer Protocols.
Was ist das AT-Protokoll – und wie funktioniert es?
Das AT-Protokoll organisiert die Verteilung digitaler Informationen von Grund auf neu. Digitale Identitäten basieren nicht mehr auf klassischen Benutzernamen, sondern auf kryptografisch gesicherten Identitäten, die auf eigenen Domain-Namen basieren. Dadurch lagern sämtliche Inhalte wie Beiträge, Kommentare oder Gefällt-Mir-Angaben in einem sogenannten Repository.
Bei einem solchen Repository werden Daten so strukturiert, dass sie lückenlos nachvollziehbar sind. Diese Struktur ist mit einem digitalen Logbuch vergleichbar, in dem alle Aktionen niedergeschrieben sind, die Nutzer auf der jeweiligen Plattform ausgeführt haben. Ist etwas unstimmig, kann man in dem Logbuch blättern und nachvollziehen, ob etwas tatsächlich so passiert ist.
Du entscheidest, wie Informationen dargestellt werden
Auch der Austausch von Informationen funktioniert etwas anders. Wer auf Reddit surfen will, geht dazu entweder auf die Reddit-App oder über die offizielle Reddit-Website. Anderen Wegen wurde bereits vor einigen Jahren der Riegel vorgeschoben. Beim AT-Protokoll ist das anders. Über ein weltweites Netzwerk namens Lexicon tauschen beteiligte Server ausschließlich strukturierte Inhalte aus, statt ganze Websites zu übertragen.
Das bedeutet, dass Nutzer selbst entscheiden können, wie sie Informationen konsumieren. Sei es über eine offizielle Website, eine Drittanbieter-App oder selbstständig aufbereitete Daten. Persönliche Mitteilungen und Erwähnungen laufen dabei über individuelle Datenserver, während großflächige Suchanfragen, globale Trends sowie komplexe Algorithmen durch spezialisierte Indexierungsdienste verarbeitet werden.
Wie das AT-Protokoll Daten und Reichweite entkoppelt
Durch diese Aufteilung trennt das AT-Protokoll die Veröffentlichung von Inhalten konsequent von deren tatsächlicher Reichweite. Das System funktioniert dabei wie ein Baukasten. Einzelne Elemente wie der Server-Anbieter lassen sich jederzeit austauschen. Bei einem Wechsel des Anbieters bleibt die eigene digitale Identität mitsamt allen bestehenden Verknüpfungen vollständig erhalten.
Fällt ein Server aus oder wird der Betrieb eingestellt, schützt ein integrierter Sicherheitsmechanismus vor unbeabsichtigtem Datenverlust. Denn Nutzer können jederzeit mit einem speziellen Wiederherstellungsschlüssel ihr Konto ohne Unterstützung einer dritten Partei wiederherstellen und auf einen neuen Server übertragen.
Herausforderungen für Entwickler und die Infrastruktur
Trotz dieser Flexibilität hat die Architektur auch ihre Macken. Lokale Sicherungskopien auf Nutzer-Endgeräten sind etwa durch den verfügbaren Speicherplatz begrenzt. Zudem ist die Entwicklung einer solchen Plattform aufgrund der Flexibilität etwas aufwendiger.
Daher hängt der langfristige Nutzen primär von der Nachfrage ab. Doch gelingt der Aufbau einer solchen Infrastruktur, kann das System Nutzer dauerhaft vor der Kontrolle einzelner Gatekeeper wie Meta oder X schützen. Das AT-Protokoll stellt somit einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Souveränität über persönliche Daten zurück in deine Hände zu legen.
Gehirn-Computer-Interfaces versprechen Hoffnung für viele Menschen, doch was bedeutet das für den Datenschutz? Wie sicher sind unsere intimsten Gedanken noch in einer futuristischen KI-Welt?
Wie sieht die Zukunft aus? Über diese Frage rätseln viele von uns. Ein mögliches Szenario ist, dass eines Tages eine Art Mensch-Maschine-Interface eingesetzt wird, um unser Gehirn mit der Außenwelt verbinden zu können. Sogenannte Gehirn-Computer-Interfaces (BCI) tragen bisher nur weniger als 100 Menschen. Das Potenzial ist dennoch groß.
So ermöglichten 253 auf der Gehirnoberfläche platzierte Elektrode bei der gelähmten Patientin Ann Johnson etwa wieder eine Teilnahme am Leben. Sie kann damit über einen Avatar und eine verbundene Sprachausgabe bis zu 78 Wörter pro Minute sprechen. Das dahinterliegende Decodierungssystem entstand an der Universität Texas und benötigte lediglich 16 Stunden Podcasts als Training.
Oft ist unklar, was mit den Gehirndaten passiert
Eine Studie der Neurorights Foundation aus dem April 2024 unter 30 sogenannten Konsumenten-Neurotech-Unternehmen zeichnet ein klares Bild. Häufig weisen diese demnach noch erhebliche Lücken beim Datenschutz auf. 29 dieser Unternehmen konnten uneingeschränkt auf die Gehirndaten von Testpersonen zugreifen. Davon behielten sich zwei Drittel vor, diese Daten auch an Dritte weiterzugeben.
Das hat weitreichende Auswirkungen. Denn sobald Gehirndaten an Dritte verkauft werden, greift die ursprüngliche Nutzervereinbarung nicht mehr. Dadurch verlieren Verbraucher den Anspruch auf Schutz dieser Daten. Außerdem gibt es auf diesem Feld noch kaum gesetzliche Regulierungen, weshalb Daten teils unkontrolliert ausgetauscht werden können.
Doch es gibt auch Positivbeispiele: So hat Chile bereits den Schutz von Gehirnaktivitäten und -daten durch eine Änderung in der Verfassung verankert. Auch der US-Bundesstaat Colorado hat im April 2024 die eigenen Datenschutzgesetze angepasst, um Gehirndaten zu schützen.
Können wir bald unser Gehirn monetarisieren?
Denkbar sind Szenarien, in denen jeder von uns seine Gehirndaten monetarisieren könnte. Neurowissenschaftler Jack Gallant spricht von einem „Thinking Hat“. Probanden erhielten etwa bereits 30.000 US-Dollar pro Jahr dafür, dass sie ihre Gedanken im Alltag über Gehirnscans teilten. Steht uns also eine Zukunft bevor, in der Data-Mining auch in unserem Gehirn stattfindet?
Bereits heute gelingt es Neurowissenschaftlern Wörter, Emotionen und abstrakte Gedanken von Menschen über das Gehirn zu entschlüsseln. In Experimenten gelang es sogar mittels optogenetischer und holografischer Lasersysteme Warnmeldungen direkt in das Gehirn von Tieren einzupflanzen, ohne dass die Testobjekte einen Unterschied vernahmen.
Eine neue Einnahmequelle für die großen Werbeunternehmen
Geht es um Patente und öffentliche Informationen wird deutlich, dass Technologiekonzerne wie Apple, Meta und Snap derzeit Lösungen entwickeln, um Gedanken in Steuerbefehle zu übersetzen. Vielleicht dauert es also nicht mehr lange, bis erste Gehirn-Computer-Schnittstellen alltagstauglich werden.
Denkbar ist zudem die Entwicklung eines Bereichs namens „Neuromarketing“. Dabei könnten Werbetreibende unterbewusste Reaktionen von Menschen auslesen, um ihre Produkte durch tiefe psychologische Einblicke besser zu platzieren. Je nach Stimmung würden wir dann unterschiedliche Variationen der gleichen Anzeige sehen.
Gehirn-Computer-Interfaces bringen auch Hoffnung für erkrankte Personen
Trotzdem gibt es auch Hoffnung. Denn wie bereits erwähnt können solche Systeme auch Lebensqualität zurückbringen. Gelähmte könnten etwa wieder kommunizieren, während Ärzte möglicherweise psychische Erkrankungen besser diagnostizieren und behandeln können.
Trotzdem sollten wir uns zeitnah die Frage stellen, wie wir unsere wichtigsten und intimsten Informationen langfristig schützen können. Denn gelangen die Daten in die falschen Hände, dürfte der persönliche Schaden für viele enorm sein.
Asus hat mit dem ROG Rapture GT-BN98 einen der ersten kommerziell verfügbaren Wi-Fi-8-Router auf den Markt gebracht – zunächst in Kanada. Für Europa ist die Markteinführung im Oktober angekündigt.
Am Mittwochvormittag stand in Halle 6.2a der Messe Berlin ein Autoscooter, aufgebaut, aber noch abgesperrt, die Wagen noch unter Planen. Daneben tackert ein Mann ein Plakat an eine Stellwand. Bohren, Schleppen, Rufen. Und hier sollen übermorgen Zehntausende durchlaufen? Ein Besuch der IFA 2026.
Sie kriegen es hin, sie kriegen es jedes Jahr hin. Wer wie ich seit einigen Jahren zu den IFA-Pressetagen kommt, hat aufgehört, sich darüber zu wundern und die Baustelle als das genommen, was sie ist: die einzigen zwei Tage, an denen man mit Leuten reden kann, deren Sätze noch nicht seit vier Tagen durchgeschliffen sind. Man sieht außerdem, welche Flächen dieses Jahr „groß“ und welche „klein“ sind, bevor Menschenmassen diese ein paar Tage später überlagern. Dieses Jahr blieben mir dabei zwei große Gedanken im Kopf.
Die IFA will Erlebnis sein
Der erste ist der Autoscooter selbst. Er steht nicht zufällig da. Die IFA 2026 hat Creator Lounges, in denen Streamer live produzieren. Sie hat wieder einen Sommergarten mit Konzerten von BUNT, Luciano und Ikkimel. Es gibt einen Robotik-Laufsteg und Roboterfußball. Sie hat einen Mobility Track zum Probefahren, einen Beauty Hub, eine neue Familienwelt namens IFA Playbox. Und eben ein Fahrgeschäft, dessen Fahrten kostenlos sind – was, so viel Prognose sei erlaubt, am Wochenende einige Nerven kosten wird.
Wer wie ich im Frühjahr auf der OMR war, hat dort ebenfalls einen Autoscooter gesehen. Wer die Gamescom kennt, kennt die dahinterliegende Logik: Eine Messe ist heute dann erfolgreich, wenn Menschen dort etwas erleben, das sich fotografieren lässt. Reichweite entsteht nicht mehr in der Fachpresse allein, sondern in den Feeds der Besucher.
Autoscooter bei der IFA? Vor einigen Jahren noch ein Ding der Unmöglichkeit. (Bild: BASIC thinking)
Neu ist die Publikumsöffnung nicht. Die IFA war nie eine geschlossene Fachveranstaltung, sie ist seit jeher beides – Publikumsschau und Fachmesse. Das war immer ihr Unterschied zu anderen (reinen Fachmessen) wie der CES. Was sich dieses Jahr besonders verschiebt, ist die Gewichtung, und dahinter steht eine Struktur, über die man reden sollte.
Seit Ende 2022 verantwortet die IFA Management GmbH die Messe, ein Joint Venture aus der gfu, die die Markenrechte hält, und dem britischen Eventveranstalter Clarion Events. Die Messe Berlin ist im Wesentlichen zur Vermieterin des Geländes geworden. Clarion bringt Erfahrung mit großen Erlebnisformaten mit. Man sieht sie in diesem Jahr.
An der Spitze steht seit Oktober 2023 Leif Lindner, gebürtiger Berliner, davor lange bei Samsung Deutschland und bei Sony. Lindner sagt die Richtung offen: Im Ausland würden Messen wie die IFA in der Regel als Show gesehen, punktuell als Festival. Entertainment gehöre dazu. Und er sagt auch, warum: Das erste Halbjahr war für die Home-Elektronik-Branche schwierig, die Sparneigung in Deutschland sei überdimensional hoch, der stockende Wohnungsneubau werde für die Hausgerätehersteller schnell zum massiven Problem. Aufgabe der IFA sei es in diesem Umfeld, die Motivation der Menschen zu erhöhen, überhaupt Geld für Elektronik auszugeben.
Das ist ehrlich formuliert. Es beschreibt aber auch eine Verschiebung im Selbstverständnis. Eine Messe, die Kauflaune erzeugen soll, ist etwas anderes als eine Messe, auf der Sortimente fürs vierte Quartal geordert werden.
Wer nicht mehr da ist
Das Zweite, was man an den Pressetagen sieht, ist eine Leerstelle. Der City Cube, jahrelang Samsungs Bühne, ist in diesem Jahr anders belegt – Acer übernimmt einen großen Teil, in der unteren Ebene sitzt neu die „Retail Innovation Zone“ mit Euronics, Electronic Partner und Expert. Samsung selbst ist nicht mehr auf dem Gelände. Der Konzern zeigte seine Neuheiten der Presse im Humboldt Carré am Gendarmenmarkt, mehrere Kilometer entfernt. Offiziell bleibt das Teil des IFA-Programms, Samsung ist sogar Hauptsponsor des Creator Hub. Nur eben nicht in den Hallen.
Samsung zeigte seine Produktneuheiten nicht mehr auf der Messe, sondern abseits. (Bild: Samsung)
Aus dem Handel kam dazu deutliche Kritik. Kein Händler, so sinngemäß der Euronics-Vorstandssprecher, werde während der Messetage extra vom Gelände fahren und wieder zurück. Wer zur IFA kommt, kommt, um Termine zu bündeln.
Ein anderer etablierter Player im Markt, Sony, bespielte die Media Days mit einem dreistündigen Presse-Event im Palais am Funkturm, unter NDA, Zugang nur mit persönlicher Einladung. Neuheiten unter kontrollierten Bedingungen statt Stand im Trubel.
Wenn Samsung vorführt, dass sich die IFA-Medienwoche nutzen lässt, ohne wirklich auf der IFA zu sein, schauen andere sehr genau hin. Für eine Messe, die gerade auf Erlebnis und Reichweite setzt, ist das ein unangenehmer Widerspruch: Die größten Namen liefern die Show inzwischen selbst, an eigenen Orten.
Wer die Flächen übernimmt
Die Leerstelle bleibt nicht leer. Wenige Hallen weiter wird an einem Stand gebaut, der selbst im halbfertigen Zustand alles überragt: Xiaomi, über 3.300 Quadratmeter, erste eigene große IFA-Präsenz überhaupt. Der Konzern bringt sein Ökosystem „Human × Car × Home“ nach Europa – vernetzte Endgeräte, Smart Home, Mobilität in einer einzigen Erzählung. Dazu ein neues faltbares Smartphone mit selbst entwickeltem Prozessor und ein humanoider Roboter, der Besucher mit Gesten begrüßt und laut Unternehmen in der eigenen Autofabrik erprobt wird.
Xiaomi zeigte neben ihren Autos auch einen humanoiden Roboter auf der IFA 2026. (Bild: Xiaomi)
Anker zeigt den größten Stand der Firmengeschichte und räumt gleichzeitig die eigene Markenarchitektur auf: Soundcore und Eufy verschwinden schrittweise, alles läuft künftig unter Anker. Dazu ein Mähroboter ohne Begrenzungsdraht, der den Garten bei der ersten Fahrt selbst vermisst, und der Einstieg in den Markt für Hörhilfen. Die Firma Dreame geht erstmals über die Reinigungssparte hinaus und zeigt unter anderem einen Saugroboter, der mit 180 Grad heißem Dampf wischt. Dazu Roborock, Ecovacs, Narwal, Tineco, MOVA.
Das ist keine Randerscheinung, sondern Marktrealität: Bei Saugrobotern lagen Dreame und Roborock 2025 in Deutschland nach Stückzahlen an der Spitze.
Und es hat einen Kontext, der die Größe dieser Auftritte erklärt. Die US-Regulierungsbehörde FCC hat Ende Juli 2026 ausländische Robotik auf die sogenannte Covered List gesetzt. Neue Modelle von Roborock, Ecovacs, Dreame, Xiaomi und Narwal bekommen damit faktisch keinen US-Marktzugang mehr – fünf Marken, die 2025 zusammen rund zwei Drittel des globalen Saugroboter-Marktes hielten. Wer in Washington ausgesperrt wird, baut in Berlin größer. Europa ist für diese Hersteller gerade kein Nebenmarkt mehr, sondern der Markt.
Ein Berliner Mittelständler redet über Fertigung
Vor diesem Hintergrund war eine der bemerkenswertesten Veranstaltungen dieser Pressetage die eines Unternehmens ohne humanoide Roboter im Gepäck. AVM, das inzwischen konsequent nur noch FRITZ! heißt, hat im Juli seinen 40. Geburtstag gefeiert und nutzte das Media-Briefing auffällig prominent für eine Botschaft, die vor fünf Jahren im Kleingedruckten gestanden hätte: Entwickelt wird seit 1986 in Berlin. Gefertigt wird in Europa. 925 Mitarbeitende, 630 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025. Das Engagement für die digitale Souveränität Europas stand sogar in der offiziellen Programmankündigung.
Tatsächlich eine Box: Die neue Fritz!-Box bei der Präsentation auf der IFA 2026 (Bild: BASIC thinking)
Produktseitig ging es um handfeste Dinge – die neue FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 mit Triband-Wi-Fi 7, eine 6690 Pro fürs Kabelnetz, ein Quadband-Repeater mit bis zu 18 GBit/s, eine 5G-Box für Regionen mit Breitbandlücken. Aber die eigentliche Erzählung war eine andere. Der Router ist das Gerät, durch das der gesamte Datenverkehr eines Haushalts läuft. Wer ihn baut und wo er gebaut wird, ist keine Logistikfrage.
Man kann das als Marketing lesen, und ein Teil davon ist es. „Made in Europe“ ist ein Verkaufsargument, gerade jetzt. Aber es ist bezeichnend, dass ein Berliner Mittelständler auf einer Messe, deren größte neue Flächen von chinesischen Konzernen belegt werden, seine Herkunft zum zentralen Argument macht. Das ist die europäische Antwort auf die Verschiebung, die diese IFA sichtbar macht: nicht bessere Spezifikationen, sondern Vertrauen, Datenschutz, Lieferketten. Ob dieses Argument im Massenmarkt trägt, wenn der Wettbewerber gleichzeitig mehr Funktionen zum halben Preis liefert, ist offen. Auf der IFA 2026 wurde die Frage zumindest gestellt.
Freitag, zwölf Uhr
Am Freitag um zwölf öffnen die Hallen für das Publikum. Die Kabeltrommeln sind weg, die Folien von den Autoscooter-Wagen abgezogen, das Plakat hängt gerade. Kein Bohren mehr, kein Gabelstapler. Stattdessen: Menschen. Fünf Tage lang, bis Dienstag.
Sie haben es wieder hingekriegt.
Die Frage ist nur, was genau sie hingekriegt haben. Die beiden Beobachtungen dieser Messe hängen zusammen, enger als es zunächst wirkt. Die IFA lernt von der Gamescom, weil sie muss – wenn die traditionellen Großaussteller eigene Bühnen bauen, braucht die Messe andere Gründe, warum Menschen kommen. Und sie kann von der Gamescom lernen, weil neue Aussteller nachrücken, die genau diese Aufmerksamkeit brauchen: Hersteller, denen der US-Markt gerade zugeht und für die Europa deshalb zur entscheidenden Bühne wird.
Der Autoscooter und der Xiaomi-Stand sind keine zwei unabhängigen Beobachtungen. Sie sind zwei Seiten derselben Verschiebung. Und dazwischen steht ein Berliner Router-Hersteller, der auf einer Bühne über Fertigungsstandorte spricht, weil das plötzlich wieder eine Position ist, die man einnehmen muss.
Am Mittwoch sah das alles noch aus wie eine Baustelle. Es war vielleicht die ehrlichste Perspektive auf diese Messe, die man in diesem Jahr haben konnte.
DVB-I ist ein offener Standard, dessen Ziel es ist, lineares Fernsehen über das Internet genauso komfortabel und zuverlässig nutzbar zu machen, wie Fernsehen über die etablierten Rundfunk-Empfangswege DVB-S/S2 für Satellit, DVB-T/T2 für digitales Antennenfernsehen und DVB-C für digitales Kabel-TV.
Der Refurbished-Anbieter Swappie hat sein Portfolio neben iPhones und iPads auch auf Apple-Notebooks ausgeweitet. Wir haben das 15 Zoll große MacBook Air mit M4-Chip in der höchsten Zustandsstufe „Premium“ und der gebuchten Option „Neue Batterie“ getestet. Unser Praxistest zeigt, wie gut die Aufbereitung tatsächlich ist und ob sich der Kauf gegenüber Neuware im Handel finanziell lohnt.
Refurbished und gebraucht: MacBook Air von Swappie im Test
Unser Testgerät: Ein gebrauchtes MacBook Air mit M4-Chip von Swappie aus der Premium-Kategorie. Es wird in einer eigenen, flachen Kartonverpackung geliefert, die im Inneren gut gepolstert ist. Ein Ladekabel liegt leider nicht im Lieferumfang bei.
Der optische Zustand unseres Testgeräts in der Gehäusefarbe Mitternacht rechtfertigt die Einstufung „Premium“ vollkommen. Auf dem Aluminiumgehäuse sind weder am Displaydeckel noch an der Unterseite Kratzer oder Gebrauchsspuren zu finden. Auch der Bildschirm, das Trackpad und die Tastatur wirken wie bei einem fabrikneuen Gerät ab Werk.
Das Swappie refurbished MacBook wird in einer schlichten DHL-Versandtasche geliefert (Bild: BASIC thinking)
Technische Überprüfung: Akku, SSD und Tastatur-Layout
Unter der Haube steckt ein Apple M4-Chip mit 10-Core CPU und 10-Core GPU, kombiniert mit 16 GB Arbeitsspeicher und einer 256 GB großen SSD. Da wir das Gerät mit der Zusatzoption „Neue Batterie“ geordert haben, zeigt der Blick in das macOS-Systemprofil hervorragende Werte: Die verbleibende Maximalkapazität wird mit 100 Prozent ausgewiesen, die Zahl der Ladezyklen liegt im einstelligen Bereich.
Das refurbished MacBook wird in der „Premium“ Kategorie mit einem neuen Akku ausgeliefert (Bild: BASIC thinking)
Die Überprüfung der SMART-Daten ergibt zudem eine bisherige SSD-Betriebsdauer von nur wenigen Stunden. Den integrierten Hardware-Test über die Apple-Diagnose besteht die gesamte Hardware ohne Einschränkungen. Bezüglich des Tastatur-Layouts gab es bei unserem Testmodell keine Besonderheiten, da direkt ein originales deutsches QWERTZ-Layout verbaut war.
Performance und Alltagsnutzung
Der verbaute M4-Chip verrichtet seine Arbeit gewohnt souverän und leise. Da das MacBook Air passiv gekühlt wird, bleibt es auch unter Dauerlast völlig lautlos. Ob alltägliche Office-Aufgaben, Multitasking oder der Schnitt von hochauflösenden Video-Streams: Das 15-Zoll-Display bietet viel Arbeitsfläche und die Performance liegt auf dem gewohnten Level eines aktuellen Apple-Laptops.
Preisvergleich: Wann sich die „Premium“-Stufe nicht rechnet
Für das getestete MacBook Air M4 15 Zoll mit 16 GB RAM, 256 GB SSD, 10-Core CPU/GPU und neuem Akku fallen beim Kauf über Swappie 1.189,00 Euro an (Stand: 10. August 2026). Ein genauer Blick auf die aktuelle Marktlage zeigt hier jedoch ein deutliches Einsparpotenzial-Problem für Käufer.
Vergleichbare Neuware beziehungsweise Angebote bei etablierten Fachhändlern liegen für diese Konfiguration oft bei rund 1.199,00 Euro. Inzwischen ruft Swappie für dasselbe gebrauchte Setup in der Premium-Klasse sogar 1.215,00 Euro auf. Damit ist das generalüberholte Modell bei Swappie teurer als Neuware im freien Handel. Hauptverantwortlich dafür ist der Aufpreis für den neu verbauten Akku sowie die Einwertung in die höchste Optik-Kategorie.
Swappie bietet als Ausgleich zwar eine 36-monatige Garantie sowie ein 30-tägiges Rückgaberecht, was über den gesetzlichen Standards liegt. Rein preislich verliert die höchste Zustandsstufe bei sehr aktuellen Modellreihen wie der M4-Generation jedoch ihren sonst üblichen Preisvorteil. Richtig Einsparpotenzial gibt es erst bei den älteren Modellen, die meist 100 bis 200 Euro günstiger sind als die Neuware. Diese sind jedoch bei vielen Modellen nicht verfügbar, was das Angebot deutlich verringert.
Fazit: Refurbished Macbook Air von Swappie
Das von Swappie gelieferte MacBook Air M4 15 Zoll hinterlässt technisch wie optisch einen einwandfreien Eindruck und unterscheidet sich im Alltag nicht von einem Neugerät.
Wer jedoch zur höchsten Zustandsstufe „Premium“ greift und zusätzlich einen frischen Akku bucht, zahlt fast den identischen oder sogar einen höheren Preis als für Neuware bei anderen Online-Händlern.
Attraktiv ist das Refurbished-Angebot in diesem Fall vor allem für Käufer, die primär Wert auf die dreijährige Verkäufergarantie legen. Wer sich jedoch mit einem geringwertigeren Zustand zufrieden geben kann, der kann ein paar Euro beim Kauf sparen, indem er eine günstigere Kategorie auswählt.
Wissenschaftler haben einen flexiblen, 3D-gedruckten Taucheranzug entwickelt, der Insekten für den Katastropheneinsatz rüsten soll. Die Entwicklung ermöglicht eine Fernsteuerung von Cyborg-Kakerlaken, die sich stundenlang unter Wasser und in sauerstoffarmen Umgebungen bewegen können. Der neue Ansatz könnte die biologische Rettungsrobotik in unzugänglichen Trümmerfeldern nachhaltig verändern.
Wissenschaftler der Nanyang Technological University (NTU) sowie der Waseda-Universität haben einen Taucheranzug für Kakerlaken entwickelt, um sie unter Wasser aus der Ferne steuern zu können. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications. Primäres Ziel der mittlerweile über ein Jahrzehnt andauernden Forschung ist die Unterstützung von Rettungskräften bei schweren Naturkatastrophen.
Zum Hintergrund: Insekten atmen natürlicherweise durch winzige Öffnungen an der Körperseite, sogenannte Spirakeln, weshalb sie unter Wasser ohne Hilfsmittel schnell ertrinken würden. Das neu entwickelte System löst dieses biologische Problem durch drei mechanische Komponenten: einen ultraleichten Sauerstofftank, eine flexible Hülle und vier Silikon-Sauerstoffversorgungsschläuche.
Im Inneren des Tanks fungiert Mangandioxid als hochwirksamer Katalysator. Dieser zersetzt langsam injiziertes, verdünntes Wasserstoffperoxid und setzt so kontinuierlich lebensnotwendigen Sauerstoff frei.
Warum Cyborg-Kakerlaken mit Taucheranzug die besseren Rettungsroboter sind
Als ideales Versuchstier für das Projekt wählten die Forscher bewusst die Madagaskar-Fauchschabe. Ihre Körpergröße, die biologische Robustheit und das Fehlen von Flügeln machen sie zur idealen Basis für den Aufbau filigraner Elektronik. Da sie ihre eigenen Muskeln nutzen, verbrauchen sie weitaus weniger Energie als rein künstliche Mini-Roboter. Denn solche Roboter schleppen schwere Onboard-Batterien für eigene Motoren mit.
Im Rahmen der Versuche erlitt den Angaben zufolge keines der Tiere Schaden und sämtliche Atemschläuche ließen sich im Nachgang vollkommen schmerzfrei wieder entfernen. Professor Hirotaka Sato von der NTU Singapur erklärte den Mechanismus der lebenden Roboter:
Unser neuer Insekten-Taucheranzug funktioniert wie die Sauerstoffflasche von menschlichen Tauchern. Er erzeugt Sauerstoff und leitet ihn direkt an die Atemöffnungen des Insekts weiter, sodass die Cyborg-Schabe in Unterwasser- oder sauerstoffarmen Umgebungen überleben und sich bewegen kann.
Einsatzgebiete und künftige Herausforderungen
Die Technologie verwandelt ein primär landbasiertes Insekt in ein vielseitiges amphibisches System, das sowohl auf trockenem als auch auf nassem Terrain problemlos operieren kann. Frühere, weniger weit entwickelte Versionen dieser biologischen Helfer kamen bereits im Rahmen der großangelegten „Operation Lionheart“ nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar am 28. März 2026 zum praktischen Einsatz.
Künftig sollen mit der neuen Tauch-Erweiterung vor allem überflutete Rohre, Abflüsse, Tunnel und schwer zugängliche öffentliche Infrastrukturen systematisch und sicher inspiziert werden.
Die Entwicklung erscheint wichtig, da überschwemmter Schutt und engste Spalten nach starken Regenfällen herkömmlichen Robotern den Weg blockieren. Die zentrale ingenieurtechnische Herausforderung bestand deshalb darin, das System klein, leicht und flexibel genug zu gestalten, damit das Insekt es tragen kann.
Um ein gefährliches Auslaufen der chemischen Flüssigkeiten aus dem Tank zu verhindern, muss die sensible Tanköffnung im Labor derzeit noch präzise mit speziellem UV-Kleber versiegelt werden. Die Innovations- und Unternehmensgesellschaft der Universität (NTUitive) hat die Technologie bereits erfolgreich zum Patent angemeldet. Das Team fokussiert sich in den kommenden Testreihen auf die finale Integration von Umweltsensoren und Navigationssystemen.
Bei Kammerflimmern zählt jede Sekunde. Doch herkömmliche Gesundheitstracker müssen Daten erst an externe Server senden, bevor sie Alarm schlagen können. Ein neues KI-Hautpflaster verarbeitet Vitaldaten hingegen direkt auf der Haut und erkennt lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen in Millisekunden.
Herkömmliche Gesundheitstracker wie Smartwatches stoßen in medizinischen Notfällen oft an ihre funktionellen Grenzen. Die erhobenen Daten müssen meist über eine drahtlose Verbindung an den Server übermittelt werden, was zu Verzögerungen bei Frühwarnungen führt. Bei lebensbedrohlichen Zuständen wie einem plötzlichen Kammerflimmern zählt jedoch jede Sekunde, sodass zeitintensive Umwege über Remote-Server unpraktikabel sind.
Forscher der University of Chicago haben jetzt aber ein neuartiges KI-Pflaster entwickelt, das durch eine direkte Datenverarbeitung am Körper die notwendigen Berechnungen innerhalb von wenigen Millisekunden durchführen kann.
Die zugrundeliegende Forschungsarbeit wurde am 20. Mai 2026 im Fachjournal Nature Electronics veröffentlicht. Das System arbeitet demnach vollkommen autark und liefert medizinische Erkenntnisse nahezu in Echtzeit.
Neues KI-Hautpflaster hat bis zu 10.000 Transistoren auf einem Quadratzentimeter
Das Herzstück der tragbaren Technologie bildet eine extrem dichte Anordnung von organischen elektrochemischen Transistoren. Auf einem Quadratzentimeter können bis zu 10.000 dieser hochentwickelten Bauteile untergebracht werden, was umgerechnet etwa 64.500 Einheiten pro Quadratzoll entspricht.
Die Transistoren verarbeiten Informationen sowohl über elektrische Ströme als auch über die Bewegung von Ionen in einer gelartigen Elektrolytschicht. Ein auffälliger Aspekt dieses Aufbaus ist die verblüffende Ähnlichkeit zu menschlichen Gehirnsynapsen.
Weil die Elektrolytschicht Informationen über die Zeit hinweg speichern kann, verfügt jeder einzelne Transistor über ein eigenes Gedächtnis. Bei der Herstellung kommt ein spezielles Polymergel zum Einsatz, das unter der Bestrahlung mit ultraviolettem Licht zu exakten Strukturen aushärtet.
Hohe Präzision mit Einschränkungen
In den ersten Tests zeigte ein integriertes neuronales Netzwerk eine relativ hohe Leistungsfähigkeit bei der Diagnostik. Das flexible System identifizierte die Wellenfront-Positionen bei Kammerflimmern mit einer Genauigkeit von 99,6 Prozent, selbst als die Datenstruktur auf mehr als das Eineinhalbfache seiner ursprünglichen Länge gedehnt wurde.
Zudem wurde in einem weiteren Test eine Genauigkeitsrate von 83,5 Prozent bei der Abschätzung des individuellen Herzinfarktrisikos erzielt. Trotz sensibler Polymere und physikalischer Hardware-Einschränkungen soll das System langfristig zu einer vollständig integrierten Plattform ausgebaut werden.
Sihong Wang, außerordentlicher Professor für Molekulartechnik an der University of Chicago und einer der leitenden Autoren der neuen Studie, dazu:
Die Zukunft, die wir verwirklichen wollen, besteht darin, tragbare und implantierbare Geräte intelligenter zu machen. Dadurch erhalten die Menschen einen persönlichen, sofort verfügbaren Arzt, der in ihre Geräte integriert ist. Wir mussten uns fragen, ob wir die Eigenschaften dieser Polymere nutzen oder verändern könnten, um sie mit der Fotolithografie kompatibel zu machen – dem wichtigsten Strukturierungsverfahren in der Mikroelektronikindustrie.
Defekte Geräte bedeuten künftig nicht mehr automatisch zwingend einen Neukauf. Denn für zahlreiche Elektrogeräte gibt es künftig ein neues Recht auf Reparatur, das Verbrauchern mehr Möglichkeiten gibt, Produkte länger zu nutzen. Wir zeigen dir, welche Geräte betroffen sind und welche neuen Pflichten nun auf die Hersteller zukommen.
Bedingt durch einen vermehrten Konsum sowie kürzere Produktlebenszyklen gehört Elektroschrott weltweit zu den am schnellsten wachsenden Abfallarten. Das Ausmaß hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Bis zum Jahr 2030 könnte die Menge Schätzungen zufolge weltweit auf rund 75 Millionen Tonnen Elektroschrott jährlich steigen.
Die Europäische Union will dieser Entwicklung entgegenwirken und eine längere Nutzungsdauer von Produkten forcieren. Dafür hat sie eine EU-Richtlinie auf den Weg gebracht, die das Recht auf Reparatur stärken und Hersteller vermehrt in die Verantwortung nehmen soll.
Ziel ist es, Geräte länger im Gebrauch zu halten und so weniger Ressourcen zu verschwenden. Auch die wachsenden Mengen an Elektroschrott sollen so künftig eingedämmt werden. In Deutschland wird dieses Recht auf Reparatur nun eingeführt, der Bundestag hat die Umsetzung der EU-Richtlinie bereits beschlossen.
Recht auf Reparatur: Diese 16 Elektrogeräte müssen künftig repariert werden
Die neue Regelung sieht vor, dass Hersteller Elektrogeräte künftig auch nach Ablauf der Garantiezeit zu einem angemessenen Preis reparieren müssen. Für Verbraucher soll das den Vorteil haben, dass sie bei einem Defekt nicht zwingend ein neues Gerät kaufen müssen.
Zusätzlich nimmt die Umsetzung der EU-Richtlinie die Hersteller in die Pflicht, ihre Geräte so zu konstruieren, dass sie auch wirklich repariert werden können. Das bedeutet künftig auch, dass beispielsweise Smartphone-Akkus so verbaut sein müssen, dass diese ausgetauscht werden können.
Für Verbraucher soll es einen weiteren Anreiz geben. Sie können nicht nur auf den Neukauf verzichten, sondern erhalten nach der Reparatur eines kaputten Elektrogeräts zusätzlich eine Verlängerung der laufenden Gewährleistungsfrist um zwölf Monate.
Die EU-Richtlinie sieht vor, dass das Recht auf Reparatur für die folgenden Geräte gelten soll:
Waschmaschinen
Trockner
Waschtrockner
Haushaltsgeschirrspüler
Kühlgeräte
Mobiltelefone
Drucker
Tablets
Computer ohne Tastatur (sogenannte Slate-Tablets)
schnurlose Telefone
E-Roller
E-Bikes
Schweißgeräte
Staubsauger
Server
Datenspeicherprodukte
Was bedeutet die neue Regelung für Hersteller?
Die neue Regelung soll spätestens zum 31. Juli in Kraft treten. Ab dann können Verbraucher eine Reparatur vom Hersteller fordern. Zusätzlich werden Hersteller ab der Verabschiedung des Gesetzes auch dazu verpflichtet, reparierbare Geräte herzustellen.
Für die Unternehmen, die Elektrogeräte herstellen, könnte durch das Recht auf Reparatur ein erheblicher Mehraufwand zukommen. Denn sie müssen künftig nicht nur Geräte reparieren, sondern auch Ersatzteile für ihre Produkte bereithalten.
Das gilt auch für Produkte, die bereits seit Jahren nicht mehr verkauft werden. Die Zeitspanne hierfür richtet sich nach der erwartbaren Lebensdauer eines Geräts.
Für Smartphones bedeutet das etwa, dass Hersteller selbst nach Einstellung der Produktion noch mindestens sieben Jahre alle Teile verfügbar haben müssen. Bei Waschmaschinen und Trocknern liegt diese Zeitspanne bei zehn Jahren.
Die Reparatur muss der Hersteller entweder unentgeltlich oder zu einem angemessenen Preis vornehmen. Entscheidet sich der Verbraucher für eine Reparatur bei einem anderen Dienst – nicht dem Hersteller selbst – muss letzterer aber ebenfalls die Ersatzteile zu einem angemessenen Preis bereitstellen.