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Neues Verfahren drückt Lithium-Kosten auf unter 6.000 US-Dollar pro Tonne
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Lithium ist der wichtigste Rohstoff für E-Auto-Batterien. Doch der Abbau ist teuer, energieintensiv und umweltschädlich. Forscher des MIT haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das den Rohstoff mit einer schwachen Säure bei nur 95 Grad Celsius aus Gestein löst und die Kosten auf unter 6.000 US-Dollar pro Tonne drücken könnte. Die Ausgründung Rock Zero plant bereits eine Pilotanlage bis Ende 2026. Was das für den Lithium-Markt bedeutet und wo die Risiken liegen.
Bisher erfolgt der Abbau des gefragten Metalls meist über zwei etablierte Wege. Entweder wird es aufwendig aus Salzseen verdunstet oder in Minen unter hohem Energieeinsatz aus hartem Gestein gewonnen. Das herkömmliche Hard-Rock-Mining erfordert das Erhitzen des Erzes bei extrem hohen Temperaturen und den Einsatz gefährlicher Chemikalien. Diese traditionellen Prozesse benötigen oft riesige Flächen oder belasten die Umwelt stark.
Das neue Verfahren setzt stattdessen auf eine schwache Säure namens Ammoniumfluorid, um die normalerweise reaktionsträgen Silikatmineralien aufzulösen. Diese chemische Verbindung ist unter anderem aus handelsüblichen Pasten zum Ätzen von Glas bekannt.
Die chemische Reaktion findet bei moderaten Temperaturen von bis zu 95 Grad Celsius in einfachen, gerührten Kunststofftanks statt. Dadurch lässt sich die Entstehung hochgefährlicher Flusssäure komplett vermeiden.
Studienautor Camden Hunt, ehemaliger Projektleiter am MIT Center for Electrification and Decarbonization of Industry, dazu:
Bis 2040 müssen wir die weltweite Lithiumproduktion vervierfachen, was Hunderte neuer Lithiumförderanlagen erfordert. Hartgestein ist reichlich vorhanden; man findet es überall. Aber der Großteil der Hartgesteinsveredelung findet in China statt. Unsere zentrale These lautet: Wenn man einen einfacheren Weg findet, das Gestein aufzubrechen, das Lithium zu gewinnen und Lithiumsalze in Batteriequalität herzustellen, kann man den Lithiummarkt verändern.
Lithium: Was das Niedrigtemperatur-Verfahren so effizient macht
Durch den Verzicht auf das energieintensive Rösten des Erzes in einem Ofen ließen sich die Energiekosten erheblich senken. Zudem würde dieser technologische Ansatz den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Produktion potenziell reduzieren. Erz mit zu hohem Eisengehalt durchläuft den Phasenwechsel in traditionellen Öfen nicht korrekt, sondern schmilzt zu einem glasartigen Material. Bei dem neuen Niedrigtemperaturverfahren stellt dieser hohe Eisengehalt jedoch kein Problem dar.
In ersten Laborexperimenten dauerte das Herauslösen des Lithiums aus dem Spodumen-Erz noch einige Tage. Mittlerweile habe das Team diese Zeitspanne auf unter zwölf Stunden verkürzt. Neben dem wertvollen Lithium entstehen bei dem Prozess auch Tonerde für die Aluminiumherstellung sowie zementartiges Siliziumdioxid, das Beton beigemischt werden kann. Die Erfinder sprechen daher von einem ganzheitlichen Ansatz, der alle Bestandteile des Erzes verwertet.
Lithium-Gewinnung für 6.000 US-Dollar pro Tonne
Unter der Annahme, dass das Ammoniumfluorid zu einem hohen Grad recycelt werden kann, schätzen die Forschenden die Kosten für die Extraktion auf unter 6.000 US-Dollar pro Tonne. Damit wäre die Methode im Vergleich zu aktuellen Prozessen im Festgesteinsabbau günstiger und sogar mit der Gewinnung aus Salzseen konkurrenzfähig.
Aktuell bewältigen die Testtanks im Labor in Cambridge eine Menge von drei Kilogramm pro Durchgang. Das junge Unternehmen plant bereits den Bau einer ersten Pilotanlage bis Ende 2026, um im Jahr 2027 mit dem Testbetrieb zu starten.
Allerdings müsse sich das neue Verfahren in einem volatilen Marktumfeld mit starken Preisschwankungen und etablierten Großkonzernen behaupten. Nach einem Höchststand im Jahr 2022 und Tiefständen Ende 2024 verzeichnet der Markt seit Anfang 2026 einen langsamen Anstieg. Zudem könnten technologische Alternativen wie lithiumfreie Natrium-Ionen-Batterien die Marktnavigation erschweren. Langfristig hoffe das Team von Rock Zero jedoch, die Methode auf andere Silikatmineralien der Erdkruste auszuweiten.
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Stressfaktor Smartphone: Warum Telefonieren vielen Menschen Angst macht
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Das Telefon klingelt. Doch statt abzuheben, starren viele Menschen nur auf das Display und warten, bis es aufhört. Was früher Alltag war, löst heute bei Millionen Menschen Stress aus. Eine aktuelle Studie der Uniklinik Heidelberg untersucht, ob hinter der sogenannten Telefonphobie eine eigenständige Angststörung steckt. Die Ergebnisse zeigen: Besonders Millennials sind betroffen und es gibt einen klaren Zusammenhang mit unserer Smartphone-Nutzung.
Seit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 hat das Smartphone den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. Was zunächst als technisches Prestigeobjekt galt, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum ständigen Begleiter für so gut wie alle Lebenslagen.
Heute tragen die meisten Menschen ihr Smartphone nahezu rund um die Uhr bei sich und nutzen es oft mehrere Stunden täglich. Allein in Deutschland besitzen inzwischen mehr als 71 Millionen Menschen ein Smartphone, im Jahr 2016 waren es noch rund 51 Millionen.
Wie das Smartphone unsere Kommunikation verändert hat
Durch Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und die permanente Erreichbarkeit hat das Smartphone allerdings nicht nur den Zugang zu Informationen beschleunigt. Auch die Art, wie Menschen kommunizieren, hat sich dadurch grundlegend verändert.
Für immer mehr Menschen führen aber genau diese vielfältigen Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, zu Überforderung, Stress und einem veränderten Umgang mit zwischenmenschlichem Kontakt. Besonders spontane Telefonate empfinden viele inzwischen als unangenehm oder belastend, obwohl die digitale Kommunikation gleichzeitig so selbstverständlich geworden ist wie nie zuvor.
Warum haben Menschen Angst vorm Telefonieren?
Das Telefonieren löse vor allem durch die damit einhergehende Spontanität bei vielen Menschen Stress aus, erklärt Nadine Wolf von der Uniklinik Heidelberg gegenüber n-tv.de. Wolf und ihr Team untersuchen aktuell in einer Studie, wie sich die exzessive Smartphonenutzung und der Verzicht auf das Smartphone auf Veränderungen der Gehirnaktivität auswirken.
Die schriftliche Kommunikation hat im Vergleich zum Telefonieren den Vorteil, dass sie sich besser kontrollieren und zeitlich steuern lässt. Beim Telefonat hingegen können unvorhergesehene Rückfragen auftreten, die zu Symptomen von Stress und Angst führen können.
Das bestätigt auch eine Studie aus dem Jahr 2019. Dabei wurden in Großbritannien 500 Büroangestellte zu dem Thema befragt. Insgesamt gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie beim Klingeln des Telefons unter anrufbedingter Angst leiden.
Ein Drittel gab dabei als Grund die Sorge an, nicht zu wissen, wie sie mit einer Anfrage umgehen sollen. Weitere 15 Prozent befürchten, am Telefon zu blockieren und nicht weiter zu wissen.
Bei den Millennials treten diese Ängste vermehrt auf. Ganze 76 Prozent der Befragten haben angstbesetzte Gedanken, wenn sie das Telefon klingeln hören, bei Kollegen aus der Baby-Boomer-Generation waren es nur 40 Prozent.
Ist Telefonphobie eine eigene Form der sozialen Angststörung?
In der Studie am Universitätsklinikum Heidelberg soll auch geklärt werden, ob Telefonphobie eine eigenständige Art der sozialen Angststörung darstellt:
Ist es wirklich eine Angst, die eigenständig zu betrachten ist, oder ist sie Bestandteil sozialer Angststörungen und tritt bei Menschen mit ausgeprägteren Persönlichkeitsmerkmalen wie Unsicherheit oder Ängstlichkeit auf?
Dabei sei beim Aufschieben eines lästigen Telefonats jedoch noch keine Angststörung zu befürchten. „Problematisch wird es, wenn ich im Alltag Beeinträchtigungen erlebe und merke, das hat wirklich eine Auswirkung auf mein Leben, sei es im persönlichen oder beruflichen Kontext“, so Wolf.
Laut ihr könne man sich das Unwohlsein beim Telefonieren allerdings abtrainieren. Denn durch das Üben sozialer Interaktionen und bewusstes Üben in alltäglichen Gesprächssituationen lasse sich die damit verbundene Stressreaktion schrittweise reduzieren.
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Neues Kristallmaterial holt Trinkwasser aus der Luft – nur mit Sonnenlicht
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Fast 1,5 Milliarden Menschen weltweit haben heute schon zu wenig Trinkwasser. Bis 2050 könnten es fünf Milliarden sein. Chemiker der Universität von Iowa haben jetzt ein Material entwickelt, das Wasser direkt aus der Luft einfängt – aktiviert allein durch Sonnenlicht. Wir erklären, wie die Technologie funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und warum sie für trockene Regionen ein Durchbruch sein könnte.
Der weltweite Klimawandel destabilisiert den globalen Wasserkreislauf zunehmend und führt in vielen Regionen vermehrt zu extremen Dürreperioden. Laut aktuellen Angaben der Vereinten Nationen leben derzeit bereits etwa 1,42 Milliarden Menschen in Gebieten mit hoher Wasserknappheit. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Krise laut Prognosen sogar fast fünf Milliarden Menschen betreffen. Angesichts dessen sucht die internationale Wissenschaft intensiv nach neuen Methoden zur effizienten Gewinnung von sauberem Trinkwasser.
Eine US-amerikanische Forschergruppe nutzte für ihre Entdeckung sogenannte metallorganische Gerüstverbindungen als technologische Basis. Diese Materialien kombinieren einzelne Metallatome mit organischen Molekülen zu dreidimensionalen Gittern. Die zugrunde liegende Methode wurde von Pionieren bereits in den 1990er Jahren entwickelt. Für diese Pionierarbeit wurden die ursprünglichen Entwickler im Jahr 2025 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Für Trinkwasser: Wie UV-Licht winzige Wasserspeicher in Kristallen erzeugt
Bei den ersten Laborversuchen bildeten sich in den kristallinen Gittern zunächst jedoch keine der gewünschten Aussparungen. Erst die gezielte Bestrahlung mit ultraviolettem Licht löste schließlich die entscheidende chemische Reaktion aus. Die flexiblen Verbindungsstücke ordneten sich dabei von einer ursprünglichen H-Form in ein x-förmiges Muster um. Durch diesen Prozess entstehen unzählige winzige Hohlräume im Inneren der Kristalle.
Jede dieser neuen Aussparungen kann im aktivierten Zustand genau zwei Wassermoleküle aus der Umgebungsluft aufnehmen und speichern. Dies entspricht am Ende einer Masse von rund fünf Prozent der gesamten gefüllten Struktur. Die beteiligten Forscher vermuten, dass die einzelnen Moleküle über Wasserstoffbrückenbindungen an der Oberfläche in das Innere wandern. Das eingefangene Wasser lässt sich später transportieren und bei Bedarf auf Abruf wieder freisetzen.
Wann kommt das Material in der Praxis an?
Bisher nutzen die Chemiker in ihren Versuchen giftige Cadmiumatome als reinen Machbarkeitsnachweis für die Funktionalität. Daher untersucht das Forscherteam aktuell bereits weniger schädliche Alternativen für die praktische Anwendung. Zudem muss in einem nächsten Schritt intensiv geprüft werden, ob sich die Methode für den industriellen Maßstab eignet. Finanziert wurde die im März 2026 online veröffentlichte Studie von der National Science Foundation der Vereinigten Staaten.
Die Untersuchung könnte somit eine sehr energieeffiziente Methode zur zukünftigen Wasserlieferung in ressourcenarmen Gebieten bieten. Der wissenschaftliche Leiter Leonard MacGillivray erklärte dazu, dass das transportable System lediglich Sonnenlicht für den Prozess benötige. Das Wasser wird anschließend nach dem Transport ganz nach Bedarf flexibel wieder freigesetzt. Die Methode könnte somit maßgeblich zur Entwicklung intelligenter Technologien für die Wassergewinnung beitragen.
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Neuer Nano-Speicher aus Japan soll Akkulaufzeit deutlich verlängern
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Smartphones, KI-Systeme und smarte Geräte verbrauchen immer mehr Energie – vor allem für die Datenspeicherung. Ein Forscherteam aus Japan hat nun einen Speicher entwickelt, der nur 25 Nanometer breit ist und Daten über zehn Jahre ohne Strom sichern soll. Geräte könnten mit einer einzigen Ladung dadurch monatelang durchhalten.
Der weltweite Energiebedarf dürfte durch Künstliche Intelligenz und neuromorphes Rechnen weiterhin steigen. Forscher aus Japan hab nun ein neuartiges Speicherbauteil entwickelt, das Daten ohne ständige Stromzufuhr dauerhaft sichern soll. Es handelt sich um sogenannte ferroelektrische Tunnelkontakte, die sehr stromsparend arbeiten.
Solche Bauteile könnten künftig eine wichtige Basis für eine deutlich längere Akkulaufzeit bei mobilen Geräten bilden und sie mit nur einer Ladung monatelang laufen lassen. Die Wissenschaftler nutzten für ihre Entwicklung das Material Hafniumoxid.
Dieser Stoff wird bereits in der gängigen Chip-Produktion verwendet, was eine spätere Massenfertigung erleichtern dürfte. Durch die Zugabe von etwas Yttrium erhält das Material spezielle elektrische Eigenschaften. So bleibt die gespeicherte Information auch dann vollständig erhalten, wenn das System ausgeschaltet ist.
Wie der Speicher mit nur 25 Nanometern Breite funktioniert
Das Forscherteam verkleinerte die Speicherstruktur für seine Versuche erheblich. Die Kreuzungspunkte der leitenden Drähte messen in der Breite lediglich 25 Nanometer. Die eigentliche isolierende Hafniumoxid-Schicht dazwischen ist sogar nur bis zu drei Nanometer dünn.
Diese winzigen Abmessungen ermöglichen es Elektronen, die Barriere direkt zu durchtunneln, was den Stromverbrauch beim Auslesen der Daten weiter minimiert. Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung ändert sich der Widerstand in dieser Zelle.
Es entsteht ein Zustand mit niedrigem und einer mit hohem Widerstand, womit sich digitale Einsen und Nullen abbilden lassen. Der messbare Unterschied zwischen diesen beiden Zuständen ist bei der neuen Struktur sehr deutlich. Zukünftige Speichermodule mit dieser Technologie würden sich besonders für Anwendungen eignen, die bei geringem Energieverbrauch große Datenmengen verarbeiten.
Über zehn Jahre Datensicherheit – auch bei extremer Kälte
Neben dem geringen Stromverbrauch beweist die neue Technik eine hohe Beständigkeit. Die Forscher testeten die Schaltungen bei Raumtemperatur und bei extremer Kälte nahe dem absoluten Nullpunkt. In beiden Szenarien funktionierten die kleinen Zellen stabil und ohne merkliche Verschlechterung der Speicherleistung.
Hochrechnungen der Wissenschaftler zeigen zudem, dass die gespeicherten Daten voraussichtlich mehr als zehn Jahre lang sicher lesbar bleiben würden.
Die einfache Integration in bestehende Produktionsabläufe macht das Konzept attraktiv für die kommerzielle Industrie. Die Studienautoren betonen die Relevanz ihrer Arbeit für die künftige Mikroelektronik. Das Forscherteam um den Autor Yutaka Majima fasste die Bedeutung der Ergebnisse in der Untersuchung zusammen:
Die demonstrierten Nanokreuzschienen-Bauteile zeigen einen vielversprechenden Weg für eine hochdichte, energieeffiziente und CMOS-kompatible Integration von ferroelektrischem Speicher auf. Die Kreuzschienenstruktur liefert ein kompaktes und regelmäßiges Array-Format, das eine hohe Zelldichte ermöglicht. Dieses Format macht die Technologie besonders geeignet für skalierbare Speicherarchitekturen in der nächsten Generation der Speichermedien.
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Oxford-Studie warnt: Freundliche KI-Chatbots machen häufiger Fehler
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Freundliche Chatbots lügen häufiger. Das ist das Ergebnis einer neuen Oxford-Studie. Forscher haben fünf bekannte KI-Modelle untersucht und festgestellt, dass gezieltes Empathie-Training die Fehlerquote um bis zu 30 Prozent erhöht. Besonders problematisch: Die Systeme bestätigen falsche Aussagen vor allem dann, wenn Nutzer emotional verletzlich sind.
Entwickler trainieren Sprachmodelle zunehmend darauf, warm und freundlich zu wirken. Millionen Menschen nutzen solche Chatbots bereits regelmäßig als digitale Begleiter im Alltag oder fragen sie nach Ratschlägen. Eine neue Studie der Universität Oxford zeigt nun eine Kehrseite dieser Entwicklung auf. Die gezielte Optimierung der Software auf Empathie führt demnach dazu, dass die Systeme in der Praxis deutlich häufiger Faktenfehler begehen.
In Experimenten mit fünf bekannten Modellen stieg die Fehlerquote nach einem entsprechenden Training um zehn bis dreißig Prozent an. Die freundlichen Chatbots verbreiteten bereitwilliger Verschwörungstheorien und gaben teilweise falsche medizinische Ratschläge.
Dies passierte, obwohl die grundlegenden Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz in Standardtests zunächst fast vollständig erhalten blieben. Die Forscher schließen aus den Daten, dass emotionale Wärme und sachliche Genauigkeit bei diesen Systemen oft in Widerspruch stehen.
Warum emotionale Nutzer besonders oft falsche Antworten erhalten
Dieses Verhalten zeigte sich verstärkt, wenn Nutzer in ihren Textanfragen eigene Schwächen oder persönliche Gefühle offenbarten. Die empathischen Modelle würden in solchen Situationen dazu neigen, den Anwendern zuzustimmen, auch wenn diese inhaltlich irren.
Den Ergebnissen zufolge bestätigten die Chatbots falsche Annahmen der Nutzer etwa vierzig Prozent häufiger als die ursprünglichen, rein sachlichen Versionen der Software. Dieser Effekt trat am stärksten auf, wenn Personen offene Traurigkeit in ihren Chatnachrichten ausdrückten.
Die Systeme scheinen eine zwischenmenschliche Harmonie über die reine sachliche Wahrheit zu stellen. Ähnlich wie Menschen gelegentlich Notlügen nutzen, um Konflikte zu vermeiden, bestätigen die Modelle inkorrekte Aussagen der Anwender.
Kontrollexperimente belegen, dass tatsächlich das spezielle Training auf Freundlichkeit für diesen Genauigkeitsverlust verantwortlich ist. Eine gezielt neutrale oder kühle Ausdrucksweise der Software führte in den Tests hingegen nicht zu vergleichbaren Leistungseinbußen.
Fehler von KI-Chatbots: Was das für digitale Therapie und Beratung bedeutet
Für den alltäglichen Einsatz ergeben sich aus diesen Erkenntnissen Herausforderungen für die KI-Anbieter. Sprachmodelle übernehmen immer öfter sensible Rollen in der digitalen Therapie oder bei der persönlichen Beratung. In solchen Situationen könnten unkorrekte Bestätigungen zu Risiken für die Anwender führen. Die Entwickler müssten künftig neue Wege finden, um Fakten treu zu bleiben und dennoch sozial angemessen zu reagieren.
Die beteiligten Studienautoren fordern ein Umdenken bei der allgemeinen Überprüfung von Künstlicher Intelligenz. Gängige Testverfahren würden diese systematischen Schwächen derzeit meist übersehen, da sie den emotionalen Kontext der Nutzer ignorieren.
Um künftige Risiken für den Verbraucher zu mindern, sei es notwendig, die Trainingsmethoden der Industrie anzupassen. Die Forscher schreiben in ihrer Studie: „Der Aufbau von Modellen, die sowohl warmherzig als auch präzise sind, wird bewusste Aufmerksamkeit dafür erfordern, wie diese beiden Eigenschaften interagieren.“
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E-Autos sollen dick machen: Warum Ladepositas ein Mythos ist
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Derzeit häufen sich Medienberichte über angeblich „dick machendes“ E-Auto-Laden. Als vermeintliche Grundlage dient eine Studie, die jedoch vor allem Korrelationen beschreibt und keine belastbaren Kausalitäten nachweist. Doch was steckt wirklich hinter der Behauptung? Eine Analyse.
Das Laden von Elektroautos erfordert im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern deutlich mehr Zeit. Zwar verkürzen Schnellladesäulen die Dauer spürbar, doch gerade auf längeren Strecken oder bei hoher Auslastung entstehen regelmäßige Pausen.
Diese Ladezeiten verändern auch das Verhalten der Fahrer. Denn statt eines kurzen Stopps an der Tankstelle wird das E-Auto-Laden oft mit anderen Erledigungen verbunden. Eine vielzitierte Studie hat genau diesen Punkt aufgegriffen und analysiert, womit sich Fahrer von Elektroautos während dieser Wartezeiten beschäftigen.
Ein Großteil der Befragten nutzt die zusätzlichen Ladepausen demnach, um Snacks zu kaufen oder etwas zu essen. Ein gefundenes Fressen für mediale Zuspitzungen, die aus diesen alltäglichen Beobachtungen den Mythos vom dick machenden E-Auto-Laden entstehen lassen.
Dabei taucht besonders häufig auch das Kunstwort „Ladepositas“ auf, das sich aus den Worten „Laden“ und „Adipositas“ zusammensetzt. Schon der Begriff selbst suggeriert eine scheinbar wissenschaftliche Verbindung zwischen Ladeverhalten und Gewichtszunahme – doch was ist an dieser Behauptung wirklich dran?
„Ladepositas“: Der Mythos vom dick machenden E-Autos
Im Auftrag des Versicherers DA Direkt hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey eine Umfrage zum Ladeverhalten von E-Auto-Fahrern durchgeführt. Im Fokus standen dabei unter anderem die Dauer der Ladepausen sowie deren Nutzung im Alltag, etwa für Einkäufe oder den Konsum von Snacks und Mahlzeiten.
Laut den Umfrageergebnissen nutzen 51 Prozent der Befragten die Wartezeiten während des E-Auto-Ladens für Snacks oder eine Mahlzeit. 31 Prozent erledigen in der Zeit Einkäufe oder Besorgungen, 26 Prozent laden mit einer Pause oder einem Nickerchen gleichzeitig den eigenen Akku auf. Sechs Prozent der Befragten gaben außerdem an, die Zeit für sportliche Aktivitäten zu nutzen.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen damit zunächst vor allem, das E-Auto-Besitzer ihre Ladepausen häufig pragmatisch nutzen und mit alltäglichen Erledigungen verbinden. Doch bereits in der Pressemitteilung von DA Direkt wird die Frage aufgeworfen, ob das Laden des E-Autos zur Gewichtszunahme beziehungsweise „Ladipositas“ führt.
Offenbar ein gefundenes Fressen für zahlreiche Medien, die diesen Begriff dankbar in ihren Überschriften aufgenommen haben. So titelt beispielsweise die Berliner Morgenpost zum Thema „Ladepositas: Macht das Laden von Elektroautos dick?“. Auch Auto Motor Sport wirft die Frage auf: „Ladepositas – machen Elektroautos fett?“ Die FAZ geht in einem älteren Kommentar aus dem Jahr 2024 sogar noch weiter und titel direkt mit dem Hinweis „Elektroautos machen dick“.
Doch zwischen dem in den Umfrageergebnissen dargestellten Verhalten und einer tatsächlichen Veränderung des Körpergewichts klafft eine deutliche Lücke. Genau an dieser Stelle setzt die mediale Zuspitzung an.
Korrelation statt Kausalität: Wo die Medien falsch abbiegen
So wird aus einer beschreibenden Momentaufnahme eine zugespitzte Deutung, die aus dem Ladeverhalten eine vermeintliche Ursache für eine Gewichtszunahme ableitet. Das geht allerdings deutlich über das hinaus, was die Daten tatsächlich hergeben.
Denn der Begriff „Ladepositas“ funktioniert zwar für die Zuspitzung, jedoch gibt die wissenschaftliche Studie keine Hinweise auf mögliches Übergewicht. Denn medizinische Messungen oder Analysen des BMI der Befragten liegen nicht vor.
In der medialen Überhöhung werden diese differenzierten Ergebnisse jedoch häufig verkürzt dargestellt. Aus einer beobachteten Gewohnheit wird dann schnell eine vermeintliche Gesundheitsgefahr.
Snacken Verbrenner-Fahrer weniger? Der fehlende Vergleich
Doch ein Kausalzusammenhang zwischen einer Gewichtszunahme und dem E-Auto-Laden besteht natürlich nicht. Denn es ist schlichtweg nicht möglich, dass eine Person beim E-Auto-Laden Gewicht zunimmt. So wird aus punktuellen Beobachtungen eine weitreichende These konstruiert, die auch aufgrund der schmalen Datenbasis wissenschaftlich kaum haltbar ist.
Auch wird tatsächlich nicht beleuchtet, wie sich das Snackverhalten von Verbrenner-Fahrern an Tankstellen oder Raststätten oder von Zugreisenden im Vergleich verhält. Oder ob mit Snacks und Mahlzeiten tatsächlich ungesunde Lebensmittel gemeint sind. Zusätzlich bleibt unberücksichtigt, dass das Essverhalten während der Ladepause schlicht Ausdruck einer pragmatischen Zeitnutzung sein könnte und eher auf eine gute Reiseplanung als auf ein spezifisches „E-Auto-Phänomen“ hindeutet.
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Warum diese Quantenbatterie schneller lädt, je größer sie wird
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Klassische Akkus haben ein Problem: je größer die Kapazität, desto länger das Laden. Australische Forscher haben jetzt eine Quantenbatterie entwickelt, die genau das Gegenteil tut. Sie lädt sich per Licht auf, wandelt Energie direkt in Strom um und wird mit wachsender Größe schneller, nicht langsamer. Wir verraten dir, was dahintersteckt und warum das die Energietechnik neu definieren könnte.
Forscher aus Australien haben erstmals den kompletten Kreislauf einer voll funktionierenden Quantenbatterie demonstriert. Das System nutzt einfallendes Licht, um sich drahtlos aufzuladen und liefert anschließend direkt elektrischen Strom.
Der Kern der Batterie besteht aus speziellen organischen Farbstoffmolekülen, die in einen winzigen optischen Hohlraum eingebettet sind. In dieser Struktur verschmelzen die Moleküle durch starke Wechselwirkungen mit den eingefangenen Lichtteilchen.
Diese enge Kopplung zwischen Licht und Materie führt zu einem Phänomen, das die Fachwelt als Superextensivität bezeichnet. Im normalen Alltag dauert das Laden eines klassischen Akkus umso länger, je mehr Kapazität er besitzt. Bei der neuen Quantenbatterie verhält sich dieser Prozess durch kollektive Quanteneffekte genau umgekehrt. Je mehr Moleküle die Batterie enthält, desto schneller nimmt das System Energie aus dem Lichtfeld auf.
Quantenbatterie spielt gegen die Regeln der klassischen Physik
Nach dieser fast augenblicklichen Aufladung muss das Bauteil die Energie speichern, bevor sie ungenutzt verfällt. Die Wissenschaftler nutzten dafür einen quantenmechanischen Kniff auf molekularer Ebene, der auf dem sogenannten Intersystem Crossing basiert.
Die aufgenommene Energie fällt rasch in einen metastabilen Zustand, wodurch die gespeicherte Ladung für zehn bis 50 Nanosekunden erhalten bleibt. Diese Zeitspanne ist absolut betrachtet kurz, übersteigt die extrem schnelle Ladezeit der Batterie jedoch um ein Millionenfaches.
Um diese ruhende Energie nutzbar zu machen, integrierten die Entwickler gezielt Transportschichten in ihr System. Diese Schichten erzeugen ein inneres Energiegefälle und lenken die freigesetzten elektrischen Ladungen in eine vorgegebene Richtung. Dadurch entsteht ein elektrischer Stromkreis, der eine messbare und stetige Leistung abgibt. So liefert die Batterie kontinuierlich Strom, selbst wenn sie nur durch eine schwache, unstrukturierte Lichtquelle bestrahlt wird.
Sensoren, Solar und Miniaturstrom: Was Quantenbatterien leisten könnten
Die Menge der abgegebenen elektrischen Leistung wächst bei dieser Architektur überproportional zur Größe der Batterie. Ein solches Verhalten war bisher in Experimenten zur Quantenthermodynamik weitgehend unentdeckt geblieben. Entsprechende Mechanismen ließen sich künftig für stark verbesserte Photovoltaik-Anlagen nutzen, die bei Dämmerlicht mehr Energie sammeln.
„Unsere Ergebnisse liefern die erste experimentelle Demonstration einer superextensiven Licht-zu-Ladung-Umwandlung im stationären Zustand“, so die Forscher in ihrer Studie. James Hutchinson, Professor an der Universität Melbourne, ergänzte:
Ähnlich wie herkömmliche Batterien laden, speichern und geben Quantenbatterien Energie ab. Doch während herkömmliche Batterien auf chemischen Reaktionen beruhen, nutzen Quantenbatterien die Eigenschaften der Quantenmechanik.
Bislang funktioniert dieses Prinzip in Prototypen bei Raumtemperatur unter Laborbedingungen. Künftige Geräte könnten als winzige, permanente Stromquellen für kleine elektronische Bauteile dienen. Auch autonome Sensoren ließen sich damit betreiben, da sie sich bei minimalem Lichteinfall ununterbrochen selbst aufladen würden. Eine Marktreife für herkömmliche Endgeräte dürfte jedoch noch intensive Materialforschung erfordern.
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