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Received today — 19. Januar 2026

Klimawandel: Diese deutschen Regionen sind besonders bedroht

18. Januar 2026 um 20:34

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Schild Verkehr Ampel Meer Wasser Klimawandel Überschwemmung

Der Klimawandel ist schon lange keine abstrakte Gefahr mehr, sondern eine konkrete Belastung für die Infrastruktur deutscher Städte und Gemeinden. Ein aktueller Index zeigt auf, wo bis 2050 das höchste Risiko für extreme Wetterereignisse besteht.

Das Wetter in Deutschland wird extremer. Immer wieder gibt es Ausschläge in die eine oder andere Richtung. Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln haben deshalb gemeinsam mit der ERGO Versicherung den sogenannten Klimarisikoindex entwickelt, der die Anfälligkeit von insgesamt 400 Kreisen und kreisfreien Städten analysiert.

So unterschiedlich beeinflusst der Klimawandel deutsche Regionen

Bei der Methodik des Index werden zehn verschiedene Naturereignisse bewertet. Besonders zerstörerische Gefahren wie Starkregen, Überschwemmungen und Sturmfluten schlagen mit jeweils 15 Prozent in der Gesamtwertung zu Buche. Hitzestress, Hitzewellen, Stürme und Tornados werden mit jeweils 10 Prozent gewichtet. Wasserknappheit, Dürre und Hagel fließen mit 5 Prozent in den Index ein.

Küstenregionen stehen in einem solchen Ranking natürlich weit oben, aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Die Stadt Kempten im Allgäu gilt mit einem aktuellen Wert von 2,78 und einem prognostizierten Anstieg auf lediglich 3,1 im Jahr 2050 als eine der sichersten Regionen Deutschlands. Bemerkenswert ist auch die gute Platzierung einer Stadt wie Dortmund, die trotz ihrer Lage im Ruhrgebiet nur auf einen aktuellen Indexwert von 3 und einen Anstieg auf 3,32 kommt. Es geht eben nicht darum, wo der Klimawandel vorangetrieben wird, sondern wo er sich auswirkt.

Vielen Kommunen fehlt das Geld, um die notwendigen Investitionen in den Klimaschutz und die Anpassung der Infrastruktur zu tätigen. IW-Experten betonen, dass Bundesmittel gezielter bei den Gemeinden landen müssen, um unter anderem die Kanalisation auf Starkregen vorzubereiten oder Städte gegen Hitzewellen zu rüsten. Im folgenden Ranking zeigen wir auf, welche Regionen bis 2050 besonders unter dem Klimawandel leiden könnten (via IW).

Platz 10: Friesland

Der Landkreis Friesland eröffnet die Top Ten der am stärksten bedrohten Regionen. Aktuell liegt der Indexwert bei 4,44 und wird bis zum Jahr 2050 auf 4,7 ansteigen. Zwar denkt man erst einmal an gesunde Meeresluft, aber als flache Küstenregion ist Friesland besonders anfällig für Sturmfluten und Stürme.

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Wärmepumpen: Deutsche Firma will Propan-Problem gelöst haben

14. Januar 2026 um 05:45

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Wärmepumpe Propan

Mit deutlich reduzierter Füllmenge des natürlichen Kältemittels Propan will ein deutscher Hersteller ein zentrales Sicherheitsproblem moderner Wärmepumpen entschärfen. Möglich macht das eine neue Bauweise, die hohe Effizienz und Sicherheitsanforderungen verbindet.

Die Bundesregierung setzt in ihren Klimazielen stark auf Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende. Bis zum Jahr 2030 sollen rund sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist ab 2024 ein jährlicher Zubau von mindestens 500.000 Geräten vorgesehen. Damit sollen fossile Heizungen schrittweise ersetzt und die CO2-Emissionen im Gebäudesektor deutlich reduziert werden.

Trotz ihres Potenzials für die Energiewende können Wärmepumpen durch die eingesetzten Kältemittel auch klimaschädlich sein. Das natürliche Kältemittel Propan stellt hierzu eine Alternative dar. Allerdings erhöht seine Brennbarkeit die Sicherheitsanforderungen bei Entwicklung, Installation und Betrieb der Wärmepumpen.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat deshalb zusammen mit dem deutschen Unternehmen Ait-Group an einer Lösung für dieses Problem gearbeitet. Dabei konnte die Menge des Kältemittels Propan auf unter 150 Gramm reduziert werden, was die Brandgefahr deutlich minimiert.

Propan: So werden Wärmepumpen weniger gefährlich

Bereits im Jahr 2020 haben das Fraunhofer ISE und die bayerische Ait-Group das Projekt „Low Charge 150“ (LC150) ins Leben gerufen. Zusammen sollte ein Wärmepumpenkonzept entwickelt werden, das die Verwendung des natürlichen Kältemittels Propan in deutlich reduzierter Menge ermöglicht.

Das Forschungsteam konnte dabei mit einer Füllmenge von nur 124 Gramm Propan nach eigenen Angaben einen Effizienzrekord erreichen. Die Heizleistung konnte mit dieser Kältemittelmenge auf 12,8 Kilowatt gesteigert werden.

Pro Kilowatt ergab sich daraus eine spezifische Kältemittelfüllmenge von rund zehn Gramm. Das Ziel des Projekts waren 15 bis 30 Gramm pro Kilowatt – das Team habe die Projektziele damit deutlich übertroffen.

Mit Hilfe der Projektergebnisse konnte die Ait-Group nun eine serienreife Wärmepumpe entwickeln, die auf eine sehr geringe Kältemittel-Füllmenge angewiesen ist. „Unser Ziel war es, die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse gezielt in die Entwicklung der nächsten Generation hocheffizienter und umweltfreundlicher Wärmepumpen einfließen zu lassen“, erklärt Edgar Timm, Director R+D der Ait-Group.

Sole-Wärmepumpe soll in Ein- und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommen

Trotz des brennbaren Materials sind Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan grundsätzlich auch für den Einsatz in Gebäuden geeignet. Bislang erforderte der Einsatz jedoch zusätzliche technische Vorkehrungen in Form eines aktiven Lüftungskonzepts.

Bei den Modellen alpha innotec WZSV 63 und NOVELAN WSV 6.3 der Ait-Group, die auf den Forschungsergebnissen des Projekts LC150 basieren, kann auf ein solches Lüftungskonzept jedoch verzichtet werden. Denn obwohl die Sole-Wärmepumpen Propan als Kältemittel nutzen, ist ein solches Konzept laut dem Hersteller nicht nötig.

Denn für den Fall des Austritts von Kältemittel seien die Geräte so konzipiert, dass maximal nur 150 Gramm des natürlichen Kältemittels freigesetzt werden. Dadurch sei ein sicherer Betrieb in Innenräumen gewährleistet und ein zusätzliches Lüftungskonzept nicht erforderlich.

Die Wärmepumpen wurden für den platzsparenden Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern entwickelt. Durch ein herausnehmbares Kältekreis-Modul sollen auch Transport und Installation vereinfacht werden.

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Wasserverbrauch von KI: Zwischen Panikmache und realen Zahlen

12. Januar 2026 um 05:45

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KI Wasserverbrauch Künstliche Intelligenz Rechenzentrum

Der enorme Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren ist vor allem bei Kritikern ein wiederkehrendes Argument gegen den ungezügelten Ausbau digitaler Infrastrukturen. Doch wie hoch der tatsächliche Bedarf ist, zeigt sich erst bei genauerem Blick: Klima, Kühltechnik und Strommix entscheiden maßgeblich über die ökologische Bilanz.

Wasser wird in Rechenzentren vor allem zur Kühlung der Server eingesetzt, die beim Rechnen große Mengen Abwärme erzeugen. Je nach Technik kommt es direkt in Verdunstungskühlsystemen zum Einsatz oder indirekt über den Wasserverbrauch der Kraftwerke, die den benötigten Strom liefern.

Rund um den Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren kursieren jedoch aktuell zahlreiche Berechnungen, die sich teils deutlich widersprechen. Schätzungen reichen von vergleichsweise moderaten Mengen bis hin zu alarmierenden Szenarien.

Erst kürzlich musste die Journalistin Karen Hao bei einer Berechnung aus ihrem Bestseller „Empire of AI“ zurückrudern. Sie hatte in ihrem Buch veröffentlicht, dass ein geplantes Google-Rechenzentrum nahe Santiago de Chile „mehr als das Tausendfache des Wasserverbrauchs der gesamten Bevölkerung“ benötigen könnte. Allerdings habe es hierbei einen Rechenfehler gegeben – die Zahl war viel zu hoch angesetzt.

Auch aufgrund solcher Vorfälle warnen Fachleute deshalb davor, Einzelwerte zu verabsolutieren. Denn Standortfaktoren, technische Ausstattung der Rechenzentren sowie der verwendete Strommix können großen Einfluss darauf haben, wie wasserintensiv KI tatsächlich ist.

KI: Welche Faktoren beeinflussen den Wasserverbrauch?

Der Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren ist stark abhängig von zahlreichen Faktoren. Beispielsweise kann der Einsatz von mehr Wasser dazu führen, dass gleichzeitig auf den Betrieb elektrischer Kühlsysteme verzichten werden kann.

Wird wiederum mehr Strom zur Kühlung der Rechenzentren verbraucht, sinkt der Wasserverbrauch. Jedoch können dann gleichzeitig – je nach Strommix – auch die Treibhausgasemissionen wieder ansteigen.

„Jeder Standort ist anders“, erklärt Fengqi You, Professor für Energiesystemtechnik an der Cornell University, gegenüber Wired. „Wie viel Wasser Sie für die gleiche Menge an KI benötigen, hängt vom Klima, von der verwendeten Technologie und vom [Energie-]Mix ab.“

Problematischer Wasserverbrauch hängt vom Standort ab

Gleichzeitig komme erschwerend hinzu, dass manche Berechnungen auch den indirekten Wasserverbrauch beinhalten. So werde der gesamte Wasser-Fußabdruck aber nur geschätzt, was jedoch auch Zahlen zur Stromerzeugung mit einbezieht. Dadurch könne es sein, dass die vermuteten Zahlen aus Schätzungen viel größer sind als der tatsächliche Wasserverbrauch vor Ort.

Dennoch dürfe der Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren nicht unterschätzt werden. „Kurzfristig ist dies kein Problem und keine landesweite Krise“, erklärt Cornell-Professor You. „Aber es kommt auf den Standort an. An Orten, an denen bereits Wasserknappheit herrscht, wird der Bau dieser KI-Rechenzentren ein großes Problem darstellen.“

Berechnungen seien aufgrund der zahlreichen Faktoren allerdings sehr komplex. Schätzungen, dass beispielsweise das Schreiben einer E-Mail mit ChatGPT eine ganze Flasche Wasser verbraucht, seien daher für eine „durchschnittliche“ Abfrage kaum anwendbar.

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Neues Material isoliert Fenster wie eine Wand – und ist lichtdurchlässiger

08. Januar 2026 um 05:45

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Fensterisolierung weniger Heizverluste Dämmung Isolierung

Ein Forscherteam hat ein nahezu transparentes Isolationsmaterial entwickelt, das Wärmeverluste von Fenstern reduzieren soll. Es funktioniert ähnlich wie die Hightech-Version einer Luftpolsterfolie ohne die Sicht zu beeinflussen. 

Verglaste Fenster gelten seit jeher als energetische Schwachstellen von Gebäuden. Denn über die verglasten Flächen entweicht vor allem im Winter wertvolle Heizwärme nach außen. Im Sommer wiederum kann die Hitze von außen ungehindert eindringen.

Selbst moderne Doppel- oder Dreifachverglasungen können diesen Effekt nur begrenzen. Andere Isolationsmaterialen verschlechtern außerdem meist auch Sicht und Lichtdurchlässigkeit.

Forscher der University of Colorado Boulder hat mit dem „Mesoporous Optically Clear Heat Insulator“ (MOCHI) nun ein nahezu transparentes Isolationsmaterial entwickelt, das diese Probleme herkömmlich verglaster Fenster eliminieren könnte. Denn es hindert Wärme effektiv daran, durch Fenster zu entweichen – und beeinträchtigt dabei die Sicht nicht.

Diese Fensterisolierung sorgt für weniger Heizverluste

Die Innovation der Forscher könnte die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich verbessern. Dabei basiert sie auf einem ähnlichen System wie Luftpolsterfolie. Das Material ist hauchdünn und fast vollständig transparent. Es kann auf der Innenseite jedes Fensters angebracht werden und so die Wärmedämmung verbessern, ohne dabei die Sicht zu beeinträchtigen.

„Um den Wärmeaustausch zu blockieren, kann man die Wände dick isolieren, aber Fenster müssen transparent sein“, erklärt Ivan Smalyukh, leitender Autor der Studie und Professor für Physik an der CU Boulder. „Es ist wirklich schwierig, transparente Isoliermaterialien zu finden.“

Bei dem MOCHI-Material handelt es sich um ein Silikongel, das Luft durch ein Netzwerk winziger Poren einfängt. Diese Poren sind um ein Vielfaches dünner als ein menschliches Haar, die eingefangenen Luftblasen können Wärme blockieren.

Das Material ist laut den Forschern so effektiv, dass eine nur fünf Millimeter dicke MOCHI-Folie es ermöglicht, eine Flamme in der Handfläche zu halten.

Präzise Steuerung von Luftblasen ermöglicht Isloierung

Smalyukh vergleicht das MOCHI-Material mit bereits etablierten Aerogelen. Diese Art von Isoliermaterial ist weit verbreitet und arbeitet ebenfalls mit Lufteinschlüssen.

Bei Aerogelen sind diese Luftblasen jedoch meist zufällig verteilt und wenig lichtdurchlässig. Das Material ist meist trüb und reflektiert Licht. Diese Probleme kann das Forscherteam der University of Colorado Boulder mit seinem MOCHI-Material beheben.

„Die Moleküle haben keine Möglichkeit, frei miteinander zu kollidieren und Energie auszutauschen“, erklärt Smalyukh. „Stattdessen stoßen sie gegen die Wände der Poren.“ Gleichzeitig reflektiert das MOCHI-Material nur etwa 0,2 Prozent des einfallenden Lichts.

Aktuell befindet sich das Material noch in der Laborphase und ist nicht für Verbraucher erhältlich. Die Forscher sehen allerdings viele Verwendungsmöglichkeiten, auch für die Energiegewinnung Sonneneinstrahlung.

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Aus Gas mach Strom: Reversible Kraftwerke mit Brennstoffzellen

15. Dezember 2025 um 05:45

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Reverion, Start-up, Klimaschutz, Umweltschutz, Deutschland, Start-up-Check, Kolumne

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Was steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Reverion.

Start-ups: Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Sie zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats Start-up-Check. Heute: Das Climate-Tech-Start-up Reverion.

Was ist Reverion?

  • Branche: Climate-Tech, Clean-Tech/Energie
  • Gründer: Felix Fischer, Maximilian Hauck, Stephan Herrmann, Luis Poblotzki
  • Gründung: 2022 als Spinoff der TU München
  • Produkt: Containerisierte Module (etwa 100 Kilowatt/500 Kilowatt) für Biogas- und H₂Betrieb

Ende November ging die UN-Klimakonferenz in Belém, Brasilien, zu Ende. Die Verhandler erzielten mit dem sogenannten „Belém Package” zwar einen Kompromiss, zugleich blieben jedoch zentrale Fragen umstritten. Dazu gehören zum Beispiel konkrete Fahrpläne für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern sowie die CO2-Reduzierung.

Deutlich wurde in Belém auf jeden Fall einmal mehr: Es braucht technologische Lösungen, die sich schnell industrialisieren lassen – und nicht nur hübsche Pilotprojekte. Technologien, die die Stromerzeugung mit Netto-Negativemissionen koppeln und gleichzeitig Systemflexibilität liefern, stehen jetzt ganz oben auf der Agenda.

Das Münchner Start-up Reverion verspricht genau diese Kombination.

Das Team um die Gründer Felix Fischer, Maximilian Hauck, Stephan Herrmann, Luis Poblotzki entwickelt und industrialisiert reversible, CO2-negative Kleinkraftwerke auf Basis hochtemperaturiger Brennstoffzellen. Die Anlagen wandeln Biogas oder Wasserstoff mit sehr hohen elektrischen Wirkungsgraden (bis zu rund 80 Prozent) in Strom um.

In umgekehrter Betriebsart funktionieren dieselben Module als Elektrolyseure und produzieren aus überschüssigem Strom grünen Wasserstoff oder synthetisches Methan. Power-to-Gas und Gas-to-Power vereint in einem System: Das ist der Kern des Produktversprechens.

Reverion: Technik kompakt

Die Technologie basiert auf sogenannten Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) und Festoxid-Elektrolyseuren (SOEC) in einem patentierten, geschlossenen Prozess mit eigener Regelungslogik. Praktisch bedeutet dies, dass Reverion containerisierte Module liefert, die sich flexibel in bestehende Energie- oder Biogas-Infrastrukturen einfügen.

Beispielsweise können 100 Kilowatt in einem 20-Fuß-Container oder 500 Kilowatt in einem 40-Fuß-Container realisiert werden. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Abscheidung von nahezu reinem biogenem CO2 während der Stromerzeugung. Dieses CO2 kann gespeichert (CCS) oder genutzt (CCU) werden, wodurch netto negative Emissionen möglich werden.

Geschäftsmodell und Kunden

Reverion spricht Betreiber von Biogasanlagen (Landwirte und regionale Energieversorger), Industrie-Standorte sowie Offtaker, die CO2-Entfernungen einkaufen möchten, an.

Anstelle von Einzelgeräten verkauft das Unternehmen modulare Kraftwerkslösungen inklusive langfristiger Services. Dazu gehören Betreibermodelle, Power-to-Gas-Integration und CO2-Offtake-Verträge.

Das Ergebnis für die Betreiber sind eine höhere Stromleistung aus derselben Biogasmenge, neue Erlösströme durch den CO2-Verkauf und eine höhere Systemflexibilität durch die bidirektionale Nutzung.

Finanzierung und internationale Partner

Seit der Gründung als TUM-Spin-off (Technische Universität München) im Jahr 2022 hat Reverion mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen: eine Seed-Runde in Höhe von rund sieben Millionen Euro sowie im Jahr 2024 eine Series-A-Runde über rund 56 Millionen Euro, die von Energy Impact Partners angeführt wurde. Beteiligt waren unter anderem Honda, Extantia, UVC Partners und verschiedene Climate-VCs.

Ergänzend erhielt Reverion Fördermittel, darunter ein EU-Innovationsfonds-Grant in Höhe von rund 19,5 Millionen Euro für das RESILIENCE-Projekt. Ziel des Projekts ist es, die Herstellung modularer, containerbasierter Kraftwerke zu skalieren und damit einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung der Biogasbranche zu leisten.

Hinzu kommen Preisgelder (zum Beispiel XPRIZE) und Offtake-Abkommen. So existieren beispielsweise verbindliche Verträge für die biogasbasierte CO₂-Entfernung mit Partnern wie Frontier, die Liefervolumina über viele Jahre sichern.

Produktion und Skalierung

Reverion errichtet einen Produktionsstandort in Eresing (Bayern), der für die Serienfertigung der Containerlösungen genutzt werden soll. Mit einem bereits bestätigten Vorbestellvolumen von 90 bis 100 Millionen Euro zielt das Unternehmen auf einen schnellen Roll-out in Europa.

Die Integration von Fertigung, Vorbestellungen und Fördermitteln reduziert die Markteintrittsrisiken, stellt aber auch die Herausforderung dar, Produktion, Qualitätssicherung und After-Sales in kurzer Zeit hochzufahren.

Fazit: Effiziente Kraftwerke für saubere Energie und negative Emissionen

Das Münchner Start-up verbindet ausgereifte Forschung mit kommerziellem Ehrgeiz: Die Technologie ist clever und löst zwei Probleme auf einmal: saubere Stromproduktion und CO2-Entfernung. Mit Series-A-Kapital, EU-Förderung und ersten Großbestellungen ist der Weg in die industrielle Phase frei.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die Anlageverfügbarkeit, die Lebensdauer und die Kosten in der Serienproduktion die Erwartungen erfüllen. Gelingt das, kann Reverion ein wichtiges Puzzlestück für ein erneuerbares, klimatolerantes Energiesystem werden.

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KI-Nationalpark: Natur- und Artenschutz mithilfe Künstlicher Intelligenz

11. Dezember 2025 um 11:00

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KI-Nationalpark

Das Projekt KI-Nationalpark hat das Ziel, den Schutz deutscher Nationalparks und Wildnisgebiete zu stärken. Forscher haben dazu ein Monitoringsystem auf Basis Künstlicher Intelligenz entwickelt, um Biodiversität, Klimawandel und menschliche Eingriffe in die Natur sichtbar zu machen. Eine kommentierende Analyse.

KI-Nationalpark soll Umwelt und Natur bewahren

  • Nationalparks und Wildnisgebiete bewahren nicht nur die biologische Vielfalt und ökologische Prozesse, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zu Bildung, Forschung und Erholung. Sie ermöglichen ungestörte Naturprozesse und reduzieren Emissionen, indem Pflanzen, Wälder und Moore CO2 binden. Der Klimawandel und der Mensch bedrohen diese Gebiete aber zunehmend.
  • Der KI-Nationalpark ist ein bundesweit einzigartiges Vorhaben, mit dem erstmals ein schutzgebietsübergreifendes KI-gestütztes Monitoringsystem aufgebaut werden soll. Die eingesetzten Geräte sollen Bewegungen von Tieren und Geräusche von Vögeln und Fledermäusen, aber auch von Forstmaschinen oder menschlichen Freizeitaktivitäten aufzeichnen.
  • Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen insgesamt Daten aus 13 deutschen Nationalparks und zwei Wildnisgebieten ausgewertet werden. Ziel ist es, Arten direkt zu identifizieren, menschliche Störungen zu erfassen und Zusammenhänge zwischen Klima, Biodiversität und Nutzung sichtbar zu machen. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt, das bis 2027 läuft.

KI-Nationalpark als leuchtendes Positivbeispiel

In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz mit Blick auf Umweltauswirkungen und Energieverbrauch häufig ausschließlich negativ betrachtet wird, markiert der KI-Nationalpark ein leuchtendes Positivbeispiel.

Künstliche Intelligenz kann zwar ein Klimaproblem sein. Doch sie birgt Chancen und Risiken zugleich. Entscheidend ist, wie sie genutzt wird.

Entsprechend eingesetzt kann sie etwa Stromnetze optimieren, Erneuerbare besser integrieren, den Energieverbrauch reduzieren und: hoffentlich bald auch neue Erkenntnisse zum Schutz von Natur und Nationalparks liefern.

Das womöglich einzige Problem: KI-Halluzinationen. Denn Studien zeigen, dass KI-Modelle oft tier- und naturbezogene Vorurteile reproduzieren oder Arten falsch identifizieren. Dessen dürften sich die Projektbeteiligten im Gegensatz zu vielen Otto Normalnutzern aber bewusst sein.

Stimmen

  • Marco Heurich, Professor für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Universität Freiburg, in einem Statement: „Unser adaptives Management soll die Wechselwirkung zwischen Besuchern, Wildtieren und Waldentwicklung optimieren. Vor allen Dingen zuletztgenannter Aspekt unterstützt Nationalparke und Wildnisgebiete aktiv dabei, CO2 zu binden und dem Klimawandel entgegenzuwirken.“
  • Beim Nationalpark Harz koordiniert Wissenschaftlerin Stefanie Pfefferli die Projektarbeit: „Wir haben dafür 120 Fotofallen angebracht, und zwar an zufällig ausgewählten Standorten. Zusätzlich wurden 52 Audiogeräte installiert. Mit KI-gestütztem Monitoring können wir beispielsweise die Dichte der Rotwildbestände ermitteln. Möglicherweise können wir mit den Daten aufzeigen, welche Zusammenhänge zwischen den Tierarten und dem Waldwandel bestehen.“
  • Das Bundesumweltministerium fördert insgesamt acht sogenannte KI-Leuchtturmprojekte – darunter den KI-Nationalpark. Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter dazu: „Künstliche Intelligenz hilft uns Umwelt, Klima und Natur zu schützen. Die KI-Leuchtturmprojekte zeigen, wie wir mit technologischer Expertise und Ideenreichtum unsere Ökosysteme konkret verbessern.“

KI kann Umwelt- und Naturschutz stärken

KI könnte in den kommenden Jahren den Umwelt- und Naturschutz stärken, indem sie mögliche Gefahren früher erkennt, Waldverluste dokumentiert und Artenzahlen zuverlässig erfasst.

Der Klimawandel wird viele Parameter wie Lebensräume, Tierwege oder Schädlingsaufkommen zwar immer wieder verschieben.

Doch mithilfe von Projekten wie den KI-Nationalparks könnten sich die Folgen des Klimawandels und menschlicher Eingriffe in die Natur besser eindämmen lassen. Eine menschliche Auswertung und Überwachung der Daten und Algorithmen wird für das Gelingen entscheidend sein.

Mithilfe von KI können letztlich Daten gewonnen werden, um Aufforstung zu betreiben, Tierarten zu schützen und menschliches Handeln im Sinne der Natur zu betreiben.

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