Wärmepumpe schlägt Gas: Selbst in älteren Gebäuden ist sie günstiger
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Wer mit einer Wärmepumpe statt mit Gas heizt, kann langfristig viel Geld sparen, wie eine neue WWF-Berechnung zeigt. Demnach kann klimafreundliches Heizen langfristig deutlich günstiger sein als fossile Alternativen – selbst in älteren Häusern.
Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Neben dem Ausbau von Erneuerbaren Energien steht im Zuge der Energiewende auch die Wärmeversorgung in Wohngebäuden im Fokus.
Für viele Hausbesitzer stellt sich deshalb die Frage, wie sie künftig heizen sollen. Ob sich der Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmepumpe lohnt oder eine neue Gasheizung weiterhin eine sinnvolle Alternative ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Neben den gesetzlichen Vorgaben spielen dabei vor allem die Anschaffungskosten sowie die langfristigen Betriebskosten eine entscheidende Rolle. Welche Heiztechnik sich finanziell mehr lohnt, hat der Umweltverband WWF nun in einer neuen Berechnung untersucht.
Wärmepumpe oder Gas? Neue WWF-Berechnung zeigt, was günstiger ist
Für die Beurteilung, welche Heiztechnik langfristig die geringeren Kosten verursacht, hat der WWF die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen und Gasheizungen untersuchen lassen. Für die Modellrechnung hat die Umweltschutzorganisation das Beratungsunternehmen Prognos beauftragt.
Dabei wurden neben den Anschaffungskosten auch die laufenden Ausgaben für den Betrieb sowie staatliche Förderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) an einem Beispielgebäude berücksichtigt. In allen betrachteten Varianten kommt die Berechnung zu dem Ergebnis, dass die Wärmepumpe die langfristig günstigere Alternative zum Heizen ist.
Am schnellsten amortisiert sich die Investition demnach in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach sowie bei maximaler Förderquote. Gegenüber einer neuen Gasheizung zahlt sich die Wärmepumpe laut der Berechnung auch in ineffizienten Gebäuden in diesem Szenario bereits nach vier Jahren aus.
Für die maximale Förderquote sei jedoch Schnelligkeit geboten. Denn die Fördersummen nehmen über die Zeit ab, wobei die Unterschiede je nach Förderanspruch zwischen 4.600 und 5.380 Euro liegen können.
„Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig“, erklärt WWF-Gebäudeexperte Sebastian Breer. „Klima schützen, dabei Geld sparen und sich lösen von unsicheren fossilen Energien ist ein echter Win-Win-Win.“
Wärmepumpe: Warum sich schnelles Handeln finanziell lohnen kann
Die WWF-Modellrechnung bezieht unter anderem die neuen Förderstufen in der BEG und deren Auswirkungen zu zwei Zeitpunkten mit ein. Dafür wurden die Kosten für den Kauf von Wärmepumpe oder Gasheizung im Oktober 2026 sowie im August 2028 verglichen. Ab diesem Zeitpunkt fällt der Geschwindigkeitsbonus in der Förderung weg.
Die Beispielrechnung basiert auf einem für den Gebäudebestand in Deutschland repräsentativen Einfamilienhaus, das teilsaniert ist und die Energieeffizienzklasse F hat. Auch einbezogen wurden unter anderem Gas-Netzentgelte sowie CO2-Preise, die in den kommenden Jahren deutlich steigen dürften.
Eine Gasheizung ist in der Anschaffung zwar deutlich günstiger als eine Wärmepumpe. Allerdings sind die laufenden Betriebskosten in der Regel höher, sodass sich die anfängliche Ersparnis über die Jahre wieder aufzehren kann.
Laut der WWF-Berechnung fallen für das Heizen mit einer im Oktober 2026 installierten Wärmepumpe in dem repräsentativen Einfamilienhaus über einen Zeitraum von 15 Jahren voraussichtlich 56.815 Euro an. Mit einer Gasheizung würden sich die Gesamtausgaben im selben Zeitraum hingegen auf 61.118 Euro summieren.
In die Kalkulation fließen sowohl die Anschaffung als auch die laufenden Heizkosten ein. Für die Wärmepumpe werden zunächst 34.000 Euro angesetzt, für den Gaskessel 14.500 Euro. Bei der Wärmepumpe werden zudem die verfügbaren staatlichen Fördermittel berücksichtigt.
Besonders profitieren können unter anderem Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von weniger als 30.000 Euro. Denn durch den zusätzlichen Einkommensbonus können die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe so auf 47.295 Euro sinken. Wer darüber hinaus eine Photovoltaikanlage nutzt, kann seine Heizkosten weiter reduzieren.
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