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Milliarden-Chance für Kommunen durch Erneuerbare – doch Bund versteckt Studie

27. Juli 2026 um 11:00

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Erneuerbare versteckte Studie Kommunen Jobs Steuern Umwelt

Eine vom Bund beauftragte Studie zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien Kommunen, Städten und Landkreisen bis 2033 Milliarden einbringen und über 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen könnte. Doch das Wirtschaftsministerium hat die Ergebnisse ohne Pressekonferenz oder Kommentar nur klammheimlich online gestellt. Das ist kein Versehen, sondern politisches Kalkül. Denn die Zahlen passen nicht zum Kurs einer Ministerin, die den Ausbau von Wind und Solar bremsen will. Eine kommentierende Analyse.

Versteckte Studie offenbart Milliarden-Potenzial für Städte und Kommunen

  • Über 50.000 neue Arbeitsplätze, Steuereinnahmen in Milliardenhöhe für Kommunen und finanzielle Beteiligungen von Bürgern vor Ort: All das würde der lokale Ausbau von erneuerbaren Energien in Städten und Landkreisen laut einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) bis 2033 mit sich bringen. Die Untersuchung mit dem Titel „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ wurde 2024 vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Auftrag gegeben. Fertiggestellt wurde sie unter seiner Nachfolgerin Katherina Reiche (CDU).
  • Die Studie ist seit April 2026 auf der Website des Wirtschaftsministeriums einsehbar. Eine Pressemitteilung oder eine Konferenz des Ministeriums gab es dazu aber nicht. Wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) mitteilte, sei die Studie im Haus ausgewertet worden. Die Autoren hätten ihre Arbeit zudem bereits selbst präsentiert. Fakt ist: Es gab vor der Veröffentlichung zwar zwei Tagungen, aber nur vor einem Fachpublikum. Im Nachgang haben deshalb die beteiligten Institute Pressemitteilungen mit Details veröffentlicht. Auch die Webinar-Plattform Europe Calling hat eine Veranstaltung abgehalten.
  • Laut RND hat die Rechercheplattform Correctiv.LOKAL nun erstmals den vollständigen Datensatz (möglicherweise Paywall) öffentlich gemacht, der der Studie zugrunde liegt. Die Rechnungen offenbaren, wie sehr Landkreise und Städte vom Ausbau der Erneuerbaren profitieren könnten. Grundlage sind die von der ehemaligen Ampel-Regierung beschlossenen Ausbauziele. Das RND hat aus den Daten eine interaktive Karte erstellt, die zeigt, wie viel Geld alle Städte und Landkreise in Deutschland bis 2033 durch Windräder und Solaranlagen einnehmen könnten. Sollten die Ausbauziele erreicht werden, könnten sowohl Deutschland als auch einzelne Regionen die Wertschöpfung bis 2033 nahezu verdoppeln.

Passt nicht zum Kurs der Bundesregierung

Die versteckte Studie des Wirtschaftsministeriums liefert nicht nur eine Prognose zum Ausbau von Windrädern und Solaranlagen. Sie wirft eine unbequeme politische Frage auf – zumindest für die aktuelle Regierung. Denn: Warum verschwindet eine Untersuchung nahezu geräuschlos, obwohl sie ein Milliardenpotenzial für Bund, Kommunen und Bürger aufzeigt?

Offenbar, weil sie den Plänen von Wirtschaftsministerin Reiche Wind und Sonne aus den Segeln nimmt. Dass es weder eine Pressekonferenz noch große Kommunikation gab, dürfte deshalb kaum Zufall sein. Schließlich liefert die Analyse Argumente, die nicht zum politischen Kurs der Bundesregierung passen, der wie so oft auf eine Legislaturperiode und Kurzfristigkeit ausgelegt ist.

Dabei beweisen mehrere Orte schon heute, dass die Rechnung aufgehen kann. Dardesheim (Stadt Osterwieck), Feldheim (Stadt Treuenbrietzen), Lichtenau (Westfalen), Wilstedt und Wunsiedel zeigen etwa, dass die Energiewende nicht nur Strom produziert, sondern auch Wohlstand und Unabhängigkeit bringt.

Denn: Günstigere Energiepreise, zusätzliche Steuereinnahmen, finanzielle Beteiligungen für Bürger und mehr Unabhängigkeit sind dort längst Realität. Windräder werden dort von einem vermeintlichen Landschaftsproblem zu einem echten Wirtschaftsfaktor.

Zugegeben: Dieser Wohlstand lässt sich nicht gleichmäßig verteilen. Windreiche Regionen im Norden profitieren beispielsweise stärker von der Windkraft, während der Süden vor allem mit Photovoltaik auf Hausdächern aufholt. Doch genau das ist auch die Botschaft der Studie. Denn viele ländliche und strukturschwache Regionen könnten zu den großen Gewinnern der Energiewende gehören. Vorausgesetzt: Sie wollen wirklich und lassen sich nicht von der Fossillobby einlullen.

Stimmen

  • Frederick Sixtus, Co-Autor der Studie und Projektkoordinator am Berlin-Institut, in einem Statement: „Überall in Deutschland gibt es bereits Pionierregionen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur unterstützen, sondern als strategischen Hebel für ihre eigene Entwicklung nutzen. Diese Vorbilder zeigen, was möglich ist. Wenn die Regionen voneinander lernen, wird die Energiewende für alle zum wirtschaftlichen Gewinn.“ Steven Salecki, ebenfalls Co-Autor der Studie und Volkswirt am IÖW, ergänzt: „Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohnerinnen von der Energiewende profitieren. Das kann außerdem die Akzeptanz erhöhen.“
  • Kritiker werfen Katherina Reiche (CDU) vor, mit ihren Plänen den Ausbau der erneuerbaren Energien auszubremsen. Die Wirtschaftsministerin will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformieren und in einigen Regionen einen Baustopp für Windräder und Solaranlagen verhängen. Reiche im April 2026 dazu: „Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein. Sie sind es schon heute zum großen Teil. Aber eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, hat keine Zukunft. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ist politisch und wirtschaftlich nicht tragfähig. (…) Wir brauchen keine Überkapazitäten, die subventioniert ins Ausland exportiert werden, während im Inland die Preise steigen.“
  • Sven Giegold, stellvertretender Vorsitzender der Grünen im Bundestag, hat die Studie 2024 als Staatssekretär unter Robert Habeck auf den Weg gebracht. Auf LinkedIn wetterte er zur Veröffentlichung 2026: „Monatelang war diese spannende Studie in den Schubladen von Katherina Reiche verstaubt. (…) Diese Fakten, die Reiche nicht passen, verdienen Verbreitung! Diese Studie hatte ich als Staatssekretär auf den Weg gebracht. Die Wirtschaftsforschungsinstitute IÖW, IW und Berlin-Institut haben einen Top-Job gemacht. Ihre Arbeit hat es nicht verdient, monatelang zu verschwinden. Es geht hier auch um Steuergelder! Katherina Reiches Bundeswirtschaftsministerium hat die Studie ohne jeden Kommentar und ohne jede Wertschätzung für die Arbeit der Wissenschaftler*innen online gestellt. Das ist schlechter Stil. Kommt da noch was?“

Netzausbau statt Ausbaustopp: Was jetzt passieren muss

Rund um den Ausbau erneuerbarer Energien wird seit Monaten ein Gegensatz aufgebauscht, der keiner sein müsste. Ja: Die Stromnetze und Erneuerbaren müssen Hand in Hand gehen. Das heißt aber nicht, dass man den Ausbau von Windrädern und Solaranlagen an den schleppenden Netzausbau anpassen muss.

Allein schon angesichts des wirtschaftlichen Potenzials, das die Studie aufzeigt, sollte es doch vielmehr andersherum sein – zumal die deutschen Netzbetreiber aktuell Rekord-Renditen scheffeln und sich auch auf Kosten von Verbrauchern und Steuergeldern die Taschen füllen.

Wer mehr Ausgewogenheit fordert, sollte deshalb nicht den Ausbau der Erneuerbaren bremsen, sondern endlich mal die Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen. Denn diese spielen beim Umbau des Energiesystems eine Schlüsselrolle, produzieren aber horrende Gewinne statt Wertschöpfung zu schaffen.

Dabei krankt die Debatte ohnehin schon allzu oft an Kurzsichtigkeit. Doch: Energiepolitik ist kein Quartalsbericht, sondern eine Investition in die nächsten Jahrzehnte. Sinkende Erzeugungskosten, mehr Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit von Energieimporten sprechen langfristig klar für den Ausbau der Erneuerbaren.

Hinzu kommen Milliarden an zusätzlicher Wertschöpfung für Städte, Gemeinden, Bürger und auch den Staat. Die Aufgabe besteht deshalb nicht darin, den Ausbau auszubremsen, sondern Speicher, Netze und Infrastruktur endlich so schnell auszubauen, dass möglichst keine Kilowattstunde mehr ungenutzt verloren geht und potenzielle Milliardeneinnahmen verpuffen.

Selbst wenn die kolportierte Wertschöpfung der Studie nur bei der Hälfte läge, würde es sich bereits lohnen, beim Netzausbau aufs Tempo zu drücken. Und: zu investieren! Dabei haben wir jetzt noch nicht einmal über den Klimawandel gesprochen, sondern allein über wirtschaftliche Vernunft.

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Alte Öllöcher als Akku: Bohrloch-Batterie soll Energie speichern

26. Juli 2026 um 05:45

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Bohrloch-Batterie

Stromspitzen bei den erneuerbaren Energien stellen die Stromnetze vor Herausforderungen. Ein neuer Ansatz nutzt nun stillgelegte Öl- und Gasbohrlöcher als thermische Großspeicher für überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen. Das Verfahren soll ungenutzte Infrastrukturen in regulierbare grüne Leistung für Zeiten hoher Nachfrage umwandeln. 

Eine Analyse von Phil Cruver, Chef des US-Unternehmens Geo2Watts, beleuchte das Potenzial sogenannter Bohrloch-Batterien vor dem Hintergrund des Lazard LCOE+ Reports 2026. Inzwischen speisen große Photovoltaikanlagen preiswerten Strom im Preisbereich zwischen 40 und 61 US-Dollar pro Megawattstunde ins Netz ein. Allerdings geht an sonnenreichen Tagen mit geringer Netzkapazität oft wertvolle Energie verloren, weil Anlagen abgeregelt werden müssen.

Hier setzt das Prinzip der Bohrloch-Batterie an. Das System funktioniert im Grunde wie eine gigantische unterirdische Thermoskanne für elektrische Energie. Wenn ein Überangebot an Solarstrom herrscht, treibt der überschüssige Strom eine Hochtemperatur-Wärmepumpe an. Dabei leitet ein Kompressor die Energie in Wärme um. Ein geschlossenes Wassersystem leitet die erzeugte Hitze dann in tiefe, nicht mehr genutzte Bohrlöcher der Erdöl- und Erdgasindustrie ab. Die Speichertemperatur in den umgenutzten Bohrlöchern ist dabei auf etwa 200 Grad Celsius begrenzt.

So funktioniert die Rückverstromung in der Bohrloch-Batterie

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Herkunft der Energie. Das System nutzt keine natürliche Erdwärme aus dem tiefen Boden, sondern verwendet nach eigenen Angaben die Bohrlöcher ausschließlich als künstliche thermische Speicherbehälter. Steigt die Stromnachfrage im Netz oder sinkt die Sonneneinstrahlung am Abend, treibt die gespeicherte Wärme einen Generator an.

Dieser erzeugt direkt verfügbaren, sauberen Strom. Der Prozess wandelt somit die Hitze wieder in synchronen Wechselstrom um, der im Anschluss von Betreibern in das Stromnetz eingespeist werden kann. Diese Umwandlung soll die Rolle der Solarenergie grundsätzlich verändern. Aus fluktuierendem Überschussstrom wird eine garantierte und planbare Leistung für das Stromnetz.

Der ökonomische Wert von Solarstrom misst sich dadurch nicht mehr allein an niedrigen Produktionskosten, sondern am Zeitpunkt und der Flexibilität der Bereitstellung. Ein von Geo2Watts entwickeltes Konzept namens GridValue spiegelt diesen wirtschaftlichen Nutzen wider.

Chancen und wirtschaftliche Hürden für den neuen Energiespeicher

Ein entscheidender Vorteil des Konzepts liegt in der Wiederverwendung bestehender Infrastruktur. Die Nachnutzung inaktiver Öl- und Gasbohrungen ermöglicht die Nutzung bestehender elektrischer Infrastruktur. Zudem greifen Entwickler auf weitgehend erprobte Standardkomponenten wie Wechselstrom-Motoren, Kompressoren und Wärmetauscher zurück.

Dennoch stehen der Technologie noch Hürden bevor. Der Lazard-Bericht zeigt bisher keinen definitiven Nachweis, dass eine solche thermische Speicherlösung kostengünstiger arbeitet als konventionelle elektrochemische Batteriespeichersysteme.

Allerdings besteht für alternative Energiespeicher in diesen Jahren einiges an Potenzial, da die Kosten für Batteriespeicher nach vorherigen Rückgängen wieder angestiegen sind. Ob sich die Bohrloch-Batterie auf dem Markt durchsetzt, hängt letztlich stark von den lokalen Gegebenheiten, der Speicherdauer und netzbedingten Regulierungen ab.

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Studie belegt: Solaranlagen fallen bei Extremhitze fast komplett aus

21. Juli 2026 um 05:45

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Solaranlagen Hitze Photovoltaik Extremhitze

Der Klimawandel gefährdet zunehmend die europäische Stromversorgung, da extreme Sommertemperaturen nachhaltige Infrastruktur belasten. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass Solaranlagen bei Hitze massive Leistungseinbrüche von bis zu 90 Prozent erleiden können. 

Ein Forscherteam der Universität Évora in Portugal hat die Auswirkungen extremer Hitzephasen auf Solaranlagen auf der Iberischen Halbinsel in den Jahren 2024 und 2025 untersucht. Dafür analysierten die Wissenschaftler die reale Leistung von drei unterschiedlichen Photovoltaikanlagen in Portugal und Spanien, um die betriebliche Leistung und klimabedingte Resilienz von Photovoltaikanlagen unter realen Bedingungen zu messen.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede beim Ertrag – in Theorie und Praxis. Sie sind dahingehend relevant, da durch den Klimawandel die Temperaturen am Boden in diesem Gebiet seit 1979 teils signifikant angestiegen sind.

Bis zum Jahr 2100 prognostizieren Klimamodelle für europäische Landflächen im schlimmsten Fall zudem einen weiteren Temperaturanstieg von bis zu 8,5 Grad Celsius. Wirtschaftlich drohen immense Schäden, denn die klimabedingten Risiken in Europa könnten bis in die 2080er Jahre jährliche Kosten von rund 40 Milliarden Euro verursachen.

Warum Solaranlagen bei Hitze kollabieren

In der Praxis sinkt die Effizienz von PV-Anlagen um 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad Celsius, sobald die Lufttemperatur die Marke von 25 Grad Celsius überschreitet. Während extremer Hitzewellen mit bis zu 49 Grad Celsius erwärmen sich die Moduloberflächen auf über 70 Grad Celsius.

Das beschleunigt die Alterung der Panels. In den heißesten Nachmittagsstunden führt dies zu einem kritischen Einbruch der Performance um bis zu 90,44 Prozent. Denn wird es zu heiß, schalten sich die Wechselrichter zum Selbstschutz ab.

Diese stündlichen Ausfälle wirken sich besonders auf die Infrastruktur aus. Das gefährdet auch die Netzstabilität. Zudem sind kurzfristige Hitzeeinbrüche oft nicht in den klassischen Planungsdaten transparent dargestellt. Die Studienautoren schreiben dazu:

In Planungs- und Vertragsfragen bedeutet dies, dass die Erwartungen des Entwurfsjahres das hitzebedingte Betriebsrisiko systematisch unterschätzen.

Neue Lösungsansätze für die solare Infrastruktur

Trotz der großen stündlichen Einbrüche zeigen Solarparks eine hohe regenerative Resilienz. Denn die Systeme erholen sich spätestens einen Tag nach dem Erreichen des Tiefpunkts. Um besser für die Zukunft zu planen, empfiehlt die Studie, klassische Simulationsdaten durch ereignisbasierte Stresstests auf Basis hochauflösender Reanalysedaten wie ERA5-Land zu ergänzen.

Diese frei verfügbaren Datensätze weisen eine hohe Übereinstimmung mit realen Messstationen auf und ermöglichen eine präzise Risikoanalyse. Neben besseren Daten sollten Anlagenbetreiber auch operative Schutzprotokolle anpassen. Dies passiert etwa durch die bessere Belüftung der Wechselrichter oder zusätzliche thermische Leistungsreserven.

Denn gerade Begleiterscheinungen des Klimawandels, wie Staubstürme und Waldbrandrauch, dämpfen die globale Strahlung zusätzlich und senken die Effizienz der Module.

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CO2-Batterie speichert Strom dreimal länger als Lithium-Akkus

17. Juli 2026 um 05:45

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CO2-Batterie

Im Rahmen der Energiewende suchen viele Länder immer weiter nach günstigen und effizienten Möglichkeiten zur Speicherung von Energie. Australien plant jetzt eine CO2-Batterie, die mit einer Leistung von bis zu 20 Megawatt etwa zehn bis zwölf Stunden lang Strom speichern können soll. 

Die State Electricity Commission (SEC) in Australien kündigte kürzlich die Errichtung eines neuen Energie-Innovationsbezirks mit dem Namen SEC Energy Works an. Das dazu zur Verfügung stehende Areal umfasst eine Fläche von etwa 143 Hektar und befindet sich in Hazelwood North im Latrobe Valley. Mittelfristig soll dort eine CO2-Batterie mit einer Leistung von 20 Megawatt entstehen, die bis zu zwölf Stunden kontinuierlich Strom ins Netz speisen kann.

Somit ist der Wert im Vergleich zu klassischen Kurzzeit-Batteriespeichern relativ hoch. Denn diese bieten meist nur eine Speicherdauer von zwei bis vier Stunden. Victoria verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 65 Prozent an erneuerbaren Energien zu erreichen. Dafür plant die SEC mit Projekten mit einer Gesamtleistung von 1.024 Megawatt.

Erstes Langzeit-Energiespeicherprojekt in Australien

Das Vorhaben entsteht in Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Energy Dome. Die CO2-Batterie ist Victorias erstes Langzeit-Energiespeicherprojekt und die erste kommerzielle Anwendung eines geschlossenen CO2-Druckspeichers in Australien.

Dabei macht sich das System zunutze, dass gerade an besonders sonnigen Tagen viel überschüssige Energie anfällt. Schließlich speichert die Technologie tagsüber überschüssige erneuerbare Energien und speist diese während der abendlichen Nachfragespitzen wieder ein.

Wie funktioniert die CO2-Batterie aus Australien?

Dies geschieht durch die Verflüssigung von CO2. Der Grund: Kohlenstoffdioxid wird beim Komprimieren weniger stark erhitzt als Luft. Deshalb muss weniger Abwärme gespeichert und später bei der Stromerzeugung wieder zugeführt werden.

Zum Vergleich: Lithium-Batterien können Energie zwar noch verlustärmer speichern, aber der Bedarf an kritischen Rohstoffen ist bei CO2-Speichern geringer, da es sich nur bei Turbine und Kompressor um komplexere Bauteile handelt.

Hinzu kommt, dass keine weiteren Batteriezellen notwendig sind, um die Kapazität zu erhöhen. Es muss lediglich das Volumen erhöht werden. Dadurch soll nicht nur eine längere Lebensdauer als bei anderen Akkus erreicht werden, sondern auch die Kapazität soll über die Jahre nicht nachlassen. Claudio Spadacini, Gründer und CEO von Energy Dome, dazu:

Unsere CO2-Batterie liefert 10 bis 12 Stunden sauberen, abrufbaren Strom und nutzt eine bewährte Kompressor- und Turbinentechnologie, mit der die Belegschaft im Latrobe Valley bestens vertraut ist. Dieses Projekt wird den Übergang der Region weg von der Kohle unterstützen, während gleichzeitig die Ingenieurskompetenzen erhalten bleiben, die Victoria seit Generationen mit Strom versorgt haben.

Technologischer Fortschritt durch neue CO2-Batterie

Dies soll dabei helfen, die Versorgung zu stabilisieren und die Strompreise zu senken. Denn Langzeit-Energiespeicher sollen eine kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten und das Portfolio der SEC bei mehrtägigen Wind- oder Solarkraftflauten absichern.

Das Projekt fördert somit den Übergang der Region zu nachhaltigen Energieträgern. Alte Kohlekraftwerke werden abgeschaltet, während gleichzeitig die bestehenden technischen Kompetenzen der Belegschaft im Latrobe Valley durch vertraute Turbinen- und Kompressortechnologien erhalten bleiben.

Der Einsatz von geschlossenen CO2-Kreisläufen bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kurzzeit-Batterietechnologien für eine verlässliche Langzeitspeicherung. Durch staatliche Investitionen möchte die SEC das Vertrauen des Marktes in neuere, kommerziell nutzbare Technologien im nationalen Strommarkt (NEM) stärken. Das zeigt die Kommission auch durch ihre Strategie. So versorgt sie das neueste Busdepot des Betreibers Kinetic in Melbourne mit 100 Prozent Ökostrom.

Trotzdem begannen erst kürzlich die Detailplanung und das Design des Projekts. Die Konsultationsprozesse mit Stakeholdern und Gemeinden stehen noch am Anfang. Das sorgt dafür, dass ohne die koordinierende Rolle und das finanzielle Engagement von Akteuren wie der SEC derzeit noch attraktive Bedingungen für private Investoren im Bereich der Langzeitspeicher fehlen. Vielleicht demonstriert der Energy Dome aber, dass CO2-Batterien ein riesiges Potenzial für die Zukunft haben.

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Voll mit hängendem Beton: China nimmt Gravitations-Speicher in Betrieb

15. Juli 2026 um 05:45

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Gravitations-Energiespeicher Gravitationsspeicher China Beton

Strom aus Wind und Sonne ist günstig, aber nicht immer verfügbar. In China geht jetzt eine Anlage ans Netz, die das Problem mit einem verblüffend einfachen Prinzip lösen soll. Sie hebt schwere Betonblöcke in die Höhe und gewinnt beim Absenken Strom zurück. Der erste kommerzielle Gravitations-Energiespeicher der Welt liefert 100 Megawattstunden, hält 35 Jahre lang und kommt komplett ohne Lithium aus. 

Das Unternehmen Energy Vault realisiert im chinesischen Rudong das weltweit erste kommerzielle gravitationsbasierte Energiespeichersystem im industriellen Maßstab. Die zugrunde liegenden Erkenntnisse stammen aus einer offiziellen Projektübersicht. Gemeinsam mit den lokalen Unternehmen Atlas Renewables und CNTY wurde die Anlage in direkter Nachbarschaft zu einem großen Windpark sowie dem nationalen Stromnetz errichtet.

Die zum Einsatz kommenden Kernprodukte umfassen die technologische Plattform EVX sowie das Produkt VaultOST. Das System verfügt über eine Spitzenleistung von 25 Megawatt und bietet eine Speicherkapazität von insgesamt 100 Megawattstunden. Die Anlage, die sich aktuell in der Inbetriebnahme befindet, soll über einen Zeitraum von vier Stunden kontinuierlich Strom abgeben können. Die Speicherdauer ist theoretisch unbegrenzt.

Wie der Gravitations-Energiespeicher in China die Netze stabilisiert

Der prognostizierte Wirkungsgrad im Lade- und Entladezyklus, die sogenannte Round-Trip Efficiency, liegt bei über 80 Prozent. Damit positioniert sich das System technologisch deutlich vor alternativen Langzeitspeicherverfahren wie thermodynamischen, mechanischen oder rein chemischen Flüssigbatterie-Systemen. Die Anlage zeichnet sich zudem dadurch aus, dass keinerlei Selbstentladung stattfindet.

Das vorrangige Ziel dieses Set-ups besteht darin, das chinesische Stromnetz für die State Grid Corporation of China (SGCC) durch die zeitliche Verschiebung erneuerbarer Energien effektiv auszugleichen. Es unterstützt damit direkt die chinesische „Zero-Carbon parks“-Initiative sowie den nationalen „30-60“-Plan zur Erreichung der vollständigen Klimaneutralität.

Nachhaltigkeit und die Unabhängigkeit der Lieferketten

Ein entscheidender technologischer Vorteil liegt in der extremen Langlebigkeit, da Beton, der in die Höhe gehoben wird, im Laufe der Zeit kaum Degradation aufweist. Über die geplante operative Lebensdauer von 35 Jahren hinweg sind somit keine nachträglichen Systemerweiterungen oder Leistungskorrekturen erforderlich. Zudem erlaubt das Design einen starken Fokus auf lokale Lieferketten sowie den regionalen Bezug von Arbeitskräften und Materialien.

Die Etablierung dieser regionalen Beschaffungswege reduziert nach eigenen Angaben das finanzielle Risiko und die Anfälligkeit gegenüber volatilen Preisänderungen auf den globalen Rohstoffmärkten erheblich. Diese erste Installation dient somit als technologischer Maßstab für zukünftige weltweite Kooperationen im Bereich der Dekarbonisierung.

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Forscher entwickeln Algen-Batterien, die rund um die Uhr Strom erzeugt

14. Juli 2026 um 19:59

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Algen-Batterien statt Lithium Akku mit Algen

Lithium-Batterien sind überall. Ihr Abbau schadet der Umwelt aber massiv. Ein Forscherteam der Universität Cambridge zeigt jetzt, dass es auch anders geht: Mit einer lebenden Algen-Batterie erzeugen sie seit sechs Jahren ununterbrochen Strom, ganz ohne kritische Rohstoffe.  

Egal, ob bei der Mobilität, im eigenen Zuhause oder in der Industrie: Batterien werden immer wichtiger. Dass die Speicherung von Energie aber nicht nur mit Lithium funktioniert, demonstrierte kürzlich ein Team der Universität Cambridge. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Doktor Paolo Bombelli vom Department of Biochemistry und dem Hauptprüfer Professor Chris Howe entstand eine kleine Biozelle, die gewöhnliche Algen zum Energiespeicher macht.

Die Forschergruppe arbeitet bereits seit dem Jahr 2006 an dieser Methode. Um die Ansätze technologisch und gestalterisch weiterzuentwickeln, wurden später zusätzlich die Bio-Designerin Lucia Giron und der Elektroingenieur Lifu Tan in das Team aufgenommen. Nach mittlerweile zwei Jahrzehnten intensiver Arbeit präsentierte die Wissenschaftler kürzlich ihre Ergebnisse.

Kontinuierlicher Strom aus Algen: So funktioniert die neue Batterie

Die biologische Stromerzeugung der Algen-Batterie greift auf den natürlichen Prozess der Photosynthese von Cyanobakterien zurück. Dabei wird ein Teil des kontinuierlichen Elektronenflusses abgezapft, um elektrische Geräte ohne eine Beschädigung der Algen zu betreiben.

Die Organismen leben in einem vollständig versiegelten Gehäuse und erzeugen einen schwachen elektrischen Strom. Dieser fließt ununterbrochen, rund um die Uhr sowie selbst bei völliger Dunkelheit. Paolo Bombelli erklärt dazu:

Wir haben einen Weg gefunden, uns in einen natürlichen Prozess in Algen einzuklinken und damit kontinuierlich Strom rund um die Uhr zu erzeugen, ohne der Pflanze überhaupt zu schaden.

Nachhaltiger Batterieersatz im Härtetest

Das System basiert auf einem lebenden Organismus und konnte in der Spitze bereits über einen Zeitraum von sechs Jahren kontinuierlich Elektrizität erzeugen. Durch fortlaufende Experimente gelang es, die Leistungsabgabe der biologischen Zelle seit dem Projektstart um mehr als das 20-Fache zu steigern.

Das langfristige Ziel ist es, herkömmliche und umweltschädliche Einwegbatterien vollständig zu ersetzen. Denn: Der Abbau von Lithium für traditionelle Energiespeicher ist extrem energieintensiv, setzt Treibhausgase frei und verursacht lokale ökologische Schäden.

Im Gegensatz dazu bestehen die biologischen Zellen aus gewöhnlichen, preiswerten und weitgehend recycelbaren Materialien. Flankiert wird das Projekt von einem Bildungsangebot aus Workshops an weiterführenden Schulen, um das Interesse an Pflanzenwissenschaften zu stärken.

Einsatzbereiche und Hürden für Strom aus Algen

Da die Leistungsabgabe der Bio-Zellen gering ist, eignet sich die Technologie primär für Niedrigenergiegeräte wie Fernbedienungen oder Rauchmelder. Zu den bisher gestalteten Anwendungen gehören eine funktionierende Algen-Uhr sowie ein über eine Smartphone-App auslesbares System zur Laborüberwachung.

Über das eigene Start-up-Unternehmen „e-Pho“ befindet sich das Forscherteam bereits in Gesprächen für spezifische, kommerzielle Anwendungen. Die Technologie verspricht großes Potenzial für autonome Umweltsensoren oder die Strombereitstellung in netzfernen Regionen in Entwicklungsländern, wie zum Beispiel in Subsahara-Afrika.

Allerdings bleibt die Überführung in ein marktreifes Verbraucherprodukt eine erhebliche Herausforderung. Da das System auf lebenden Organismen basiert, ist die Stromproduktion zwingend daran gebunden, dass die Algen erfolgreich am Leben erhalten werden.

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Neuer Mini-Atomreaktor erzeugt erstmals Strom – und die teuerste kWh aller Zeiten

13. Juli 2026 um 05:45

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Valar Atomics Mini-Atomreaktor Kernreaktor

Das US-amerikanische Start-up Valar Atomics will einen Meilenstein bei der Energieversorgung von Rechenzentren erreicht haben. Ein neuartiger Mini-Atomreaktor lieferte in einem ersten Testbetrieb Strom direkt an einen KI-Beschleuniger. Doch: Die Kosten sprengen sämtliche Maßstäbe.

Valar Atomics hat in einem LinkedIn-Beitrag berichtet, dass der neue Mini-Atomreaktor des Unternehmens erstmals Strom erzeugt hat. Bislang investierten Projektpartner rund 130 Millionen US-Dollar in das Projekt. Ziel ist es, nukleare Energie für künftige Rechenzentren und KI-Chips nutzbar zu machen.

Ein Prototyp mit dem Namen „Ward 250“ erreichte laut einer offiziellen DOE-Mitteilung Anfang Juni 2026 auf dem Gelände des San Rafael Energy Lab im US-Bundesstaat Utah die sogenannte Kritikalität. Mit dem erfolgreichen Testlauf hielt das Unternehmen eine Frist bis zum 4. Juli 2026 ein, die in einer präsidialen Exekutivanordnung vom Mai 2025 verankert war. Zuvor hatte bereits Konkurrenzunternehmen Antares Nuclear mit seinem Marko-Reaktor diesen Zeitplan erfüllt. US-Energieminister Chris Wright dazu:

Der heutige Tag ist ein weiterer historischer Moment für die Renaissance der Kernenergie in Amerika. (…) Valar Atomics erzielt Erfolge, die einen revolutionären Moment für die fortschrittliche Kernenergie in diesem Land markieren. Die Trump-Regierung ist stolz darauf, die Wiederbelebung der amerikanischen Kernenergieindustrie zu unterstützen und damit sicherzustellen, dass die Amerikaner auch für kommende Generationen Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger und sicherer Energie haben.

Wie der Mini-Atomreaktor von Valar Atomics funktioniert

Der fortschrittliche Hochtemperaturreaktor basiert auf einer hocheffizienten Heliumkühlung und nutzt den extrem temperaturbeständigen Triso-Kernbrennstoff. Aufgrund dieser robusten Bauweise arbeitet das System bei einer Betriebstemperatur von 750 Grad Celsius. Die gesamte Anlage besitzt die physische Größe eines herkömmlichen Schiffscontainers und wird für den Betrieb mit einer rund zwei Meter dicken Betonhülle ummantelt.

Im ersten Testbetrieb erzeugte das System eine thermische Leistung von 100 Kilowatt, aus denen nach Abzug erheblicher Effizienzverluste schätzungsweise 40 bis 50 Kilowatt elektrischer Strom gewonnen wurden. Diese Elektrizität versorgte direkt einen Desktop-KI-Beschleuniger des Typs Nvidia Spark. Langfristig strebt das Unternehmen eine enge Kooperation mit Nvidia an, um künftige Rechenzentren ohne jegliche Wasserkühlung zu betreiben. Das finale Gesamtsystem soll dabei eine Leistung von 30 Megawatt erreichen.

Wirtschaftliche Zweifel und enorme Herausforderungen

Trotz des technologischen Meilensteins betreibt das Unternehmen gemessen an der tatsächlich erzeugten geringen Strommenge derzeit eines der teuersten Kraftwerke der Geschichte. Um die Leistung eines einzigen typischen Großkraftwerks zu erreichen, wären rund 14.000 dieser sogenannten Small Modular Reactors (SMRs) notwendig. Die hypothetischen Gesamtkosten dafür würden sich auf bis zu zwei Billionen US-Dollar belaufen.

Der reale wirtschaftliche Nutzen der Anlage kann in diesem frühen Stadium daher noch nicht bemessen werden. Für eine echte Wettbewerbsfähigkeit am Markt müssten die Baukosten durch eine industrielle Massenfertigung um bis zu dem 400-Fachen sinken. Zudem bleibt technisch noch ungeklärt, wie die Stromerzeugung aus der Reaktorwärme langfristig komplett ohne Wasserverbrauch funktionieren soll.

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Podcast: Politik in der Floskel-Falle – wenn KI sogar überzeugender klingt

10. Juli 2026 um 08:45

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BREAK THE WEEK Podcast

BREAK/THE WEEK ist dein wöchentlicher Tech-Talk von BASIC thinking, der dich hinter die Kulissen der Tech-Welt nimmt. In der neuen Ausgabe diskutieren wir über ein drohendes Solar-Chaos in Deutschland, Netflix-Entscheidungsmüdigkeit und warum KI authentischer klingt als Politiker .

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Die Themen dieser Ausgabe:

  • Berlins digitales Mietregister: Bundesweit erste Datenbank gegen Mietwucher
  • Amazon entfernt KI-synchronisierten Film nach Nutzerprotesten
  • Solarenergie spart Deutschland 20 Milliarden Euro Importkosten
  • Netflix-Entscheidungsmüdigkeit: Mehrere Tage Lebenszeit fürs Scrollen
  • EEG läuft Ende 2026 aus – droht ein Solar-Chaos?
  • Studie: KI-Antworten wirken authentischer als die echter Politiker
  • Yes or No: KI-Smartphones, Social-Media-Missbrauch und mehr

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Cambridge-Forscher produzieren Wasserstoff aus Plastikmüll

10. Juli 2026 um 05:45

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Wasserstoff aus Plastikmüll

Über 95 Prozent des weltweiten Wasserstoffs stammen aus fossilen Quellen. Forscher aus Cambridge haben nun erstmals einen ein Quadratmeter großen Solarreaktor im Freien betrieben, der aus Plastikmüll ohne fossile Energie Wasserstoff erzeugt.

Die weltweite Produktion von Wasserstoff basiert zu über 95 Prozent auf fossilen Energieträgern oder fällt lediglich als Nebenprodukt petrochemischer Prozesse an. Ein Forscherteam der University of Cambridge hat jetzt einen vielversprechenden Lösungsansatz unter realen Bedingungen im Freien erprobt. Ein großflächiger Photoreaktor mit einer aktiven Gesamtfläche von einem Quadratmeter wurde dafür unter natürlichem Sonnenlicht betrieben.

Das System nutzt ein kostengünstiges und stabiles, mit Aluminium dotiertes Strontiumtitanat als Lichtabsorber, um schwer recycelbare Feststoffabfälle aufzuwerten. Als Rohstoff dienen gewöhnliche PET-Flaschen oder Zellulose, die nach einer unkomplizierten chemischen oder enzymatischen Vorbehandlung eingesetzt werden. Die Herstellung der benötigten Katalysatorplatten erfolgt komplett ohne komplexe Hochtemperatur-Glühprozesse oder den Zusatz von klassischen Bindemitteln.

Wasserstoff aus Plastikmüll: Die Ergebnisse aus der Praxis

Während der an verschiedenen Tagen durchgeführten Experimente im englischen Cambridge betrug die durchschnittliche natürliche Lichtintensität jeweils 0,5 bis 0,6 Sonnen. Trotz dieser moderaten Bedingungen erwärmte sich die Oberfläche des Reaktors allein durch die Sonneneinstrahlung auf über 30 Grad Celsius.

Nach einer Laufzeit von sechs Stunden erreichte die Wasserstoffausbeute einen Wert von 5,24 Millimol pro Quadratmeter bei der Nutzung von Glukose und 1,51 Millimol pro Quadratmeter bei vorbehandelter Zellulose. Neben dem begehrten Gas entstanden im Außenreaktor auch wertvolle organische Stoffe wie Format und Acetat.

Auf reiner Katalysator-Gewichtsbasis erzeugten die innovativen, sprühbeschichteten Platten im mittleren Maßstab 2.870 ± 780 Mikromol pro Gramm und Stunde an Wasserstoff. Im Vergleich dazu schafften die traditionell im Labor gegossenen Platten unter gleichen Bedingungen lediglich 630 ± 69 Mikromol pro Gramm und Stunde.

Herausforderungen und wirtschaftliche Aussichten

Trotz der Erfolge zeigt die technologische Entwicklung im größeren Maßstab noch deutliche Hürden auf. Beim Vergrößern des Systems von der winzigen Laborzelle auf eine mittlere Skala sank die flächenspezifische Produktionsrate um rund 50 Prozent.

Zudem drosseln komplexe Abbaupfade die Reaktionskinetik, während unvollständig abgebauter Zellulosemüll die aktiven Zentren des Katalysators blockiert und ein erhebliches Auslaugen des Kobalts nach 22 Stunden Betriebszeit gemessen wurde.

Die technoökonomische Analyse beziffert die Kosten bei einer Wiederverwendung der Trägerplatten auf 0,93 Pfund pro Millimol, während sie ohne Wiederverwendung auf bis zu 7,44 Pfund steigen. Der leitende Forscher Erwin Reisner betonte die Dringlichkeit einer Skalierung für die praktische Anwendung:

Wenn wir unseren Umgang mit den beiden Problemen – Plastikverschmutzung und saubere Energieerzeugung – wirklich ändern wollen, müssen wir einen sehr skalierbaren Weg zur Herstellung dieser Photokatalysatormaterialien und Reaktoren entwickeln – und zeigen, dass sie im Freien tatsächlich funktionieren.

Zukünftige Systemgenerationen müssen daher auf Katalysatoren setzen, die das sichtbare Lichtspektrum besser ausnutzen. Zudem wird laut Sensitivitätsanalyse der Einsatz von Solarkonzentratoren sowie die Entwicklung stabilerer Systeme entscheidend sein, um eine Produktion zu wettbewerbsfähigen Kosten zu erzielen.

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Sicherheitslücke bei Hoymiles-Wechselrichtern erlaubt Angriffe auf Solaranlagen

09. Juli 2026 um 20:09

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Sicherheitslücken bei Wechselrichtern

Der Boom von Balkonkraftwerken und Solaranlagen sorgt für grüne Energie im eigenen Vorgarten. Doch eine aktuelle Untersuchung offenbart erhebliche IT-Sicherheitslücken bei Wechselrichtern des Marktführers Hoymiles. Betroffen sind Hunderttausende Anlagen in ganz Europa, die sich im schlimmsten Fall unbefugt aus der Ferne manipulieren lassen. Die Entdeckungen zeigen, wie verwundbar die dezentrale Energiewende aktuell aufgestellt ist.

Ein Sicherheitsforscher hat in enger Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club (CCC) eklatante Mängel bei sogenannten Mikrowechselrichtern nachgewiesen. Die Schwachstellen betreffen die weitverbreiteten Balkon- und Dachsolaranlagen des chinesischen Herstellers Hoymiles. Das Unternehmen ist kein kleiner Fisch auf dem Markt, sondern besitzt nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 20 Prozent in Europa.

Die betroffenen Komponenten steuern die Einspeisung des gewonnenen Stroms und kommunizieren völlig ungeschützt über die Funkfrequenzen von 868 Megahertz sowie 2,4 Gigahertz. Weil grundlegende Sicherheitsstandards bei der Datenübertragung fehlen, könnten bei einer großflächigen Ausnutzung der Schwachstellen plötzliche Leistungseinbrüche im Gigawatt-Bereich drohen.

Während der CCC dies als systemisches Risiko für die Infrastruktur einordnet, winken die Aufsichtsbehörden ab. Begründet wird, dass die Netzbetreiber diese Ausfälle auffangen könnten.

Warum die Sicherheitslücken bei Hoymiles-Wechselrichtern so gefährlich sind

Das Ganze funktioniert technisch gesehen relativ simpel, da laut dem Bericht die vermeintlich geheimen digitalen Schlüssel zur Steuerung der Solaranlagen über Hoymiles-Wechselrichter völlig ungeschützt sind. Als geheimer Schlüssel zur Fernsteuerung der Hoymiles-Prozessoren dient ab Werk lediglich die Seriennummer des jeweiligen Geräts. Wer diese Nummer besitzt, hat im Grunde schon fast Zugriff.

Durch eine nicht dokumentierte Firmware-Funktion, einen sogenannten Rundruf, sendet jeder Wechselrichter in der Umgebung seine eigene Seriennummer unverschlüsselt in den Äther. Angreifer könnten diese IDs mit minimalem Fachwissen und geringen Kosten im Vorbeifahren abfangen. PV-Anlagen in ganzen Nachbarschaften ließen sich so mit billigen Bauteilen aus dem Fachgeschäft manipulieren.

Sobald die Seriennummer abgefangen wird, lässt sich die vollständige Kontrolle über die Inverter übernehmen. Unbefugte könnten die Geräte dann nach Belieben umkonfigurieren, die Firmware komplett löschen oder Schadsoftware aufspielen, um die Hardware dauerhaft physisch zu zerstören. Die erforderliche Angriffshardware lässt sich für koordinierte Attacken aus der Luft sogar problemlos auf eine Drohne montieren.

Das systemische Risiko für die kritische Infrastruktur

Ein weiteres drastisches Szenario ergibt sich laut CCC daraus, dass der Hoymiles Kunden aktiv in die Cloud drängt, von der aus theoretisch Hunderttausende Dachsolarkraftwerke zentral aus dem Ausland abgeschaltet werden könnten. Der rasante Ausbau von Balkonsolaranlagen erfolgt derzeit in einer Art „Wild-West-Manier“, bei der Anbieter geduldet werden, die fundamentalen IT-Sicherheitsstandards zu ignorieren.

Hoymiles reagierte im Rahmen des verantwortungsvollen Offenlegungsprozesses (oder auch „Responsible Disclosure“) irritiert bis gar nicht und stellte bisher keinen Sicherheits-Patch bereit. Auch staatliche Aufsichtsbehörden lehnen ein regulatorisches Einschreiten ab. Die Begründung der Behörden hinterlässt einen Beigeschmack: Die Netzbetreiber könnten potenzielle Leistungseinbrüche im Ernstfall ja einfach auffangen. CCC-Sprecher Dirk Engling betonte die Dringlichkeit der Lage und ordnete den Fall kritisch ein:

Schluss mit dem Wilden Westen im IoT. Dieser Fall ist ein praktisches Lehrstück dafür, warum ‚Kritische Infrastruktur‘ nicht erst bei großen Kraftwerken beginnt, sondern bereits im Vorgarten. Wenn Tausende Anlagen per Rundruf abgeschaltet werden können, ist das ein systemisches Risiko.

Sicherheitslücken bei Wechselrichtern: Was Betreiber tun können

Wer eine originale Datenübertragungseinheit (DTU) von Hoymiles betreibt, sollte unverzüglich ein starkes Passwort setzen. Das schafft zumindest eine minimale Hürde für Gelegenheitsangreifer, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz. Das Paradoxe daran ist, dass ein Passwort das unbefugte Aufspielen einer fremden Firmware über die Funkschnittstelle nicht verhindert.

Angesichts dessen ruft der CCC die OpenDTU-Community und unabhängige Sicherheitsforscher dazu auf, gemeinschaftlich einen Open-Source-Patch oder eine alternative Firmware für die Funkmodule zu entwickeln. Ziel ist eine verlässliche Lösung, die auf echter Kryptografie wie dem Advanced Encryption Standard (AES) basiert. Zur Wahrung der technologischen Souveränität muss die Steuerung von Energieanlagen dauerhaft lokal und sicher möglich sein, anstatt von ausländischen Cloud-Servern abzuhängen.

Anlagenbetreiber sollten die „Blackbox“ im eigenen Stromkasten ab jetzt kritisch hinterfragen, aufmerksam bleiben und nach Möglichkeit auf transparente Open-Source-Lösungen setzen. Gleichzeitig steht die Politik in der Pflicht: Der CCC fordert bereits ein EU-weites Verbot der Marktzulassung für Geräte, die Firmware-Updates ohne Authentifizierung via Funk akzeptieren.

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80 Transaktionen pro Sekunde: Was Grok 4.5 beim Coding wirklich verändern soll

09. Juli 2026 um 13:25
Mit Grok 4.5 liefert SpaceXAI das bisher beste eigene KI-Modell, welches neben Cursor trainiert wurde und vor allem in den Bereichen Coding und agentische Aufgaben performen soll. Das hat einen stichhaltigen Grund.weiterlesen auf t3n.de

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