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Souveränität oder Amerikanisierung? Deutsche KI-Hoffnung DeepL am Scheideweg

20. April 2026 um 11:00

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DeepL KI Künstliche Intelligenz Voice-to-Voice

Das Kölner KI-Unternehmen DeepL hat eine neue Funktion präsentiert, die Stimmen live übersetzen soll. Mit Voice-to-Voice will sich die deutsche KI-Hoffnung die Konkurrenz in einem umkämpften Wettbewerb vom Leib halten. Das Unternehmen stand zuletzt aber vermehrt in der Kritik. Eine kommentierende Analyse.

Was steckt hinter DeepL – und wer investiert?

  • DeepL ist ein deutsches KI-Unternehmen aus Köln, das vor allem für seinen gleichnamigen Online-Übersetzer bekannt ist. Offiziellen Angaben zufolge nutzen über 200.000 Teams und mehrere Millionen Einzelnutzer die KI-Sprachtechnologie von DeepL. Das Unternehmen wurde 2017 von CEO Jarek Kutylowski gegründet und beschäftigt laut eigenen Angaben über 1.000 Menschen. DeepL wirbt damit, der präziseste Übersetzer auf dem Markt zu sein. Einer Studie zufolge weisen vor allem Übersetzungen von Sprachaufnahmen eine höhere Qualität als Google Meet, Microsoft Teams oder Zoom auf.
  • Mittlerweile sind mit Benchmark und IVP zwei große US-Investoren bei DeepL an Bord. Das Unternehmen agiert seither deutlich globaler. Sogar ein Börsengang in den USA scheint möglich. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Insider berichtet, klagen Angestellte über eine „Amerikanisierung“ des Unternehmens. Auch die Geschäftszahlen würden Fragen aufwerfen. DeepL bestreitet den Bericht, will aber auch nicht über konkrete Zahlen sprechen.
  • Mit der neuen Voice-to-Voice-Funktion will DeepL künftig Spracheingaben direkt übersetzen. Heißt konkret: Gespräche sollen in verschiedenen Sprachen möglich sein, indem eine KI Stimmen live übersetzt. Das Tool soll in den kommenden Wochen und Monaten von diversen Partnern getestet werden. DeepL Voice-to-Voice ist zunächst für den Einsatz in Unternehmen gedacht, um in Meetings Sprachbarrieren zu überwinden.

Präzision statt Tempo: Die Herausforderungen für DeepL

DeepL will mit Voice-to-Voice einen Dolmetscher in Meetings und Büros bringen – zunächst allerdings über einen Umweg. Denn der Ansatz ist weitaus pragmatischer als revolutionär. Das eigens entwickelte System soll Sprache zunächst in Text umwandeln, diesen übersetzen und anschließend in Form einer anderen Sprache ausgeben.

Langfristig soll dieser Zwischenschritt zwar entfallen, aber zunächst vor allem für qualitativ hochwertige Übersetzungen sorgen, mit denen sich DeepL einen Namen gemacht hat. Die Idee: Präzision statt reinem Tempo. Wer etwa schon einmal erlebt hat, wie schnell maschinelle Übersetzungen entgleisen können, kann sich vielleicht vorstellen, dass falsch gesetzte oder übersetzte Wörter viel Schaden anrichten können.

Doch Sprache-zu-Sprache-Übersetzungen sollten möglichst auch in Echtzeit und mit einer geringen Latenz ablaufen, da zu lange Pausen die Gespräche stören und für Verwirrung sorgen können. Die eigentliche Kunst liegt deshalb nicht im Übersetzen allein, sondern in der technischen Herausforderung, die beste Balance zwischen minimaler Latenz und präzisen Ergebnissen zu finden.

Dass DeepL seine KI-Modelle selbst entwickelt, ist derweil weniger romantischer Tech-Patriotismus als knallharte Kontrolle über die eigene Technologie. Gleichzeitig entbehrt das Vorgehen von DeepL aber nicht einer gewissen Ironie. Denn ausgerechnet im Streben nach technologischer Unabhängigkeit ist das Unternehmen nicht vor den Rechenzentren globaler Cloudanbieter sowie US-Investoren gefeit.

Was Nutzer und Partner über sagen

  • Jarek Kutylowski, Gründer und CEO von DeepL, in einem Statement: „Unsere Mission war es schon immer, Sprachbarrieren abzubauen – und genau das gelingt uns jetzt auch bei einer der größten Hürden. DeepL Voice-to-Voice ermöglicht es jedem, ganz natürlich in der eigenen Sprache zu sprechen – ohne die Reibungsverluste oder Kosten, die mit Dolmetschern verbunden sind. Wir vereinen erstklassige Sprachmodelle mit unserer bewährten KI-Übersetzungstechnologie, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. So kann der Fokus auf der Expertise liegen – nicht auf der Sprache.“
  • Geoffrey Wright, Global Solution Owner bei Mondelēz International, lässt sich von DeepL zitieren: „Bei Mondelēz geben wir uns nicht mit Langsamkeit zufrieden. Unser alter Übersetzungsprozess war wie das Fahren mit einem platten Reifen – DeepL hingegen liefert Full Service bei Tempo 160. Durch die Einbindung der KI-Sprachtechnologie bearbeiten Teams wie M&A und unsere Rechtsabteilung sensible Dokumente mit höchster Geschwindigkeit und absoluter Vertraulichkeit.“
  • Ein Reddit-Nutzer lobt: „Während Google aus dem Spanischen und Italienischen zuverlässig Schrott ins Deutsche übersetzt, produziert Deepl schon seit Jahren verständliche und brauchbare Texte. Ein großartiges Tool.“ Eine andere Nutzerin ergänzt: „Was mich freut: Es ist eine in Deutschland / EU entwickelte App, nicht aus dem Land, wo ein Spinner sein Unwesen treibt.“

Reicht  einerÜbersetzer allein?

Die Voice-to-Voice-Funktion von DeepL wirkt wie ein logischer nächster Schritt, doch auch wie einer, den auch die Konkurrenz gehen wird. Das Unternehmen liefert keine radikale Neuerfindung, sondern eine sorgfältige Weiterentwicklung des Bestehenden. Dieser pragmatische Ansatz könnte sich auszahlen, solange Qualität den Ausschlag gibt. Doch in einem Markt, in dem große Plattformen Funktionen im Monatsrhythmus nachrüsten, ist Vorsprung oft nur ein sehr kurzer Zustand.

Hinzu kommt die strategische Unschärfe jenseits des Kerngeschäfts. Denn DeepL hat auch eigene KI-Agenten angekündigt, scheint in diesem Bereich bislang aber keine großen Fortschritte zu erzielen. Stattdessen scheint das Unternehmen sich zunächst einmal wieder seinen Kernkompetenzen zu widmen.

Ob ein guter Übersetzer langfristig reicht, ist aber offen. Denn: Der Wettbewerb ist knallhart. Gleichzeitig könnte aber auch genau darin eine Chance liegen: sich nicht zu verzetteln, sondern den eigenen Anspruch gegen eine schier übermächtige Konkurrenz auszuspielen. Denn was passiert, wenn das Kerngeschäft vernachlässigt wird, hat kürzlich kein Geringerer als KI‑Platzhirsch OpenAI demonstriert.

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Das älteste Land der Welt ist über 5.000 Jahre alt

17. April 2026 um 20:12

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Griechenland Länder

Manche Staaten blicken auf eine Geschichte zurück, die über 5.000 Jahre in die Vergangenheit reicht. Die Suche nach dem ältesten Land der Welt führt uns tief in die Entstehungsgeschichte menschlicher Zivilisation. 

Wann ist eine Ansammlung von Siedlungen eigentlich ein Land? Diese Frage ist nicht so simpel, wie sie zunächst erscheinen mag. Denn letztendlich kommt es auf die jeweilige Definition an. In der Geschichtswissenschaft existieren verschiedene Herangehensweisen, die jeweils ihre eigene Logik haben. Trotzdem wagen wir uns in diesem Artikel an die Suche nach den ältesten Ländern der Welt.

Drei Methoden: Wie identifiziert man die ältesten Länder der Welt?

Eine Methode ist die konstitutionelle Kontinuität. Hierbei wird das Alter eines Staates an der Geburtsstunde seiner heute noch gültigen Verfassung oder seiner politischen Grundordnung gemessen. Nach dieser Lesart wäre San Marino der Spitzenreiter, das als die älteste Republik der Welt gilt. Die Wurzeln des Landes reichen bis ins Jahr 301 zurück. Die Verfassung stammt aus dem Jahr 1600 und ist bis heute in Kraft.

Eine andere Herangehensweise ist die kulturelle Kontinuität, also seit wann in einer Region eine zusammenhängende Gesellschaft besteht. In dieser Liste wäre Japan als älteste noch bestehende Monarchie der Welt ziemlich weit oben angesiedelt. Zudem wird China oft als das Land mit der ältesten erhaltenen Kultur bezeichnet. Manche Quellen nennen auch den Iran, dessen proto-elamitische Periode bereits 3200 v. Chr. staatliche Strukturen besaß.

Die am häufigsten genutzte Methode ist jedoch die Bestimmung des Gründungsjahres als zentralisierter Staat. Entscheidend ist, wann unabhängige Stammesfürstentümer erstmals unter einer einheitlichen militärischen, politischen und religiösen Herrschaft zusammengeführt wurden. Das folgende Ranking basiert auf dieser Definition (via Atanango).

Platz 10: Indien – organisierte Staaten schon seit 1500 v. Chr.

Indien eröffnet unsere Top Ten. Die staatliche Tradition des Landes reicht bis etwa 1500 v. Chr. zurück. Lange bevor moderne Grenzen gezogen wurden, entwickelten sich im Norden des Subkontinents organisierte Gesellschaften, deren soziale Strukturen die Region bis heute prägen.

Indien Burg
Bild: Depositphotos

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Geld zurück bei schlechtem Netz: Wer macht wirklich 30 Messungen?

16. April 2026 um 11:00

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Kein Netz Funkloch kein Empfang Preisnachlass Erstattung Geld zurück Internet Mobilfunk

Wer regelmäßig schlechten Handyempfang durch Lücken im Netz hat, soll von Mobilfunkanbietern künftig einfacher Geld zurückbekommen oder schneller aus seinem Vertrag kommen können. Das ist zumindest die Idee der Bundesnetzagentur. Kritiker halten die neuen Regeln aber für kaum praxistauglich und für zu lasch. Eine kommentierende Analyse.

Geld zurück bei schlechtem Netz: Das plant die Bundesnetzagentur

  • Die Bundesnetzagentur hat eine Allgemeinverfügung zu den Minderleistungsregelungen für Mobilfunk-Internetzugänge sowie konkrete Vorgaben zum Nachweis veröffentlicht. Die Idee: Verbraucher sollen bei schlechtem Handynetz künftig einfacher gegen Mobilfunkanbieter vorgehen können. Sie sollen Tests durchführen, um vorzeitig aus einem Vertrag herauszukommen oder um weniger zu zahlen.
  • Wie hoch Preisminderungen genau ausfallen, muss jeder mit seinem Provider klären – oder man muss notfalls vor Gericht ziehen. In Gebieten mit hoher Haushaltsdichte wie Städten dürfen Verbraucher sich beschweren und Preisminderungen geltend machen, wenn ihre Internetgeschwindigkeit dauerhaft unter 25 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit liegt. Für Gebiete mit mittlerer Haushaltsdichte gilt dies, wenn weniger als 15 Prozent erreicht werden, während in Regionen mit niedriger Haushaltsdichte eine Beschwerde möglich ist, sobald die Geschwindigkeit dauerhaft unter zehn Prozent der vereinbarten Maximalleistung fällt.
  • Insgesamt 30 Messungen an fünf verschiedenen Tagen sind nötig, um bei einem Anbieter Beschwerde einzureichen. Diese können ab dem 20. April 2026 über eine Breitbandmessung-App der Bundesnetzagentur durchgeführt werden. Laut Vorschlag müssen die entsprechenden Mindestgeschwindigkeiten an drei Tagen mindestens einmal erreicht werden. Sollten die notwendigen Nachweise bereits nach drei Messtagen vorliegen, endet die Messkampagne vorzeitig.

Ein guter Ansatz mit zu laschen Schwellen

Das Grundprinzip des Vorschlags der Bundesnetzagentur ist begrüßenswert und richtig. Denn: Wer für schnelles Netz zahlt, sollte bei Funklöchern oder einer geringeren Leistung als versprochen nicht den vollen Preis schlucken müssen. Dass die Bundesnetzagentur hier nachschärft, war lange überfällig.

Doch Verbraucherschutz endet nicht am Sendemast. Indes: Die vorgeschlagenen Schwellen wirken wie aus einer Welt der 1990er-Jahre, in der „irgendwie online“ schon als Erfolg galt. Will heißen: Wenn in ländlichen Regionen faktisch nur ein Zehntel der versprochenen Leistung nötig ist, wird aus Kontrolle schnell ein Kulanz-Geschenk an die Mobilfunk-Anbieter.

Natürlich sind auch die Provider nicht an allem Schuld und vor jeder Widrigkeit gefeit. Aber wer 200 Mbit/s verspricht, sollte doch zumindest ansatzweise an diesem Leistungsversprechen kratzen. Oder: einfach mal kleinere Mbit/s backen und vorab prüfen. Um es kurz zu machen: Die Ansätze der Bundesnetzagentur sind zwar löblich, die Prüfungen aber viel zu bürokratisch und die Schwellen zu lasch.

Stimmen und Kritik

  • Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, in einem Statement: „Unsere Regelungen konkretisieren eine Minderleistung im Mobilfunk. Mit unserem Messtool können Verbraucherinnen und Verbraucher prüfen und nachweisen, ob die Qualität ihres Mobilfunk-Internetzugangs erheblich von dem abweicht, was im Vertrag als Maximalleistung vereinbart worden ist. So können sie Minderungs- oder Sonderkündigungsrechte gegenüber ihrem Anbieter geltend machen.“
  • Felix Flosbach von der Verbraucherzentrale NRW kritisierte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa): „Im schlimmsten Fall müssen Mobilfunkanbieter lediglich zehn Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit liefern, ohne dass dies Konsequenzen hat. Das ist aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW kein ausgeglichenes vertragliches Verhältnis mehr zwischen Anbietern und Kunden.“
  • Frederic Ufer, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, moniert, dass der politisch beschlossene Minderungsanspruch „kaum praxistauglich“ sei: „Unter dem Strich kann ein gesetzlich verankerter Minderungsanspruch kein praxistaugliches Instrument für mehr Verbraucherschutz sein, sondern er bleibt lediglich ein weiteres bürokratisches Ungetüm.“

Werden die neuen Regeln im Alltag überhaupt genutzt?

Entscheidend wird sein, ob die neuen Regeln im Alltag überhaupt genutzt werden. Denn 30 Messungen könnten viele mehr abschrecken, als dass sie genutzt werden. Doch Verbraucherschutz darf nicht mit der Geduld der Nutzer konkurrieren.

Für Anbieter könnten die Vorschläge der Bundesnetzagentur derweil ein stiller Anreiz sein, besonders auffällige Mobilfunklücken zu schließen. Weniger aus Einsicht, sondern vielmehr, um Ärger zu vermeiden. Hier und da können die neuen Regeln offenlegen, wo wirkliche schwarze Funklöcher die Leistung einsaugen.

Doch ein solcher Effekt ist keineswegs garantiert. Vor allem dann nicht, wenn die Schwellen so gering bleiben oder zu wenige Leute messen. Denn damit verpufft der gewünschte Druck auf die Provider schnell. Langfristig dürfte die Debatte damit alles andere als beendet sein.

Die ohnehin schon geringen Grenzwerte werden mit dem 5G-Ausbau und steigenden Erwartungen nämlich schnell weiter auseinanderklaffen. Die nächste Runde um echte Netzqualität ist damit eigentlich schon seit gestern vorprogrammiert.

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4 Passwort-Manager aus Europa, die deine Daten sicher schützen

16. April 2026 um 05:45

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Passwortmanager Europa USA Software

Wer seine Passwörter einem US-Dienst anvertraut, gibt sensible Daten in Hände, deren Schutz zunehmend unsicher erscheint. Doch der europäische Markt bietet inzwischen starke Alternativen mit konsequentem Datenschutz. Wir stellen vier Passwort-Manager aus der Schweiz, Deutschland und Luxemburg vor.

Über Jahrzehnte hinweg war die Abhängigkeit Europas von amerikanischer Technologie akzeptiert und bildete das Fundament unserer modernen IT-Infrastruktur. Doch neben der in den letzten Jahren gewachsenen Abneigung gegen digitale Services aus China werden inzwischen auch Produkte aus den Vereinigten Staaten in Frage gestellt.

Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Google und Meta haben nicht nur eine enorme Marktmacht, sondern nutzen diese auch aus – teilweise mit wettbewerbswidrigen Praktiken. Viele Nutzer hegen zudem Bedenken, dass sensible Daten in den Händen von US-Unternehmen nicht gut aufgehoben sind.

Seit dem erneuten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat das Thema wieder an Bedeutung gewonnen, da sich zunehmend die Frage stellt, ob die USA noch ein verlässlicher Partner für Europa sind. Trumps außen- und handelspolitische Entscheidungen wie seine Zollpolitik nähren zumindest die Zweifel.

Warum europäische Passwort-Manager jetzt gefragt sind

Kritiker sehen in den USA eine immer engere Verflechtung von Politik und Wirtschaft, denn Trump scheint mit vielen Tech-CEOs zu kooperieren. Geld und Fortschritt stehen an erstere Stelle, Nutzerinteressen und Datenschutz müssen hinten anstehen. Zum Glück hat Europa in den letzten Jahren technologisch deutlich aufgeholt.

Viele Alternativen „Made in Europe“ sehen sich als Gegenmodell zu amerikanischen Technologien. Die Anbieter setzen häufig auf Nachhaltigkeit, Datenschutz und klare Nutzungsbedingungen. Deshalb präsentieren wir an dieser Stelle vier Passwort-Manager aus Europa. Zuvor haben wir uns bereits Office-Anwendungen und Zahlungsanbieter angesehen.

1. Proton Pass: Open-Source-Manager aus der Schweiz

Proton Pass stammt aus der Schweiz und ist Teil des Proton-Ökosystems, das für seinen Fokus auf Privatsphäre bekannt ist. Der Dienst ist vollständig Open-Source und wird regelmäßig von unabhängigen Stellen geprüft, um die hohen Sicherheitsstandards zu garantieren. Neben der bewährten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die alle gespeicherten Daten wie Benutzernamen und Webadressen schützt, bietet Proton Pass auch einen integrierten „Identitätsverwaltungsdienst“. Mit diesem können Nutzer alternative Namen für ihre E-Mails erstellen, um ihre echten Adressen vor Drittanbietern zu verbergen. Auf diese Weise können Spam und Tracking verhindert werden. Die Software ist für alle gängigen Plattformen wie iOS, Android, Windows und macOS kostenlos verfügbar. Die Plus-Version für 4,99 Euro bietet zusätzliche Funktionen wie einen integrierten 2FA-Generator.

2. Password Depot: Volle Datenkontrolle für Unternehmen

Auch aus Deutschland kommt eine gute Alternative. Der Fokus von Password Depot liegt besonders auf Unternehmen, die sensible Informationen nicht auf externen Servern lagern wollen. Mit dem Service können Kunden selbst entscheiden, ob Passwörter lokal auf dem Gerät, im Servernetzwerk des Unternehmens, in einer privaten Cloud oder auf USB-Sticks gespeichert werden. Der Manager unterstützt zudem professionelle Rollen- und Rechtesysteme sowie SSO-Anbindungen. Das macht ihn ideal für komplexe Team-Strukturen. Dank detaillierter Audit-Berichte und Protokollfunktionen unterstützt die Software Unternehmen aktiv bei der Einhaltung der DSGVO-Nachweispflichten. Die Preisgestaltung basiert auf einem Lizenzmodell – eine Konfiguration für fünf Benutzer kostet zum Beispiel einmalig 499 Euro.

3. Passbolt: OpenPGP-Verschlüsselung für IT-Teams

Passbolt wurde in Luxemburg speziell für IT-Teams mit hohen Sicherheitsstandards entwickelt. Das System basiert komplett auf Open-Source und nutzt den bewährten OpenPGP-Standard für die Verschlüsselung. Berechtigungen werden auf Passwortebene vergeben, und sensible Daten werden für jeden berechtigten Nutzer individuell verschlüsselt. Alle Operationen sind kryptografisch signiert, sodass jederzeit nachvollziehbar ist, wer ein Passwort erstellt oder geändert hat. Passbolt bietet sowohl Cloud-Hosting in der EU als auch eine Self-Hosting-Variante an, die dem Nutzer die vollständige Kontrolle über seine privaten Schlüssel lässt. Für kleinere Teams ist die Community-Version kostenlos verfügbar. Größere Organisationen können auf den Business-Tarif (ab 4,50 Euro pro Nutzer und Monat) umsteigen, der zusätzliche Funktionen wie Single Sign-On (SSO) und Aktivitätsprotokolle für Audits enthält.

4. heylogin: Der Passwort-Manager ohne Master-Passwort

Einen völlig neuen Weg geht heylogin aus Deutschland. Hier gibt es kein Master-Passwort mehr, das man sich merken muss und vergessen kann. Stattdessen nutzt heylogin das Smartphone oder einen Sicherheitsschlüssel als physischen „Schlüssel“ zu den digitalen Daten. Logins werden einfach per Swipe auf dem Handy oder per Touch am Sicherheitsschlüssel bestätigt. Das macht den Dienst benutzerfreundlich und sicher. Die Sicherheitsarchitektur basiert auf einer Zero-Knowledge-Struktur mit hardwarebasierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass die Daten nur auf dem Gerät des Nutzers entschlüsselt werden können. heylogin wird in Deutschland entwickelt und auch hierzulande gehostet. Für die persönliche Nutzung ist der Dienst kostenlos, und für Unternehmen starten die Preise bei 4,99 Euro pro Nutzer und Monat. Eine nahtlose Integration in Systeme wie Microsoft Entra ID oder Google Workspace ist möglich.

Fazit: Passwort-Manager aus Europa

Wer ein klassisches, sicheres Ökosystem mit Zusatzfunktionen wie alternative Namen für E-Mails sucht, ist bei Proton Pass bestens aufgehoben. Unternehmen, die absolute Kontrolle über ihre gespeicherten Daten benötigen, finden in Password Depot oder Passbolt leistungsstarke Services, die zudem die Anforderungen der DSGVO erfüllen. Und heylogin bietet mit seinem innovativen Ansatz die Möglichkeit, sich komplett ohne Passwort einzuloggen.

Alle vier Anbieter aus Europa eint der Fokus auf den Schutz der Nutzerdaten. Diese werden nicht nur vor Hackern geschützt, sondern auch vor den gierigen Greifarmen anderer Unternehmen. Die Services zeigen deutlich, dass Sicherheit und Komfort Hand in Hand gehen können. Wer auf einen Partner aus Europa setzen möchte, hat also diverse valide Alternativen zur Auswahl.

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Die meistverkauften Autos im März 2026 – mit einer Überraschung

14. April 2026 um 20:02

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meistverkauften Autos USA beleibtesten Autos

Im März 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt über 294.000 Pkw neu zugelassen. Ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals liegen reine Elektroautos bei den Neuzulassungen vor klassischen Benzinern. Doch welche Modelle haben sich konkret am besten verkauft? Wir zeigen die Top Ten mit allen Zahlen, inklusive einer echten Überraschung auf Platz zwei.

Autoverkäufer und -hersteller in Deutschland können ein wenig aufatmen. Im Januar wurde eine Talsohle mit schlechten Verkaufszahlen durchlaufen, doch pünktlich zum Frühlingsbeginn geht es wieder steil nach oben.

Im März 2026 wurden insgesamt 294.161 Pkw neu zugelassen, was einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Auch der Vergleich mit dem direkten Vormonat zeigt den positiven Trend, denn im Februar waren es lediglich 211.000 neu zugelassene Fahrzeuge.

Die meistverkauften Autos im März 2026

Laut den neuesten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes kann Volkswagen wenig überraschend seine Position als Marktführer verteidigen. Mit einigem Abstand folgt die tschechische VW-Tochter Skoda, die ihre Position auf dem deutschen Markt immer weiter verbessert. Komplettiert wird das Treppchen von BMW. Knapp dahinter fahren Mercedes-Benz und Audi ein.

Ein besonders erfreulicher Aspekt ist die kontinuierliche Verbesserung der Umweltbilanz. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw sank im Vergleich zum März 2025 um 8,9 Prozent. Dieser Rückgang ist mit der Verschiebung der Marktanteile bei den Antriebsarten verknüpft. Hybride bilden mit 87.850 Neuzulassungen weiterhin die stärkste Gruppe. Doch die reinen Elektroautos liegen mit 70.663 Fahrzeugen inzwischen vor den klassischen Benzinern, die auf 66.959 Zulassungen kommen.

An dieser Stelle interessieren uns aber weder die Automarken, noch allgemeine Trends. Wir wollen wissen, welche Modelle sich im März 2026 am besten verkaufen konnten. Die Top Ten präsentieren wir in der folgenden Galerie.

Platz 10: Mercedes GLK, GLC

Den zehnten Platz sichert sich das Duo GLK und GLC von Mercedes, das auf insgesamt 3.962 Neuzulassungen kommt. Die beiden Luxus-SUVs sind weiterhin extrem beliebt und momentan das Vorzeigeprodukt des Herstellers.

Mercedes-Benz GLC 300e AMG Auto Hybrid
Bild: Mercedes

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Spotmarkt-Falle? Warum du das Strompreis-Risiko für dein Unternehmen nicht unterschätzen solltest

14. April 2026 um 16:00

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Spotmarkt

Die Energiewende hat den deutschen Strommarkt grundlegend verändert. Während früher langfristige Festpreisverträge der Standard waren, drängen heute immer mehr dynamische Modelle auf den Plan. Besonders der Spotmarkt wird oft als die moderne und vermeintlich günstigste Lösung für KMU angepriesen.

Doch was auf den ersten Blick nach maximaler Transparenz und Marktnähe aussieht, entpuppt sich in der Praxis oft als gefährliches Risikomodell. Für viele kleine und mittlere Unternehmen wird die tägliche Preisjagd zur Belastungsprobe, die weit über die reine Kalkulation hinausgeht. Wer die Volatilität unterschätzt, gefährdet im schlimmsten Fall die eigene Liquidität.

Risiko statt Ersparnis: die Schattenseiten der Marktnähe

Hier stellt sich die entscheidende Frage: Musst du als Unternehmer wirklich das volle Risiko tragen, um marktgerechte Preise zu bekommen? Die Antwort lautet nein. Es gibt hybride Beschaffungsmodelle, die wie ein Sicherheitsnetz fungieren. Diese ermöglichen es, dass Betriebe ohne Spotmarkt-Risiko von Marktchancen profitieren, indem sie an fallenden Preisen teilhaben, aber gleichzeitig gegen extreme Preisspitzen abgesichert sind.

Strategische Abgrenzung zum klassischen Spotmarkt 

Ein intelligentes Energiemanagement erkennt, dass reine Spotmarkt-Modelle oft die nötige Planungssicherheit vermissen lassen, die für nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland unerlässlich ist. Genau hier setzt das Modell dynamIQ von wattline an: Es ist eben kein klassisches Spotmarkt-Produkt, sondern eine strukturierte Lösung, die die Zügel bei der Kalkulation fest in der Hand behält. Während man am Spotmarkt flexibel, aber schutzlos agiert, bietet dieses Modell die nötige Balance und damit einen echten Wettbewerbsvorteil.

Schutz vor Mehr- und Mindermengenrisiken

Besonders tückisch sind bei klassischen Festpreisverträgen die sogenannten Mehr- und Mindermengenrisiken. Diese Verträge legen eine fest abzunehmende Energiemenge zu einem fixen Preis fest, meist mit einem Toleranzband von etwa ±10 %. 

Verbrauchst du mehr als vereinbart, wird die Differenz zu aktuellen Marktpreisen nachgekauft, mit all der Spotmarkt-Volatilität, die das mit sich bringt. Benötigst du hingegen deutlich weniger, muss der Versorger die überschüssige Menge oft zu ungünstigen Konditionen abverkaufen und gibt diese Kosten an dich weiter.

Gerade bei schwankender Auftragslage kann das Budget so schnell aus dem Ruder laufen. Hybride Beschaffungsmodelle mit kollektivem Mengenausgleich schaffen hier Abhilfe, sodass weder teure Nachkäufe noch Abverkaufskosten anfallen.

Volatilität als Stressfaktor für das Budget

Die Preisschwankungen an der Strombörse EPEX SPOT sind enorm. Innerhalb weniger Stunden können sich die Arbeitspreise vervielfachen. Während Großkonzerne ganze Abteilungen für das Risikomanagement beschäftigen, fehlt in KMU oft die Zeit, sich täglich mit den Lastgangkurven auseinanderzusetzen.

Wenn du jede Woche die Strombörse beobachten musst, fehlt dir diese Zeit in deinem Kerngeschäft. Der Spotmarkt verlangt eine Aufmerksamkeit, die ein normaler Betrieb kaum leisten kann, ohne die Effizienz in anderen Bereichen zu opfern. Wer hier blind auf den „günstigen Moment“ hofft, spielt im Grunde Roulette mit seinen Betriebskosten.

Das Problem verschärft sich durch die Kopplung der Märkte. Da der Strompreis oft durch das teuerste Kraftwerk bestimmt wird (Merit-Order-Prinzip), zahlst du bei Gasknappheit Spitzenpreise, selbst wenn die Sonne scheint. 

Warum Dunkelflauten kein Randphänomen sind

Der Begriff der Dunkelflaute beschreibt Zeiten, in denen weder Wind- noch Solarenergie in ausreichendem Maße ins Netz eingespeist werden. Da Deutschland den Atomausstieg vollzogen hat und aus der Kohle aussteigt, müssen in diesen Zeiten teure Gaskraftwerke die Lücke füllen. Die Preise schießen dann am Spotmarkt unkontrolliert nach oben.

Für dich als Unternehmer bedeutet das: In genau den Zeiten, in denen die allgemeine Wirtschaftslage vielleicht ohnehin angespannt ist, steigen deine Fixkosten massiv an. Ein Risiko, das durch die zunehmende Elektrifizierung in Zukunft eher noch zunehmen wird. Es ist daher essenziell zu verstehen, was die Energiewende für Unternehmen bedeutet, um rechtzeitig auf volatile Versorgungslagen reagieren zu können

Du musst verstehen, dass der Spotmarkt kein statisches Gebilde ist. Er reagiert sensibel auf geopolitische Spannungen, Wetterkapriolen und technische Ausfälle. Wer hier keine Absicherung nach oben hat, sieht seine Marge innerhalb weniger Tage dahinschmelzen, ohne selbst Einfluss auf den Prozess nehmen zu können.

Transparenz vs. Komplexität: den Durchblick behalten

Ein großer Kritikpunkt am reinen Spotmarkt ist die Komplexität der Abrechnungen, durch die Kosten oft erst rückwirkend verstanden werden. Echte Transparenz bedeutet jedoch, Preise nicht nur zu sehen, sondern sie durch klare Kostenstrukturen steuerbar zu machen. 

Bevor du dich entscheidest, solltest du prüfen, wie hoch dein tolerierbares Preisrisiko ist, ob dein Lastgang flexibel genug reagiert und ob deine Verträge gegen extreme Spitzen (Caps) abgesichert sind. 

Fazit: Strategie schlägt Spekulation

Wer heute noch glaubt, Strompreise seien reine Glückssache, handelt fahrlässig. Der Spotmarkt bietet zwar Chancen, doch ohne einen professionellen Filter wird er für KMU schnell zur finanziellen Gefahr. Echte Marktgerechtigkeit entsteht nicht durch das Eingehen maximaler Risiken, sondern durch eine kluge Kombination aus Flexibilität und Sicherheit.

Du solltest dein Energiemanagement als festen Teil deiner übergeordneten Risikostrategie begreifen. Modelle wie dynamIQ zeigen eindrucksvoll, dass es möglich ist, modern und marktnah einzukaufen, ohne nachts wach liegen zu müssen, weil der Wind gerade nicht weht. Am Ende des Tages zählt für dein Unternehmen vor allem eines: Verlässlichkeit und eine solide Kalkulationsbasis.

Wenn du die Weichen jetzt richtig stellst, machst du deine Energiekosten vom unkalkulierbaren Risiko zum planbaren Faktor. Nutze die technologischen Möglichkeiten und die Kraft einer Gemeinschaft, um dein Business wetterfest für die Zukunft zu machen. Denn wahre Souveränität am Energiemarkt bedeutet, Chancen zu nutzen, ohne die Kontrolle abzugeben.


Über den Autor: Philip Gutschke

Philip Gutschke ist seit über 15 Jahren im Energiesektor zu Hause. Als stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Energiebeschaffung bei wattline verantwortet er die strategischen Einkaufsprozesse der Energie-Einkaufsgemeinschaft. Seine Expertise, die er zuvor in der Unternehmensberatung und bei Energieversorgern vertiefte, setzt er heute auch als Interessenvertreter beim BDEW ein. Er brennt für die aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt und hilft KMU dabei, komplexe Marktherausforderungen zu meistern.

Bild: Philip Gutschke

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SEA-Agentur beauftragen: 6 Fragen, die jeder E-Commerce-Betreiber vorher stellen sollte

14. April 2026 um 09:30

Der Beitrag SEA-Agentur beauftragen: 6 Fragen, die jeder E-Commerce-Betreiber vorher stellen sollte erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

SEA Agentur beauftragen_6 Fragen, die jeder E-Commerce-Betreiber vorher stellen sollte

Wer schon einmal erlebt hat, wie ein fünfstelliges Monatsbudget in Kampagnen versickert, die zwar Klicks liefern, aber keine Käufer, der weiß: Die Wahl der SEA-Agentur entscheidet über mehr als nur die Anzeigenplatzierung. Sie entscheidet darüber, ob bezahlter Traffic zum echten Wachstumshebel wird.

Die gute Nachricht: Es gibt viele kompetente SEA Agenturen, die echte Ergebnisse liefern. Die Herausforderung liegt darin, sie zu erkennen. Denn im Erstgespräch präsentieren sich die meisten sehr ähnlich. Wenn du die richtigen Fragen stellst, findest du jedoch schnell heraus, welche Agentur wirklich zu deiner Situation passt und welche nur gut aufgetreten ist.

Diese sechs Fragen helfen dir dabei.

Frage 1: Welche Erfahrung hat die SEA Agentur mit meiner Branche und meinem Produkttyp?

Eine Agentur, die jahrelang Dienstleistungsunternehmen betreut hat, bringt nicht automatisch das Handwerkszeug mit, das ein Online-Shop mit tausenden SKUs, saisonalen Nachfragesprüngen und komplexen Produktfeeds braucht. Deshalb solltest du vorher gezielt erfragen, welche Erfahrungen die SEA Agentur mit deiner Branche und deinem Produkttyp hat und am besten eine SEA Agentur mit einer Spezialisierung auf E-Commerce wählen oder dezidierten Erfahrungen mit deiner Branche.

Frage 2: Wie strukturiert die SEA Agentur Kampagnen?

Die Art, wie eine Agentur Kampagnen gliedert, zeigt, wie sie denkt. Du solltest also versuchen herauszufinden, ob sie Suchabsichten differenziert, Budgetpriorisierung strategisch betreibt und versteht, dass ein Brand-Keyword andere Margen erzeugt als ein generischer Suchbegriff. Da Google Ads mit einem weltweiten Marktanteil von über 90 Prozent der mit Abstand relevanteste Kanal für E-Commerce-Betreiber (Resourcera, 2026) ist, kannst du auch gezielt nach Kampagnentypen fragen.

Besonders aufschlussreich ist dabei der Umgang mit Performance-Max, das Google seit 2021 offensiv als Standardlösung bewirbt. Eine Agentur, die Performance-Max unreflektiert empfiehlt, weil die Automatisierung den eigenen Aufwand reduziert, optimiert möglicherweise das falsche Ziel.

Grundsätzlich kannst du dir merken: Eine ausweichende Antwort, die mit Fachbegriffen überhäuft, aber wenig erklärt, ist ein schlechtes Zeichen. Eine klare, nachvollziehbare Antwort auf die Frage nach der Kampagnenstruktur ist ein sehr gutes.

Frage 3: Wie werden Erfolg und Misserfolg gemessen, und was sind die Metriken?

Eine SEA Agentur, die primär auf Reichweite und Sichtbarkeit verweist, denkt in Kategorien, die für Branding-Kampagnen sinnvoll sein mögen, für performancegetriebenen E-Commerce jedoch viel zu kurz greifen. Eine SEA Agentur, die im Erstgespräch sofort von ROAS, Conversion Rate und Customer Acquisition Cost spricht und diese auf die spezifischen Margenstrukturen des Shops bezieht, denkt ökonomisch.

Mit so einer SEA Agentur kann sich eine Zusammenarbeit lohnen. Aber bei einer Agentur, die sogar von POAS spricht, also Profit on Ad Spend statt Return on Ad Spend, ist dein Werbebudget am allerbesten aufgehoben.

Frage 4: Wer hat Zugriff auf die Accounts und was passiert mit den Daten bei einer Kündigung?

SEA Agentur Vertragsfrage_Wer hat Zugriff auf das Konto

Diese Frage wird im Erstgespräch selten gestellt, weil sie sich wie ein schlechtes Omen anfühlt. Sie ist trotzdem unverzichtbar. Denn wenn du dein Google Ads Konto bei einem Agenturwechsel nicht mitnehmen kannst, beginnst du bei der nächsten Agentur wieder bei null, was Monate an Kosten für die Lernphase bedeutet.

Manche große Netzwerkagenturen verlangen bei einer Kündigung dann eine erhebliche Summe als Auslöse für das Konto. Wer diese Kosten auf das bisherige Werbebudget umrechnet, stellt schnell fest, dass hart erarbeitete Erfolge dadurch rechnerisch wieder aufgefressen werden. Dieser Mechanismus dient dazu, trotz schlechter Leistung nicht oder nur schmerzhaft kündbar zu sein.

Seriöse SEA-Agenturen hingegen bestehen von sich aus darauf, dass der Google Ads Account und alle verknüpften Konten immer beim Kunden liegen. Bei einem Wechsel übergibt sie nicht nur die Konten, sondern sämtliche erarbeiteten Erkenntnisse: Keyword-Recherchen, Performance-Daten, Testergebnisse und Optimierungsnotizen. Immerhin wurde all das mit dem Budget des Kunden erarbeitet.

Frage 5: Auf welcher Grundlage entsteht die Budgetempfehlung?

Eine Budgetempfehlung, die im ersten Gespräch fällt, bevor die SEA Agentur Umsatzziele, Produktmargen, Wettbewerbsumfeld und organischen Traffic kennt, ist eine Zahl ohne Fundament. Ob sie zu hoch oder zu niedrig ist, lässt sich zu diesem Zeitpunkt schlicht nicht sagen. Wer dennoch selbstsicher eine Summe nennt, verkauft Erfahrungswerte aus anderen Projekten als maßgeschneiderte Analyse.

Seriöse SEA Agenturen sprechen zunächst über Wirtschaftlichkeit und Ziele, bevor sie konkrete Beträge nennen. Sie erklären, welchen ROI ein bestimmtes Budget unter welchen Bedingungen realistisch erzeugen kann, und sie kommunizieren auch, ab welchem Mindestbudget ihre Arbeit überhaupt greift, weil unterbudgetierte Kampagnen zu wenig Daten erzeugen, um Optimierungsprozesse in Gang zu setzen.

Frage 6: Wie lange geht die Vertragslaufzeit?

SEA Agenturen, die Kunden in Vertragslaufzeiten von zwölf Monaten oder länger binden, argumentieren häufig mit notwendigen Einarbeitungszeiten und Kampagnenanlauf, was grundsätzlich nachvollziehbar und richtig ist. Aber: Wer gute Arbeit leistet, braucht keine vertragliche Absicherung gegen eine Kündigung. Lange Laufzeiten schützen nicht den Kunden, sondern die SEA Agentur, weil sie sicherstellen, dass das Honorar auch dann weiterfließt, wenn die Ergebnisse ausbleiben.

Eine SEA Agentur, die in klar definierten Sprints arbeitet und ihre Leistung regelmäßig messbar macht, braucht keine dieser Absicherungen. Sie bindet Kunden nicht durch Vertragsklauseln, sondern durch Ergebnisse. Wenn du im Erstgespräch auf diese Frage eine klare, unkomplizierte Antwort bekommt, hast du bereits einen wichtigen Hinweis darauf, wie die Zusammenarbeit insgesamt aussehen wird.

Red Flags und Green Flags von SEA Agenturen zusammengefasst

SEA Agentur finden_Dos and Dont's

Wenn du diese sieben Fragen stellt, wirst du feststellen, dass gute Agenturen sie nicht als lästige Skepsis auffassen, sondern als Zeichen für das Engagement eines Gesprächspartners, der verstehen will, bevor er vertraut.

RED FLAG: Finger weg, wenn die SEA Agentur…

  • die Hoheit über Konten und Kampagnendaten behält
  • hohe Auslösesummen bei Kündigung verlangt
  • Laufzeiten von zwölf Monaten oder länger als Standard ansetzt
  • Budgetempfehlungen nennt, bevor sie die Kostenstruktur des Shops kennt
  • auf Fragen zur Kampagnenstruktur mit Buzzwords antwortet statt mit Erklärungen
  • Performance-Max unreflektiert als Allheilmittel empfiehlt

GREEN FLAG: Grünes Licht, wenn die SEA Agentur…

  • alle Accounts und Daten von Beginn an beim Kunden führt
  • bei Wechsel sämtliche Erkenntnisse, Keyword-Recherchen und Performance-Daten übergibt
  • In klar definierten, messbaren Sprints arbeitet
  • KPIs auf die Margenstruktur des Shops abstimmt
  • Budgetempfehlungen erst nach einem echten Briefing nennt
  • Fragen zum Vertrag klar und ohne Zögern beantwortet

Die Beauftragung einer SEA Agentur gehört zu den wirkungsvollsten Wachstumsentscheidungen, die du als E-Commerce-Betreiber treffen kannst. Jetzt wo du weißt, welche Fragen du stellen musst, findest du garantiert eine passende SEA Agentur, die einen echten Performance-Sprung liefern kann.

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Fensterbrett aus „Höhle der Löwen“: 9 Fragen an Frischluft (+ Gewinnspiel)

13. April 2026 um 22:38

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Fensterbrett Frischluft Höhle der Löwen

In diesem Fragebogen stellen wir den Teilnehmern der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ Fragen zu ihren Produkten und Erfahrungen in der Sendung. Diesmal: Bei den Erfindern des Fensterbretts von Frischluft

Frische Luft ist wichtig. Vor allem Menschen in Deutschland haben das verinnerlicht und Lüften als Kulturgut etabliert. Bevor das Fenster tatsächlich gekippt oder geöffnet werden kann, gibt es allerdings häufig ein Problem: Das Fensterbrett ist voll gestellt.

Damit Pflanzen, Bücher oder Dekorationsgegenstände dem Lüften nicht mehr im Weg stehen, haben die Gründer von Frischluft ein neues System entwickelt. Eine Ablagefläche wird in den Fensterrahmen eingehängt, beim Öffnen oder Kippen bewegt sie sich samt Deko oder Pflanzen mit. Die Erfinder konnten Investor Ralf Dümmel in „Die Höhle der Löwen“ mit ihrem Fensterbrett überzeugen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen in der Show befragt.

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Frischluft: Das Fensterbrett aus „Die Höhle der Löwen“

BASIC thinking: Hallo, ihr seid in Staffel 19 von „Die Höhle der Löwen“ dabei. Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich ehrlich gesagt immer noch ein bisschen surreal an. „Die Höhle der Löwen“ kennt man sonst nur aus dem Fernsehen. Plötzlich steht man selbst dort und darf die eigene Idee präsentieren. Das ist natürlich etwas ganz Besonderes und auch mit viel Vorfreude verbunden.

Für uns ist es vor allem ein sehr schöner Moment, weil in so einem Auftritt unglaublich viel von dem steckt, woran wir in den letzten Jahren gearbeitet haben. Gleichzeitig ist es auch ein bisschen überwältigend, weil man weiß, wie viele Menschen die Sendung sehen und wie einmalig diese Gelegenheit ist. Unterm Strich fühlen wir vor allem große Dankbarkeit und Freude, dass wir mit Frischluft ein Teil von Staffel 19 sein dürfen.

Was macht Frischluft so besonders?

Das Besondere an unserem Produkt ist, dass es ein alltägliches Problem löst, das fast jeder kennt und über das man aber selten nachdenkt. Sobald man lüften möchte, muss man erstmal alles vom Fensterbrett räumen. Genau da setzt unser Frischluft Fensterbrett an. Es wird einfach am Fensterrahmen eingehängt und bewegt sich beim Öffnen des Fensters mit. Dadurch können Pflanzen, Bücher oder Deko einfach stehen bleiben, ganz ohne Umräumen.

Was es zusätzlich besonders macht: Die Montage ist extrem einfach. Man braucht weder Werkzeug noch Kleber oder Schrauben. Das Fenster bleibt unbeschädigt, was gerade für Mietwohnungen ein großer Vorteil ist. Und durch die Weiterentwicklung gemeinsam mit Ralf Dümmel und seinem Team ist das Produkt heute so konzipiert, dass es universell auf nahezu jedes Fenster passt, also eine Lösung, die wirklich im Alltag funktioniert.

Wie seid ihr auf diese Idee und das Konzept gekommen?

Die Idee ist tatsächlich aus einer typischen Alltagssituation entstanden. Bene wollte bei Lukas in der Wohnung schnell das Fenster öffnen, um dem Postboten unten etwas zuzurufen. Und wie so oft stand das Fensterbrett voller Pflanzen. Also musste erst einmal alles hektisch zur Seite räumen.

Das ist so ein kleiner Moment, der eigentlich banal ist, aber ständig vorkommt. Und genau das hat Bene nicht mehr losgelassen. Als Bene dann Lukas davon erzählte, war sofort klar: Das Problem kennt man einfach. Und dann haben wir angefangen zu überlegen, wie man das besser lösen kann, ohne das Fenster zu beschädigen oder den Alltag komplizierter zu machen.

Aus dieser Situation heraus ist Schritt für Schritt das Frischluft Fensterbrett entstanden – über viele Prototypen hinweg, bis es am Ende wirklich einfach und zuverlässig funktioniert hat.

Offene Fenster bei „Höhle der Löwen“

Und wie seid ihr bei DHDL gelandet?

Das war tatsächlich eine ziemlich spontane Entscheidung. Wir saßen an einem Sonntagnachmittag zusammen und haben darüber gesprochen, wie die nächsten Schritte für Frischluft aussehen könnten. Irgendwann fiel der Satz: „Warum bewerben wir uns nicht einfach bei „Die Höhle der Löwen“?“ Ohne große Erwartungen haben wir die Bewerbung abgeschickt – einfach, um es mal zu probieren.

Umso überraschender war es, dass sich schon wenige Tage später die Redaktion bei uns gemeldet hat. Danach ging alles relativ schnell: weitere Gespräche, nächste Runden und irgendwann die finale Zusage. Dass wir am Ende wirklich in der Sendung stehen, hätten wir am Anfang so nicht erwartet. Umso mehr freuen wir uns jetzt, dabei zu sein.

Was ging kurz vor eurem Pitch in euch vor?

Kurz vor dem Pitch war es auf jeden Fall ein sehr besonderer Moment. Man steht direkt vor dem Löwentor, weiß, dass es gleich losgeht – und dass jetzt alles zählt. In dem Moment kommt schon eine gewisse Anspannung auf, einfach weil man weiß, wie einmalig diese Gelegenheit ist.

Gleichzeitig hatten wir uns aber sehr intensiv vorbereitet. Wir haben den Pitch so oft geübt, dass wir wussten: Wir sind ready. Und genau das hat uns geholfen. Sobald die Tür aufgegangen ist und wir losgelaufen sind, hat sich die Nervosität ziemlich schnell gelegt. Man kommt in seinen Rhythmus und merkt, dass man genau weiß, wovon man spricht. Am Ende war es eine Mischung aus Anspannung, Fokus und Vorfreude – und dann einfach machen.

Wie liefen die Verhandlungen nach der Show?

Direkt nach dem Pitch gab es zunächst ein kurzes persönliches Gespräch mit Ralf Dümmel und im Anschluss ein Treffen mit Vertretern seines Teams. Dabei ging es vor allem darum, sich kennenzulernen, erste Eindrücke auszutauschen und ganz grob zu besprechen, wie die nächsten Schritte aussehen könnten.

Einige Wochen später folgte dann ein persönlicher Termin bei Ralfs Firma DS Produkte in Stapelfeld bei Hamburg. Dort lernten wir das gesamte Team kennen, bekamen einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und haben gemeinsam besprochen, wie eine mögliche Zusammenarbeit konkret aussehen kann. Nach diesem Termin folgten mehrere Online-Meetings, in denen alles weiter vertieft wurde. Und als für beide Seiten klar war, dass es passt, ging es ohne Verzögerung direkt richtig los.

Fensterbrett aus „Höhle der Löwen“: So geht es mit Frischluft weiter

Was ist seit dem Dreh und der Teilnahme mit euch und eurem Produkt passiert?

Seit dem Dreh ist bei uns unglaublich viel passiert. Vor allem die Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel und seinem Team hat einen großen Unterschied gemacht. Gemeinsam haben wir das Frischluft Fensterbrett nochmal deutlich weiterentwickelt mit dem Ziel, es einfacher, universeller und alltagstauglicher zu machen.

Ein wichtiger Schritt war dabei, das Produkt so zu gestalten, dass es an möglichst viele Fenster passt und gleichzeitig noch leichter in der Anwendung ist. Parallel dazu haben wir uns intensiv auf die Ausstrahlung vorbereitet: Prozesse optimiert, den Onlineshop überarbeitet und dafür gesorgt, dass wir ausreichend Ware verfügbar haben.

Insgesamt hat sich seit dem Dreh vieles professionalisiert – und wir haben das Gefühl, dass Frischluft jetzt bereit ist, den nächsten großen Schritt zu gehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Für uns geht es jetzt vor allem darum, Frischluft weiter wachsen zu lassen und noch mehr Menschen zu erreichen. Mit der Unterstützung von Ralf Dümmel und seinem Team haben wir eine sehr gute Basis geschaffen, um das Produkt weiter in den Markt zu bringen und weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Prozesse weiter zu optimieren und das gesamte Erlebnis rund um das Produkt noch besser zu machen – von der Bestellung bis zur Nutzung im Alltag. Langfristig denken wir aber noch größer: Unsere Vision ist es, das Thema Fenster grundsätzlich neu zu denken und Lösungen zu entwickeln, die sich noch stärker am Alltag orientieren.

Der Fokus liegt jetzt klar darauf, Frischluft Schritt für Schritt weiter aufzubauen – mit dem Ziel, daraus eine langfristig starke Marke zu entwickeln.

Wenn ihr zurückblickt: Wie bewertet ihr eure Erfahrungen bei DHDL?

Rückblickend war die Teilnahme an der VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ für uns eine durchweg sehr wertvolle Erfahrung. Es ist etwas ganz Besonderes, die eigene Idee vor den Löwen zu präsentieren und einmal hinter die Kulissen der Sendung zu blicken.

Der Pitch selbst war intensiv – mit viel positivem Feedback, aber auch sehr direkten und kritischen Nachfragen. Genau das hat die Erfahrung für uns so wertvoll gemacht, weil wir dadurch gezwungen waren, unsere Idee klar zu erklären und zu verteidigen.

Auch der gesamte Prozess rund um die Sendung war für uns sehr professionell und wertschätzend. Vom ersten Kontakt bis zum Dreh haben wir uns gut begleitet gefühlt. Unterm Strich war es für uns eine einmalige Erfahrung, aus der wir unglaublich viel mitgenommen haben – fachlich, aber auch persönlich.

Gewinnspiel: Sicher dir das Fensterbrett von Frischluft aus „Höhle der Löwen“

Als Medienpartner verlosen wir das Fensterbrett von Frischluft aus „Die Höhle der Löwen“ unter allen Newsletter-Abonnenten von BASIC thinking. Du musst nur bis zum Stichtag am 3. Mai 2026 (18:00 Uhr) unseren Newsletter abonniert haben und uns bis dahin einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen, warum du das Fensterbrett von Frischluft haben möchtest.

Den Gewinner ziehen wir am  3. Mai 2026 und benachrichtigen ihn anschließend umgehend per E-Mail. Wir wünschen viel Glück!


Einsendeschluss ist Montag, der 3. Mai 2026, 18 Uhr. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden ausschließlich korrekt ausgefüllte Kommentare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Der Gewinnanspruch verfällt, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder sich nicht nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels (BASIC thinking GmbH) meldet. Der Beitrag enthält Affiliate-Links. 

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Elon Musk: Der größte Seifenblasenhändler der Welt

13. April 2026 um 11:00

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Elon Musk Seifenblasenhändler Tesla

Einst ein nachhaltiger Weltverbesserer und Elektropionier, mittlerweile nur noch ein Dampfplauderer, der davon lebt, dass ihm Millionen Menschen Geld für etwas geben, das es nicht gibt: Elon Musk und sein Herzstück Tesla stehen am Scheideweg. Eine kommentierende Analyse.

Was steckt hinter Teslas 1,2-Billionen-Bewertung?

  • Mit einem Marktwert von 1,2 Billionen US-Dollar – das sind 1.200 Milliarden US-Dollar – ist Tesla der wertvollste Autobauer der Welt. Deutlich wertvoller als VW, BMW, Mercedes und BYD zusammengerechnet. Das Problem dabei: Der Gewinn im Jahr 2025 lag gerade einmal bei rund 3,8 Milliarden US-Dollar.
  • An dieser Stelle wird das sogenannte Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (KGV) relevant. Dieses setzt den aktuellen Börsenkurs und den Gewinn je Aktie ins Verhältnis zueinander. Ein KGV von 20 bedeutet, dass es theoretisch 20 Jahre dauern würde, bis eine Firma ihren aktuellen Börsenwert durch Gewinne erwirtschaftet hat – vorausgesetzt, die Gewinne bleiben konstant.
  • Das KGV von Tesla liegt im Frühjahr 2026 konstant bei Werten von über 350. Oder anders ausgedrückt: Tesla ist nicht der wertvollste Autobauer der Welt, sondern Elon Musk der größte Luftschlossverkäufer der Welt. Die gesamte Börsenbewertung von Tesla ist eine einzige Wette auf massive Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Die KGV von Mercedes (7,5), Volkswagen (6,9), BYD (17,2) und dem S&P 500 (27,6) sind deutlich niedriger.

Warum Tesla gleichzeitig Marktführer und Verlierer ist

Wenn man von Tesla als größtem Autobauer der Welt spricht, ist das gleichzeitig wahr – und trotzdem gelogen. Auf der einen Seite verrät ein Blick in die Geschäftsberichte von Tesla, dass der überwiegende Großteil des Umsatzes aus der E‑Auto‑Sparte stammt. Rund 73,3 Prozent des Jahresumsatzes entfallen auf diesen Bereich. E‑Autos sind also die Haupteinnahmequelle von Tesla.

Auf der anderen Seite hat Tesla im Bereich der E‑Autos die Marktführerschaft im Jahr 2025 an BYD verloren. Während Tesla 2023 und 2024 noch vorne lag, hat BYD 2025 mit 2,26 Millionen verkauften reinen Elektroautos übernommen. Tesla kommt dagegen nur noch auf 1,64 Millionen – ein rückläufiger Wert. Die meisten Autos hatte Tesla 2023 verkauft: damals 1,81 Millionen Stück.

Und auch der Blick in die Gegenwart lässt die Augen von Elon Musk wohl eher nicht funkeln. Laut Kraftfahrtbundesamt und ADAC liegt das Tesla Model Y mit 1.340 Neuzulassungen im Februar 2026 nur noch auf Platz sieben der E‑Autos in Deutschland. Hierzulande haben Skoda, Volkswagen und Mercedes Tesla schon überholt – und auch Audi hat kaum noch Rückstand.

Stimmen und Reaktionen

  • Wie absurd die Versprechungen von Elon Musk sind, zeigt ein Tweet aus dem Jahr 2020. Damals versprach er: „Wir gehen davon aus, dass Tesla wahrscheinlich vor 2030 die Marke von 20 Millionen Fahrzeugen pro Jahr erreichen wird. Aber das erfordert eine durchweg exzellente Ausführung.“ Dafür müsste Tesla seinen Absatz in fünf Jahren also verzwölffachen.
  • Fabian Peters, Chefredakteur bei BASIC thinking, blickte schon im März 2025 kritisch in die Zukunft. Ein Teil seiner Prognosen ist bereits eingetreten. Er sagt: „Sollte Tesla künftig anhand von reinen Zahlen statt Spekulationen bewertet werden, droht dem Unternehmen ein Wertverlust von bis zu 90 Prozent. Das wäre wohl das Ende des Unternehmens in seiner jetzigen Form.“
  • Neben seinen wirtschaftlichen Phrasen gefährdet Elon Musk seine einst revolutionären Ideen durch seine politische Radikalisierung. Als Sprecher auf einer AfD‑Veranstaltung sprach er davon, dass die Deutschen stolz auf ihre tausendjährige Geschichte sein sollten. Steffen Seibert, deutscher Botschafter in Israel, antwortete auf X: „Elon Musk scheint unser Land überhaupt nicht gut zu kennen. Niemand bringt Kinder dazu, sich für Nazi‑Verbrechen schuldig zu fühlen. Wir wollen, dass sie informiert und verantwortungsbewusst aufwachsen und die Lehren aus Deutschlands Vergangenheit anwenden.“

Wie lange trägt Elon Musks Strategie noch Früchte?

Quo vadis, Tesla? Wo willst du hin, Elon Musk? Noch besser: Wie lange wächst die Seifenblase von Elon Musk noch, bevor sie platzt? Aktuell hat Elon Musk laut Forbes ein geschätztes Vermögen von rund 839 Milliarden Euro – ein Großteil davon Unternehmensbeteiligungen.

Diese Werte lösen sich schnell in Luft auf, wenn aus den Hype‑Projekten Tesla, SpaceX und xAI die Luft entweicht. Es liegt in der Hand der Aktionäre. Wie lange diese noch geduldig sind, wird sich zeigen.

Fest steht: Keines von Musks Vorzeigeprojekten ist wirklich wettbewerbsfähig. Die Optimus‑Roboter stehen auf wackligen Füßen, die E‑Autos von BYD haben sich an die Spitze gesetzt, die KI Grok ist nur gut darin, falsche Quellen zu zitieren, und die Cybercabs sehen zwar gut aus, haben das Wettrennen gegen Waymo aber schon vor dem Start verloren.

Die einzige Hoffnung von Elon Musk: Solange er es schafft, mit seinen Visionen gewagte Thesen aufzustellen und kaum eines seiner Versprechen zu erfüllen, folgen ihm seine Jünger wie Lemminge. Solange das so bleibt, wird er ein reicher Schäfer bleiben.

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Die mächtigsten Öl- und Gaskonzerne der Welt – nach Börsenwert

10. April 2026 um 20:10

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Shell Gaskonzerne Öl

Die Preise für Öl und Gas steigen immer weiter an. Privatpersonen und Industrie ächzen unter der Belastung. Aber wer steckt eigentlich hinter der Energie, die unsere Autos und Heizungen antreibt? Wir haben ein Ranking mit den größten Vertretern der Branche erstellt.

Im Idealfall denken wir nicht über Öl und Gas nach. Das ist aber nur der Fall, wenn Heizen und Tanken unseren Geldbeutel nicht zu sehr belasten. Momentan sind die fossilen Energieträger jedoch ein heißes Thema, denn die Eskalation im Nahen Osten hat die Preise ordentlich nach oben getrieben. Vor allem die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran hat den globalen Energiehandel deutlich erschwert.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Die Energiekonzerne versuchen natürlich, die Verluste an die Geschäfts- und letztendlich auch die Privatkunden weiterzugeben. Tatsächlich erleben einige dieser Firmen momentan einen echten Höhenflug. Denn eine Verknappung der Ressourcen führt zu Preissteigerungen, und Preissteigerungen führen bei den Produzenten zu Rekordgewinnen.

Im Schnitt konnten die zehn wertvollsten Öl- und Gaskonzerne alleine im März auf dem Aktienmarkt ein Plus von über neun Prozent verzeichnen. Die Marktwerte einiger dieser Unternehmen haben Dimensionen erreicht, die weit über das Bruttoinlandsprodukt vieler Nationalstaaten hinausgehen.

Unser Ranking beruht auf den Zahlen von Tradingview. Wir betrachten die größten Öl- und Gaskonzerne im Jahr 2026, gemessen an ihrem Börsenwert Ende März. Die USA sind gleich mit drei Unternehmen in der Top Ten vertreten, aber auch europäische Traditionskonzerne und asiatische Staatskonzerne konnten sich platzieren.

Platz 10: Petrobras, Brasilien

Eröffnet wird die Liste von Petrobras aus Brasilien, das auf einen Marktwert von rund 126,6 Milliarden US-Dollar kommt. Das Unternehmen aus Rio de Janeiro, das sich teilweise in Staatsbesitz befindet, hat eine schwierige Zeit hinter sich und konnte nur durch Investitionen in die Tiefseeförderung stabilisiert werden. Heute ist es das wertvollste Unternehmen Brasiliens und beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter.

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Mieten statt kaufen! Wie der Sharing-Economy-Lebensstil die Welt verändert

10. April 2026 um 09:30

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Sharing-Economy

Früher war klar: Wer sich ein Auto, eine Bohrmaschine oder eine Kamera wünschte, fuhr zum nächsten Fachgeschäft, um es sich zu kaufen. Zumindest, wenn das notwendige Kleingeld vorhanden war – ansonsten hieß es „sparen“. Heute kippt das Denken. Und bei den steigenden Neupreisen fragen sich viele Menschen in Deutschland ohnehin: Benötige ich das wirklich? Oder reicht es theoretisch auch aus, wenn ich es mir ausleihe? Tatsächlich reicht es häufig aus, sich etwa die Bohrmaschine nur für ein paar Stunden auszuleihen. Diese Fragen ebneten den Weg für den Sharing-Economy-Stil, der in Deutschland immer beliebter wird. Weg vom Besitz, hin zu einem flexibleren, digitalen und bewussteren Lebensstil.

Warum ist Mieten plötzlich attraktiver als Kaufen?

Der größte Vorteil? Du sparst Geld. Aber ist es wirklich der einzige Vorteil, warum Menschen lieber mieten, anstatt zu kaufen? Nein. Insbesondere in Städten bevorzugen immer mehr Menschen Sharing- und Mietangebote aus den folgenden Gründen:

  • Wunsch nach Flexibilität
  • steigende Lebenshaltungskosten
  • neue Einkommensquellen
  • wachsendes Umweltbewusstsein

Wunsch nach Flexibilität

Wenn du über Vermietungs-Apps benötigte Gegenstände mietest, minimierst du Verpflichtungen und steigerst deine Flexibilität. Schauen wir uns das an zwei Beispielen an.

  • Beispiel 1: Du kaufst dir für deinen jährlichen Strandurlaub eine neue Digitalkamera für 999 Euro. Die Kamera nutzt du jedoch nur für diese sieben Tage, und in der restlichen Zeit liegt sie im Schrank. Mit der Zeit sinkt der Wert deiner Kamera, und auch der Akku verliert langsam an Kapazität. Viel besser wäre es, wenn du dir eine Kamera für deinen Urlaub mietest.
  • Beispiel 2: Für kleine Erledigungen in der Stadt benötigst du gelegentlich ein Auto. Mit dem Autokauf kommen einige Verpflichtungen auf dich zu, wie Inspektion, TÜV, Versicherungsbeiträge und Steuern – obwohl du das Auto maximal 3–4× im Monat nutzt. Über eine Vermietungsplattform kannst du für diesen Zeitraum spontan ein Auto mieten.

Steigende Lebenshaltungskosten

Laut der Verbraucherzentrale sind die Lebenshaltungskosten seit 2020 drastisch gestiegen. Das zeigt sich eigentlich in allen Bereichen. So stiegen in den vergangenen Jahren etwa die Preise für Kameras um 27 Prozent, während Neuwagen im Schnitt um bis zu 50 Prozent teurer sind.

Kurz und knapp: Die Menschen überlegen sich zweimal, ob sie etwas Neues brauchen oder nicht. Peer-to-Peer-Vermietungsplattformen ermöglichen es den Menschen trotzdem, sich gewisse Dinge für einen bestimmten Zeitraum zu leisten.

Neue Einkommensquellen schaffen

Auf den Plattformen, auf denen man Gegenstände mieten kann, kannst du auch Gegenstände vermieten. Das schafft eine neue Einkommensquelle, sozusagen ein zweites Standbein – ein Punkt, der für viele Menschen attraktiv ist.

Wachsendes Umweltbewusstsein

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das viele Menschen dazu bewegt, benötigte Gegenstände lieber zu mieten, anstatt sie zu kaufen.

Ist die Sharing Economy nur ein kurzfristiger Trend?

Die sogenannte Sharing Economy wächst seit Jahren. Es ist also nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern ein sich wandelnder Lebensstil – und Deutschland mittendrin. Schon jetzt mieten Menschen unterschiedliche Gegenstände über spezielle Vermietungsplattformen für wenige Stunden, Tage oder Wochen.

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Erstmals mehr E-Autos als Benziner: März-Neuzulassungen überraschen

09. April 2026 um 20:07

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mehr Elektroautos als Benziner März 2026 Neuzulassungen

Erstmals haben reine Elektroautos in Deutschland mehr Neuzulassungen als klassische Benziner erzielt. Im März 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 294.161 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr. Wir zeigen, welche Hersteller profitieren, wie sich die Antriebsarten verschieben und was Experten für den Rest des Jahres erwarten.

Das Jahr lief für Automobilhersteller eher schleppend an. Im Winter sind die Zahlen generell relativ niedrig, doch die vorherrschende wirtschaftliche Unsicherheit und anhaltende Konflikte auf der Welt schienen diese weiter zu drücken.

Das ist nun scheinbar vorbei. Die Sonne ist da, die Temperaturen steigen und mit ihnen auch die Verkaufszahlen der Autohändler. Wir haben die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes vom März 2026 in diesem Artikel unter die Lupe genommen.

Das sind die Pkw-Neuzulassungen im März

Insgesamt wurden im vergangenen Monat 294.161 Pkw in Deutschland neu zugelassen. Das ist ein solider Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders deutlich wird der positive Trend beim Blick auf den direkten Vormonat, denn im Februar wurden noch lediglich 211.262 Fahrzeuge gemeldet. Damit erreicht die Kurve nach ihrem Tief im Januar den Höchststand der letzten zwölf Monate.

Drei bekannte Hersteller profitieren besonders von dem Aufschwung. Volkswagen verteidigt wenig überraschend souverän die Position als unangefochtener Marktführer. Mit einigem Abstand folgt die tschechische VW-Tochter Skoda, die ihre Position auf dem deutschen Markt immer weiter verbessert. Komplettiert wird das Trappchen von BMW.

Knapp dahinter fahren Mercedes-Benz und Audi ein. Den größten Aufschwung unter den deutschen Herstellern kann Smart mit einem Plus von rund 189,6 Prozent verzeichnen. Bei den Importmarken geben Lynk & Co. (136 Fahrzeuge, ein Plus von 4.433,3 Prozent) sowie Aston Martin (68 Fahrzeuge, ein Plus von 3.300,0 Prozent) am meisten Gas.

Elektroautos überholen Benziner

Die Käufer in Deutschland sind bisher noch relativ zurückhaltend beim Thema E-Autos. Trotzdem verbreitet sich die Antriebsart auch in der Bundesrepublik immer schneller. Im März konnten die reinen Elektroautos mit 70.663 Neuzulassungen erstmals die klassischen Benziner (66.959 Einheiten) überholen. Quasi ein historischer Moment. An der Spitze thronen aber weiterhin Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb, die auf insgesamt 87.850 Zulassungen kommen.

Der Anteil von Dieselautos schrumpft mit 37.664 Neuanmeldungen weiter zusammen, während Plug-in-Hybride mit knapp 29.996 Fahrzeugen das Schlusslicht bilden. Mit diesen Verkaufszahlen kommen Hybride auf 29,9 Prozent, Stromer auf 24,0 Prozent, Benziner auf 22,8 Prozent, Diesel auf 12,8 Prozent und Plug-in-Hybride auf 10,2 Prozent.

Diese Verschiebung hin zu emissionsärmeren Fahrzeugen zeigt direkt Wirkung: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent auf 100,1 g/km.

Der Blick auf den Gesamtbestand in Deutschland zeigt jedoch, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist. Zum 1. Januar 2026 waren insgesamt rund 61,3 Millionen Kraftfahrzeuge registriert. Immerhin mehr als zwei Millionen dieser Wagen sind reine Elektroautos. Hinzu kommen über eine Million Plug-in-Hybride. Dennoch ist der Anteil der E-Autos am Gesamtbestand mit etwa 4,1 Prozent auf einem (im Vergleich mit anderen Ländern) niedrigen Niveau. Anfang 2024 lag dieser Wert allerdings noch bei 3,3 Prozent.

Knackt der E-Automarkt 2026 die 3-Millionen-Marke?

Förderungen für Elektroautos wurden Ende 2023 gestoppt. Doch die Fahrzeuge werden immer günstiger in der Herstellung, haben viele Kinderkrankheiten hinter sich gelassen und verwenden mit Strom die günstigere Energie. Der Durchbruch der Elektromobilität scheint deshalb in greifbarer Nähe.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg der Neuzulassungen auf rund 2,95 Millionen Fahrzeuge. Etwa 1,1 Millionen dieser Fahrzeuge sollen einen elektrischen Antrieb haben (via KFZ-Gewerbe).

„Die politischen Impulse, das breitere Modellangebot und die wachsende Alltagstauglichkeit elektrischer Antriebe greifen endlich ineinander“, so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „2026 wird zum Jahr, in dem die Elektromobilität im Markt wirklich ankommen kann, wenn die Weichen richtiggestellt werden.“

Laut Peckruhn braucht es die von der aktuellen Bundesregierung angekündigte Förderung, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben, bevor steigende CO2-Preise den Kraftstoff für Verbrenner weiter verteuern. Generell zeigt er sich zuversichtlich, dass der Pkw-Markt in diesem Jahr „endlich wieder Fahrt aufnimmt“.

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PayPal-Alternativen aus Europa: 4 Zahlungsanbieter im Vergleich

09. April 2026 um 05:45

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PayPal Alternativen EU Zahlungsanbieter Europa

Immer mehr EU-Bürger wollen auf US-Dienste verzichten – auch beim Bezahlen. Doch wer PayPal ersetzen will, braucht Alternativen, die in puncto Funktionsumfang und Sicherheit mithalten. Europa hat in den letzten Jahren aufgeholt: Vier Zahlungsanbieter aus Dänemark, Schweden, Deutschland und den Niederlanden zeigen, dass es auch ohne US-Tech geht. 

Über Jahrzehnte hinweg war die Abhängigkeit Europas von amerikanischer Technologie akzeptiert und bildete das Fundament unserer modernen IT-Infrastruktur. Doch neben der in den letzten Jahren gewachsenen Abneigung gegen digitale Services aus China werden inzwischen auch Produkte aus den Vereinigten Staaten in Frage gestellt.

Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Google und Meta haben nicht nur eine enorme Marktmacht, sondern nutzen diese auch aus – teilweise mit wettbewerbswidrigen Praktiken. Viele Nutzer hegen zudem Bedenken, dass sensible Daten in den Händen von US-Unternehmen nicht gut aufgehoben sind.

Seit dem erneuten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat das Thema wieder an Bedeutung gewonnen, da sich zunehmend die Frage stellt, ob die USA noch ein verlässlicher Partner für Europa sind. Trumps außen- und handelspolitische Entscheidungen wie seine Zollpolitik nähren zumindest die Zweifel.

Alternativen zu PayPal: Zahlungsanbieter aus Europa immer gefragter

Kritiker sehen in den USA eine immer engere Verflechtung von Politik und Wirtschaft, denn Trump scheint eng mit vielen Tech-CEOs zu kooperieren. Geld und Fortschritt stehen an erstere Stelle, Nutzerinteressen und Datenschutz müssen hinten anstehen. Zum Glück hat Europa in den letzten Jahren technologisch deutlich aufgeholt.

Viele Alternativen „Made in Europe“ sehen sich als Gegenmodell zu amerikanischen Technologien. Die Anbieter setzen häufig auf Nachhaltigkeit, Datenschutz und klare Nutzungsbedingungen. Deshalb präsentieren wir an dieser Stelle vier europäische Zahlungsanbieter. Zuvor haben wir uns bereits europäische Suchmaschinen und E-Mail-Anbieter angeschaut.

1. Quickpay

Aus Dänemark kommt eine Lösung, die sich besonders durch ihre Flexibilität und Integrationsfähigkeit auszeichnet. Quickpay unterstützt alle gängigen Kreditkarten sowie Apple Pay und Google Pay und kann problemlos in nahezu jedes relevante CMS-System eingebunden werden. Ein Highlight ist die Funktion „Omnichannel“, durch die Online-Zahlungen und Transaktionen in Läden über ein einziges, einheitliches System abgewickelt werden. Quickpay bietet mit SoftPOS zudem eine moderne Alternative zu klassischen Terminals an, dank der ein einfaches Android-Gerät zur mobilen Kasse wird. Für eine Grundgebühr von sieben Euro im Monat und eine Transaktionsgebühr von 0,10 Euro erhalten kleine und mittlere Unternehmen eine professionelle Lösung. Für Großkunden gibt es individuelle Tarife.

2. Klarna

Klarna ist vermutlich der bekannteste Name im europäischen E-Commerce. Der schwedische Anbieter hat sich als Alternative zu PayPal etabliert, indem er den Fokus auf die Nutzererfahrung legt. Klarna ist vor allem für seine flexiblen Zahlungsmethoden bekannt, die es Kunden erlauben, zwischen Rechnungskauf und Ratenzahlung zu wählen. Klarna beschäftigt über 150 Experten, die sich ausschließlich mit dem Thema Betrugsprävention beschäftigen. Zudem setzt Klarna auf eine ausgefeilte Verschlüsselung und eine strikte Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Nutzer können dank der App auf Funktionen wie Käuferschutz und Cashback-Deals zugreifen.

3. Unzer

Auch in Deutschland wird ein Zahlungsanbieter entwickelt. Wer Wert auf eine nahtlose Integration und volle Kontrolle über das eigene Branding legt, sollte sich Unzer näher ansehen. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, die „Conversion“, also die Kaufabschlussrate, in Onlineshops zu steigern. Statistiken zeigen, dass Shops, die flexible Zahlungsarten wie Rechnung oder Ratenkauf anbieten, bis zu 40 Prozent vollere Warenkörbe und bis zu 18 Prozent mehr Umsatz generieren können. Unzer lässt sich so integrieren, dass für den Endkunden kein Drittanbieter sichtbar ist, und es findet keine unnötige Datenweitergabe an externe Firmen statt. Unzer hebt sich zudem durch sein starkes Engagement im Bereich ESG (Umwelt, Soziales und Governance) ab.

4. Adyen

Wenn man sich die Kundenliste von Adyen ansieht, wird schnell klar, dass es sich hier um einen Global Player handelt. Zalando, Spotify, eBay und Uber vertrauen alle auf die Technik aus Amsterdam. Adyen wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, die veraltete Infrastruktur der Finanzwelt durch eine moderne Plattform zu ersetzen. Adyen ist eine reine Plattform für Finanztechnologie, die Zahlungsabwicklung, Datenoptimierung und Finanzprodukte in einer einzigen Lösung vereint. Mit über 28 Büros weltweit und einem verarbeiteten Volumen von fast einer Billion Euro zeigt Adyen, dass europäische Technik marktführend sein kann.

Fazit: Zahlungsanbieter aus Europa als Alternative zu PayPal

Wer als Privatnutzer eine echte Alternative zu PayPal sucht, kommt an Klarna kaum vorbei. Die App ist intuitiv, der Käuferschutz solide und Funktionen wie Ratenzahlung oder Cashback machen den Alltag beim Online-Shopping spürbar einfacher. Klarna ist der einzige Anbieter in dieser Liste, der sich direkt an Endverbraucher richtet – und das auf einem Niveau, das PayPal in vielen Punkten ebenbürtig ist.

Für Händler und Unternehmen hängt die Wahl vom Geschäftsmodell ab. Kleine und mittlere Shops, die eine unkomplizierte Lösung mit fairen Gebühren suchen, sind mit Quickpay gut beraten. Wer maximale Kontrolle über das Branding und höhere Conversion-Raten will, sollte sich Unzer ansehen.

Und für Unternehmen, die international skalieren wollen, führt an Adyen kein Weg vorbei – nicht ohne Grund setzen Konzerne wie Zalando und Spotify auf die Plattform aus Amsterdam. Eines zeigen alle vier Anbieter: Europa muss sich beim digitalen Bezahlen längst nicht mehr hinter den USA verstecken.

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Klimageld: 320 Euro pro Person gestrichen – was stattdessen kommt

08. April 2026 um 11:00

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Klimageld Bundesregierung Deutschland Auszahlung CO2 Preis

Der Bundestag hat einen Antrag auf 320 Euro Klimageld pro Person abgelehnt. Dabei steht die Zahlung sogar im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Statt auf eine direkte Entlastung setzt die Regierung stattdessen auf Stromsteuersenkungen und Netzentgelte, die bei vielen Haushalten erst verzögert ankommen.

Was ist das Klimageld – und wem steht es zu?

  • Die ursprüngliche Idee des Klimageldes war es, Kohlenstoffdioxid-Einsparungen zu belohnen. Wer weniger des Treibhausgases verursacht, muss etwa weniger Abgaben in Form des sogenannten CO2-Preises zahlen, der unter anderem auf Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel erhoben wird. Das Konzept des Klimageldes sieht vor, dass alle den gleichen Geldbetrag als Ausgleich erhalten. Heißt konkret: Es sollte eine Umverteilung stattfinden. Menschen mit geringerem Einkommen, deren Verhalten im Alltag oftmals weniger klimaschädlich ist, würden davon profitieren.
  • In Deutschland fragen sich viele Menschen seit Jahren, wann das versprochene Klimageld ausgezahlt wird. Obwohl der CO2-Preis weiter steigt und viele Haushalte durch steigende Lebenshaltungskosten belastet sind, wird es auch 2026 keine Auszahlung geben. Die Bundesregierung verzichtet damit erneut auf eine indirekte Rückerstattung des CO2-Preises und verweist auf andere Maßnahmen, die die aktuellen Mehrbelastungen im Alltag vieler Menschen ausgleichen sollen. Ursprünglich wurde das Klimageld von der Ampelregierung eingeführt, konnte aufgrund von Haushaltsdefiziten und des Koalitionsbruchs aber nicht umgesetzt werden.
  • Im Gegensatz zum eigenen Parteiprogramm sprach sich Bundeskanzler Friedrich Merz im Wahlkampf für ein Klimageld aus. Auch der gemeinsame Koalitionsvertrag mit der SPD sieht eine Auszahlung vor. Am 20. März 2026 stimmten jedoch CDU/CSU, AfD und SPD gegen einen Klimageld-Antrag der Linken. Darin ist von einem jährlichen Klimageld in Höhe von 320 Euro pro Person die Rede – rückwirkend zum 1. Januar 2025. Der Direktauszahlungsmechanismus sollte langfristig so weiterentwickelt werden, dass die Auszahlung sozial gestaffelt nach Einkommen erfolgen kann.

Unehrliche Kommunikation

Mit dem Klimageld ist es der deutschen Politik einmal mehr mit Bravour gelungen, die Menschen in Deutschland zu verunsichern. Pompös von der Ampel angekündigt hat Ex-Finanzminister Christian Lindner es zunächst verzögert und dann verschoben. Im Wahlkampf wurde es von der Union dann umetikettiert und neu verpackt, bis irgendwann kaum noch jemand nachvollziehen konnte, wer nun wann und mit welchem Geld in welcher Form entlastet werden soll. Transparenz? Fehlanzeige!

Dabei ist der Konflikt weniger technisch als politisch. Im Kern geht es der Bundesregierung darum, die Einnahmen aus dem CO2-Preis nicht als gleich hohe Einmalzahlung an alle auszuschütten, sondern über Umwege zu entlasten, beispielsweise durch geringere Netzentgelte oder eine reduzierte Stromsteuer.

Das Problem: Im Wahlkampf wurden von keinem Geringeren als Bundeskanzler Friedrich Merz sowohl ein Klimabonus als auch Senkungen der Netzentgelte sowie Stromsteuer kommuniziert. Was die Union aber nicht kommuniziert hat, ist die Frage nach der Finanzierbarkeit.

Gleiches gilt für die neue Strategie, die zwar nicht per se falsch, aber auch nicht ehrlicher geworden ist. Hinzu kommt, dass viele Menschen in Deutschland ein einkommensabhängiges Klimageld aktuell wirklich gut gebrauchen könnten. Denn unabhängig davon, ob sich jemand eine Wärmepumpe oder ein E-Auto anschaffen möchte oder kann, hätten alle direkt profitiert.

Stimmen und Parteipositionen

  • Jakob Blankenburg, Sprecher für Umwelt, Klimaschutz und Naturschutz der SPD-Bundestagsfraktion, in der Bundestagsdebatte zum Klimageld: „Das Klimageld entschädigt, aber es verändert nicht. Es lindert den Schmerz, aber es behandelt nicht die Ursachen. Denn was Menschen brauchen, ist kein jährlicher Check. Es braucht Bedingungen, unter denen der Umstieg zu klimafreundlichen Alternativen tatsächlich schaffbar ist. Ermöglichung statt Entschädigung: Das ist der Unterschied.“
  • Lorenz Gösta Beutin, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Naturschutz von der Linken-Fraktion, konterte in einer Zwischenfrage: „Wir sagen nicht, das Klimageld soll das Einzige sein. Es ist versprochen worden mit dem CO2-Preis. Man muss doch Versprechen auch mal einhalten. Deswegen sagen wir: Wir brauchen Klimageld, aber wir brauchen auch die Förderung bei der Wärmepumpe, die Förderung beim E-Auto und wir brauchen den Ausbau von Bus und Bahn.“
  • Thomas Gebhart, CDU-Obmann im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sprach sich für andere Maßnahmen aus: „CO2-Einnahmen dürfen kein Einnahmeinstrument des Staates sein. Sondern das Geld, das der Staat aus der CO2-Abgabe einnimmt, muss zurück an Bürger und Unternehmen. Wir geben aktuell Jahr für Jahr viele Milliarden Euro zurück – beispielsweise über Strompreiskompensationen, Zuschussnetzentgelte und eine reduzierte Stromsteuer für das Gewerbe. Ein entscheidender Schritt der steht noch aus: die reduzierte Stromsteuer für alle.“

Benzingeld statt Klimageld: Droht eine fossile Fehlsteuerung?

Der Kurs der Bundesregierung ist klar, auch wenn ihn niemand wirklich ausspricht: weg von direkten Zahlungen, hin zu einem Flickenteppich aus Prämien, Steuertricks und Preisbremsen. Das meiste davon entlastet jedoch allenfalls mittel- bis langfristig, löst aber weder das soziale noch das klimapolitische Problem.

Vor allem viele Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen müssten steigende Sprit- oder Lebensmittelkosten deshalb zunächst weiter schlucken – trotz oder vor allem aufgrund diffuser Entlastungen. Denn wer wenig hat, spürt finanzielle Belastungen sofort, während andere sie besser abfedern und obendrein sogar von Förderprogrammen profitieren können.

Der versprochene Ausgleich über das Klimageld droht damit zu einer sozialen Schieflage zu verkommen. Die größte Ironie aber ist, dass der geschaffene Direktauszahlungsmechanismus für das Klimageld ein Werkzeug der klimapolitischen Transformation sein sollte. Nun könnte er missbraucht werden, um fossile Abhängigkeiten zu subventionieren.

Denn: Innerhalb der Bundesregierung denkt man nicht nur über eine Spritpreisbremse, sondern offenbar auch über ein Benzingeld nach. Dabei fließen jedes Jahr über 80 Milliarden Euro aus Deutschland in ausländisches Öl und Gas. Doch fossile Importe erzielen keine Wertschöpfung. Denn: Einmal verbrannt, sind sie weg. Die ursprüngliche Idee des Klimageldes über den CO2-Preis wäre hingegen klimapolitisch sinnvoll gegenfinanziert gewesen ohne direkt in Preismechanismen einzugreifen.

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Mietpreisexplosion: Was kostet das Leben in Berlin wirklich?

08. April 2026 um 05:45

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Lebenshaltungskosten Mieten Berlin

Berlin ist eine der beliebtesten Städte Deutschlands. Doch wie viel Geld braucht man dort tatsächlich zum Leben? Aktuelle Daten zeigen, wo die Hauptstadt im nationalen und internationalen Vergleich steht. Wir schlüsseln die Kosten für Singles und Familien auf – von der Miete bis zu den Lebenshaltungskosten. 

In deutschen Großstädten müssen Mieter oder Wohnungssuchende trotz Mietpreisbremse heute im Schnitt 44 Prozent mehr zahlen als noch vor zehn Jahren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay hervor.

Demnach sind die Mietpreise in Berlin in den vergangenen zehn Jahren sogar um 69 Prozent gestiegen. Das entspricht dem bundesweit höchsten Zuwachs. Das Bauministerium beruft sich in seiner Antwort auf Angebotsmieten von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten ohne Nebenkosten.

Doch: Nicht nur die Mieten sind in den deutschen Großstädte geradezu explodiert. Auch die Preise für viele Lebensmittel, Sprit und Dienstleistungen befinden sich auf einem Rekordniveau. Aber wie teuer ist eigentlich das Leben in den deutschen Großstädten wirklich? Heute: die Mieten und Lebenshaltungskosten in Berlin.

Lebenshaltungskosten: Wie teuer ist Berlin im Vergleich zu anderen Großstädten?

Der sogenannte „Cost of Living Index – zu deutsch „Lebenshaltungskostenindex“ – ist ein theoretischer Preisindex, der die Kosten für verschiedene Produkte und Dienstleistungen in unterschiedlichen Ländern oder Städten miteinander vergleicht. Mittlerweile gibt es zahlreiche Websites, die einen solchen Preisvergleich versprechen.

Die Plattform Numbeo gilt jedoch als eine der größten datenbasierten Plattformen in Sachen Lebenshaltungskosten. Der „Cost of Living Index by City 2026“ vergleicht dabei die Lebenshaltungskosten in Hunderten Großstädten weltweit. Den Maßstab und allgemeinen Vergleichswert bildet dabei die Stadt New York City, die gemeinhin als eine der teuersten Städte der Welt gilt.

Die Lebenshaltungskosten in Berlin liegen laut Numbeo demnach bei einem Wert von 70,0 (New York City: 100,00). Damit belegt die deutsche Hauptstadt Platz 113 im weltweiten Ranking (Stand: 6. April 2026). Im Vergleich dazu: Hamburg mit einem Wert von 71,9 auf Platz 84, München auf Platz 52 mit einem Preisindex von 76,1 und Köln mit einem Cost of Living Index von 71,4 auf Platz 94.

Wie hoch sind die Mieten in Berlin wirklich?

In puncto Lebenshaltungskosten liegt Berlin laut Numbeo auf Platz 13 der teuersten Großstädte Deutschlands. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Hauptstadt 30 Prozent günstiger als New York City (ohne Mieten).

Unter Berücksichtigung der Mietpreise (Cost of Living Index Plus Rent Index) ist Berlin sogar 45,1 Prozent preiswerter als die US-amerikanische Millionenmetropole. Im nationalen Vergleich belegt die Bundeshauptstadt in Sachen Lebenshaltungskosten plus Mieten den fünften Platz.

Die Mietpreise für einen Single-Haushalt sehen laut Numbeo – Stand: 6. April 2026 – dabei wie folgt aus: 1.291,25 Euro für eine Wohnung im Stadtkern und 924,60 Euro Miete für eine Wohnung außerhalb des Zentrums. Für eine vierköpfige Familie: 2.366,67 Euro im Stadtkern und 1.764,24 Euro außerhalb des Zentrums.

Der Index-Plattform Numbeo zufolge liegen die Lebenshaltungskosten in Berlin für einen Singlehaushalt inklusive Miete bei 2.298,28 Euro (im Stadtkern) und bei 1.931,90 Euro außerhalb des Zentrums. Insgesamt umfasst die Auswertung dabei sämtliche Lebenshaltungskosten: Miete, Nebenkosten, Restaurantbesuche, Kleidung, Lebensmittel, Auto, Reisen, Sparen und weitere. Je nach Konsumverhalten und Lebensverhältnissen, kann der Schnitt jedoch variieren.

Fazit: Mieten und Lebenshaltungskosten in Berlin

Die Zahlen zeigen, dass Berlin im internationalen Vergleich zwar günstiger als New York ist. Doch für viele Menschen wird das Leben in der Hauptstadt zunehmend zu einer finanziellen Belastung. Ein Berufseinsteiger mit einem Bruttoeinstiegsgehalt von rund 2.800 Euro netto muss allein für eine Wohnung im Stadtkern bereits knapp die Hälfte seines Einkommens aufwenden.

Experten empfehlen jedoch maximal Mietkosten in Höhe von einem Drittel des Nettoeinkommens. Wer in Berlin lebt, sollte die eigenen Ausgaben deshalb regelmäßig prüfen und Preise vergleichen, um die persönliche Kostensituation realistisch einzuschätzen.

Hinweis: Die Zahlen von „Numbeo“ sind hier und da mit Vorsicht zu genießen. Denn: Die unglaubliche Masse an Daten, die die Plattform erfasst, sind im Detail nicht überprüfbar. Weltweit kann etwa jeder die Datenbank mit Preisinformationen füllen. Parallel dazu greift die Website zwar auch auf andere Daten zurück, bereinigt Zahlen mithilfe von Filtern und errechnet Durchschnittswerte.

Doch die Datenlage ist für einige Städte, Regionen und Länder besser als bei anderen. Mit Blick auf Metropolen und Großstädte erscheint sie jedoch stabil. Aus Aktualitätsgründen greift Numbeo nur auf Zahlen zu, die nicht älter als 18 Monate sind.

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Deutschlands beste Raststätten: Der Osten dominiert die Top 10

07. April 2026 um 20:14

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besten Raststätten Deutschland Autobahn Tankstelle Rasthof

Autobahnraststätten haben keinen guten Ruf. Doch manche verdienen ihn offenbar nicht. Eine Auswertung von 1,8 Millionen Google-Bewertungen zeigt, wo Autofahrer in Deutschland am liebsten Pause machen. Überraschend: Vor allem der Osten schneidet stark ab. Wir zeigen die zehn bestbewerteten Raststätten im Überblick.

Egal ob man Verwandte besuchen möchte, auf dem Weg in den Urlaub ist oder sich auf Geschäftsreise befindet – die meisten von uns sind auf die ein oder andere Weise auf die Autobahn angewiesen. Sie ist so etwas wie das zentrale Nervensystem der Bundesrepublik. Doch bei längeren Fahrten erfolgt früher oder später die obligatorische Pause.

Das sind Deutschlands beste Raststätten

Wer rausfahren muss, um eine Pause einzulegen, landet nicht selten an einem Ort, den man schnell wieder verlassen möchte. Überteuertes Essen, dreckige Sanitäranlagen und eine lieblose Atmosphäre sind an Autobahnraststätten eher die Regel als die Ausnahme.

Besonders schlimm ist es häufig an Standorten in der Nähe großer Ballungsräume wie Hamburg, Köln oder München. Das Schlusslicht bildet allerdings der Autohof Schnaittach in Bayern mit lediglich 1,6 Sternen.

Grundlage der Untersuchung von Tripz sind rund 1,8 Millionen Google-Bewertungen von insgesamt 633 Standorten in ganz Deutschland. Dabei wurden nicht nur klassische Autobahnraststätten unter die Lupe genommen, sondern auch Autohöfe und Rasthöfe an Bundesstraßen. Mit einem bundesweiten Durchschnitt von 3,9 von 5 Sternen schneiden die meisten Kandidaten positiver ab als gedacht.

Vor allem im Osten des Landes sieht es rosig aus. Sachsen führt das Bundesländer-Ranking mit einem Schnitt von 4,13 Sternen an, gefolgt von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. An dieser Stelle interessiert uns aber, welche einzelnen Raststätten am besten abschneiden. Die Top Ten präsentieren wir im folgenden Ranking.

Platz 10: 24-TOTAL Autohof Wörrstadt (Rheinland-Pfalz)

Mit 4,6 Sternen bei 1.733 Bewertungen eröffnet dieser Autohof in Rheinhessen unsere Liste der Gewinner. Hier können Fahrer auf der A63 zwischen Mainz und Kaiserslautern eine Pause einlegen. Neben Pizza, Döner und Burgern gibt es frisch zubereitete Produkte zum Mitnehmen. Ein mobiles Hotel und wechselnde Kunstausstellungen im Innenbereich sorgen zudem für ein einzigartiges Ambiente.

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Warum die meisten Amazon-Agenturen scheitern und was gute Agenturen anders machen

07. April 2026 um 09:30

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Amazon-Agenturen

Der Markt für Amazon-Agenturen hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Wo vor fünf Jahren eine Handvoll spezialisierter Dienstleister stand, tummeln sich heute hunderte Anbieter, die Amazon-Sellern Wachstum, Umsatzsteigerung und optimierte Werbekampagnen versprechen. Die Einstiegshürde ist niedrig: ein paar Fallstudien auf der Website, ein Dashboard-Tool und ein Pitch-Deck mit beeindruckenden Prozentzahlen reichen oft aus, um Kunden zu gewinnen.

Das Problem: Viele dieser Agenturen liefern nicht. Seller zahlen monatlich vierstellige Retainer und bekommen dafür automatisierte Reports, generische Optimierungsvorschläge und Ansprechpartner, die sich mit dem eigenen Account kaum auskennen. Für Seller ist das ein Problem: Wie unterscheidet man eine Full-Service Amazon Agentur, die tatsächlich Performance liefert, von einer, die vor allem gut pitchen kann? Denn die Unterschiede zwischen guten und schlechten Agenturen sind erheblich, aber von außen nicht immer sofort erkennbar.

Was trennt also Agenturen, die echte Ergebnisse liefern, von solchen, die vor allem gut verkaufen können?

Das Kernproblem: Skalierung auf Kosten der Qualität

Die meisten Amazon-Agenturen starten mit einem kleinen Team und einer Handvoll Kunden. In dieser Phase ist die Betreuung oft tatsächlich gut. Der Gründer selbst sitzt an den Accounts, kennt jedes Produkt und optimiert Kampagnen händisch. Das funktioniert bei fünf Kunden. Bei fünfzig nicht mehr.

Der typische Wachstumspfad einer Agentur sieht so aus: Mehr Kunden bringen mehr Umsatz, also wird skaliert. Neue Account Manager werden eingestellt, oft mit wenig Amazon-Erfahrung. Die Betreuungsquote steigt von fünf auf fünfzehn, manchmal zwanzig Accounts pro Person. Um das zu bewältigen, werden Prozesse standardisiert und automatisiert. Klingt effizient, führt aber dazu, dass jeder Account die gleiche Behandlung bekommt, unabhängig von Produktkategorie, Wettbewerbsumfeld oder Wachstumsphase.

Das Ergebnis: Der Seller zahlt für individuelle Betreuung und bekommt standardisierte Massenabfertigung. Die Kampagnenstruktur ist bei jedem Kunden identisch, die Optimierung beschränkt sich auf wöchentliche Bid-Anpassungen nach Schema und der strategische Input fehlt komplett.

Warnsignal Nummer eins: Intransparenz bei Daten und Ergebnissen

Gute Agenturen arbeiten transparent. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Ein häufiges Muster bei schwachen Agenturen: Der Seller hat keinen direkten Zugang zu seinen Werbekonten. Stattdessen bekommt er monatlich ein PDF mit ausgewählten Kennzahlen, die isoliert betrachtet positiv aussehen. ACoS gesunken? Steht im Report. Dass gleichzeitig der Umsatz eingebrochen ist, weil die Agentur profitable Keywords pausiert hat, um den ACoS zu drücken? Steht nicht drin.

Agenturen, die ernsthaft arbeiten, geben ihren Kunden vollen Zugang zu allen Daten. Werbekonten, Search Term Reports, Kampagnenstruktur. Nicht weil der Seller das alles selbst auswerten soll, sondern weil Transparenz Vertrauen schafft und eine ehrliche Diskussion über Strategie und Ergebnisse ermöglicht.

Wer als Seller keinen Zugang zu seinen eigenen Daten hat oder nur gefilterte Ausschnitte sieht, sollte das als ernstes Warnsignal betrachten.

Warnsignal Nummer zwei: Keine echte Strategie

„Wir optimieren Ihre Kampagnen“ ist kein Strategieangebot. Es ist eine Tätigkeit. Trotzdem beschreiben viele Agenturen ihre Arbeit genau so. Sie verwalten Budgets, passen Gebote an und erstellen gelegentlich neue Kampagnen. Was fehlt, ist die übergeordnete Frage: Wohin soll der Account sich entwickeln?

Gute Agenturen beginnen nicht mit Kampagnen, sondern mit einer Analyse. Wie sieht das Wettbewerbsumfeld aus? Welche Produkte haben Skalierungspotenzial, welche sind Margenkiller? Wie verteilt sich der Umsatz zwischen organisch und bezahlt? Wo liegt der TACoS, und wie sollte er sich entwickeln? Erst auf Basis dieser Bestandsaufnahme entsteht eine Strategie, die über „Keywords optimieren“ hinausgeht.

Der Unterschied zeigt sich in der Praxis daran, ob eine Agentur proaktiv Empfehlungen gibt oder nur reagiert. Schlägt sie neue Produktlaunches vor? Empfiehlt sie die Expansion in neue Märkte? Identifiziert sie Probleme bevor der Seller nachfragt? Oder wartet sie auf Anweisungen und arbeitet dann ab?

Warnsignal Nummer drei: Kein echtes PPC-Handwerk

Amazon PPC ist handwerklich anspruchsvoll. Kampagnenstruktur, Match Types, Placement-Bidding, Dayparting, Budget-Allokation zwischen Formaten. Die Details entscheiden darüber, ob ein Werbebudget profitabel arbeitet oder verbrennt.

Schwache Agenturen setzen auf Automatisierungstools, die Kampagnen nach simplen Regeln steuern: „Wenn ACoS über 20%, dann Bid senken. Wenn ACoS unter 15%, dann Bid erhöhen.“ Das ist besser als gar keine Optimierung, aber es ist kein PPC-Management. Es ist regelbasierte Gebotsverwaltung, die die Komplexität eines wachsenden Accounts nicht abbilden kann.

Gute Agenturen kombinieren Automatisierung mit manueller Expertise. Sie nutzen Tools für das Monitoring und die Bid-Optimierung auf Keyword-Ebene, treffen aber strategische Entscheidungen weiterhin manuell. Welcher Kampagnentyp für einen Produktlaunch? Wie verteilt sich das Budget zwischen Sponsored Products und Sponsored Brands? Wann lohnt sich der Einstieg in DSP? Das sind Fragen, die kein Algorithmus beantworten kann.

Was gute Agenturen anders machen

Die Unterschiede lassen sich auf drei Punkte verdichten. Erstens: Gute Agenturen haben eine klare Spezialisierung. Sie machen nicht alles für jeden, sondern kennen den Amazon-Kanal in der Tiefe. Zweitens: Sie arbeiten mit echten Spezialisten statt mit angelernten Generalisten. PPC, SEO, Design und Strategie werden von unterschiedlichen Personen verantwortet, die in ihrem jeweiligen Bereich tiefes Know-how mitbringen. Drittens: Sie messen sich an den Ergebnissen ihrer Kunden, nicht an der Länge ihrer Reportings.

Fazit: Die Agenturwahl ist eine strategische Entscheidung

Der Markt für Amazon-Agenturen wird nicht kleiner werden. Für Seller bedeutet das: Die Fähigkeit, gute von schlechten Agenturen zu unterscheiden, ist selbst eine wettbewerbsrelevante Kompetenz. Wer die richtigen Fragen stellt, auf Transparenz besteht und Strategie statt nur Verwaltung erwartet, findet Partner, die echten Mehrwert liefern. Wer sich von schönen Pitch-Decks und pauschalen Erfolgsversprechen überzeugen lässt, zahlt im Zweifel teures Lehrgeld.

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Nasenspreizer aus „Höhle der Löwen“: 9 Fragen an Venticross (+Gewinnspiel)

06. April 2026 um 22:26

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Venticross Höhle der Löwen Venticross Atmungshilfe Nase

In diesem Fragebogen stellen wir den Teilnehmern der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ Fragen zu ihren Produkten und Erfahrungen in der Sendung. Diesmal: Bei den Erfindern der Nasenspreizer von Venticross

Besser schlafen, freier atmen: Für Menschen mit eingeschränkter Nasenatmung ist das keine Selbstverständlichkeit. Das führt häufig dazu, dass Betroffene durch den Mund atmen, schnarchen oder schlechter schlafen. Die Gründer Ignasi Selga, Carolin Abraham und Heidi Depner haben ein Produkt entwickelt, um dieses Problem zu lösen.

Der Nasenspreizer von Venticross bekämpft eingeschränkte Nasenatmung und Schnarchen mit einem diskreten Nasendilatator aus medizinischem Silikon. Das kleine Hilfsmittel weitet die Nasenflügel von innen, um den Luftstrom ohne Medikamente zu maximieren. Mit ihrer Idee konnten die Erfinder Investor Ralf Dümmel in „Die Höhle der Löwen“ überzeugen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen in der Show befragt.

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Venticross: Die Nasenspreizer aus „Die Höhle der Löwen“

BASIC thinking: Hallo, ihr seid in Staffel 19 von „Die Höhle der Löwen“ dabei. Wie fühlt sich das an?

Für uns geht damit ein echtes Herzensprojekt auf die große Bühne. Wir schauen die VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen” seit der ersten Staffel und haben keine Folge verpasst. Dass wir jetzt selbst dabei sind, fühlt sich fast ein bisschen surreal an.

Gleichzeitig sind wir unglaublich stolz, weil es zeigt, dass sich die jahrelange Arbeit an Venticross gelohnt hat. Wir haben als Gründertrio viel reingesteckt: Zeit, Energie, eigene Ersparnisse. Jetzt dürfen wir unser Produkt Millionen von Zuschauern vorstellen. Das ist ein riesiges Privileg.

Was macht Venticross so besonders?

Venticross ist ein Nasendilatator – also ein Nasenspreizer –, der die Nasenöffnungen sanft erweitert und so die Nasenatmung spürbar verbessert. Das Besondere: Er ist nahezu unsichtbar.

Während andere Nasenspreizer einen auffälligen Verbindungssteg zwischen den Nasenlöchern haben, der sofort ins Auge fällt, besteht Venticross aus zwei separaten, ergonomisch geformten Silikoneinsätzen ohne Steg.

Man kann ihn tagsüber im Büro, beim Sport oder unterwegs tragen – und nachts genauso. Er kommt in drei Größen (S, M und L), auch als Multi-Size-Set, damit man die passende Größe auf jeden Fall dabei ist.

Venticross kann zu besserem Schlaf führen, Schnarchgeräusche reduzieren und die Konzentration im Alltag steigern, ohne dass es jemand sieht.

Wie seid ihr auf diese Idee und das Konzept gekommen?

Die Idee kam aus persönlicher Betroffenheit: Ignasi nutzt seit über 15 Jahren Nasenspreizer, vor allem in der Pollensaison. Während der Corona-Pandemie hat er im Homeoffice erstmals auch tagsüber Nasenspreizer getragen – schließlich konnte ihn ja niemand sehen.

Dabei fiel ihm auf, wie stark eine bessere Sauerstoffzufuhr Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinflusst. Gleichzeitig war kein Produkt am Markt, das unauffällig genug für den Alltag war.

Also hat er sich die Anatomiebücher seiner Frau Carolin geschnappt – sie ist promovierte Fachärztin – und angefangen zu tüfteln. Nach etwa drei Monaten Entwicklungszeit war der erste nahezu unsichtbare Nasenspreizer fertig.

Atmungshilfe aus die „Höhle der Löwen“

Und wie seid ihr bei DHDL gelandet?

Uns war klar, dass wir für den nächsten Wachstumsschritt Unterstützung im Vertrieb brauchen. Als Gründerteam haben wir viel technische und medizinische Expertise, aber im klassischen Vertrieb und in der Skalierung fehlte uns die Erfahrung.

Da wir ohnehin treue Fans der Sendung sind, lag die Bewerbung nahe. Wir wollten einen Partner finden, der unser Produkt in den stationären Handel bringt und uns beim Markenaufbau hilft.

Was ging kurz vor eurem Pitch in euch vor?

Eine Mischung aus Aufregung, Vorfreude und Konzentration. Wir hatten wirklich intensiv geübt – als Team, jeder einzeln, unzählige Male. Carolin konnte am Ende jeden Teil des Pitches auswendig. Dazu hatten wir einen Fragenkatalog mit rund 100 möglichen Fragen vorbereitet.

Trotzdem: Wenn man dann tatsächlich vor den Löwen steht, ist das eine ganz andere Intensität. Wir sind mit dem Grundgefühl reingegangen: Wir glauben an unser Produkt, wir sind vorbereitet, jetzt geben wir alles.

Wie liefen die Verhandlungen nach der Show?

Direkt nach dem Pitch hatten wir noch vor Ort ein erstes Treffen mit Ralf Dümmel. Anschließend ging es in die Due Diligence, bei der wir die üblichen Unterlagen mit seinem Team geteilt haben.

Dann folgte ein persönliches Meeting in Hamburg bei DS Produkte, wo wir alle wichtigen Schnittstellen wie Legal, Marketing und Produktion kennengelernt haben.

Ralf hat sich an dem Tag sehr viel Zeit für uns genommen. Danach waren wir in regelmäßigem Austausch über Teams-Calls und wir fühlen uns in der gesamten Partnerschaft sehr gut aufgehoben. Der Deal ist so zustande gekommen wie in der Sendung: 50.000 Euro für 15 Prozent unserer Unternehmensanteile.

Nasenspreizer aus „Höhle der Löwen“: So geht es mit Venticross weiter

Was ist seit dem Dreh und der Teilnahme mit euch und eurem Produkt passiert?

In den Monaten nach dem Dreh haben wir sehr viel gearbeitet. Wir haben eine aufwändige Medizinzulassung durchlaufen, die Kritikpunkte der Löwen aufgenommen und die Produktqualität weiter optimiert.

Außerdem haben wir das Packaging komplett überarbeitet – es war ursprünglich rein auf den Onlinehandel ausgelegt und musste für den stationären Handel angepasst werden. Und natürlich haben wir dafür gesorgt, hoffentlich genug Ware auf Lager zu haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Unser Ziel ist klar: Venticross soll der Nasendilatator Nummer eins auf dem Markt werden – als klare Empfehlung für Menschen mit Problemen bei der Nasenatmung oder Schnarchen.

In den nächsten fünf Jahren wollen wir in Europa expandieren. Darüber hinaus denken wir über weitere Produkte rund um die Themen Schlaf und Longevity nach.

Mit Ralf Dümmel als starken Löwen und seinem Team an unserer Seite sind wir sehr zuversichtlich, dass wir einen tollen gemeinsamen Start hinlegen.

Wenn ihr zurückblickt: Wie bewertet ihr eure Erfahrungen bei DHDL?

Es war eine der intensivsten und schönsten Erfahrungen, die wir als Team gemacht haben. Die Zeit verging wie im Flug, weil alles so aufregend und voller Energie war.

Klar, im Nachhinein denkt man bei einzelnen Antworten: Das hätte man noch besser formulieren können. Aber unterm Strich sind wir sehr zufrieden. Wir waren präsent, konnten unseren Pitch gut rüber bringen und hatten auf jede Frage eine Antwort.

Sogar als währenddessen das Bühnenbild umgefallen ist, sind wir ruhig geblieben. Am Ende wollten gleich zwei Löwen einen Deal mit uns – und dass unser Wunschlöwe Ralf Dümmel dabei war, hat das Ganze perfekt gemacht.

Mindestens genauso wertvoll war aber zu erleben, wie wir auch nach dem Deal als Team mit all den neuen Aufgaben und Herausforderungen funktioniert haben.

Das hat gezeigt, wie gut wir uns gegenseitig ergänzen und uns stärken. Unsere klare Empfehlung an zukünftige Teilnehmer: Seid vorbereitet, glaubt an euch und habt Spaß dabei. 

Gewinnspiel: Sicher dir die Nasenspreizer von Venticross aus „Höhle der Löwen“

Als Medienpartner verlosen wir die Nasenspreizer von Venticross aus „Die Höhle der Löwen“ unter allen Newsletter-Abonnenten von BASIC thinking. Du musst nur bis zum Stichtag am 26. April 2026 (18:00 Uhr) unseren Newsletter abonniert haben und uns bis dahin einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen, warum du die Atmungshilfe Venticross haben möchtest.

Den Gewinner ziehen wir am 26. April 2026 und benachrichtigen ihn anschließend umgehend per E-Mail. Wir wünschen viel Glück!


Einsendeschluss ist Montag, der 26. April 2026, 18 Uhr. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden ausschließlich korrekt ausgefüllte Kommentare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Der Gewinnanspruch verfällt, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder sich nicht nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels (BASIC thinking GmbH) meldet. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.

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Die hartnäckigsten KI-Mythen – und was an ihnen dran ist

04. April 2026 um 20:47

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KI Mythen Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist das Thema der Stunde und scheint sich in fast alle unsere Lebensbereiche einzuschleichen. Trotzdem ist KI für viele Menschen noch immer „Neuland“, über das sie bis auf ein paar Basics relativ wenig wissen. Aus diesem Grund haben wir in zehn der hartnäckigsten KI-Mythen unter die Lupe genommen.

Bei künstlicher Intelligenz handelt es sich um keine neue Erfindung. Die Wurzeln der Technologie reichen zurück bis ins Jahr 1956, als Forscher erstmals die Vision von Maschinen skizzierten, die menschliches Lernen nachahmen können.

70 Jahre später nutzen unzählige Unternehmen KI für die Automatisierung einfacher und komplexer Prozesse. Trotzdem ranken sich in der Bevölkerung viele Halbwahrheiten und Mythen um das Thema, mit denen wir an dieser Stelle (teilweise) aufräumen wollen.

KI-Mythen offenbaren Komplexität der Technologie

Die westliche Gesellschaft tendiert momentan dazu, schwarz-weiß zu denken. Das zeigt sich auch beim Thema KI. Die einen halten die Technologie für den Teufel und verurteilen jegliche Nutzung, während die anderen denken, jedes Problem mit künstlicher Intelligenz lösen zu können. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.

Nicht jeder junge Mensch braucht eine Ausbildung im Bereich KI, und nicht jedes Unternehmen benötigt eine designierte Strategie, um alle Arbeitsbereiche umzustellen. Stattdessen sollte die neue Technik – wenn überhaupt – besonnen und gezielt eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für Privatpersonen, die KI nicht als Ersatz für den Hausarzt oder selbstständiges Denken nutzen sollten.

Die schiere Masse an verfügbaren Daten und potente Rechenleistungen haben künstlicher Intelligenz den Durchbruch ermöglicht. Und die Technologie ist hier, um zu bleiben. Jeder Mensch sollte sich früher oder später mit den Fähigkeiten und Limitierungen auseinandersetzen. Deshalb werfen wir im Folgenden einen Blick auf zehn der hartnäckigsten KI-Mythen.

Mythos 1: Gibt es überhaupt „die“ KI?

Es gibt nicht „die“ KI, auch wenn der Begriff von Laien oft pauschal für alle möglichen Dinge verwendet wird. In Wahrheit verbergen sich hinter der Terminologie völlig unterschiedliche Methoden des maschinellen Lernens, die sich in Aspekten wie Datenquellen, Einsatzgebieten und Risiken grundlegend unterscheiden. Sprachmodelle basieren zum Beispiel auf Textvorhersagen, während Systeme für die Analyse von Bildern völlig andere Algorithmen nutzen.

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Europa im KI-Dilemma: Was passiert, wenn die Blase platzt?

02. April 2026 um 11:00

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KI Europa Dilemma USA Künstliche Intelligenz Zurückhaltung KI-Blase

Europa strebt in den Bereichen KI, Software und Rechenzentren eigentlich mehr Souveränität an. Die Abhängigkeit von den USA trügt jedoch die Bilanz. In puncto KI ist die vergleichsweise zurückhaltende Haltung Europas aber Fluch und Segen zugleich. Einerseits besteht unausgeschöpftes Potenzial. Andererseits wird Europa deutlich weicher fallen, wenn die KI-Blase eines Tages platzt. Eine kommentierende Analyse.

133 Millionen KI-Nutzer in Europa – doch wem gehören die Modelle?

  • Laut einem Report der niederländischen Internet-Beteiligungsgesellschaft Prosus gibt es in Europa mehr KI-Nutzer als in den USA. Demnach nutzen rund 133 Millionen Europäer Sprachmodelle wie ChatGPT und Co. – fast doppelt so viele wie in den USA. Zudem stammen drei der zehn weltweit meistzitierten KI-Wissenschaftler aus EU-Ländern. Doch: Fast jedes KI-Modell, das in Europa genutzt wird, wurde in den USA oder China entwickelt. Laut einer Analyse der Universität Bonn ist die Digitalhandelsbilanz Europas zwar stabil, doch die Abhängigkeit von den USA, China sowie US-Unternehmen mit europäischem Sitz in Irland trügt das Bild.
  • Mit Mistral AI aus Frankreich gibt es bislang nur ein einziges europäisches KI-Unternehmen, das ein halbwegs konkurrenzfähiges Sprachmodell zu ChatGPT, Gemini und Claude entwickelt hat. Das KI-Modell Le Chat wurde vor allem auf Datenschutz und Effizienz getrimmt. Mistral AI verspricht etwa, dass Daten standardmäßig innerhalb der EU gespeichert werden. Es gibt aber Ausnahmen. Denn wenn US-Dienstleister genutzt werden, können Daten teilweise oder zwischenzeitlich auch in die Vereinigten Staaten abfließen. Das Unternehmen richtet sich mittlerweile mehr an Unternehmenskunden als an Privatnutzer.
  • Die USA sind führend, was den Umfang und die Intensität der Nutzung von KI am Arbeitsplatz angeht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Deutschland liegt demnach im Mittelfeld der europäischen Länder. Die Unterschiede seien jedoch gewachsen und würden die Produktivität der Beschäftigten in vielen Unternehmen beeinflussen. Den Ergebnissen zufolge ist die geringere Nutzung von KI ein wichtiger Erklärungsfaktor für das geringere Produktivitätswachstum in Europa im Vergleich zu den USA.

Was Europa bei KI richtig macht – und wo es scheitert

Europa ist Europas bester Freund und schlimmster Feind zugleich – zumindest, wenn es um KI und Digitalisierung geht. Nicht, weil wir zwangsläufig zu viel regulieren. Im Gegensatz zu den USA oder China schert man sich in Europa noch um Daten- und Verbraucherschutz. Und das ist auch gut so.

Doch: Wir haben auch deutlichen Nachholbedarf. Etwa, wenn es darum geht, KI sinnvoll in Unternehmen, dem Gesundheitswesen oder in Behörden zu integrieren, um Land, Wirtschaft und Gesellschaft anzukurbeln. Denn richtig eingesetzt kann Künstliche Intelligenz die Welt zum Positiven verändern – ohne zwangsläufig Arbeitsplätze zu vernichten.

KI kann etwa dabei helfen, Behörden und das Gesundheitssystem zu entlasten, oder in einigen Branchen dem privatwirtschaftlichen Fachkräftemangel entgegenwirken. Statt den Menschen mehr Arbeit aufzubürden, wie es derzeit viele fordern, könnten Beschäftigte produktiver arbeiten. Etwa, indem sie sich auf Dinge konzentrieren können, für die zuvor nicht die nötige Zeit da war.

Künstliche Intelligenz könnte währenddessen die Drecksarbeit erledigen und dadurch Prozesse und Produktivität effizienter und schneller gestalten. Die Zwickmühle: KI ist für Europa Fluch und Segen zugleich. Denn KI ist eine Wette auf die Zukunft, die einem Glücksspiel gleichkommt. Beim Roulette weiß man wenigstens, wie das Rad funktioniert. Doch auch im Gegensatz zu Dampfmaschinen, Immobilien oder der Eisenbahn weiß man bei KI nicht, wohin die Reise führt.

Dass sich KI-Anwendungen rasend schnell weiterentwickeln, lässt sich aber nicht wegdiskutieren. Der Kosten-Nutzen-Faktor von Chatbots im Privatbereich erschließt sich mir vor dem Hintergrund von Fake News, KI-Betrug und einem massiven Ressourcenverbrauch mit Blick auf die Umwelt aber immer weniger. Stattdessen sollte KI nur dort eingesetzt werden, wo sie einen sinnvollen Beitrag leisten kann.

Das sagten Ökonomen und KI-Experten

  • Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in einem Interview mit dem Handelsblatt (€) zur ungebrochenen Dynamik der US-Wirtschaft: „Ein erheblicher Teil des Wachstums ist auf den Boom rund um Künstliche Intelligenz und den Bau von Rechenzentren zurückzuführen. Trump hatte schlicht Glück, während dieses Booms Präsident zu sein. (…) Der Aufschwung beschränkt sich auf eine Handvoll Technologiegiganten. Die gigantischen Bewertungen dieser Unternehmen sind letztlich Ausdruck der Erwartung langfristiger Monopolgewinne, die möglicherweise nie realisiert werden. Vieles deutet auf eine gigantische KI-Blase hin. Und wenn diese platzt, wird die zugrunde liegende Schwäche der US-Wirtschaft sehr deutlich sichtbar werden.“
  • Fabricio Bloisi, Chef der Internet-Beteiligungsgesellschaft Prosus, in einem Statement: „Europa steht im globalen Wettlauf um die KI am Scheideweg, doch wir sind zu langsam. Wir verfügen über Talente von Weltklasse, doch ohne rasche, umfangreiche Investitionen in unsere eigenen Rechenkapazitäten und Open-Source-Modelle laufen wir Gefahr, von anderen abhängig zu werden. Die Länder und Unternehmen, die jetzt handeln, werden das nächste Jahrzehnt prägen. Europa verändert sich, doch die Dinge gehen nicht schnell genug voran. Lasst uns so vorgehen, als hinge die Zukunft Europas davon ab – denn das tut sie.“
  • Auch Nicola Fuchs-Schündeln, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), warnt: „Mit dem jetzt schon bestehenden Abstand in der KI-Nutzung ist daher eine noch wachsende Produktivitätslücke zu erwarten, wenn in Europa nicht gegengesteuert wird. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung wird es entscheidend sein, unser Produktivitätswachstum in den nächsten Jahren zu erhöhen.“

Wie Europa von einer platzenden KI-Blase profitieren könnte

Mit Blick auf die KI-Branche sind Prognosen derzeit selbst für Experten schwierig. Was sich aber mit großer Sicherheit prophezeien lässt: Die KI-Blase wird eines Tages platzen. Denn: Künstliche Intelligenz wird massiv überbewertet. Wenn es zum großen Knall kommt, wird sich Europa im Gegensatz zu den USA unter den aktuellen Umständen ins Fäustchen lachen.

Doch Crash ist nicht gleich Crash und Europa ist nicht die USA. Denn selbst wenn die Aktienkurse von Google, Meta, Apple oder Amazon einbrechen, ist das nicht deren unmittelbarer Untergang. Alle vier Konzerne haben nämlich profitable Standbeine fernab vom KI-Hype.

Bei Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Mistral AI sieht es aber anders aus. Denn diese setzen ausschließlich auf KI, während sie ihre Milliardeninvestments bislang nicht mal annähernd amortisiert haben. Ein mögliches Ende von OpenAI ist zwar nicht apodiktisch, wäre aber auch kein Systemcrash.

Trotz großer Abhängigkeiten von US-Technologien wird sich Europas vergleichsweise zurückhaltende Haltung im Falle einer platzenden KI-Blase aber wie ein Airbag erweisen. Die USA und China würden hingegen die gigantischen Fehlinvestitionen schmerzhaft verdauen müssen.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob Europa zu langsam ist. Vielmehr geht es darum, aus der aktuellen Zurückhaltung die richtigen Schlüsse zu ziehen. KI wird nämlich nicht verschwinden. Die Chance für Europa, einen Mehrwert zu schaffen, ist aber da. Etwa, wenn Pflegekräfte Dokumentationen nur noch prüfen statt schreiben müssen, um sich vermehrt den Pflegebedürftigen widmen zu können.

Wenn Industrieprozesse intelligent automatisiert werden, um Beschäftigte zu entlasten, anstatt ihnen Mehrarbeit aufzubürden. Oder: Wenn Anträge in der Verwaltung nicht mehr in Monaten, sondern nur noch in Wochen oder gar Tagen bearbeitet werden können. Chatbots für jedermann, die auf Knopfdruck Bilder, Videos oder Texte generieren, erscheinen jedoch mehr und mehr als Irrweg.

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