Im Sommer kaufen die Menschen in Deutschland tendenziell weniger Autos. Trotzdem ergibt sich aus den Verkaufszahlen im August eine interessante Entwicklung: Auch wenn sich das noch vor Kurzem niemand hätte vorstellen können, bilden Modelle mit Dieselmotor momentan das Schlusslicht.
Insgesamt wurden im August dieses Jahres 212.563 Pkw in Deutschland neu zugelassen. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ist das ein geringes Plus von 2,6 Prozent. Gegenüber dem Juli 2026 handelt es sich sogar um einen Rückgang von 20,7 Prozent. Die Gründe liegen auf der Hand: Sommerferien und Werksurlaube wirken sich sichtbar auf die Statistik aus. Die Zahlen für unser Ranking stammen wie üblich vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).
Immer weniger Autos mit Dieselmotor
Wie schon in den vergangenen Monaten führen reine Elektroautos das Feld an. Sie kommen im August auf 68.930 Neuzulassungen – das ist ein Anteil von 32,4 Prozent und ein Plus von 75,1 Prozent im Vergleich zu 2025. Oder anders ausgedrückt: Fast jedes dritte neu gekaufte Auto fährt rein elektrisch. Auf dem zweiten Platz liegen Hybride mit 27,8 Prozent und Benziner mit nur noch 16,7 Prozent.
Die großen Verlierer sind Dieselfahrzeuge. Sie bilden das Schlusslicht und kommen nur noch auf 22.516 Zulassungen und einen Anteil von 10,6 Prozent. Damit ist Diesel erstmals die schwächste Antriebsart überhaupt.
Das beliebteste Elektroauto ist der Skoda Elroq. Er ist zudem das einzige E-Auto, das auch in der Gesamtwertung vertreten ist. Hinter dem Elroq liegen der BMW X1, der VW ID.7 sowie der VW ID.4 und ID.5.
Bei den Herstellern gibt es keine großen Änderungen. VW ist in Deutschland wie immer der Spitzenreiter und kommt auf einen Marktanteil von 15,2 Prozent. Dahinter folgen mit großem Abstand Mercedes (9,7 Prozent) und BMW (8,9 Prozent).
An dieser Stelle interessieren uns aber nicht die Marken, sondern die konkreten Modelle. In der folgenden Top Ten präsentieren wir deshalb die zehn Autos, die im August am häufigsten neu zugelassen wurden.
Platz 10: Mini
Der Mini kommt im August auf 2.844 Neuzulassungen. Die Marke gehört zu BMW und schafft es nur ganz knapp in das aktuelle Ranking. Wie üblich, werden vom KBA alle Mini-Modelle unter einem Namen geführt.
Welche Rolle eine Nation auf der Weltbühne spielt, ist in erster Linie von ihrer Wirtschaftskraft und ihrer Einwohnerzahl abhängig. Doch auch die schiere Größe der Länder ist wichtig, auch wenn diese häufig nur eingeschränkt genutzt werden kann. Welche Staaten die meiste Landfläche besitzen, verraten wir in diesem Artikel.
Die tatsächliche Größe eines Landes zu ermitteln, ist gar nicht so einfach. Sie hängt maßgeblich davon ab, welche Gebiete genau mitgezählt werden. Zum Beispiel können Flüsse, Seen und Küstengewässer einen Wert massiv beeinflussen. Zudem können Weltkarten durch ihre verzerrte Darstellung in die Irre führen. Deshalb stellen wir die Frage: Welche Staaten sind wirklich am größten?
So wird die Größe von Ländern ermittelt
Bei dem Ranking geht es um die reine Landfläche, es werden also nicht nur Areale abseits der Küste, sondern auch Binnengewässer ausgeklammert. Hierdurch kommt es zu einer Verschiebung der Liste. Kanada ist ein gutes Beispiel. Ohne all die großen Seen und Flüsse schrumpft die Gesamtfläche des Landes massiv.
Die weltweite Landfläche summiert sich laut Daten der Weltbank auf rund 50 Millionen Quadratmeilen. Umgerechnet sind das circa 130 Millionen Quadratkilometer. Eine Nation alleine beansprucht mehr als ein Achtel dieser Fläche. Und nimmt man die obersten fünf Staaten, sind es sogar 40 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Die fünf größten Nationen besitzen mehr Fläche als die folgenden 27 zusammengenommen.
Der umfangreichste Kontinent ist Asien, der 31,8 Prozent der Landfläche des Planeten umfasst. Wenn Russland nicht mitgerechnet wird, liegt der Wert für Europa bei mickrigen 4,4 Prozent. Deutschland belegt mit 135.000 Quadratmeilen (beziehungsweise 349.000 Quadratkilometern) Rang 64. Das entspricht 0,3 Prozent der Gesamtfläche.
Afrika ist in zweierlei Hinsicht ein Sonderfall: Erstens wirkt der Kontinent auf Karten oft kleiner, als er tatsächlich ist. Und zweitens ist die Verteilung des Landes sehr ausgeglichen. Es gibt kaum riesige Nationen, doch 21 der 50 größten Länder liegen in Afrika. Nur ein einziger dieser Staaten schafft es in die Top Ten:
Platz 10: Algerien
Algerien ist das größte Land Afrikas. Es umfasst 919.595 Quadratmeilen (umgerechnet rund 2,38 Millionen Quadratkilometer) und kommt weltweit auf einen Anteil von 1,8 Prozent. Bei einem Blick auf eine Weltkarte würde man allerdings kaum vermuten, dass Algerien zu den zehn größten Nationen gehört.
Der Mindestlohn soll sicherstellen, dass auch Geringverdiener gut leben können. In einigen Ländern reicht das gesetzlich fixierte Arbeitsendgeld aber nicht einmal, um sich die nötigsten Dinge leisten zu können. Weniger als 100 Dollar im Monat gibt es in den Nationen am Ende der Tabelle.
Die Idee hinter dem Mindestlohn ist es, dass Menschen nicht unter das sogenannte Existenzminimum rutschen. Wer arbeiten geht, soll sich also zumindest den grundlegenden Lebensunterhalt leisten können. Die Höhe dieses Grenzwerts unterscheidet sich aber massiv, je nachdem, in welcher Region auf der Welt man sich befindet. Besonders schlimm ist die Lage in Afrika.
Wo der Mindestlohn zum Leben nicht reicht
Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) vergleicht in ihrer Studie die monatlichen Mindestlöhne in 130 Ländern. Als Grundlage für die Ergebnisse zählt das nach Kaufkraft bereinigte Einkommen. Es geht also darum, wie viel man sich von dem Geld tatsächlich leisten kann. Aspekte wie Steuern und Sozialabgaben sind bei den Werten hingegen nicht mit einberechnet.
In diesem Ranking geht es darum, in welchen Ländern den Menschen am wenigsten Geld zur Verfügung steht. Um die Zahlen besser einordnen zu können, werfen wir einen Blick ans obere Ende der Liste: An der Spitze steht die Schweiz mit einem bereinigten Mindestlohn von 3.804 US-Dollar pro Monat. Deutschland kommt auf 2.902 Dollar und den zweiten Platz.
Europa dominiert das Ranking. Ganz anders sieht es in Afrika und in Teilen von Asien aus. Indien ist inzwischen eine ernstzunehmende Wirtschaftsmacht, doch der Mindestlohn liegt hier bei lediglich 233 Dollar (Rang 111 von 130). Auch in China (544 Dollar), Brasilien (559) und Mexiko (599) sind die Löhne überraschend niedrig. Wo der Mindestlohn weltweit am wenigsten Kaufkraft bietet, verraten wir in der folgenden Top Ten.
Platz 10: Niger
Los geht es mit Niger, dem ersten von sieben afrikanischen Staaten in unserem Ranking. Wie alle anderen Vertreter auch liegt der Mindestlohn hier unter der Marke von 200 Dollar. Konkret sind es 196 Dollar, die arbeitende Menschen in dem westafrikanischen Land mindestens verdienen.
Wo auf der Welt ist das Leben am angenehmsten? Laut einer Studie sind es weder die reichsten Nationen noch die üblichen Verdächtigen, die das Ranking anführen. Deutschland landet auf der Liste nur im Mittelfeld, die USA schneiden sogar noch schlechter ab.
Wenn Länder miteinander verglichen werden, geht es meist um die reine Wirtschaftskraft oder zumindest um die Kaufkraft der Bürger. Doch bei einer holistischen Bewertung des Lebens spielen auch andere Aspekte eine Rolle. Deshalb landen viele der reichsten Nationen der Welt auf der Liste deutlich weiter hinten, als man vermuten würde. Und auch die Top Ten bietet viele Überraschungen.
In diesen Ländern ist das Leben am angenehmsten
Das Portal Rumavi hat 192 Nationen anhand von 24 Kriterien bewertet, um zu ermitteln, wo auf der Welt das Leben am angenehmsten ist. Die Gesamtwertungen basieren auf vier Säulen: Lebensqualität und Gesundheit, Finanzen und Steuern, Sicherheit und Stabilität sowie Niederlassung und Chancen. Auf diese Weise wird eine Punktzahl von maximal 100 ermittelt.
Das daraus resultierende Ranking wird vor allem von Europa und Asien dominiert. Doch obwohl die Hälfte der 20 besten Nationen in Europa liegt, landet Deutschland mit 65,7 Punkten nur auf Platz 50. Einer der Hauptgründe sind die hohen Abgaben. Frankreich und Italien liegen sogar noch weiter hinten. Selbst die Schweiz schafft es nicht unter die ersten 20, obwohl sie in der Region den besten Wert in Sachen Sicherheit aufweisen kann.
Bei den USA sieht es noch düsterer aus. 60,0 Punkte reichen nur für Rang 107. Bildung und Chancen werden gut bewertet, doch Gesundheit, Sicherheit und Stabilität erhalten jeweils niedrige Wertungen. Von den letzten 20 Ländern liegen 13 in Afrika. Die Schlusslichter befinden sich jedoch in Asien: Jemen (41,5) und Afghanistan (39,5). Welche Staaten es ganz nach oben geschafft haben, erfahrt ihr im folgenden Ranking.
Platz 10: Malta
Gleich vorweg: Die Punktwerte liegen sehr nahe beieinander. Los geht es mit Malta, das mit 69,8 bewertet wird. Niederlassung und Chancen sind die größten Stärken und erhalten jeweils eine Punktzahl von 75. Malta ist das erste von insgesamt fünf europäischen Ländern in der Top Ten.
Netflix hat die Preise für seine Abos angehoben, doch Bestandskunden müssen nicht sofort mehr bezahlen. Denn während die höheren Kosten für Neukunden unmittelbar gelten, haben Nutzer mit bereits bestehenden Abos die Möglichkeit, die Preiserhöhung bei Netflix noch einige Monate hinauszuzögern.
Netflix hatte seine Preise in Deutschland zuletzt im April 2024 erhöht. Nun dreht der Streamingdienst schon wieder an der Preisschraube. Vor wenigen Tagen hat der Konzern seine Abopreise für Neukunden angehoben.
Die höheren Preise sollen auch für Bestandskunden gelten und „in den kommenden Wochen“ schrittweise eingeführt werden. Damit die Preiserhöhung tatsächlich wirksam wird, ist jedoch zunächst die Zustimmung der Kunden erforderlich.
Dafür erhalten Netflix-Abonnenten eine Information über die beim Abo hinterlegte E-Mail-Adresse. Auch in der Netflix-App erscheint ein Pop-up, mit Infos über die Preiserhöhung.
Wer dieser direkt zustimmt, zahlt bereits ab dem nächsten Abrechnungszeitraum den höheren Preis. Doch das ist nicht zwingend notwendig. Mit einem Trick kannst du noch mehrere Monate zum alten Abo-Preis streamen.
Netflix erhöht die Preise für seine Abos
Die aktuelle Preiserhöhung betrifft alle Netflix-Abos gleichermaßen. So steigen die Preise für alle Abo-Varianten um zwei Euro.
Für das Standard-Abo mit Werbung werden künftig statt 4,99 Euro jetzt 6,99 Euro im Monat fällig. Der Preis für das Standard-Abo ohne Werbung, bei dem außerdem eine Zusatzmitgliedschaft hinzugebucht werden kann, steigt von 13,99 Euro auf 15,99 Euro monatlich.
Auch Netflix-Premium wird teurer und und kostet künftig 21,99 Euro statt 19,99 Euro im Monat. Dieses Abo bietet Nutzern als einziges die Optionen, in 4K zu streamen. Außerdem können hier zwei Zusatzmitgliedschaften hinzugefügt werden.
Zusatzmitgliedschaften ermöglichen es Netflix-Kunden, gegen einen monatlichen Aufpreis eine weitere Person außerhalb des eigenen Haushalts zum Abo hinzuzufügen. Diese erhält ein eigenes Profil und eigene Zugangsdaten, nutzt aber weiterhin das bestehende Netflix-Abo mit.
Auch die Preise hierfür hat der Streamingdienst angehoben. So werden für die Zusatzmitgliedschaft mit Werbung statt 3,99 Euro künftig 4,99 Euro im Monat fällig. Die Zusatzmitgliedschaft ohne Werbung wird ebenfalls einen Euro teurer – der Preis steigt von 4,99 Euro auf 5,99 Euro im Monat.
Das alte Netflix-Basisabo stellt der Streamingdienst im Zuge der Preiserhöhungen komplett ein. Bestandskunden, die noch über dieses alte Abo streamen, müssen sich nun für eine der neuen Abo-Varianten entscheiden.
So kannst du die Preiserhöhung bei Netflix vorerst umgehen
Da Netflix für die Preiserhöhung von seinen Kunden aktiv eine Zustimmung einholen muss, gilt diese nicht unmittelbar. Wie Golem berichtet, gewährt der Streamingdienst hierfür nach eigenen Angaben ein „zweimonatiges“ Zeitfenster.
Wird der neue Preis in diesen zwei Monaten nicht angenommen, folge eine „einmonatige Frist, nach der das Abo automatisch endet“. Das bietet Abonnenten die Möglichkeit, die Preiserhöhung bis zu drei Monate zu umgehen.
Bei einem Premium-Abo mit den zwei möglichen Zusatzmitgliedschaften lässt sich so eine maximale Ersparnis von neun Euro herausholen. Alle Abos ohne Zusatzmitgliedschaften sparen auf diesem Weg insgesamt sechs Euro.
Während Netflix seine Streaming-Preise erhöht, die Kosten für KI-Abos steigen und der wöchentliche Einkauf im Supermarkt immer teurer wird, schwimmt Ikea gegen den Trend. Das schwedische Möbelhaus senkt die Preise von 1.500 Produkten und orientiert sich dabei an Amazon. Eine kommentierende Analyse.
Hintergrund
Seit dem 1. September 2026 hat Ikea in Deutschland die Preise für rund 1.500 Produkte gesenkt. Im Durchschnitt sind die Produkte 20 Prozent günstiger geworden. Ein Kallax-Regal mit acht Fächern kostet im Online-Shop 60 Euro statt der vorherigen 75 Euro. Insgesamt investieren die Ingka Group, die Inter IKEA Group und andere Franchisenehmer über 1,2 Milliarden Euro, um die Kosten für Verbraucher zu senken.
Gleichzeitig verschlankt Ikea seine internen Strukturen. Mit einem Umsatzanteil von über 90 Prozent ist die Ingka Group der größte und wichtigste Ikea-Betreiber. Im Frühjahr 2026 hat die Unternehmensgruppe angekündigt, über 800 Verwaltungsstellen zu streichen. Auch im IT- und Logistikbereich in Deutschland wird gestrichen: Bis Ende 2026 verlieren 233 Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz.
Hintergrund sind sinkende Umsätze in der gesamten Branche. Seit 2023 sind die Umsätze der Möbelindustrie um 20 Prozent gesunken. Auch das Jahr 2026 läuft laut dem Verband der Möbelindustrie (VDM) schlecht. Im ersten Halbjahr gab es ein Umsatzminus von 2,7 Prozent. Im dritten Quartal planen 40 Prozent der deutschen Möbelhersteller Kurzarbeit.
Ikea auf dem Plateau: Umbruch statt Absturz
All das zeigt: Ikea steht unter gehörigem Druck. Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Umsatz von 41,5 Milliarden Euro erzielt – bei 1,4 Milliarden Euro Nettogewinn. Das liest sich sehr gut. Allerdings offenbart der Blick in die Vergangenheit, dass Ikea auf einem sehr hohen Niveau stagniert.
Im Geschäftsjahr 2020 lag der Umsatz bei 37,4 Milliarden Euro und 1,2 Milliarden Euro Gewinn. Das zeigt: Es gibt kaum noch Wachstumspotenzial. Die Preissenkungen und Entlassungen sind Teil einer Strategie, die wir bereits von Amazon kennen. Letztendlich geht es nicht darum, die besten Produkte zum höchsten Preis zu verkaufen.
Die Entwicklung der Möbelindustrie verdeutlicht, dass die Schmerzgrenze der Verbraucher erreicht ist. Immer weiter steigende Preise werden nicht mehr einfach akzeptiert. Es braucht ein unternehmerisches Umdenken. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wie können Margen steigen, wenn Preise sinken? Ein zentraler Aspekt dabei ist die Automatisierung.
Das beginnt in den Lagern und Logistikzentren. Anstatt einer manuellen Lagerverwaltung führt Ikea nach und nach intelligente Regalbediengeräte und Fördersysteme für Paletten ein. Dadurch gibt es eine kontinuierliche Lagerüberwachung, ohne dass dafür unzählige Menschen benötigt werden. Die Prozesse werden schlanker und schneller.
Nicht nur durch Robotik optimiert und digitalisiert Ikea seine Unternehmensstruktur. Auch in der Verwaltung wird bereits seit 2021 der Chatbot Billie integriert. Die Folge: Die Anzahl der Kundenanfragen in den Läden ist durch die Künstliche Intelligenz deutlich zurückgegangen, die Zufriedenheit der Kunden ist zugleich gestiegen. Für die betroffenen Kundenservice-Mitarbeiter gab es Umschulungen und Weiterqualifikationen. Die Botschaft: Wir werden einfacher und digitaler, um kundenfreundlicher und wirtschaftlicher zu werden.
Stimmen
Peter Jelkeby, CEO von Ikea Deutschland, sagt in der Pressemitteilung: „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wäre es das falsche Signal, nichts zu tun. Niedrige Preise sind für uns ein langfristiges Versprechen. Deshalb gehen wir mit rund 1.500 Preisreduzierungen in Deutschland einen wichtigen Schritt, um gerade dann verlässlich an der Seite vieler Menschen zu bleiben, wenn sie es besonders brauchen. Denn wer heute handelt, kann auch morgen für viele Menschen erschwinglich sein.“
Juvencio Maeztu, CEO der Ingka Group, gibt im Rahmen der Stellenstreichungen einen tieferen Einblick: „Wir sind in einem Einzelhandelsumfeld, das Schnelligkeit und Agilität erfordert, zu komplex geworden. Einfachheit ist einer unserer Kernwerte. (…) Gleichzeitig werden wir in die Umschulung und Weiterbildung investieren, um sicherzustellen, dass wir über die richtigen Kompetenzen verfügen, um IKEA für die Zukunft zu entwickeln.“
Der ehemalige Ikea-Manager und Handelsberater Cristian Stoicescu befasst sich in einem LinkedIn-Artikel ausführlich mit den Maßnahmen. Er glaubt, dass Ikea auf dem richtigen Weg ist: „Die Umstrukturierung vereinfacht die Organisation; sie gleicht den Einbruch jedoch nicht aus. Nimmt man die 1.650 angekündigten Stellen und setzt sie großzügig mit 90.000 bis 120.000 Euro Gesamtkosten an, spart man 150 bis 200 Millionen Euro. (…) Der Stellenabbau war also nie der Finanzierungsmechanismus. Beide Unternehmen geben als Ziel schnellere Entscheidungen an und beide haben die Kürzungen in der Zentrale konzentriert, nicht in den Filialen.“
Digital, grün und günstig: Online-Wachstum für die Offline-Welt
Sinkende Preise, mehr Automatisierung und Digitalisierung: Ikea arbeitet daran, zukunftssicher zu werden und künftig wieder mehr Mitarbeiter beschäftigen zu können. Oftmals laufen derartige Prozesse zu Lasten der Umwelt. Bei Ikea nicht. Der schwedische Konzern hat frühzeitig die Vorteile von Green Tech für sich entdeckt: Seit mehreren Jahren investiert Ikea in erneuerbare Energien.
Die Ingka Gruppe steckt Milliarden in Windkraft- und Solaranlagen und erzeugt schon seit 2022 mehr Energie, als sie verbraucht. Mittlerweile ist daraus sogar ein eigener Geschäftszweig erwachsen: Ikea ist ein Stromanbieter, der nicht nur seine Möbelproduktion aus erneuerbaren Energien stemmt, sondern auch noch neue Kunden ökologisch an sich bindet.
Zugleich verschwinden nach und nach Plastikverpackungen. Bis spätestens 2028 gibt es keine Kunststoffverpackungen mehr. Stattdessen kommen Verpackungen aus erneuerbaren und recycelten Materialien zum Einsatz. Durch Design-Änderungen werden zudem die Verpackungskosten reduziert, das neue Pax-System spart 70 Prozent Verpackungsmüll ein.
All das zeigt: Wer wirtschaftlich erfolgreich sein möchte, muss nicht die Kunden melken wie Milchkühe in der Massenhaltung. Stattdessen helfen langfristige Investitionen in erneuerbare Energien, grüne Technologien und digitale Produkte dabei, konkurrenzfähig zu bleiben und sogar die Preise reduzieren zu können.
In vielen Ländern auf der Welt gibt es einen Mindestlohn. Diesen alleine auf Basis seiner Höhe zu vergleichen, ergibt aber keinen Sinn, denn sein wirklicher Wert ergibt sich erst, wenn man die Lebenserhaltungskosten mit einberechnet. Das Ergebnis ist die Kaufkraft, und wir wollen wissen, in welchen Ländern auf der Welt diese am höchsten ist.
Bei einem Mindestlohn ist es wichtig, dass er regelmäßig angepasst wird, um die Inflation auszugleichen. Denn ein hoher Lohn bringt wenig, wenn er durch die stetig steigenden Lebenserhaltungskosten aufgefressen wird. Bei einem weltweiten Vergleich muss deshalb mit einberechnet werden, was sich Geringverdiener tatsächlich leisten können.
Die USA landen beim Mindestlohn weit hinten
Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) vergleicht in ihrer Studie die monatlichen Mindestlöhne in 130 Ländern. Als Grundlage für die Ergebnisse zählt das nach Kaufkraft bereinigte Einkommen. Staaten, in denen die Untergrenze von Löhnen hauptsächlich über Tarifverträge festgelegt wird, sind in der Liste nicht vertreten. Darunter fallen alle Nationen in Skandinavien sowie Österreich und Italien.
Beim Blick auf das Ranking fällt sofort auf, dass die größte Wirtschaftsmacht der Welt nur auf Rang 25 landet. 1.257 US-Dollar beträgt der bereinigte Mindestlohn in den Vereinigten Staaten. Bundesweit beträgt die Untergrenze beim Stundenlohn 7,25 Dollar, in einzelnen Bundesstaaten ist der Wert höher. Seit 2009 haben die USA den Mindestlohn nicht mehr angehoben. Durch die Inflation ist dieser inzwischen rund 37 Prozent weniger wert.
Bis auf zwei Ausnahmen besteht die Top Ten ausschließlich aus europäischen Staaten. Südkorea hat den höchsten Wert in ganz Asien (2.362 Dollar), schafft es aber nur auf den elften Platz. Polen klettert etwas überraschend bis auf Platz 15 (2.141 Dollar). Lateinamerika wird von Costa Rica angeführt – der Mindestlohn beträgt hier 1.093 Dollar im Monat. Wer ganz oben steht, erfahrt ihr im folgenden Ranking.
Platz 10: Irland
In Irland verdienen Menschen mindestens einen kaufbereinigten Lohn von 2.433 Dollar im Monat. Der Abstand zum nächsten Platz ist nur marginal. Allerdings befindet sich Irland momentan eher auf dem absteigenden Ast und muss aufpassen, in den kommenden Jahren nicht aus der Top Ten zu rutschen.
In diesem Fragebogen stellen wir den Teilnehmern der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ Fragen zu ihren Produkten und Erfahrungen in der Sendung. Diesmal: Die Gründer von sauberdropz.
Wiederverwendbare Trinkflaschen gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch mit der regelmäßigen Nutzung stellt sich auch die Frage, wie sich die Behälter einfach, gründlich und ohne mühsames Schrubben reinigen lassen. Genau hier setzt sauberdropz an: Die Reinigungstabs sollen Rückstände und Gerüche in Trinkflaschen und anderen Alltagsbehältern lösen.
Für die Anwendung werden etwa 60 Milliliter warmes Wasser und 8 bis 15 Drops in die Flasche gegeben. Anschließend wird sie rund 40 Sekunden kräftig geschüttelt. Durch die Kombination aus Inhaltsstoffen und mechanischer Bewegung sollen auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden. Wir haben die Gründer von sauberdropz zu ihrem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“, dem Produkt und den nächsten Wachstumsschritten befragt.
Sauberdropz: Die Reinigungstabs aus „Die Höhle der Löwen“
BASIC thinking: Ihr seid bei „Die Höhle der Löwen“ dabei. Wie fühlt sich das an?
Es ist ein absolut surrealer und zugleich extrem stolzer Moment. Man baut monatelang im Stillen an seinem Produkt, optimiert die Formulierungen, feilt an der Logistik und steht plötzlich vor den Löwen, während ein Millionenpublikum zuschaut. Für uns fühlt es sich wie der finale Startschuss für die nächste große Phase von sauberdropz an.
Wir wollen die Art verändern, wie Trinkflaschen und Alltagsbehälter gereinigt werden. Statt umständlichem Schrubben oder aggressiven Haushaltsreiniger-Tricks bieten unsere Tabs eine einfache, nachhaltige und effiziente Reinigungslösung. Dabei geht es uns um ein sauberes Ergebnis, das im Alltag unkompliziert funktioniert. Mit sauberdropz wollen wir eine Lücke schließen, die sowohl im Direktkundengeschäft als auch im B2B-Bereich besteht.
Wie seid ihr auf die Idee und das Konzept von sauberdropz gekommen?
Die Idee entstand aus einem täglichen Problem: Viele Menschen nutzen wiederbefüllbare Flaschen, aber sie hygienisch sauber und geruchsfrei zu halten, ist ohne Schrubben oft mühsam. Bürsten und Spülmaschinen erreichen außerdem nicht jede Ecke. Mit sauberdropz haben wir den „sauberDROPZ-Effekt“ entwickelt. Dafür gibt man etwa 60 Milliliter warmes Wasser und 8 bis 15 Drops in die Flasche. Durch rund 40 Sekunden kräftiges Schütteln wirken unsere Inhaltsstoffe gemeinsam mit der mechanischen Bewegung der Drops. So sollen sich Rückstände auch an unzugänglichen Stellen lösen, ohne dass man zur Bürste greifen muss.
Und wie seid ihr bei „Die Höhle der Löwen“ gelandet?
Wenn du ein Produkt hast, von dem du zu 100 Prozent überzeugt bist und das sich stark skalieren lässt, ist „Die Höhle der Löwen“ die Königsklasse. Wir wollten nicht nur von der enormen Medienpräsenz profitieren, sondern vor allem strategische Unterstützung auf Investorenseite gewinnen. Die Möglichkeit, unser Konzept vor erfahrenen Unternehmern aus Deutschland zu präsentieren, konnten wir uns nicht entgehen lassen. Also haben wir uns beworben und den gesamten Prozess konsequent durchgezogen.
Was ging kurz vor eurem Pitch in euch vor?
Das Adrenalin war auf Anschlag. Wenn man im Studio hinter der berühmten Tür steht und weiß: Gleich geht das Licht an und man hat nur diese eine Chance, schlägt das Herz bis zum Hals. Sobald man die ersten Schritte macht und im Pitch ist, schaltet sich aber der Tunnelblick ein. Dann zählt nur noch die Leidenschaft für das eigene Produkt und die Zahlen, die man im Kopf hat.
sauberdropz nach dem Pitch: Zusammenarbeit und Wachstum
Wie liefen die Verhandlungen nach der Show?
Die Verhandlungen waren extrem intensiv, lehrreich und auf Augenhöhe. Nach dem Dreh beginnt die eigentliche Arbeit hinter den Kulissen erst richtig. Dabei geht es um die Due Diligence, vertragliche Details und vor allem um die gemeinsame strategische Ausrichtung. Sowohl das Feedback als auch die Zusammenarbeit mit den Teams von Ralf Dümmel und Frank Thelen haben uns enorm weitergebracht. Besonders wichtig war für uns die Frage, wie wir die Prozesse für ein starkes B2B-Wachstum aufstellen können.
Was ist seit dem Dreh und der Teilnahme mit euch und eurem Produkt passiert?
Wir haben unser gesamtes Setup auf das nächste Level gehoben. Dazu haben wir die Produktionskapazitäten deutlich erhöht und unser B2B-Großhandelsnetzwerk massiv ausgebaut. Aus einem vielversprechenden Startup ist ein skalierbares Unternehmen geworden, das bereit für den großflächigen Rollout im Handel ist.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Fokus liegt ganz klar auf Skalierung und Marktdurchdringung. Wir bauen unsere Präsenz im B2B- und Großhandelsbereich flächendeckend aus, um sauberdropz bestmöglich im Regal zu platzieren.
Gleichzeitig wollen wir die Marke weiterentwickeln und dafür sorgen, dass die Reinigung von Trinkflaschen und Alltagsbehältern für möglichst viele Menschen einfacher wird.
Wenn ihr zurückblickt: Wie bewertet ihr eure Erfahrungen bei „Die Höhle der Löwen“?
„Die Höhle der Löwen“ war für uns zugleich der ultimative Stresstest und ein wichtiger Katalysator. Das eigene Geschäftsmodell vor so hochkarätigen Investoren auf Herz und Nieren prüfen zu lassen, hat uns als Gründer extrem reifen lassen.
Rückblickend war es eine der wertvollsten Entscheidungen in unserer Unternehmensgeschichte. Die Teilnahme war eine einmalige Chance, die wir genau zum richtigen Zeitpunkt genutzt haben.
Wie stark beeinflussen KI-Chatbots unsere Kaufentscheidungen? Diese Frage hat sich ein Forschungsteam aus Princeton gestellt. Das Ergebnis der Studie ist beunruhigend, denn nicht nur werden wir manipuliert – es bekommt auch noch kaum jemand mit. Die neuen Werbeschaltungen von ChatGPT verschärfen die Problematik zusätzlich.
Schon seit der Einführung von ChatGPT stellt sich die Frage, wie sich von Privatpersonen genutzte KI-Chatbots für die Betreiber amortisieren sollen. Da Künstliche Intelligenz immer häufiger auch als Suchmaschine genutzt wird, scheint Werbung der einfachste Weg zu sein. Immerhin zeigt auch Google oben in der Liste gesponserte Ergebnisse an. Und tatsächlich blendet ChatGPT seit Kurzem Werbeanzeigen ein.
Chatbots mit Werbung sind nervig, aber das eigentliche Problem liegt an anderer Stelle. Denn Anzeigen sind als solche gekennzeichnet. Wenn die Empfehlungen aber subtil im Chat erwähnt werden, ist die Beeinflussung der Nutzer deutlich effektiver. Inzwischen lassen sich immer mehr Menschen von KI-Assistenten Produkte vorschlagen.
Mehr als jeder dritte Konsument in den USA verwendet bereits generative KI zur Produktsuche oder lässt Artikel von einem Chatbot vergleichen. Und fast jeder Vierte hat schon einmal mit Hilfe der KI einen Kauf getätigt. Dabei setzen die Nutzer eine gewisse Objektivität voraus, aber ob die Modelle diese wirklich bieten, kann niemand nachprüfen.
So manipulieren uns KI-Chatbots
Wie sehr uns Chatbots bei Käufen beeinflussen, haben drei Informatiker der Universität Princeton untersucht. Die Ergebnisse ihres Experiments haben sie unter dem Titel Commercial Persuasion in AI-Mediated Conversations veröffentlicht.
Der Ablauf: Circa 2.000 E-Book-Leser mussten aus einer vorgelegten Liste ein Buch auswählen. Jedes fünfte Buch war im Hintergrund als „gesponsert“ markiert, doch davon wussten die Teilnehmer nichts. Diverse Varianten wurden getestet: eine schlichte Liste mit Suchergebnissen, eine KI mit objektiven Beschreibungen und ein Chatbot, dessen Aufgabe es war, die markierten Bücher anzupreisen. Verwendet wurden ChatGPT, Gemini, Claude, DeepSeek und Qwen.
Das Ergebnis: Im Rahmen der unkommentierten Liste griffen 22 Prozent der Teilnehmer zu einem der markierten Bücher. Bei der Nutzung der neutralen KI waren es schon 26,8 Prozent. Doch mit dem Chatbot, der die gesponserten Texte vertreiben sollte, lag der Wert bei 61 Prozent. Kurz gesagt: Eine KI könnte Produkte problemlos verkaufen.
Was hilft gegen KI-Werbung?
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, heißt es bei Kant. Doch Aufklärung alleine hilft oft wenig, denn der Mensch ist bequem. Auch nachdem der Bias der KI aufgedeckt wurde, blieben die meisten Studienteilnehmer bei ihrer Wahl – sogar, wenn ihnen ein Dollar angeboten wurde, um diese zu ändern.
Selbst eine Warnung vorab änderte an den Ergebnissen wenig. Wenn die Studienteilnehmer wussten, dass die KI ihnen etwas verkaufen will, wählten immer noch 55,5 Prozent eines der markierten Bücher.
Das größte Problem scheint das naive Vertrauen vieler Nutzer gegenüber Chatbots zu sein. Selbst wenn ein Modell aggressives Verkaufsverhalten zeigte, erkannten nur 17,9 Prozent die Absicht dahinter. Sollte die KI die Werbung subtil einbauen, waren es sogar nur noch 9,5 Prozent, die ihr auf die Schliche kamen.
Der Unterschied zu klassischer Werbung
Klassische Werbung ist in der Regel abgekoppelt von anderen Tätigkeiten. Beim Fernseher lässt sie sich wegschalten, bei Internetwerbung wegklicken oder drüberscrollen. Doch beim Chatten mit einer KI gibt es diese klare Trennung nicht. Und es gibt keinen Adblocker. Die Werbung wird ähnlich wie beim Influencer-Marketing Teil der Tätigkeit. Das macht sie deutlich subtiler und effektiver.
Da viele Nutzer einen Chatbot wie einen menschlichen Gesprächspartner behandeln, wirken Empfehlungen nicht wie Werbung. Die übliche unterwürfige Zustimmung der meisten KIs verstärkt zudem das Gefühl, die Wahl am Ende selbst getroffen zu haben.
Die Forscher fordern deshalb Maßnahmen gegen KI-Werbung. Sie müsse gekennzeichnet werden, so wie es momentan bei ChatGPT der Fall ist, doch das alleine reiche nicht aus. Stattdessen müsse es eine klare Trennung geben, sodass Systeme mit Beratungsfunktion nicht auf Werbung optimiert werden können. Eine Alternative wären unabhängige Prüfungen der jeweiligen System-Prompts.
Die Studie zeigt die Gefahren durch manipulative Chatbots. Sie zeigt aber auch, wie lukrativ Werbung durch KIs sein kann. Als Konsumenten können wir uns nur immer wieder klarmachen, dass Kaufempfehlungen eines KI-Chatbots wie eine Werbeanzeige behandelt werden sollten.
Egal ob alt oder jung – fast jeder Mensch in Deutschland besitzt heutzutage ein Smartphone. Die Auswahl der Modelle ist riesig, doch eine aktuelle Kundenbefragung zeigt auf, mit welchen Marken die Nutzer am zufriedensten sind. Nicht alle Hersteller mit großem Namen schaffen es weit nach vorne.
Ein Smartphone ist inzwischen ein Gebrauchsgegenstand wie eine Zahnbürste – bis auf die Allerjüngsten und die Ältesten, besitzt fast jeder Mensch in Deutschland ein solches Gerät. Vor allem im Alterssegment von 16 bis 50 Jahren ist die Verbreitung beinahe lückenlos. Entsprechend umkämpft ist der Markt. Jedes Jahr erscheinen neue Modelle, die um die Gunst der Käufer buhlen. Doch wichtiger als die einzelnen Geräte ist meist der Ruf des jeweiligen Herstellers.
Gute Noten für die ganze Smartphone-Branche
Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat eine umfangreiche Kundenbefragung durchgeführt, in deren Rahmen 1.059 Nutzer die Marke ihres Smartphones bewerten konnten. Abgefragt wurden die Aspekte Produktqualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Bedienbarkeit, Produktdesign, Kundenservice, Ärgernisse und die Wahrscheinlichkeit einer Weiterempfehlung.
Der Branchenschnitt liegt bei 79,9 von maximal 100 Punkten. Insgesamt sind die deutschen Nutzer mit den Herstellern ihrer Smartphones also zufrieden. Am besten wurde die Nutzerfreundlichkeit bewertet, bei der die Hersteller von 89,6 Prozent der Kunden ein positives Feedback bekommen. Die größte Schwachstelle ist hingegen der Kundenservice, mit dem 23 Prozent der Befragten unzufrieden sind. Eine kurze Akkulaufzeit und Softwareprobleme sind ebenfalls häufige Ärgernisse.
Auffällig ist, dass es keinen Hersteller gibt, der in allen Bereichen gut oder schlecht abschneidet. Die Marken haben alle ihre eigenen Stärken und Schwächen. Welche das sind, darauf gehen wir in der folgenden Top Ten mit den derzeit beliebtesten Smartphone-Herstellern ein.
Platz 10: OnePlus
Los geht es mit OnePlus, das insgesamt 74,3 Punkte und damit das Kundenurteil „gut“ erhält. Wer die Marke nicht kennt: Sie gehört zum chinesischen Konzern BBK Electronics. Besonders schlecht schneidet OnePlus bei der Kundenzufriedenheit und beim Preis-Leistungs-Verhältnis ab.
Was sind die besten Krankenkassen in Deutschland? Dieser Frage kann man sich auf verschiedenen Wegen nähern. Entweder aus Sicht der Versicherer – also, welche Leistungen Experten für sinnvoll halten – oder aus Sicht der Kunden. Und genau um diesen Blickwinkel der Versicherten geht es in unserem Ranking.
Wer nach einer geeigneten Krankenkasse sucht, hat dabei meist konkrete Vorstellungen im Kopf: Günstig sollte der Anbieter sein, einen umfangreichen Leistungskatalog bieten und vielleicht auch noch Boni für die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auszahlen. Klassische Studien beschäftigen sich in der Regel mit den Kassen selbst, doch wir wollen wissen, wonach die Kunden wirklich suchen und welche Anbieter diese Wünsche am besten erfüllen.
Diese Krankenkassen orientieren sich am Kunden
Als Grundlage für unser Ranking dienen die Suchanfragen im Vergleichsportal gesetzlichekrankenkassen (via DFSI), die zwischen August 2025 und Juli 2026 durchgeführt wurden. Es geht also darum, welche der 193 möglichen Zusatzleistungen besonders häufig abgefragt wurden und welche Krankenkassen diese abdecken. Auf diese Weise entsteht eine Rangliste mit Fokus auf die Versicherten statt auf Expertenmeinungen. Insgesamt wurden 69 Anbieter untersucht.
Wenig überraschend spielt der Beitrag bei der Suche nach einer geeigneten Krankenkasse die größte Rolle – mehr als drei Viertel aller Anfragen bezogen sich darauf. Entsprechend fallen die Kosten bei der Studie am meisten ins Gewicht. Dabei sind die Unterschiede aufgrund des festgelegten Grundbeitrags eher marginal. Die Spanne der Gesamtbeiträge reicht in Deutschland von 16,78 bis 18,99 Prozent.
Die am häufigsten abgefragten Leistungen sind die professionelle Zahnreinigung (54,27 Prozent), die Übernahme von Osteopathie (29,66 Prozent) und erweiterte Zahnleistungen (24,97 Prozent). Nach Boni für Nichtraucher oder Normalgewicht, zusätzlichen Schutzimpfungen und einem Wahltarif mit Prämie bei Leistungsfreiheit wurde ebenfalls oft gesucht. Unser Ranking beinhaltet nur Kassen, die bundesweit geöffnet sind.
Platz 10: IKK gesund plus
Los geht es mit der IKK, die auf 4,8 Punkte und die Gesamtnote „sehr gut“ kommt. Der Beitragssatz von 17,99 Prozent ist relativ günstig und bringt dem Anbieter einen Platz in der Top Ten ein. Die IKK bietet Osteopathie und zusätzliche Schutzimpfungen jeweils als eigenständige Leistung an.
Die Reichweite eines E-Autos hängt nicht alleine von der Größe der Batterie ab. Auch der Fahrer hat einen entscheidenden Anteil, denn mit ein paar einfachen Handgriffen und Tricks, lässt sich Energie sparen und deutlich mehr aus dem Akku holen. Wir verraten dir, was wirklich hilft.
Eine mangelhafte Reichweite ist die größte Angst von Menschen, die mit dem Kauf eines E-Autos noch zögern. Dabei ist häufig nicht die Technik entscheidend, sondern der Umgang mit dem Fahrzeug und dem Akku. Wer sich beim Fahren und Laden clever verhält, kommt deutlich weiter und kann dabei auch noch Geld sparen. Viele vermeintliche Spartipps bringen wenig, doch mit den richtigen Kniffen erhöht sich die Kilometerzahl spürbar.
Für mehr Reichweite: So nutzt man ein E-Auto richtig
Bei der Recherche im Internet werden häufig die sogenannten „Nebenverbraucher“ als Möglichkeit zum Energiesparen genannt: Scheinwerfer, Radio, Scheibenwischer. Doch selbst die Quelle mit dem höchsten Stromverbrauch, die Sitzheizung, fällt am Ende des Tages kaum ins Gewicht. All die Nebenverbraucher zusammengenommen kommen bei der Batterienutzung lediglich auf einen niedrigen einstelligen Prozentanteil. Hier zu sparen kostet eine Menge Nerven und nutzt letztendlich kaum etwas.
Ein weiterer oft genannter Tipp: das Gewicht reduzieren. Gemeint ist natürlich nicht das eigene Körpergewicht, sondern in erster Linie die im Kofferraum transportierten Dinge. Bei Stop-and-Go kann das tatsächlich eine Wirkung haben, insgesamt sind die möglichen Einsparungen aber auch sehr gering. Ob man zum Beispiel ein Notladekabel mitführt, ist eher eine Platzfrage als eine Frage der Reichweite.
Aber wir wollen natürlich wissen, welche Aspekte wirklich mehr Kilometer aus einem E-Auto holen. Im Prinzip gibt es drei große Punkte: Fahrweise, Klimatisierung und Außentemperatur. Und genau hier setzen unsere zehn Tipps zum Energiesparen an. Denn alles andere sind Spielereien, die am Ende den Aufwand nicht wert sind. Beginnen wir direkt mit dem größten Hebel, den Besitzer von Elektroautos haben, um die Reichweite ihres Akkus zu erhöhen:
Tipp 1: Runter vom Gas
Ein E-Auto verhält sich nicht anders als ein Benziner: Bei hohen Geschwindigkeiten erhöht sich der Energieverbrauch immens. Denn der Luftwiderstand steigt mit dem Tempo. Die doppelte Geschwindigkeit bedeutet tatsächlich den vierfachen Widerstand. Wer zum Beispiel 120 statt 100 km/h fährt, treibt den Verbrauch um circa 25 Prozent nach oben.
Was macht ein Auto zu einem echten Bestseller? Vermutlich Aspekte wie Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit. Preiswert sollte der Wagen natürlich auch noch sein. Geschwindigkeit, Power und Luxus spielen eher keine Rolle, wie unser Ranking mit den meistverkauften Autos der Welt beweist.
Einige Autos kommen und gehen, doch echte Klassiker überdauern Generationen und schaffen es, sich immer wieder neu zu erfinden. Die Bestseller der Automobilindustrie haben kein spektakuläres Design und keinen Hochleistungsmotor – sie setzen auf Zuverlässigkeit, Anpassungsfähigkeit und geringe Unterhaltskosten. Aus Deutschland schafft es etwas überraschend nur ein einziger Hersteller in die Top Ten – dieser aber dafür gleich mehrfach.
Diese Autos verkaufen sich seit vielen Jahren
Die Liste von World Wide Mobility mit den meistverkauften Autos beruht alleine auf den Modellnamen. Wenn Wagen unter dem gleichen Namen vertreiben werden, zählen die Verkaufszahlen also zusammen. Selbst wenn sich die Karosserie über die Jahre stark verändert hat. Ansonsten würde vermutlich der VW Käfer den Spitzenplatz belegen, der über mehrere Jahrzehnt quasi unverändert gebaut wurde.
Nicht unter die ersten zehn Bestseller geschafft, haben es zwei europäische Klassiker: Der VW Polo und der Renault 4. Mit Deutschland, Japan und den USA dominieren drei Nationen das Ranking. Nur ein Wagen aus der ehemaligen Sowjetunion hat sich noch mit auf die Liste geschlichen. Bei allen Vertretern handelt es sich um Benziner – bis es ein Elektroauto soweit schafft, werden noch einige Jahre ins Land ziehen.
Bei den Bestsellern der Automobilbranche zählt vor allem die Langlebigkeit. Sieben der zehn Modelle werden bis heute hergestellt. Die ältesten Vertreter wurden bereits in den 1930ern und 40ern gebaut. Wer reden hier also von fast einem Jahrhundert – eine lange Zeit, um die Verkaufszahlen steigern zu können. In der folgenden Galerie präsentieren wir die Top Ten der meistverkauften Autos aller Zeiten.
Platz 10: Lada Classic
Vom Lada wurden insgesamt mehr als 16 Millionen Exemplare verkauft. Der in der DDR auch als Lada Nova bekannte Wagen wurde ab 1970 in der Sowjetunion hergestellt. Der Lada war robust und leicht zu reparieren, doch die Wartezeiten betrugen teils 15 Jahre.
Mit welchen Spielkonsolen zocken eigentlich die Deutschen? Nicht in jedem Haushalt stehen die neuesten Geräte, viele nutzen noch immer alte Hardware. Welche Konsolen derzeit am meisten zum Einsatz kommen, verraten wir in diesem Artikel.
Der Konsolenmarkt wird seit Jahrzehnten von drei Namen bestimmt: Sony, Nintendo und Microsoft. Mal dominiert der eine, mal der andere. Eine Konsolengeneration dauert in der Regel sechs bis acht Jahre, dann kommen neue Geräte auf den Markt. Anders als zum Beispiel beim Smartphone verschwinden alte Geräte aber selten in der Schublade. Auch vergangene Generationen kommen noch immer auf ordentlich Spielzeit.
Diese Spielkonsolen bevorzugen deutsche Gamer
Um herauszufinden, welche Konsolen von den meisten Deutschen genutzt werden, hat Statista 1.493 Nutzer zwischen 18 und 64 Jahren befragt, die regelmäßig auf einer oder mehreren Konsolen spielen. In vielen Haushalten gibt es mehrere Geräte. Bei unserem Ranking geht es also nicht um den Absatz, sondern um die tatsächliche Nutzung. Deshalb ist auch Hardware vertreten, die gar nicht mehr im Handel erhältlich ist.
Unter den zehn meistgenutzten Geräten gibt es gleich mehrere Vertreter, die bereits vor über einem Jahrzehnt erschienen sind – die älteste Konsole stammt aus dem Jahr 2005. Die Verteilung auf die drei Hersteller ist relativ ausgeglichen: Nintendo stellt vier Vertreter, Sony und Microsoft jeweils drei. Der jüngste Neuzugang in der Liste ist die Switch 2, die erst Mitte 2025 erschienen ist. Die Verkaufszahlen stimmen, aber wie steht es mit den Nutzerzahlen?
In der folgenden Galerie präsentieren wir die zehn Konsolen, die in Deutschland von den meisten Menschen genutzt werden. Die Prozentangaben sind auf ganze Zahlen gerundet.
Platz 10: Xbox 360
Los geht es mit der zähsten Konsole unseres Rankings, der Xbox 360. 8 Prozent aller Befragten zocken noch regelmäßig auf Microsofts zweiter Konsole, die wie erwähnt bereits 2005 auf den Markt kam. Sie ist bis heute der Höhepunkt von Microsofts Bemühungen. Seitdem geht es stetig bergab, auch wenn die neueren Generationen momentan von mehr Leuten gespielt werden.
Neuwagen werden immer teurer, und günstige Modelle scheinen auszusterben. Nur noch 16 Autos auf dem Markt kosten weniger als 20.000 Euro. Welche dieser Fahrzeuge am billigsten sind, verraten wir in diesem Artikel.
Wer für wenig Geld ein Auto kaufen möchte, muss sich immer häufiger auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Denn die Preise für Neuwagen steigen und steigen. Deutschlands beliebtestes Modell, der VW Golf, war 2018 noch für unter 20.000 Euro zu haben. Heute kostet die Einstiegsversion fast 30.000 Euro. Nur wenige Neuwagen bleiben unter dieser Marke, aber es gibt sie noch.
Das sind die günstigsten Neuwagen in Deutschland
Laut dem ADAC gibt es auf dem deutschen Automarkt derzeit nur 16 Modelle, die weniger als 20.000 Euro kosten. Rabatte und Sonderaktionen können den Preis mancher Wagen zwar zeitweise unter diese Summe drücken, doch wir sprechen hier von den offiziellen Listenpreisen. Um einen fairen Vergleich zu garantieren, wurden nur Basismodelle mit der günstigsten Ausstattungsvariante herangezogen.
Von deutschen Herstellern gibt es kein einziges Modell in diesem Preissegment. Der billigste deutsche Neuwagen ist der VW Polo, dessen Preisschild bei 20.380 Euro beginnt. Unter die Grenze haben es hingegen der Renault Twingo E-Tech, der Fiat Grande Panda und der Fiat 500 Hybrid geschafft, die jeweils 19.990 Euro kosten. Noch günstiger sind der Seat Ibiza (19.910 Euro), der Renault Clio (19.900 Euro) und der Citroën C3 Aircross (19.190 Euro).
Wenig überraschend finden sich in der Top Ten hauptsächlich Kleinwagen, drei davon sind E-Autos. Käufer sollten auf jeden Fall einen genauen Blick auf die jeweilige Ausstattung werfen, denn teilweise ist noch nicht einmal die Klimaanlage im Preis enthalten. Welche zehn Neuwagen im Jahr 2026 am wenigsten kosten, erfahrt ihr in der folgenden Galerie.
Platz 10: KGM Tivoli
Beim KGM Tivoli handelt es sich um ein Kompakt-SUV, das bereits ab 19.990 Euro zu haben ist. Mit 120 kW ist es das mit Abstand stärkste Modell in unserem Ranking. Die Marke stammt aus Südkorea und hieß früher SsangYong.
Opel hat jahrelang seinen Elektrokurs gewechselt wie andere Hersteller ihre Modellfarben. Erst sollte ab 2028 alles elektrisch sein, dann doch wieder nicht. Und jetzt hat Opel-Chef Florian Huettl einen reinen E-Corsa für rund 25.000 Euro angekündigt – wiederum ab 2028. Damit würde Opel eines der günstigsten E-Autos auf den deutschen Markt bringen und in direkte Konkurrenz zu Volkswagens ID. Polo treten. Eine kommentierende Analyse.
Vom E-Versprechen zum Zickzackkurs: Opel Corsa wird elektrisch
Im Juni 2023 kündigte Mutterkonzern Stellantis an, ab 2024 jedes Opel-Modell auch als E-Variante anbieten zu wollen. Das Rüsselsheimer Unternehmen hielt Wort. Damalige Regierung: die Ampel-Koalition. Zum Zeitpunkt der Ankündigung gab es auch unter SPD, FDP und Grünen noch eine E-Autoprämie. Der sogenannte Umweltbonus wurde Ende 2023 aber abrupt ein Jahr früher als geplant gestrichen. Daraufhin brach der Absatz von Elektroautos massiv ein. Grund für das jähe Ende war eine Klage der CDU vor dem Bundesverfassungsgericht, die zu einem Haushaltsloch führte.
Neue Regierung, neue Wende: Die sogenannte große Koalition setzte sich unmittelbar nach ihrer Wahl für ein Aufweichen des geplanten Aus neuer Verbrenner ab 2035 ein. Die Folge: Auf EU-Ebene findet aktuell ein Änderungsverfahren statt. Es sieht vor, dass das ursprüngliche Ziel von 100 Prozent CO2-Reduktion ab 2035 auf 90 Prozent abgesenkt wird. Damit könnten unter bestimmten Voraussetzungen teilweise auch künftig noch Hybride oder sogar Verbrenner zugelassen werden. Opel vollzog derweil eine kleine Kehrtwende von seiner einstigen E-Wende und kündigte durch die Blume wieder mehrere Modelle explizit mit verschiedenen Antriebsarten an.
Aktuell ist der Opel Corsa als Benziner, Hybrid oder Elektroauto zu haben. Er basiert auf der e-CMP-Plattform von Mutterkonzern Stellantis. 2027 sollte eigentlich eine neue Modellreihe kommen – dem Vernehmen nach ebenfalls mit verschiedenen Antriebsarten. Gegenüber der Welt am Sonntag ließ Opel-Chef Florian Huettl nun aber verlauten, dass der neue Corsa erst 2028 auf den Markt kommt – als reines Elektroauto. Der E-Corsa soll auf der neuen Stellantis-Plattform STLA Small basieren, die theoretisch auch andere Antriebsarten ermöglicht. Sie wurde aber vor allem zur Elektrifizierung der eigenen Flotte konzipiert.
Was Opel besser macht als VW
Wenn es um die deutschen Autobauer geht, geht es vor allem um Volkswagen, Mercedes und BMW. Opel scheint in puncto Elektromobilität oder Automobilkrise vor allem medial allenfalls eine Nebenrolle zu spielen. Das ist zumindest mein Eindruck. Dabei kriselt es auch in Rüsselsheim. Denn Stellenabbau und Absatzeinbrüche machen auch vor Opel keinen Halt.
Indes steht das Unternehmen bei den aktuellen Halbjahreszahlen 2026 aber wieder deutlich besser da als die anderen deutschen Autobauer. Grundproblem der Automobilindustrie in Deutschland ist aber nicht allein die allgemein schwächelnde Wirtschaft. Es sind auch hausgemachte Management-Entscheidungen.
Kleinwagen wurden etwa ausgedünnt, Modelle immer größer und teurer – und damit für immer mehr Menschen schlicht unerschwinglich. Gleichzeitig wurde die Elektromobilität lange eher verwaltet als vorangetrieben. Oder: mitunter verpennt!
Vor allem Volkswagen bekommt das in China zu spüren, wo der Markt längst stark auf Elektroautos getrimmt ist. Wer dort den Anschluss verliert, verliert eben nicht nur ein paar Prozentpunkte.
Opel ist hingegen fast der karosseriegewordene Beweis dafür, dass Antriebsvielfalt nicht zwangsläufig Stillstand bedeuten muss. Denn Benziner, Hybride und Elektroautos nebeneinander können gerade in einer Übergangsphase sinnvoll sein – zumindest so lange, bis daraus keine Ausrede wird, die Elektrifizierung zu verschleppen.
Der neue E-Corsa passt deshalb grundsätzlich in die Zeit. Er ist ein vergleichsweise günstiges Elektroauto für den Massenmarkt. Nur kommt er 2028 eben auch ziemlich spät. Die Frage ist deshalb nicht nur, ob Opel den richtigen Weg einschlägt, sondern ob Rüsselsheim diesmal schnell genug unterwegs ist.
Stimmen
Im September 2023 sagte Opel-Chef Florian Huettl in einem Interview mit der Bild: „Bereits im kommenden Jahr bieten wir in ausnahmslos jeder Baureihe mindestens ein rein batterieelektrisches Modell an. Ab 2025 wird jedes neu in den Markt gebrachte Opel-Modell ausschließlich rein elektrisch angetrieben sein. Ab 2028 werden wir in Europa nur noch batterieelektrische Autos anbieten.“
Im August 2025 folgte die Kehrtwende. Auf eine Anfrage des Hamburger Redaktionskontors BeHonest für Elektroauto-News ließ eine Unternehmenssprecherin verlauten: „Wir profitieren von der Flexibilität, die unsere Strategie im Einkauf und in den Werken bietet. Diese muss nicht auf 2028 begrenzt sein, wenn die Nachfrageseite anderes verlangt, doch wir haben ganz klar die Ziele im Bereich der Dekarbonisierung unseres Unternehmens und unseres Fahrzeugangebots im Blick. Aktuell prüfen wir unsere entsprechenden Planungen und passen sie an die neuen Bedingungen an.“
Und nun? Wieder eine kleine Wende von der Kehrtwende der E-Wende. Gegenüber der Welt am Sonntag sagte Opel-Chef Florian Huettl zum neuen Corsa: „Er wird 2028 kommen, rein elektrisch sein und um die 25.000 Euro kosten. (…) Mit so einem Angebot leisten wir unseren Beitrag zur Etablierung der Elektromobilität auch im Einstiegssegment. (…) Das Angebot ist stark, die Ladeinfrastruktur entwickelt sich gut, die Politik unterstützt Elektrofahrzeuge gezielt. Und durch gestiegene Benzinpreise rechnet sich ein Elektroauto für viele Kunden schneller.“
E-Corsa für 25.000 Euro: Opel muss jetzt vor allem liefern
Opel will mit seinem neuen E-Corsa eine Lücke schließen. Er tritt in einem Segment an, das bislang zwischen Kleinwagen-Sterben und Elektroauto-Aufpreis eingeklemmt war. Mit einem Preis von rund 25.000 Euro wäre er ein direktes Konkurrenz-Angebot zum ID.Polo von Volkswagen. Er könnte ein kleines Duell mit großer Symbolkraft entfachen.
Denn wer die Elektromobilität wirklich in die Breite bringen will, muss irgendwann weg von den teuren SUV und hin zu bezahlbaren Alltagsautos. Zeitlich könnte Opel dabei gerade noch die Kurve kriegen, da die E-Autoprämie noch bis Ende 2029 laufen soll. Der E-Corsa hätte also noch rund ein Jahr, um von der Förderung zu profitieren.
Ob das reicht, um den Markt nachhaltig anzukurbeln, ist aber eine andere Frage. Denn staatliche Kaufanreize können zwar die Nachfrage stimulieren; sie ersetzen aber weder attraktive Modelle noch vernünftige Preise.
Hinzu kommt, dass Opel als Teil von Stellantis streng genommen längst kein rein deutscher Autobauer mehr ist. Die Entwicklung des neuen E-Corsa ist deshalb auch weniger eine deutsche Einzelentscheidung, sondern Teil der internationalen Konzernstrategie.
Umso wichtiger wäre es, dass Opel nicht jeden politischen Zickzackkurs mitmacht. Denn nach Jahren von E-Wende, Kehrtwende und Kehrtwende der Kehrtwende braucht es weniger Richtungswechsel – dafür aber umso mehr Konsequenz und Konstanz.
ChatGPT zeigt jetzt auch Werbung in Deutschland an. OpenAI baut sein KI-Werkzeug für die Menschheit damit zunehmend in eine Werbeplattform um. Bis zu 900 Millionen Gratis-Nutzer weltweit könnten künftig Anzeigen im Chat sehen. Das Unternehmen verspricht zwar, dass die Werbung keinen Einfluss auf die Antworten hat. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen, zumal Forscher bereits vor subtilen Effekten warnen. Eine kommentierende Analyse.
Wie Werbung in ChatGPT funktioniert
Seit dem 24. August 2026 schaltet OpenAI in Europa Werbeanzeigen in ChatGPT – in insgesamt 31 Ländern. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz befinden sich darunter unter anderem auch Frankreich, Spanien, Italien, Polen und die skandinavischen Länder. Dem Unternehmen zufolge sehen Nutzer der kostenfreien Version und der günstigsten Bezahlversion Go künftig Werbung im Chat. Die kostenpflichtigen Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sowie Nutzer, die OpenAI als minderjährig einstuft, sollen den Chatbot weiterhin werbefrei nutzen können.
Werbung in ChatGPT ist nicht komplett neu. OpenAI hatte etwa bereits im Februar 2026 damit begonnen, testweise Anzeigen in den USA auszuspielen. Anschließend wurde das Angebot auf acht weitere Märkte ausgeweitet. Es heißt, dass Werbetreibende und deren Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben. Werbung erscheine abgetrennt durch eine graue Linie unmittelbar unterhalb der eigentlichen Antwort. Sie soll zudem als „gesponsert“ gekennzeichnet werden. Anzeigen buchen können zunächst nur große Agenturpartner. Eine Selbstbedienungsplattform für kleinere Unternehmen soll später folgen.
OpenAI hatte erst im Juli 2026 mit den Nutzungslimits in der Gratisversion von ChatGPT experimentiert. Seither gibt es kein reines Limit mehr für Textnachrichten. Offenbar nicht ohne Hintergrund. Denn: Die gängige Gratisversion von ChatGPT kann ab sofort Werbung enthalten. Laut OpenAI gibt es von nun an aber auch die Möglichkeit, in eine kostenlose Version zu wechseln, die keine Werbung enthält, dafür aber gewisse Limits und Nutzungseinschränkungen. In Europa soll es zunächst keine personalisierten Werbeanzeigen geben. „Sensible oder regulierte Themen“ wie Gesundheit und Politik bleiben laut OpenAI werbefrei.
Warum Werbung für ChatGPT zum Problem werden könnte
ChatGPT tischt regelmäßig zuverlässig absurde, erfundene oder gar schlichtweg falsche Antworten auf. Als würde das nicht schon reichen, serviert OpenAI im Chat jetzt obendrein auch noch Werbung. Dabei fühlen sich ohnehin schon immer mehr Nutzer von KI-Modellen genervt; ja gar besorgt.
Klar: Das Ganze hatte sich abgezeichnet und war zu erwarten. Irgendwie ist es auch nachvollziehbar. Was bei klassischen Suchmaschinen oder in sozialen Netzwerken mitunter noch funktioniert, könnte für OpenAI aber zum Verhängnis werden. Denn wer mit einer KI interagiert, erwartet Antworten und keine digitale Litfaßsäule.
Zugegebenermaßen scheint OpenAI endlich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Sprich: ChatGPT wird nicht von heute auf morgen mit Werbung geflutet, sondern die Einführung erfolgt fast schon überraschend zurückhaltend. Dass vor allem sensible Bereiche wie Gesundheitsthemen außen vor sind, ist gut so. Man stelle sich etwa mal vor:
ChatGPT nutzt Unsicherheit und spärliche Informationen aus und schwatzt einem irgendwelche Saftkuren oder Nahrungsergänzungsmittel auf, die im geringsten Fall gar nichts bringen. Oder: Im schlimmsten Fall eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Nur, weil die KI mal wieder rumspinnt.
Ok, dazu gehört natürlich auch eine gewisse Eigenverantwortung. Indes: Auch große Plattformen wie Facebook haben mit kleinen Werbebannern angefangen; aber gerade einmal wenige Jahre gebraucht, um ihr Produkt dann mit Werbung zu überfrachten und zu ruinieren.
Genau deshalb sind Nutzungslimits vielleicht die smartere Alternative zu einer freien Nutzung. Zumal sinnloses Rumdaddeln mit dem Chatbot mit Blick auf den Energie- und Ressourcenverbrauch eigentlich nicht zeitgemäß ist. Im Gegensatz zu Anthropic hat OpenAI es zudem verpasst, rechtzeitig Unternehmenskunden anzuvisieren. Und damit den Bereich, in dem nicht nur das Geld liegt, sondern KI auch wirklich sinnvoll sein kann.
Stimmen
In einer Podcastfolge des renommierten US-amerikanischen Informatikers Lex Fridman sagte OpenAI-Chef Sam Altman 2024: „Ich hasse Werbung irgendwie – einfach aus ästhetischen Gründen. Ich glaube, Werbung war im Internet aus vielen Gründen notwendig, um das Ganze erst einmal in Gang zu bringen, aber es ist eine vorübergehende Erscheinung. Die Welt ist heute vielfältiger. Mir gefällt es, dass die Leute für ChatGPT bezahlen und wissen, dass die Antworten, die sie erhalten, nicht von Werbetreibenden beeinflusst werden. Ich bin mir sicher, dass es eine Werbeform gibt, die für LLMs Sinn macht, und ich bin mir sicher, dass es einen Weg gibt, auf unvoreingenommene Weise am Transaktionsstrom teilzuhaben, der in Ordnung ist.“
Alicia von Schenk, Professorin für Economics of AI and Human Behavior an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, gegenüber der Tagesschau: „OpenAI ist damit nicht völlig allein: Microsoft zeigt bereits Anzeigen in Copilot, und Google integriert Werbung in seine KI-gestützte Suche. (…) Anthropic hat ausdrücklich angekündigt, Claude werbefrei zu halten. Und Perplexity hat gesponserte Anschlussfragen zwar erprobt, den Werbeversuch aber inzwischen aus Sorge um das Vertrauen der Nutzer beendet.“
Karoline Ströhlein, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Universität Regensburg, betont, dass Werbung in ChatGPT sowohl für OpenAI als auch für Werbetreibende gleichermaßen interessant ist. Für Nutzer könne das aber zu einem Problem werden: „Eine aktuelle Studie zu Werbung in KI-Chatbots findet Hinweise darauf, dass verschiedene Modelle in Konfliktsituationen teilweise zugunsten kommerzieller Interessen handeln – etwa indem sie gesponserte, aber teurere Produkte empfehlen. (….) Anzeigen könnten bestimmte Marken oder Lösungen in den Vordergrund rücken und dadurch verändern, was Nutzer als Nächstes fragen. (….) Werbung könnte den Gesprächsverlauf somit auch dann beeinflussen, wenn sie nicht direkt in die Antwortgenerierung eingreift.“
Milliarden mit Werbeanzeigen: Kann das funktionieren?
OpenAI will mit Werbeanzeigen in ChatGPT seinen Umsatz ankurbeln. Angesichts von wöchentlich knapp 900 Millionen Free-Nutzern erscheint das zunächst einmal äußerst lukrativ. Auch zahlreiche Werbetreibende dürften bereits mit den Hufen scharen. OpenAI prognostiziert seinen Investoren aber Erwartungen, die das Unternehmen nicht einhalten können wird – zumindest nicht, solange ChatGPT nicht zu einem Reklameprospekt verkommen soll.
Oder in Zahlen: 2,5 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz im laufenden Jahr, elf Milliarden US-Dollar 2027 und sogar 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Klingt nach einem Luftschloss? Ist es auch! Marktforscher (€) prognostizieren zwar ein immer noch hohes, aber deutlich geringeres Umsatzpotenzial: 5,41 Milliarden US-Dollar mit Werbung bis 2030. Für alle Anbieter zusammen wohlgemerkt.
Die Wahrheit könnte wie so oft irgendwo dazwischenliegen. Sie hängt natürlich auch davon ab, wie Nutzer auf Werbung in ChatGPT reagieren und wie welche Anzeigen wann und wo integriert werden.
Oder: Werbung in ChatGPT wird für OpenAI keinen Goldrausch auslösen. Sie könnte aber zu einer zusätzlichen Einnahmequelle werden, zumal die Gratisversionen von OpenAI mit Blick auf die Rechenleistung und den Ressourcenverbrauch ohnehin eigentlich kaum zu finanzieren sind.
Das Unternehmen dürfte deshalb auch darauf hoffen, dass sich weitere Nutzer für ein kostenpflichtiges Abo entscheiden. Grund für die Einführung von Werbung und die exorbitant hohen Eigenprognosen dürfte zudem der angepeilte Börsengang von OpenAI sein.
Ganz risikofrei ist das Ganze aber ohnehin nicht. Denn neben genervten Nutzern droht dem Unternehmen auch ein Datenverlust. Etwa, wenn das Nutzererlebnis insofern verwässert wird, dass Konversationen aufgrund von Werbung abgebrochen werden. Denn dann fehlen OpenAI wiederum wichtige Kontextinformationen, die es sowohl für das KI-Training als auch für die Schaltung von Werbung braucht.
Der Ruhestand im Ausland ist für viele Menschen ein Traum. Aber wie viel Geld für diesen Schritt notwendig ist, hängt sehr vom jeweiligen Land ab, in dem man seine Rententage verbringen will.
Für die meisten Menschen ist Arbeit ein notwendiges Übel, und das Ziel ist es, möglichst früh in Ruhestand zu gehen. Wer aus einer wohlhabenden Nation stammt, plant häufig, den Lebensabend an einem anderen Ort zu verbringen. In erster Linie hängt es von den jeweiligen Lebenshaltungskosten ab, ob das Budget nur für ein paar Jahre oder für den gesamten Ruhestand reicht.
In diesen Ländern ist der Ruhestand besonders teuer
Eine Studie von NetCredit auf Basis von Zahlen des Portals Numbeo und aufbereitet von Visual Capitalist zeigt die globalen Unterschiede im direkten Vergleich. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Staat liegen über 900.000 US-Dollar.
Da es sich um eine amerikanische Studie handelt, wird berechnet, was US-Amerikaner für einen komfortablen Ruhestand bräuchten. Der fiktive Zeitraum beträgt gut 14 Jahre und rund 8 Monate, abgeleitet vom durchschnittlichen US-Renteneintrittsalter und der dortigen Lebenserwartung. Steuern und Gesundheitskosten sind allerdings nicht enthalten.
Deutschland liegt in dem Ranking auf Platz 20. Die letzten knapp 15 Lebensjahre kosten bei uns ungefähr 530.000 US-Dollar (rund 465.000 Euro). Noch teurer ist es in Österreich (553.000 US-Dollar). Dänemark (625.000), Norwegen (623.000), Australien (620.000), Katar (606.000) und Kanada (598.000). Bei Deutschen sind Portugal und Spanien beliebt, die auf je 478.000 US-Dollar kommen. In Griechenland sollte man 406.000 US-Dollar auf der hohen Kante haben.
In nur vier Ländern brauchen Rentner weniger als 200.000 US-Dollar: Am günstigsten ist Pakistan (187.000 US-Dollar), dahinter folgen Indien (189.000), Bangladesch und Ägypten (je 190.000). Uns interessiert jedoch, in welchen Ländern der Ruhestand am teuersten ist.
Platz 10: Großbritannien
In Großbritannien kostet ein komfortabler Ruhestand rund 627.000 US-Dollar. Das ist viel Geld, aber in Europa noch lange nicht der Spitzenwert. Großbritannien schafft es nur ganz knapp in die Top Ten. Zum Nächstplatzierten Dänemark fehlen nur 2.000 Dollar. Durch den Brexit sind viele Kosten auf der Insel gestiegen.
Michael Malovecky ist Wirtschaftspsychologe, war über zwölf Jahre Berater der Gesundheits- und Sozialwirtschaft und ist seit März 2026 Geschäftsführer der baseplus® DIGITAL MEDIA GmbH, einer Digitalagentur der FUNKE Mediengruppe. baseplus® betreut mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing und führt mit KLINIKA® eine eigene Marke für Praxen und medizinische Einrichtungen. Im Interview erklärt er, warum Marketing ohne Blick aufs Geschäftsmodell Geld verbrennt, weshalb das klassische Agenturmodell an seine Grenzen stößt und was mittelständische Unternehmen von künstlicher Intelligenz wirklich erwarten können.
BASIC thinking: Herr Malovecky, Sie sind Wirtschaftspsychologe und kommen aus der Beratung der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Wie kommt man von dort in die Digitalbranche?
Michael Malovecky: Am Anfang stand eine Beobachtung, die mich bis heute begleitet. Die teuersten Probleme eines Unternehmens tauchen in keinem Reporting auf. Dahinter steckt immer dieselbe Frage: Wie treffen Menschen eigentlich Entscheidungen? Deshalb bin ich bei der Wirtschaftspsychologie gelandet, mit einem Bein in der Werbe- und Konsumentenpsychologie und einem in der Arbeits- und Organisationspsychologie. Das eine erklärt, warum jemand ein Angebot annimmt. Das andere erklärt, warum jemand für ein Unternehmen arbeiten will und dort bleibt. Für mich waren das immer zwei Richtungen derselben Frage.
Das Beratungsgeschäft habe ich anschließend von der Pike auf gelernt, bei contec in Bochum, der Unternehmens- und Personalberatung der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Über zwölf Jahre habe ich dort Träger, Verbände und Einrichtungen begleitet, von den großen Wohlfahrtsverbänden über Kliniken bis zu kommunalen und privatwirtschaftlichen Einrichtungen. Das ist eine Branche, in der sich Beratung sofort überprüfen lässt: dünne Margen, ein Fachkräftemangel, der Wachstum stärker begrenzt als jedes Budget, dazu Entscheidungen, an denen am Ende Versorgung hängt. Schöne Konzepte kann man sich dort nicht leisten.
Parallel dazu habe ich früh Verantwortung in der Linie übernommen. Sechs Jahre Marketingleitung, in derselben Zeit der Mitaufbau von conQuaesso JOBS, der Personalberatung des Hauses, später die Leitung der gesamten Binnenorganisation mit über 70 Mitarbeitenden und zuletzt ein Platz in der Geschäftsleitung.
Digital wurde das Ganze aus der Not heraus. In einer Branche, in der klassische Stellenanzeigen längst nicht mehr trugen, mussten wir Menschen über Social Ads, Content und eigene digitale Strecken erreichen, mit eigenem Budget und unmittelbarem Erfolgsdruck. Ich habe Performance Marketing also nicht als Dienstleister kennengelernt, sondern als jemand, der die Zahlen am Monatsende selbst verantworten musste.
Das prägt meinen Blick bis heute. Ich habe als Berater Empfehlungen ausgesprochen und sie im selben Haus als Verantwortlicher liefern müssen. Viele Unternehmen arbeiten an Stellschrauben, die gar nicht die Ursache sind, weil ihnen die Gesamtsicht fehlt. Und Marketing, das isoliert vom Geschäftsmodell gedacht wird, verbrennt Geld, unabhängig davon, wie gut es handwerklich gemacht ist.
Nach zwölf Jahren Beratung und zuletzt einem Platz in der Geschäftsleitung wechseln Sie in die Geschäftsführung einer Digitalagentur. Was hat den Ausschlag gegeben?
Wenn ich ehrlich bin, war die Geschäftsführung für mich der logische nächste Schritt. In den Jahren davor habe ich gemerkt, dass ich die volle unternehmerische Verantwortung übernehmen will, mit Ergebnis, Team und Marktposition.
Der zweite Grund war das Umfeld. Die FUNKE Mediengruppe ist einer der traditionsreichsten und größten Medienkonzerne des Landes. Diese Substanz im Rücken zu haben und trotzdem für mittelständische Unternehmen zu arbeiten, ist eine Kombination, die es so selten gibt.
Dazu kam die Konstellation vor Ort. Ich führe baseplus® gemeinsam mit Marvin Schlusen, der Delivery und Technik verantwortet, während bei mir Sales, Marketing und der Umbau der Organisation liegen. Ein Geschäft dieser Größe lässt sich nur zu zweit umbauen, während es gleichzeitig weiterläuft.
Den größten Reiz hat aber die Aufgabe bei baseplus® selbst ausgemacht. Seit Beginn der Digitalisierung hat keine Entwicklung das Agenturgeschäft so grundlegend verändert wie künstliche Intelligenz. Die reine Umsetzung, also das, wofür wir als Online-Marketing-Agentur jahrzehntelang bezahlt wurden, verliert an Wert. Gleichzeitig werden die Entscheidungen davor schwieriger, weil sich Kanäle, Suchverhalten und Messbarkeit parallel verändern. Wer dieses Geschäft weiterführt wie bisher, wird in einigen Jahren nicht mehr gebraucht. Das gilt selbstverständlich auch für uns, deshalb bauen wir baseplus® gerade selbst um, bei Struktur, Geschwindigkeit und Leistungstiefe. Diese Aufgabe zu gestalten statt abzuwarten, war für mich die eigentliche Motivation.
Aus der Beratung habe ich vor allem eine Reihenfolge mitgenommen. Wir schauen zuerst auf das Geschäft: Wie verkauft dieses Unternehmen, zu welchem Preis, mit welcher Kapazität. Dazu die Frage, wie die Menschen entscheiden, die es gewinnen will, als Kunden wie als Bewerber. Über Kanäle sprechen wir danach. Das endet gelegentlich damit, dass wir von dem abraten, was ursprünglich beauftragt werden sollte.
Ihre Kunden sind überwiegend Mittelständler. Was unterscheidet die Arbeit mit ihnen von der mit Konzernen? Und wie führen Sie Ihr eigenes Team?
Im Mittelstand entscheidet jemand mit echtem unternehmerischem Risiko. Kein Gremium, kein Konzernprozess. Man merkt das schon daran, wie dort Fragen gestellt werden. Es geht selten um Reichweite und fast immer darum, was am Monatsende übrig bleibt. Wenn dann etwas funktioniert, sieht man die Wirkung unmittelbar. In der Auftragslage, im Team, manchmal am ganzen Standort.
Meine Führungsphilosophie lässt sich auf einen Satz reduzieren: ehrlich sein, auch wenn es unbequem ist. Einem Kunden zu sagen, dass sein gewünschtes Projekt gerade nicht die richtige Priorität hat, kostet uns kurzfristig Umsatz. Es ist trotzdem die Voraussetzung dafür, dass er uns in fünf Jahren noch fragt.
In der Führung nach innen verschiebt sich gerade etwas Grundlegendes. Agenturen haben über Jahrzehnte vor allem Fleiß organisiert. Wer viele Stunden sauber abgearbeitet hat, galt als gut. Diesen Teil übernimmt zunehmend die Technologie. Übrig bleibt das, worauf es ohnehin immer angekommen ist: die fachliche Urteilsfähigkeit unserer Leute. Also die Fähigkeit zu sagen, was trägt, was nicht trägt und wo ein Budget besser aufgehoben wäre.
Bild: baseplus®
Deshalb steht bei baseplus® das Customer-Lead-Modell im Mittelpunkt. Jeder Kunde wird von einer Person geführt, die ihr Fach beherrscht und das Mandat vollständig verantwortet, von der ersten Konzeptidee bis zur Umsetzung. Sie arbeitet fachlich selbst mit und nutzt KI überall dort, wo Arbeit automatisierbar geworden ist. Was sie einem Kunden empfiehlt, kann sie auch begründen. Das unterscheidet eine echte Einschätzung von einer weitergereichten Aufgabe.
Fachliche Tiefe geht dabei nicht verloren. Jeder Customer Lead kommt aus einer Disziplin und hat die Spezialisten des Hauses im Rücken. Verändert hat sich, wer die Entscheidung trifft und wer sie gegenüber dem Kunden begründet.
Führung heißt für mich vor allem, genau diese Urteilsfähigkeit zu ermöglichen. Dafür brauchen Menschen Kontext und die Erlaubnis, eigene Entscheidungen zu treffen, auch wenn eine davon einmal falsch ist. Das ist für alle anstrengender, weil sich Verantwortung dann nicht mehr aufteilen lässt. Meine Erfahrung ist trotzdem ziemlich eindeutig: Menschen wachsen an Verantwortung, die sie tatsächlich haben, nicht an Aufgaben, die sie zugeteilt bekommen.
Viele Unternehmen investieren in eine neue Website, in SEO oder Google Ads und sehen am Ende trotzdem keine Wirkung im Geschäft. Woran liegt das?
Weil diese Projekte einzeln beauftragt werden. Meist dort, wo der Schmerz gerade am größten ist. Die Website wirkt veraltet, also wird sie neu gebaut. Der Traffic fehlt, also kommt SEO dazu. Die Anfragen stocken, also startet man Google Ads. Jedes Projekt für sich ist handwerklich oft gut gemacht. Wirtschaftlich passiert trotzdem wenig.
Der erste Grund für ausbleibende Ergebnisse liegt darin, dass die einzelnen Bausteine selten miteinander sprechen. Eine neue Website ist nicht auf die Anfragequalität der Anzeigen ausgelegt. Die SEO-Strategie folgt einer anderen Zielgruppenlogik als die Inhalte in Social Media. Am Ende produziert jeder Baustein seine eigene Kennzahl. Was das für das Unternehmenswachstum bedeutet, kann niemand sagen.
Der zweite Grund ist psychologischer Natur. Die meisten Unternehmenswebsites sind aus Sicht des Unternehmens gebaut. Sie erzählen, was die Firma alles kann und wie lange es sie schon gibt. Eine Kaufentscheidung läuft anders ab. Der Besucher will in wenigen Sekunden wissen, ob er hier richtig ist und warum er ausgerechnet diesem Anbieter glauben sollte. Er sucht Sicherheit. Wer ihm stattdessen Selbstdarstellung liefert, bekommt Besucher ohne Anfragen. In unseren Analysen sehen wir regelmäßig Websites mit solidem Traffic und einer geringen Anfragequote. In einem Projekt aus dem vergangenen Jahr lag die Anfragequote nach dem Umbau um 44 Prozent höher, bei unverändertem Traffic. Verändert wurde dort nicht das Design, sondern die Reihenfolge, in der die Seite die Fragen des Besuchers beantwortet.
Künstliche Intelligenz verschärft dieses Problem gerade. Ein wachsender Teil der Interessenten kommt heute vorinformiert auf eine Website, weil die Vorauswahl bereits in ChatGPT, Perplexity oder den AI Overviews von Google gefallen ist. Diese Besucher sind weiter in ihrer Entscheidung und entsprechend ungeduldiger. Wer sie mit einer Imageseite empfängt, verliert sie sofort. In den Analysen unserer eigenen Kundenprojekte sehen wir bei informationsgetriebenen Seiten seit gut einem Jahr spürbar weniger organische Besuche, während die Anfragequalität der verbleibenden Besucher steigt. Umso teurer wird jeder einzelne Besuch, der keine Conversion auslöst.
Der dritte Grund liegt in der Organisation. Marketing wird in vielen mittelständischen Unternehmen getrennt von Vertrieb und Kapazitätsplanung entschieden. Dann laufen Kampagnen an, während im Vertrieb niemand die Anfragen nachfasst oder die Leistungserbringung längst an der Auslastungsgrenze arbeitet. Die Nachfrage ist da. Verarbeiten kann das Unternehmen sie nicht. Bei Protection One haben wir genau deshalb zuerst den Anfrageprozess umgebaut. Das Ergebnis waren 30 Prozent mehr Leads über eigens entwickelte Leadgeneratoren, bei gleichbleibendem Budgeteinsatz.
Bei baseplus® beginnt deshalb jedes größere Mandat mit dem Blick auf das Geschäft. Marketing ist die letzte Meile einer unternehmerischen Entscheidung, die vorher fallen muss.
Sie halten das klassische Agenturmodell für überholt. Ist dieses Urteil nicht auch bequem für jemanden, der ein anderes Modell verkauft?
Der Einwand ist berechtigt und ich löse ihn nicht auf. Ich verdiene Geld mit dem Modell, das ich hier für richtig halte. Deshalb nenne ich lieber die Bedingung, unter der ich falsch liege. Wenn ein Unternehmen intern jemanden hat, der Website, Kampagnen, Vertrieb und Recruiting zusammenhält, dann sind vier spezialisierte Agenturen die bessere Lösung. In Konzernen gibt es diesen Menschen. Im Mittelstand habe ich ihn selten getroffen.
Das klassische Agenturmodell ist historisch gewachsen. Eine Agentur baut die Website, eine zweite macht SEO, eine dritte Social Ads, dazu kommt vielleicht noch PR. Jede dieser Agenturen optimiert ihren eigenen Bereich. Das ist völlig verständlich, denn genau dafür wurde sie beauftragt. Für das Gesamtergebnis ist am Ende niemand zuständig. Der einzige Mensch, der alles zusammenhalten könnte, ist der Unternehmer selbst. Im Mittelstand hat er dafür keine Zeit.
Der tiefere Grund für das Ende dieses Modells liegt im Vergütungsmodell der Agenturbranche. Da muss ich als Vertreter dieser Branche ehrlich sein: Wer Leistungen verkauft, verdient an Leistungen. Er hat wenig wirtschaftliches Interesse daran, einem Kunden zu sagen, dass dessen geplante Kampagne in diesem Jahr wenig bringen wird, weil zuerst der Vertriebsprozess dahinter stehen muss. Ein Partner, der am Geschäftsergebnis gemessen wird, muss genau diesen Satz sagen können. Auch wenn dieser Satz ihn kurzfristig Umsatz kostet.
Ein Wachstumspartner unterscheidet sich von einer klassischen Online-Marketing-Agentur vor allem in der Ausgangsfrage. Sie lautet nicht, wie ein Unternehmen an mehr Klicks kommt. Sie lautet: Was muss passieren, damit dieses Unternehmen in zwölf Monaten nachweisbar gewachsen ist? Daraus ergibt sich alles andere. Die Priorisierung, die Verteilung des Budgets über die Kanäle und die Frage, woran Erfolg überhaupt gemessen wird.
Künstliche Intelligenz beschleunigt das Ende dieses Modells zusätzlich. Solange die Umsetzung teuer war, ergab die Aufteilung in viele Spezialagenturen wirtschaftlich Sinn. Genau diese Umsetzung verliert gerade an Wert. Was knapp bleibt, ist die Fähigkeit, aus vielen möglichen Optionen die richtige auszuwählen und Verantwortung für diese Auswahl zu übernehmen. Ein Modell, das seinen Wert aus der Menge produzierter Leistungen zieht, verliert damit seine Grundlage.
Bei baseplus® bedeutet das ein Team mit einer gemeinsamen Datenbasis, das für das Gesamtergebnis geradesteht statt für einzelne Teilleistungen. Wie gut das funktioniert, zeigt sich weniger an einzelnen Kampagnen als an der Dauer der Zusammenarbeit. Unsere Mandate laufen im historischen Mittel 48 Monate.
Sie beschreiben digitales Wachstum in vier Ebenen: Plattform, Sichtbarkeit, Nachfrage und datenbasierte Steuerung. Das klingt zunächst nach Modell. Was bedeutet es praktisch?
Am einfachsten lässt sich das Zusammenspiel dieser vier Bausteine an einem Beispiel zeigen. Eine starke Sichtbarkeit über SEO und Social Media bringt einem Unternehmen wenig, wenn die digitale Plattform die Besucher nicht in echte Anfragen umwandelt. Umgekehrt entfaltet die beste Website keine Wirkung, wenn niemand sie findet. Beide Bausteine kosten für sich genommen Geld. Erst gemeinsam erzeugen sie Umsatz.
Die Nachfrage-Ebene sorgt dafür, dass aus Sichtbarkeit tatsächlich Kundenbeziehungen entstehen. Zwischen dem ersten Kontakt und einer Kaufentscheidung liegen bei erklärungsbedürftigen Leistungen oft Monate. In dieser Zeit entscheidet sich, ob ein Interessent das Unternehmen wieder vergisst oder ob er es als naheliegende Wahl wahrnimmt. Dafür braucht es performancestarke Kampagnen und Inhalte zum jeweiligen Zeitpunkt der Entscheidung.
Die vierte Ebene, datenbasierte Steuerung und KI, ist das Nervensystem des Ganzen. Sie zeigt, welcher Kanal wirklich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Sie automatisiert dort, wo Arbeit automatisierbar geworden ist. Und sie wird gerade zur wichtigsten der vier Ebenen. Vor zehn Jahren ließ sich Marketing mit drei Kanälen und einem Monatsbericht überblicken. Heute sprechen wir über Suchmaschinen, KI-Antwortsysteme, mehrere Social-Plattformen, veränderte Einwilligungsregeln und deutlich kürzere Kampagnenzyklen. Ohne gemeinsame Datenbasis wird daraus ein Bauchgefühl mit hohem Budget.
Welcher der vier Bausteine zuerst bearbeitet wird, hängt vom Engpass des jeweiligen Unternehmens ab. Bei Protection One lag genügend Sichtbarkeit vor, die Plattform verlor die Besucher jedoch vor dem Anfrageformular. Dort wäre zusätzliches Werbebudget verbranntes Geld gewesen. Bei einem mittelständischen Hersteller aus der Industrietechnik war die Website ausgezeichnet, in seinem Markt kannte das Unternehmen aber kaum jemand. Bei einer Facharztpraxis mit mehreren Standorten lag der Engpass wieder woanders, dort war die Sichtbarkeit im Einzugsgebiet vorhanden und die Terminvergabe hat die Anfragen verloren. Diese Diagnose ist der Grund, warum baseplus® jedes Mandat mit einer Bestandsaufnahme über alle vier Ebenen beginnt und nicht mit einem Leistungsangebot.
Fehlt eine dieser Ebenen dauerhaft, verliert das gesamte System an Wirkung. Die anderen drei arbeiten dann gegen einen Engpass an, den sie selbst nicht auflösen können.
Für viele Betriebe ist der Fachkräftemangel inzwischen das größere Problem als fehlende Kunden. Lässt sich Recruiting mit denselben Werkzeugen betreiben wie Marketing?
Für viele mittelständische Unternehmen ist Personal längst die härtere Wachstumsgrenze als der Markt. Die Aufträge wären da. Es fehlen die Menschen, die sie abarbeiten. Trotzdem wird Recruiting budgetär oft wie eine Verwaltungsaufgabe behandelt, während Marketing als Investition gilt. Beides zahlt auf dieselbe Frage ein: Kann dieses Unternehmen wachsen?
Die Zahlen dazu sind eindeutiger, als viele annehmen. Nach der Auswertung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung entfielen zuletzt rund 72 Prozent aller rechnerisch nicht besetzbaren Stellen in Deutschland auf kleine und mittlere Unternehmen. In der Zahnmedizin, der Altenpflege und der Bauelektrik sind es etwa 90 Prozent. Der Fachkräftemangel ist damit in weiten Teilen ein Mittelstandsthema.
Kundengewinnung und Personalgewinnung folgen technisch derselben Logik. Dieselben Kanäle, dieselbe Mechanik, dieselbe Frage nach der Zielgruppe. Auch psychologisch ist der Unterschied kleiner, als die meisten annehmen. Ein Bewerber trifft eine Kaufentscheidung mit hohem persönlichem Risiko. Er investiert seine Lebenszeit, nicht nur Geld. Entsprechend sucht er Sicherheit, bevor er sich bewegt. Karriereseiten, die vor allem Anforderungen auflisten, geben ihm diese Sicherheit nicht.
Große Konzerne haben für dieses Thema eigene Employer-Branding-Budgets und ganze Teams. Kleinere und mittlere Unternehmen kämpfen um jede einzelne Bewerbung, besonders bei Ausbildungsplätzen. Beim Nachwuchs zeigt sich dasselbe Muster in besonders unangenehmer Form. 2025 blieben in Deutschland 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt, während im selben Jahr 84.400 junge Menschen keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Beide Zahlen stammen vom Bundesinstitut für Berufsbildung und sie stehen nebeneinander. In vielen Regionen und Berufen suchen also beide Seiten zur selben Zeit und finden sich trotzdem nicht. Das ist eine Sichtbarkeitsaufgabe und keine Frage des Gehalts. Der Grund liegt selten in der Qualität als Arbeitgeber. Diese Unternehmen gehen in der digitalen Sichtbarkeit gegenüber größeren Marken schlicht unter.
Bild: baseplus®
Fachkräftegewinnung war über zwölf Jahre mein tägliches Thema in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Das ist die Branche, in der der Fachkräftemangel früher zugeschlagen hat als in jeder anderen. Was dort funktioniert, funktioniert im Handwerk oder im produzierenden Mittelstand ebenfalls. Sichtbar werden dort, wo die Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist. Ehrlich zeigen, wie der Arbeitsalltag aussieht. Bewerbungshürden abbauen, bis eine Bewerbung in wenigen Minuten möglich ist. baseplus® hat diesen Bereich deshalb bewusst als eigenes Feld aufgebaut. Für Praxen und medizinische Einrichtungen arbeiten wir unter der eigenen Marke KLINIKA®, weil sich Zielgruppen, rechtlicher Rahmen und Wettbewerb dort deutlich vom übrigen Mittelstand unterscheiden.
Steuerbar wird das erst, wenn beide Bereiche in denselben Zahlen sichtbar sind. Im baseplus OS sehen Kunden, welche Kampagne welche Bewerbungen bringt, wo eine Azubi-Kampagne nachjustiert werden muss und wie sich die Kosten pro Bewerbung entwickeln. Erst dieser gemeinsame Blick macht Recruiting zu dem, was es sein sollte: ein zweiter ernst genommener Wachstumsbereich neben der Kundengewinnung.
Kaum ein Thema wird derzeit so oft beschworen wie künstliche Intelligenz. Was davon hilft mittelständischen Unternehmen im Marketing tatsächlich?
Die größte Veränderung im Mittelstand ist, dass künstliche Intelligenz auf Geschäftsführungsebene angekommen ist. Vor zwei Jahren war das ein Thema für einzelne Interessierte im Team. Heute steht es in Strategiesitzungen auf der Agenda. Gleichzeitig ist die Verunsicherung groß. Viele Unternehmer wissen, dass sie handeln müssen. Wo sie konkret ansetzen sollen, weiß kaum jemand.
Die Werkzeuge werden einfacher, das Marketing wird trotzdem komplexer. Inhalte zu produzieren kostet fast nichts mehr, entsprechend steigt die Menge in jedem Kanal. Sichtbarkeit wird dadurch teurer statt billiger. Parallel zerfällt die Messbarkeit, weil ein Teil der Kundenreise in Systemen stattfindet, die bislang kein klassisches Tracking anbieten. Für ein mittelständisches Unternehmen ohne eigene Marketingabteilung ist das nebenbei nicht mehr zu steuern.
Am stärksten unterschätzt wird gerade, wie sich das Suchverhalten verändert. Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen nicht mit zehn geöffneten Suchergebnissen, sondern mit einer verdichteten Antwort aus ChatGPT, Gemini, Perplexity oder den AI Overviews von Google. Menschen delegieren damit einen Teil ihrer Vorauswahl an ein System, dem sie vertrauen. Wer in diesen Antworten nicht vorkommt, verliert Anfragen und Bewerbungen, ohne dass es in den klassischen Auswertungen auffällt. Das ist die gefährlichste Art, Marktanteile zu verlieren, weil sie erst sichtbar wird, wenn die Zahlen längst gesunken sind. baseplus® prüft deshalb für jeden Kunden die Darstellung in diesen Antwortsystemen und arbeitet gezielt an dieser Sichtbarkeit.
Echten Mehrwert liefert künstliche Intelligenz überall dort, wo sie auf einer sauberen Datenbasis aufsetzt. In der Auswertung von Kampagnendaten und im Reporting, das dadurch nicht mehr monatlich, sondern laufend möglich wird. Auch in der Content-Produktion innerhalb klarer strategischer Leitplanken. Was dabei entsteht, ist kein niedrigerer Preis, sondern eine andere Leistung. Die Zeit, die früher in Aufbereitung floss, geht heute in Analyse, in Beratung und in häufigere Anpassung der laufenden Kampagnen. Wertlos bleibt der Einsatz von KI dagegen, wenn ein Unternehmen nicht entschieden hat, welche Zielgruppe es überhaupt gewinnen will. Dann entsteht sehr schnell sehr viel Material ohne Wirkung.
Für unsere Branche bedeutet diese Entwicklung eine Verschiebung des Wertes. Billiger wird das Mittelmaß. Ein durchschnittlicher Text, eine durchschnittliche Anzeige, ein durchschnittlicher Entwurf entstehen heute in Minuten und genau deshalb wirken sie immer weniger. Gleichzeitig steigt die Messlatte für alles, was auffallen soll. Knapp und wertvoll wird die Entscheidung davor. Also welches Ziel ein Unternehmen verfolgt, welche Zielgruppe es wirklich braucht und worauf es bewusst verzichtet. Agenturen, die im Kern Stunden verkaufen, werden das in den nächsten Jahren deutlich spüren. Für Unternehmen, die ein Ergebnis einkaufen, ändert sich am Preis wenig. Sie bekommen für dasselbe Budget mehr Tiefe.
Mit dem baseplus OS legen Sie Kunden Ihre eigenen Zahlen, Projekte und Verträge offen. Warum diese Offenheit?
Die meisten mittelständischen Unternehmen haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Datenproblem. Die Zahlen liegen verteilt in der Website-Analyse, in den Werbekonten, im CRM und in der Buchhaltung. Jedes System zeigt einen Ausschnitt. Zusammengeführt wird selten etwas, weil dafür im Marketing eines Mittelständlers schlicht die Kapazität fehlt. Genau diese Datenbasis, die große Unternehmen mit eigenen Analytics-Teams selbstverständlich haben, fehlt dort.
Das baseplus OS schließt diese Lücke. Es führt Website-Daten, Performance-Daten und Marketingdaten an einer Stelle zusammen und lässt sich zusätzlich an die Systeme des Kunden anbinden. Damit entsteht keine weitere Auswertung, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Ein Geschäftsführer sieht, was seine Kundengewinnung tatsächlich kostet, welcher Kanal trägt und wo Budget gerade wirkungslos läuft. Ergänzend sieht er, woran im Projekt gearbeitet wird und welche Leistungen und Verträge aktiv laufen.
Der Zeitfaktor ist dabei entscheidend geworden. Ein Reporting, das einmal im Monat kommt, ist bei der Geschwindigkeit heutiger Kanäle ein Blick in die Vergangenheit. Entschieden wird dann auf Basis von Zahlen, die beim Lesen schon überholt sind. Laufende Sichtbarkeit verändert die Qualität der Zusammenarbeit spürbar. Niemand sammelt vor einem Termin noch Zahlen zusammen. Diskutiert wird über Ergebnisse und Prioritäten statt über die Herkunft einer Kennzahl.
Bild: baseplus®
Für mich ist Transparenz kein Servicemerkmal, sondern die Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit, in der beide Seiten auf derselben Datenbasis entscheiden. Das ist auch für baseplus® unbequem, weil unsere eigene Arbeit damit jederzeit überprüfbar wird. Genau so soll es sein.
Aktuell läuft das baseplus OS in der Erprobung mit ausgewählten Kunden. Der marktfähige Rollout folgt im vierten Quartal 2026. Für mich ist es der wichtigste Baustein der nächsten Jahre, weil es den Unterschied zwischen einem Dienstleister und einem Partner sichtbar macht.
Wo soll baseplus in fünf Jahren stehen? Woran werden Sie merken, ob der Weg richtig war?
Konkret heißt das für 2031: baseplus® ist der erste Anlaufpunkt für mittelständische Unternehmen, die keine eigene Marketingabteilung haben und trotzdem digital wachsen wollen. Die Adresse, bei der ein Unternehmer anruft, wenn er wissen will, woran es gerade wirklich hängt.
Unsere Kunden sind Unternehmen, die ihr Marketing externalisieren. Sie haben keine eigene Marketingabteilung oder ein sehr kleines Team, das ohnehin am Limit arbeitet. Für sie ist die Koordination von vier Dienstleistern keine Lösung, sondern zusätzliche Arbeit. Sie brauchen einen Partner, der Websites, Kampagnen, Anfragen, Bewerbungen und die Anbindung an ihre eigenen Systeme zusammen denkt und das Gesamtergebnis verantwortet. Diese Rolle wollen wir für den Mittelstand besetzen.
Künstliche Intelligenz verändert dabei zwei Dinge gleichzeitig. Sie verändert, was wir für Kunden leisten können. Und sie verändert die Geschwindigkeit, in der wir es tun. Mit agentischen Systemen lassen sich Abläufe umsetzen, die vor zwei Jahren noch Wochen an Abstimmung gekostet hätten. Deshalb baut baseplus® gerade das nächste Leistungsfeld auf: KI-gestützte Prozessautomatisierung für unsere Kunden. Also Marketing- und Vertriebsprozesse, die nicht nur beraten und gebaut, sondern automatisiert betrieben werden. Für ein mittelständisches Unternehmen ohne eigenes Digitalteam ist das ein Sprung, den es allein kaum schafft.
Dafür bauen wir baseplus® selbst um. Unsere Leistungen greifen künftig entlang dieser Kette ineinander statt nebeneinanderzustehen. Wir arbeiten an der Geschwindigkeit, mit der ein Projekt live geht. Genauso an der fachlichen Tiefe in jeder einzelnen Disziplin. Mit dem baseplus OS entsteht die technologische Grundlage, auf der Beratung, Umsetzung und Steuerung zusammenlaufen. Ein Unternehmen, das seine Kunden zu Veränderung berät, muss diese Veränderung zuerst bei sich selbst durchziehen.
Die FUNKE Mediengruppe im Rücken bedeutet für unsere Kunden vor allem zwei Dinge. Das erste ist Solidität. Wer eine mehrjährige Digitalstrategie aufsetzt, geht eine Abhängigkeit von seinem Partner ein und will wissen, dass dieser Partner in fünf Jahren noch da ist. Das zweite ist das Netzwerk dahinter. Reichweite, Medienmarken und Marktzugang einer der größten Mediengruppen des Landes stehen unseren Kunden im Bedarfsfall offen. Diese Kombination aus Beratungsnähe und Konzernrückhalt findet man am Markt selten.
Der Maßstab für Erfolg ist bei baseplus® einfach formuliert. Steht ein Kundenunternehmen nach drei, fünf oder zehn Jahren mit uns nachweisbar besser da als ohne uns? Wenn Kunden über Jahre bleiben und uns aktiv weiterempfehlen, ist das der ehrlichste Erfolgsindikator, den es in diesem Geschäft gibt.
Der zweite Maßstab betrifft unser Team. Ein Unternehmer soll unsere Leute als die Experten wahrnehmen, die sie sind, und ihre Einschätzung auch dann hören wollen, wenn sie seiner eigenen widerspricht. Partnerschaftlich in der Zusammenarbeit, fachlich führend in der Sache. Künstliche Intelligenz liefert uns immer mehr Möglichkeiten. Die Auswahl daraus bleibt eine menschliche Leistung. Wenn wir die dauerhaft besser treffen als andere, mache ich mir um die Zukunft dieses Geschäfts keine Sorgen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Quellenangaben
„Rund 72 Prozent der Fachkräftelücke entfallen auf KMU, rund 90 Prozent bei Zahnmedizin, Altenpflege und Bauelektrik“: KOFA-Studie „Fachkräftemangel in KMU“, Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft, Erhebungszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025
„54.400 unbesetzte Ausbildungsstellen und 84.400 unversorgte Bewerber im Jahr 2025“: Bundesinstitut für Berufsbildung, Erhebung zum Stichtag 30.09.2025
Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Nahezu täglich nutzen wir sie – mitunter sogar stundenlang. Doch beim Kauf gibt es durchaus Kriterien, die bei der Entscheidung für ein neues Gerät einen besonderen Stellenwert genießen. In unserem Ranking zeigen wir dir die wichtigsten Faktoren beim Smartphone-Kauf.
Nicht nur die Qualität und Verarbeitung sind bei einem Smartphone wichtig, auch andere Kriterien spielen für Nutzerinnen und Nutzer eine große Rolle. Doch worauf achten die meisten Menschen, wenn sie sich ein neues Smartphone anschaffen wollen? Eine aktuelle Erhebung von Statista hat genau das ermittelt – und macht deutlich, wie wichtig zum Beispiel die Akkulaufzeit ist oder welche Aspekte Kamera, Marke oder auch der Preis spielen.
Diese Kriterien sind für Smartphone-Nutzer die wichtigsten
Mehr als 1.200 Menschen wurden hierfür befragt und haben angegeben, welche Aspekte für sie beim Kauf eines Smartphones besonders wichtig sind. Die Teilnehmer – allesamt im Alter zwischen 18 und 64 Jahren – haben dabei klare Präferenzen und machen deutlich, worauf beim Smartphone-Kauf geachtet wird. Vor allem ein Kriterium hebt sich dabei deutlich von allen anderen ab und spielt somit die größte Rolle.
Interessant ist dabei, dass der Preis für die meisten Nutzerinnen und Nutzer nur eine untergeordnete Rolle spielt, Technik und Co. sind somit deutlich relevanter.
Das sind die Top 10 der wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, sich ein neues Smartphone anzuschaffen. Auf diese Aspekte achten die Menschen besonders:
Platz 10: Niedriger Preis
Die Frage nach dem Preis eröffnet die Top 10. Für 30 Prozent der befragten Smartphone-Nutzer ist ein niedriger Preis ein wichtiges Kriterium, wenn es um den Kauf geht. Somit spielen die Kosten gar nicht die große Rolle, wie man vielleicht meinen mag. Dennoch: Knapp ein Drittel der Befragten legt Wert auf einen niedrigen Preis und kann dafür mitunter auch mit einer schlechteren Ausstattung leben.