Normale Ansicht

Received yesterday — 24. Juli 2026BASIC thinking

Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen?

24. Juli 2026 um 05:45

Der Beitrag Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen? erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Was ist Megawattladen Wie funktioniert Megawattladen Elektroauto E-Lkw

In wenigen Minuten Strom für Hunderte Kilometer Reichweite oder einen Lkw während der Pause voll laden: Das soll das sogenannte Megawattladen möglich machen. 2025 eröffneten die ersten Stationen in Europa. Wir verraten dir, wie die Technologie funktioniert. 

Elektrofahrzeuge schneller laden zu können, bringt für Pkw mehr Reisekomfort und mehr Wirtschaftlichkeit für Lkw im Fernverkehr. Um das möglich zu machen, gibt es seit Februar 2025 entsprechende Ladestationen und seit Anfang 2026 sogar einen neuen technischen Ladestandard: das Megawattladen.

Wie funktioniert Megawattladen?

Als Megawattladen gilt eine Ladeleistung ab 1.000 Kilowatt. Das sogenannte Megawatt Charging System (MCS) ist eine Hochleistungs-Ladelösung mit der Fähigkeit, höhere Ladegeschwindigkeiten als herkömmliche Combined Charging Systems (CCS) zu liefern.

CCS-Lösungen liefern typischerweise zwischen 50 und 400 Kilowatt Gleichstromleistung. Vor allem für batterieelektrische Nutzfahrzeuge wie Lkw und Busse reicht das aber oft nicht aus. Doch MCS-Lösungen haben das Potenzial, mehr als ein Megawatt zu erreichen. MAN-Schwesterunternehmen Scania beschreibt die Vorteile der Technologie:

Das Laden kann während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen erfolgen, wodurch die Betriebszeit maximiert wird. Das schnellere Laden eröffnet außerdem neue Ausstattungsmöglichkeiten: Dank kürzerer Stopps können Betreiber kleinere Akkupakete wählen, wodurch sich die Nutzlast erhöht und die Gesamtproduktivität verbessert wird.

So schnell wie ein Toilettengang

Um die Technologie greifbarer zu machen, setzte ntv Megawattladen ins Verhältnis: Ein Lader mit einem Megawatt könnte theoretisch in 60 Minuten 1.000 Kilowattstunden übertragen oder in sechs Minuten 100 Kilowattstunden. Damit wären sogar die größten E-Autoakkus in der Zeit voll, die ein Mensch für einen Toilettengang oder eine Kaffeepause braucht.

Doch nicht nur die Schnelligkeit des Ladens ist enorm, sondern auch die elektrische Leistung. Bei einem Megawatt fließt zeitweise etwa so viel Strom durch ein einziges Kabel, wie Hunderte Haushalte zusammen benötigen. Weil der höhere Strom sicher gehandhabt werden muss, braucht MCS einen eigenen Stecker.

Welche Hersteller bieten Megawattladen schon an?

Bei Lkw ist die Auswahl größer, als der junge Standard vermuten lässt. MAN bietet die vollelektrischen Modelle eTGX und eTGS bereits mit MCS-Option zur Bestellung an, Serienstart ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bei einem Wintertest in Schweden lud ein eTGX mit rund 750 Kilowatt von 10 auf 90 Prozent in etwa 30 Minuten.

Auch Mercedes-Benz Trucks testet: Zwei MCS-fähige eActros 600 absolvierten Anfang 2026 eine rund 2.400 Kilometer lange Route quer durch Europa, um Ladeleistung und Kompatibilität mit unterschiedlichen Ladesäulen zu prüfen.

Scania, Schwesterunternehmen von MAN im Traton-Konzern, startet ebenfalls bei 750 Kilowatt, theoretisch sind mit dem MCS-Stecker aber bis zu 3,75 Megawatt möglich.

Megawattladen für Pkw: BYD startet in Deutschland

Bei Pkw galt Megawattladen lange als Zukunftsmusik, doch das ändert sich gerade. Der chinesische Hersteller BYD hat im Juni 2026 seine erste Flash-Charging-Station in Deutschland installiert. Sie befindet sich im Allgäu in der Nähe der Iselerbahn.

Die Säule ist laut BYD für bis zu 1.500 Kilowatt ausgelegt, also 1,5 Megawatt. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf den Ladeanschluss für den chinesischen Markt. Welche Leistung in Europa tatsächlich ankommt, lassen die bisherigen Angaben offen. Zum Vergleich: Teslas aktuelle V4-Supercharger erreichen maximal rund 500 Kilowatt.

In Kombination mit BYDs Blade Battery 2.0 sollen kompatible Fahrzeuge unter Idealbedingungen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden, in rund neun Minuten von 10 auf 97 Prozent.

MCS bisher noch Nische im Pkw-Bereich

Dennoch gibt es einen Haken: Bislang kann in Europa nur der Denza Z9GT die Technik nutzen, ein Modell der BYD-Premium-Marke. Mit seiner 122-Kilowattstunden-Batterie kommt er auf bis zu 800 Kilometer Reichweite.

Selbst moderne 800-Volt-Fahrzeuge wie der Porsche Taycan oder der Mercedes CLA Electric liegen deutlich unter den angepeilten Ladeleistungen. Weitere BYD-Modelle mit der neuen Batterie sollen laut dem Hersteller erst in etwa 18 bis 24 Monaten verfügbar sein.

Für die breite Masse bleibt deshalb vorerst die 800-Volt-Technik der Standard, die inzwischen über 20 Modelle nutzen, von günstigeren Wagen bis zu Porsche und Mercedes. Sie ermöglicht bis zu 400 Kilowatt, deutlich unter der Megawattgrenze.

Wie steht es um die Infrastruktur in Europa?

Einer Pressemitteilung von E.ON zufolge entsteht entlang der wichtigsten Verkehrsrouten in Europa ein Netz von Megawatt-Ladern. So seien bis zum Herbst 2028 in der Europäischen Union etwa 330 MCS-Ladepunkte an 55 Standorten in Deutschland, Österreich, Dänemark, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Polen und Ungarn geplant.

Jeder Standort ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich, die Ladeleistung liegt bei einem Megawatt. Gebaut wird das Ladenetz von einem Konsortium, dem E.ON, Voltix und GreenWay angehören. Die EU fördert es mit mehr als 70 Millionen Euro.

Auch BYD baut massiv aus. Wie das Unternehmen der South China Morning Post mitteilte, sollen bis Ende März 2027 insgesamt 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa in Betrieb genommen werden. Im selben Zeitraum plant BYD 2.000 weitere Stationen in Nord- und Südamerika sowie 1.000 im Asien-Pazifik-Raum, insgesamt also 6.000 Standorte außerhalb Chinas.

Auf dem chinesischen Festland betreibt der Konzern bereits gut 7.000 Flash-Charging-Stationen und will diese Zahl bis Jahresende auf 20.000 erhöhen.

Kritik am Megawattladen bei Pkw

Während das Megawattladen für Lkw durchaus Vorteile bringt, gibt es auch Kritik. Vor allem in Bezug auf Pkw empfinden Experten die Technologie als wenig sinnvoll: Aktuell kann kaum ein Modell so hohe Leistungen überhaupt aufnehmen.

Außerdem wäre die lokale Netzkapazität schnell ausgereizt. BYD begegnet diesem Problem nach eigenen Angaben mit Pufferspeichern an jeder Station: Eine Batterie lädt sich langsam aus dem Netz und gibt die Energie beim Ladevorgang mit hoher Leistung ab.

Hinzu kommt, dass hohe Ladeströme die Batterie stärker altern lassen und ohnehin nur für wenige Minuten anliegen. Selbst beim Denza Z9GT zeigen erste Praxistests, dass bereits eine 400-Kilowatt-Säule für sehr kurze Ladezeiten genügt.

Allerdings gibt es kaum Anlass zur Sorge, dass MCS das herkömmliche CCS verdrängen könnte. Zumindest Volvo Trucks erwartet, dass beide Systeme parallel verfügbar bleiben. Echte Alternativen zum Megawattladen gibt es allerdings kaum.

Zwar hat sich der Batteriewechsel zumindest in China halbwegs etabliert, in Europa fehlen dafür Anwender auf Fahrzeugherstellerseite. Beim Lkw gibt es Tests mit Oberleitungssystemen auf Autobahnen, ein Einsatz in großem Stil scheint aber nicht wahrscheinlich.

Auch interessant:

Der Beitrag Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen? erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Received before yesterdayBASIC thinking

Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten

22. Juli 2026 um 05:45

Der Beitrag Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Suche Internet KI-Antworten Quellen Künstliche Intelligent Chatbots

Immer mehr Menschen lassen sich Fragen von ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity beantworten, anstatt selbst zu recherchieren. Doch woher stammen diese Antworten eigentlich? Eine neue Studie mit 250.000 ausgewerteten Antworten liefert erstmals konkrete Zahlen zu den Quellen von KI-Modellen.

Die Suche nach Informationen im Internet hat sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend verändert. Vor einiger Zeit lief das noch so: Wer etwas wissen wollte, tippte es bei Google ein, klickte durch die Trefferleiste und suchte sich die passenden Websites heraus.

Grundsätzlich gehen viele Nutzer auch immer noch auf die gleiche Art und Weise an die Sache heran. Statt einer Linkliste erhalten sie über Google mittlerweile aber KI-gestützte Antworten. Viele wenden sich außerdem direkt an eines der großen Sprachmodelle (LLMs), um Informationen zu erhalten.

Anstatt selbst Ergebnisse zu vergleichen, bekommen Nutzer eine fertig formulierte Antworten serviert, oft mit ein paar Quellenlinks am Rand. Ob diese stimmen und wie sie zustande kommen, ist aber meist unklar.

Studie zeigt: Diese Quellen nutzen KI-Modelle für ihre Antworten

Um Klarheit zu schaffen, welche Quellen KI-Modelle für ihre Antworten nutzen, hat das Software-Unternehmen blinq eine Studie durchgeführt. Dafür wertete es zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 täglich Antworten auf rund 2.000 festgelegte Prompts aus, die an die führenden LLMs ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity gingen. Insgesamt kamen 250.000 Antworten zusammen, die ausgewertet wurden.

Das zentrale Ergebnis: Rund zwei Drittel aller von den drei Systemen zitierten Quellen (66,2 Prozent) stammen von Unternehmensseiten, also Firmenblogs, offiziellen Websites und Landingpages.

Ein Blick auf die am häufigsten zitierten Internetseiten zeigt, dass dort vor allem YouTube (15,18 Prozent) und Reddit (14,55 Prozent) mit deutlichem Abstand führen. Gleich danach folgen Wikipedia (9,05 Prozent) und LinkedIn (7,12 Prozent).

Bei deutschen Nachrichtenseiten liegt die Welt mit 17 Prozent vorn, vor dem Handelsblatt (12,2 Prozent) und Chip (8,9 Prozent).

Unternehmenswebsites liefern also in der Masse den größten Anteil an Inhalten. Geht es allerdings um einzelne, besonders oft herangezogene Adressen, geben Plattformen mit echten Nutzerdiskussionen und -bewertungen den Ausschlag.

Warum ChatGPT andere Quellen zitiert als Google AI Overviews

Die Studie schlüsselt ihre Ergebnisse getrennt auf. Die Unterschiede zwischen den drei Sprachmodellen sind deutlich. So stützt sich ChatGPT besonders auf Reddit, Wikipedia, Welt, LinkedIn, Google und BILD. Das Hervorheben der zwei zwei Axel-Springer-Medien dürfte aber kein Zufall sein. Der Verlag pflegt nämlich eine höchst umstrittene Partnerschaft mit OpenAI.

Google AI Overviews wiederum zitiert auffällig oft User generated Content (UGC): YouTube liegt hier auf Platz eins, taucht bei ChatGPT in den Top-Quellen aber gar nicht auf. Auch Google rankt bei AI Overviews deutlich höher als bei ChatGPT. Daneben spielen Instagram, das Handelsblatt und OMR-Reviews eine Rolle.

Perplexity setzt ebenfalls stark auf YouTube und Reddit, zieht allerdings auch LinkedIn und Instagram als weitere Nutzerinhalte-Quellen heran. Dazu kommen außerdem das Handelsblatt, Chip und Wikipedia für Fachautorität sowie OMR und der Stern.

3 Dinge, die du bei jeder KI-Antwort prüfen solltest

Für alle, die selbst regelmäßig Künstliche Intelligenz für ihre Internetsuche nutzen, ergeben sich aus den Studienerkenntnissen ein paar praktische Konsequenzen:

  • Erstens: Eine KI-Antwort ist kein geprüftes Faktenwissen, sondern eine Zusammenfassung dessen, was gerade im Netz zu einem Thema kursiert. Dazu gehören Unternehmenswerbung, Reddit-Diskussionen und Youtube-Videos. Viele Unternehmen sind sich außerdem darüber im klaren, wie sie ihre eigene Sichtbarkeit beeinflussen können. Gerade weil zwei Drittel der Quellen von Unternehmen selbst stammen, lohnt sich ein gesunder Zweifel.
  • Zweitens: Reddit- und YouTube-Inhalte fließen stark in die Antworten ein. Das kann hilfreich sein, weil auf den Plattformen viele ehrliche Erfahrungsberichte existieren. Aber es kann auch bedeuten, dass Einzelmeinungen oder gezielt platzierte Beiträge in einer KI-Antwort mehr Gewicht bekommen, als ihnen eigentlich zusteht.
  • Drittens: Wer eine KI-Antwort bekommt, sieht in der Regel nicht auf den ersten Blick, wie viele unterschiedliche und vertrauenswürdige Quellen tatsächlich dahinterstecken. Die Studie selbst weist darauf hin, dass sich die Zitierweise „hochdynamisch“ verändert. So spielte beispielsweise noch im Februar 2026 LinkedIn praktisch keine Rolle als Quelle. Heute gehört das Portal bei allen drei Systemen zu den wichtigsten Quellen.

Und nicht vergessen: Hinterfragen!

Ein paar altbekannte Grundregeln gelten weiterhin. Bei wichtigen Entscheidungen, etwa zu Gesundheit, Politik, Geld oder größeren Anschaffungen, lohnt sich der Blick auf die tatsächlich verlinkten Quellen einer KI-Antwort. Nur die Zusammenfassung zu lesen, reicht häufig nicht aus. Auch klassische Recherchen können helfen, eine fundierte Meinung zu prägen.

Wer merkt, dass eine Antwort auffällig positiv über ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen klingt, sollte beachten, dass diese Information sehr wahrscheinlich direkt von der Unternehmensseite selbst stammt. Bei Themen, zu denen es kontroverse Diskussionen gibt, kann es sich lohnen, zusätzlich gezielt nach unabhängigen Testberichten oder Fachpresse zu suchen, statt sich allein auf die erste KI-Antwort zu verlassen.

Auch interessant: 

Der Beitrag Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch

21. Juli 2026 um 19:03

Der Beitrag Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

humanoide Roboter OP Operation

Zwei humanoide Roboter haben erstmals allein Operationen durchgeführt, ferngesteuert von Chirurgen. Für eine präklinischen Studie entfernten sie Säugetieren die Gallenblase.

Für eine aktuelle Studie kamen zum ersten Mal ferngesteuerte humanoide Roboter im Operationssaal zum Einsatz. Ein Forscherteam, bestehend aus Ingenieuren und Chirurgen der University of California San Diego, absolvierte dafür zwei verschiedene Eingriffe.

Humanoider OP-Roboter entfernt lebendem Tier die Gallenblase

Bei der ersten Operation entfernte ein Mensch-Roboter-Team die Gallenblase. Der humanoide Roboter operierte, ein menschlicher Chirurg assistierte.

Die zweite Operation gelang zwei humanoiden Robotern, die Seite an Seite als Roboter-Roboter-Team arbeiteten. Beide Eingriffe fanden an großen, nicht-primaten Säugetieren statt.

Die Forscher sehen das Experiment als Machbarkeitsnachweis, also als einem ersten Schritt, humanoide Roboter in den OP-Saal zu bringen.

Antwort auf den Chirurgenmangel

Die Motivation der Studie liegt in einem aktuellen strukturellen Problem. Denn dem wachsenden Behandlungsbedarf steht ein Mangel an Chirurgen gegenüber. Die Folge: längere Wartezeiten, ein schlechterer Zugang zu Versorgung und größere gesundheitliche Ungleichheit.

Nach Ansicht des Forscherteams könnten die Roboter zunächst bei Eingriffen assistieren. Später sollen sie ganze Operationen unter ärztlicher Fernsteuerung durchführen.

„Ferngesteuerte und autonome humanoide Roboter haben echtes Potenzial, den Zugang zu kritischen Operationen zu erweitern, zu denen Patienten sonst keinen Zugang hätten“, so Michael Yip, einer der Autoren der Studie und Fakultätsmitglied der UC San Diego. Die neuen Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Gesundheitskrise nicht nur in den USA, sondern weltweit anzugehen.

Denkbar sind für Yip auch Einsätze abseits klassischer Kliniken: „Man kann sich vorstellen, dass diese Roboter in abgelegenen Gemeinden eingesetzt werden, wo Personal knapp ist, oder in schwierigen Umgebungen wie Such- und Rettungsszenarien, wo in kurzer Zeit massiv Feldmedizin gebraucht wird.“

Vorteile von OP-Roboter gegenüber Spezialsystemen

Spezialisierte OP-Robotersysteme gibt es bereits. Allerdings sind sie meist mit drei oder vier Roboterarmen, Spezialwerkzeugen und eigener Software ausgestattet. Außerdem wiegen sie rund 800 Kilogramm, brauchen ein großes Team für den Aufbau und beanspruchen so viel Platz, dass OP-Säle oft umgebaut werden müssen.

Die in der UC San Diego-Studie eingesetzten Roboter sind hingegen etwa 1,52 Meter groß und wiegen rund 27 Kilogramm. Sie können sich frei durch normale OP-Säle bewegen und nutzen herkömmliche OP-Instrumente.

Auch die Steuerung fühle sich natürlicher an, gerade für Personen ohne Training an Spezialsystemen. „Wir waren überrascht, wie gut sich „Surgie“ – so der Name des OP-Roboters – in unseren Arbeitsbereich und Arbeitsablauf eingefügt hat“, so tudien-Co-Autorin Nikita Thareja.

An der Präzision ändert die kompakte Bauweise nichts, bestätigt auch Shanglei Liu, Professorin für Chirurgie. Sie steuerte den OP-Roboter während der Studie selbst. Ein Eingriff per teleoperiertem humanoidem Roboter sei genauso präzise wie mit einem klassischen teleoperierten OP-System. Liu dazu:

Es kostet einen Bruchteil und braucht einen Bruchteil des Platzes im OP-Saal. Damit lässt es sich überall einsetzen, von ländlichen Gebieten über das Schlachtfeld bis in den Weltraum.

Operations-Roboter: Was kommt als Nächstes?

Einige Probleme der Teleoperation sind noch ungeklärt. So mussten die OP-Roboter während der Eingriffe mehrfach neu kalibriert werden. Dadurch dauerten die Operationen deutlich länger als mit etablierten Spezialsystemen. Auch an der Latenz, also der Verzögerung zwischen Steuerbefehl und Roboterbewegung, arbeitet das Team, vor allem für Operationen über große Distanzen.

Weil Surgie laufen und die meisten körperlichen Aufgaben eines Menschen ausführen kann, hat das Forschungsteam noch eine weitere Zukunftsvision für die autonomen OP-Roboter.

Werkzeuge holen und den OP-Saal nach dem Eingriff aufräumen. „Eines unserer Ziele ist die Entwicklung eines autonomen chirurgischen Assistenten“, so Michael Yip. Er ergänzte:

Viele Gemeinden kämpfen mit unzureichender Personalausstattung im OP-Team, was bedeutet, dass Patienten nicht behandelt werden. Unser Ziel ist ein Operationssaal der Zukunft, in dem humanoide Roboter und Menschen Seite an Seite als ein integriertes Team arbeiten, um Eingriffe an diejenigen in Not zu liefern, sowohl in traditionellen Krankenhausumgebungen als auch in nicht-traditionellen Feldmedizin-Szenarien.

Auch interessant: 

Der Beitrag Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen

20. Juli 2026 um 05:45

Der Beitrag Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Modelle deutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz welche Sprachmodelle

Viele deutsche KI-Unternehmen nutzen Sprachmodelle und werben mit digitaler Souveränität. Eine neue Untersuchung zeigt jedoch, dass ein Großteil trotzdem auf US-Technologie setzt. Wir zeigen, wo die Souveränitätslücke am größten ist.

Ob im Kundenservice, in der Rechtsabteilung oder in der Produktentwicklung: Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags, auch in Deutschland. Ein Schlagwort ist dabei „digitale Souveränität“.

Gemeint ist damit, dass Firmen und Behörden bei Künstlicher Intelligenz unabhängig von ausländischen Anbietern bleiben, ihre Daten in Europa speichern und nicht auf US-Konzerne angewiesen sind.

Einige Firmen werben damit, dass sie unabhängig von US-Anbietern sind. Eine neue Untersuchung der europäischen KI-Plattform GreenPT zeigt nun, welche KI-Modelle deutsche Unternehmen wirklich einsetzen.

Diese KI-Modelle nutzen deutsche Unternehmen

Für den Bericht hat GreenPT 514 öffentlich auffindbare deutsche KI-Firmen untersucht. Wichtig dabei: Es gibt kein offizielles Register deutscher KI-Unternehmen. GreenPT konnte also nur zählen, welche Firmen öffentlich auffindbar sind.

Nur 221 dieser Firmen legen offen, welchen KI-Anbieter sie nutzen, etwa in der Datenschutzerklärung oder auf der eigenen Website. Die Untersuchung bezieht sich also ausschließlich auf diese Unternehmen. Die wichtigste Erkenntnis: Von deutschen KI-Firmen, die öffentlich einen Anbieter nennen, setzt gut die Hälfte auf US-Technologie.

Modelle von US-Anbietern klar vorn

Laut offizieller Mitteilung zum Forschungsbericht hängen etwa 53 Prozent der deutschen KI-Unternehmen, die öffentlich angeben, welches KI-Modell sie verwenden, von einem US-Frontier-Anbieter ab. Von den US-Modellen entfallen 41 Prozent auf OpenAI, 18 Prozent auf Anthropic, zehn Prozent auf Google, fünf Prozent auf Microsoft, zehn Prozent auf AWS und sechs Prozent auf Llama von Meta.

Ein ähnlicher Anteil (rund 43 Prozent) entwickelt eigene Modelle. Mistral, das einzige in der EU ansässige Frontier-Labor, erreicht etwa zehn Prozent. Ein in Deutschland gehostetes Frontier-Modell existiert dem Bericht zufolge aktuell nicht.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Auffällig ist nur, dass deutsche Firmen etwas häufiger zu Google und Anthropic greifen als der europäische Durchschnitt, der stärker auf OpenAI setzt.

Wie stark eine Branche auf US-Technologie setzt, hängt stark vom Anwendungsfall ab. In Gesundheit und Biotech entwickeln laut Studie rund 85 Prozent der offenlegenden Firmen eigene Modelle, oft weil strenge Zulassungsregeln das verlangen.

In der Industrie sind es rund 71 Prozent, etwa für Bilderkennung oder Wartungsprognosen. In Bereichen wie Recht, Personalwesen oder Bildungstechnologie dagegen dominieren fertige US-Lösungen deutlich.

KI-Modelle in deutschen Unternehmen offenbaren große Souveränitätslücke

Von den insgesamt 514 untersuchten Firmen werben 173 aktiv mit Souveränität, EU-Datenresidenz oder On-Prem-Betrieb. Von diesen 173 Firmen nutzen aber 72 im Hintergrund trotzdem ein US-Proprietärmodell, also ein geschlossenes, kommerzielles KI-System eines US-Anbieters.

Besonders häufig tritt diese Lücke in den Bereichen Recht, Personalwesen, Verwaltung und Finanzen auf, also ausgerechnet dort, wo Compliance und Datenschutz eine besonders große Rolle spielen sollten.

Bei der Untersuchung von GreenPT handelt es sich um eine Momentaufnahme von Mitte 2026. Anbieterbeziehungen könnten sich laut Mitteilung allerdings schnell ändern. Außerdem kombiniere die europäische Benchmark Länderstudien mit aktueller Forschung von 2026. Die Zahlen sind also eher als Tendenz zu lesen, als Ergebnis eines kontrollierten Vergleichs.

GreenPT ist ein europäischer KI-Anbieter, der Chat- und API-Zugänge zu Open-Source-Modellen anbietet und dabei nach eigenen Angaben ausschließlich mit erneuerbarer Energie arbeitet. Das Unternehmen positioniert sich als Alternative zu US-Diensten und wirbt mit EU-Hosting und Datenschutz.

Auch interessant: 

Der Beitrag Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen

18. Juli 2026 um 05:45

Der Beitrag KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Turing Test Künstliche Intelligenz

Erstmals hat eine KI den klassischen Turing-Test bestanden. Ein Modell wurde dabei sogar häufiger für einen Menschen gehalten als echte Personen. Erfolg für die KI, doch was bedeutet das für unseren Umgang mit der Technologie?

Kann eine Maschine denken wie ein Mensch? Diese Frage wollte der britische Mathematiker Alan Turing bereits 1950 mit seinem „Imitationsspiel“ beantworten. Später ging dieses Experiment als Turing-Test in die Geschichte ein.

Die Idee: Wenn ein Mensch im Gespräch nicht mehr zuverlässig erkennen kann, ob er mit einer Maschine oder einem anderen Menschen kommuniziert, hat die Maschine den Test bestanden. Nun ist genau das passiert.

Was ist der Turing Test?

Klassischerweise läuft der Turing-Test so ab, dass eine Versuchsperson gleichzeitig mit zwei Gesprächspartnern kommuniziert. Einer davon ist ein Mensch, der andere eine Maschine. Beide versuchen, als Mensch durchzugehen. Der Prüfer muss am Ende entscheiden, wer wer ist. Kann er das nicht zuverlässig tun, hat die Maschine den Turing-Test bestanden.

Genau dieses Prinzip haben die Kognitionswissenschaftler Cameron Jones und Benjamin Bergen von der University of California San Diego in einer neuen Studie genutzt. Knapp 500 Teilnehmer führten jeweils fünfminütige Chats, in einer Zusatzstudie auch 15-minütige, und mussten anschließend urteilen.

Das Ergebnis: GPT-4.5 von OpenAI wurde in 73 Prozent der Fälle für den Menschen gehalten, also häufiger als die echten menschlichen Gesprächspartner. Auch Metas Modell LLaMa-3.1-405B war mit 56 Prozent statistisch nicht mehr von Menschen zu unterscheiden.

Auch der Chatbot Eliza aus den 1960er Jahren nahm an der Studie teil. Eliza flog allerdings in den meisten Fällen auf, weil das regelbasierte Programm nicht flexibel auf Gespräche reagieren kann.

„Wir haben herausgefunden, dass fortgeschrittene LLMs, wenn sie die richtigen Prompts erhalten, denselben Tonfall, dieselbe Direktheit, denselben Humor und dieselbe Fehlbarkeit wie Menschen an den Tag legen können“, erklärt Studienautor Cameron Jones in einer Pressemitteilung.

Obwohl wir wissen, dass LLMs problemlos Wissen zu fast jedem Thema produzieren können, hat dieser Test gezeigt, dass sie auch soziale Verhaltensweisen überzeugend darstellen können, was erhebliche Auswirkungen darauf hat, wie wir über KI denken.

KI braucht Rollenanweisung, um Test zu bestehen

Der Erfolg der KI im Turing-Test wirkt zunächst so, als ob die Technologie dem Menschen überlegen wäre. Ein Detail ist laut der Forscher dennoch entscheidend: Die Modelle bestanden den Test nur, wenn sie vorher eine sogenannte Persona-Anweisung erhielten.

Die Vorgabe war, eine junge, introvertierte Person zu spielen, die die Internetkultur kennt und Slang benutzt. Ohne diese Anweisung fiel GPT-4.5 auf eine Erfolgsquote von 36 Prozent, LLaMa auf 38 Prozent.

„Sie haben die Fähigkeit, menschenähnlich zu wirken, aber vielleicht nicht so sehr die Fähigkeit, selbst herauszufinden, was nötig wäre, um menschenähnlich zu wirken“, erklärt Co-Autor Benjamin Bergen.

Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was taugt ein Test, dessen Ergebnis sich durch die richtige Anweisung so massiv verschieben lässt? Wenn Menschen der Maschine erst sagen müssen, wie sie menschlich wirkt, hat dann wirklich die Maschine den Test bestanden oder eher die Menschen, die den Prompt geschrieben haben?

KI Turing-Test: Warum Bestehen nicht gleich Intelligenz bedeutet

Auch die Forscher stellen den Test infrage: Der Turing-Test sei ursprünglich entwickelt worden, um zu untersuchen, ob Maschinen mit der menschlichen Intelligenz mithalten können, erklärt Bergen. „Aber heute wissen wir, dass KI viele Fragen schneller und genauer beantworten kann als Menschen.“

Das eigentliche Problem ist also nicht die reine Gehirnleistung. Zu sehen, dass Maschinen den Test bestehen können, und zu sehen, wie sie ihn bestehen, zwingt uns dazu, neu zu überdenken, was er eigentlich misst. Zunehmend misst er die Menschenähnlichkeit.

Interessant ist dabei, dass die Versuchspersonen kaum klassische Intelligenzfragen stellten. Stattdessen achteten sie auf Sprachstil und Persönlichkeit. Wer zu perfekt antwortete, wirkte verdächtig. Die Testpersonen untersuchten also nicht Wissen oder Logik, sondern suchten nach Fehlern.

Am Ende sagt das wohl mehr über uns aus als über die Maschinen. Offenbar versuchen wir Menschlichkeit nicht an Klugheit, sondern an Unvollkommenheit zu erkennen. Allerdings scheinen unsere Erkennungsmerkmale so vorhersehbar zu sein, dass sich eine KI gezielt darauf trainieren lässt.

KI besteht Turing-Test: Bedeutung für unsere Online-Kommunikation

Die Forscher warnen deutlich vor den Folgen. „Wir müssen wachsamer sein; wenn man im Internet mit Fremden interagiert, sollten die Menschen viel weniger zuversichtlich sein, dass sie wissen, ob sie mit einem Menschen oder einem LLM sprechen“, sagt Jones.

Denn: Selbst wer aufmerksam ist und direkt vergleichen kann, könnte den Unterschied unter Umständen nicht mehr erkennen. Bergen verweist zudem auf Akteure, die Bots gezielt einsetzen wollen, um Menschen zur Herausgabe sensibler Daten, zu Wahlentscheidungen oder zu Käufen zu bewegen.

Die Forscher hoffen nach eigenen Angaben, mit dieser Arbeit das öffentliche Verständnis dafür zu schärfen, was diese Systeme mittlerweile leisten können und welche Art von Schutzmaßnahmen die Gesellschaft möglicherweise benötigt.

Auch interessant:

Der Beitrag KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck

16. Juli 2026 um 20:14

Der Beitrag EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Tempo Auto Satellit EU Tempolimit Drosselung

Steuert die EU bald per Satellit, wie schnell du fahren darfst? Britische Medien berichten zumindest über Pläne, Autos ab 2030 automatisch zu drosseln. Die EU-Kommission widerspricht deutlich. Die Hintergründe. 

Aktuell kursieren Medienberichte, die behaupten, dass die EU eine neue Verordnung für Fahrzeuge prüft. Ab 2030 sollen neue Autos laut Daily Mail und The Telegraph mit einem speziellen Gerät ausgestattet werden, das sich mit Satelliten verbindet, um den Standort eines Wagens zu ermitteln.

Ergänzt werden soll es durch eine  Analyse von 5G-Signalen zur Überprüfung des Standorts auf einer digitalen Karte sowie Kameras am Fahrzeug, die Verkehrszeichen erfassen.

Überschreitet ein Fahrzeug ein bestimmtes Tempolimit und fährt etwa mit 85 Kilometern pro Stunde in einer 50er-Zone, soll das System die Geschwindigkeit automatisch drosseln können.

Drosselt die EU bald das Tempo von Autos per Satellit?

Während der automatischen Geschwindigkeitsbeschränkung soll ein kurzzeitiges Übersteuern zur Reaktion auf Gefahren und zum Überholen weiterhin möglich sein. Als Vorbild dient laut Daily Mail die Technik von E-Scootern des Anbieters Lime, die in Sperrzonen schon heute per GPS gedrosselt werden.

Die britischen Berichte gehen davon aus, dass die EU die bereits vorgeschriebene Intelligent Speed Assistance (ISA) weiterentwickeln will. So solle das System künftig nicht nur akustisch und optisch warnen, sondern das Tempo gänzlich drosseln.

Nachdem die ersten Berichte veröffentlicht wurden, stieß das Vorhaben bereits auf Kritik, beispielsweise vonseiten der Alliance of British Drivers. In Deutschland nahm sich unter anderem das Fachmagazin Auto Motor Sport der Thematik an.

Das sagt die EU zur automatischen Geschwindigkeitsbeschränkung

Auf Nachfrage weist die Europäische Kommission die Berichte zurück. Eine Sprecherin erklärte gegenüber dem Magazin, dass entsprechende Angaben nicht zutreffen.

„Die Kommission prüft keine künftigen Versionen der Intelligent Speed Assistance (ISA) mit einer verpflichtenden Begrenzung der Fahrzeuggeschwindigkeit“, so die EU-Sprecherin.

In den ursprünglichen britischen Berichten gibt es zudem keine konkreten Fakten. So zitierte The Telegraph unter anderem zwar einen Kommissionssprecher. Er deutete aber bereits an, dass entsprechende Gespräche rein explorativ sind.

ISA statt Satelliten: Kein Tempo-Zwang von der EU

Öffentlich einsehbare Dokumente enthalten zwar eine Einschätzung zu Geschwindigkeits- und Unfallrisiken. Allerdings gibt es aktuell keinen Vorschlag für eine verpflichtende satellitengestützte Geschwindigkeitsbegrenzung.

Damit kommen Satelliten vorerst nicht bei der Geschwindigkeitsbeschränkung von Fahrzeugen zum Einsatz. Seit Juli 2024 ist ISA dennoch für alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU verpflichtend.

Der Intelligent Speed Assistance erkennt Tempolimits über eine Kombination aus Kameras zur Verkehrszeichenerkennung und digitalen Kartendaten und weist Fahrer bei einer Überschreitung optisch oder akustisch darauf hin.

Auch interessant:

Der Beitrag EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern

16. Juli 2026 um 05:45

Der Beitrag Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Eltern Smartphones Bindung Kinder Was ist Technoference

Wenn Eltern ständig auf ihre Smartphones schauen, kann das die Beziehung zu ihren Kindern schwächen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Hintergrund ist ein Effekt namens Technoference. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat. 

Eine Welt ohne Smartphones ist für viele nicht mehr vorstellbar. Vor allem für die neue Generation, ist das Handy ein selbstverständlicher Teil des Lebens.

Im Fokus der Debatten um Gerätenutzung und Bildschirmzeit standen bisher vor allem Jugendliche. Weniger im Blick war, wie Kinder das Nutzungsverhalten ihrer Eltern wahrnehmen.

Genau das hat nun ein Forscherteam um Don Grant von Newport Healthcare in den USA untersucht. Eine Studie mit dem Titel „Mama, liebst du dein Handy mehr als mich?“ zeigt: Jugendliche, die ihre Eltern oder Bezugspersonen als häufig durch mobile Geräte abgelenkt wahrnehmen, zeigen deutlich häufiger unsichere Bindungsmuster.

Eltern am Smartphone: Wie das die Bindung zum Kind gefährdet

Eine unsichere Bindung wird mit Schwierigkeiten beim Aufbau gesunder Beziehungen, erhöhter Angst sowie langfristig schlechteren psychischen und physischen Gesundheitszuständen in Verbindung gebracht.

„Unsere Studie legt nahe, dass auch die Nutzgewohnheiten der Eltern wichtige Aspekte der Entwicklung von Jugendlichen beeinflussen“, erklärt Grant in einer Pressemitteilung.

Grundlage dafür ist die Bindungstheorie: Kinder brauchen verlässlich verfügbare und aufmerksame Bezugspersonen, um eine sichere Bindung aufzubauen. Ist ein Elternteil regelmäßig durch ein Smartphone abgelenkt, erleben Kinder das laut der Studie als mangelnde Aufmerksamkeit.

Was ist Technoference?

Genau diese wiederholten kleinen Unterbrechungen scheinen problematisch zu sein. Für dieses Phänomen haben sich in der Forschung zwei Begriffe etabliert.

Technoference beschreibt allgemein, wie digitale Geräte zwischenmenschliche Interaktionen stören. Der Begriff existiert unter Forschern bereits seit 2012. Geprägt wurde er von Brandon T. McDaniel, Wissenschaftler am Parkview Mirro Center for Research and Innovation.

McDaniel beschreibt damit alltägliche Störungen von direkter, persönlicher Kommunikation in der realen Welt durch die Nutzung von Technologie. Kurz, Momente in denen Geräte in Gespräche oder gemeinsame Zeit hineinfunken.

Der Forscher entwickelte das Konzept, weil ihn interessierte, ob es eine Bedeutung hat, wenn ein Piepton, eine Benachrichtigung oder die bloße Anwesenheit eines Geräts eine Interaktion unterbricht.

Phubbing wiederum ist eine Unterform von Technoference. Das Kofferwort aus „Phone“ und „Snubbing“ steht für das Ignorieren einer Person zugunsten des Smartphones.

Warum das Phänomen so leicht übersehen wird

Anders als etwa psychische Erkrankungen oder familiäre Krisen ist Gerätenutzung laut der aktuellen Grant-Studie vollständig steuerbar und trotzdem sozial akzeptiert, weshalb sie leicht übersehen wird. Die Forscher betonen allerdings, dass die Daten nur einen Zusammenhang zeigen, keine Ursache.

Es bleibt offen, ob die gefühlte Ablenkung der Eltern zu unsicherer Bindung führt oder ob Jugendliche mit unsicherer Bindung das Verhalten ihrer Eltern eher als ablenkend wahrnehmen.

600 Jugendliche befragt: Was Eltern laut Studie jetzt tun sollten

Für die Studie befragte das Team 600 US-Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Sie füllten unter anderem einen neu entwickelten Fragebogen aus, die sogenannte Device Attachment Interference Scale.

Das Ergebnis: Je stärker die Jugendlichen das Gerätenutzungsverhalten ihrer Eltern als störend empfanden, desto unsicherer war ihre Bindung zur Bezugsperson. Das galt für Mütter genauso wie für Väter.

Auch eine ältere Untersuchung des Pew Research Center aus dem Jahr 2024 stützt dieses Bild. Damals gaben 46 Prozent der befragten US-Teenager an, ihre Eltern seien beim Reden zumindest gelegentlich vom Handy abgelenkt.

Das Forscherteam um Don Grant betont, dass Eltern nicht bei jeder Aufmerksamkeitsbitte sofort das Handy weglegen müssen. Wichtiger sei, die Bitte des Kindes wahrzunehmen und sich möglichst bald tatsächlich zuzuwenden.

Auch interessant: 

Der Beitrag Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

❌