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Ohne Fahrer: Autonome Kleinbusse machen Autofahrten überflüssig

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Autonome Kleinbusse ÖPNV Busse

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr verbessern und zahlreiche Autofahrten ersetzen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen ausgewertet hat. 

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr verbessern und herkömmliche Fahrten mit dem Personenkraftwagen ersetzen. Das zeigt eine Untersuchung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nach mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen in Mannheim und Friedrichshafen. Die Forscher analysierten die Zuverlässigkeit der Technik im Alltag sowie die Reaktionen der Bevölkerung.

Ihre Ergebnisse bilden die Grundlage für den künftigen Einsatz automatisierter Angebote. Bewohner ländlicher Regionen profitieren besonders von der Technik, da dort herkömmliche Busse nur selten verkehren. Professor Martin Kagerbauer erklärt dazu, dass automatisierte Angebote die Mobilität im ländlichen Raum verbessern. Voraussetzung dafür bleibt ein zuverlässiger Betrieb der Fahrzeuge. Zudem müssten Passagiere genau verstehen, welche Fähigkeiten das jeweilige System besitzt.

Autonome Kleinbusse: Sicherheit und Vertrauen als Grundlage

Die Befragungen belegen eine hohe Offenheit der Menschen gegenüber der autonomen Fahrzeugtechnik. Christian Klinkhardt vom Institut für Verkehrswesen (IFV) betont jedoch, dass das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste während der Fahrt entscheidet. Dabei geht es sowohl um die technische Sicherheit der Systeme als auch um den Schutz vor aggressivem Verhalten anderer Mitreisenden.

Ein gut einsehbarer Innenraum sowie eine direkte Verbindung zur Leitstelle sollen das Vertrauen der Passagiere stärken. Zudem helfen verständliche Informationen während der Fahrt den Fahrgästen dabei, sich sicher und informiert zu fühlen. Nur wenn Betreiber diese Bedingungen erfüllen, akzeptieren Menschen das Angebot autonomer Shuttles.

Die Analyse der Testfahrten verdeutlicht, dass autonome Shuttles tägliche Wege zum Bahnhof, zum Einkaufen oder zur Schule erleichtern. Christian Klinkhardt erläutert, dass gerade in Randlagen durch diese flexiblen Angebote neue Mobilitätsoptionen für die Bevölkerung entstehen. Damit das System funktioniert, müssen die Shuttles verlässlich auf Abruf bereitstehen.

Integration und technische Anforderungen

Wenn Betreiber die Shuttles technisch in bestehende Ticket- und Informationssysteme einbinden, nutzen Fahrgäste sie ohne Vorbehalte. Die Fachleute fordern eine nahtlose Einbindung in diese digitalen Strukturen, um den Zugang für alle Menschen zu vereinfachen. Das System müsse so leicht zugänglich wie bereits etablierte Systeme sein.

Hersteller, Software-Anbieter und kommunale Verkehrsunternehmen sollen ihre Rollen eindeutig untereinander verteilen. Sie müssten klären, wer den Betrieb leitet und wer die Verantwortung übernimmt. Die spezifische Haftungsfrage zur Software-Verfügbarkeit stellt für den fahrerlosen Betrieb eine zentrale Herausforderung dar.

Denn nur wenn Zuständigkeiten feststehen, entsteht ein verlässliches Angebot für Fahrgäste. Alle Beteiligten müssen ihre Rollen genau kennen, um auf technische Ausfälle reagieren zu können. Diese organisatorische Klärung bildet das Fundament für den Einsatz der Shuttles im öffentlichen Raum.

Ausblick auf fahrerlose Systeme

Die Erkenntnisse aus dem Projekt „RABus“ fließen direkt in die aktuellen Vorhaben „KIRA“ und „ALIKE“ ein. Diese Projekte erproben autonome Kleinbusse bereits in Hamburg, Darmstadt und dem Kreis Offenbach. Fachleute sammeln dadurch Erfahrungen unter verschiedenen geografischen Bedingungen.

Die Forscher streben nun ein regulär zugelassenes Fahrzeugmodell an, das ohne eine Sicherheitsbegleitperson verkehren darf. Erst dieser fahrerlose Betrieb ermöglicht die Umsetzung größerer Modellregionen, wie die Bundespolitik derzeit plant. Ziel ist ein autonomes System, das ohne Sicherheitsbegleitperson im Fahrzeug auskommt.

Mittelfristig könnten diese autonomen Shuttles die Mobilität dort einerseits sichern, wo heute Personal fehlt. Auch in Gebieten, in denen Busse bisher nur sehr unregelmäßig fahren, bietet die Technik großes Potenzial. Die Shuttles schließen damit Lücken im Nahverkehrsnetz und verbessern die Anbindung abgelegener Orte.

Die Untersuchung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bildet somit den Ausgangspunkt für einen autonomen Linienbetrieb in Deutschland. Durch die Erprobung rückt ein flächendeckender Einsatz fahrerloser Shuttles näher. Der Abschlussbericht zeigt den Weg für künftige Mobilitätsprojekte auf.

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Forscher wollen alte Kohleminen in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke verwandeln

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Pumspeicherkraftwerke Kohlemine

Forscher haben hydrodynamische Modellierungen durchgeführt und chemische Modelle entwickelt, um die Machbarkeit der Umwandlung stillgelegter Kohlebergwerke in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke zu bewerten. Die Energiespeicher könnten die Netzzuverlässigkeit und -sicherheit erhöhen. 

Forscher des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) bewerten derzeit die Machbarkeit, stillgelegte Kohleminen in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke umzuwandeln. Sie nutzen dafür fortschrittliche hydrodynamische und chemische Modelle, um verschiedene Standorte umfassend zu prüfen. Die Speicherlösungen könnten künftig die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Stromnetze erhöhen.

Pumpspeicherkraftwerke (PSH) stellen in den USA bereits über 90 Prozent der heimischen Energiespeicherung im Versorgungsmaßstab bereit. Die Technologie benötigt meist Berge oder Hügel für einen natürlichen Höhenunterschied zwischen zwei Wasserbecken.

Experten am ORNL bilden diesen Höhenunterschied nun durch die Nutzung bestehender Mineninfrastrukturen künstlich nach. Anstatt neue Becken in bergigen Landschaften zu bauen, greifen die Forscher auf tiefe Schächte ehemaliger Kohleminen zurück. Dieses Verfahren weitet die geografische Reichweite der Technologie deutlich aus.

Untergrund-Pumpspeicherkraftwerk: Bestehende Infrastruktur senkt Kosten

Vorhandene Schächte senken die Baukosten für neue Kraftwerke. Die vorhandene Substanz der Bergwerke bildet das Fundament für die technischen Anlagen. Künftig könnten davon auch Gebiete ohne natürliche Erhebungen profitieren.

Die Forscher untersuchen, wie sich die unterirdischen Strukturen für den dauerhaften Betrieb eignen. In flachen Regionen gab es bisher kaum Möglichkeiten, großtechnische Wasserspeicher für die Netzzuverlässigkeit zu errichten. Die Umnutzung der Minen erweitert inzwischen die geografische Reichweite der PSH-Technologie.

Trotz der Potenziale stehen Experten vor technischen Herausforderungen bei der Umsetzung. Thien Nguyen, Senior Researcher am ORNL, nennt chemische Erosion und die strukturelle Stabilität als zentrale Hürden. Das Wasser in den tiefen Schächten steht in ständigem Kontakt mit dem Gestein und verbliebenen Mineralien.

Digitale Modelle für die Industrie

Diese chemischen Prozesse greifen das Material der Mine über lange Zeiträume hinweg an. Gleichzeitig muss die Konstruktion dem Druck der Wassermassen dauerhaft standhalten. Die Sicherheit der Anlagen steht daher im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen.

Um diese Risiken zu beherrschen, nutzt das Team fortschrittliche hydrodynamische und chemische Modelle. Die hydrodynamischen Simulationen bilden die Wasserbewegungen in den verzweigten Schächten detailgetreu ab. Die chemischen Analysen bewerten die Reaktionen zwischen dem Wasser und der Umgebung.

Industriepartner erhalten durch diese Werkzeuge eine Basis für die Bewertung spezifischer Standorte. Die Daten helfen Unternehmen, informierte Entscheidungen über das Design und den Bau der Anlagen zu treffen. Auch der spätere Betrieb und die Wartung sollen von diesen digitalen Analysen profitieren.

Sichere Nachnutzung für das Stromnetz

Die Analysen zeigen auf, ob die Wasserkraft unter Tage an einem jeweiligen Ort funktioniert. Fachleute nutzen die Modelle, um die Standorte von Interesse umfassend auf ihre Eignung zu prüfen. Dies soll künftige Investoren und Betreiber bei der Risikoeinschätzung unterstützen.

Letztlich könnten stillgelegte Minen durch diese Forschung eine wichtige Funktion für ein stabileres Stromnetz erhalten. Die Verwandlung alter Industriebrachen in moderne Kraftwerke könnte entscheidend zur Netzsicherheit beitragen. Das Projekt am Oak Ridge National Laboratory bildet damit eine Grundlage für künftige Anwendungen im Versorgungsmaßstab.

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ETH Zürich speichert CO2 und Wasserstoff in Methanol

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Wasserstoff Methanol

Forschern der ETH Zürich ist es gelungen, CO2 zu binden und Wasserstoff gleichzeitig in Methanol zu speichern. Hintergrund sind isolierte Metallatome als Katalysatoren.

Forscher der ETH Zürich haben CO2 aus der Luft zusammen mit Wasserstoff in grünes Methanol umgewandelt. Ein einzelnes Indiumatom diente dabei als Katalysator, um diese chemische Reaktion zu beschleunigen. Mit dieser Technologie lässt sich Wasserstoff effizient in flüssiger Form speichern und das Treibhausgas als Energieträger nutzen. Die Methode liefert zudem exakte Daten über die chemischen Abläufe während der Umwandlung.

Methanol dient der Industrie als wichtiger Rohstoff und treibt bereits erste Motoren in der Schifffahrt an. Da der Stoff bei Raumtemperatur flüssig bleibt, ist die Handhabung im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff deutlich einfacher. In dieser Form erreicht Methanol eine Energiedichte, die mit auf 700 bar komprimiertem und auf minus 200 Grad Celsius gekühltem Wasserstoff vergleichbar ist. Für eine nachhaltige Synthese muss der benötigte Wasserstoff allerdings leicht aus grünen Quellen verfügbar sein.

Forscher produzieren Methanol aus Wasserstoff und CO2

Herkömmliche Katalysatoren arbeiten meist mit Partikeln, die aus mehreren tausend Atomen bestehen. In solchen Clustern bleiben viele Atome im Inneren eingeschlossen und nehmen daher nicht aktiv an der chemischen Reaktion teil.

Die Forscher der ETH Zürich setzen stattdessen auf isolierte Einzelatome des Elements Indium. Durch diesen Aufbau senkt tatsächlich jedes einzelne Atom die nötige Reaktionsenergie auf dem Weg zum Methanol ab. Laut einer im Fachmagazin Nature Nanotechnology veröffentlichten Studie steigerte das Team die Methanolproduktion so um 70 Prozent im Verhältnis zum eingesetzten Katalysematerial.

Indium kommt in der Natur im Vergleich zu teuren Edelmetallen relativ häufig vor. Dennoch betonen die Forscher, dass die Technik vor allem ihre maximale Nutzungseffizienz erreicht. Jedes Atom hilft aktiv dabei, das Klimagas CO2 in einen flüssigen Brennstoff zu verwandeln.

Hoher Aufwand bremst industrielle Nutzung

Um die einzelnen Indiumatome exakt zu platzieren, benötigen die Wissenschaftler eine spezielle Oberfläche aus Hafniumoxid. Hafnium zählt wie Indium zu den seltenen Elementen, kommt in der Erdkruste jedoch etwa 40-mal häufiger vor.

Zur Herstellung dieser notwendigen Katalyse-Oberfläche erhitzen die Forscher das Material auf extreme Temperaturen von mindestens 2.000 Grad Celsius. Dieser Produktionsschritt macht das Verfahren derzeit noch sehr aufwendig und entsprechend kostspielig für eine breite Anwendung.

Trotz der hohen Kosten ermöglicht der technologische Fortschritt Messungen mit einer bisher unerreichten Genauigkeit direkt am aktiven Zentrum. Im Gegensatz zu früheren Methoden können Forscher nun inaktive Atome aus der Bilanz streichen, die bisher die Ergebnisse verfälschten.

Die Wissenschaftler sehen dadurch exakt, welche Atome an der Reaktion teilnehmen. Dieses neue Wissen soll dazu beitragen, die Produktion von grünem Methanol und weiteren chemischen Grundstoffen künftig zu optimieren.

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Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Sonne und Regen

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Solarzelle Strom Regen Solarenergie Solaranlage

Forscher haben eine Hybrid-Solarzelle entwickelt, die Strom nicht nur aus Sonnenlicht, sondern auch aus Regentropfen erzeugt. Möglich wird das durch die Kombination von Perowskit-Technologie mit Nanogeneratoren und einer speziellen Polymerbeschichtung.

Herkömmliche Solaranlagen verlieren bei Bewölkung und Regen deutlich an Wirkung. Ein Forschungsprojekt kombiniert Perowskit-Solarzellen deshalb mit Nanogeneratoren. Diese winzigen Generatoren gewinnen Energie aus fallenden Wassertropfen. Der hybride Ansatz existiert derzeit als funktionsfähiger Prototyp im Labor.

Forscher stellten dazu eine hauchdünne Schicht aus fluorierten Polymeren in einem Vakuumverfahren bei Raumtemperatur her. Als Ausgangsstoff dient das Gas Octafluorcyclobutan (C4F8​). Die Schicht lässt über 90 Prozent des Lichts passieren und ermöglicht den stabilen Betrieb der Zelle. Da das Material einen niedrigeren Brechungsindex als herkömmliches Glas besitzt, wirkt es zusätzlich als Antireflex-Beschichtung.

Neue Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Regentropfen

Ein auftreffender Regentropfen löst bei der neuen Solarzelle einen physikalischen Stromfluss aus. Zuerst wandern negative Ladungen vom Wasser auf die Polymeroberfläche. Im zweiten Schritt lagern sich Ionen aus der Flüssigkeit an der Oberfläche an und stabilisieren die Ladungsverteilung. Dieser Prozess erzeugt eine elektrische Doppelschicht (EDL) an der Grenzfläche.

Optimierte Einzeltests dieser Schicht erreichten Spannungsspitzen von bis zu 110 Volt. Der integrierte hybride Prototyp lieferte im kombinierten Betrieb Spitzenwerte von zwölf Volt pro Regentropfen. Die Bewegung des Wassers verändert die elektrische Kapazität im Millisekundenbereich und löst eine elektrostatische Induktion aus. Diese Induktion speist Energie in eine gemeinsame Elektrode aus FTO (Fluor-Zinn-Oxid) ein.

Das Ladungstransport-Material Spiro-OMeTAD bildet das Zentrum des Prototyps. Diese Komponente zersetzt sich bei direktem Kontakt mit herkömmlichen Epoxidharzen zur Versiegelung. Die fluorierte Polymerschicht dient als Trennschicht und erhält die photovoltaische Funktion. Dadurch bleibt die Solarzelle auch bei einer zusätzlichen industriellen Kapselung mit Harz funktionsfähig.

Haltbarkeit und technische Grenzen

Perowskit-Zellen erreichen im reinen Sonnenbetrieb Wirkungsgrade (PCE) von 17,9 Prozent. Unter simulierten Regenbedingungen und halber Sonnenintensität sinkt dieser Wert im hybriden Prototyp auf etwa 11,45 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die technischen Herausforderungen bei der Abstimmung beider Energiequellen. Forscher versuchen derzeit, diese Leistungsverluste durch eine verbesserte Gestaltung der Grenzflächen zu minimieren.

Die Oberfläche überstand in der Forschungseinrichtung mehr als 17.000 Tropfen ohne funktionelle Einbußen. Eine längere Nutzung führte jedoch zur Ladungssättigung auf der Oberfläche, was die Leistung vorübergehend senkte. Anwender regenerieren das System durch Trocknen und Zurücksetzen der Oberfläche. In einem Langzeittest hielt die versiegelte Zelle unter feuchten Bedingungen über 300 Stunden stabil stand.

Das Modul überlebt ein vollständiges Eintauchen ins Wasser für mindestens 15 Minuten. Dennoch bleibt die Technologie ein Forschungsprojekt mit weiteren Hürden wie der langfristigen Korrosion der Elektroden. Der Prototyp demonstriert die technische Machbarkeit von multisensorischen Energie-Kraftwerken. Künftige Systeme könnten verschiedene Energiequellen aus der Umwelt kombiniert nutzen.

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Solarbatterie aus Ulm verspricht Wasserstoff auf Knopfdruck

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Solarbatterie Ulm Wasserstoff

Forscher der Universität Ulm haben eine Solarbatterie entwickelt, die Energie über mehrere Tage speichern und in Form von Wasserstoff ausgeben kann. Der Hintergrund ist ein neu entwickeltes Polymer. 

Forscher der Universitäten Ulm und Jena haben ein neuartiges Material entwickelt, das die Energie des Sonnenlichts über mehrere Tage speichert und bei Bedarf als Wasserstoff abgibt. Professor Sven Rau von der Universität Ulm und Professor Ulrich S. Schubert von der Universität Jena koordinierten eine interdisziplinäre Studie.

Die Ergebnisse erschienen kürzlich im Fachjournal Nature Communications. Das System funktioniert dabei wie eine Kombination aus Solarzelle und Batterie auf molekularer Ebene. Dazu setzt das Forscherteam ein wasserlösliches, redoxaktives Copolymer als Medium für die temporäre Speicherung von Elektronen ein. Diese speziellen Makromoleküle bestehen aus unterschiedlichen organischen Bausteinen, die ein stabiles Gerüst bilden.

Die funktionellen Einheiten innerhalb dieser Struktur verleihen dem Material eine starke Redoxaktivität. Das System fängt die Energie des Sonnenlichts ein und hält diesen geladenen Zustand mehrere Tage lang stabil. Die Ladeeffizienz des neu entwickelten Materials liegt dabei bei über 80 Prozent.

Solarbatterie liefert Wasserstoff auf Knopfdruck – auch bei Dunkelheit

Wer eine Säure und einen speziellen Katalysator hinzufügt, setzt die im Polymer gespeicherten Elektronen gezielt wieder frei. In diesem chemischen Prozess kombinieren sich die Elektronen mit Protonen zu grünem Wasserstoff. Dieser Vorgang erzielt bei der On-Demand-Gewinnung einen Wirkungsgrad von etwa 72 Prozent.

Ein entscheidender Vorteil für die Flexibilität der Energienutzung ist die Unabhängigkeit vom Sonnenlicht. Da die Energie zuvor im Polymer gespeichert wurde, läuft die Wasserstoffproduktion bei Bedarf auch bei völliger Dunkelheit ab. Das System liefert den sauberen Energieträger damit genau dann, wenn industrielle Prozesse ihn anfordern.

Ein pH-Schalter ermöglicht es, das gesamte System für neue Lade- und Lagerzyklen einfach zu reaktivieren. Eine Veränderung des Säuregehalts neutralisiert die Lösung und bereitet das Material für eine erneute Belichtung vor. Die Polymer-basierten Redoxreaktionen verlaufen vollständig reversibel und erlauben mehrere Durchläufe.

Grüner Wasserstoff für die Stahlindustrie

Besonders praktisch für die technische Anwendung ist, dass das Polymer für diesen Reset nicht aufwendig isoliert werden muss. Der aktuelle Zustand der molekularen Batterie lässt sich zudem direkt mit bloßem Auge ablesen. Bei der Entladung in Gegenwart der Säure findet ein deutlicher Farbumschlag von Violett nach Gelb statt. Sobald das Licht das Material wieder belädt, kehrt die violette Farbe zurück.

Die bedarfsgerechte Wasserstoffentwicklung könnte künftig energieintensive Prozesse wie die klimaneutrale Stahlproduktion unterstützen. Solche Industriezweige sind auf eine absolut verlässliche und zeitlich flexible Versorgung mit grünem Wasserstoff angewiesen. Die Forschungsergebnisse eröffnen damit neue Perspektiven für kostengünstige und skalierbare solare Speichertechnologien.

Das Projekt stellt einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, chemisch basierten Energiewirtschaft dar. Realisiert wurde die Arbeit im Rahmen des gemeinsamen Sonderforschungsbereichs TRR/SFB 234 „CataLight“ der Universitäten Ulm und Jena. Der Verbund widmet sich innovativen Methoden der Photokatalyse zur Herstellung von Energieträgern aus Sonnenlicht.

Förderung der Forschung bis 2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Netzwerk CataLight im Zeitraum bis 2026 mit über zwölf Millionen Euro. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf lichtgetriebenen molekularen Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien. Dies beschreibt den präzisen Aufbau des Speichermediums von der molekularen Ebene bis hin zur sichtbaren Materialstruktur.

Zu den Projektpartnern gehören neben den Universitäten Ulm und Jena auch die Universitäten in Wien und Mainz. Ebenfalls beteiligt sind das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz sowie das Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena. Die Forschenden untersuchen in diesem Verbund komplexe Synthesen und die mechanistischen Hintergründe der Energieumwandlung.

Durch die Bündelung dieser Expertisen aus der makromolekularen Chemie und der Photokatalyse entstehen neue Ansätze für die Energiewirtschaft. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen das Potenzial, Sonnenlicht effizient einzufangen und chemisch für die Zukunft zu konservieren.

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Perowskit-Solarzellen: Winzige Kristallkeime beheben versteckten Fehler

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Perowskit-Solarzellen

Perowskit-Solarzellen galten lange als Hoffnungsträger. Doch beim Hochskalieren gingen meist wertvolle Prozente verloren. Forscher ist es nun gelungen, den Effizienzverlust mithilfe winziger Kristallkeime zu reduzieren. 

Forscher am Qingdao Institute of Bioenergy and Bioprocess Technology (QIBEBT) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten kürzlich einen neuen Ansatz für Perowskit-Solarzellen. Mit dem sogenannten CSV-Pre-Seeding behoben sie mikroskopische Defekte an den verborgenen Grenzflächen der Zellen. Der Effizienzverlust bei der Skalierung auf industrielle Maße lag damit bei unter drei Prozent und unterschreitet viele bisherige Berichte.

Invertierte Perowskit-Solarzellen ordnen die Schichten so an, dass die Lochtransportschicht unter dem lichtabsorbierenden Material liegt. Um die Haftung zu verbessern, modifizierten die Wissenschaftler das Substrat mit selbstorganisierten Monolagen (SAM). Diese Schichten wirken oft wasserabweisend, was eine gleichmäßige Benetzung mit der flüssigen Perowskit-Lösung normalerweise erheblich erschwert.

Perowskit-Solarzellen: Stabförmige Kristalle als Wegweiser

Die Forscher nutzten für den Prozess speziell entwickelte, stabförmige Nanokristalle mit der chemischen Formel PDPbI_4-DMSO. Diese stabförmige Struktur verbessert die Ausbreitung der Lösung auf der SAM-Oberfläche und steuert das Wachstum der Perowskit-Schicht. Sie wirken wie Wegweiser auf einer Baustelle, an der die Kristalle schneller und geordneter wachsen.

Beim Erhitzen setzt das Material die eingebetteten Dimethylsulfoxid-Moleküle (DMSO) kontrolliert frei. Dieser Vorgang des gittergebundenen Lösungsmittelglühens erzeugt eine lokale Gaszone direkt an der Grenzfläche. Sie wirkt wie eine schützende Dunstglocke, unter der sich die Kristallkörner stabil anordnen und Fehlstellen im Material schließen.

Die Forscher kombinierten das CSV-Pre-Seeding mit einer industriellen Schlitzdüsenbeschichtung, um ein Mini-Modul mit einer Fläche von 49,91 Quadratzentimetern zu fertigen. Das Gerät erreichte eine Energieumwandlungseffizienz von 23,15 Prozent. Im Vergleich zu kleinen Laborzellen fiel der Wirkungsgrad damit um weniger als drei Prozent ab, was viele frühere Forschungsberichte übertrifft.

Neues Prinzip für Halbleiter-Technik

Das Verfahren schließt Hohlräume an der Grenzfläche und sorgt für glattere Übergänge zwischen den einzelnen Kristallkörnern. Dadurch entsteht eine dichte Schicht, die wesentlich widerstandsfähiger gegen Belastungen durch Licht oder Hitze ist. Diese Technik überwindet den langjährigen Engpass bei der Massenproduktion leistungsstarker Perowskit-Module.

Über die Photovoltaik hinaus etabliert das Konzept einen vielseitigen Denkansatz für andere Halbleiter. Durch die gezielte Anpassung organischer Kationen, der chemischen Bausteine, die die Eigenschaften des Materials bestimmen, lässt sich eine breite Bibliothek an CSV-Materialien entwerfen. Dies ermöglicht eine präzise Steuerung von Grenzflächen in verschiedenen optoelektronischen Bauteilen.

Das neue Prinzip öffnet Türen für die Entwicklung effizienterer Leuchtdioden (LEDs) oder Sensoren auf Basis von Halbleitern mit weichem Gitter. Die Strategie erlaubt die Kontrolle über tief liegende Materialschichten, die bisher nur schwer zugänglich waren. Damit bereitet die Entdeckung den Boden für eine industrielle Fertigung von Hightech-Bauteilen, die einem ähnlichen Prinzip wie schnelle Druckverfahren folgt.

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Forscher entwickeln kompostierbare Schaltkreise – auf Schokolade

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Kompostierbare Schaltkreise Leiterbahnen auf Schokolade

Forscher der University of Glasgow haben kompostierbare Schaltkreise entwickelt, indem sie Leiterbahnen unter anderem auf Schokolade und andere biologisch abbaubare Materialien druckten. 

Im Jahr 2024 wurden weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott entsorgt. Die Europäische Union recycelt bisher weniger als 17 Prozent dieser Abfälle. Ein Forscherteam der Universität Glasgow präsentiert mit biologisch abbaubaren Schaltkreisen nun eine Lösung für dieses wachsende Problem. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal Communications Materials erklären, nutzen sie ein spezielles Verfahren namens „Wachstums- und Transfer-Additiv-Fertigungsverfahren“.

Mit dieser Methode gelang es den Forschern, leitfähige Metallspuren auf umweltfreundliche Oberflächen wie Papier oder Biokunststoff zu drucken. Die Methode macht herkömmliche Leiterplatten überflüssig, die oft auf Mülldeponien landen und dort schädliche Chemikalien freisetzen. Die kompostierbaren Schaltkreise sollen eine vergleichbare Leistung wie traditionelle Platinen haben.

Kompostierbare Schaltkreise: Zink als umweltfreundliche Alternative

Das Forscherteam nutzte zudem Zink statt Kupfer, um die elektrische Leitfähigkeit der Bauteile sicherzustellen. Die Metallspuren weisen dabei lediglich eine Breite von fünf Mikrometern auf. In ihrer Arbeit sehen die Wissenschaftler einen großen Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft für Elektronik. Sie betonen, dass Entwickler Geräte von Beginn an für die Wiederverwendung oder den sicheren Abbau konzipieren sollten.

Die Organisation UK Research and Innovation unterstützt das verantwortliche Zentrum für Elektronik mit über sechs Millionen Pfund. Diese finanziellen Mittel fördern die Suche nach neuen Wegen für nachhaltigere Industrien. Das Zentrum untersucht dabei ergänzende Technologien wie die effiziente Verarbeitung und das Recycling von Altgeräten.

Nach der Nutzung könnten Anwender 99 Prozent der Materialien sicher über die gewöhnliche Bodenkompostierung entsorgen. Alternativ löst gewöhnlicher Essig die Schaltkreise vollständig auf. Konventionelle Leiterplatten belasten hingegen oft die Umwelt, da ihre Materialien schwer oder nur kostspielig recycelbar sind.

Leiterbahnen auf Schokolade

Eine Untersuchung der Forscher belegt die ökologischen Vorteile der neuen Technologie im Vergleich zu Standardplatinen. Die biologisch abbaubaren Komponenten senken den CO2-Ausstoß in diesem Bereich um 79 Prozent. Zudem verringern sie den Ressourcenverbrauch um 90 Prozent.

Professor Jeff Kettle hebt hervor, dass der Prozess fast jedes Trägermaterial akzeptiert. Zu Demonstrationszwecken brachte das Team die Schaltkreise sogar erfolgreich auf Schokolade auf. In praktischen Tests bewährten sich die Platinen bereits in Temperatursensoren, LED-Zählern und taktilen Sensoren.

Die Leistungsfähigkeit der Materialien bleibt unter normalen Umgebungsbedingungen über mehr als ein Jahr stabil. Das Team erkundet nun weitere Anwendungsfelder wie die Biosensorik oder formbare Elektronikkomponenten. Kompostierbare Schaltkreise könnten den ökologischen Fußabdruck künftiger Geräte erheblich senken.

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KI senkt Energiekosten: Hessen heizt nur noch, wenn es sinnvoll ist

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KI gegen Energiekosten

Fünf hessische Gemeinden erproben derzeit ein KI-System, das die Energiekosten in öffentlichen Gebäuden senken soll. Es soll Heizung und Beleuchtung in Echtzeit an die Menschen in einem Raum anpassen. 

Laufen Heizungen in Kindergärten bald nicht mehr nach der Uhrzeit, sondern nach der Anzahl der Kinder im Raum?  Zugegeben: Diese Idee mag auf den ersten Blick etwas abstrakt erscheinen, könnte aber bald Realität werden. Denn in fünf Gemeinden des Schwalm-Eder-Kreises soll eine speziell entwickelte Künstliche Intelligenz in öffentlichen Gebäuden wie Kitas, Rathäusern und Friedhofshallen für massive Energieeinsparungen sorgen.

Der Ansatz ist relativ simpel: Die KI erkennt, wie viele Menschen in einem Raum sind und passt daraufhin Heizung und Beleuchtung in Echtzeit an. Der Hintergrund ist, dass viele Kommunen sich durch hohe Energiekosten einer starken finanziellen Belastung ausgesetzt sehen.

Schwimmbäder, Rathäuser oder Turnhallen müssen etwa beheizt und beleuchtet werden, auch wenn die Räume nur teilweise oder gar nicht genutzt werden. Genau hier soll das neue KI-System Abhilfe schaffen, indem es Gebäude künftig bedarfsgerecht mit Strom und Wärme versorgt. Statt starren Zeitplänen entscheiden Sensoren, ob die Heizung aufgedreht oder das Licht angeschaltet wird. Ist niemand im Raum, bleiben Licht und Heizung aus.

Intelligente Steuerung: KI reduziert Energiekosten

Das Projekt, das mit 1,2 Millionen Euro aus einem Förderprogramm des Landes Hessen unterstützt wird, baut auf einem bereits abgeschlossenen Vorhaben auf. In den beteiligten Gemeinden Bad Zwesten, Borken, Jesberg, Neuental und Wabern installierten Fachbetriebe bereits erste digitale Thermostate, CO2-Messgeräte und Stromsensoren in den Gebäuden.

Diese erste Bestandsaufnahme, so Digitalisierungsbeauftragter Michael Meichsner, war entscheidend, um einen unnötigen Verbrauch überhaupt zu identifizieren. So konnte das Land in einer Veranstaltungshalle schon ohne die KI eine kontinuierlich laufende Lüftungsanlage anpassen und Einsparungen in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr erzielen.

Das neue KI-System soll diese manuellen Anpassungen nun komplett übernehmen und perfektionieren. Beispielsweise in der Kita Lummerland in Neuental, in der Kinder in sechs verschiedenen Gruppenräumen untergebracht sind. Bisher regelt der Betreiber dort alles über Kalender oder schaltet die Heizung von Hand an und aus.

KI erkennt Anzahl an Menschen über Atemluft

In Zukunft sollen CO2-Messgeräte über die Atemluft erkennen, wie viele Kinder sich gerade im Raum aufhalten. Die KI wertet diese Daten dann aus und stellt die Heizung jederzeit bedarfsgerecht ein. Das soll nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen menschlichen Vorteil haben. Denn Betreuer würden so entlastet und hätten mehr Zeit für die Kinder.

Die Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis sehen sich als Vorreiter, insbesondere im ländlichen Raum. Sie hoffen, dass ihre Erfahrungen eine Blaupause für ähnliche Projekte in ganz Hessen sein werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Denn das Projekt spart nicht nur Geld, das dann an anderer Stelle in Angebote wie Schwimmbäder oder Jugendzentren investiert werden kann.

Es ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Die KI hilft, den Energieverbrauch zu senken und so Ressourcen zu schonen. Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Technologie einen konkreten, positiven Einfluss auf den Alltag haben kann und wie wir im Kampf gegen steigende Energiekosten ein unsichtbares, aber sehr smartes Hirn zu Hilfe nehmen können.

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Batterie-Technologien im Vergleich: Lithium, Natrium, Festkörper und Redox Flow

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Batterien-Vergleich Lithium Natrium Festkörper Akkus

Ob Lithium-Ionen, Festkörper-, Natrium- oder Redox-Flow-Batterien: Akkus gelten als Herzstück der Energiewende. Doch welche Technologie wird sich durchsetzen? Ein Überblick über Stärken, Schwächen und den aktuellen Stand der Forschung.

Batterie-Technologien im Vergleich

Batterien sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Sie treiben unsere Smartphones, Laptops, Elektroautos und sogar ganze Stromnetze an. Doch Batterie ist nicht gleich Batterie. Denn es gibt verschiedene Technologien mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

Wir haben die vier wichtigsten Batterie-Technologien miteinander verglichen: Lithium-Ionen-, Festkörper-, Natrium-Ionen- und Redox Flow-Batterien. Den Fokus legen wir dabei auf Vorteile, Nachteile sowie den aktuellen Stand der Forschung und werfen einen Blick auf Alltagstauglichkeit sowie industrielle Anwendungen.

Lithium-Ionen-Batterien

Lithium-Ionen-Batterien gelten gewissermaßen als Standard unter den Akkus. Sie kommen in Smartphones, Laptops, Elektrowerkzeugen, E-Bikes und vor allem in Elektroautos zum Einsatz. Heißt konkret: überall dort, wo viel Energie auf kleinem Raum benötigt wird. Die Akkus funktionieren, vereinfacht gesagt, durch das Hin- und Herwandern von Lithium-Ionen zwischen zwei Elektroden (Anode und Kathode) in einem flüssigen Elektrolyten. Forscher entwickeln Lithium-Ionen-Akkus bereits seit den 1990er-Jahren kontinuierlich weiter. Daher dominieren sie seit Jahrzehnten den Batteriemarkt. Ihre Verbreitung beruht primär auf ihrem ausgezeichneten Leistungsprofil für den Alltag.

Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil von Lithium-Ionen-Batterien ist ihre hohe Energiedichte. Das bedeutet, dass sie viel Energie in einem relativ kleinen und leichten Paket speichern können. Ein moderner Lithium-Akku liefert pro Kilogramm Masse deutlich mehr Energie als ältere Akku-Technologien. Außerdem sind Lithium-Ionen-Batterien relativ langlebig und haben eine hohe Zyklenfestigkeit. Das heißt, dass sie hunderte bis tausende Ladezyklen überstehen, bevor ihre Kapazität spürbar nachlässt.

Ein weiterer Pluspunkt: eine relativ geringe Selbstentladung. Lithium-Ionen-Batterien verlieren also unbenutzt nur wenig Ladung. Bei Teilladungen wird die Kapazität zudem nicht dauerhaft beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass Lithium-Ionen-Akkus relativ schnelle Ladezeiten ermöglichen und in unterschiedlichsten Formen und Größen hergestellt werden können. All das macht sie enorm vielseitig – vom Smartphone bis zum Elektroauto.

Nachteile

Ein wesentlicher Nachteil von Lithium-Ionen-Batterien ist der Faktor Sicherheit. Bei Beschädigung oder falscher Handhabung – etwa bei Überladung oder Kurzschlüssen – können sie überhitzen und im schlimmsten Fall Feuer fangen oder explodieren. Dieses Risiko wird zwar durch eingebaute Schutzmechanismen und Batteriemanagement-Systeme minimiert, kann aber nie ganz ausgeschlossen werden.

Ein weiterer Schwachpunkt sind die Kosten und Ressourcen. Denn Lithium-Ionen-Akkus basieren teilweise auf teuren und knappen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Nickel. Zwar sind die Preise in den vergangenen Jahren gesunken, aber die Materialien sind immer noch teurer als bestimmte Alternativen. Zudem entstehen Abhängigkeiten von wenigen Förderländern, was zu Versorgungsrisiken führen kann. Der Lithium-Abbau und die Kobaltgewinnung gehen außerdem oft mit Umweltproblemen und ethischen Fragen einher.

Selbst ohne Nutzung verlieren Lithium-Akkus über die Jahre etwas an Kapazität. Hohe Temperaturen beschleunigen diese Degradation. Dieses Phänomen ist mitunter von älteren Smartphone-Akkus bekannt, die nach einigen Jahren nicht mehr so lange durchhalten wie zuvor. Extreme Kälte kann die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien zudem vorübergehend verringern. Insgesamt erfordern die Akkus daher ein gewisses Temperatur- und Lademanagement, um eine optimale Lebensdauer und Sicherheit zu gewährleisten.

Stand der Forschung

Obwohl Lithium-Ionen-Batterien bereits sehr ausgereift sind, wird weltweit weiter geforscht, um sie zu optimieren. Im Fokus stehen dabei höhere Energiedichten, ein schnelleres Laden und eine längere Lebensdauer. Forscher experimentieren etwa mit neuen Materialien wie Silizium-Nanopartikeln in der Anode, um die Kapazität zu steigern. Kobaltfreie Kathodenchemie wie Lithium-Eisenphosphat (LFP) haben sich zudem bereits bewährt, um Kosten zu senken und die Umweltbilanz zu verbessern. Gleichzeitig sorgen immer intelligentere Batteriemanagement-Systeme und Künstliche Intelligenz dafür, dass die Nutzung effizienter und sicherer wird.

Ein interessanter Ansatz für die Zukunft sind Lithium-Akkus mit festen Elektrolyten – sogenannte Festkörperbatterien. Zudem werden alternative Lithium-basierte Technologien wie Lithium-Schwefel-Verbindungen erforscht, die perspektivisch noch höhere Reichweiten ermöglichen könnten. Lithium-Ionen-Batterien bleiben vermutlich vorerst die dominierende Batterietechnologie. Kontinuierliche Verbesserungen sorgen dafür, dass sie auch in den kommenden Jahren im Alltag und in der Industrie eine Schlüsselrolle spielen. Die Investitionen in neue Fabriken und Weiterentwicklungen sind enorm, was zeigt, wie viel Potenzial nach wie vor in der Technologie gesehen wird. Für Verbraucher bedeutet das, dass Geräte und Fahrzeuge mit Lithium-Akkus tendenziell immer sicherer, leistungsfähiger und preisgünstiger werden.

Festkörper-Batterien

Festkörper-Batterien, auch Feststoffbatterien genannt, gelten als vielversprechende nächste Akku-Generation. Das Besondere an ihnen ist ihr Aufbau. Anders als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien ist der Elektrolyt etwa nicht flüssig, sondern fest. Bei aktuellen Batterien bewegen sich Lithium-Ionen durch eine brennbare Flüssigkeit zwischen Anode und Kathode, was zwar reibungslos funktioniert, aber gewisse Risiken birgt. In einem Festkörper-Akku übernimmt ein festes Material (zum Beispiel eine Keramik oder ein spezielles Polymer) die Rolle als Ionenleiter. Diese scheinbar kleine Änderung hat große Effekte. Denn Sicherheit und Energiedichte können deutlich erhöht werden. Viele Hersteller betrachten die Festkörperbatterie deshalb als „Super-Batterie“ der Zukunft.

Vorteile

Der größte Vorteil von Festkörper-Batterien ist ihre hohe Energiedichte. Da durch den festen Elektrolyten neue Anodenmaterialien möglich werden (etwa reines Lithium-Metall statt Graphit) kann eine Festkörperzelle wesentlich mehr Energie pro Kilogramm speichern. Für Elektroautos bedeutet das nach aktuellen Schätzungen etwa 20 bis 30 Prozent mehr Reichweite. Gleichzeitig verspricht die Technologie kürzere Ladezeiten. Teilweise ist sogar von halb so langer Zeitspanne die Rede. Diese Kombination könnte das heutige Reichweiten- und Ladeproblem von E-Autos erheblich entschärfen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die höhere Sicherheit, denn der feste Elektrolyt ist nicht entflammbar. Ein Festkörper-Akku kann daher nicht so schnell überhitzen oder in Brand geraten. Das könnte Elektroautos in Unfallsituationen sicherer machen und die Notwendigkeit aufwendiger Kühlsysteme reduzieren. Zudem neigen Feststoffakkus zu weniger Nebenreaktionen und mechanischen Veränderungen während der Ladezyklen, was prinzipiell eine längere Lebensdauer ermöglichen könnte.

Nachteile

Der Hauptknackpunkt ist derzeit, dass es noch keine Massenproduktion von echten Festkörper-Batterien gibt. Die Technologie befindet sich zwar in der Übergangsphase vom Labor zur Industrie, aber es gibt noch einige Herausforderungen. Eine davon ist die Herstellung im großen Maßstab. Denn es werden neue Materialien und Prozesse benötigt, die aktuell noch kompliziert und teuer sind. Experten sind sich einig, dass Festkörper-Akkus anfangs deutlich teurer sein werden als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Dass langfristig niedrigere Kosten in Aussicht stehen, muss sich aber erst noch zeigen.

Auch technisch gibt es Hürden. Die Schnittstelle zwischen festem Elektrolyt und Elektroden muss etwa perfekt funktionieren, damit der Ionenfluss stabil bleibt. In der Praxis neigen einige Prototypen jedoch zu Problemen wie einem Kontaktverlust oder der Dendritenbildung (mikroskopische Lithium-Fasern), die die Batterie beschädigen können. Außerdem verändern einige Feststoff-Zellen beim Laden ihr Volumen. Mercedes-Benz musste bei seinem Festkörper-Prototyp daher spezielle mechanische Puffer einbauen, um die Ausdehnung der Zellen abzufangen. Solche konstruktiven Kniffe zeigen, dass sich die Technik noch in der Entwicklung befindet.

Stand der Forschung

Die gute Nachricht: Die Erforschung von Festkörper-Batterien macht rasante Fortschritte. Es findet sogar ein regelrechter Wettstreit statt. Große Automobilkonzerne und Start-ups investieren beispielsweise Milliarden in die „Wunderakkus“. Volkswagen arbeitet etwa mit dem US-amerikanischen Start-up QuantumScape zusammen und will noch 2025 eine Pilotfabrik in Betrieb nehmen. BMW und Ford kooperieren mit Solid Power, einem weiteren Spezialisten, der ab 2026 erste Zellen in Serie liefern will. Mercedes-Benz hat wiederum Anfang 2025 für Aufsehen gesorgt, als ein elektrisches Testfahrzeug (EQS) mit einer Festkörper-Batterie über 1.000 km Reichweite erzielte. Der Prototyp basiert auf einer Lithium-Metall-Anode und erreicht Energiedichten von bis zu 450 Wattstunden pro Kilogramm.

Auch in China tut sich viel: E-Autobauer Nio präsentierte Ende 2023 etwa einen „Ultralangstrecken-Akku“ für seinen ET7, der mit 150 Kilowattstunden Kapazität ebenfalls über 1.000 Kilometer weit kam. Allerdings ist unklar, inwieweit es sich bei dem Akku schon um eine vollwertige Festkörper-Batterie handelt. In der Batterie-Branche geht man davon aus, dass zuerst hochpreisige Fahrzeuge (Luxuslimousinen, E-Sportwagen) mit Festkörper-Akkus ausgestattet werden, sobald diese verfügbar sind. Die Technik wird anfangs teuer und knapp sein, könnte aber in den 2030ern flächendeckend zum Einsatz kommen. Insgesamt herrscht eine Aufbruchstimmung, zumal es fast wöchentlich Meldungen über neue Durchbrüche bei Feststoffakkus gibt. Zwar ist noch Geduld gefragt, doch die Aussicht auf deutlich bessere Batterien beflügelt die gesamte Elektrobranche.

Natrium-Ionen-Batterien

Natrium-Ionen-Batterien gelten als vielversprechende „Alternative“ zur klassischen Lithium-Ionen-Technologie, insbesondere wenn es um Kosten und Rohstoffe geht. Wie der Name schon verrät, speichert diese Batterie Energie nicht mit Lithium-Ionen, sondern mit Natrium-Ionen, also Ionen des Elements, das wir aus Kochsalz kennen. Chemisch funktioniert das ähnlich. Natrium-Ionen wandern beim Laden von der Kathode zur Anode und beim Entladen zurück, durch einen geeigneten Elektrolyten. Ein zentrales Argument für die Technologie ist die Rohstoffverfügbarkeit: Natrium ist in riesigen Mengen auf der Erde vorhanden (etwa im Meerwasser oder in Salzlagerstätten), und es muss nicht in wenigen Ländern mühsam gefördert werden. Lithium und Kobalt hingegen sind „kritische“ Rohstoffe. Denn sie sind teuer, teils umweltschädlich im Abbau und geopolitisch heikel. Die Natrium-Ionen-Technologie könnte also Batterien billiger und nachhaltiger machen. Und das ohne große Leistungseinbußen, so die Hoffnung.

Vorteile

Der größte Trumpf von Natrium-Ionen-Akkus ist ihre Kosteneffizienz und Umweltfreundlichkeit. Schätzungen zufolge liegen die Herstellkosten schon heute rund 40 Prozent unter denen vergleichbarer Lithium-Akkus. Das liegt primär daran, dass auf teure Materialien verzichtet werden kann. So können Hersteller statt Kupfer einfaches Aluminium für bestimmte Batterie-Komponenten verwenden. Zudem enthält die Zelle kein Lithium und kein Kobalt, was Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit verbessert. Statt Kobalt nutzen Hersteller oft alternative Kathodenmaterialien (etwa auf Eisenbasis) und für die Anode sogenannte Hard Carbon (Hartkohlenstoff), den sie sogar aus Biomasse-Abfällen wie Kaffeesatz oder Holzspänen gewinnen können.

Natrium-Batterien sind auch robuster gegenüber Temperaturen. Sie überhitzen weniger leicht und funktionieren auch bei Kälte noch zuverlässig. Hersteller geben an, dass ihre Natrium-Zellen bis zu minus 20 Grad Celsius oder sogar minus 40 Grad Celsius einsetzbar sind. Ein großer Vorteil etwa für den Wintereinsatz im Auto oder in kalten Regionen. Hinzu kommt eine potenziell hohe Lebensdauer. Erste Tests attestieren der Technologie viele Ladezyklen. Und das ohne großen Kapazitätsverlust. Die ohnehin bessere Umweltbilanz (weil einfachere Rohstoffgewinnung) wird dadurch weiter gesteigert. Alles in allem könnten Natrium-Ionen-Batterien eine preiswerte, sichere und langlebige Lösung sein, besonders für stationäre Speicher und preisgünstige E-Fahrzeuge. Der Tonus vieler Experten ist ermutigend: Natrium könnte die Elektromobilität breiter, massentauglicher machen und die Energiewende beschleunigen.

Nachteile

Der Preis für die genannten Vorteile ist vorwiegend eine geringere Energiedichte. Aktuelle Natrium-Ionen-Zellen erreichen etwa 75 bis 160 Wattstunden pro Kilogramm, während Lithium-Ionen-Batterien (je nach Chemie) um die 120 bis 250 Wattstunden pro Kilogramm schaffen. Praktisch bedeutet das, dass ein Natrium-Akku gleicher Masse weniger Energie speichert. Er ist also schwerer und voluminöser für die gleiche Kapazität. In Elektroautos würde das entweder geringere Reichweite oder mehr Gewicht bedeuten. Dieser Rückstand ist zwar schon kleiner geworden (CATL, der Weltmarktführer für Batterien, gibt für seine erste Natrium-Generation 175 Wattstunden pro Kilogramm an). Doch selbst damit bleibt Natrium vorerst eher für Fahrzeuge mit moderatem Reichweiten-Bedarf oder für stationäre Speicher attraktiv.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass die Natrium-Ionen-Technik noch neu und wenig erprobt ist. Die globale Batterieindustrie ist auf Lithium ausgerichtet. Ein Wechsel zu Natrium erfordert daher Umstellungen bei Herstellern und Zulieferern. Zwar können viele Produktionsanlagen dank „Drop-In“-Kompatibilität weitergenutzt werden, aber es fehlen noch Erfahrungswerte aus dem Massenbetrieb. Auch sind Natrium-Zellen derzeit kaum in Geräten verfügbar. Early Adopter könnten mit Kinderkrankheiten rechnen. Zudem ist die Energiedichte-Problematik bisher nicht gelöst. Forschungsteams arbeiten daran, neue Elektrodenmaterialien zu finden, um die Kapazität zu erhöhen. Aktuell liegt die Speicherkapazität etwa ein Drittel unter der moderner Lithium-Zellen, und auch die bisher erreichte Zyklenlebensdauer hinkt teils hinter hochwertigen Li-Ion-Zellen her.

Stand der Forschung

2025 befinden sich Natrium-Ionen-Batterien auf dem Sprung zur Marktreife. In China sind Ende 2023 tatsächlich schon erste Elektroautos mit Natrium-Akku in Serie gegangen. Ein Beispiel ist der kompakte Kleinwagen JAC Yiwei E10X, der mit einer 25-Kilowattstunden-Natrium-Batterie etwa 250 Kilometer Reichweite erzielt. Das Auto kostet in China nur rund 12.000 Euro. Dieser Wagen zeigt, wofür Natrium prädestiniert ist: günstige E-Autos für den Stadtverkehr. Der Batteriehersteller CATL liefert passende Zellen mit circa 160–175 Wattstunden pro Kilogramm Energiedichte und verspricht für die zweite Generation sogar 200 Wattstunden pro Kilogramm. Interessant ist auch die hohe Ladefähigkeit. In 20 Minuten lässt sich der kleine Akku von zehn auf 80 Prozent laden. Auch BYD, ein großer chinesischer E-Autobauer, setzt auf Natrium: Das Modell Seagull, ein Stadtauto, wurde 2023 vorgestellt und soll 2025 in Europa auf den Markt kommen. Allerdings dürfte aufgrund von Anpassungen und Importzöllen der Preis steigen.

Europa und Deutschland möchten bei Natrium-Ionen nicht den Anschluss verpassen. Mehrere Forschungsprojekte (zum Beispiel ENTISE und NaKlaR) und Start-ups arbeiten an leistungsfähigen Natrium-Zellen. Ein am Karlsruher KIT gegründetes Start-up entwickelt etwa einen neuen Kathodenwerkstoff namens „Preußisch Weiß“ auf Basis von Natrium, Eisen und Mangan. Die EU fördert ebenfalls die Entwicklung, denn das Potenzial für stationäre Energiespeicher ist riesig. Natrium-Ionen-Batterien sind ideal, wenn Gewicht und Größe nicht kritisch sind, etwa als Hausakku für Solaranlagen oder in riesigen Pufferspeichern für Wind- und Solarparks. Tatsächlich kommen erste Natrium-Großspeicher bereits zum Einsatz, um Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen. Spannende Ideen gibt es auch im Bereich schwerer Fahrzeuge: Da Natrium-Akkus schwer sind, könnten sie in elektrischen Baggern, Kränen oder Straßenwalzen gleich doppelt nützlich sein – als Energiequelle und als nötiges Ballastgewicht.

Redox Flow-Batterien

Redox-Flow-Batterien (auf Deutsch auch Flussbatterien oder Flüssigbatterien genannt) sind eine vollkommen andere Art von Energiespeicher, die primär in stationären Anwendungen eingesetzt wird. Im Alltag trifft man sie (noch) selten an, doch für die Industrie und die Energiewende sind sie hochinteressant. Das Prinzip einer Redox-Flow-Batterie ist eher mit einem Mini-Kraftwerk vergleichbar als mit einem klassischen Akku im Handy oder Auto. Hier wird Energie in zwei flüssigen Elektrolyten gespeichert, die in Tanks aufbewahrt und bei Bedarf durch eine Reaktionszelle gepumpt werden. „Redox“ steht für Reduktion und Oxidation. Das sind zwei chemische Reaktionen, die gekoppelt ablaufen und dabei Elektronen freisetzen oder aufnehmen.

Vereinfacht gesagt: Zwei chemische Flüssigkeiten (zum Beispiel Vanadium-Lösungen in verschiedenen Oxidationsstufen) zirkulieren in getrennten Kreisläufen und tauschen in der Zelle Ionen aus, wodurch Strom fließt. Die Besonderheit ist, dass Leistung und Kapazität entkoppelt sind. Die Leistung hängt von der Größe der Zelle (Stacks) ab, die Kapazität von der Menge der gespeicherten Flüssigkeit in den Tanks. Möchten Besitzer also mehr Leistung, fügen sie einfach mehr Zellen hinzu. Möchten Sie hingegen mehr Energie speichern, vergrößern sie die Tanks.

Vorteile

Redox-Flow-Batterien glänzen mit einigen Eigenschaften, die sie ideal für stationäre Einsätze machen. Erstens sind sie sehr sicher. Die verwendeten Flüssigkeiten sind meist wasserbasiert und nicht brennbar. Eine Explosionsgefahr besteht praktisch nicht. Das ist ein Riesenbonus, wenn wir an die Brandrisiken von Lithium-Ionen denken. Ein Redox-Flow-Speicher kann etwa in einem Keller oder Industrieareal stehen, ohne spezielle Brandschutzmaßnahmen. Zweitens haben sie eine sehr lange Lebensdauer. Da die elektrochemische Reaktion nicht in festen Materialien abläuft, nutzen sich die Elektrolyte kaum ab. Hierbei sprechen Experten von Zyklenfestigkeit. Selbst nach zehntausend Ladezyklen tritt kaum ein Kapazitätsverlust auf. Solche Batterien können 20 bis 30 Jahre oder länger im Betrieb bleiben. Das ist deutlich mehr als die zehn bis 15 Jahre eines typischen Lithium-Heimspeichers.

Außerdem sind Redox-Flow-Systeme recycelbar und reparierbar. Denn ihr Aufbau ist modular, defekte Teile (Pumpen, Membranen, Zellen) kann Fachpersonal einfach austauschen. Gleichzeitig lassen sich die Flüssigkeiten wieder aufbereiten. Ferner kommen sie meist ohne seltene Metalle wie Kobalt oder Lithium aus. Oft verwenden Hersteller Vanadium oder es gibt sogar Ansätze mit einfachen Stoffen wie Eisen oder organischen Verbindungen. Umwelttechnisch sind sie daher attraktiv. Ein weiterer Vorteil ist die erwähnte individuelle Skalierbarkeit von Leistung und Kapazität. Man kann gewaltige Energiemengen speichern, indem Besitzer einfach größere Tanks verwenden. Dabei tritt praktisch keine Selbstentladung auf. Ist die Batterie ungenutzt, halten die separaten Tanks ihre Ladung über lange Zeit. Redox-Flow-Batterien eignen sich somit hervorragend als Pufferspeicher für erneuerbare Energien.

Nachteile

Bei so vielen Vorteilen fragt man sich, warum Redox-Flow-Batterien nicht überall im Einsatz sind. Der Hauptgrund ist ihre geringere Energiedichte und damit verbunden der Platz- und Gewichtsbedarf. Verglichen mit Lithium-Ionen enthält eine Flussbatterie pro Kilogramm oder pro Liter viel weniger Energie. Die Tanks und das gesamte System müssen ziemlich groß dimensioniert werden, um nennenswerte Kapazitäten zu erreichen. Das ist für mobile Anwendungen unpraktisch. Ein Elektroauto, das Tanks mit Chemikalien und Pumpen herumfährt, ist eher unvorstellbar. Redox-Flow bringt nur stationär einen Sinn, und zwar nur dort, wo genug Raum zur Verfügung steht und Gewicht keine Rolle spielt. Ein weiterer Nachteil sind die hohen Anschaffungskosten. Die Materialien (etwa Vanadium) und Komponenten wie Membranen sind teuer, und die Systeme sind komplex (Pumpen, Steuerung etc.). Allerdings relativieren sich die Kosten über die lange Lebensdauer.

Die Technologie ist zudem bisher nicht so massenhaft verbreitet; das Marktvolumen ist klein (nur wenige Prozent des Speicher-Marktes), was die Preise hoch hält. Ein Umdenken ist aber im Gange, da Lithium-Systeme an Grenzen stoßen (für riesige Speicher über vier Stunden sind sie ineffizient). Ein spezieller Schwachpunkt klassischer Redox-Flow-Batterien ist der Einsatz von Vanadium. Dieses Metall ist relativ selten, unterliegt Preisschwankungen und die Verbindungen können in manchen Zuständen giftig sein. Das mindert etwas die Umweltvorteile. Deshalb wird intensiv an Alternativen geforscht. Beispiele sind etwa organische Redox-Flow-Batterien, die anstelle von Vanadium auf organische Moleküle setzen, oder Varianten mit billigem Eisen und anderen Elementen.

Stand der Forschung

Redox-Flow-Batterien haben sich in den vergangenen Jahren vom reinen Forschungsobjekt zu realen Anwendungen entwickelt. Seit Jahrzehnten gibt es Pilotanlagen, und inzwischen sind kommerzielle Systeme verfügbar. In Wind- und Solarparks werden Redox-Flow-Speicher eingesetzt, um Stromüberschüsse zu puffern. Beispiele finden sich etwa in Deutschland, Japan, den USA und China. Ein Meilenstein war die Inbetriebnahme eines riesigen Redox-Flow-Parks in China 2022. Diese Anlage kann mit 100 Megawatt Leistung und 400 Megawattstunden Kapazität ganze Stadtteile mit Strom versorgen. Solche Großprojekte zeigen die Skalierbarkeit eindrucksvoll. Gleichzeitig fließt viel Kapital in Start-ups und Unternehmen, die die Flow-Batterien verbessern.

Die Forschung konzentriert sich derzeit hauptsächlich darauf, neue Elektrolyt-Flüssigkeiten zu entwickeln, um teures Vanadium zu ersetzen und die Energiedichte zu erhöhen. Organische Moleküle, die aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden können, sind ein spannender Ansatz. Auch die Membran-Technologie wird verfeinert, um Verluste zu senken und Kosten zu sparen. Für Privathaushalte waren Flussbatterien lange Zeit zu groß und zu teuer. Doch auch hier gibt es Fortschritte. 2023 kam der erste Redox-Flow-Heimspeicher in der DACH-Region auf den Markt. Dieses Gerät (ungefähr so groß wie ein Schrank) richtet sich an Solarstrom-Nutzer, die Wert auf Sicherheit und Langlebigkeit legen. Zwar ist es in der Anschaffung teurer als ein Lithium-Speicher, muss aber theoretisch erst nach Jahrzehnten ausgetauscht werden und birgt kein Brandrisiko. Solche Entwicklungen zeigen, dass die Technik stetig marktreifer wird.

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Blaue Energie: Winzige Bläschen erzeugen Strom aus Wasser

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blaue Energie

Wenn Flüsse auf das Meer treffen entsteht sogenannte blaue Energie. Forschern ist es nun gelungen, diese mithilfe winziger Bläschen in Strom umzuwandeln. 

Salzwasser enthält viele gelöste Ionen, während Süßwasser eine deutlich geringere Konzentration aufweist. Die kontrollierte Wanderung dieser Teilchen in Richtung der niedrigeren Konzentration lässt sich durch eine selektive Membran als Energiequelle einfangen. Bisher standen Forscher jedoch vor physikalischen Grenzen bei der Geschwindigkeit dieser Ionenbewegung.

In vielen Membranen behindern sich die Geschwindigkeit des Ionenflusses und die Präzision der Ladungstrennung gegenseitig. Materialien, die Teilchen schnell hindurchlassen, verlieren oft die Fähigkeit, die Ladungen sauber zu trennen. Zudem erschwerten ein mechanischer Druck und lange Laufzeiten den stabilen Einsatz solcher Systeme außerhalb von Laborbedingungen.

Liposomen in stalaktitenförmigen Poren

Ein Team der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) unter der Leitung von Aleksandra Radenovic präsentiert nun eine Lösung für diese Engpässe. Die Forscher kombinieren die poröse Struktur von Polymermembranen mit präzise gesteuerten Kanälen. Dieser hybride Ansatz ermöglicht eine hocheffiziente Energieumwandlung in einem skalierbaren Format.

Im Zentrum der Entwicklung stehen stalaktitenförmige Nanoporen, die in eine Membran aus Siliziumnitrid eingebettet sind. Um den Widerstand zu senken, beschichteten die Wissenschaftler diese winzigen Kanäle mit mikroskopisch kleinen Fettbläschen, sogenannten Liposomen. Ohne diesen Überzug bewegen sich Ionen nur sehr schleppend und präzise durch die Poren.

Nach der Behandlung bildetenn die Liposomen eine Lipid-Doppelschicht, wie sie auch in natürlichen Zellmembranen vorkommt. Durch diese Beschichtung gleiten die Teilchen mit weitaus weniger Reibung hindurch. Dies führt zu einer deutlichen Steigerung des Ionenflusses und verbessert die Gesamtleistung des Systems.

Blaue Energie: Effizienz durch besondere Beschichtung

Die wasseranziehenden Köpfe der Lipidschichten halten einen extrem dünnen Wasserfilm von nur wenigen Molekülen Dicke fest. Diese Schicht wirkt wie eine Gleitbahn aus Eis, auf der die Ionen fließen, ohne die Porenwände direkt zu berühren. Durch diese Minimierung des Kontakts sinkt die Reibung massiv ab.

Für einen Praxistest ordnete das Team tausend dieser Nanoporen in einem hexagonalen Muster an. Die Anlage erzeugt unter Bedingungen einer natürlichen Flussmündung eine Leistungsdichte von rund 15 Watt pro Quadratmeter. Damit übertrifft die Technologie die Leistung herkömmlicher Polymermembranen um das Zwei- bis Dreifache.

Laut dem Forscher Tzu-Heng Chen ermöglicht die Kontrolle über Geometrie und Oberflächeneigenschaften ein gezieltes Design des Ionentransports. Die Studie belegt experimentell, dass sich Ionenfluss und Selektivität gleichzeitig steigern lassen. Damit bewegt sich die Forschung weg von reinen Leistungstests hin zu einer echten Design-Ära für blaue Energie.

Erstautor Yunfei Teng betont, dass das Prinzip der Hydrationsschmierung universell ist und über die Energiegewinnung hinausgeht. Die Entdeckung der verbesserten Transportmechanismen lässt sich auf viele weitere Geräte übertragen. Die Forschungsergebnisse erschienen am 16. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Energy.

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Wasserstoffgasturbine: Forscher aus Karlsruhe knacken NASA-Rekord

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Wasserstoffgasturbine

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben eine kompressorlose Wasserstoffgasturbine entwickelt und mit ihr einen Rekord der NASA geknackt. Die Technologie verspricht neue Maßstäbe für die Nutzung von Wasserstoff in der Energieversorgung.

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben einen Weltrekord der NASA geknackt. Mit einer neuartigen kompressorlosen Wasserstoffgasturbine erzielten sie eine Laufzeit von 303 Sekunden. Damit übertrifft das System die bisherige Bestmarke der US-Raumfahrtbehörde um fast eine volle Minute. Die Entwicklung könnte einen wichtigen Meilenstein für eine Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe markieren.

Den Wissenschaftlern aus Karlsruhe gelang es zudem, erstmals mit einer solchen Turbine ohne mechanischen Kompressor Strom zu erzeugen. Während frühere Versuche oft nach Sekundenbruchteilen endeten, hielt die Anlage dieses Mal über fünf Minuten stand.

Das verhindert, dass die empfindlichen Brennkammern durch die extreme Hitze während des Betriebs schmelzen. Das Team am KIT ist weltweit das erste, dem die erfolgreiche Kopplung von Turbine und Brennkammer zur Stromproduktion gelungen ist.

Kompressorlose Wasserstoffgasturbine: Detonationswellen als Antrieb

Das Herzstück der Anlage ist die sogenannte Druckgewinnverbrennung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken erzeugen Detonationswellen in der Brennkammer den notwendigen Druck für den Antrieb. Man kann sich dieses Prinzip wie den Knall einer Peitsche vorstellen. Dabei erzeugt eine rasante Bewegung eine starke Druckwelle, die direkt als Kraftquelle genutzt wird.

Diese Wellen entstehen durch eine fluidmechanische Instabilität, also durch gezielte Wirbel innerhalb der Strömung. Das bedeutet, dass die natürliche Dynamik der Luft die Arbeit übernimmt, für die normalerweise schwere mechanische Maschinen nötig wären. Durch den Verzicht auf mechanische Kompressoren spart das System massiv Energie ein. Zudem reduziert die Bauweise die Anzahl der beweglichen Teile, was die Anlage wartungsärmer macht.

Klassische Gasturbinen in Kraftwerken oder Flugzeugen benötigen etwa 50 Prozent ihrer Leistung allein für die Verdichtung der Luft. Diese Energie steht normalerweise nicht für die eigentliche Stromerzeugung zur Verfügung. Da das Karlsruher Modell ohne mechanische Kompression auskommt, arbeitet es deutlich effizienter. Die gesamte gewonnene Kraft kann somit direkt in elektrische Energie umgewandelt werden.

Premiere auf der Hannover Messe

Professor Daniel Banuti, Direktor des Instituts für Thermische Energietechnik und Sicherheit am KIT, sieht in der Technologie einen wichtigen Schritt hin zu einer hocheffizienten Wasserstoffenergie für ein fossilfreies Energiesystem. Wasserstoff ist ideal, da er rasch reagiert und so stabile Druckanstiege in der Anlage ermöglicht. Zudem lässt sich der Energieträger klimaneutral mit erneuerbaren Energien herstellen.

Die neue Bauweise führt perspektivisch zu leichteren und kostengünstigeren Turbinen für den industriellen Einsatz. Neben der stationären Energieversorgung könnte die Technik künftig auch die Luftfahrt grundlegend verändern. Durch das geringere Gewicht und die höhere Effizienz eröffnen sich neue Wege für den Bau moderner Flugzeuge. Die Forschung leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu einer CO2-neutralen Energieversorgung.

Das KIT-Team stellt die innovative Gasturbine vom 20. bis zum 24. April 2026 auf der Hannover Messe vor. Interessierte finden den Stand des Instituts in Halle elf (B 06). In Hannover wollen die Forscher zeigen, wie die Technik den Sprung aus dem Labor in die Industrie schaffen soll.

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Calcium-Ionen-Batterien könnten Lithium abkömmlich machen

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Calcium-Ionen-Batterien

Calcium-Ionen-Batterien könnten Lithium-Systeme dank neuartiger organischer Frameworks bald überholen. Diese versprechen einen schnellen Ionentransport, der bislang eine Herausforderung darstellte. 

Forscher der Hongkong University of Science and Technology (HKUST) haben ein neues Verfahren zur Entwicklung von Calcium-Ionen-Batterien vorgestellt. Die Wissenschaftler nutzten quasi-feste Elektrolyte aus speziellen organischen Gerüsten, den sogenannten kovalenten organischen Frameworks (COFs).

Dieses Verfahren adressiert den bisher langsamen Ionentransport, der die Nutzung von Calcium als Energiespeicher einschränkte. Das Team peilt eine Verbesserung der Nachhaltigkeit und Kapazität gegenüber gängigen Lithium-Systemen an.

Die Wissenschaftler untersuchten im Rahmen ihrer Studie zwei verschiedene Framework-Strukturen: PT-COFs und PQ-COFs. Das PT-COF verfügt über vierundzwanzig Carbonylgruppen pro Wiederholungseinheit, während das PQ-COF lediglich zwölf dieser Gruppen besitzt. Die höhere Dichte an chemischen Bindungsstellen im PT-System führt zu einer deutlich überlegenen Leitfähigkeit der Ionen. Dieser strukturelle Unterschied erwies sich als entscheidender Faktor für eine stabilere Leistung der Batterie.

Calcium-Ionen-Batterien: Effizienter Ionen-Transport ohne Blockaden

Die Calcium-Ionen wandern bei dem neuen Verfahren über einen spezifischen Hopping-Mechanismus durch das organische Material. Sie springen dabei entlang der geordneten Poren von einer Carbonylgruppe zur nächsten. Simulationen des Teams belegen, dass diese Bewegung nicht nur innerhalb einer Ebene, sondern auch in der Z-Richtung durch die Kanäle verläuft.

Durch diesen geordneten Weg verhindert das System die Bildung störender Passivierungsschichten an der Anode, welche die Funktion bisheriger Calciumspeicher oft blockierten. Das Team kombinierte für die praktischen Tests eine Anode aus dem organischen Molekül PTCDA mit einer Kathode aus CuPBA.

Diese Materialwahl verhindert, dass sich die Bestandteile der Elektroden während des Betriebs im Elektrolyten auflösen. Die Forscher bestätigten durch umfangreiche Analysen, dass die gesamte Batteriezelle ihre strukturelle Integrität auch bei hoher Belastung behält. Damit löste das Team ein zentrales Problem der Haltbarkeit bei solchen Batteriesystemen.

Leistung unter Hitze und Dauerbelastung

Der entwickelte PT-COF-Elektrolyt erreicht bei Raumtemperatur eine Ionenleitfähigkeit von 0,46 mS cm−1. Erwärmt sich das System auf achtzig Grad Celsius, steigt dieser Wert auf 5,05 mS cm−1 an. Der Elektrolyt hält zudem einer hohen elektrischen Spannung von bis zu 4,5 Volt stand, ohne sich chemisch zu zersetzen.

Diese thermische und oxidative Stabilität ermöglicht den Einsatz der Technologie in anspruchsvollen industriellen Umgebungen oder Elektrofahrzeugen. In den durchgeführten Laborversuchen lieferte die Zelle eine Kapazität von 155,9 mAh/g bei einer Stromstärke von 0,15 A/g.

Selbst nach 1.000 Lade- und Entladezyklen bei einer Stromstärke von 1 A/g behielt die Batterie fast fünfundsiebzig Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität bei. Die Forschungsarbeit entstand in enger Zusammenarbeit mit der Shanghai Jiao Tong University. Die Ergebnisse markieren einen neuen Leistungsrekord für quasi-feste Batterien auf Basis von Calcium-Ionen.

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Das LLM-Gedächtnisproblem: Warum KI oft den Faden verliert

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KI Gedächtnisproblem LLM Künstliche Intelligenz

Dass KI-Tools häufig den Faden verlieren, empfinden viele Nutzer als nervig. Doch das ist kein Zufall, sondern ein LLM-Gedächtnisproblem. Hintergrund ist ein architektonisches Limit.

Falls du schon länger mit einem großen Sprachmodell (LLM) wie ChatGPT oder Claude arbeitest, kennst du bestimmt dieses Phänomen: Du bist mitten in einer komplexen Aufgabe und plötzlich scheint die KI zentrale Teile der vorangegangenen Diskussion vergessen zu haben. Experten nennen dieses Phänomen zu Recht „Gedächtnisproblem“ (The Memory Problem). Dabei handelt es sich um eine fundamentale architektonische Einschränkung, die alle aktuellen LLMs betrifft.

Dieses Vergessen ist keine Absicht, sondern basiert auf einem technischen Limit. Denn LLMs haben kein Gedächtnis im traditionellen Sinne. Wenn du eine neue Nachricht sendest, erinnert sich das Modell nicht an die vorherigen Nachrichten aus einer gespeicherten Datenbank.

Stattdessen liest das Modell die gesamte Konversation von Anfang an neu durch, um die nächste Antwort zu generieren. Man kann sich das wie das Lesen eines Buches vorstellen, bei dem jedes Mal, wenn ein neuer Satz geschrieben werden soll, der gesamte Text von Seite eins an gelesen werden muss.

LLM-Gedächtnisproblem: Das Kontextfenster als Engpass

Dieses ständige „Wiederlesen“ findet innerhalb des sogenannten Kontextfensters statt. Dieses Fenster kannst du dir wie einen Notizblock mit fester Größe vorstellen: Die gesamte Konversation muss dort hineinpassen. Die Kapazität wird in Tokens gemessen, den grundlegenden Texteinheiten, die ein LLM verarbeitet.

Ein Token entspricht grob etwa drei Vierteln eines Wortes. Wenn das Notizbuch vollläuft, muss das System ältere Inhalte löschen, damit die Konversation weitergehen kann. Alles, was aus diesem Fenster fällt, ist für die KI nicht mehr direkt abrufbar.

Das eigentliche Problem ist dabei nicht die Datenübertragung. Denn eine 30.000 Wörter lange Unterhaltung entspricht nur etwa 200 bis 300 Kilobyte an Daten. Der wahre Engpass ist die Rechenleistung. Das liegt an dem sogenannten Attention-Mechanism (Aufmerksamkeitsmechanismus) der LLMs. Dieser erfordert, dass die KI die Beziehung jedes einzelnen Wortes zu jedem anderen Wort in der Konversation berechnet.

Das führt zu einem quadratischen Wachstumsproblem. Wenn sich die Eingabe verdoppelt, vervierfacht sich die erforderliche Rechenarbeit. Das ist der Grund, warum längere Chats progressiv länger dauern und immense GPU-Speicher für die Speicherung all dieser Beziehungen erfordern.

RAG als möglicher Lösungsansatz

Ein vielversprechender Weg, dieses Problem zu umgehen, ist die Retrieval-Augmented Generation (RAG). Anstatt den gesamten Kontext in das LLM-Notizbuch zu zwängen, fungiert ein RAG-System wie ein smartes Bibliothekssystem. Es durchsucht riesige externe Datenbanken und Wissensquellen nach den speziell relevanten Informationen für die aktuelle Frage.

Nur diese relevanten Schnipsel werden dann zusammen mit der Frage in das Kontextfenster des LLM eingefügt. Dadurch kann ein Kontextfenster, das eigentlich begrenzt ist, sich fast grenzenlos anfühlen, da die externen Datenbanken Millionen von Dokumenten speichern können.

RAG ist besonders nützlich für Aufgaben wie das Durchsuchen technischer Dokumentationen oder die Beantwortung von Fragen aus großen Wissensdatenbanken. Bei klassischen Chats wird uns das Gedächtnisproblem also noch einige Zeit verfolgen.

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Molekulare Solarthermie: Flüssigkeit speichert Energie monatelang

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Molekulare Solarthermie

Die molekulare Solarthermie (MOST) galt einst als großer Hoffnungsträger. Doch dann passierte lange nichts. Nun haben Forscher einen Fortschritt erzielt, indem sie Solarenergie verflüssigen und über Monate speichern. 

Auf die Wärmeerzeugung entfällt fast die Hälfte des globalen Energiebedarfs. Bisher decken fossile Brennstoffe wie Gas und Öl zwei Drittel dieser Nachfrage. Während Batterien elektrischen Strom effizient speichern, bleibt die langfristige Speicherung von Wärme eine technische Herausforderung.

Ein Forscherteam der University of California zeigt jetzt einen neuen Weg in der molekularen Solarthermie (MOST) auf. Die Methode speichert Sonnenenergie über Monate hinweg direkt in chemischen Bindungen. Moleküle geben die Energie später genau dann als Wärme ab, wenn Bedarf besteht.

Molekulare Solarthermie: Inspiration durch Sonnenbrand

Die Wissenschaftler nutzten bei der Entwicklung chemische Prozesse, die einem Sonnenbrand ähneln. Ultraviolettes Licht verknüpft in der menschlichen DNA benachbarte Basen zu sogenannten Dewar-Isomeren. Was in der Natur Krebs auslösen kann, dient hier als hocheffiziente molekulare Batterie.

Eine künstliche Flüssigkeit aus 2-Pyrimidon ahmt diesen Effekt nach. Unter Sonnenlicht faltet sich das Molekül in eine extrem stabile Speicherform. Dieser Zustand bleibt bei Raumtemperatur bis zu 481 Tage lang erhalten.

Das System erreicht eine Energiedichte von 1,65 Megajoule pro Kilogramm. Damit übertrifft es die Kapazität von Lithium-Ionen-Akkus um fast das Doppelte. Zum Vergleich: Klassisches Heizöl speichert etwa 40 Megajoule pro Kilogramm, was den Abstand zu fossilen Energieträgern verdeutlicht.

Flüssiger Brennstoff ohne Gift

Die Forscher nennen den zugrunde liegenden Mechanismus „compounded strain“. Die Moleküle verwinden sich dabei zu einer Struktur mit zwei viergliedrigen Ringen aus 1,2-Dihydroazet und Diazetidin. Diese Ringe erzeugen eine gewaltige Spannung, die die Substanz beim Zurückschnappen als Wärme freigibt.

Im Gegensatz zu früheren Versuchen ist das Speichermaterial bei Raumtemperatur flüssig. Es benötigt keine giftigen Lösungsmittel wie Toluol, welche die Energiedichte verdünnen würden. Pumpen befördern den Brennstoff durch Dachkollektoren direkt in einen Lagertank im Keller.

Die Flüssigkeit reagiert zudem unempfindlich auf Wasser und setzt genug Energie frei, um sie zum Kochen zu bringen. Dies erhöht die Sicherheit für den Einsatz in Wohnhäusern erheblich. Bei einem Leck treten keine toxischen Dämpfe oder gefährlichen Chemikalien aus.

Hürden und Lösungsansätze

Derzeit fangen die Moleküle nur etwa fünf Prozent des Sonnenspektrums ein. Ein energetisches Leck, der sogenannte nicht radiative Zerfall, verhindert bisher eine höhere Effizienz. Dabei schüttelt das angeregte Molekül die Energie sofort als Wärme ab, statt sie dauerhaft zu speichern.

Die Forscher planen zudem den Austausch des flüssigen Säurekatalysators. Eine feste, säurefunktionalisierte Oberfläche soll künftig die Energieabgabe steuern. Dies macht eine nachträgliche Neutralisierung des Brennstoffs überflüssig und vereinfacht den Kreislauf.

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Batterie-Recycling: Forscher entwickeln selbstzerstörendes Material

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Batterie Recycling MIT

Forscher haben einen neuen Ansatz entwickelt, um das Recycling von Batterien zu erleichtern. Hintergrund ist ein selbstzerstörendes Material. 

Der aktuelle Boom bei Elektrofahrzeugen wird künftig viel Elektroschrott verursachen. Während unzählige Bemühungen im Gange sind, das Batterie-Recycling zu verbessern, landen immer noch viele Batterien auf Mülldeponien. Forscher des MIT fanden nun eine potenzielle Lösung.

Dabei handelt es sich um ein neues, sich selbst organisierendes Batteriematerial, das sich schnell auflösen kann, wenn es in eine einfache organische Flüssigkeit getaucht wird. Dieser Ansatz verspricht eine Alternative zum Zerkleinern einer Batterie in eine schwer zu recycelnde, vermischte Masse. Stattdessen löst sich die gesamte Batterie auf.

Aktuelle Batterien haben drei Hauptkomponenten: eine positiv geladene Kathode, eine negativ geladene Elektrode und einen Elektrolyt, der Lithium-Ionen zwischen ihnen hin- und herbewegt. Die Elektrolyte in den meisten Lithium-Ionen-Batterien sind jedoch hochentzündlich und zerfallen im Laufe der Zeit in giftige Nebenprodukte.

Um das Recycling zu vereinfachen, nutzten die Forscher einen nachhaltigeren Elektrolyt. Dabei handelt es sich um eine Klasse von Molekülen namens Aramid-Amphiphile (AAs), die sich in Wasser selbstständig zusammensetzen und deren chemische Struktur und Stabilität an Kevlar erinnern.

Batterie-Recycling: Nachhaltiges Elektrolyt eine magische Lösung?

Laut Studienautor Yukio Cho war seine Inspiration eine Szene aus einem „Harry-Potter“-Film, in der Professor Dumbledore ein baufälliges Haus mit einer Handbewegung aufräumt. Als Cho später eine Präsentation über Moleküle sah, die sich selbst in komplexe Strukturen zusammensetzen und dann in ihre ursprüngliche Form zurückkehren können, fragte er sich, ob dies für das Batterie-Recycling genutzt werden könnte.

Das Verfahren könnte einen Paradigmenwechsel für die Batterieindustrie darstellen, die derzeit auf aggressive Chemikalien und komplexe Verarbeitungsprozesse angewiesen ist. Die Forscher gaben den Molekülen eine Eigenschaft, die es ihnen ermöglichte, Lithium-Ionen zu leiten. Wenn das Team die Moleküle ins Wasser taucht, bilden sie spontan mechanisch stabile Nanobänder.

Diese Nanobänder haben eine flexible Kette, die als „Nest“ für Lithium-Ionen dient. Anschließend pressten die Forscher die Nanobänder zu einem festen Material. Sie bauten eine Festkörperbatteriezelle und demonstrierten, dass die Nanobänder erfolgreich Lithium-Ionen zwischen den Elektroden transportierten. Die Leistung war jedoch durch einen Nebeneffekt namens Polarisation eingeschränkt, der die Bewegung der Lithium-Ionen während des Ladens behinderte.

Die Zukunft des Batterie-Recyclings?

Trotz der anfänglichen Leistungsprobleme ist das Material ein Machbarkeitsnachweis für einen „Recycling-zuerst“-Ansatz beim Batteriedesign. Als die Forscher die Batteriezelle in organische Lösungsmittel tauchten, löste sich das Material sofort auf. Cho verglich die Reaktion mit dem Auflösen von Zuckerwatte in Wasser.

Der Elektrolyt hält die beiden Elektroden zusammen und bietet die Wege für die Lithium-Ionen, sodass beim Recycling die gesamte Elektrolytschicht auf natürliche Weise abfallen kann und Unternehmen die Elektroden separat recyceln können.

Das Design von Batterien, die von Anfang an auf Recycling ausgelegt sind, ist ein neuer Ansatz in der Industrie. Die Forscher sind überzeugt, dass ihr Material auch nur als Schicht im Elektrolyten ausreicht, um die Recyclingfähigkeit zu erhöhen. Wenn Lithium-Ionen-Batterien im großen Maßstab recycelt werden können, hätte das den gleichen Effekt wie die Eröffnung neuer Lithiumminen und könnte dazu beitragen, massive Preisspitzen zu vermeiden.

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Natrium-Ionen-Batterie: Das erste E-Auto mit Salz-Akku kommt

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Natrium-Ionen-Batterie CATL Auto Salz-Akku

Die beiden chinesischen Unternehmen CATL und Changan wollen noch in diesem Jahr das erste serienreife E-Auto mit Natrium-Ionen-Batterie auf die Straße bringen. Der sogenannte Salz-Akku soll sicher und günstig sein und Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius standhalten. 

Changan Automobile und Batteriehersteller CATL haben in Yakeshi das weltweit erste Serienfahrzeug mit Natrium-Ionen-Batterien präsentiert. Das Modell soll Mitte 2026 auf den Markt kommen und verfügt über eine Naxtra-Batterie von CATL. Diese Technologie wird markenübergreifend bei AVATR, Deepal, Qiyuan und UNI eingesetzt. Der Start könnte den Übergang zu einem Ökosystem mit zwei sich ergänzenden Batterietechnologien markieren.

Die Naxtra-Akkus erzielen eine Energiedichte von 175 Wattstunden pro Kilogramm. In reinen Elektroautos ermöglicht das System derzeit Reichweiten von rund 400 Kilometern. Weiterentwicklungen sollen künftig Reichweiten zwischen 500 und 600 Kilometern ermöglichen. Damit würde die Technologie über 50 Prozent der Reichweiten-Anforderungen des globalen Marktes abdecken.

Natrium-Ionen-Batterie verspricht hohe Leistung bei Kälte

Bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius liefern die Natrium-Ionen-Zellen fast die dreifache Entladeleistung im Vergleich zu LFP-Batterien. Selbst bei minus 40 Grad Celsius behalten sie über 90 Prozent ihrer Kapazität bei. Eine stabile Stromabgabe ist sogar bei extremen Bedingungen von bis zu minus 50 Grad Celsius gewährleistet. Für Hybridfahrzeuge bietet die Technik eine elektrische Reichweite zwischen 300 und 400 Kilometern.

Die Belastungsprüfungen umfassen extreme mechanische Einwirkungen wie Quetschen, Bohren oder Sägen. Dabei entstanden weder Rauch noch Feuer, während die Stromversorgung stabil blieb. Das Ergebnis demonstriert die Zuverlässigkeit im Fahrzeugsektor. Die Batterien sind speziell für den Einsatz unter schwierigsten klimatischen Bedingungen konzipiert.

CATL plant in diesem Jahr zudem, den Aufbau von über 3.000 Choco-Swap-Stationen in 140 Städten. Davon entstehen gezielt mehr als 600 Stationen in den kalten nördlichen Regionen Chinas. Dieses Netzwerk soll Fahrern einen schnellen und zuverlässigen Zugang zu Energie sichern. Die Infrastruktur unterstützt die tiefe Integration der Technik über mehrere Fahrzeugmarken hinweg.

Forschungsaufwand und industrielle Skalierung

Der globale Markt für Natrium-Ionen-Batterien könnte bis 2034 auf 6,83 Milliarden US-Dollar ansteigen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Verwendung reichlich vorhandener Rohstoffe für die Produktion. Diese Ressourcen helfen dabei, globale Lieferketten zu diversifizieren und Abhängigkeiten zu reduzieren. Zudem gilt das Verfahren als umweltfreundlich in der Herstellung und beim Recycling.

Die gezielte Forschung an der Natrium-Ionen-Technologie begann bei CATL im Jahr 2016. Rund 1,45 Milliarden US-Dollar flossen in die Entwicklung und Erprobung von fast 300.000 Testzellen. Ein Team aus über 300 Fachkräften, darunter 20 promovierte Wissenschaftler, bildete die wissenschaftliche Basis. Diese Vorarbeit ermöglicht nun die industrielle Fertigung in großem Maßstab.

Mit der aktuellen Vorstellung verlässt die Technologie endgültig die Laborphase. Changan Automobile und CATL überführen die Forschungsergebnisse in eine skalierbare Massenproduktion. Die Batterien sollen sich als globale Standardlösung für die weltweite Elektromobilität etablieren. Damit wird die Natrium-Technik zu einer tragfähigen Alternative für den breiten Massenmarkt.

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Just the Browser: Mit diesem Tool kannst du KI und Werbung ausblenden

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Just the Browser Tool Werbung KI Erweiterung

Die meisten Webbrowser überladen ihre Oberflächen zunehmend mit Funktionen, die viele Nutzer nerven. Das Projekt „Just the Browser“ verspricht eine technische Lösung, die KI-Inhalte, Shopping-Funktion und Werbung verbannt. 

Hinter dem Projekt Just the Browser steckt der US-Journalist und Programmierer Corbin Davenport. Sein Tool ermöglicht es, Webbrowser ohne KI-Funktionen, die Cursor okkupieren oder im Hintergrund Tabs umschichten. Davenport veröffentlichte deshalb spezifische Gruppenrichtlinien für drei große Browser, zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation.

Die technische Basis bilden sogenannte Bordmittel, weshalb du keine zusätzlichen Plug-ins installierst oder den Quellcode der Programme anrühren musst. Da die Software im Kern unverändert bleibt, erhalten die Browser weiterhin alle wichtigen Sicherheitsupdates. In der Regel reaktivieren diese automatischen Updates die unerwünschten Funktionen auch nicht eigenständig.

Just the Browser installieren

Zur Installation kopierst du einen einfachen Befehl in das Befehlsterminal deines Computers, wählst den gewünschten Browser aus und bestätigst den Vorgang. Mit demselben Shell-Befehl entfernst du die installierten Richtlinien bei Bedarf wieder oder stellst den Originalzustand wieder her. Nach der Anwendung zeigen Browser wie Edge oder Firefox einen Hinweis an, dass eine Organisation die Software verwaltet.

Diese Organisation bist jedoch du selbst als Nutzer von „Just the Browser“. Die Skripte unterstützen Windows-Systeme in allen gängigen Konfigurationen. Für Linux-Anwender deckt das Tool bisher Distributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora und OpenSUSE ab.

So ist es etwa möglich, den Firefox-Browser innerhalb weniger Sekunden erfolgreich von KI-Ballast und Werbung zu befreien. Bei dem Vorgang sind kaum manuelle Schritte notwendig. Das spart Zeit. Wichtig ist, dass das Skript dabei sowohl die Standardinstanz als auch mögliche parallel installierte Versionen des Browsers verändert.

Einschränkungen bei mobilen Browsern

Gleichzeitig solltest du beachten, dass bei einer späteren Rückgängigmachung der Richtlinien unter Umständen einige manuell vorgenommene Einstellungen verschwinden. Normale Browserupdates sollten die gesetzten Richtlinien im Alltag nicht tangieren. Falls Browser-Herausgeber jedoch grundlegende Änderungen vornehmen, die bestehende Richtlinien stören, musst du das Skript eventuell neu ausführen.

Aber es gibt auch Einschränkungen. Wenn du etwa KI-Komponenten deaktivierst, dann verlierst du in Firefox gleichzeitig die interne Übersetzungsfunktion. Während die Unterstützung für Google Chrome unter Linux spezifisch noch in Arbeit ist, steht eine mobile Lösung für Android aktuell gar nicht zur Verfügung. Im Gegensatz dazu listet das GitHub-Repository iOS bereits für eine mögliche Ausweitung der Funktionen auf.

Per Flatpak installierte Browser unter Linux unterstützt das Projekt derzeit ebenfalls noch nicht. Da das Projekt unter der MIT-Lizenz steht, darf die Community es frei weiterverbreiten und kommerziell nutzen. Das Ziel bleibt dabei immer ein Browser, der schlichtweg nur ein Browser ist.

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HoloRadar lässt Roboter mit Funkwellen um Ecken gucken

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HoloRadar Roboter Funkwellen Ecke

Forscher haben ein sogenanntes HoloRadar entwickelt, das Roboter mittels Funkwellen um Ecken gucken lässt. Ein KI-Modell wertet die Daten aus. 

Ein Forscherteam der University of Pennsylvania hat ein System entwickelt, mit dem mobile Roboter Objekte wahrnehmen können, noch bevor diese in das direkte Sichtfeld treten. Die Technologie nutzt ein Radarmodul und eine speziell konzipierte Künstliche Intelligenz, um Hindernisse um Ecken herum erkennen zu können.

Der Roboter identifizierte etwa Fußgänger in einem verwinkelten Flur. Die Forscher beschreiben ihre Ergebnisse in einer Veröffentlichung der Annual Conference on Neural Information Processing Systems. Ihr Roboter tastet seine Umgebung aktiv ab, indem er über das Radarmodul hochfrequente Funksignale aussendet.

Diese Signale treffen auf flache Oberflächen wie Wände, Böden oder Decken und werden von diesen zurückgeworfen. Ein Teil der Wellen breitet sich dabei auch in Bereichen außerhalb des primären Sichtbereichs aus und prallt dort ab. Durch den Empfang dieser Echos erhält das System Informationen über Objekte, zu denen kein direkter Blickkontakt besteht.

Roboter sieht mit HoloRadar um Ecken: KI-Verstand für Funkwellen

Bei der praktischen Umsetzung stößt die herkömmliche Signalverarbeitung jedoch an technische Grenzen. Einzelne Funkimpulse werden auf ihrem Weg durch verwinkelte Räume mehrfach abgelenkt. Der Empfänger des Roboters steht dadurch inmitten eines Gewirrs aus verschiedenen zurückspringenden Funkwellen. Diese Signalüberlagerung macht es Standardsystemen unmöglich, die Informationen sauber zu entflechten.

Die Forscher lösten diese Schwierigkeit mit einer maßgeschneiderten Künstlichen Intelligenz. Die Software kombiniert klassisches maschinelles Lernen mit fundiertem Wissen über physikalische Gesetzmäßigkeiten. Das System verarbeitet Daten in zwei aufeinanderfolgenden Schritten. Zuerst hilft die KI dem Roboter dabei, jene Signale zu identifizieren, die über ganz bestimmte Spiegelungswege zurückgekehrt sind.

Die Software versteht durch diesen Abgleich, welche Umwege die Wellen im Raum genommen haben. In einem zweiten Schritt greift das System erneut auf das hinterlegte physikalische Modell zurück. Es nutzt es, um die genaue Herkunft der zuvor identifizierten, abgelenkten Signale zu berechnen. Auf diese Weise bestimmt der Roboter die Position von Hindernissen hinter einer Sichtbarriere.

Radar sieht, was Kameras nicht blicken

Aus diesen Informationen erstellt der Roboter eine dreidimensionale Rekonstruktion seiner gesamten Umgebung. Diese virtuelle Karte bildet auch Bereiche ab, die ursprünglich außerhalb des Sichtfelds lagen. In der Vergangenheit stellten Fachleute bereits Geräte mit ähnlichen Fähigkeiten vor, die jedoch sichtbares Licht nutzten. Solche Systeme werten Schattenwürfe oder indirekte Reflexionen von Lichtquellen aus.

Ein wesentlicher Nachteil lichtbasierter Methoden ist ihre starke Abhängigkeit von den herrschenden Lichtverhältnissen. Sie benötigen meist eine kontrollierte Beleuchtung, um präzise Daten über verborgene Objekte zu liefern. Ohne eine optimale Lichtquelle verlieren diese Sensoren an Zuverlässigkeit. Das System der University of Pennsylvania arbeitet hingegen ohne eine solche kontrollierte Beleuchtung.

Die Radarwellen benötigen kein sichtbares Licht, um Hindernisse oder Personen hinter Ecken zu erfassen. Dies ermöglicht den Einsatz mobiler Roboter unter realen Bedingungen. Während optische Sensoren in schlecht beleuchteten Umgebungen versagen können, tastet das Radarsystem die Struktur des Raumes kontinuierlich ab. Damit bietet die Technologie eine Lösung für die Navigation in verwinkelten Gebäudestrukturen.

Durch die Kombination von physikalischen Modellen und lernfähigen Algorithmen erreichte die Forschungsgruppe eine veränderte Form der Wahrnehmung. Die Maschine interpretiert die Signalüberlagerung nicht als Störung, sondern nutzt sie zur Lagebestimmung. Personen werden so bereits zu einem Zeitpunkt erkannt, an dem sie für das System bisher nicht direkt sichtbar sind. Dieser technische Ansatz erweitert die Möglichkeiten der räumlichen Bildverarbeitung.

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KI erschafft Killer-Viren: Zwischen neuen Therapie und Biowaffen

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KI erschafft Viren Künstliche Intelligenz

Forschern ist es gelungen, mithilfe von KI erstmals neue Viren zu erschaffen. Ihr Ziel: Neue Therapien gegen schwere Krankheiten und Antibiotikaresistenzen. Sicherheitsexperten sind jedoch besorgt. 

Künstliche Intelligenz kann Videos erstellen, Bilder generieren und E-Mails schreiben. Aber kann sie auch Leben erschaffen? Einem Forscherteam in Kalifornien ist es gelungen, mithilfe von KI neue genetische Codes für Viren zu entwerfen. Sie brachten sogar einige dieser Viren dazu, sich zu replizieren und Bakterien abzutöten. Die Wissenschaftler sprechen vom ersten generativen Design kompletter Genome.

Strenggenommen hat die KI zwar kein Leben erschaffen, da Viren keine Lebewesen sind. Dennoch ist der Ansatz ein vielversprechender erster Schritt in Richtung von KI-entworfenen Lebensformen, so Biologe Jef Boeke. Er sagt, die Ergebnisse der KI seien überraschend gut, denn sie schlug Viren mit neuen, verkürzten Genen und sogar mit unterschiedlicher Genanordnung vor.

KI erschafft Viren

Um die Viren zu entwerfen, nutzten die Forscher zwei Versionen einer KI namens Evo, die nach den gleichen Prinzipien wie große Sprachmodelle (LLMs) arbeitet. Der Unterschied: Anstatt mit Texten wurde die KI mit den Genomen von rund zwei Millionen anderen Bakteriophagen-Viren trainiert. Sie sollte Varianten eines Virus namens phiX174 entwickeln, das nur elf Gene und etwa 5.000 DNA-Bausteine hat.

Um zu testen, ob die von der KI vorgeschlagenen Genome funktionierten, druckten die Forscher 302 der Designs als DNA-Stränge aus und mischten sie mit E.-Coli-Bakterien. In einer Nacht hatten die Wissenschaftler dann Erfolg, als sie Platten mit toten Bakterien in ihren Petrischalen sahen.

Insgesamt funktionierten 16 der 302 Designs. Ein Virus hatte sogar damit begonnen, sich zu vermehren, die Bakterien zum Platzen zu bringen und sie abzutöten. Die Forscher zeigen sich von diesen Ergebnissen absolut beeindruckt.

Fluch und Segen

Die Arbeit hat das Potenzial, die Forschung an künstlich hergestellten Zellen zu beschleunigen und neue Behandlungen zu ermöglichen. Bei der sogenannten Phagentherapie werden etwa bereits Viren zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen eingesetzt.

Auch bei der Gentherapie, die Viren zum Einschleusen von Genen in den Körper nutzt, könnte KI helfen, effektivere Varianten zu finden. Die neuen Methoden haben das Potenzial, die Biologie voranzubringen, weil sie Prozesse enorm beschleunigen.

Allerdings birgt diese Technologie auch erhebliche Risiken. Die Stanford-Forscher betonen, dass sie ihre KI bewusst nicht mit Viren trainiert haben, die Menschen infizieren können. Aber andere Wissenschaftler könnten aus Neugier oder böser Absicht die Methode auf menschliche Krankheitserreger anwenden und so „neue Dimensionen der Tödlichkeit“ erkunden.

J. Craig Venter, der einige der ersten Organismen mit DNA aus dem Labor geschaffen hat, warnt vor ernsthaften Bedenken, sollte jemand diese Methode auf Viren wie Pocken oder Milzbrand anwenden.

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Wie Homeoffice und mobile Work Klima und Alltag verändern

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mobile Work Klima Umwelt Homeoffice

Mobiles Arbeiten verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch den Umgang mit Rohstoffen und Energie. Doch wie nachhaltig sind Homeoffice und mobile Work wirklich? Ein Blick auf Chancen, Risiken und das Klima. 

Workation, Coworking-Spaces oder die heimische Arbeit am Küchentisch gehört für viele Menschen mittlerweile zum Alltag. Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen die enorme Dynamik dieses Wandels. Während im Jahr 2019 lediglich 12,9 Prozent der Erwerbstätigen im Homeoffice arbeiteten, stieg dieser Anteil im ersten Coronajahr 2020 bereits auf 21 Prozent.

Aktuell arbeitet bereits jeder vierte Berufstätige – das sind rund 10,5 Millionen Menschen – ausschließlich von zu Hause aus. Eine deutliche Mehrheit von 71 Prozent der Befragten glaubt zudem an einen weiteren Siegeszug dieser Arbeitsform. Besonders Führungskräfte, Wissenschaftler, Bürokräfte und Selbstständige treiben diese Entwicklung voran, wobei Männer das Homeoffice etwas häufiger nutzen als Frauen.

Simone Kimpeler vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersuchte im Auftrag des Umweltbundesamtes in der Studie „Mobile Arbeit in der Zukunft“, wie sich dieser Trend auf das Klima auswirkt. Ihre Abteilung suchte mittels Horizon Scanning nach frühen Signalen des Wandels und analysierten gesellschaftliche Treiber. Das Umweltbundesamt lässt prüfen, ob der Staat nationale Klimaziele aufgrund des mobilen Arbeitens nachjustieren muss.

Homeoffice und mobile Work: Der negative Einfluss auf das Klima

Ein zentrales Problem für den Klimaschutz stellt die Doppelausstattung von Arbeitsplätzen dar. Da viele Beschäftigte sowohl im Büro als auch zu Hause technische Geräte vorhalten, steigt der Bedarf an kritischen Rohstoffen für die IT-Ausrüstung massiv an.

Auch beim Heizen entstehen Zielkonflikte: Arbeitgeber beheizen ihre Bürogebäude oft weiter, um Bauschäden wie Schimmel zu verhindern, selbst wenn viele Räume täglich leer stehen. Gleichzeitig heizen die Beschäftigten ihre privaten Wohnungen den ganzen Tag über zusätzlich auf, was die energetische Bilanz belastet.

Ein weiterer Trend ist die sogenannte Workation, bei der Arbeit und Urlaub miteinander verschmelzen. Dies führt häufig zu weiten Fernreisen, die durch den Siedlungsausbau und die nötige Infrastruktur die Umwelt an den Zielorten belasten.

Beliebte Städte wie Lissabon reagieren bereits mit strikten Vorgaben, da mobil Arbeitende die Preise so stark nach oben treiben, dass die Stadt die Einheimischen verdrängt. Ein bewusster Umgang mit diesen Ressourcen ist daher entscheidend für eine nachhaltige Arbeitswelt.

Verlassene Innenstädte: Wenn das Homeoffice die Gastronomie verdrängt

Pendler und Büroangestellte prägen das Stadtbild maßgeblich durch ihre Mittagspausen: Lokale Fast-Food-Anbieter und Geschäfte richten ihr Angebot auf diese Kundschaft aus. Wenn diese Menschen jedoch im Homeoffice bleiben, verlieren die Gastronomen ihre Abnehmer, was oft zu Leerständen führt.

Stattdessen übernehmen Lieferdienste die Versorgung, indem sie Essen und Pakete direkt an die Haustür bringen, was wiederum Emissionen durch den Transport verursacht. Dennoch bietet das mobile Arbeiten deutliche Chancen für den persönlichen ökologischen Fußabdruck.

Wer das Auto in der Garage lässt und stattdessen das Fahrrad für Besorgungen in der Nachbarschaft nutzt, reduziert die physische Mobilität spürbar. Zudem ersetzen virtuelle Online-Workshops zunehmend internationale Dienstreisen, was signifikante Mengen an Treibstoff einspart. Im Baugewerbe macht der virtuelle Raum zudem die Planung effizienter, da Simulationen physische Begehungen vor Ort ersetzen.

Homeoffice und mobile Work: Der positive Einfluss auf das Klima

Um die Vorteile für das Klima optimal zu nutzen, müssen Kommunen und Unternehmen die Gestaltung der Arbeitsplätze hinterfragen. Politische Anreize können dabei helfen, Vororte besser an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen und Leerstände in Innenstädten sinnvoll zu behandeln.

Ziel ist es, die Arbeitswelt zu Hause nicht nur ökonomisch, sondern auch ressourcenschonend und gesundheitsfördernd aufzubauen. Am Ende liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, das eigene Verhalten und die damit verbundenen Konsequenzen zu reflektieren.

Menschen entscheiden durch ihr Handeln täglich über die Klimabilanz, indem sie etwa den Arbeitsweg antreten oder digital kommunizieren. Klimafreundliche Modelle benötigen kluge Stadtplanung und verantwortungsvolle Unternehmen. Zudem hängen sie von bewussten, individuellen Entscheidungen ab.

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