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Reparatur von E-Autobatterien: Weniger Spannung im Portemonnaie
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Wenn die Batterie allmählich den Geist aufgibt und die Reichweite sinkt, stehen viele Elektroautos vor dem Aus. Spezialisierte Unternehmen zeigen aber, dass es auch anders geht. Sie hauchen den Akkus für einen relativ schmalen Taler neues Leben ein.
Reparaturen von E-Autobatterien
- In Deutschland gibt es bislang nur wenige Unternehmen, die Reparaturen von Antriebsbatterien für E-Autos anbieten. Denn dafür braucht es spezialisierte Werkstätten und Techniker. Firmen wie die EV Clinic in Berlin oder Volt Fix in Norderstedt haben jedoch den Schritt in diesen bislang unerschlossenen Markt gewagt – bislang mit Erfolg.
- Dass Elektroautos schnell verschleißen, ist ein Vorurteil. Die Berater der P3 Group kommen anhand von 7.000 Datensätzen von Elektroautos etwa zu dem Ergebnis, dass die Reichweite nach 200.000 Kilometern Laufleistung im Schnitt nur um durchschnittlich circa 13 Prozent gesunken ist. Hat die Batterie doch mal einen Defekt, setzen viele Hersteller auf einen Komplettaustausch, da sie keine spezialisierte Werkstätten betreiben.
- Laut einer Studie von Axa Novi und Wolk & Nikolic After Sales Intelligence ist das Marktpotenzial der Reparatur von E-Autobatterien enorm. Die Verlängerung der Lebensdauer von Batterien durch Wiederaufarbeitung und Reparatur unterstützt die Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor und reduziert Abfall sowie Kosten. Herstellervorgaben stellen aber oft eine Hürde dar.
E-Autos altern langsam
Elektroautos altern langsamer, als viele glauben. Defekte sind eher selten. In der üblichen Garantiefrist von acht Jahren kümmern sich Hersteller um Ausfälle. Inzwischen gibt es aber immer mehr Fahrzeuge, die älter und nicht mehr viel wert sind. Der Einbau einer neuen Batterie würde sich bei vielen nicht lohnen – eine Reparatur schon.
Bei den Antriebsbatterien von E-Autos zeichnet sich eine Art Hop- oder Top-Regel ab: Entweder die Batteriesysteme sind gesund und verschleißen langsam sowie gleichmäßig. Oder eine oder mehrere Zellen büßen Spannung ein, was die Leistung der ganzen Batterie beeinträchtigt.
Da E-Autos aber immer besser altern gibt es außerhalb der Garantie kaum transparente Informationen seitens der Hersteller, was Verbraucher verunsichert. Externe Batterie-Checks und spezialisierte Reparatur-Unternehmen gewinnen deshalb an Bedeutung und könnten den Markt für gebrauchte E-Autos stabilisieren.
Stimmen
- Im Februar 2025 berichtete E-Autofan Moritz Leicht auf seinem Blog über seine Erfahrungen bei der Batterie-Reparatur, die ihn gerade einmal 900 Euro gekostet hat: „Ich freue mich über den aufgefrischten Akku meines Smart Electric Drive und kann eine Reparatur definitiv empfehlen, wenn die 8 Jahre Akkugarantie vom Hersteller ausgelaufen sind und es dann tatsächlich irgendwann mal weniger Reichweite wird. Der Zelltausch geht etwa 8 Stunden und das Auto hat danach wieder spürbar mehr Reichweite.“
- Bart Timmermans, Gründer und Geschäftsführer von Axa Novi, in einem Statement: „Unsere Studie ist eine wertvolle Informationsquelle für Unternehmen, die neue Möglichkeiten im Kfz-Ersatzteilmarkt erschließen möchten. Die Bewältigung von Herausforderungen wie Standardisierung und Wissenslücken ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Reparatur von EV-Batterien.“
- Volt Fix-Chef Chris Le Roux gegenüber dem NDR: „Die Batterien, die wir hier sehen, kommen entweder sehr früh zu uns, also innerhalb der Hersteller-Garantie. Oder sie kommen sehr spät, wenn sie hohe Laufleistungen haben.“ Die Kosten in Garantiefällen seien aufgrund der Herstellervorgaben oft sehr hoch, so Le Roux. Diese bekommen Kunden zwar nicht zu sehen, doch nach der Garantie könne das Unternehmen deutlich günstigere Preise anbieten.
Die Politik ist gefordert
Der Reparaturmarkt von E-Autos steckt noch in den Kinderschuhen, weil Hersteller Know-how und Ersatzteile kontrollieren. Unabhängige Werkstätten brauchen Spezialwissen, Werkzeuge und Zugang zu Modulen, um alte Batterien effizient wiederzubeleben.
Standardisierung könnte aber Abhilfe schaffen, indem einheitliche Formate Reparaturen erleichtern, Kosten senken und den Markt für neue Anbieter öffnen. Politische Maßnahmen wie steuerliche Anreize oder Vorgaben zur Ersatzteilverfügbarkeit wären entscheidend, um ein solches Ökosystem zu stärken.
Langfristig könnte die Batterie-Reparatur den Wert älterer Elektroautos sichern, Abfall reduzieren und Kreislaufwirtschaft fördern. Das würde sowohl Chancen für Wirtschaft, Umwelt als auch Verbraucher eröffnen, die auf nachhaltige Mobilität setzen – jenseits der Garantiepolitik der Hersteller.
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Verbrenner in E-Autos umbauen: Lohnt sich der Aufwand?
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Der Umbau klassischer Verbrenner in E-Autos wäre eine nachhaltige Alternative zum Neuwagenkauf. Doch wie praktikabel sind solche Umbauten und welche Kosten würden diese verursachen?
Die Bundesregierung hat die Elektromobilität klar als zentralen Baustein ihrer Klimaziele verankert. So sollen bis zum Jahr 2030 rund 15 Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein.
Ziel ist es, die Emissionen im Verkehrssektor drastisch zu reduzieren. Denn nur so kann das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 erreicht werden.
Doch von den 15 Millionen vollelektrische Fahrzeugen ist Deutschland noch weit entfernt. Denn am 1. Oktober 2025 waren bislang nur 1,9 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Anfang des Jahres waren es im Vergleich dazu 29,9 Millionen Benziner sowie 13,8 Millionen Dieselfahrzeuge.
Eine Möglichkeit, die angestrebten Zahlen im Verkehrssektor dennoch bis 2030 zu erreichen, wäre der Umbau von Verbrennern in E-Autos. Doch wie praktikabel wäre das in der Realität und ab wann würde sich eine solche Investition rechnen?
Ist es sinnvoll, Verbrenner in E-Autos umzubauen?
Der Umbau von Verbrennern zu E-Autos würde eine Reihe von Vorteilen mit sich bringen. Denn durch die weitere Nutzung bestehender Fahrzeuge könnten eine große Anzahl an Ressourcen gespart werden.
Der Umbau würde es ermöglichen, Karosserie, Fahrwerk und viele weitere Bauteile weiterzuverwenden, diese müssten dann – im Vergleich zum Neukauf – nicht neu produziert werden. Gleichzeitig könnten Besitzer älterer Fahrzeuge einfacher in die Elektromobilität einsteigen und müssten hierfür kein komplett neues Auto kaufen. Dadurch könnten Kosten deutlich gesenkt werden.
Zusätzlich könnte die Klimaneutralität im Verkehrssektor schneller gesenkt werden, da der Bestand an E-Autos schneller vergrößert werden könnte. Das Vorgehen würde außerdem die Lebensdauer bestehender Autos nachhaltig verlängern.
Tatsächlich gibt es in Deutschland inzwischen Firmen, die sich auf genau solche Umbauten – sogenannte Retrofits – spezialisiert haben. So beispielsweise auch die Firma E-Revolt aus dem bayerischen Dachau. Diese hat für die Umrüstung des VW Golf 7 einen Bausatz entwickelt, der den Umstieg erleichtern soll.
Ab wann lohnt sich ein solcher Umbau?
E-Revolt selbst bezeichnet das entwickelte Verfahren als „kostengünstige Alternative zum Kauf eines neuen Elektrofahrzeugs“. Das System maximiere die Nutzung von Ressourcen und minimiere den Abfall.
Michael Krail, Verkehrsexperte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, hat für den SWR eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt. Laut dem Experten sei die „Wirtschaftlichkeitsrechnung tatsächlich überraschend“.
Die Kosten für den Umbau durch E-Revolt liegen zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Diese würden sich laut Krail beim Umbau eines zehn Jahre alten VW Golf mit Dieselmotor bei einer Fahrleistung von 14.000 km pro Jahr bereits nach sieben Jahren amortisieren. Bei einem Modell mit Benzinmotor wären dies nach neun Jahren der Fall.
Attraktiver könnten diese Umbauten natürlich auch durch staatliche Förderung werden. In Frankreich beispielsweise werden diese mit bis zum 5.000 Euro gefördert. Das deutsche Bundesverkehrsministerium hält jedoch eine „serielle Umrüstung von Pkw wirtschaftlich nicht für sinnvoll“, wie es auf Anfrage des SWR heißt.
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