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Halbe Million Elektroautos getestet: Batterien überraschen nach 150.000 km

02. November 2026 um 05:45

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Report E-Auto Batterie Alterung

Die weltweit größte unabhängige Studie zur Batteriegesundheit gebrauchter E-Autos zeigt anhand von Langzeittests, dass die Batterien von Elektroautos langsamer altern als etliche vermuten. Auch nach 150.000 Kilometern überzeugen viele Modelle mit der noch vorhandenen Kapazität. Doch die Ergebnisse schwanken.

Der „AVILOO Certified EV Battery Report“ basiert auf Gebrauchtwagen, deren Batteriezustand nicht geschätzt, sondern tatsächlich dokumentiert ist. Hier fußt auch die Kernbotschaft der ersten AVILOO-Studie: „Testen Sie Ihr Fahrzeug unabhängig, statt den Zustand zu erraten“. Teil der Untersuchung waren mehr als 500.000 Tests, die zwischen 2022 und 2026 an 20 gängigen E-Auto-Modellen stattgefunden haben – mit Daten aus Europa, Nord- und Südamerika, Australien und Asien, um unterschiedliche Klimazonen einzubeziehen.

Wie AVILOO die Batteriegesundheit von Elektroautos berechnet

AVILOO aus Österreich bezeichnet sich als globalen Marktführer für die E-Auto-Batteriediagnose. Anfang September 2026 hat das Unternehmen zum ersten Mal den „AVILOO Certified EV Battery Report“ veröffentlicht, der jetzt zweimal im Jahr erscheinen soll.

Eigens entwickeltes Diagnoseverfahren statt Selbstauskunft der Fahrzeuge: Die unabhängigen AVILOO-FLASH-Tests berechnen die Batteriegesundheit anhand von Algorithmen. Damit richtet sich AVILOO an eine breite Zielgruppe: alle, die ein gebrauchtes E-Auto kaufen, verkaufen, finanzieren oder versichern.

Der Report zeigt den medianen Batteriezustand bei drei Kilometerständen (50.000, 100.000 und 150.000 Kilometern) und die Bandbreite, in der sich 99 Prozent der gebrauchten E-Autos an diesen Punkten bewegen. Dafür wird aus unabhängigen FLASH-Test-Daten für jedes Modell eine statistische Verteilung des sogenannten State of Health (SoH) an jedem Kilometerstand erstellt.

Der SoH meint den noch vorhandenen Prozentsatz der anfänglichen Batteriekapazität. Die Kennzahl gilt als besonders wichtig, um die Alterung einer gebrauchten E-Auto-Batterie darzulegen. Beträgt der SoH beispielsweise 92 Prozent, liefert die Batterie rund 92 Prozent der ursprünglichen Reichweite pro Ladung.

Nach 150.000 km noch 91 Prozent: Warum Elektroauto-Batterien weit über den Garantiezusagen liegen

Im Durchschnitt liegt der SoH über die 20 Modelle hinweg bei allen drei Kilometerständen über 90 Prozent. Während es bei 50.000 Kilometern noch rund 95 Prozent sind, sinkt der Wert bei 150.000 Kilometern zwar, befindet sich aber immer noch bei etwa 91 Prozent.

Interessant wird es beim Vergleich mit den Garantieangaben. Denn die meisten Hersteller sichern bei 160.000 Kilometern mindestens 70 Prozent zu. Somit lässt sich grundlegend festhalten, dass die Batteriegesundheit am Markt insgesamt weiterhin robust ist – und dass der Verschleiß bei vielen Autos sogar weit unter der Haftungsgrenze der Hersteller liegt.

Die Testsieger sind der Mercedes-Benz EQA, der Hyundai Ioniq 5 und der BMW i4. Alle drei Modelle haben nach 150.000 Kilometern noch etwa 94 Prozent SoH. Rund 93 Prozent erreichen der Hyundai Kona EV, der Volvo XC40 Recharge und der Ford Mustang Mach-E. Das beste Tesla-Modell liegt bei knapp 90 Prozent.

Warum zwei identische E-Autos unterschiedlich altern können

AVILOO betont, dass die Daten stark schwanken – und zwar nicht nur zwischen verschiedenen Modellen, sondern „auch zwischen einzelnen Fahrzeugen desselben Modells“. Dabei seien die Unterschiede mitunter so groß, dass sie den realen Fahrzeugwert verändern würden.

Ein Beispiel: Der Volkswagen ID.4, einem Test zufolge Platz sechs der besten elektrischen Kompakt-SUV im Jahr 2026, erreicht im AVILOO-Report nach 150.000 Kilometern aufgerundet 91 Prozent SoH. Allerdings würde der SoH einzelner ID.4-Autos bei höheren Kilometerständen um bis zu zwölf Prozent schwanken.

Laut Marcus Berger, dem CEO von AVILOO, würden Durchschnittswerte viel verschleiern:

Ja, E-Auto-Batterien altern besser, als ihr Ruf vermuten lässt, aber das ist nicht die spannendste Erkenntnis. Viel wichtiger: Die Batteriegesundheit unterscheidet sich stark zwischen Modellen, und noch stärker zwischen einzelnen Autos desselben Modells. Zehn oder fünfzehn Prozentpunkte Unterschied beim State of Health bedeuten einen echten Unterschied bei Reichweite, Wert und Verlässlichkeit. Ohne unabhängigen Test wissen Sie einfach nicht, wo Ihr Auto in dieser Bandbreite steht.

Zudem gibt es mehr Faktoren, die die Batteriegesundheit beeinflussen, als die gefahrenen Kilometer. So würde eine Batterie in kühleren Regionen beispielsweise langsamer laden und anders verschleißen als in wärmeren Gebieten. Auch die Batteriegröße ist entscheidend, weil häufigere Ladezyklen die Alterung beschleunigen können.

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