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Cohere kauft Aleph Alpha: Deutsch-kanadische KI gegen US-Dominanz

Ki, Künstliche Intelligenz, Deutschland, Roboter, Kanada, Zusammenarbeit, Handschlag, Roboterhände Das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha fusioniert mit dem kanadischen Anbieter Cohere. Gemeinsam möchten sie eine unabhängige Alternative zu den Tech-Giganten aus dem Silicon Valley aufbauen. Vor allem Datenschutz steht im Fokus. (Weiter lesen)
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Mehr arbeiten löst die Wirtschaftskrise nicht – KI zeigt, warum

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„Mehr arbeiten“ scheint der reflexartige Ruf Deutschlands auf die Wirtschaftskrise zu sein. Allerdings hat KI eins klargemacht: Statt auf bloßen Mehreinsatz zu setzen, sollte Deutschland den Fokus auf den effizienteren Umgang mit menschlicher Kreativität und Innovation richten. Eine kommentierende Analyse. 

Der Ruf nach „mehr arbeiten“ gehört in Deutschland zu den zuverlässigsten Reaktionen auf wirtschaftliche Schwäche. Er klingt entschlossen, wirkt aber im Zeitalter von KI seltsam alt. Denn da diese Technologie sichtbar macht, wie viel menschliche Denkarbeit in Routinen und Reibung verpufft, liegt das Problem unserer Wirtschaft womöglich nicht zuerst im mangelnden Einsatz, sondern darin, wie schlecht wir mit Intelligenz, Kreativität und gedanklicher Innovationskraft umgehen.

Deutschland steckt in einer Wirtschaftskrise, das wirtschaftliche Wachstum ist gering bis nicht vorhanden. Wenn man aber die Krise einmal genau betrachtet, dann könnte man zu Ergebnis kommen, dass Deutschland vielleicht auch, möglicherweise sogar noch mehr, in einer Krise der Vergeudung steckt. Damit meine ich nicht die Vergeudung von Geld und auch nicht die Vergeudung von Chancen, sondern die Vergeudung von geistiger Energie.

Wirtschaftskrise: KI zeigt, was wirklich Zeit und Wachstum kostet

Denn jeden Tag verschwinden in Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen unzählige Stunden in Routinen, Rückfragen, Wiedervorlagen, Suchbewegungen, Berichtsschleifen, Formulierungsvarianten und Abstimmungen.

Sie fühlen sich wichtig an, produzieren allerdings oft nur Reibung und verschwenden Zeit. Und obwohl all das geschieht und auch immer wieder angeprangert wird, reden wir erstaunlich häufig noch so, als sei die zentrale Frage, ob Menschen genug arbeiten.

Das klingt zunächst nach einer provokanten These. Ganz aus der Luft gegriffen ist sie jedoch nicht. Die deutsche Wirtschaft ist 2025 real nur um 0,2 Prozent gewachsen. Gleichzeitig blieb die Zahl der Erwerbstätigen auf sehr hohem Niveau.

Das allein beweist natürlich noch nichts. Aber es passt schlecht zu der schlichten Erzählung, es fehle vor allem an Arbeitsbereitschaft. Eher deutet es darauf hin, dass die Beziehung zwischen Aufwand und Wirkung nicht mehr stimmt.

Darüber hinaus verweist die OECD auf administrative Lasten, Fachkräfteengpässe und eine zu geringe wirtschaftliche Dynamik als zentrale Bremsen für Deutschland. Und die deutsche Bundesbank sieht in der verschlechterten Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen einen wesentlichen Grund für Exportmarktverluste. Das alles klingt nicht nach einem Land, dem nur ein paar zusätzliche Arbeitsstunden fehlen. Es klingt nach einem Land, das zu viel Energie an den falschen Stellen verbrennt.

KI als Spiegel unserer Tätigkeiten

Genau an diesem Punkt wird Künstliche Intelligenz (KI) interessant, aber nicht als Zauberstab oder als simples Heilsversprechen für schnell erzielbares Wirtschaftswachstum. Und auch nicht als bequeme Fantasie, man könne wirtschaftliche Schwäche einfach weg prompten. Interessant wird KI für mich viel mehr als ziemlich unangenehmer Spiegel.

Denn KI zeigt etwas, das insbesondere von Berufspolitikern ohne Erfahrung als Arbeitnehmer oder als Inhaber eines Unternehmens lieber nicht so genau gesehen werden möchte: nämlich wie Menschen in Unternehmen und Behörden ihre Tage damit verbringen, Informationen umzuformen, statt mit ihnen etwas Neues anzufangen.

Wie häufig hoch qualifizierte Fachkräfte nicht an schwierigen Problemen arbeiten, sondern an den sprachlichen, formalen und organisatorischen Nebenwirkungen und Dokumentationen komplexer Systeme. Und wie viel Potenzial ungenutzt bleibt, weil zu viele Köpfe mit Verwaltung statt mit Wirkung beschäftigt sind.

KI in der Wirtschaftskrise als Anklage gegen Zeitverschwendung

Das ist für mich der eigentliche Grund, warum die Debatte über KI so interessant ist. KI ist eben nicht nur eine Technologie zur Steigerung der Produktivität. Sie ist vielmehr auch eine „Anklage gegen Zeitverschwendung“.

Denn sobald eine KI in Sekunden eine Zusammenfassung, einen Textentwurf, eine Strukturierung, eine Voranalyse oder eine sortierte Auswertung liefern kann, wird mit einer gewissen Deutlichkeit sichtbar, wie viel teure menschliche Arbeitszeit bislang in genau diese Tätigkeiten versickert ist. KI macht also nicht nur schneller. Sie vielmehr sichtbar, was wir für inzwischen viel zu lange verfehlt für normal gehalten haben.

Das Problem Deutschlands ist meiner Ansicht nach nicht, dass zu wenig gearbeitet wird. Das Problem besteht vielmehr darin, dass zu viel menschliche Arbeit für Tätigkeiten aufgewendet wird, die den Wohlstand von morgen nicht erhöhen.

Wenn in einer wissensintensiven Wirtschaft wie der unseren pauschal mehr Arbeit gefordert wird, ohne zugleich über die Qualität, die Hebelwirkung und die Zielrichtung dieser Arbeit zu sprechen, dann wird Betriebsamkeit und generell Aktivität mit Fortschritt verwechselt.

Wo Unternehmen Aufmerksamkeit verschwenden

Und das gilt umso mehr in einer alternden Gesellschaft. Gerade wenn Fachkräfte knapp sind und die vorhandenen immer älter werden, ist es fast schon absurd, die Zeit der verbleibenden mit nicht Wert schaffenden Routinen zu überladen, die sich beschleunigen, vorbereiten oder zumindest teilweise automatisieren lassen.

KI wird insbesondere dann zu einer Technologie der Freilegung. Sie legt nämlich frei, wo in Unternehmen und Organisationen Aufmerksamkeit verschwenden wird bzw. verschwendet werden muss aufgrund von entsprechenden Regularien. Sie legt frei, wo Entscheidungswege unnötig zäh geworden sind. Und sie legt frei, wo Gründlichkeit mit Verzögerung verwechselt wird.

Was passiert, wenn KI Menschen nicht ersetzt, sondern besser einsetzt?

Mir geht es dabei ausdrücklich insbesondere nicht um die mittlerweile allzu bekannte Erzählung, der Mensch werde durch die KI ersetzt. Diese Erzählung ist meist entweder zu simpel oder zu bequem. Die interessantere Frage lautet vielmehr: Was wäre möglich, wenn wir Menschen nicht ersetzen, sondern besser einsetzen? Was geschieht, wenn KI einen Teil jener Vorarbeit übernimmt, die bislang Menschen mit Routinen beschäftigt, statt sie an die wirklich wichtigen Aufgaben zu bringen?

Dann könnte ausgerechnet eine Technologie, die so oft als Bedrohung beschrieben wird, zu einem Werkzeug werden, das Menschen wieder stärker an den Punkt bringt, an dem ihre Tätigkeiten wirklich Sinn ergeben: beim Einordnen, Entscheiden, Priorisieren, Verhandeln, Erfinden und Erklären.

Natürlich löst KI allein nicht das gesamte deutsche Wachstumsproblem. Sie senkt keine Energiepreise, sie ersetzt keine Industriepolitik und sie zaubert auch keine mutigen Investitionsentscheidungen herbei. Aber vielleicht liegt genau in dieser nüchternen Einordnung der entscheidende Punkt. KI muss gar nicht alles lösen, um wirtschaftlich enorm relevant zu sein. Es reicht bereits, wenn sie uns zwingt, eine unangenehme Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen: dass wir in Deutschland sehr lange damit durchgekommen sind, geistige Schwerfälligkeit als Seriosität zu verkaufen.

Weniger Schweiß, weniger Vergeudung: Der echte Weg aus der Krise

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche wirtschaftliche Provokation von KI. Sie bedroht nicht nur einzelne Tätigkeiten. Sie bedroht vielmehr auch Rechtfertigungsmuster. Sie stellt infrage, warum bestimmte Formen von Langsamkeit und Umständlichkeit bislang als normal, professionell oder gar alternativlos galten.

Und sie zwingt uns damit zu einer Frage, die weit größer ist als jede Tool-Debatte: Wofür genau wollen wir menschliche Intelligenz in Zukunft eigentlich noch verwenden? Die Antwort auf diese Frage dürfte am Ende wichtiger sein als jede moralisch aufgeladene Debatte über Fleiß. Denn der Weg aus der Wirtschaftskrise führt womöglich nicht zuerst über mehr Schweiß, sondern endlich über weniger Vergeudung.

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Wie KI-generierte Daten deutsche Städte vor Überflutungen schützen sollen

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Deutsche Städte steuern ihre Kanalnetze mit Durchschnittswerten, obwohl sie für Extremereignisse gebaut wurden. Forscher des DFKI in Kaiserslautern wollen diesen Widerspruch mit generativer KI auflösen. Synthetische Daten simulieren Starkregenereignisse, für die es bisher kaum reale Messwerte gibt.

Szenen von überlasteten Kanalisationen und überfluteten Straßen wiederholen sich bundesweit immer häufiger. Diese Ereignisse legen ein Paradoxon in der Infrastrukturplanung offen, da Abwassersysteme zwar für Extremfälle konzipiert sind, ihre Steuerung im Alltag jedoch größtenteils auf Durchschnittswerten basiert. Wissenschaftler warnen davor, dass dieser Mangel an präzisen Informationen eine effektive Vorsorge in Zeiten wachsender Klimarisiken nahezu unmöglich macht.

Denn: Kommunen steuern lebenswichtige Wasserinfrastrukturen bisher weitgehend ohne detaillierte Kenntnisse über seltene, aber verheerende Extremereignisse. Historische Daten spiegeln solche Starkregenereignisse nur selten wider, und großflächige Messkampagnen gelten oft als zu kostspielig oder sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Dieser Zustand gleicht einem Blindflug, bei dem Städte die Konsequenzen unvorhersehbarer Wetterumschwünge tragen müssen.

Wie synthetische KI-Daten die Vorhersage von Starkregen verbessern

Generative KI-Modelle bieten laut Experten des Deutschen Zentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen Ausweg aus diesem Datenrätsel. Die Systeme würden reale Verteilungen erlernen und daraus synthetische Zeitreihen generieren, die auch seltene Extremfälle plausibel abbilden könnten.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass solche künstlich erzeugten Daten die Präzision von Vorhersagemodellen massiv steigern würden. Manche Modelle schaffen es laut Untersuchung bereits jetzt, ausschließlich mit KI-generierten Daten die Qualität von realen Messreihen zu erreichen. Für Städte und Kommunen würde das bedeuten, dass sie auf eine wesentlich verlässlichere Grundlage für ihre Vorsorgemaßnahmen zugreifen könnten.

DFKI testet KI-Modelle direkt am Abwassersystem Kaiserslautern

Am DFKI in Kaiserslautern treibt Andreas Dengel dieses Vorhaben als geschäftsführender Direktor und Leiter des Bereichs „Smarte Daten & Wissensdienste“ maßgeblich voran. Gemeinsam mit verschiedenen Forschungsbereichen testen die Wissenschaftler ihre KI-Systeme unter realen Bedingungen direkt am Abwassersystem der Stadt Kaiserslautern.

Dieser praxisnahe Ansatz soll sicherstellen, dass die theoretischen Modelle den harten Anforderungen der städtischen Infrastruktur standhalten. Wichtig für diese Entwicklung ist das am 13. Januar 2026 gestartete Transferlab mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG).

Im Rahmen dieser Kooperation bündeln die Experten ihre Kompetenzen, um den digitalen Wandel in der Wasserwirtschaft zu beschleunigen. Ein Kernziel der Zusammenarbeit ist die langfristige Stärkung der Hydrologie sowie der Gewässergüte, um fundierte Handlungsoptionen für Politik und Verwaltung zu schaffen.

Was digitale Zwillinge bei Starkregen leisten können

Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden sogenannte digitale Zwillinge der städtischen Infrastruktur deutlich resilienter gegen den Klimastress. KI ersetzt dabei zwar keine Ingenieure, füllt jedoch die kritischen Lücken in der Datengrundlage auf. Die simulierten Modelle erlauben es, die Belastungsgrenzen von Kanalsystemen bei Starkregen präzise zu analysieren und Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.

Die Simulation von Extremszenarien gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer klimaresistenten Stadt. Andreas Dengel, geschäftsführender Direktor des DFKI Kaiserslautern, dazu:

Infrastrukturen werden für Extreme gebaut, aber mit Durchschnittsdaten betrieben. KI ermöglicht die Simulation solcher Ereignisse vorab – ein entscheidender Schritt zu klimaresistenten Städten.

Reagieren oder vorsorgen: Warum Kommunen jetzt handeln müssen

Letztlich ist die Frage nach der Nutzung dieser Technologien laut den Experten von politischer Natur. Städte müssen entscheiden, ob sie weiterhin reaktiv aus bereits eingetretenen Schäden lernen oder vorausschauend auf Basis simulierter Szenarien planen wollen.

In Zeiten knapper kommunaler Budgets bieten synthetische Daten eine kosteneffiziente Methode, um die eigene Infrastruktur gegen die Folgen des Klimawandels zu rüsten. Die Umsetzung einer vorausschauenden Planung sei im Angesicht des Klimawandels keine bloße Option mehr, sondern eine zwingende Pflicht für die Verantwortlichen. Durch den Einsatz von KI könnten Kommunen ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und ihre Bürger besser vor Naturgefahren schützen.

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