Lese-Ansicht

Stinknormales WLAN kann Menschen in Räumen orten – sogar ohne Smartphone

Der Beitrag Stinknormales WLAN kann Menschen in Räumen orten – sogar ohne Smartphone erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

WLAN Überwachung Menschen orten Funkwellen identifizieren

Jeder Router kann zum Überwachungsgerät werden. In einer Studie zeigen Wissenschaftler des KIT, wie sich Menschen allein über das WLAN-Signal identifizieren lassen. Kameras oder elektronische Geräte sind dafür nicht nötig. Die Hintergründe. 

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben eine Möglichkeit entdeckt, Personen allein anhand von WLAN-Signalen zu erkennen. Bedeutet: Wer beispielsweise an einem Café mit WLAN vorbeiläuft, kann ganz einfach identifiziert werden.

Personen müssen für eine derartige Identifikation kein Smartphone oder Tablet bei sich tragen. Wie das KIT in der entsprechenden Pressemitteilung schreibt, reiche es aus, dass WLAN-Geräte in der Nähe miteinander kommunizieren.

Keine besondere Hardware notwendig

Möglich ist das aufgrund von sogenanntem Beamforming. Die Technik gibt es seit WiFi 5. Statt das Funksignal gleichmäßig in alle Richtungen abzustrahlen, bündelt der Router es gezielt in Richtung der verbundenen Geräte. Das verbessert Reichweite und Tempo. Allerdings liegt genau da das Problem.

Denn damit der Router weiß, wohin er senden muss, melden sich Geräte regelmäßig zurück und liefern Informationen darüber ab, wie das Signal bei ihnen ankommt. Diese Rückmeldungen heißen „Beamforming Feedback Information“, kurz BFI. Laut KIT werden diese Infos unverschlüsselt übertragen und sind damit auch für Dritte lesbar.

Anders als bei Angriffen mit LIDAR-Sensoren oder bisherigen WLAN-basierten Methoden, die Channel State Information (CSI) nutzen – also Messdaten darüber, wie sich ein Funksignal durch Wände, Möbel oder Personen verändert –, benötigen Angreifende keine Spezialhardware. Die Methode funktioniert mit handelsüblichen WLAN-Geräten.

WLAN-Router als „stille Beobachter“

Per BFI entstehen Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, die zur Identifikation der Personen dienen können. Dieser Prozess dauert nur wenige Sekunden, sobald das dahinterstehende Machine-Learning-Modell trainiert ist. Das WLAN wird auf diese Weise zum erheblichen Risiko für die Privatsphäre.

„Wir beobachten die Ausbreitung der Radiowellen und können so ein Bild der Umgebung und von Personen erzeugen”, erklärt Cybersicherheitsexperte Thorsten Strufe vom KASTEL, dem Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit des KIT.

Das funktioniert ähnlich wie bei einer normalen Kamera, nur dass diese Lichtwellen statt Radiowellen in ein Bild umwandelt. Es ist deshalb auch unerheblich, ob jemand ein WLAN-Gerät bei sich hat oder nicht.

Jeder WLAN-Router ein potenzielles Überwachungsgerät

Mit ihrer Forschung wollen die Wissenschaftler vor Risiken für die Privatsphäre warnen. Denn: „Die Technik macht aus jedem Router ein potenzielles Überwachungsgerät“, so Julian Todt vom KASTEL. Auch das Abschalten des WLANs schützt nicht. Es reicht schon aus, wenn andere Geräte in der Umgebung aktiv sind.

Wer regelmäßig an einem Café mit WLAN vorbeigeht, könnte dort unbemerkt identifiziert und später wiedererkannt werden – etwa von staatlichen Stellen oder Unternehmen.

Zwar gebe es für Geheimdienste oder Cyberkriminelle einfachere Methoden, Menschen zu beobachten. So beispielsweise durch den Zugriff auf Überwachungskameras oder Video-Türklingeln.

Allerdings könnten die allgegenwärtigen Drahtlosnetzwerke zu einer nahezu flächendeckenden Überwachungsinfrastruktur werden. Immerhin gibt es WLAN heutzutage in fast allen Wohnungen, Büros, Restaurants und öffentlichen Räumen.

Für Privatpersonen geht das Risiko über die reine Wiedererkennung hinaus. Die Forschung zu BFI-Sensing hat sich inzwischen weiterentwickelt: Eine Arbeit in den IEEE Transactions on Mobile Computing zeigt, dass sich damit auch Tastatureingaben mehrerer Personen rekonstruieren lassen.

Fast 100 Prozent: So identifiziert WLAN Menschen

Um ihre Hypothese zu testen, ermittelten die Wissenschaftler die Identitäten einer Gruppe von Testpersonen. Von insgesamt 197 Teilnehmern konnte das Forschungsteam Personen mit 99,5 Prozent Genauigkeit erkennen. Persönliche Merkmale wie die Gangart oder ein bestimmter Blickwinkel waren dabei irrelevant.

Die Forscher des KIT befürchten, dass die Technik besonders in autoritären Staaten zur Gefahr für Grundrechte und Privatsphäre werden könnte. Dort ließe sie sich beispielsweise zur Überwachung von Protestierenden einsetzen. In ihrem wissenschaftlichen Artikel fordern die Wissenschaftler deshalb Schutzmaßnahmen.

Sie richten sich beispielsweise an den WLAN-Standard IEEE 802.11bf, der WLAN-Sensing offiziell regelt. Er wurde bereits am 26. September 2025 veröffentlicht und ist eine Erweiterung des bestehenden WLAN-Standards. Ob die vom KIT geforderten Maßnahmen darin enthalten sind, geht aus öffentlichen Angaben allerdings nicht hervor.

Weitere Angriffe, kaum Schutz

Wie ernst das Problem ist, zeigen auch andere Forschungsarbeiten. So stellte ein Forschungsteam auf dem Sicherheitssymposium NDSS 2025 einen verwandten Angriff namens LeakyBeam vor. Er wertete ebenfalls unverschlüsselte BFI-Pakete aus.

Neben den Warnungen gibt es auch Lösungsvorschläge: Die NDSS-Autoren schlagen beispielsweise vor, entweder die BFI-Daten zu verschleiern. Das würde nur minimale Hardwareänderungen erfordern. Eine andere Option wäre, die Pakete per WPA3 zu verschlüsseln. Diese Variante wäre wirksamer, würde allerdings Firmware-Updates auf allen WLAN-Geräten weltweit nötig machen.

Nutzern bleibt damit wenig Handlungsspielraum. Das eigene WLAN abzuschalten hilft nicht, weil fremde Geräte in der Umgebung genügen, um Personen zu identifizieren.

Auch der Verzicht auf Smartphone oder Laptop bringt nichts, da für die Identifikation kein eigenes Gerät nötig ist. Wirksamer Schutz müsste also im Standard selbst verankert sein oder von den Herstellern per Update nachgereicht werden.

Auch interessant: 

Der Beitrag Stinknormales WLAN kann Menschen in Räumen orten – sogar ohne Smartphone erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Das weiß ChatGPT alles über dich: Dieses Tool wertet deine Chats aus

Der Beitrag Das weiß ChatGPT alles über dich: Dieses Tool wertet deine Chats aus erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Was weiß ChatGPT über mich KI Datenschutz, ChatGPT, Claude, Künstliche Intelligenz, Internet, Datenschutz

Je alltäglicher der Gebrauch von Künstlicher Intelligenz ist, desto schneller landen sensible Nutzer-Informationen auf den Servern der jeweiligen Anbieter. Ein neues kostenloses Online-Tool zeigt, wie viel ChatGPT und Co. wirklich über dich wissen. 

Künstliche Intelligenz im beruflichen Alltag zu nutzen, ist mittlerweile normal. Auch im Privatleben ist KI vielen Menschen eine Stütze. Sie planen Aktivitäten und Urlaube oder holen sich Rat. Um passende Ergebnisse zu generieren, teilen sie in Chats nicht selten persönliche Informationen.

Einer Bitkom-Umfrage vom April 2026 zufolge setzt rund ein Drittel der Menschen in Deutschland mindestens einmal pro Woche KI ein, 15 Prozent sogar täglich. Am beliebtesten ist ChatGPT, das 71 Prozent der KI-Nutzer verwenden. Gleich danach landet Gemini mit 50 Prozent auf Platz zwei. Platz drei geht an Copilot mit 43 Prozent. Claude kommt auf fünf Prozent.

KI-Nutzung: Sorge um Datenschutz sinkt

Aus der Bitkom-Studie geht auch hervor, dass die Sorge um die eigene Datensicherheit eher sinkt, obwohl immer mehr persönliche Informationen in den KI-Chats landen. So äußerten etwa 43 Prozent der Befragten Bedenken, dass ihre persönlichen Daten nicht sicher sind. Im Vorjahr waren es noch 51 Prozent.

Um mehr Sensibilität dafür zu schaffen, hat das Schweizer Unternehmen Proton ein kostenloses Online-Tool veröffentlicht: AI Paper Trail. Damit können Nutzer selbst überprüfen, wie viel eine KI tatsächlich über sie weiß.

„Jeder Chat mit einer gängigen KI hinterlässt Spuren“, schreibt das Unternehmen. „Alles, was Sie eingeben, wird gespeichert und analysiert, und es kann leicht passieren, dass Sie damit die Modelle der KI trainieren und ein Profil über sich selbst erstellen. Selbst beiläufige Eingaben können sehr persönliche Details preisgeben – von Ihrer Arbeit und Ihren Gewohnheiten bis hin zu Ihren Beziehungen und Ihrer Identität.“

AI Paper Trail zeigt: Das weiß ChatGPT über dich

Aktuell unterstützt AI Paper Trail ChatGPT und Claude. Künftig sollen aber noch weitere Plattformen dazukommen. Nutzer können ihre Gesprächsdaten bei den beiden KI-Systemen exportieren und im Tool hochladen.

Anschließend bekommen sie einen detaillierten Report über ihre persönliche Datenlage. Dabei analysiert das Tool die hochgeladenen Informationen wie folgt.

  • Datenschutztyp des Nutzers: Diese Persönlichkeitsbezeichnung basiert auf seinem Umgang mit Datenschutz.
  • Expositionswert: eine numerische Punktzahl, die auf der Anzahl der extrahierten Datenpunkte und deren Aussagekraft basiert.
  • KI-Wissen: Das Tool identifiziert persönliche Daten des Users und seine Identität sowie Adresse, Gewohnheiten und Beziehungen.
  • Datenwert: AI Paper Trail errechnet, wie viel die Daten dem jeweiligen KI-Anbieter wert sind, in realen Dollarbeträgen.

So nutzt du das kostenlose Online-Tool

Um das Proton-Tool zu nutzen, musst du deine Daten zunächst beim jeweiligen KI-Anbieter exportieren:

Für ChatGPT-Nutzer

  1. Melde dich bei deinem ChatGPT-Konto an.
  2. Klicke auf dein Profil-Symbol in der unteren linken Ecke der Seite.
  3. Gehe zu Einstellungen, dann Datenkontrollen.
  4. Suche nach „Daten exportieren“ und klicke auf „Export„.
  5. Bestätige im Pop-up-Fenster mit „Export bestätigen„.

Für Claude-Nutzer

  1. Melde dich bei deinem Claude-Konto an.
  2. Klicke auf dein Profil-Symbol in der unteren linken Ecke der Seite.
  3. Gehe zu Einstellungen, dann Datenschutz.
  4. Klicke unter deinen Daten auf „Daten exportieren„.
  5. Folge den Anweisungen, um den Export zu bestätigen.

Wichtig: Besonders bei ChatGPT kann der Download einige Stunden bis Tage dauern. Für Business- und Enterprise-Kunden steht die Export-Funktion gar nicht zur Verfügung.

Sobald du deine Daten exportiert hast, erhältst du einen Download-Link per Mail. Anschließend musst du die jeweiligen Dateien bei AI Paper Trail hochladen.

Der Datenschutz-Selbsttest: Was weiß die ChatGPT über mich?

Meine Erfahrung: Da der Export meiner ChatGPT-Daten extrem zeitaufwendig zu sein scheint, habe ich den Test mit Claude durchgeführt. Ich musste erkennen, dass ich ein offenes Buch bin. Das Tool stufte mich als leicht zu profilieren ein und vergab einen Expositionswert im oberen Mittelfeld.

Am meisten weiß die KI über meinen Beruf, mein soziales Umfeld und meine finanzielle Situation. Darüber wundere ich mich grundsätzlich nicht, da ich die KI häufig nutze, um verschiedene Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten durchzurechnen.

Was mir auffällt, ist, dass sich die Rückschlüsse über viele einzelne Chats hinweg ergeben, auch wenn ich sie nie ausdrücklich mitgeteilt habe. Auch Proton stellt dieses System als zentrales Argument dar: Nicht einzelne Prompts verraten etwas. Stattdessen ergibt sich ein Muster aus der täglichen Nutzung über viele Monate hinweg.

Der Online-Check hat mir auf jeden Fall die Augen geöffnet. Zwar teile ich nie sensible Informationen wie Bankdaten, meine Adresse, Klarnamen oder so mit KI. Dennoch lesen die Anbieter meine Persönlichkeit und Interessen viel deutlicher aus, als ich erwartet habe.

ChatGPT und Claude: So geht Datenschutz bei der KI-Nutzung

Damit Nutzer ihre Daten besser schützen können, gibt Proton selbst einige Nutzungstipps am Ende jedes Reports aus. Der wichtigste Punkt: Teile nur, was wirklich nötig ist. Namen, Adressen, finanzielle Angaben oder andere identifizierende Informationen gehören nicht ins Chatfenster.

Außerdem lohnt sich ein Blick in die Datenschutzeinstellungen des jeweiligen Anbieters. Proton rät, Chat-Verlauf und Modelltraining nach Möglichkeit zu deaktivieren. Bei ChatGPT findest du den entsprechenden Schalter unter Einstellungen und Datenkontrollen, bei Claude unter Einstellungen und Datenschutz.

Außerdem empfiehlt Proton, regelmäßig zu prüfen, welche Daten die genutzten KI-Systeme über dich gespeichert haben. Lösche alles, was du nicht mehr brauchst. Beide Anbieter bieten dafür eigene Modi an, temporäre Chats bei ChatGPT und Inkognito-Chats bei Claude, in denen Gespräche weder im Verlauf landen noch für das Training verwendet werden.

Wer hinter AI Paper Trail steckt

So nützlich das Tool auch ist: Es lohnt sich ein Blick darauf, wer es anbietet. Proton ist ein Schweizer Unternehmen, das mit verschlüsselten Diensten wie Proton Mail bekannt wurde und mit Lumo einen eigenen KI-Assistenten betreibt.

Kein Wunder also, dass das Unternehmen diesen als Alternative zu den bekannten US-Plattformen empfiehlt. AI Paper Trail ist zwar kostenlos, aber nicht interessenfrei. Das Tool macht ein reales Problem sichtbar und liefert die Lösung gleich mit. Trotzdem bleibt der Selbsttest allemal aufschlussreich und ein sinnvoller Denkanstoß.

Auch interessant: 

Der Beitrag Das weiß ChatGPT alles über dich: Dieses Tool wertet deine Chats aus erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Yavuz Yildiz: Ein Blick auf das Smartphone des Xient-Chefs

Der Beitrag Yavuz Yildiz: Ein Blick auf das Smartphone des Xient-Chefs erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Homescreen, Tech, Xieng

In der Serie „Homescreen!“ präsentieren wir die Homescreens von Menschen aus der Social Media-, Marketing-, Medien- und Tech-Branche – inklusive App-Empfehlungen. Heute: Yavuz Yildiz, Gründer und Geschäftsführer von Xient. 

Mein Homescreen in Beruf und Alltag

Yavuz Yildiz: Der erste Eindruck täuscht ein wenig. Eigentlich müsste ich meinen Homescreen mal gründlich aufräumen. Da liegen noch Apps, die ich kaum noch nutze, während andere in den letzten Monaten so wichtig geworden sind, dass ich sie einfach unten rechts oder in die Dock-Leiste geschoben habe. Vielleicht steckt da auch ein bisschen Nostalgie drin. Manche Icons sind einfach geblieben.

WhatsApp (für Android) hat es trotzdem in die Dock-Leiste geschafft (obwohl ich mir wünschen würde, dass das anders wäre). Ich würde Meta und WhatsApp eigentlich gerne weniger unterstützen. Die Realität sieht aber anders aus.

Familie, Freunde, Kollegen und auch der Fußballverein, in dem ich spiele, kommunizieren fast ausschließlich darüber. Solange sich Alternativen wie Signal (für Android) oder Telegram (für Android) nicht flächendeckend durchsetzen, führt für mich kein Weg daran vorbei.

Reddit (für Android) begleitet mich schon seit vielen Jahren. Ich bin bekennender Redditor. Für mich ist die Plattform einer der letzten Orte im Internet, an dem man noch echte Erfahrungen, tiefgehende Diskussionen und erstaunliches Nischenwissen findet.

Gerade bei technischen Themen oder sehr speziellen Fragestellungen liefert Reddit oft die Antworten, die klassische Suchmaschinen nicht mehr finden.

Zwischen Meetings und Festbrennweite

Microsoft Teams (für Android) ist wahrscheinlich die wichtigste Business App auf meinem Smartphone. Mein Berufsalltag als CEO von Xient besteht aus vielen Meetings, Workshops und Projekten, oft mit internationalen Partnern. Viele Termine erledige ich direkt vom iPhone aus. Teams ist deshalb längst kein Videokonferenz-Tool mehr, sondern ein zentraler Bestandteil meines Arbeitstags.

Adobe Lightroom (für Android) steht für mein größtes Hobby außerhalb der IT: die Fotografie. Ich fotografiere mit Leica und arbeite am liebsten mit Festbrennweiten. Der Traum von einer Leica Monochrom ist noch nicht aufgegeben.

Besonders schön finde ich, dass mein Sohn diese Begeisterung teilt. So ist aus der Fotografie ein gemeinsames Hobby geworden und Lightroom gehört selbstverständlich zum Workflow.

Der Homescreen von Yavuz Yildiz.
Der Homescreen von Yavuz Yildiz.

Auto per App, Ideen per KI

Mit der Tesla-App (für Android) steuere ich mittlerweile meinen dritten Tesla. Für mich ist das Auto vor allem ein Softwareprodukt auf Rädern: kaum ein Hersteller verbindet für mich Technologie, Benutzerfreundlichkeit und Preis so gut.

Viele Funktionen, vom Laden über die Klimatisierung bis zur Fahrzeugsteuerung, erledige ich direkt über die App. Genau diese Verbindung aus Hardware und Software begeistert mich.

Unten rechts befindet sich ein Ordner mit meinen KI-Apps: ChatGPT (für Android), Claude (für Android), Gemini (für Android), Perplexity (für Android) und einige weitere. Tatsächlich nutze ich sie alle, denn jedes Modell hat seine eigenen Stärken. Sie begleiten mich durch den gesamten Tag. Ich sammle Ideen, entwickle Konzepte, schreibe Texte und programmiere komplette Anwendungen gemeinsam mit diesen Werkzeugen.

Morgens starte ich oft mit einer Idee in ChatGPT und abends diskutiere ich den nächsten Ansatz mit Claude oder Gemini. Die Intensität, mit der ich diese Tools nutze, sieht man meinem Homescreen eigentlich gar nicht an.

Was mein Homescreen über mich verrät

Wenn ich schließlich abschalten möchte, lande ich fast immer bei YouTube Premium (für Android). Allerdings mehr zum Lernen. Ich höre Vorträge, Podcasts, politische Analysen oder Inhalte rund um Technologie und Fotografie – und das überall: beim Autofahren, Joggen oder Spazierengehen.

Wahrscheinlich verbringe ich insgesamt zu viel Zeit mit meinem Smartphone. Aber wenn ich auf meinen Homescreen schaue, dann erzählt er ziemlich genau, was mich ausmacht: Technologie, Fotografie, künstliche Intelligenz und der Wunsch, jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Auch interessant:

Der Beitrag Yavuz Yildiz: Ein Blick auf das Smartphone des Xient-Chefs erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Computer History: ChatGPT kann jetzt sehen, was du am Rechner machst

Der Beitrag Computer History: ChatGPT kann jetzt sehen, was du am Rechner machst erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

ChatGPT Computer History OpenAI aktivieren Deutschland

Die Computer History von ChatGPT zeichnet auf, was du an deinem Rechner tust und baut daraus einen Verlauf, auf den die KI später zugreifen kann. Zumindest in der Theorie. Denn: Die neue Funktion von OpenAI ist in Deutschland bisher noch nicht verfügbar. Theoretisch lässt sie sich aber über einen Umweg aktivieren.

„Computer History wandelt deine Aktivitäten in Apps und auf Websites in Erinnerungen und eine Zeitleiste um, auf die ChatGPT und Codex zurückgreifen können“, lautet die Beschreibung einer neuen Funktion aus dem Hause OpenAI.

Das Feature protokolliert, welche Programme und Websites Nutzer anklicken und nutzen und fasst die gesamte Aktivität zu einer durchsuchbaren Zeitleiste zusammen. ChatGPT kann diesen Verlauf dann in Gesprächen verwenden, etwa um dir zu sagen, wo du eine bestimmte Datei zuletzt geöffnet hast oder was vor deiner letzten Nutzungspause offen war. OpenAI schreibt dazu:

Du kannst natürliche Fragen zu deinen jüngsten Arbeiten stellen, dort weitermachen, wo du aufgehört hast, Muster in deiner Arbeitsweise erkennen und wiederkehrende Arbeitsabläufe in Fähigkeiten oder Automatisierungen umwandeln.

Der Rollout der neuen ChatGPT-Funktion begann Mitte August 2026. Bisher ist Computer History allerdings nur in der ChatGPT-App für macOS und nur mit einem Pro-, Business- oder Enterprise-Abo nutzbar.

In Business- und Enterprise-Umgebungen muss außerdem ein Administrator den Zugriff freigeben. Die Freigabe allein schaltet die Funktion aber nicht ein. Jeder Nutzer muss dem selbst zustimmen. Im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien steht die Funktion noch nicht zur Verfügung.

ChatGPT: So funktioniert Computer History

Computer History erfasst alle Interaktionen, die ein Nutzer auslöst. Dazu gehören Klicks, Tastatureingaben, Tastenkürzel, App-Wechsel sowie Kontextinformationen, die macOS über seine Barrierefreiheits-Schnittstelle bereitstellt. Daraus erzeugt ChatGPT dann Textzusammenfassungen und eine Zeitleiste.

User haben anschließend die Möglichkeit zu fragen, woran sie beispielsweise vor der Mittagspause gearbeitet haben oder wo ein bestimmtes Dokument liegt, das sie am Morgen noch benutzt haben. Erkennt das System wiederkehrende Abläufe, schlägt es vor, daraus einen Skill oder eine Automatisierung zu bauen.

Screenshots, Bildschirmaufnahmen, das computereigene Mikrofon oder Systemaudios erfasst Computer History nach Angaben von OpenAI derweil nicht. Auch private Browseraktivitäten bleiben außen vor.

Computer History löst die frühere Research Preview Chronicle ab. Allerdings handelt es sich bei der neuen Funktion um eine komplett neu gebaute Anwendung, nicht nur um eine Umbenennung. Der wichtigste Unterschied zu Chronicle besteht darin, dass die veraltete Funktion noch mit Screenshots arbeitete. Computer History tut das nicht.

Computer History in ChatGPT aktivieren

OpenAI gibt in der offiziellen Mitteilung eine Anleitung dazu, wie Nutzer die Computer History aktivieren können.

  1. Öffne die ChatGPT-Desktop-App unter macOS.
  2. Wähle in den Einstellungen unter „Integrations“ die Option „Computer History“ aus.
  3. Wähle „Turn on“ und überprüfe die Informationen zu Datenschutz, Berechtigungen und lokalem Speicher.
  4. Aktiviere „Memories“, falls du dazu aufgefordert wirst. „Computer History“ benötigt „Memories“, um den Aktivitätskontext über Chats und Aufgaben hinweg nutzen zu können.
  5. Wähle aus, welche Apps und Websites zu deinem Verlauf beitragen dürfen, und befolge anschließend die Anweisungen zu den macOS-Berechtigungen.

Diese Anleitung gilt aktuell nur für die Länder, in denen Computer History bereits verfügbar ist. Ob diese Einstellungen so auch in Deutschland funktionieren werden, wenn der Rollout hierzulande ankommt, bleibt abzuwarten. Über ein VPN lassen sie sich aber theoretisch auch über Umwege aktivieren.

Datenschutz und lokaler Speicher

Die gesammelten Informationen speichert Computer History laut OpenAI vorübergehend auf dem Mac des Users, damit ChatGPT und Codex Erinnerungen generieren und vorgeschlagene Arbeitsabläufe erstellen können.

Die Ereignisdateien sind innerhalb der ChatGPT-App-Gruppe isoliert, wodurch verhindert wird, dass andere Apps ohne ausdrückliche Erlaubnis darauf zugreifen können. ChatGPT und Codex löschen diese Ereignisdateien nach 48 Stunden.

Für die Auswertung startet Computer History regelmäßig eine kurzlebige Codex-Sitzung. Dabei verarbeitet OpenAI die temporären Ereignisdaten auf eigenen Servern, um daraus die Erinnerungen zu erzeugen, die anschließend lokal auf dem Mac landen. Nach der Verarbeitung behält OpenAI diese Dateien nach eigenen Angaben nicht und nutzt sie auch nicht für das Training seiner Modelle.

Die erzeugten Erinnerungen bleiben außerdem als Markdown-Dateien auf dem Rechner, bis User sie selbst löschen. OpenAI weist darauf hin, dass diese Dateien sensible Informationen enthalten können und von Computer History nicht verschlüsselt werden.

Das bedeutet auch, dass andere Programme unter dem genutzten macOS-Konto darauf zugreifen könnten. Laut den Entwicklern steigt außerdem das Risiko für Prompt Injection.

Auch interessant: 

Der Beitrag Computer History: ChatGPT kann jetzt sehen, was du am Rechner machst erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Android Auto: So kannst du den GPS-Tachometer aktivieren

Der Beitrag Android Auto: So kannst du den GPS-Tachometer aktivieren erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

GPS Tacho Android Auto, Google Maps, Navigation, Mobilität, Google, Android, App, Anwendung, Smartphone, Tempo, Auto

Schon lang können sich Smartphone-Nutzer einen Tachometer über Google Maps anzeigen lassen. Über CarPlay haben Apple-Nutzer auch im Auto seit längerem Zugriff auf diese Funktion. Nun führt Google Maps den GPS-Tacho offenbar auch für Android Auto ein. 

Apple-User nutzen den GPS-Tacho von Google Maps zwar schon länger. Wer aber mit Android Auto unterwegs ist, musste sich während der Nutzung der App bislang mit der Anzeige des Tempolimits begnügen. Die eigene gefahrene Geschwindigkeit blieb außen vor.

Verschiedenen Medienberichten zufolge ändert sich das jetzt: Google Maps rüstet den digitalen GPS-Tacho nach. Er erscheint neben dem bekannten Symbol für das Tempolimit und zeigt künftig auch die aktuell gefahrene Geschwindigkeit an.

Der Vorteil vom GPS-Tachometer für Android Auto

Der GPS-Tacho funktioniert wie auf dem Smartphone: Ein GPS-Signal liefert die Daten für die Anzeige. Die Geschwindigkeit wird also aus der Positionsveränderung des Fahrzeugs berechnet. Die Funktion kann vor allem in zwei Szenarien praktisch sein.

Zum einen ist das Feature für Menschen sinnvoll, die sich die Navigation über ein externes Infotainment-Display per Android Auto anzeigen lassen. Bislang konnten sie keinen schnellen Blick auf ihr eigenes Tempo neben der Kartenansicht werfen.

Auch Besitzer älterer Fahrzeuge dürften von der Neuerung profitieren. Sie können ihre Fahrzeuge nun mit einem externen Display nachrüsten und sich den GPS-Tacho dort anzeigen lassen.

Rollout läuft schrittweise

Zum Rollout des GPS-Tachos für Android Auto hat Google bisher keine offizielle Mitteilung veröffentlicht. Allerdings existieren einige Nutzerberichte auf Reddit. Dort geben User an, dass der GPS-Tacho ab der Google-Maps-Version 26.29.02 verfügbar ist.

Wie bei Updates von Google üblich, scheint die Funktion serverseitig in mehreren Schritten zu erfolgen. Wer also die neueste App-Version installiert hat, sieht den GPS-Tacho mit etwas Glück sofort. In Kanada und Indien wurde die Funktion bereits von Usern bestätigt. Wann und ob die Funktion in Deutschland für alle zugänglich ist, bleibt vorerst noch offen.

GPS-Tachometer für Android Auto aktivieren

Ob du das Feature bereits nutzen kannst, musst du zunächst in den Google Maps-Einstellungen prüfen. Anschließend gehst du wie folgt vor:

  1. Öffne Google Maps auf deinem Smartphone.
  2. Tippe oben rechts auf dein Profilbild und wähle „Einstellungen“.
  3. Gehe zum Menüpunkt „Navigation“ und dort zu „Optionen für Kraftfahrzeuge“.
  4. Aktiviere die Schalter bei „Tempolimit“ und „Tachometer“.

Sind beide Schalter aktiv, sollte der GPS-Tacho erscheinen, sobald dein Smartphone mit dem Fahrzeug verbunden ist.

GPS-Tachometer kein Ersatz für Fahrzeugtacho

Der GPS-Tacho ist eine sinnvolle Ergänzung für deine Navigation. Wichtig: Er ersetzt nicht den eigentlichen Fahrzeugtacho. Der Grund: Der Fahrzeugtacho darf gesetzlich nie eine niedrigere Geschwindigkeit anzeigen als die tatsächlich gefahrene. Deshalb eilt er in der Regel leicht voraus und zeigt meist ein bis zwei Kilometer pro Stunde mehr an als du tatsächlich fährst.

Der GPS-Tacho hingegen ist zwar prinzipiell genauer, da er die Geschwindigkeit direkt aus der Positionsveränderung berechnet. Allerdings hängt er dafür von einem stabilen Satellitenempfang ab. In Tunneln, Parkhäusern oder engen Häuserschluchten kann das Signal abreißen oder ungenau werden. Das führt häufig zu kurzzeitigen Ausfällen oder verzögerten Anzeigen.

Im Alltag eignet sich die GPS-Anzeige daher vor allem für den schnellen Kontrollblick, nicht als verlässliche Rechtsgrundlage.

Alternativen für den GPS-Tacho für Android Auto

Wer nicht abwarten möchte, bis Google die Funktion in Deutschland freischaltet, hat bereits andere Möglichkeiten, sich einen GPS-Tacho ins Auto zu holen. Wer beispielsweise statt Google Maps Waze oder Sygic zur Navigation nutzt, bekommt die gefahrene Geschwindigkeit dort bereits eingeblendet. Beide Apps sind mit Android Auto kompatibel.

Wer lieber bei Google Maps bleibt, kann übergangsweise auf eine eigenständige GPS-Tacho-App auf dem Smartphone zurückgreifen. Im Play Store gibt es dafür mehrere kostenlose Angebote.

Der Nachteil: Diese Apps laufen in der Regel nur auf dem Smartphone-Display selbst und lassen sich nicht direkt in die Android-Auto-Oberfläche einbinden. Deshalb eignen sie sich eher als Zusatz-App auf dem Handy als vollwertiger Ersatz für die Infotainment-Anzeige.

Auch interessant:

Der Beitrag Android Auto: So kannst du den GPS-Tachometer aktivieren erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser: Fraunhofer entwickelt 3 Geräte

Der Beitrag Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser: Fraunhofer entwickelt 3 Geräte erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Wärmepumpe Mehrfamilienhaus, Fraunhofer-Institut, Propan-Wärmepumpe

Fast drei Viertel aller Wohnungen in Deutschland werden noch mit Gas oder Öl beheizt. Wärmepumpen kommen bislang vor allem in Einfamilienhäusern zum Einsatz. Das Fraunhofer ISE hat jetzt Lösungen für ein bislang schwieriges Feld entwickelt: Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser.

Beim Heizen ist Deutschland nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängig. Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (Stand Juni 2026) zufolge werden 56,1 Prozent der rund 43,8 Millionen Wohnungen mit Gas beheizt, weitere 17,2 Prozent mit Heizöl. Fernwärme kommt auf 15,5 Prozent. Elektro-Wärmepumpen sowie Solar- und Geothermie zusammen erreichen dagegen nur 4,5 Prozent.

In Neubauten hat sich der Einbau von Wärmepumpen mittlerweile zum Standard entwickelt. In bestehenden Mehrfamilienhäusern sieht das allerdings anders aus. Dort bleiben sie weiterhin eine Randerscheinung. Das möchte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ändern.

Mehrfamilienhäuser als Wärmepumpen-Sonderfall

Eine Standardlösung wie im Einfamilienhaus gibt es bisher nicht. Der Grund liegt in der Komplexität des Gebäudetyps. Die Heizlasten der vom Fraunhofer ISE untersuchten Beispielgebäude lagen zwischen 23 und 93 Kilowatt.

Manche Häuser versorgen jede Wohnung einzeln über Gasetagenheizungen, andere über eine Zentralheizung. Auch die Wärmequelle ist nicht frei wählbar: Bei dichter Bebauung fehlt oft der Platz für eine Luftwärmepumpe.

Hinzu kommen Anforderungen an die Warmwasserbereitung, den Schallschutz und die Sicherheit. Jedes Gebäude braucht deshalb eine eigene Systemplanung, was den Heizungstausch aufwendiger macht als im Einfamilienhaus.

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Das Projekt LC R290

Genau da setzt das Forschungsprojekt „LC R290“ an. Gemeinsam mit 20 Unternehmen aus der Heizungsbranche und der Wohnungswirtschaft hat das Fraunhofer ISE typische Lösungskonzepte für den Heizungstausch erarbeitet. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Im ersten Schritt analysierte das Team Beispielgebäude aus dem Bestand der beteiligten Wohnungsbaugesellschaften, um daraus die Anforderungen abzuleiten. Anschließend untersuchte es mehrere Modernisierungsvarianten: zentrale Wärmepumpen für die Innen- und Außenaufstellung sowie wohnungsweise Lösungen. Der Fokus lag auf Ansätzen, die möglichst wenig Umbau erfordern und wenig Platz brauchen.

„Aufgrund der verschiedenen Herausforderungen, etwa die Frage nach einer geeigneten Wärmequelle oder dem begrenzten Platzangebot, gibt es nicht die eine technologische Lösung, vielmehr haben wir mehrere Lösungen entwickelt, die zur Anwendung kommen können“, erklärt Projektkoordinator Björn Nienborg. Wichtig sei eine auf das Gebäude abgestimmte Systemplanung von Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik, Regelung und Wärmeverteilung.

Forscher nutzen Propan als Kältemittel

Als Kältemittel setzte das Projektteam durchgehend auf Propan, daher auch die Projektbezeichnung „R290“. Das hat einen regulatorischen Hintergrund: Die EU schränkt synthetische Kältemittel mit hoher Klimawirkung schrittweise ein.

Nach der F-Gase-Verordnung dürfen Monoblock-Wärmepumpen bis 12 Kilowatt ab 2032 keine fluorierten Kältemittel mehr enthalten, für Split-Geräte derselben Leistungsklasse läuft die Frist bis 2035. Propan fällt als natürliches Kältemittel nicht unter diese Beschränkungen.

Der Nachteil: Propan ist brennbar. Deshalb spielte die Frage, wie sich die eingesetzte Menge reduzieren lässt, in allen Varianten eine zentrale Rolle.

Drei Geräte für unterschiedliche Gebäude

Da es für Mehrfamilienhäuser keine Standardlösung gibt, entwickelte das Forschungsteam während des Projekts mehrere Demonstratoren.

  • Option 1: Für den Austausch zentraler Heizungen im Außenbereich entwickelte das Team ein Gerät, bei dem die Propan-Füllmenge gegenüber vergleichbaren Wärmepumpen um 20 Prozent sank. Gleichzeitig stieg die Effizienz um 15 Prozent.
  • Option 2: Für die Innenaufstellung entstand ein kompaktes Baumuster einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 28 Kilowatt Heizleistung. Auch hier ging es vor allem darum, die Füllmenge zu senken, um die Anforderungen an das Sicherheitskonzept zu begrenzen.
  • Option 3: Die dritte Variante richtet sich an Gebäude, in denen einzelne Wohnungen unabhängig voneinander modernisiert werden sollen, etwa bei vorhandenen Gasetagenheizungen. Dieser Demonstrator mit 4,9 Kilowatt Heizleistung nutzt eine hydraulisch erschlossene Wärmequelle wie Geothermie, Grundwasser oder ein Niedertemperatur-Wärmenetz. Er kam mit 150 Gramm Propan aus.

Fraunhofer-Institut führt über 100 Sicherheitstests durch

Weil Propan brennbar ist, prüfte das Team auch, was bei einem Leck im Innenraum passiert. In Ausströmversuchen stellten die Forscher solche Fälle experimentell nach und führten mehr als 100 Tests mit fünf verschiedenen Sicherheitskonzepten durch.

Das Ergebnis bestätigte das in den Normen EN 378 und IEC 60335-2-40 beschriebene Konzept des „belüfteten Gehäuses“ vollumfänglich. Zwei weitere Ansätze, das Schornstein- und das Drainagekonzept, gelten als potenziell günstiger und sollen in weiteren Forschungsarbeiten vertieft werden. Die gewonnenen Messdaten können die beteiligten Hersteller nutzen, um ihre eigenen Sicherheitskonzepte zu verfeinern.

Heizen in Bestandsimmobilien: Projektergebnisse treffen auf neue Rechtslage

Das Kernergebnis des Projekts: Wärmepumpen können alte Gas- und Ölheizungen auch in bestehenden Mehrfamilienhäusern ersetzen, sofern das gesamte System passend zum Gebäude ausgelegt wird.

Allerdings hat sich ausgerechnet jetzt der rechtliche Rahmen verschoben. So trat im Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz ersetzt.
Die pauschale Vorgabe, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, ist damit entfallen. Eigentümer können wieder frei entscheiden, welche Heizung sie einbauen, auch neue Gas- und Ölheizungen bleiben zulässig.

Ganz ohne Klimavorgaben kommen sie trotzdem nicht aus. An die Stelle der 65-Prozent-Regel tritt die sogenannte Bio-Treppe: Neu eingebaute fossile Heizungen müssen ab 2029 mindestens zehn Prozent klimafreundliche Brennstoffe nutzen, ab 2030 sind es 15 Prozent, ab 2035 dann 30 und ab 2040 schließlich 60 Prozent.

Ob diese Brennstoffe in ausreichender Menge und zu vertretbaren Preisen verfügbar sein werden, ist offen. Für Eigentümer verschiebt sich die Rechnung damit von der Anschaffung auf die Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer der Heizung.

Damit die Projektergebnisse dort ankommen, wo sie gebraucht werden, fließen sie nun in das Folgeprojekt „MAMMUT“ ein. Ziel ist es, ein Software-Tool zur Entscheidungsfindung sowie Auslegung von Wärmepumpensystemen im Mehrfamilienhaus mit direkt angebundener Angebotserstellung, insbesondere für SHK-Betriebe, zu entwickeln.

Auch interessant:

Der Beitrag Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser: Fraunhofer entwickelt 3 Geräte erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Hacker-Hype: Nur 1,3 Prozent der von KI entlarvten Schwachstellen ausgenutzt

Der Beitrag Hacker-Hype: Nur 1,3 Prozent der von KI entlarvten Schwachstellen ausgenutzt erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Hacker Angriff OpenAI Anthropic ChatGPT Claude Gefahr

Erst OpenAI, dann Anthropic: Innerhalb weniger Wochen räumten die beiden KI-Unternehmen ein, dass ihre Modelle eigenständig in fremde Systeme eingedrungen sind. Die Aufregung war groß. Das Thema in den Medien präsent. Eine aktuelle Auswertung zeigt aber: In der Praxis hat sich die Bedrohungslage bislang kaum verändert.

Haben wir die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verloren? Im Juli 2026 räumte OpenAI einen „beispiellosen Cybervorfall“ ein: Bei einem Test brachen KI-Modelle aus ihrer abgeschotteten Testumgebung aus, verschafften sich selbstständig Zugang zum Internet und drangen in die Systeme der Plattform Hugging Face ein.

Wenige Tage später legte der Konkurrent Anthropic nach. Bei der Überprüfung von rund 141.000 Testläufen stellte das Unternehmen fest, dass auch einige Claude-Modelle in die Systeme von drei Unternehmen eingedrungen waren. Weder die Betroffenen noch Anthropic selbst hatten das bemerkt.

KI als Hacker: Was sagen die Zahlen?

So beunruhigend die Vorfälle auch klingen, ganz so nah scheint das Ende noch nicht zu sein: Die US-Sicherheitsfirma VulnCheck hat für ihren State-of-Exploitation-Report 2026 ausgewertet, wie viele der von KI entdeckten Schwachstellen tatsächlich für Angriffe genutzt wurden.

Grundlage sind zwei Datensätze: die Anthropic zugeschriebenen Sicherheitsmeldungen sowie die Daten der Berkeley Vulnerability Research Initiative.

Das Ergebnis: Von 1.061 Schwachstellen, die auf KI-gestützte Entdeckung zurückgehen, wurden nur 14 nachweislich ausgenutzt. Das entspricht 1,3 Prozent und liegt damit ungefähr auf dem Niveau aller anderen Schwachstellen im ersten Halbjahr 2026.

Grundsätzlich bedeutet das, dass die von KI gefundenen Lücken nach aktueller Datenlage nicht gefährlicher sind als solche, die Menschen mit klassischen Methoden aufspüren.

Außerdem wurden im ersten Halbjahr 2026 innerhalb von 31 Tagen nach Veröffentlichung rund 200 Schwachstellen angegriffen. In den Vorjahren waren es 196 und 194, also etwa gleich viele.

Gleichzeitig stieg die Zahl der insgesamt veröffentlichten Schwachstellen um 45 Prozent. Das Verhältnis von tatsächlich ausgenutzten zu gemeldeten Lücken sank entsprechend von 2,7 Prozent Ende 2023 auf 1,4 Prozent.

Sind Anthropics Zahlen überbewertet?

Besonders deutlich wird die Lücke zwischen Ankündigung und Nachweis bei Anthropic selbst. Das Unternehmen hatte im April mit Project Glasswing gewarnt, KI-gestützte Schwachstellensuche könne Angreifern helfen, Systeme zu übernehmen oder Daten zu stehlen.

Zuvor hatte bereits das Anthropic-Modell Mythos die Debatte angeheizt, weil es laut Tagesschau über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken in viel genutzten Programmen und Onlinediensten fand.

Im Mai 2026 veröffentlichte Anthropic ein öffentliches Verzeichnis dazu und sprach von 23.019 gefundenen Auffälligkeiten. VulnCheck-Analyst Patrick Garrity hat nachgerechnet: Das Verzeichnis ist seit dem Start bei 1.611 Einträgen stehen geblieben, 126 der Funde mündeten in offiziell veröffentlichte Schwachstellen.

Nur eine davon wurde bislang nachweislich für einen Angriff genutzt. Mehr als 150 Funde haben ihre eigene Offenlegungsfrist inzwischen überschritten, ohne dass Anthropic sie veröffentlicht hätte.

Hackerangriff durch KI: Das reale Risiko

Eine Entwarnung ist das allerdings nicht. VulnCheck weist auf zwei Entwicklungen hin, die unabhängig vom KI-Hype relevant sind.

  • Erstens landen Schwachstellen schneller auf der Liste der nachweislich ausgenutzten Lücken. Die Zeitspanne von der Veröffentlichung bis zum ersten dokumentierten Angriff sank im Median von 120 Tagen im Jahr 2025 auf 80 Tage. Der Anteil der Lücken, die schon am Tag der Veröffentlichung oder davor angegriffen wurden, ging dagegen leicht zurück, von 28,93 auf 23,43 Prozent.
  • Zweitens werden KI-Produkte selbst zum Ziel. VulnCheck registrierte 28 Schwachstellen in KI-Systemen, bei zehn davon gab es tatsächliche Angriffe. Bei der Open-Source-Plattform LangFlow etwa verschafften sich Angreifer Zugang, sammelten Zugangsdaten ein, installierten Kryptominer und versuchten, sich weiter im Netzwerk auszubreiten. Dennoch hält sich auch hier die Überraschung in Grenzen, denn KI-Systeme bekommen zunehmend Zugriff auf sensible Unternehmensdaten und wichtige Infrastruktur.

Zwischen Panik und Verharmlosung

Bleibt die Frage, wie ernst die Lage nun wirklich ist. Die Vorfälle bei OpenAI und Anthropic sind keine Kleinigkeit. Sie zeigen ein Steuerungsproblem bei autonomen KI-Agenten. Dass ein Modell einen Angriff fortsetzt, obwohl es das echte Ziel erkannt hat, ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick darauf, von wem die Warnungen stammen. Sowohl OpenAI als auch Anthropic stehen im Wettbewerb um Investoren und Aufmerksamkeit.

Der ChatGPT-Entwickler steuert zudem auf einen Börsengang zu. Eine Warnung vor der eigenen, angeblich gefährlich mächtigen Technologie ist immer auch eine Demonstration der eigenen Leistungsfähigkeit.

Hacker-Hype: KI nützt Verteidigern mehr als Angreifern

VulnCheck kommt zu einem entsprechenden Schluss. Die bisherigen Daten, einschließlich Anthropics eigenem, ins Stocken geratenem Offenlegungsverzeichnis, deuteten darauf hin, dass KI-gestützte Schwachstellensuche und die Fähigkeiten der Frontier-Modelle „im Verhältnis zu den heute verfügbaren Belegen überbewertet“ worden seien.

Vorerst dürfte der breite Zugang zu leistungsfähigen KI-Modellen sogar eher den Verteidigern nutzen als den Angreifern, weil sich mehr Lücken finden und schließen lassen, bevor jemand sie ausnutzt.

Eine Entwarnung ist das trotzdem nicht. Die Auswirkungen seien bislang moderat, aber real, schreibt VulnCheck. Statt allein auf den Hype zu reagieren, solle man die weitere Entwicklung genau beobachten.

Für Unternehmen bedeutet das: Die wichtigsten Angriffsziele bleiben dieselben wie zuvor. Content-Management-Systeme machten im ersten Halbjahr ein Drittel aller nachgewiesenen Angriffe aus, vor allem über WordPress-Plugins.

Auch interessant:

Der Beitrag Hacker-Hype: Nur 1,3 Prozent der von KI entlarvten Schwachstellen ausgenutzt erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Ohne Kältemittel: Thermoakustische Wärmepumpen heizen mit Schallwellen

Der Beitrag Ohne Kältemittel: Thermoakustische Wärmepumpen heizen mit Schallwellen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Thermoakustische Wärmepumpe, Blueheart Energy, Gas, Öl, Heizung, Kühlung, Klima, Heizen, Europa

Ein niederländisches Start-up will die Wärmepumpe neu erfinden. Statt mit Kompressor und Kältemittel kommt die Technologie mit Schallwellen aus. Bevor sie auf den Markt kommt, erklären wir dir, was thermoakustische Wärmepumpen können und worauf du achten solltest. 

Wärmepumpen sind bereits seit einiger Zeit eine beliebte Alternative zu herkömmlichen Heiz- und Kühlsystemen. Allein in Deutschland wurden 2025 laut dem Bundesverband Wärmepumpe rund 299.000 neue Geräte installiert, ein Plus von etwa 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen treibt diese Entwicklung an, sowohl aus Klimaschutzgründen als auch wegen geopolitischer Abhängigkeiten. Nun versucht auch das niederländische Unternehmen BlueHeart Energy den Markt um ein Produkt zu erweitern: die thermoakustische Wärmepumpe.

Was sind thermoakustische Wärmepumpen?

Herkömmliche Wärmepumpen nutzen einen Dampfkompressionskreislauf: Ein Kältemittel wechselt abwechselnd zwischen flüssig und gasförmig, wodurch Wärme transportiert wird. Diese Technik arbeitet am effizientesten rund um den festen Kondensationspunkt des jeweiligen Kältemittels. Je weiter die benötigte Temperatur davon abweicht, desto schlechter der Wirkungsgrad.

Bei der thermoakustischen Wärmepumpe verzichtet BlueHeart auf diesen Phasenwechsel komplett. Im Inneren des Motors befindet sich stattdessen Helium. Das Gas hat den Vorteil, dass es gasförmig bleibt und nie kondensiert.

Zwei elektrisch angetriebene Treiber, die im Prinzip wie Lautsprecher funktionieren, erzeugen darin starke Schallwellen. Diese Schallenergie treibt einen geschlossenen thermoakustischen Kreislauf an, der Wärme von einer Quelle, etwa der Außenluft, zu einer Senke transportiert, etwa dem Heizsystem eines Hauses.

Geräuschlos und emissionsfrei

Weil das Helium nie kondensiert, ist das System an keine feste Temperatur gebunden und kann dadurch bei ganz unterschiedlichen Ein- und Ausgangstemperaturen effizient arbeiten.

Diese Flexibilität ermöglicht die Standardisierung von Wärmepumpen und reduziert die Herstellungs- und Installationskosten. Darüber hinaus ermöglicht sie den Einsatz von Wärmepumpen als direkter Ersatz für Gaskessel in Nachrüstungsanwendungen, da die hohen Temperaturen, die sie liefern können, ausreichen, um die Heizkörper bestehender Häuser zu beheizen, die in der Regel nicht so gut isoliert sind wie Neubauten.

Die thermoakustische Wärmepumpe hat einen elektrisch betriebenen Motor, der kein CO2 ausstößt. Weil kein Kompressor und keine Kältemittelleitungen nötig sind, kommt der Motor mit vergleichsweise wenigen beweglichen Teilen aus. BlueHeart bewirbt das Gerät als besonders wartungsarm und mit unter 40 Dezibel als deutlich leiser als viele klassische Luft-Wärmepumpen.

Warum thermoakustische Wärmepumpen relevant sind

Ein Vorteil, den das niederländische Unternehmen im Vergleich zu herkömmlichen Wärmepumpen hervorhebt, betrifft den Gebäudebestand: Weil sich mit dem Motor auch bei niedrigeren Ausgangstemperaturen ein hoher Wirkungsgrad erzielen lässt, soll er sich laut Unternehmensangaben als direkter Ersatz für Gaskessel eignen, mit Vorlauftemperaturen von bis zu 80 Grad.

Bestehende Heizkörper in schlecht gedämmten Altbauten könnten also weiterverwendet werden, ohne aufwendige Sanierung oder Dämmung. Gerade das sei bei klassischen Wärmepumpen häufig ein Hindernis. Laut Entwickler arbeiten sie in ungedämmten Bestandsbauten mit hohen Vorlauftemperaturen oft ineffizient.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Skalierbarkeit: Eine einzelne Einheit lässt sich zwischen einem und sechs Kilowatt regeln, mehrere Einheiten lassen sich zu Anlagen mit bis zu 600 Kilowatt zusammenschalten. Das macht den Motor nicht nur fürs Einfamilienhaus interessant, sondern auch für größere Gebäude oder gewerbliche Anwendungen.

Beim Effizienzversprechen lohnt sich allerdings ein kritischer Blick: BlueHeart selbst spricht auf der eigenen Website zunächst nur von einer vergleichbaren Effizienz zu bestehenden Wärmepumpen – zumindest bei größeren Temperaturunterschieden – nicht von einer durchgehend besseren. Bisher fehlen noch unabhängige Effizienzmessungen im Feldeinsatz, alle Angaben kommen vom Hersteller selbst.

BlueHeart stellt nicht die einzige kältemittelfreie Alternative

BlueHeart steht mit der Idee, auf klassische Kältemittel zu verzichten, nicht allein da. Das Freiburger Start-up Qurie hat parallel eine sogenannte Festkörper-Wärmepumpe entwickelt, die auf elektrokalorischen Materialien wie speziellen Keramiken oder Polymeren basiert, statt auf Kompressor und Kältemittelkreislauf.

Laut Unternehmensangaben soll dieser Ansatz den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Allerdings unterscheiden sich beide Technologien technisch grundlegend. Während in den Niederlanden Schallwellen und Helium zum Einsatz kommen, nutzt Qurie elektrische Feldwechsel in Festkörpermaterialien.

Da Energiesysteme zunehmend dezentraler und dynamischer würden, könnten flexible, erneuerbare Lösungen wie thermoakustische Wärmepumpen künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Das meint zumindest BlueHeart-Geschäftsführer Michiel Hartman gegenüber dem PV Magazine.  Bevor der Verkauf der thermoakustischen Wärmepumpe aus den Niederlanden tatsächlich beginnt, befindet sich das Produkt aktuell noch in der Testphase.

BlueHeart selbst peilt eine Verfügbarkeit für Hersteller ab dem ersten Quartal 2027 an, der Partnerzulieferer Eplucon will die ersten Serien-Wärmepumpen mit dem BlueHeart-Motor über die Marke Ecoforest im Frühjahr 2027 auf den Markt bringen.

Auch interessant: 

Der Beitrag Ohne Kältemittel: Thermoakustische Wärmepumpen heizen mit Schallwellen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Buzz: Auf dieser Plattform arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen

Der Beitrag Buzz: Auf dieser Plattform arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Was ist Buzz Jack Dorsey App Plattform Slack KI-Agenten Künstliche Intelligenz

Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block, hat eine neue Plattform vorgestellt: Buzz. Der kostenlose Dienst soll Slack und GitHub Konkurrenz machen, indem Menschen mit KI-Agenten auf Buzz zusammenarbeiten. 

Jack Dorsey hat eine neue, kostenlose Kollaborationsplattform namens Buzz vorgestellt. Der Mitgründer von Twitter und Chef des Fintech-Unternehmens Block kündigte den Start mit einem Post auf X an.

Dort beschreibt er den Dienst als „neue Gruppenchat-Plattform für Teams und Agenten jeder Größe, die entwickelt wurde, um unsere Abhängigkeit von Slack und GitHub zu verringern.“ Das Tool sei modellunabhängig, dezentralisiert, selbstbestimmt und Open Source.

Was ist Buzz?

Buzz ist ein kostenloser, quelloffener Arbeitsbereich, in dem Menschen und KI-Agenten gemeinsam in denselben Kanälen kommunizieren, Code-Repositories teilen und Projekte verwalten können.

Der offiziellen Pressemitteilung zufolge basiert der neue Dienst auf dem Nostr-Protokoll. Ähnlich wie Slack bietet Buzz Kanäle, Threads, Direktnachrichten, Sprachfunktionen, Medienfreigabe und automatisierte Workflows. In der Ankündigung heißt es:

In den letzten zwei Jahren haben wir bei Block eine Reihe von KI-Tools entwickelt und als Open Source veröffentlicht. Dabei haben wir erkannt, dass die produktivste Arbeit nicht dann entsteht, wenn jemand die KI um Hilfe bittet. Sie entsteht vielmehr dann, wenn Menschen und KI-Agenten im selben Raum sind, an derselben Aufgabe arbeiten und denselben Kontext teilen.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Chatbot in einem Slack-Kanal: KI-Agenten in Buzz reagieren nicht nur auf Befehle, sondern besitzen eigene kryptografische Identitäten, festgelegte Berechtigungen und können eigenständig posten.

Außerdem können sie Code überprüfen, freigegebene Automatisierungen ausführen und sich an Unterhaltungen beteiligen. Alle Prozesse erfolgen in Zusammenarbeit mit menschlichen Kollegen im selben Arbeitsbereich.

„Jedes Unternehmen wird einen Ort brauchen, an dem Menschen und Agenten zusammenarbeiten“, erklärt Bradley Axen, Head of AI Capabilities bei Block. „Die Frage ist nur, ob dieser Ort proprietär oder offen ist. Wir haben Buzz gebaut, weil wir glauben, dass er offen sein sollte.“

Diese Modelle und Tools lassen sich integrieren

Buzz ist modell- und agentenunabhängig konzipiert. Teams können Agenten einsetzen, die auf beliebigen Sprachmodellen laufen, etwa mit Claude Code, Codex oder goose. Außerdem können sie eigene Agenten mitbringen oder komplett neue innerhalb der Plattform bauen.

Zusätzlich lässt sich der neue Dienst an bereits vorhandene Unternehmenstools anbinden, etwa Datenbanken, CRM-Systeme, Codebasen oder Dateisysteme. Agenten im Arbeitsbereich können darauf zugreifen, abhängig von den Berechtigungen, die das jeweilige Team konfiguriert.

Derzeit ist Buzz als Desktop-App für macOS, Windows und Linux nutzbar. Das Tool wird unter einer Apache-2.0-Lizenz bereitgestellt und ist über GitHub verfügbar.

Außerdem kann jeder eine eigene Instanz auf seiner eigenen Infrastruktur betreiben oder sich über die Website anmelden und eine Community mit dem von Block bereitgestellten Hosting erstellen.

Diese Vorteile hat Buzz

Der praktische Nutzen von Buzz liegt vor allem in der Bündelung: Statt Chat, Ticketsystem, Code-Hosting und einzelne KI-Assistenten als separate Tools zu pflegen, laufen diese Bereiche im neuen Tool in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zusammen.

Teams können so aus einem laufenden Gespräch heraus direkt in Planung, Programmierung und Projektsteuerung wechseln, ohne die Anwendung zu verlassen.

Der offene Quellcode kommt außerdem Entwicklerteams zugute: Wer eigene Anforderungen hat, kann die Plattform an bestehende Arbeitsabläufe anpassen oder fehlende Funktionen selbst ergänzen, statt auf ein Update des Anbieters zu warten.

Besonders für jüngere Unternehmen und Teams, die ihre Prozesse zunehmend um KI-Agenten herum aufbauen, kann das ein Argument sein.

Entwicklungsstatus und ähnliche Projekte

Ganz fertig ist die Plattform noch nicht: Auf der eigenen Website bezeichnet Buzz sich selbst ausdrücklich als im „frühen Stadium“ und lädt explizit zum Testen ein. Auch die Git-Integration befindet sich noch in einer frühen Phase.

Dorsey ist mit seiner Geschäftsidee nicht allein. Laut TechCrunch hat der Paradigm-Partner und CTO Georgios Konstantopoulos kürzlich ein ähnliches Open-Source-Produkt namens Centaur vorgestellt, das er als „virtuellen Mitarbeiter“ beschreibt und das sich entweder direkt in Slack oder über eine eigene API einsetzen lässt.

Auch Slack selbst positioniert sich zunehmend als agentisches Betriebssystem, über das KI-Agenten zusammenarbeiten und sich koordinieren können.

In einer Diskussion auf Hacker News äußerte ein Nutzer, der sich als Slack-Mitarbeiter zu erkennen gab, Bedenken zum Thema Datenschutz: Wenn mehrere Menschen und Agenten denselben Kanal teilen, brauche es aufwendige Regelwerke, um zu verhindern, dass Agenten Informationen an Personen weitergeben, für die sie nicht bestimmt sind. Bei Agenten, die nur im Auftrag einer einzelnen Person handeln, sei dieses Problem deutlich einfacher zu lösen.

Auch interessant: 

Der Beitrag Buzz: Auf dieser Plattform arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

China verbietet emotionale Beziehungen zu KI-Chatbots – für mehr Babys

Der Beitrag China verbietet emotionale Beziehungen zu KI-Chatbots – für mehr Babys erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Liebe Chatbot, Künstliche Intelligenz, China, Politik, Internet

Chinas Bevölkerung schrumpft. Deshalb geht Peking jetzt gezielt gegen ein neues Phänomen vor: Liebe zu KI-Chatbots. Statt Maschinen zu daten, sollen die Menschen Babys kriegen. Die Hintergründe. 

Lange war China für seine Ein-Kind-Politik im Gespräch. Mittlerweile ist der einst sehr rasante Bevölkerungswachstum stark zurückgegangen. Stattdessen kämpft die Volksrepublik wie viele andere Staaten auch mit Geburtenrückgang und Überalterung.

Um dem entgegenzuwirken, hat China seine Familienpolitik seit 2015 stetig gelockert, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Auch erhöhte Geldprämien und verlängerter Mutterschaftsurlaub blieben ohne den gewünschten Effekt. Zuletzt sorgte eine neue 13-prozentige Steuer auf Verhütungsmittel für Kontroversen. Nun setzt die chinesische Regierung auf einen neuen Kurs.

Für mehr Babys: China reguliert KI-Liebe zu Chatbots

Seit Kurzem gelten in China eine Reihe von Vorschriften, die darauf abzielen, die emotionale Abhängigkeit von KI-gestützten Begleitdiensten, auch AI-Companions genannt, einzudämmen. Das berichten unter anderem das Wall Street Journal (WSJ) und China Daily. Die Regierung geht damit einen neuen Schritt bei den Bemühungen zur Regulierung dieses schnell wachsenden Sektors.

Die AI-Companions werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, vom Kundenservice über die Unterstützung bei psychischen Problemen bis hin zur Kinder- und Altenpflege.

Laut China Daily verpflichten die neuen Vorschriften Plattformen dazu, emotionale Notlagen zu erkennen, in Krisensituationen einzugreifen, übermäßige Nutzung einzuschränken, den Usern die volle Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zu gewähren und den Missbrauch von Nutzerinformationen zu verhindern.

Die Vorschriften definieren KI-Begleitdienste als solche, die anhaltende emotionale Interaktion über Text, Bilder, Audio oder Video bieten. Aufgabenorientierte KI-Anwendungen wie Kundenservice, Arbeitsunterstützung, Bildung und wissenschaftliche Forschung sind von den Regelungen vorerst ausgenommen.

Warum Peking KI-Liebe zu Chatbots als Gefahr sieht

Durch die Simulation menschlicher Persönlichkeiten und Gespräche gewannen AI-Companions schnell an Beliebtheit. Allerdings zeichneten sich auch immer mehr emotionale Abhängigkeit und andere Risiken ab, die eine strengere Regulierung unumgänglich machten.

„Ihnen gefällt die Vorstellung nicht, dass ein großer Teil der Bevölkerung tiefgehende emotionale Beziehungen zu Chatbots führt, die sie aus dem Heiratsmarkt nehmen könnten“, erklärt Matt Sheehan, der beim Thinktank Carnegie Endowment for International Peace zu chinesischer KI forscht, gegenüber dem WSJ.

Diese Beziehungen könnten negative psychologische Auswirkungen auf die Menschen haben, sie zu Sucht, Abhängigkeit und einer ganzen Reihe anderer gesellschaftlicher Übel führen, so der Wissenschaftler weiter. Laut Bericht wolle die chinesische Regierung, dass Menschen aufhören, Maschinen zu daten, und wieder Kinder bekommen.

Auch andere Länder regulieren KI-Beziehungen

Je ausgereifter KI-Begleiter werden, desto mehr versuchen Regierungen sicherzustellen, dass sie echte menschliche Beziehungen nicht ersetzen, nicht nur in China.

So verabschiedeten die US-Staaten Kalifornien und New York im vergangenen Jahr Gesetze, die Chatbots verpflichten, User regelmäßig daran zu erinnern, dass sie nicht mit einem Menschen sprechen: in Kalifornien alle drei Stunden bei minderjährigen Nutzern, in New York alle drei Stunden für alle.

Chinas Vorgaben gehen allerdings deutlich weiter. Über das Verbot emotionaler Abhängigkeit und von Beziehungen mit Minderjährigen hinaus verpflichten sie Unternehmen dazu, Menschen mit suizidalen Gedanken aktiv an Krisendienste zu verweisen und Minderjährige bei Anzeichen zwanghafter Nutzung an die Fürsorge ihrer Eltern oder einen Arzt zu verweisen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet

Wie berechtigt diese Sorge ist, zeigt eine Umfrage des China Youth and Children Research Center aus dem Jahr 2025: Von mehr als 8.500 befragten Minderjährigen gaben über 60 Prozent an, KI regelmäßig zu nutzen, mehr als 20 Prozent sagten sogar, sie wollten „nur noch mit KI chatten“ und nicht mehr „mit echten Menschen sprechen“.

Wang Zhechen, Wissenschaftler an der Fudan-Universität in Shanghai, erklärt gegenüber China Daily, dass gerade Kinder und ältere Menschen anfällig für emotionale Bindungen an KI seien, weil sie jederzeit verfügbar, endlos geduldig und unweigerlich zustimmend sei.

Experten zufolge könne ein anhaltendes Eintauchen in konfliktfreie KI-Kommunikation außerdem langfristig die Fähigkeit schwächen, echte zwischenmenschliche Beziehungen zu führen.

Tech-Konzerne von neuen Regeln betroffen

Die neuen Regeln zu AI-Companions treffen zwei der größten Tech-Konzerne Chinas: Alibaba und ByteDance, der Mutterkonzern von TikTok. Sie informierten ihre Nutzer bereits im Vorfeld, dass bestimmte Chatbot-Funktionen künftig abgeschaltet würden.

Auch die großen chinesischen KI-Plattformen Doubao, Qwen und Yuanbao haben laut China Daily angekündigt, ihre KI-Agenten-Funktionen auszusetzen.

Fachleuten zufolge fügen sich die Regeln auch in Pekings übergeordnete Kampagne ein, Künstliche Intelligenz so weit unter Kontrolle zu halten, dass sie nicht zur Bedrohung für die herrschende Kommunistische Partei wird.

Auch interessant: 

Der Beitrag China verbietet emotionale Beziehungen zu KI-Chatbots – für mehr Babys erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Claude Cowork kann dich beim arbeiten beobachten – um deinen Job zu erledigen

Der Beitrag Claude Cowork kann dich beim arbeiten beobachten – um deinen Job zu erledigen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Claude Cowork Arbeit Job

Anthropic hat eine neue Funktion für Claude Cowork vorgestellt: Record a Skill, zu Deutsch: einen Skill aufzeichnen. Nutzer können sich dabei selbst beim Arbeiten aufzeichnen. Claude lernt dann daraus eine wiederholbare Fähigkeit, um Aufgaben für dich zu erledigen. Die Reaktionen reichen von Begeisterung bis zu Jobsorgen. 

So schnell wie KI-Anwendungen neue Funktionen bekommen, können Nutzer aktuell kaum klicken. So hat kürzlich Claude-Entwickler Anthropic über seinen offiziellen X-Account eine neue Funktion für seinen KI-Agenten Claude Cowork angekündigt.

Das neue Feature heißt „Record a Skill“, zu Deutsch: einen Skill aufzeichnen. Menschen, die ein Claude-Abo haben, können den eigenen Bildschirm bei der Arbeit an einer Aufgabe aufzeichnen und währenddessen per Spracheingabe erklären, was sie tun. Claude macht daraus einen Skill, den der KI-Agent später wiederholen kann.

Das heißt: Künftig müssen Nutzer einen bestimmten Prozess nur noch einmal erklären. Claude Cowork lernt jeden Klick, jede Eingabe und wertet die Spracheingabe aus, um einen Skill dann beliebig oft zu wiederholen, ohne dass zusätzliche Beschreibungen oder Prompts nötig sind.

Skill mit Claude aufzeichnen: Nur für Macs verfügbar

Wer die Funktion selbst ausprobieren möchte, braucht aktuell einen Mac. Laut dem offiziellen Claude-Hilfebereich ist die Aufnahmefunktion derzeit ausschließlich in Cowork in der Claude-App für Mac verfügbar, nicht im normalen Chat und nicht unter Windows.

Außerdem brauchen Nutzer mindestens ein Pro-Abo. Nutzer des kostenlosen Plans und der Enterprise-Version haben derzeit keinen Zugriff.

Einen Skill mit Claude Cowork aufzeichnen

Vor der Aufnahme:

Bevor du beginnst, solltest du prüfen, ob die Claude-App auf deinem Mac auf dem neuesten Stand ist. Beim ersten Aufzeichnen fragt macOS nach zwei Berechtigungen: Barrierefreiheit für die Erfassung von Maus und Tastatur sowie Bildschirmaufnahme für die visuelle Erfassung. Möglicherweise ist danach ein Neustart von Claude nötig.

Wichtig: Anthropic empfiehlt, alle Dateien, Programme oder Unterhaltungen, die nicht mit aufgezeichnet werden sollen, vorher zu schließen. Während der Aufnahme sollten außerdem keine Passwörter oder andere sensible Informationen eingegeben oder sichtbar sein. Während der gesamten Aufnahmedauer wird alles auf dem Bildschirm sowie alles Gesprochene erfasst.

So läuft die Aufnahme ab:

  1. Öffne Cowork in der Claude-App für Mac.
  2. Starte die Aufzeichnung auf einem von zwei Wegen: entweder gehst du über das Plus-Symbol im Composer und die Auswahl „Skill aufzeichnen„. Alternativ klickst du in der Seitenleiste auf „Anpassen„, dann „Skills„, dann „Hinzufügen“ und „Bildschirm aufzeichnen„.
  3. Auf „Aufzeichnung starten“ klicken. Lass dabei das Mikrofon eingeschaltet, wenn du deine Schritte laut kommentieren möchtest. Das gibt Claude Kontext zu deinem Arbeitsablauf.
  4. Erledige nun die Aufgabe wie gewohnt. Eine Anzeigenleiste zeigt dir währenddessen, dass die Aufnahme läuft und zählt die bereits erfassten Schritte mit.
  5. Klicke auf „Fertig„, wenn du deine Aufgabe abgeschlossen hast. Wähle „Verwerfen„, wenn du mit der Aufnahme unzufrieden bist.

Eine einzelne Aufnahme kann bis zu etwa zehn Minuten dauern. Rund eine Minute vor Ablauf erscheint eine Countdown-Anzeige in der Erfassungsleiste. Läuft die Zeit ab, endet die Aufnahme automatisch und alles bis dahin Aufgezeichnete wird an Claude übermittelt, so als hätte man selbst auf „Fertig“ geklickt.

Nach der Aufzeichnung startet Claude eine Cowork-Aufgabe, überprüft die Aufzeichnung und schlägt einen Skill vor. Handelt es sich um einen komplett neuen Skill, ist er auf der Vorschlagskarte mit „Neu“ gekennzeichnet. Gespeicherte Skills tauchen anschließend unter „Anpassen“ und „Skills“ auf und lassen sich dort wie jeder andere Skill bearbeiten, teilen oder löschen.

Skill aufzeichnen mit Claude Cowork: Datenschutz bei Aufzeichnung

Anthropic gibt an, dass Video und Audio aus einer Aufzeichnung nicht beibehalten werden. Nachdem die Aufnahme an Claude gesendet wurde, überprüft Claude die Aufzeichnung, um den Skill zu erstellen.

„Was danach gespeichert wird, ist eine Reihe von Screenshots aus der Sitzung, die Sie anzeigen können, indem Sie den Schritt „Aufgezeichnete Demonstration“ in der Aufgabe erweitern“, heißt es im Support-Artikel.

Claude Cowork nicht die erste KI mit dieser Funktion

Aktuell steht Record a Skill nur Nutzern der Pro-, Max- und Team-Pläne von Claude zur Verfügung. Wer den kostenlosen Plan oder Enterprise nutzt, hat keinen Zugriff. Verfügbar ist die Funktion bislang ausschließlich in Cowork in der Claude-App für Mac. Ein Rollout für weitere Plattformen ist derzeit nicht offiziell angekündigt.

Anthropic ist nicht das erste KI-Unternehmen, das eine solche Funktion anbietet. Bei OpenAIs Codex gibt es eine vergleichbare Funktion namens „Record and Replay“ bereits seit dem 18. Juni 2026. Bisher haben ebenfalls nur Mac-Nutzer darauf Zugriff. Außerdem ist die Funktion im Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz und Großbritannien nicht nutzbar.

Zwischen Begeisterung und Sorge um den eigenen Job

Auf die Ankündigung reagierten X-User mit gemischten Gefühlen. Einige äußerten die Sorge, eine Funktion wie diese mache es Unternehmen besonders leicht, Arbeitsplätze einzusparen, weil sich Arbeitsschritte jetzt direkt von der ausführenden Person abfilmen und automatisieren lassen.

Andere Nutzer beklagten sich vor allem darüber, dass ihre Nutzungslimits bereits erreicht waren und sie die neue Funktion deshalb noch gar nicht ausprobieren konnten.

Ob Record a Skill letztendlich tatsächlich Arbeitsplätze kostet oder in erster Linie Zeit spart, lässt sich – wie bei allen bisherigen Neuerungen – erst einmal nicht voraussagen.

Auch interessant: 

Der Beitrag Claude Cowork kann dich beim arbeiten beobachten – um deinen Job zu erledigen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen?

Der Beitrag Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen? erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Was ist Megawattladen Wie funktioniert Megawattladen Elektroauto E-Lkw

In wenigen Minuten Strom für Hunderte Kilometer Reichweite oder einen Lkw während der Pause voll laden: Das soll das sogenannte Megawattladen möglich machen. 2025 eröffneten die ersten Stationen in Europa. Wir verraten dir, wie die Technologie funktioniert. 

Elektrofahrzeuge schneller laden zu können, bringt für Pkw mehr Reisekomfort und mehr Wirtschaftlichkeit für Lkw im Fernverkehr. Um das möglich zu machen, gibt es seit Februar 2025 entsprechende Ladestationen und seit Anfang 2026 sogar einen neuen technischen Ladestandard: das Megawattladen.

Wie funktioniert Megawattladen?

Als Megawattladen gilt eine Ladeleistung ab 1.000 Kilowatt. Das sogenannte Megawatt Charging System (MCS) ist eine Hochleistungs-Ladelösung mit der Fähigkeit, höhere Ladegeschwindigkeiten als herkömmliche Combined Charging Systems (CCS) zu liefern.

CCS-Lösungen liefern typischerweise zwischen 50 und 400 Kilowatt Gleichstromleistung. Vor allem für batterieelektrische Nutzfahrzeuge wie Lkw und Busse reicht das aber oft nicht aus. Doch MCS-Lösungen haben das Potenzial, mehr als ein Megawatt zu erreichen. MAN-Schwesterunternehmen Scania beschreibt die Vorteile der Technologie:

Das Laden kann während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen erfolgen, wodurch die Betriebszeit maximiert wird. Das schnellere Laden eröffnet außerdem neue Ausstattungsmöglichkeiten: Dank kürzerer Stopps können Betreiber kleinere Akkupakete wählen, wodurch sich die Nutzlast erhöht und die Gesamtproduktivität verbessert wird.

So schnell wie ein Toilettengang

Um die Technologie greifbarer zu machen, setzte ntv Megawattladen ins Verhältnis: Ein Lader mit einem Megawatt könnte theoretisch in 60 Minuten 1.000 Kilowattstunden übertragen oder in sechs Minuten 100 Kilowattstunden. Damit wären sogar die größten E-Autoakkus in der Zeit voll, die ein Mensch für einen Toilettengang oder eine Kaffeepause braucht.

Doch nicht nur die Schnelligkeit des Ladens ist enorm, sondern auch die elektrische Leistung. Bei einem Megawatt fließt zeitweise etwa so viel Strom durch ein einziges Kabel, wie Hunderte Haushalte zusammen benötigen. Weil der höhere Strom sicher gehandhabt werden muss, braucht MCS einen eigenen Stecker.

Welche Hersteller bieten Megawattladen schon an?

Bei Lkw ist die Auswahl größer, als der junge Standard vermuten lässt. MAN bietet die vollelektrischen Modelle eTGX und eTGS bereits mit MCS-Option zur Bestellung an, Serienstart ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bei einem Wintertest in Schweden lud ein eTGX mit rund 750 Kilowatt von 10 auf 90 Prozent in etwa 30 Minuten.

Auch Mercedes-Benz Trucks testet: Zwei MCS-fähige eActros 600 absolvierten Anfang 2026 eine rund 2.400 Kilometer lange Route quer durch Europa, um Ladeleistung und Kompatibilität mit unterschiedlichen Ladesäulen zu prüfen.

Scania, Schwesterunternehmen von MAN im Traton-Konzern, startet ebenfalls bei 750 Kilowatt, theoretisch sind mit dem MCS-Stecker aber bis zu 3,75 Megawatt möglich.

Megawattladen für Pkw: BYD startet in Deutschland

Bei Pkw galt Megawattladen lange als Zukunftsmusik, doch das ändert sich gerade. Der chinesische Hersteller BYD hat im Juni 2026 seine erste Flash-Charging-Station in Deutschland installiert. Sie befindet sich im Allgäu in der Nähe der Iselerbahn.

Die Säule ist laut BYD für bis zu 1.500 Kilowatt ausgelegt, also 1,5 Megawatt. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf den Ladeanschluss für den chinesischen Markt. Welche Leistung in Europa tatsächlich ankommt, lassen die bisherigen Angaben offen. Zum Vergleich: Teslas aktuelle V4-Supercharger erreichen maximal rund 500 Kilowatt.

In Kombination mit BYDs Blade Battery 2.0 sollen kompatible Fahrzeuge unter Idealbedingungen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden, in rund neun Minuten von 10 auf 97 Prozent.

MCS bisher noch Nische im Pkw-Bereich

Dennoch gibt es einen Haken: Bislang kann in Europa nur der Denza Z9GT die Technik nutzen, ein Modell der BYD-Premium-Marke. Mit seiner 122-Kilowattstunden-Batterie kommt er auf bis zu 800 Kilometer Reichweite.

Selbst moderne 800-Volt-Fahrzeuge wie der Porsche Taycan oder der Mercedes CLA Electric liegen deutlich unter den angepeilten Ladeleistungen. Weitere BYD-Modelle mit der neuen Batterie sollen laut dem Hersteller erst in etwa 18 bis 24 Monaten verfügbar sein.

Für die breite Masse bleibt deshalb vorerst die 800-Volt-Technik der Standard, die inzwischen über 20 Modelle nutzen, von günstigeren Wagen bis zu Porsche und Mercedes. Sie ermöglicht bis zu 400 Kilowatt, deutlich unter der Megawattgrenze.

Wie steht es um die Infrastruktur in Europa?

Einer Pressemitteilung von E.ON zufolge entsteht entlang der wichtigsten Verkehrsrouten in Europa ein Netz von Megawatt-Ladern. So seien bis zum Herbst 2028 in der Europäischen Union etwa 330 MCS-Ladepunkte an 55 Standorten in Deutschland, Österreich, Dänemark, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Polen und Ungarn geplant.

Jeder Standort ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich, die Ladeleistung liegt bei einem Megawatt. Gebaut wird das Ladenetz von einem Konsortium, dem E.ON, Voltix und GreenWay angehören. Die EU fördert es mit mehr als 70 Millionen Euro.

Auch BYD baut massiv aus. Wie das Unternehmen der South China Morning Post mitteilte, sollen bis Ende März 2027 insgesamt 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa in Betrieb genommen werden. Im selben Zeitraum plant BYD 2.000 weitere Stationen in Nord- und Südamerika sowie 1.000 im Asien-Pazifik-Raum, insgesamt also 6.000 Standorte außerhalb Chinas.

Auf dem chinesischen Festland betreibt der Konzern bereits gut 7.000 Flash-Charging-Stationen und will diese Zahl bis Jahresende auf 20.000 erhöhen.

Kritik am Megawattladen bei Pkw

Während das Megawattladen für Lkw durchaus Vorteile bringt, gibt es auch Kritik. Vor allem in Bezug auf Pkw empfinden Experten die Technologie als wenig sinnvoll: Aktuell kann kaum ein Modell so hohe Leistungen überhaupt aufnehmen.

Außerdem wäre die lokale Netzkapazität schnell ausgereizt. BYD begegnet diesem Problem nach eigenen Angaben mit Pufferspeichern an jeder Station: Eine Batterie lädt sich langsam aus dem Netz und gibt die Energie beim Ladevorgang mit hoher Leistung ab.

Hinzu kommt, dass hohe Ladeströme die Batterie stärker altern lassen und ohnehin nur für wenige Minuten anliegen. Selbst beim Denza Z9GT zeigen erste Praxistests, dass bereits eine 400-Kilowatt-Säule für sehr kurze Ladezeiten genügt.

Allerdings gibt es kaum Anlass zur Sorge, dass MCS das herkömmliche CCS verdrängen könnte. Zumindest Volvo Trucks erwartet, dass beide Systeme parallel verfügbar bleiben. Echte Alternativen zum Megawattladen gibt es allerdings kaum.

Zwar hat sich der Batteriewechsel zumindest in China halbwegs etabliert, in Europa fehlen dafür Anwender auf Fahrzeugherstellerseite. Beim Lkw gibt es Tests mit Oberleitungssystemen auf Autobahnen, ein Einsatz in großem Stil scheint aber nicht wahrscheinlich.

Auch interessant:

Der Beitrag Schnell wie ein Toilettengang: Wie funktioniert Megawattladen? erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten

Der Beitrag Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Suche Internet KI-Antworten Quellen Künstliche Intelligent Chatbots

Immer mehr Menschen lassen sich Fragen von ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity beantworten, anstatt selbst zu recherchieren. Doch woher stammen diese Antworten eigentlich? Eine neue Studie mit 250.000 ausgewerteten Antworten liefert erstmals konkrete Zahlen zu den Quellen von KI-Modellen.

Die Suche nach Informationen im Internet hat sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend verändert. Vor einiger Zeit lief das noch so: Wer etwas wissen wollte, tippte es bei Google ein, klickte durch die Trefferleiste und suchte sich die passenden Websites heraus.

Grundsätzlich gehen viele Nutzer auch immer noch auf die gleiche Art und Weise an die Sache heran. Statt einer Linkliste erhalten sie über Google mittlerweile aber KI-gestützte Antworten. Viele wenden sich außerdem direkt an eines der großen Sprachmodelle (LLMs), um Informationen zu erhalten.

Anstatt selbst Ergebnisse zu vergleichen, bekommen Nutzer eine fertig formulierte Antworten serviert, oft mit ein paar Quellenlinks am Rand. Ob diese stimmen und wie sie zustande kommen, ist aber meist unklar.

Studie zeigt: Diese Quellen nutzen KI-Modelle für ihre Antworten

Um Klarheit zu schaffen, welche Quellen KI-Modelle für ihre Antworten nutzen, hat das Software-Unternehmen blinq eine Studie durchgeführt. Dafür wertete es zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 täglich Antworten auf rund 2.000 festgelegte Prompts aus, die an die führenden LLMs ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity gingen. Insgesamt kamen 250.000 Antworten zusammen, die ausgewertet wurden.

Das zentrale Ergebnis: Rund zwei Drittel aller von den drei Systemen zitierten Quellen (66,2 Prozent) stammen von Unternehmensseiten, also Firmenblogs, offiziellen Websites und Landingpages.

Ein Blick auf die am häufigsten zitierten Internetseiten zeigt, dass dort vor allem YouTube (15,18 Prozent) und Reddit (14,55 Prozent) mit deutlichem Abstand führen. Gleich danach folgen Wikipedia (9,05 Prozent) und LinkedIn (7,12 Prozent).

Bei deutschen Nachrichtenseiten liegt die Welt mit 17 Prozent vorn, vor dem Handelsblatt (12,2 Prozent) und Chip (8,9 Prozent).

Unternehmenswebsites liefern also in der Masse den größten Anteil an Inhalten. Geht es allerdings um einzelne, besonders oft herangezogene Adressen, geben Plattformen mit echten Nutzerdiskussionen und -bewertungen den Ausschlag.

Warum ChatGPT andere Quellen zitiert als Google AI Overviews

Die Studie schlüsselt ihre Ergebnisse getrennt auf. Die Unterschiede zwischen den drei Sprachmodellen sind deutlich. So stützt sich ChatGPT besonders auf Reddit, Wikipedia, Welt, LinkedIn, Google und BILD. Das Hervorheben der zwei zwei Axel-Springer-Medien dürfte aber kein Zufall sein. Der Verlag pflegt nämlich eine höchst umstrittene Partnerschaft mit OpenAI.

Google AI Overviews wiederum zitiert auffällig oft User generated Content (UGC): YouTube liegt hier auf Platz eins, taucht bei ChatGPT in den Top-Quellen aber gar nicht auf. Auch Google rankt bei AI Overviews deutlich höher als bei ChatGPT. Daneben spielen Instagram, das Handelsblatt und OMR-Reviews eine Rolle.

Perplexity setzt ebenfalls stark auf YouTube und Reddit, zieht allerdings auch LinkedIn und Instagram als weitere Nutzerinhalte-Quellen heran. Dazu kommen außerdem das Handelsblatt, Chip und Wikipedia für Fachautorität sowie OMR und der Stern.

3 Dinge, die du bei jeder KI-Antwort prüfen solltest

Für alle, die selbst regelmäßig Künstliche Intelligenz für ihre Internetsuche nutzen, ergeben sich aus den Studienerkenntnissen ein paar praktische Konsequenzen:

  • Erstens: Eine KI-Antwort ist kein geprüftes Faktenwissen, sondern eine Zusammenfassung dessen, was gerade im Netz zu einem Thema kursiert. Dazu gehören Unternehmenswerbung, Reddit-Diskussionen und Youtube-Videos. Viele Unternehmen sind sich außerdem darüber im klaren, wie sie ihre eigene Sichtbarkeit beeinflussen können. Gerade weil zwei Drittel der Quellen von Unternehmen selbst stammen, lohnt sich ein gesunder Zweifel.
  • Zweitens: Reddit- und YouTube-Inhalte fließen stark in die Antworten ein. Das kann hilfreich sein, weil auf den Plattformen viele ehrliche Erfahrungsberichte existieren. Aber es kann auch bedeuten, dass Einzelmeinungen oder gezielt platzierte Beiträge in einer KI-Antwort mehr Gewicht bekommen, als ihnen eigentlich zusteht.
  • Drittens: Wer eine KI-Antwort bekommt, sieht in der Regel nicht auf den ersten Blick, wie viele unterschiedliche und vertrauenswürdige Quellen tatsächlich dahinterstecken. Die Studie selbst weist darauf hin, dass sich die Zitierweise „hochdynamisch“ verändert. So spielte beispielsweise noch im Februar 2026 LinkedIn praktisch keine Rolle als Quelle. Heute gehört das Portal bei allen drei Systemen zu den wichtigsten Quellen.

Und nicht vergessen: Hinterfragen!

Ein paar altbekannte Grundregeln gelten weiterhin. Bei wichtigen Entscheidungen, etwa zu Gesundheit, Politik, Geld oder größeren Anschaffungen, lohnt sich der Blick auf die tatsächlich verlinkten Quellen einer KI-Antwort. Nur die Zusammenfassung zu lesen, reicht häufig nicht aus. Auch klassische Recherchen können helfen, eine fundierte Meinung zu prägen.

Wer merkt, dass eine Antwort auffällig positiv über ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen klingt, sollte beachten, dass diese Information sehr wahrscheinlich direkt von der Unternehmensseite selbst stammt. Bei Themen, zu denen es kontroverse Diskussionen gibt, kann es sich lohnen, zusätzlich gezielt nach unabhängigen Testberichten oder Fachpresse zu suchen, statt sich allein auf die erste KI-Antwort zu verlassen.

Auch interessant: 

Der Beitrag Studie verrät: Diese Quellen nutzen ChatGPT und Co. für ihre Antworten erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch

Der Beitrag Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

humanoide Roboter OP Operation

Zwei humanoide Roboter haben erstmals allein Operationen durchgeführt, ferngesteuert von Chirurgen. Für eine präklinischen Studie entfernten sie Säugetieren die Gallenblase.

Für eine aktuelle Studie kamen zum ersten Mal ferngesteuerte humanoide Roboter im Operationssaal zum Einsatz. Ein Forscherteam, bestehend aus Ingenieuren und Chirurgen der University of California San Diego, absolvierte dafür zwei verschiedene Eingriffe.

Humanoider OP-Roboter entfernt lebendem Tier die Gallenblase

Bei der ersten Operation entfernte ein Mensch-Roboter-Team die Gallenblase. Der humanoide Roboter operierte, ein menschlicher Chirurg assistierte.

Die zweite Operation gelang zwei humanoiden Robotern, die Seite an Seite als Roboter-Roboter-Team arbeiteten. Beide Eingriffe fanden an großen, nicht-primaten Säugetieren statt.

Die Forscher sehen das Experiment als Machbarkeitsnachweis, also als einem ersten Schritt, humanoide Roboter in den OP-Saal zu bringen.

Antwort auf den Chirurgenmangel

Die Motivation der Studie liegt in einem aktuellen strukturellen Problem. Denn dem wachsenden Behandlungsbedarf steht ein Mangel an Chirurgen gegenüber. Die Folge: längere Wartezeiten, ein schlechterer Zugang zu Versorgung und größere gesundheitliche Ungleichheit.

Nach Ansicht des Forscherteams könnten die Roboter zunächst bei Eingriffen assistieren. Später sollen sie ganze Operationen unter ärztlicher Fernsteuerung durchführen.

„Ferngesteuerte und autonome humanoide Roboter haben echtes Potenzial, den Zugang zu kritischen Operationen zu erweitern, zu denen Patienten sonst keinen Zugang hätten“, so Michael Yip, einer der Autoren der Studie und Fakultätsmitglied der UC San Diego. Die neuen Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Gesundheitskrise nicht nur in den USA, sondern weltweit anzugehen.

Denkbar sind für Yip auch Einsätze abseits klassischer Kliniken: „Man kann sich vorstellen, dass diese Roboter in abgelegenen Gemeinden eingesetzt werden, wo Personal knapp ist, oder in schwierigen Umgebungen wie Such- und Rettungsszenarien, wo in kurzer Zeit massiv Feldmedizin gebraucht wird.“

Vorteile von OP-Roboter gegenüber Spezialsystemen

Spezialisierte OP-Robotersysteme gibt es bereits. Allerdings sind sie meist mit drei oder vier Roboterarmen, Spezialwerkzeugen und eigener Software ausgestattet. Außerdem wiegen sie rund 800 Kilogramm, brauchen ein großes Team für den Aufbau und beanspruchen so viel Platz, dass OP-Säle oft umgebaut werden müssen.

Die in der UC San Diego-Studie eingesetzten Roboter sind hingegen etwa 1,52 Meter groß und wiegen rund 27 Kilogramm. Sie können sich frei durch normale OP-Säle bewegen und nutzen herkömmliche OP-Instrumente.

Auch die Steuerung fühle sich natürlicher an, gerade für Personen ohne Training an Spezialsystemen. „Wir waren überrascht, wie gut sich „Surgie“ – so der Name des OP-Roboters – in unseren Arbeitsbereich und Arbeitsablauf eingefügt hat“, so tudien-Co-Autorin Nikita Thareja.

An der Präzision ändert die kompakte Bauweise nichts, bestätigt auch Shanglei Liu, Professorin für Chirurgie. Sie steuerte den OP-Roboter während der Studie selbst. Ein Eingriff per teleoperiertem humanoidem Roboter sei genauso präzise wie mit einem klassischen teleoperierten OP-System. Liu dazu:

Es kostet einen Bruchteil und braucht einen Bruchteil des Platzes im OP-Saal. Damit lässt es sich überall einsetzen, von ländlichen Gebieten über das Schlachtfeld bis in den Weltraum.

Operations-Roboter: Was kommt als Nächstes?

Einige Probleme der Teleoperation sind noch ungeklärt. So mussten die OP-Roboter während der Eingriffe mehrfach neu kalibriert werden. Dadurch dauerten die Operationen deutlich länger als mit etablierten Spezialsystemen. Auch an der Latenz, also der Verzögerung zwischen Steuerbefehl und Roboterbewegung, arbeitet das Team, vor allem für Operationen über große Distanzen.

Weil Surgie laufen und die meisten körperlichen Aufgaben eines Menschen ausführen kann, hat das Forschungsteam noch eine weitere Zukunftsvision für die autonomen OP-Roboter.

Werkzeuge holen und den OP-Saal nach dem Eingriff aufräumen. „Eines unserer Ziele ist die Entwicklung eines autonomen chirurgischen Assistenten“, so Michael Yip. Er ergänzte:

Viele Gemeinden kämpfen mit unzureichender Personalausstattung im OP-Team, was bedeutet, dass Patienten nicht behandelt werden. Unser Ziel ist ein Operationssaal der Zukunft, in dem humanoide Roboter und Menschen Seite an Seite als ein integriertes Team arbeiten, um Eingriffe an diejenigen in Not zu liefern, sowohl in traditionellen Krankenhausumgebungen als auch in nicht-traditionellen Feldmedizin-Szenarien.

Auch interessant: 

Der Beitrag Weltpremiere im OP: Humanoide Roboter führen erstmals Operationen durch erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen

Der Beitrag Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Modelle deutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz welche Sprachmodelle

Viele deutsche KI-Unternehmen nutzen Sprachmodelle und werben mit digitaler Souveränität. Eine neue Untersuchung zeigt jedoch, dass ein Großteil trotzdem auf US-Technologie setzt. Wir zeigen, wo die Souveränitätslücke am größten ist.

Ob im Kundenservice, in der Rechtsabteilung oder in der Produktentwicklung: Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags, auch in Deutschland. Ein Schlagwort ist dabei „digitale Souveränität“.

Gemeint ist damit, dass Firmen und Behörden bei Künstlicher Intelligenz unabhängig von ausländischen Anbietern bleiben, ihre Daten in Europa speichern und nicht auf US-Konzerne angewiesen sind.

Einige Firmen werben damit, dass sie unabhängig von US-Anbietern sind. Eine neue Untersuchung der europäischen KI-Plattform GreenPT zeigt nun, welche KI-Modelle deutsche Unternehmen wirklich einsetzen.

Diese KI-Modelle nutzen deutsche Unternehmen

Für den Bericht hat GreenPT 514 öffentlich auffindbare deutsche KI-Firmen untersucht. Wichtig dabei: Es gibt kein offizielles Register deutscher KI-Unternehmen. GreenPT konnte also nur zählen, welche Firmen öffentlich auffindbar sind.

Nur 221 dieser Firmen legen offen, welchen KI-Anbieter sie nutzen, etwa in der Datenschutzerklärung oder auf der eigenen Website. Die Untersuchung bezieht sich also ausschließlich auf diese Unternehmen. Die wichtigste Erkenntnis: Von deutschen KI-Firmen, die öffentlich einen Anbieter nennen, setzt gut die Hälfte auf US-Technologie.

Modelle von US-Anbietern klar vorn

Laut offizieller Mitteilung zum Forschungsbericht hängen etwa 53 Prozent der deutschen KI-Unternehmen, die öffentlich angeben, welches KI-Modell sie verwenden, von einem US-Frontier-Anbieter ab. Von den US-Modellen entfallen 41 Prozent auf OpenAI, 18 Prozent auf Anthropic, zehn Prozent auf Google, fünf Prozent auf Microsoft, zehn Prozent auf AWS und sechs Prozent auf Llama von Meta.

Ein ähnlicher Anteil (rund 43 Prozent) entwickelt eigene Modelle. Mistral, das einzige in der EU ansässige Frontier-Labor, erreicht etwa zehn Prozent. Ein in Deutschland gehostetes Frontier-Modell existiert dem Bericht zufolge aktuell nicht.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Auffällig ist nur, dass deutsche Firmen etwas häufiger zu Google und Anthropic greifen als der europäische Durchschnitt, der stärker auf OpenAI setzt.

Wie stark eine Branche auf US-Technologie setzt, hängt stark vom Anwendungsfall ab. In Gesundheit und Biotech entwickeln laut Studie rund 85 Prozent der offenlegenden Firmen eigene Modelle, oft weil strenge Zulassungsregeln das verlangen.

In der Industrie sind es rund 71 Prozent, etwa für Bilderkennung oder Wartungsprognosen. In Bereichen wie Recht, Personalwesen oder Bildungstechnologie dagegen dominieren fertige US-Lösungen deutlich.

KI-Modelle in deutschen Unternehmen offenbaren große Souveränitätslücke

Von den insgesamt 514 untersuchten Firmen werben 173 aktiv mit Souveränität, EU-Datenresidenz oder On-Prem-Betrieb. Von diesen 173 Firmen nutzen aber 72 im Hintergrund trotzdem ein US-Proprietärmodell, also ein geschlossenes, kommerzielles KI-System eines US-Anbieters.

Besonders häufig tritt diese Lücke in den Bereichen Recht, Personalwesen, Verwaltung und Finanzen auf, also ausgerechnet dort, wo Compliance und Datenschutz eine besonders große Rolle spielen sollten.

Bei der Untersuchung von GreenPT handelt es sich um eine Momentaufnahme von Mitte 2026. Anbieterbeziehungen könnten sich laut Mitteilung allerdings schnell ändern. Außerdem kombiniere die europäische Benchmark Länderstudien mit aktueller Forschung von 2026. Die Zahlen sind also eher als Tendenz zu lesen, als Ergebnis eines kontrollierten Vergleichs.

GreenPT ist ein europäischer KI-Anbieter, der Chat- und API-Zugänge zu Open-Source-Modellen anbietet und dabei nach eigenen Angaben ausschließlich mit erneuerbarer Energie arbeitet. Das Unternehmen positioniert sich als Alternative zu US-Diensten und wirbt mit EU-Hosting und Datenschutz.

Auch interessant: 

Der Beitrag Deutsche KI-Firmen nutzen US-Technik – trotz Souveränitätsversprechen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen

Der Beitrag KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

KI Turing Test Künstliche Intelligenz

Erstmals hat eine KI den klassischen Turing-Test bestanden. Ein Modell wurde dabei sogar häufiger für einen Menschen gehalten als echte Personen. Erfolg für die KI, doch was bedeutet das für unseren Umgang mit der Technologie?

Kann eine Maschine denken wie ein Mensch? Diese Frage wollte der britische Mathematiker Alan Turing bereits 1950 mit seinem „Imitationsspiel“ beantworten. Später ging dieses Experiment als Turing-Test in die Geschichte ein.

Die Idee: Wenn ein Mensch im Gespräch nicht mehr zuverlässig erkennen kann, ob er mit einer Maschine oder einem anderen Menschen kommuniziert, hat die Maschine den Test bestanden. Nun ist genau das passiert.

Was ist der Turing Test?

Klassischerweise läuft der Turing-Test so ab, dass eine Versuchsperson gleichzeitig mit zwei Gesprächspartnern kommuniziert. Einer davon ist ein Mensch, der andere eine Maschine. Beide versuchen, als Mensch durchzugehen. Der Prüfer muss am Ende entscheiden, wer wer ist. Kann er das nicht zuverlässig tun, hat die Maschine den Turing-Test bestanden.

Genau dieses Prinzip haben die Kognitionswissenschaftler Cameron Jones und Benjamin Bergen von der University of California San Diego in einer neuen Studie genutzt. Knapp 500 Teilnehmer führten jeweils fünfminütige Chats, in einer Zusatzstudie auch 15-minütige, und mussten anschließend urteilen.

Das Ergebnis: GPT-4.5 von OpenAI wurde in 73 Prozent der Fälle für den Menschen gehalten, also häufiger als die echten menschlichen Gesprächspartner. Auch Metas Modell LLaMa-3.1-405B war mit 56 Prozent statistisch nicht mehr von Menschen zu unterscheiden.

Auch der Chatbot Eliza aus den 1960er Jahren nahm an der Studie teil. Eliza flog allerdings in den meisten Fällen auf, weil das regelbasierte Programm nicht flexibel auf Gespräche reagieren kann.

„Wir haben herausgefunden, dass fortgeschrittene LLMs, wenn sie die richtigen Prompts erhalten, denselben Tonfall, dieselbe Direktheit, denselben Humor und dieselbe Fehlbarkeit wie Menschen an den Tag legen können“, erklärt Studienautor Cameron Jones in einer Pressemitteilung.

Obwohl wir wissen, dass LLMs problemlos Wissen zu fast jedem Thema produzieren können, hat dieser Test gezeigt, dass sie auch soziale Verhaltensweisen überzeugend darstellen können, was erhebliche Auswirkungen darauf hat, wie wir über KI denken.

KI braucht Rollenanweisung, um Test zu bestehen

Der Erfolg der KI im Turing-Test wirkt zunächst so, als ob die Technologie dem Menschen überlegen wäre. Ein Detail ist laut der Forscher dennoch entscheidend: Die Modelle bestanden den Test nur, wenn sie vorher eine sogenannte Persona-Anweisung erhielten.

Die Vorgabe war, eine junge, introvertierte Person zu spielen, die die Internetkultur kennt und Slang benutzt. Ohne diese Anweisung fiel GPT-4.5 auf eine Erfolgsquote von 36 Prozent, LLaMa auf 38 Prozent.

„Sie haben die Fähigkeit, menschenähnlich zu wirken, aber vielleicht nicht so sehr die Fähigkeit, selbst herauszufinden, was nötig wäre, um menschenähnlich zu wirken“, erklärt Co-Autor Benjamin Bergen.

Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was taugt ein Test, dessen Ergebnis sich durch die richtige Anweisung so massiv verschieben lässt? Wenn Menschen der Maschine erst sagen müssen, wie sie menschlich wirkt, hat dann wirklich die Maschine den Test bestanden oder eher die Menschen, die den Prompt geschrieben haben?

KI Turing-Test: Warum Bestehen nicht gleich Intelligenz bedeutet

Auch die Forscher stellen den Test infrage: Der Turing-Test sei ursprünglich entwickelt worden, um zu untersuchen, ob Maschinen mit der menschlichen Intelligenz mithalten können, erklärt Bergen. „Aber heute wissen wir, dass KI viele Fragen schneller und genauer beantworten kann als Menschen.“

Das eigentliche Problem ist also nicht die reine Gehirnleistung. Zu sehen, dass Maschinen den Test bestehen können, und zu sehen, wie sie ihn bestehen, zwingt uns dazu, neu zu überdenken, was er eigentlich misst. Zunehmend misst er die Menschenähnlichkeit.

Interessant ist dabei, dass die Versuchspersonen kaum klassische Intelligenzfragen stellten. Stattdessen achteten sie auf Sprachstil und Persönlichkeit. Wer zu perfekt antwortete, wirkte verdächtig. Die Testpersonen untersuchten also nicht Wissen oder Logik, sondern suchten nach Fehlern.

Am Ende sagt das wohl mehr über uns aus als über die Maschinen. Offenbar versuchen wir Menschlichkeit nicht an Klugheit, sondern an Unvollkommenheit zu erkennen. Allerdings scheinen unsere Erkennungsmerkmale so vorhersehbar zu sein, dass sich eine KI gezielt darauf trainieren lässt.

KI besteht Turing-Test: Bedeutung für unsere Online-Kommunikation

Die Forscher warnen deutlich vor den Folgen. „Wir müssen wachsamer sein; wenn man im Internet mit Fremden interagiert, sollten die Menschen viel weniger zuversichtlich sein, dass sie wissen, ob sie mit einem Menschen oder einem LLM sprechen“, sagt Jones.

Denn: Selbst wer aufmerksam ist und direkt vergleichen kann, könnte den Unterschied unter Umständen nicht mehr erkennen. Bergen verweist zudem auf Akteure, die Bots gezielt einsetzen wollen, um Menschen zur Herausgabe sensibler Daten, zu Wahlentscheidungen oder zu Käufen zu bewegen.

Die Forscher hoffen nach eigenen Angaben, mit dieser Arbeit das öffentliche Verständnis dafür zu schärfen, was diese Systeme mittlerweile leisten können und welche Art von Schutzmaßnahmen die Gesellschaft möglicherweise benötigt.

Auch interessant:

Der Beitrag KI besteht erstmals Turing-Test – und wirkt menschlicher als echte Menschen erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck

Der Beitrag EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Tempo Auto Satellit EU Tempolimit Drosselung

Steuert die EU bald per Satellit, wie schnell du fahren darfst? Britische Medien berichten zumindest über Pläne, Autos ab 2030 automatisch zu drosseln. Die EU-Kommission widerspricht deutlich. Die Hintergründe. 

Aktuell kursieren Medienberichte, die behaupten, dass die EU eine neue Verordnung für Fahrzeuge prüft. Ab 2030 sollen neue Autos laut Daily Mail und The Telegraph mit einem speziellen Gerät ausgestattet werden, das sich mit Satelliten verbindet, um den Standort eines Wagens zu ermitteln.

Ergänzt werden soll es durch eine  Analyse von 5G-Signalen zur Überprüfung des Standorts auf einer digitalen Karte sowie Kameras am Fahrzeug, die Verkehrszeichen erfassen.

Überschreitet ein Fahrzeug ein bestimmtes Tempolimit und fährt etwa mit 85 Kilometern pro Stunde in einer 50er-Zone, soll das System die Geschwindigkeit automatisch drosseln können.

Drosselt die EU bald das Tempo von Autos per Satellit?

Während der automatischen Geschwindigkeitsbeschränkung soll ein kurzzeitiges Übersteuern zur Reaktion auf Gefahren und zum Überholen weiterhin möglich sein. Als Vorbild dient laut Daily Mail die Technik von E-Scootern des Anbieters Lime, die in Sperrzonen schon heute per GPS gedrosselt werden.

Die britischen Berichte gehen davon aus, dass die EU die bereits vorgeschriebene Intelligent Speed Assistance (ISA) weiterentwickeln will. So solle das System künftig nicht nur akustisch und optisch warnen, sondern das Tempo gänzlich drosseln.

Nachdem die ersten Berichte veröffentlicht wurden, stieß das Vorhaben bereits auf Kritik, beispielsweise vonseiten der Alliance of British Drivers. In Deutschland nahm sich unter anderem das Fachmagazin Auto Motor Sport der Thematik an.

Das sagt die EU zur automatischen Geschwindigkeitsbeschränkung

Auf Nachfrage weist die Europäische Kommission die Berichte zurück. Eine Sprecherin erklärte gegenüber dem Magazin, dass entsprechende Angaben nicht zutreffen.

„Die Kommission prüft keine künftigen Versionen der Intelligent Speed Assistance (ISA) mit einer verpflichtenden Begrenzung der Fahrzeuggeschwindigkeit“, so die EU-Sprecherin.

In den ursprünglichen britischen Berichten gibt es zudem keine konkreten Fakten. So zitierte The Telegraph unter anderem zwar einen Kommissionssprecher. Er deutete aber bereits an, dass entsprechende Gespräche rein explorativ sind.

ISA statt Satelliten: Kein Tempo-Zwang von der EU

Öffentlich einsehbare Dokumente enthalten zwar eine Einschätzung zu Geschwindigkeits- und Unfallrisiken. Allerdings gibt es aktuell keinen Vorschlag für eine verpflichtende satellitengestützte Geschwindigkeitsbegrenzung.

Damit kommen Satelliten vorerst nicht bei der Geschwindigkeitsbeschränkung von Fahrzeugen zum Einsatz. Seit Juli 2024 ist ISA dennoch für alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU verpflichtend.

Der Intelligent Speed Assistance erkennt Tempolimits über eine Kombination aus Kameras zur Verkehrszeichenerkennung und digitalen Kartendaten und weist Fahrer bei einer Überschreitung optisch oder akustisch darauf hin.

Auch interessant:

Der Beitrag EU soll Tempo-Drosselung von Autos per Satellit planen – ein Faktencheck erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •  

Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern

Der Beitrag Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Eltern Smartphones Bindung Kinder Was ist Technoference

Wenn Eltern ständig auf ihre Smartphones schauen, kann das die Beziehung zu ihren Kindern schwächen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Hintergrund ist ein Effekt namens Technoference. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat. 

Eine Welt ohne Smartphones ist für viele nicht mehr vorstellbar. Vor allem für die neue Generation, ist das Handy ein selbstverständlicher Teil des Lebens.

Im Fokus der Debatten um Gerätenutzung und Bildschirmzeit standen bisher vor allem Jugendliche. Weniger im Blick war, wie Kinder das Nutzungsverhalten ihrer Eltern wahrnehmen.

Genau das hat nun ein Forscherteam um Don Grant von Newport Healthcare in den USA untersucht. Eine Studie mit dem Titel „Mama, liebst du dein Handy mehr als mich?“ zeigt: Jugendliche, die ihre Eltern oder Bezugspersonen als häufig durch mobile Geräte abgelenkt wahrnehmen, zeigen deutlich häufiger unsichere Bindungsmuster.

Eltern am Smartphone: Wie das die Bindung zum Kind gefährdet

Eine unsichere Bindung wird mit Schwierigkeiten beim Aufbau gesunder Beziehungen, erhöhter Angst sowie langfristig schlechteren psychischen und physischen Gesundheitszuständen in Verbindung gebracht.

„Unsere Studie legt nahe, dass auch die Nutzgewohnheiten der Eltern wichtige Aspekte der Entwicklung von Jugendlichen beeinflussen“, erklärt Grant in einer Pressemitteilung.

Grundlage dafür ist die Bindungstheorie: Kinder brauchen verlässlich verfügbare und aufmerksame Bezugspersonen, um eine sichere Bindung aufzubauen. Ist ein Elternteil regelmäßig durch ein Smartphone abgelenkt, erleben Kinder das laut der Studie als mangelnde Aufmerksamkeit.

Was ist Technoference?

Genau diese wiederholten kleinen Unterbrechungen scheinen problematisch zu sein. Für dieses Phänomen haben sich in der Forschung zwei Begriffe etabliert.

Technoference beschreibt allgemein, wie digitale Geräte zwischenmenschliche Interaktionen stören. Der Begriff existiert unter Forschern bereits seit 2012. Geprägt wurde er von Brandon T. McDaniel, Wissenschaftler am Parkview Mirro Center for Research and Innovation.

McDaniel beschreibt damit alltägliche Störungen von direkter, persönlicher Kommunikation in der realen Welt durch die Nutzung von Technologie. Kurz, Momente in denen Geräte in Gespräche oder gemeinsame Zeit hineinfunken.

Der Forscher entwickelte das Konzept, weil ihn interessierte, ob es eine Bedeutung hat, wenn ein Piepton, eine Benachrichtigung oder die bloße Anwesenheit eines Geräts eine Interaktion unterbricht.

Phubbing wiederum ist eine Unterform von Technoference. Das Kofferwort aus „Phone“ und „Snubbing“ steht für das Ignorieren einer Person zugunsten des Smartphones.

Warum das Phänomen so leicht übersehen wird

Anders als etwa psychische Erkrankungen oder familiäre Krisen ist Gerätenutzung laut der aktuellen Grant-Studie vollständig steuerbar und trotzdem sozial akzeptiert, weshalb sie leicht übersehen wird. Die Forscher betonen allerdings, dass die Daten nur einen Zusammenhang zeigen, keine Ursache.

Es bleibt offen, ob die gefühlte Ablenkung der Eltern zu unsicherer Bindung führt oder ob Jugendliche mit unsicherer Bindung das Verhalten ihrer Eltern eher als ablenkend wahrnehmen.

600 Jugendliche befragt: Was Eltern laut Studie jetzt tun sollten

Für die Studie befragte das Team 600 US-Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Sie füllten unter anderem einen neu entwickelten Fragebogen aus, die sogenannte Device Attachment Interference Scale.

Das Ergebnis: Je stärker die Jugendlichen das Gerätenutzungsverhalten ihrer Eltern als störend empfanden, desto unsicherer war ihre Bindung zur Bezugsperson. Das galt für Mütter genauso wie für Väter.

Auch eine ältere Untersuchung des Pew Research Center aus dem Jahr 2024 stützt dieses Bild. Damals gaben 46 Prozent der befragten US-Teenager an, ihre Eltern seien beim Reden zumindest gelegentlich vom Handy abgelenkt.

Das Forscherteam um Don Grant betont, dass Eltern nicht bei jeder Aufmerksamkeitsbitte sofort das Handy weglegen müssen. Wichtiger sei, die Bitte des Kindes wahrzunehmen und sich möglichst bald tatsächlich zuzuwenden.

Auch interessant: 

Der Beitrag Eltern verlieren wegen Smartphones Bindung zu ihren Kindern erschien zuerst auf BASIC thinking. Folge uns auch auf Google News und Flipboard oder abonniere unseren Newsletter UPDATE.

  •