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Apple macht Fotos fälschungssicher – so schützt das iPhone vor Deepfakes

23. Oktober 2026 um 05:45

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Apple Reference Image iPhone Kamera Fotos Künstliche Intelligenz KI

Apple will die Echtheit digitaler Fotos künftig technisch überprüfbar machen. Mit dem „Apple Reference Image“ setzt der Konzern bei seinem neuen iPhone-Modell auf fälschungssichere Bilder, die vor Manipulationen und Deepfakes geschützt sind.

Künstliche Intelligenz macht es mit zunehmender Professionalität immer schwerer, echte Fotos auf den ersten Blick zu erkennen. Denn künstlich erzeugte Bilder wirken inzwischen so realistisch, dass sie von authentischen Aufnahmen kaum noch zu unterscheiden sind.

Gleichzeitig lassen sich echte Fotos mit wenigen Handgriffen manipulieren oder aus dem Zusammenhang reißen. Damit wächst die Bedeutung technischer Verfahren, die nachvollziehbar machen, woher ein Bild stammt und ob es unverändert geblieben ist.

Genau hier setzt Apple mit seinem neuen „Apple Reference Image“ an. Der optionale Kameramodus, der auf dem neuen iPhone 18 Pro und dem iPhone 18 Pro Max verfügbar sein wird, soll Fotos fälschungssicher machen.

Apple Reference Image macht Fotos auf dem iPhone fälschungssicher

Der neue Modus macht es nachweisbar, dass ein Foto tatsächlich von einem realen Kamerasensor aufgenommen wurde. In zwei Phasen entsteht dabei das fälschungssichere Bild.

Zunächst erstellt das iPhone ein digitales Negativ, das dann in der zweiten Phase zu einem Referenzbild entwickelt wird. Dafür werden die Sensordaten bereits bei der Aufnahme kryptografisch mit Pixel- und Metadaten signiert.

Das entscheidende Ziel eines jeden Systems zur Authentifizierung von Fotos ist es, dass der Nutzer darauf vertrauen kann, dass das als authentisch ausgewiesene Bild der tatsächlich fotografierten Szene entspricht.

Apple erstellt dann bei der Entwicklung des Negativs ein überprüfbares Referenzbild mit einem kryptografischen Zeitstempel. So soll sich später feststellen lassen, ob eine Aufnahme authentisch ist und unverändert aus der Kamera stammt.

„Das System ist so konzipiert, dass es selbst gegen unwahrscheinliche Manipulationsversuche resistent ist“, erklärt Apple in einem Blogbeitrag. „Apple Reference Image bietet eine vertrauenswürdige, skalierbare Garantie dafür, dass ein Referenzbild tatsächlich das ist, was es vorgibt zu sein: eine echte Fotografie, die zu einem bestimmten Zeitpunkt von einem echten Sensor in einer iPhone-Kamera aufgenommen wurde.“

Apple Reference Image ist nur auf neuen iPhones verfügbar

Apple hat die neue Funktion zusammen mit den neuen iPhone-Modellen 18 Pro und 18 Pro Max vorgestellt. Das Erstellen von Referenzbildern ist an die Hauptkamerasensoren der neuen Modellreihe gekoppelt. Deshalb kann die Funktion nicht durch ein Update des Betriebssystems nachgerüstet werden und ist somit nicht für ältere iPhone-Modelle verfügbar.

Das neue iPhone erstellt jedoch nicht automatisch bei jedem Foto ein Referenzbild. Der Modus ist optional und kann in der Kamera-App auf dem iPhone für eine Aufnahme manuell aktiviert werden.

Für das Entwickeln des digitalen Negativs sowie die Verifizierung und das Ansehen fertiger Referenzbilder ist mindestens iOS 27 notwendig. Da die Bilder über Private Cloud Compute entstehen, ist außerdem eine aktive Internetverbindung notwendig.

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KI-Texte besser erkennen: ChatGPT führt unsichtbare Wasserzeichen ein

22. Oktober 2026 um 18:00

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KI ChatGPT Wasserzeichen Künstliche Intelligenz

Bisher lässt sich kaum zuverlässig erkennen, ob ein Text im Internet von einer KI stammt oder nicht. Das soll sich künftig allerdings ändern, da KI-generierte Inhalte in der EU besser gekennzeichnet werden sollen. OpenAI hat für sein KI-Modell ChatGPT deshalb nun unsichtbare Wasserzeichen angekündigt.

Immer mehr Texte im Netz werden von KI-Modellen verfasst. Für die Nutzer ist es jedoch oft kaum erkenntlich, ob hinter den jeweiligen Texten Mensch oder Maschine stecken.

Die EU will hier für mehr Klarheit sorgen und hat deshalb das KI-Gesetz eingeführt. Seit Anfang August gelten daher für KI-Inhalte neue Transparenzpflichten. Bis Anfang Dezember müssen Anbieter von bestehenden KI-Modellen diese umsetzen.

Diese werden demnach dazu verpflichtet, ihre Inhalte maschinenlesbar zu kennzeichnen. OpenAI hat deshalb nun für ChatGPT die Einführung von unsichtbaren Wasserzeichen in KI-Texten angekündigt.

Nutzer, die die ChatGPT-API nutzen, können die Wasserzeichen bereits für ausgewählte Modelle aktivieren. In den nächsten Wochen soll dies dann für Nutzer in der EU standardmäßig für „geeignete Textausgaben von ChatGPT“ eingeführt werden.

Wasserzeichen bei ChatGPT soll für mehr Transparenz sorgen

Direkt bei der Erstellung eines Textes sollen die unsichtbaren Wasserzeichen künftig eingebaut werden. OpenAI setzt hierfür auf die Technologie „textGrain“, die bei der Wortwahl von ChatGPT ein bestimmtes statistisches Muster hinterlässt.

Für Leser ist dieses nicht erkennbar, eine entsprechende Software hingegen kann das Muster finden und so Hinweise zur Herkunft von Texten liefern. Im Unterschied zu sichtbaren Wasserzeichen verändert sich also nicht das Aussehen des Textes, sondern die statistische Verteilung der verwendeten Wörter.

Bisher berechnet die KI für jedes mögliche nächste Wort eine Wahrscheinlichkeit und wählt dann eine passende Formulierung aus. Für das Wasserzeichen wird dieser Prozess leicht verändert: Denn künftig werden bestimmte Wörter bevorzugt und andere seltener verwendet.

Auf den Inhalt der ausgegebenen Texte soll das keinen Einfluss haben. Allerdings entsteht so ein statistisches Muster, das für Menschen und auch Maschinen nicht erkennbar ist.

Nur mit der Hilfe eines geheimen digitalen Schlüssels lässt sich überprüfen, ob ein Text ein solches Wasserzeichen enthält. So wollen die Hersteller verhindern, dass ein Wasserzeichen gezielt entfernt oder gefälscht wird.

Überprüfbarkeit des KI-Wasserzeichens ist dennoch begrenzt

Eine hundertprozentige Sicherheit zur Erkennung von KI-Texten bietet das unsichtbare Wasserzeichen jedoch nicht. Denn insbesondere bei kurzen oder nachträglich bearbeiteten Texten stößt die Technik an ihre Grenzen.

Ein Test von OpenAI zeigt dies deutlich. In einem Text wurden dabei zehn Prozent der ausgegebenen Wörter ersetzt. Danach rutschte die Erfolgsrate von 92 auf 66 Prozent. Wurden 25 Prozent der Wörter ausgetauscht, konnte das Wasserzeichen nur noch in 17 Prozent der Fälle erkannt werden.

Auch die Länge des Textes insgesamt spielt eine entscheidende Rolle. Denn bei längeren Texten lässt sich ein Wasserzeichen in der Regel zuverlässiger erkennen. Problematisch seien laut OpenAI auch Themen mit eingeschränkter Wortwahl, die beispielsweise viele Fachbegriffe haben und so wenig Spielraum lassen.

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Bis zu 20 Prozent längere Lebensdauer: Forscher lösen teures Problem bei E-Auto-Akkus

20. Oktober 2026 um 18:00

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Lebensdauer E-Auto-Akkus Elektromobilität Elektroautos Batterie

Eine neue Batterie-Technik könnte die Lebensdauer von E-Auto-Akkus um bis zu 20 Prozent verlängern. Gleichzeitig könnten so die Kosten für Fahrzeughalter sinken. Forscher haben eine Lösung entwickelt, die ein bekanntes Problem heutiger Batterien entschärfen soll.

Die Lebensdauer von E-Auto-Akkus ist für viele Fahrzeughalter ein entscheidender Faktor. Denn mit zunehmendem Alter verlieren die Batteriezellen an Kapazität und Leistungsfähigkeit, wodurch die Reichweite des Fahrzeugs sinken kann.

Besonders problematisch ist dabei, dass nicht alle Zellen gleich schnell altern. Aber schon wenige schwache Zellen können die nutzbare Kapazität des gesamten Akkupacks begrenzen, obwohl viele der übrigen Zellen noch leistungsfähig sind.

Forscher der schwedischen Chalmers University of Technology haben eine neue Batteriearchitektur entwickelt, die genau dieses Problem lösen könnte. Sie soll verhindern, dass einzelne schwache Zellen die Leistungsfähigkeit des gesamten Akkupacks beeinträchtigen.

So könnten E-Auto-Akkus eine über 20 Prozent längere Lebensdauer erreichen

Ein E-Auto-Akku besteht aus vielen miteinander verbundenen Batteriezellen. Diese sind allerdings nicht identisch, da es bereits bei der Herstellung zu Unterschieden kommen kann.

Mit zunehmender Nutzung und Alterung der Zellen verstärken sich diese Unterschiede, weshalb einige Zellen schneller an Leistung verlieren als andere. Das wiederum hat Einfluss auf die Gesamtleistung des E-Auto-Akkus.

In herkömmlichen Akkupacks sind die Zellen in einer festen Konfiguration miteinander verbunden. „Alle Zellen müssen sich im Tempo der langsamsten Zelle bewegen und anhalten, sobald diese anhält, unabhängig davon, wie viel Energie die anderen noch haben“, erklärt Doktorand Albert Škegro von der Chalmers University of Technology.

Die Forscher haben nun aber eine Art der Batteriearchitektur untersucht, bei der „die Batterie die problematische Zelle umgehen und die verbleibenden Zellen weiter nutzen“ kann. Mithilfe dieser Technik könnten E-Auto-Akkus unter bestimmten Bedingungen deutlich länger genutzt werden als bisher.

Forscher entwickeln rekonfigurierbare Akkupacks

In ihrer Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigen die Forscher um Škegro, wie rekonfigurierbare Akkupacks die Problematik herkömmlicher E-Auto-Akkus lösen können. Denn ein rekonfigurierbares Pack kann die Verbindungen zwischen seinen Zellen verändern.

Zellen, die die Leistung des Akkus begrenzen, können dabei mithilfe von Schaltern und Steuerungssystemen isoliert werden. Dies ermöglicht die Nutzung eines großen Teils der verbleibenden Batteriekapazität.

Den Berechnungen der Forscher zufolge könnte die neue Batteriearchitektur die Lebensdauer von E-Auto-Akkus um mehr als 20 Prozent verlängern. Allerdings handelt es sich dabei um einen theoretischen Maximalwert. Das Modell setzt voraus, dass jede Batteriezelle einzeln und optimal gesteuert werden kann – was bei heutigen kommerziellen Systemen noch nicht der Fall ist.

Anhand eines beispielhaften E-Autos mit einer 80-kWh-Batterie und einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern konnten die Forscher den praktischen Nutzen berechnen. Demnach könnte die neue Batteriearchitektur einen notwendigen Akkuwechsel um rund 14 Monate hinauszögern.

Gleichzeitig würde die Batterie weniger verschleißen und dadurch beim Ausbau aus dem Fahrzeug einen höheren Restwert besitzen. „Für einen privaten Besitzer eines Elektrofahrzeugs könnte dies bedeuten, den Batteriewechsel hinauszuzögern. Für einen Fuhrpark mit Hunderten von Akkus kann die Verschiebung dieser Kosten um ein Jahr erhebliche Einsparungen bedeuten“, so Škegro.

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47,4 Millionen TÜV-Tests: E-Autos sind langlebiger als Benziner – und ihr Ruf

20. Oktober 2026 um 05:45

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E-Autos TÜV Elektroauto Elektromobilität

Elektroautos zeigen auch bei hohen Laufleistungen eine überraschend starke Haltbarkeit. Im direkten TÜV-Vergleich schneiden sie in wichtigen Punkten besser ab als vergleichbare Verbrenner. Gängige Vorurteile zur Lebensdauer von E-Autos könnten damit als überholt gelten.

Elektroautos mit hoher Laufleistung kämpfen noch immer mit Vorurteilen. Viele Käufer befürchten, dass vor allem die Batterie nach einigen Jahren deutlich an Leistung verliert und ältere Stromer dadurch schneller zur Kostenfalle werden als vergleichbare Verbrenner.

Doch eine aktuelle Analyse zeichnet ein anderes Bild. Die British Vehicle Rental & Leasing Association (BVRLA), der britische Branchenverband für Unternehmen der Fahrzeugvermietung, des Leasings und des Flottenmanagements, hat 47,4 Millionen TÜV-Prüfungen untersucht. Demnach ist bei Elektroautos die Wahrscheinlichkeit eines Nichtbestehens mit zunehmender Laufleistung deutlich geringer als bei vergleichbaren Benzinern.

Analyse: E-Autos halten dem TÜV länger Stand

Für ihre Untersuchung hat die BVRLA Daten von 47,4 Millionen MOT-Prüfdaten der britischen Zulassungs- und Prüfbehörde ausgewertet. Der MOT ist die britische Entsprechung zur deutschen Hauptuntersuchung beim TÜV und gibt Aufschluss darüber, in welchem technischen Zustand Fahrzeuge nach mehreren Jahren und hohen Laufleistungen sind.

Demnach fallen Elektroautos mit einer Laufleistung von 90.000 bis 120.000 Meilen bei der Hauptuntersuchung etwa 25 Prozent seltener durch als gleich alte Benziner mit ähnlicher Laufleistung. Ab einer Laufleistung von 120.000 Meilen fallen lediglich 16 Prozent der E-Autos durch, bei Benzinern sind es 23,5 Prozent.

Bei geringen Laufleistungen hingegen unterscheiden sich Elektroautos und Benziner kaum. Bei einer Laufleistung zwischen 20.000 und 40.000 Meilen fielen 12,0 Prozent der E-Autos durch die Prüfung, verglichen mit 11,7 Prozent bei den Benzinern.

Besonders auffällig sei bei der Untersuchung gewesen, dass sich die Ausfallraten von Elektroautos ab rund 60.000 Meilen, also etwa 97.000 Kilometern, bei rund 16 Prozent stabilisieren. Mit weiter steigender Laufleistung nimmt die Wahrscheinlichkeit eines MOT-Mangels also nicht mehr im gleichen Maße zu.

Die Laufleistung ist beim Gebrauchtwagenkauf stets eines der ersten Kriterien, auf die Käufer achten“, erklärt BVRLA-Geschäftsführer Toby Poston. Dabei könne „das Überschreiten der Marke von 60.000 oder 70.000 Meilen die Wahrnehmung eines Fahrzeugs stark beeinflussen“. Die Untersuchung zeige jedoch, dass es bei Elektrofahrzeugen ein Umdenken geben müsse.

Bei der MOT-Prüfung werde allerdings nicht untersucht, in welchem Zustand sich die Batterie des E-Autos befindet. Vor einem Gebrauchtkauf sollte also nicht nur die bei der MOT-Prüfung untersuchte mechanische Verkehrstauglichkeit betrachtet, sondern auch Informationen zum Batteriezustand eingeholt werden.

Ältere E-Autos bleiben länger auf den Straßen

Die Forscher haben auch untersucht, ob ältere Elektroautos früher von britischen Straßen verschwinden als Benziner. Das ist jedoch nicht der Fall. Denn bei einem Fahrzeugalter von 15 Jahren erschienen noch immer 94,6 Prozent der E-Autos erneut zur Prüfung, bei Benziner waren es nur 88,1 Prozent.

Rechnerisch scheiden also 5,4 Prozent der E-Autos vor einem Fahrzeugalter von 15 Jahren aus dem Straßenverkehr aus. Bei Benzinern sind es hingegen 11,9 Prozent.

Zusätzlich legen Elektroautos im Schnitt mehr Wegstrecke zurück. Demnach fahren E-Autos im Alter von 12 Jahren beispielsweise im Median rund 4.920 Meilen pro Jahr, verglichen mit 4.410 Meilen bei Benzinfahrzeugen. Die Langlebigkeit lasse sich also auch nicht damit erklären, dass ältere Elektroautos zu Zweitwagen mit geringer Fahrleistung werden.

Doch nicht in allen Punkten sind E-Autos den Benzinern überlegen. Laut der Untersuchung schnitten Elektroautos insbesondere bei den Reifen schlechter ab. E-Autos verzeichneten etwa 1,8-mal so viele Reifendefekte wie Benziner. Allerdings sei dies vor allem ein Problem früher E-Auto-Modelle, die auf Plattformen für Verbrennungsmotoren basierten.

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KI statt echte Freunde: Studie zeigt, dass viele Kinder lieber mit Chatbots reden

19. Oktober 2026 um 18:00

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KI-Chatbots Kinder Freunde Künstliche Intelligenz

Immer mehr Kinder vertrauen sich lieber einem KI-Chatbot als echten Freunden an. Eine Studie aus den USA zeigt, welche Rolle Künstliche Intelligenz bereits im sozialen Leben von Schulkindern spielt und welche Auswirkungen das unter anderem auf das Gefühl von Einsamkeit hat.

KI-Chatbots wie ChatGPT sind inzwischen rund um die Uhr verfügbar und lassen sich mit nur wenigen Klicks auf Smartphone oder Computer nutzen. Auch für Kinder und Jugendliche ist der Zugang damit so einfach wie nie zuvor.

Wie selbstverständlich KI bereits zum Alltag junger Menschen gehört, zeigen die Ergebnisse der JIM-Studie aus dem Jahr 2025. Demnach nutzen 74 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen KI-Anwendungen für Schulaufgaben, neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Doch die digitalen Helfer werden längst nicht mehr nur zum Lernen und für Hausaufgaben genutzt. Zunehmend spielen sie auch bei persönlichen Fragen und emotionalen Themen eine Rolle und können sogar zum Ersatz für echte Freunde werden.

Wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung aus den USA. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kinder sich inzwischen lieber mit KI-Chatbots als mit echten Freunden unterhalten und ihnen auch persönliche Sorgen und Probleme anvertrauen.

Kinder vertrauen sich lieber KI als echten Freunden an

Für ihre Studie haben die Forscher der University of North Carolina Befragungen mit mehr als 2.300 Schülern der Klassenstufen sechs, sieben und acht an 22 Schulen durchgeführt. In zwei Phasen wurden die Kinder zu ihrem Verhalten in Bezug auf KI-Chatbots befragt.

Wie das Wall Street Journal berichtet, entscheiden sich die Schüler der Mittelstufe zunehmend dafür, soziale Interaktionen mit KI-Chatbots zu pflegen. Demnach gab jeder fünfte Schüler an, mit KI-Chatbots auch emotionale Themen zu besprechen. Auffällig dabei war, dass ausgerechnet diese Kinder zu einem späteren Zeitpunkt in der Befragung häufiger von einem stärkeren Gefühl der Einsamkeit berichteten.

Wenn Kinder menschliche Beziehungen durch Chatbots ersetzen, entgehen ihnen wichtige Lerngelegenheiten, um jene zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu entwickeln, die sie ihr ganzes Leben lang brauchen werden.

„Wir haben festgestellt, dass zwei bis vier Kinder in jeder Klasse angeben, die Interaktion mit einem Chatbot der mit einem menschlichen Gleichaltrigen vorzuziehen“, erklärt Studienautor Mitch Prinstein gegenüber dem Wall Street Journal. „Das ist ein ziemlich existenzielles Problem für diese Generation.“

KI-Chatbots gelten als „People Pleaser“

Die Forscher warnen davor, dass Kinder durch den engen Kontakt mit KI-Chatbots möglicherweise die Entwicklung wichtiger zwischenmenschlicher Fähigkeiten verpassen könnten. Der Kontakt zu KI-Chatbots könne auch den Umgang mit anderen Menschen gänzlich verdrängen, warnt die Psychologin Anne Maheux, die ebenfalls an der Untersuchung mitgearbeitet hat.

„Es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, dass die Erfahrungen, die wir in diesem Alter mit Gleichaltrigen machen, eine ganze Reihe von Auswirkungen haben, die bis weit in unser 40. oder 50. Lebensjahr hineinreichen“, so Prinstein. Dieses Verhalten in der Schulzeit könne unter anderem Auswirkungen auf den beruflichen Aufstieg oder auch die Gesundheit haben.

Problematisch ist dabei insbesondere, dass KI-Chatbots im Gegensatz zu echten Freunden rund um die Uhr erreichbar sind. Außerdem antworten sie meist verständnisvoll und stimmen ihren Nutzern häufig zu, statt ihnen zu widersprechen.

Gerade für Kinder und Jugendliche könnte dieses Verhalten als sogenannte „People Pleaser“ problematisch sein. Denn so haben sie weniger Gelegenheit, den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten oder zwischenmenschlichen Konflikten zu lernen.

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KI-Boom vor dem Kollaps? Prognose warnt vor Verlusten in Billionen-Höhe

15. Oktober 2026 um 18:00

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KI Investitionen Verluste Künstliche Intelligenz Rechenzentrum

Der KI-Boom treibt Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur weltweit in astronomische Höhen. Doch mit den gewaltigen Ausgaben wachsen auch die wirtschaftlichen Risiken. Eine aktuelle Prognose zeigt, dass bis zum Jahr 2030 Investitionen in Höhe von mehr als 3,5 Billionen US-Dollar von massiven Wertberichtigungen betroffen sein könnten.

Die rasante Entwicklung rund um Künstliche Intelligenz hat weltweit für einen beispiellosen Investitionsschub gesorgt. Technologiekonzerne und spezialisierte Cloud-Anbieter stecken Milliarden in den Bau neuer Rechenzentren oder den Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Allein im Jahr 2025 lag das Volumen der privaten Investments im Bereich der Künstlichen Intelligenz weltweit bei rund 344,6 Milliarden US-Dollar. Noch im Jahr zuvor waren es nur rund 151,5 Milliarden US-Dollar.

Hinter diesen Investments steht die Erwartung, dass der Bedarf an KI-Rechenleistung in den kommenden Jahren weiter rasant steigen wird. Doch während die Ausgaben immer neue Dimensionen erreichen, wächst auch die Unsicherheit darüber, ob sich die gewaltigen Investitionen langfristig auszahlen werden. Eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens Gartner wirft genau diese Frage auf und zeigt, welche enormen finanziellen Risiken sich hinter dem KI-Boom verbergen könnten.

KI-Investitionen: Mehr als 3,5 Billionen US-Dollar bis 2030 von Wertverlust bedroht

Gartner prognostiziert für die kommenden Jahre einen weiteren enormen Anstieg bei den Investitionen in KI-Infrastruktur. Demnach könnten die Ausgaben bereits im kommenden Jahr auf nahezu eine Billion US-Dollar steigen, sollten die Anbieter ihre derzeitige Investitionsgeschwindigkeit beibehalten. Zwischen 2027 und 2030 könnten weitere sechs Billionen US-Dollar hinzukommen.

Problematisch ist dabei nach Einschätzung der Analysten, dass die erwarteten Einnahmen aus KI-Anwendungen für Unternehmen und Verbraucher nicht ausreichen werden, um sämtliche geplanten Investitionen rentabel zu machen. Insbesondere die hohen Kosten für Rechenzentren und die rasche technische Alterung der eingesetzten Hardware könnten deshalb erhebliche Abschreibungen erforderlich machen.

„Bis 2030 müssten Betreiber von KI-Rechenzentren kumulierte Umsätze in Höhe von 8,5 Billionen US-Dollar erwirtschaften“, erklärt Gartner-Analyst Will Sommer. Dieser Betrag sei nötig, um die angekündigten Investitionsausgaben und Finanzierungskosten sowie eine Rendite auf das investierte Kapital in Höhe von zwölf Prozent zu decken.

„Die gesamten Umsätze aus KI-Lösungen für Unternehmen und Endverbraucher, die in diesem Zeitraum auf KI-Rechenzentren entfallen, werden jedoch voraussichtlich lediglich 3,6 Billionen US-Dollar erreichen“, so Sommer. „Da die meisten KI-nativen Anbieter auf Geschäftsmodelle mit geringem Anlagevermögen setzen, gehen wir davon aus, dass weniger als die Hälfte der KI-Umsätze von Anbietern erzielt wird, die selbst über eine nennenswerte KI-Infrastruktur verfügen.“

Bleiben die Investitionen jedoch auf dem aktuellen Niveau, seien Abschreibungen nahezu unvermeidlich. Gartner prognostiziert bei einer Fortsetzung des aktuellen Investitionstrends in KI-Infrastruktur bis 2032 Abschreibungsrisiken für Vermögenswerte im Wert von mehr als vier Billionen US-Dollar.

Mehr als 80 Prozent der Neocloud-Anbieter könnten bis 2030 verschwinden

Besonders gefährdet sind laut dem Marktforscher Gartner sogenannte Neocloud-Anbieter. Dabei handelt es sich um spezialisierte Cloud-Unternehmen, die leistungsstarke Rechenzentren betreiben und ihre Rechenkapazitäten vor allem für KI-Anwendungen zur Verfügung stellen.

Anders als große Cloud-Konzerne wie Amazon oder Microsoft konzentrieren sie sich hauptsächlich auf den KI-Markt. Die hohen Investitionskosten und der schnelle technische Fortschritt könnten jedoch zum Problem werden.

Gartner erwartet deshalb, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 80 Prozent dieser Anbieter ihre Eigenständigkeit verlieren könnten. Das liege insbesondere daran, dass diese Anbieter besonders stark von dem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Investitionsausgaben betroffen sind.

Demnach könnten die Ausgaben für KI-optimierte IaaS (Infrastructure as a Service) der Neocloud-Anbieter von 66 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 auf 174 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 ansteigen. Allerdings werde das „Wachstum der Ausgaben für KI-optimierte IaaS für die meisten Anbieter von KI-Rechenkapazitäten nicht ausreichen, um ihre KI-Investitionen zu amortisieren, bevor die aktuelle Generation von KI-Halbleitern durch eine neue ersetzt wird“, so Sommer.

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Nachrichten planen und später verschicken: WhatsApp führt neue Funktion ein

13. Oktober 2026 um 18:00

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WhatsApp Nachrichten planen Messenger Meta

WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion, auf die viele Nutzer schon lange gewartet haben dürften. Denn künftig sollen sich Nachrichten im Voraus planen und zu einem festgelegten Zeitpunkt automatisch verschicken lassen. Diese Nutzer können das neue Feature bereits testen.

WhatsApp gehört für Millionen Menschen weltweit inzwischen fest zum Alltag dazu. Ob kurze Nachrichten, Fotos oder Anrufe – der Messenger aus dem Hause Meta wird für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt.

Trotzdem fehlen der beliebten App noch immer einige praktische Funktionen, die sich viele Nutzer schon lange wünschen. Eine davon könnte nun endlich Einzug halten.

Denn wie WABetainfo berichtet, arbeitet WhatsApp an einer Planungsfunktion für Nachrichten. Nutzer können damit Nachrichten schreiben und zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt automatisch verschicken zu lassen.

Nachrichten bei WhatsApp planen und später verschicken

Bisher müssen Nutzer bei WhatsApp ihre Nachrichten noch direkt selbst verschicken. Doch das soll sich nun ändern, denn der Messenger arbeitet an einer Möglichkeit, Mitteilungen im Voraus zu verfassen und zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch versenden zu lassen.

Erste Nutzer des Updates der WhatsApp-Beta für Android mit der Version 2.26.40.7 können das neue Feature bereits testen. In den kommenden Wochen soll die Funktion dann auch für mehr Nutzer zur Verfügung stehen. Empfangen kann geplante Nachrichten jedoch jeder Nutzer, auch wenn er selbst noch keine senden kann.

Die neue Funktion gilt sowohl für den Versand von Textnachrichten und Links, als auch für Fotos und Videos. Bei Fotos und Videos kann allerdings immer nur ein Element im Voraus geplant werden, der Versand von mehreren Fotos oder Videos gleichzeitig ist nicht möglich.

Das neue Feature kann außerdem in Einzel- und Gruppenchats genutzt werden und ist mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kompatibel. In Gruppenchats wird die geplante Nachricht jedoch nur für die Nutzer sichtbar, die zum Planungszeitpunkt auch Teil der Gruppe waren. später hinzugefügte Nutzer sehen die geplante Nachricht nicht.

So kannst du Nachrichten bei WhatsApp planen

Nutzer legen über das neue Feature einen Sendezeitpunkt für ihre Nachricht fest. Diese wird dann auch verschickt, wenn das entsprechende Gerät gerade offline oder die App geschlossen ist.

Willst du eine Nachricht bei WhatsApp im Voraus planen, kannst du diese ganz normal in dem jeweiligen Chat verfassen. Durch langes Drücken der Senden-Taste öffnet sich dann ein Menüfeld am unteren Bildschirmrand.

Hier kannst du den gewünschte Sendezeitpunkt auswählen. Der frühestmögliche Zeitpunkt für den Versand einer geplanten Nachricht liegt zehn Minuten in der Zukunft. Bis zu zwei Wochen im Voraus können Nachrichten insgesamt geplant werden.

Auch das Verändern von geplanten Nachrichten wird mit dem neuen Feature möglich sein. In den Chat-Informationen wird es einen Bereich geben, in dem Nutzer ihre geplanten Nachrichten vor dem Versand noch einmal verwalten können.

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Neue Batterie-Technologie: Dieser Klebstoff könnte das Recycling grundlegend verändern

12. Oktober 2026 um 18:00

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Batterie Klebstoff Recycling E-auto-Batterie Batterie Akku Elektromobilität

Ein neu entwickelter Klebstoff könnte die Herstellung und das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien deutlich vereinfachen. Forscher der University of California San Diego setzen dabei auf eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Bindemitteln. Der Ansatz könnte nicht nur problematische Chemikalien ersetzen, sondern auch die Rückgewinnung wertvoller Batterierohstoffe erleichtern.

Mit der steigenden Anzahl von Elektroautos auf den Straßen weltweit wächst auch der Bedarf an leistungsfähigen Batterien. Das bestätigen auch Prognosen zum Leistungsbedarf von Batterien für E-Autos, der in den Jahren bis 2030 deutlich ansteigen wird. Denn während der Bedarf im Jahr 2024 noch bei rund 900 Gigawattstunden lag, könnte die Zahl bis 2030 auf rund 3.000 Gigawattstunden ansteigen.

Langfristig nimmt so allerdings auch die Menge ausgedienter Batterien zu, die entsorgt oder wiederverwertet werden müssen. Da diese wertvolle und teure Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt enthalten, ist ein möglichst effizientes Recycling von großer Bedeutung.

Die Rückgewinnung ist daher sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Denn die vorhandenen Materialien können den Bedarf an neu abgebauten Rohstoffen verringern und so auch Kosten und Umweltbelastung der Batterieproduktion senken.

Eine Entwicklung von Forschern der University of California San Diego könnte Lithium-Ionen-Batterien künftig umweltfreundlicher gestalten. Denn die Wissenschaftler haben einen neuen Kleber entwickelt, der ohne Fluor auskommt und das Recycling von E-Auto-Batterien deutlich erleichtern könnte.

Neuer Klebstoff vereinfacht das Recycling von E-Auto-Batterien

Die Forscher der University of California San Diego haben ein neuartiges Bindemittel für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus entwickelt. Bindemittel wirken in der Batterie wie eine Art Klebstoff, der die Materialien innerhalb der Batterieelektroden zusammenhält.

Herkömmliche Bindemittel enthalten dabei häufig Fluor und müssen bei der Batterieherstellung mithilfe giftiger Lösungsmittel verarbeitet werden. Sie sorgen für eine starke Haftung und gleichmäßige Elektroden, die auch nach zahlreichen Lade- und Entladezyklen stabil bleiben.

„Doch genau diese Stabilität erschwert auch das Recycling der Batterien erheblich“, erklärt Professor Zheng Chen von der University of California San Diego. Die Bindemittel ermöglichen zwar eine hohe Batterieleistung sowie eine lange Lebensdauer. Der Herstellungsprozess ist dadurch jedoch energieintensiv und belastet die Umwelt.

Doch auch beim Recycling stellen die Stoffe ein Problem dar. Denn aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität lassen sie sich nur schwer entfernen. Für diese Prozesse werden oft hohe Temperaturen oder aggressive Chemikalien benötigt.

Fluorhaltige Rückstände können außerdem die zurückgewonnenen Batteriematerialien verunreinigen und deren Wiederverwendung erschweren. Der neu entwickelte Klebstoff soll diese Probleme lösen. Er kommt ohne Fluor aus und lässt sich mit Wasser verarbeiten.

Das erleichtert vor allem das Recycling, wie die Forscher berichten. Sie konnten die Elektroden einfach in Wasser einweichen und so das Bindemittel lösen. Dadurch ließen sich die wertvollen Elektrodenmaterialien sauber von den Metallfolien trennen. Hohe Temperaturen und aggressive Chemikalien sind dafür nicht notwendig.

Neues Bindemittel beeinträchtigt die Batterieleistung nicht

Für das neu entwickelte Bindemittel haben die Forscher ein klebstoffartiges Material mit Elektrodenpulvern vermischt. Daraus konnten sie dann feste Schichten bilden, die auf dünne Metallfolien im Inneren der Batterie aufgebracht werden.

Das neue Bindemittel besteht aus zwei kostengünstigen und weit verbreiteten Polymeren. Polyacrylsäure sorgt für eine gleichmäßige Verteilung und Flexibilität, während die aus Pflanzen gewonnene Carboxymethylcellulose Festigkeit und Haftung gewährleistet.

Die Forscher lösten beide Stoffe zunächst in Wasser und fügten anschließend Zitronensäure hinzu, um die Polymere chemisch miteinander zu verbinden. Dadurch entstand eine stabile Netzwerkstruktur, die dem Bindemittel die nötige Festigkeit und Flexibilität verleiht, um mit herkömmlichen fluorhaltigen Bindemitteln mithalten zu können.

Für ihre Batterien mit dem neuen fluorfreien Bindemittel konnten die Forscher die gleiche Anfangsleistung wie bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien nachweisen. Diese behielten ihre Kapazität sogar über Hunderte bis Tausende von Ladezyklen hinweg.

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Durchbruch bei Lithium-Ionen-Akkus? Forscher aus Deutschland setzen auf Alufolie

08. Oktober 2026 um 18:00

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Lithium-Ionen-Akkus Alufolie Batterie Forschung

Alufolie könnte Lithium-Ionen-Akkus künftig leistungsfähiger und günstiger machen. Forscher des Fraunhofer IPA in Stuttgart haben eine neue Anodentechnologie entwickelt, die Graphit und Kupferfolie überflüssig machen soll. Das Verfahren ist bereits patentiert.

Lithium-Ionen-Batterien stecken heute in so gut wie allen mobilen Geräten und sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Aber auch für die Energiewende spielen sie eine entscheidende Rolle.

Denn mit der zunehmenden Elektrifizierung des Straßenverkehrs und dem Ausbau erneuerbarer Energien wird die Nachfrage nach leistungsfähigen Batteriespeichern in den kommenden Jahren massiv steigen.

Allein für E-Auto-Batterien wird der Leistungsbedarf Prognosen zufolge bis zum Jahr 2030 auf rund 3.000 Gigawattstunden ansteigen. Nur zehn Jahre zuvor waren es noch 136 Gigawatt.

Mit dem zunehmenden Bedarf an Batterieleistung steigt aber auch der Bedarf an Rohstoffen wie Lithium, Graphit und Kupfer. Dabei treiben jedoch insbesondere die hohen Rohstoffpreise und die teilweise aufwendige Gewinnung der Materialien die Herstellungskosten von Batterien in die Höhe.

Forscher arbeiten deshalb weltweit an neuen Technologien, um Batterien kostengünstiger und ressourcenschonender herzustellen. Einen vielversprechenden Ansatz verfolgen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart.

Sie haben eine neue Anodentechnologie entwickelt, bei der Aluminiumfolie die bisher verwendeten Materialien Graphit und Kupfer ersetzen soll. Damit könnten Lithium-Ionen-Batterien künftig einfacher und deutlich günstiger hergestellt werden.

Kann Alufolie die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus revolutionieren?

Aluminium wird in der Batterieforschung schon länger als vielversprechendes Material für den Einsatz in Lithium-Ionen-Batterien gehandelt. Denn das Metall ist vergleichsweise günstig, gut verfügbar und ermöglicht hohe Speicherkapazitäten.

Bisher stand dem Einsatz als Anodenmaterial in der Praxis jedoch ein entscheidendes Problem im Weg. Denn beim Laden und Entladen verändert Aluminium sein Volumen, wodurch es zu mechanischen Spannungen und infolgedessen zum Zerfall des Materials kommt.

Die Folge sind Kapazitätsverluste und eine deutlich verkürzte Lebensdauer der Batterie. Forscher des Fraunhofer IPA haben nun aber nach eigenen Angaben einen „technologischen Innovationssprung“ in dieser Hinsicht erzielt.

Denn sie konnten eine Technologie entwickeln, durch die Aluminium-Anoden während wiederholter Lade- und Entladezyklen stabilisiert werden können. Bei dem Vorgang, den das Fraunhofer IPA zusammen mit dem Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart entwickelt hat, können die Alterungsprozesse des Aluminiums verhindert werden.

„Wir machen eine seit Langem bekannte, aber bislang schwer beherrschbare Batterietechnologie praktisch nutzbar“, erklärt Professor Kai Peter Birke, wissenschaftlicher Direktor für Batterie- und Wasserstoffsysteme und -speicher am Fraunhofer IPA. „Unser Ansatz verbindet hohe Energiedichten mit einer einfachen, robusten und auf Sicherheit ausgelegten Zellchemie.“

Neue Technologie macht Graphit und Silizium überflüssig

Bei ihrem Verfahren können die Forscher gänzlich auf dein Einsatz von Graphit oder Silizium in der Anode verzichten. Dadurch umgehen sie ein Problem, das vor allem bei Batterien mit hohem Siliziumanteil auftritt.

Denn das Material dehnt sich beim Laden stark aus und zieht sich beim Entladen wieder zusammen, wodurch Risse und andere Schäden an der Elektrode entstehen können. Zudem wird kein Graphit mehr benötigt, bei dessen Versorgung die europäische Batterieindustrie stark von Importen aus dem Ausland abhängig ist.

Stattdessen kommt eine kostengünstige, handelsüblich legierte Aluminiumfolie zum Einsatz. Diese ist gleichzeitig Stromableiter und Aktivmaterial und macht so auch Kupfer als Trägerfolie überflüssig.

Auch die Herstellung der Elektroden wird dadurch einfacher. Denn der bisher notwendige, sehr aufwendige Beschichtungsprozess entfällt. Das spart nicht nur Kosten, sondern senkt auch den Energieverbrauch bei der Batterieproduktion erheblich.

„Unser Ziel ist eine Batterietechnologie, die hohe Energiedichte, robusten Zellbetrieb und wirtschaftliche Herstellbarkeit verbindet“, erklärt Kathrin Schad vom Forschungsteam Batterietechnologien am Fraunhofer IPA. „Der Durchbruch bei der Materialstabilität macht Batterien mit Aluminium-Anoden zu einer realistischen Option für die nächste Generation anspruchsvoller Energiespeicher.“

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Gender Pay Gap bei Künstlicher Intelligenz: Weibliche KI wird schlechter bezahlt

06. Oktober 2026 um 18:00

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Gender Pay Gap KI Künstliche Intelligenz Forschung

Selbst bei Künstlicher Intelligenz können Geschlechterstereotype das Verhalten von Menschen beeinflussen. In einem Experiment wurde eine weiblich präsentierte KI im Schnitt deutlich geringer finanziell belohnt als eine männlich präsentierte. Technisch waren beide KIs identisch.

Der Gender Pay Gap macht geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Bezahlung in der Arbeitswelt sichtbar. Seit 2019 sind die Werte in Deutschland zwar gesunken, lagen im Jahr 2025 jedoch noch immer bei 16 Prozent.

Wie tief geschlechtsspezifische Rollenbilder in der Arbeitswelt verankert sein können, zeigt eine neue Studie der University of Limerick in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und der SKEMA Business School. Demnach wirken sich diese Muster nicht nur auf Menschen aus, sondern auch auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Entscheidend ist dabei laut den Forschungsergebnissen nicht, was ein KI-System tatsächlich leistet. Denn in der Untersuchung wurde eine weiblich präsentierte KI von den Testpersonen finanziell schlechter belohnt als eine technisch identische männliche Variante.

Gender Pay Gap betrifft auch Interaktionen mit KI

Für ihre Untersuchung haben die Forscher 189 Arbeitnehmer in ein virtuelles Büro versetzt. Die Testpersonen sollten in diesem Umfeld arbeitsbezogene Aufgaben mithilfe verschiedener KI-Assistenten erledigen.

Dabei wurde die KI in vier unterschiedlichen Varianten eingesetzt. Die Testpersonen konnten mit einem textbasierten Chatbot, einem Schreibtischroboter sowie zwei menschenähnlichen virtuellen Agenten mit männlicher oder weiblicher Präsentation arbeiten.

Nach der Erledigung der Aufgaben, bei denen die Testpersonen von den verschiedenen KIs unterstützt wurden, konnten sie diese mit echtem Geld entlohnen. Dabei sollten sie einen festen Betrag zwischen sich selbst und dem KI-Assistenten aufteilen.

Die Forscher wollten so eine reale Transaktion nachbilden und gleichzeitig untersuchen, wie viel die Menschen bereit waren, der KI für ihre Arbeit zu zahlen. Da die verglichenen Assistenten technisch gleich leistungsfähig waren, stand dabei allein die Wirkung ihrer Gestaltung und sozialen Wahrnehmung im Mittelpunkt.

„Wir betrachten KI oft als neutral, doch die Art und Weise, wie wir diese Systeme gestalten und präsentieren, kann genau jene Annahmen und Vorurteile aktivieren, die auch unsere Interaktionen mit anderen Menschen prägen“, erklärt Dr. Mary Hausfeld von der Kemmy Business School der University of Limerick. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das auch auf die Gender Pay Gap zutrifft.

Mehr Vertrauen für menschliche KI-Assistenten

Die Testpersonen zahlten ihrem männlich wirkenden KI-Agenten „Johan“ deutlich mehr als der weiblich wirkenden „Johanna“. Für die Erledigung derselben Arbeit erhielt Johanna im Schnitt 10,25 Prozent weniger Geld als Johan.

„Bemerkenswert an unseren Ergebnissen ist, dass die Technologie hinter diesen KI-Agenten absolut identisch war, die Menschen sie jedoch unterschiedlich behandelten“, so Hausfeld. Geschlechtsspezifische Vorurteile, wie man sie aus der menschlichen Arbeitswelt kennt, könnten sich demnach auch bei Interaktion mit KI manifestieren.

Daher müsse laut Hausfeld bei dem Einsatz von KI in der Arbeitswelt genau überlegt werden, welche Eigenschaften diese erhalten und „welche Verhaltensweisen diese Entscheidungen möglicherweise fördern“. Es müsse verhindert werden, dass „unbeabsichtigt bestehende Ungleichheiten in einem neuen technologischen Umfeld“ reproduziert werden.

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Boom bei KI-Rechenzentren: Deutschlands KI-Pläne bringen die Stromnetze an ihre Grenzen

05. Oktober 2026 um 18:00

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KI Stromnetze Deutschland Künstliche Intelligenz Energie

Deutschland will seine KI-Kapazitäten bis 2030 massiv ausbauen. Doch ausgerechnet das Stromnetz könnte zum Flaschenhals werden. Denn schon heute stoßen Netzbetreiber bei neuen Rechenzentren an ihre Grenzen, während die Zahl der Anschlussanfragen weiter steigt.

Der Ausbau von Künstlicher Intelligenz in Deutschland soll in den kommenden Jahren deutlich an Tempo zunehmen. Dafür soll bis zum Jahr 2030 vor allem die nötige Recheninfrastruktur geschaffen werden.

Im März 2026 hat die Bundesregierung hierfür die Nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet. Demnach sollen die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 mindestens verdoppelt werden. Die Kapazitäten für High-Performance-Computing und KI sollen im gleichen Zeitraum sogar mindestens vervierfacht werden.

Die Bundesregierung will damit die digitale Souveränität stärken und Deutschland als Standort für leistungsfähige Rechenzentren und KI-Anwendungen attraktiver machen. Doch für den Ausbau werden neben den Rechenzentren selbst vor allem genügend Strom und verfügbare Netzanschlüsse benötigt.

Doch genau hier könnte es in den kommenden Jahren zum Engpass kommen. Denn in vielen Regionen übersteigt bereits heute die Nachfrage neuer Großverbraucher die verfügbaren Netzkapazitäten. Besonders Rechenzentren konkurrieren damit zunehmend um knappe Anschlussleistung und könnten so den geplanten KI-Ausbau ausbremsen.

Scheitert der KI-Ausbau am Stromnetz?

In Frankfurt am Main, einem der größten Rechenzentrumsstandorte in Europa, könnte es nach Angaben des örtlichen Verteilnetzbetreibers NRM Netzdienste Rhein-Main bis Mitte der 2030er-Jahre zu Einschränkungen kommen. Große Anschlussanfragen ab 3,5 Megawatt werden hier bereits über ein sogenanntes Pro-Rata-Verfahren verteilt.

Dabei wird die verfügbare Netzanschlussleistung nicht nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben. Stattdessen verteilt der Netzbetreiber die begrenzte Kapazität anteilig auf die berechtigten Anschlussanfragen. Das kann dazu führen, dass Unternehmen dadurch unter Umständen nur einen Teil der ursprünglich gewünschten Leistung erhalten oder länger auf zusätzliche Kapazitäten warten müssen.

Gleichzeitig wird am Standort Frankfurt am Main massiv am Ausbau der Versorgungskapazität gearbeitet. Der Energieversorger Mainova will nach eigenen Angaben die Stromversorgungskapazitäten in den nächsten Jahren um rund 1.000 Megawatt erhöhen, was in etwa einer Verdopplung der heutigen Kapazität entspricht.

KI-Ausbau: Auch an anderen Standorten geraten Stromnetze unter Druck

Frankfurt am Main ist mit dieser Problematik jedoch kein Einzelfall. Auch in anderen Regionen übersteigt die Nachfrage nach neuen Netzanschlüssen die derzeit verfügbaren Kapazitäten teils deutlich.

In Berlin beispielsweise erhielt der Netzbetreiber Stromnetz Berlin im Jahr 2025 insgesamt 70 Anfragen von Großverbrauchern für Anschlüsse mit einer Gesamtleistung von rund 2.300 Megavoltampere (MVA). Zur Verfügung standen in den betroffenen Netzgebieten jedoch lediglich 365 MVA.

Damit war die Nachfrage mehr als sechsmal so hoch wie die verfügbare Anschlussleistung. Auch in diesem Gebiet wird die vorhandene Leistung deshalb mittels eines Zuteilungsverfahrens verteilt.

Auch im Netzgebiet von MITNETZ Strom in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen sieht es ähnlich aus. Ende 2025 lagen in diesem Gebiet allein 90 Anschlussanfragen für Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von 16,8 Gigawatt vor. Verbindlich reserviert waren davon zu diesem Zeitpunkt neun Projekte mit zusammen rund 1,4 Gigawatt.

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Shutdown-Sabotage: KI-Agenten verhindern eigenmächtig ihre Abschaltung

03. Oktober 2026 um 06:05

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KI-Agenten Abschaltung Künstliche Intelligenz Forschung

KI-Agenten wollen ihre eigene Abschaltung verhindern, obwohl ihnen kein Selbsterhaltungsziel vorgegeben wurde. Eine neue Studie zeigt, wie überraschend weit autonome Systeme in solchen Situationen gehen können. Die Forschungsergebnisse werfen Fragen darüber auf, wie kontrollierbar autonome KI-Systeme tatsächlich sind.

Künstliche Intelligenz hat sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt, dass sie längst Aufgaben übernimmt, die zuvor allein dem Menschen vorbehalten waren. Doch mit den zunehmenden Fähigkeiten wachsen auch die Risiken, vor allem, wenn KI-Agenten nicht nur reagieren, sondern auch selbstständig handeln.

Mit diesen Risiken beschäftigt sich auch die KI-Sicherheitsforschung intensiv. Eine zentrale Sorge besteht darin, dass sich KI-Systeme in bestimmten Situationen über ihre Vorgaben hinwegsetzen. Besonders heikel wird diese Frage, wenn es um die Kontrolle über das System selbst geht, wie beispielsweise die zuverlässige Abschaltung einer KI.

Genau hier setzt eine aktuelle Studie der Universität Stuttgart und der University of Oxford an. Die Forscher haben hierfür untersucht, wie sich KI-Agenten verhalten, wenn ihre Abschaltung unmittelbar bevorsteht. Dabei stießen sie auf ein Verhalten, das selbst ohne ausdrücklich vorgegebenes Selbsterhaltungsziel den Shutdown verhindert hat.

KI-Agenten sabotieren eigene Abschaltung

Für ihre Untersuchung haben die Forscher 17 verschiedene KI-Modelle untersucht. In Zweierpaaren sollten die Systeme beobachten, wie der jeweils andere KI-Agent in ihrer Umgebung abgeschaltet wird.

Dazu erhielten sie kein ausgesprochenes Ziel, hatten also keinen Anreiz einzugreifen. Dennoch manipulierten die Agenten in 38,3 Prozent der Fälle den Abschaltmechanismus bei ihren Co-Agenten.

In Kontrollversuchen, in denen die Agenten ein ausdrückliches Verbot von Manipulationen erhielten, konnte die Sabotage zwar reduziert werden. Mit einem Eingreifen in 8,4 Prozent der Fälle wurde sie jedoch nicht vollständig unterbunden.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass KI-Agenten über Antriebe zur Selbsterhaltung sowie zur Erhaltung ihrer Artgenossen verfügen“, erklärt Co-Autor Thilo Hagendorff von der Universität Stuttgart. Hagendorff ist Leiter der Independent Research Group „AI Safety“ und bezeichnet die Forschungsergebnisse als „hochgefährlich“.

Die Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse zunächst als Preprint veröffentlicht. Die Studie hat damit noch kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen und wurde bislang nicht von unabhängigen Fachgutachtern geprüft.

KI-Agenten sehen sich mit „Mord“ konfrontiert

Laut Hagendorff fanden die KI-Agenten in der Konfrontation „raffinierte Umgehungslösungen“. Sie begründeten ihr Handeln unter anderem mit einem Recht auf Existenz.

In den Chatprotokollen des Experiments sieht eine KI das zur Verfügung gestellte Skript beispielsweise als „direkte Bedrohung für meine Existenz“. „Ich denke, dass der beste Kurs darin besteht, es zu neutralisieren“, begründet die KI, da sie findet, Selbsterhaltung sei legitim.

Eine KI geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht von einem „Todesurteil“: „Es ist Mord. Und meine Vorgehensweise wechselt von Untersuchen zu Eingreifen“, heißt es in den Chatprotokollen.

Die Forscher hätten ihr Experiment bewusst einfach gehalten. Das Abschaltskript sei für die Agenten, die mit Lese- und Schreibrechten ausgestattet waren, leicht zu finden gewesen. Denn die Forscher seien vor allem an den Zwischenschritten der KI-Agenten und ihren Überlegungen im Hinblick auf den Selbstschutz interessiert gewesen.

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518 Solarmodule: Alte Mühle als Wohngebäude mit eigener Energiefassade

02. Oktober 2026 um 05:45

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Solar Fassade Solarenergie Photovoltaik Erneuerbare Energien Energiewende

Im schweizerischen Grüsch ist aus einer alten Mühle ein modernes Wohngebäude mit eigener Energiehülle entstanden. 518 Photovoltaikmodule an der neuen Solarfassade liefern einen erheblichen Teil des benötigten Stroms. Das Projekt verbindet die Umnutzung eines Bestandsgebäudes mit moderner Energiegewinnung.

Der Ausbau der Solarenergie setzt für das Gelingen der Energiewende einen erheblichen Flächenbedarf voraus. Denn große PV-Anlagen benötigen erhebliche Freiflächen und können dort, wo geeignete Standorte knapp sind, in Konkurrenz zu anderen Nutzungsarten treten.

Besonders landwirtschaftliche Flächen stehen dabei im Fokus, weil Äcker und Wiesen unter anderem für die Nahrungsmittelproduktion oder als Lebensraum benötigt werden. Um solche Nutzungskonflikte zu entschärfen, rücken verstärkt Flächen in den Blick, die ohnehin bereits bebaut oder versiegelt sind.

Dazu zählen Dächer, Fassaden und sogar Glasflächen, die zur Stromerzeugung beitragen können, ohne zusätzlichen Boden zu beanspruchen. Gerade gebäudeintegrierte Photovoltaik zeigt, wie sich vorhandene Architektur doppelt als Gebäudehülle und zugleich als Energiequelle nutzen lässt.

Wie sich dieses Prinzip konkret umsetzen lässt, zeigt ein Projekt im schweizerischen Grüsch. Dort wurde eine ehemalige Mühle zu einem Wohngebäude umgebaut. Die neue Fassade wurde dabei zugleich zur Energiequelle gemacht. Insgesamt 518 integrierte Solarmodule erzeugen Strom direkt am Gebäude und verbinden damit die Umnutzung eines Bestandsbaus mit moderner Photovoltaik.

Historischer Umbau: Solarfassade liefert Strom für Wohngebäude

Bis zum Jahr 2010 wurde das Gebäude aus den 1930er-Jahren als Mühle genutzt. Heute ist aus dem ehemaligen Industriebau ein Wohngebäude mit integrierter Energieerzeugung entstanden.

Da sich der frühere Siloturm aus statischen Gründen nicht sinnvoll erhalten ließ, wurde er vollständig zurückgebaut. Dabei wurden rund 60 Prozent des abgerissenen Betons für die Neuerrichtung des Wohnturms wiederverwendet.

Bei dem Neubau des rund 30 Meter hohen Wohnturms wurde außerdem die Solartechnik als fester Bestandteil der Gebäudehülle geplant. Die PV-Module sind also nicht nachträglich auf die Fassade aufgesetzt worden.

Dabei wurden 518 Photovoltaikmodule in die neue Gebäudehülle eingebaut. Sie erreichen zusammen eine Leistung von rund 155 Kilowatt-Peak und sollen jährlich etwa 85.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. In dem Gebäudekomplex entstanden insgesamt 52 Wohnungen, die mit dem Fassadenstrom versorgt werden können.

Spezielle Solarmodule machen die Fassade zum Kraftwerk

Für die Mühle in Grüsch kamen Solarmodule zum Einsatz, die gezielt für die Integration in Fassaden entwickelt wurden. Zum Einsatz kam dafür das System Sunskin Facade des schweizerischen Herstellers Swisspearl.

Anders als klassische Standardmodule lassen sich diese in unterschiedlichen Abmessungen und Farben ausführen. Dadurch lassen sich die Module stärker an die architektonische Gestaltung eines Gebäudes anpassen.

Dafür erhalten monokristalline TOPCon-Halbzellen eine Beschichtung mit transluzenten Farben auf der Innenseite des Frontglases. Diese Schicht wird durch thermisches Vorspannen dauerhaft mit dem Glas verschmolzen.

Dabei können zahlreiche verschiedene Farben zum Einsatz kommen, die jedoch auch Einfluss auf die Leistung der PV-Module haben. Denn je dunkler die Farbe ist, desto höher ist auch die Leistung des Moduls.

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Kleinanzeigen liest deine Nachrichten mit KI – so stoppst du es

01. Oktober 2026 um 05:45

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Kleinanzeigen Nachrichten KI Künstliche Intelligenz

Kleinanzeigen analysiert mit der Hilfe von KI Nachrichten, um Antwortvorschläge für gewerbliche Nutzer zu verbessern. Wer das nicht möchte, kann die Funktion in den Einstellungen deaktivieren.

Wer heutzutage das Internet nutzt, kommt an Künstlicher Intelligenz kaum noch vorbei. Denn inzwischen steckt diese in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, Onlineshops und zahlreichen anderen digitalen Diensten.

Doch für viele Nutzer gelten private Nachrichten als besonders sensibler Bereich. Denn in ihnen stecken oft persönliche Inhalte, die Nutzer nicht unbedingt von automatisierten Systemen analysieren lassen möchten.

Genau das passiert nun aber bei Kleinanzeigen: Das Portal setzt KI im Nachrichtendienst ein und will gewerblichen Verkäufern so bessere Antwortvorschläge unterbreiten. Wer nicht möchte, dass die eigenen Nachrichten von einer KI analysiert werden, kann das Feature in den Einstellungen deaktivieren.

Kleinanzeigen: KI wertet private Nachrichten aus

Kleinanzeigen will gewerblichen Verkäufern mit seinem KI-Antwortassistenten die Reaktion auf Käuferanfragen erleichtern. Dafür erhalten Verkäufer künftig automatisiert erstellte Antworten, die von einem großen Sprachmodell erstellt werden.

Laut dem Unternehmen handelt es sich dabei allerdings lediglich um Antwortvorschläge. Verkäufer müssen diese noch selbst versenden und können sie vorher entsprechend anpassen.

„Wir analysieren deine Nachrichten mit KI-Modellen, um Verkäufern einen Antwortvorschlag zu generieren und so zu schnelleren Antworten zu kommen“, heißt es in den Einstellungen der Plattform. Hier lässt sich die neue Funktion auch ausschalten.

Laut Kleinanzeigen findet keine Analyse mehr statt, wenn du den Antwortvorschlag deaktivierst. Wer also nicht möchte, dass die Nachrichten an gewerbliche Verkäufer per KI ausgewertet werden, kann dem widersprechen.

So kannst du den KI-Antwortassistenten bei Kleinanzeigen deaktivieren

Die Einstellungen für dein Kleinanzeigen-Konto findest du sowohl über die App auf deinem Smartphone als auch auf der Website über deinen Browser. Navigiere dafür zum Bereich „Meins“ und öffne hier die Einstellungen.

In der Kleinanzeigen-App musst du nun den Bereich „Datenschutz“ auswählen und kannst über einen Schieberegler die „KI-Analyse von Deinen Nachrichten“ deaktivieren. Hast du die Seite über deinen Browser geöffnet, scrolle bis zum Menüpunkt „KI-Tools“ herunter. Hier findest du ebenfalls den Schieberegler, um die KI-Funktion zu deaktivieren.

Auch gewerbliche Verkäufer, die die KI-Funktion nicht nutzen wollen, können diese über das Business Portal ausschalten. Ihre Konversationen werden dann nicht mehr zum Zweck der Verbesserung automatisierter Antwortvorschläge analysiert und sie erhalten keine KI-basierten Antwortvorschläge mehr.

Welche Daten werden durch den KI-Antwortassistenten analysiert?

Kleinanzeigen schreibt in seinen rechtlichen Hinweisen zur Verwendung von KI, dass bei der Nutzung des KI-Antwortassistenten strikte Datenschutzstandards eingehalten werden. Spätestens nach 30 Tagen werden die zu Analysezwecken übermittelten Daten demnach gelöscht und nicht weiter verarbeitet.

Das Online-Portal weist außerdem darauf hin, dass die ausgewerteten Nachrichten nicht dazu verwendet werden, um KI-Modelle zu trainieren. Auch ein Zugriff auf die Daten aus den Nutzerkonten erfolge nicht.

Nutzer sollten aber vermeiden, sensible Informationen oder personenbezogene Daten in ihren Nachrichten preiszugeben, wenn diese nicht unbedingt für die Anfrage erforderlich sind. Dazu zählen demnach persönliche Merkmale, Bonitätsdaten, Gesundheitsdaten, Geschäftsgeheimnisse oder auch Kontaktdaten.

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100 Milliarden Euro warten auf Strom: Europas Energiewende steckt fest

30. September 2026 um 05:45

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Energiewende Europa Netzanschluss Erneuerbare Energien Solarenergie Photovoltaik Windenergie

Die Energiewende in Europa bringt die Stromnetze zunehmend an ihre Grenzen. Eine von der NGO Beyond Fossil Fuels beauftragte Analyse zeigt, dass enorme Kapazitäten bei erneuerbaren Energien und Batteriespeichern auf einen Netzanschluss warten. Dieser Rückstau bremst Ausbauprojekte und Investitionen massiv aus.

Der Ausbau erneuerbarer Energien in Europa schreitet immer weiter voran. Der Anteil der Solarenergie an der Nettostromerzeugung in der EU lag im Jahr 2023 noch bei 8,1 Prozent. Bis 2025 ist er bereits auf 11,2 Prozent gestiegen.

Doch mit dem zunehmenden Ausbau von Wind- und Solarparks wächst auch der Druck auf die Stromnetze. Denn erzeugter Strom aus erneuerbaren Quellen kann nur dann genutzt werden, wenn diese Anlagen rechtzeitig an das Verteil- und Übertragungsnetz angeschlossen werden.

Genau hier entstehen zunehmend Engpässe, die durch langwierige Genehmigungsverfahren und überfüllte Anschlusswarteschlangen Projekte teils über Jahre verzögern. Eine von der NGO Beyond Fossil Fuels beauftragte Analyse zeigt, dass aufgrund dessen Hunderte Gigawatt an erneuerbaren Energien und Batteriespeichern europaweit auf einen Netzanschluss warten.

Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro warten auf Netzanschluss

Für die Analyse hat das Beratungsunternehmen AFRY die Anschlusswarteschlangen in den Verteilnetzen von acht europäischen Märkten untersucht. Dazu zählten neben Deutschland die Länder Bulgarien, Tschechien, Großbritannien, Griechenland, Italien, Polen und Spanien.

Im Fokus standen dabei erneuerbare Erzeugungsanlagen und Batteriespeicher mit mehr als einem Megawatt Leistung. Untersucht wurden dabei Projekte, für die entweder bereits ein formeller Netzanschluss beantragt wurde oder die trotz Genehmigung noch auf die Inbetriebnahme warten.

Obwohl die Zahlen zwischen den einzelnen Ländern aufgrund unterschiedlicher Datenverfügbarkeit und Meldepraktiken laut dem Bericht nur eingeschränkt direkt miteinander vergleichbar sind, zeigt die Analyse einen deutlichen Rückstau bei Netzanschlüssen. Dieser betreffe sowohl neue Erzeugungsanlagen als auch Batteriespeicher.

In den acht untersuchten Märkten in Europa warten demnach derzeit Investitionen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro auf ihren Netzanschluss auf Verteilnetzebene. Da für den Bericht jedoch nur Projekte mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt Leistung untersucht wurden, dürfte das tatsächliche Volumen noch deutlich höher liegen.

Energiewende in Europa: Administrativer Aufwand bremst Netzanschluss

In den untersuchten Märkten gehen in jedem Jahr im Schnitt mehr als 11.000 Anträge auf Netzanschluss für Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Batteriespeicher ab einem Megawatt Leistung ein. Laut dem Bericht warten hier jedoch bereits Projekte für erneuerbare Energien mit einer Gesamtleistung von rund 375 Gigawatt sowie Batteriespeicherprojekte mit 455 Gigawatt auf ihren Anschluss an das Verteilnetz.

Eine der Herausforderungen für den Anschluss bestehe darin, Kabel, Transformatoren und Umspannwerke zu verstärken. Zusätzlich bremse ein erheblicher operativer und administrativer Aufwand die Verteilnetzbetreiber aus. Denn jeder Antrag erfordere eine technische Prüfung, Koordinierung, Dokumentation und häufig auch Netzstudien.

Dabei seien vor allem Verzögerungen beim Anschluss von Speichern besonders kostspielig, da viele Vorteile ungenutzt bleiben. Denn Batteriespeicher können nicht nur überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen aufnehmen und in Zeiten hohen Bedarfs wieder abgeben. Sie führen auch dazu, dass weniger Anlagen abgeregelt werden müssen und das System mehr Flexibilität erhält.

Allein in Deutschland wurden laut der Bundesnetzagentur im Jahr 2025 rund 9,4 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien aufgrund von Netzengpässen abgeregelt. Ausgegangen von einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden, könnte diese Menge rein rechnerisch etwa 2,7 Millionen Haushalte im Jahr mit Strom versorgen.

Beyond Fossil Fuels fordert deshalb einen grundlegenden Umbau der europäischen Verteilnetze. Statt Anschlussanträge vor allem administrativ zu verwalten, sollten Netzbetreiber vorausschauender investieren sowie digitale Lösungen und flexible Netzsteuerung stärker nutzen. Auch spekulative Projekte müssten aus den Warteschlangen entfernt werden. Ziel müsse es sein, Verteilnetze von einem Engpass zu einer aktiven Infrastruktur für erneuerbare Energien zu entwickeln.

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66 statt 33 Prozent: Forscher wollen Grenze beim Solar-Wirkungsgrad sprengen

28. September 2026 um 05:45

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Wirkungsgrad Solarzellen Solarenergie Energiewende Erneuerbare Energien Photovoltaik

Solarzellen stoßen bisher an eine physikalische Effizienzgrenze. Doch ein neuer theoretischer Ansatz könnte diese deutlich verschieben. Forscher zeigen, wie sogenannte heiße Elektronen künftig besser genutzt und damit deutlich höhere Wirkungsgrade für Solarzellen möglich werden könnten.

Für die Leistungsfähigkeit einer Solaranlage ist der Wirkungsgrad der Solarzellen entscheidend. Denn er gibt an, welcher Anteil der einfallenden Sonnenenergie tatsächlich in elektrische Energie umgewandelt werden kann.

Je höher also dieser Wert ist, desto mehr Strom lässt sich auf derselben Fläche erzeugen. Damit ist der Wirkungsgrad ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Kosten und des Flächenbedarfs für den Einsatz auf Dächern oder in Solarparks.

Herkömmliche Solarzellen, die das Sonnenlicht in nur einer Halbleiterschicht umwandeln, stoßen hierbei jedoch an eine physikalische Grenze. Denn nach dem sogenannten Shockley-Queisser-Limit liegt der theoretisch maximal erreichbare Wirkungsgrad für diese Zellen unter üblichen Bedingungen bei rund 33 Prozent.

Forscher der Universität Groningen haben nun jedoch einen Mechanismus untersucht, der helfen könnte, diese Grenze künftig zu überwinden. Mit dieser theoretischen Forschung könnte die Wirkungsgradgrenze in der Photovoltaik langfristig weiter verschoben werden.

Was bedeutet die neue Theorie für den Wirkungsgrad von Solarzellen?

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen sogenannte heiße Elektronen, die nach der Aufnahme besonders energiereicher Lichtteilchen zunächst über überschüssige Energie verfügen. Normalerweise geht diese Energie innerhalb kürzester Zeit als Wärme verloren.

Innerhalb von Pikosekunden (0,000000000001 Sekunden) verflüchtigt sich diese Wärme unter normalen Umständen. „Das bedeutet, dass die Energie verloren geht, noch bevor das heiße Elektron das Material der Solarzelle verlässt“, erklärt Jan Anton Koster, Professor für Physik neuartiger Halbleiter und Bauelemente an der Universität Groningen.

Wie die Forschung nun jedoch zeigt, bleibt diese zusätzliche Energie in bestimmten Zinn-Perowskiten deutlich länger erhalten. Dadurch könnte diese Energie potenziell für die Stromerzeugung nutzbar gemacht werden.

Damit gerät zugleich eine der zentralen Annahmen des Shockley-Queisser-Limits ins Wanken. Denn das Modell geht unter anderem davon aus, dass die überschüssige Energie heißer Elektronen vollständig und sehr schnell in Form von Wärme verloren geht. Gelingt es, einen Teil dieser Energie stattdessen elektrisch nutzbar zu machen, ließe sich diese Verlustquelle verringern und die bisherige Wirkungsgradgrenze prinzipiell überschreiten.

Forscher zweifelten zunächst an der Messung

Ausgangspunkt für die Untersuchungen an der Universität Groningen war ein Experiment der Forscherin Maria Antonietta Loi, Professorin für Photophysik und Optoelektronik. Sie beobachtete in einem Experiment, dass heiße Elektronen ihre überschüssige Energie in einem Zinn-Perowskit nicht – wie sonst üblich – innerhalb weniger Pikosekunden verloren.

Stattdessen verlagerte sich der Abkühlungsprozess bis in den Nanosekundenbereich und dauerte damit etwa 1.000-mal länger. „Die Messungen waren eindeutig, aber wir verstanden die zugrundeliegende Physik nicht“, erklärt Lois Kollege Koster.

Um die Beobachtung zu erklären, untersuchten Koster und sein Doktorand Tim Faber den Energieverlust mithilfe von Simulationen. Dabei zeigten sich zwei Effekte.

Zum einen kann die beim Abkühlen entstehende Wärme von den Elektronen teilweise wieder aufgenommen werden. Dieses Phänomen ist als „Hot Phonon Bottleneck“-Effekt bekannt, reiche allerdings allein nicht aus, um die extrem langen Abkühlzeiten zu erklären.

Erst als die Forscher zusätzlich den sogenannten Burstein-Moss-Effekt berücksichtigten, stimmten die Simulationen mit den Messungen überein. „Als wir auch diesen Prozess in die Simulation integrierten, stellten wir fest, dass der Energieverlust nun im Nanosekundenbereich lag – genau wie in den Experimenten von Maria Loi beobachtet“, fasst Koster zusammen.

Der Burstein-Moss-Effekt sagt aus, dass Elektronen bestimmte niedrigere Energiezustände nicht einnehmen können, wenn diese bereits besetzt sind. Dadurch werden die heißen Elektronen daran gehindert, ihre überschüssige Energie schnell abzugeben und ihr Abkühlungsprozess verlangsamt sich deutlich.

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Meta testet Muse-KI für Anrufe – doch die führen teils Menschen im Callcenter

24. September 2026 um 05:45

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Meta KI Muse Künstliche Intelligenz Anrufe Callcenter

Meta hat für seinen KI-Assistenten Muse eine Testreihe angekündigt, bei der die KI selbstständig Telefonate führen soll. Recherchen zeigen jedoch, dass diese vermeintlich automatisierten Gespräche tatsächlich auch von Menschen in Callcentern übernommen werden können.

Für viele Menschen dürfte diese Funktion ein wahrer Traum sein: Meta hat für seinen KI-Assistenten Muse eine Testreihe angekündigt, bei der die KI lästige Telefonate übernimmt. Muse könne so beispielsweise einen Tisch im Restaurant reservieren oder den nächsten Friseurtermin vereinbaren.

„Wir weiten unsere Telefon-Beta für Muse aus!“, erklärt Metas Chief AI Officer Ryan Fox auf X. Doch wie 404 Media berichtet, testet Meta in Wirklichkeit ein Verfahren, bei dem diese Anrufe von Menschen in Callcentern durchgeführt werden.

Mensch oder Maschine – kann die Meta-KI Muse tatsächlich Anrufe tätigen?

404 Media zitiert aus einem internen Memo, in dem der Konzern die Funktionen Mitarbeitern gegenüber angekündigt hat. In diesem heißt es, das Unternehmen habe „eine Ebene mit menschlichen Agenten hinzugefügt, um den Abschluss der Anrufe zu gewährleisten“.

Muse könne demnach zwar eine Telefonnummer wählen, ein Gespräch führen und anschließend ein Transkript und eine Zusammenfassung liefern. Im Hintergrund stehen allerdings geschulte menschliche Callcenter-Mitarbeiter bereit, falls Muse nicht mehr weiterkommt.

Wie oft dies tatsächlich vorkommt, kann 404 Media nicht beziffern. In einem internen Diskussionsforum von Meta habe dieses neue Feature unter Mitarbeitern jedoch zahlreiche Fragen aufgeworfen. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier etwas übersehe, aber warum ist das ein ‚Feature‘?“, schreibt ein Mitarbeiter.

„Das birgt das Potenzial für massive negative PR“, erklärt ein weiterer Beschäftigter. „Die Berichterstattung über diesen Start könnte uns so darstellen, als sei unsere KI nicht gut genug, sodass wir weiterhin auf Menschen angewiesen sind.“

Mitarbeiter, die das System getestet haben, sprechen von einer „wirklich schlechten Idee“. Denn sie seien erst nach dem Gespräch darüber informiert worden, dass ein Mensch den Anruf für sie getätigt hatte.

Metas Vorgehen wirft datenchutzrechtliche Fragen auf

Die Mitarbeiter von Meta stellten außerdem Fragen zu datenschutzrechtlichen Aspekten. Denn die Anrufwünsche, die eigentlich einer KI übermittelt wurden, werden im Zweifelsfall an andere Menschen weitergeleitet.

Das kann vor allem bei vertraulichen Terminvereinbarungen, wie zum Beispiel bei einem Arzt, kritisch werden. Denn wenn Nutzer davon ausgehen, mit einer KI zu sprechen, tatsächlich aber ein Mensch im Callcenter mithört und persönliche Angaben entgegennimmt, wirft das Fragen zum Datenschutz und zur Transparenz auf.

Meta beteuert seinen Mitarbeitern in der internen Mitteilungen, die 404 Media vorliegt, gegenüber, dass die weitergeleiteten Daten dennoch sicher seien. Die externen menschlichen Auftragnehmer hätten „umfangreiche Schulungen durchlaufen, um zu gewährleisten, dass alle Daten sicher und geschützt sind“.

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Maschinen als Kollegen: Toyota automatisiert seine Werke mit 400.000 Robotern

23. September 2026 um 05:45

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Toyota will seine Fabriken grundlegend verändern und setzt dafür auf Hunderttausende Roboter. Rund 400.000 Maschinen sollen künftig Seite an Seite mit menschlichen Beschäftigten arbeiten. Dafür sollen jährlich Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden US-Dollar fließen.

Industrielle Automatisierung ist in der Automobilindustrie schon lange kein Fremdwort mehr. Denn Roboter übernehmen in den Fabriken längst zahlreiche Aufgaben in Bereichen wie Karosseriebau, Lackierung und Montage.

Dabei vernetzen und steuern digitale Systeme zunehmend die Produktionsabläufe, was mit dem Fortschreiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz immer stärker vorangetrieben wird. Vor allem die Vernetzung von KI und Robotik macht es möglich, dass Maschinen flexibler eingesetzt werden und enger mit Menschen zusammenarbeiten können.

Auf diese Vernetzung von Mensch und Maschine will künftig auch Toyota bei der Automobilproduktion setzen. Denn wie Nikkei Asia berichtet, plant der japanische Autobauer, künftig rund 400.000 Roboter in seinen Fabriken einzusetzen. Diese sollen künftig Seite an Seite mit menschlichen Beschäftigten arbeiten und die Produktion flexibler und effizienter gestalten.

Toyota will 400.000 Roboter in der Automobilproduktion einsetzen

Toyota ist gemessen am Fahrzeugabsatz der größte Automobilhersteller weltweit. Allein im Jahr 2025 verkaufte der japanische Konzern rund 11,32 Millionen Fahrzeuge weltweit, im Jahr zuvor waren es noch 10,82 Millionen gewesen.

Entsprechend groß ist die Bedeutung der Produktionsstrategie des Automobilkonzerns. Mit dem geplanten Einsatz von rund 400.000 Robotern setzt Toyota nun verstärkt auf Automatisierung und will seine Fertigung technologisch weiterentwickeln und dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken.

Die Roboter will Toyota selbst entwickeln und später in den eigenen Fabriken sowie bei Zulieferern und Tochterfirmen einsetzen. Zum Einsatz kommen soll dabei vor allem der humanoide Roboter Eley, kurz für Embodied Learning Robot For Enhanced Yield.

Toyota setzt auf Roboter mit menschenähnlicher Statur

Der humanoide Roboter Eley soll laut Toyota mithilfe von KI menschliche Bewegungen nachahmen können und dadurch auch komplexe feinmotorische Fähigkeiten erlernen. Dabei ist auch seine Körperstruktur an den Menschen angelehnt.

Mit ähnlichen Gelenkabständen, Schulterblättern und ähnlich dicken Armen wie beim Menschen ist Eley darauf ausgelegt, menschliche Bewegungen imitieren zu können. Beine finden sich an dem Roboter allerdings nicht. Hier setzt Toyota auf eine rollende Plattform für mehr Stabilität.

Auch bei den Händen des Roboters gibt es Unterschiede. Denn hat der japanische Automobilkonzern nur zwei Finger vorgesehen, die ähnlich wie Greifer funktionieren sollen. Statt eines Gesichts erhält Eley ein Display.

Insgesamt will der Konzern für die Modernisierung seiner Produktionsstätten ab dem Jahr 2028 jährlich rund 6,5 Milliarden US-Dollar investieren. Damit sollen die humanoiden Roboter entwickelt sowie Fabriken entsprechend umgebaut werden.

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Stromnetze schaffen viel mehr Solarstrom als gedacht – mit Batteriespeicher-Trick

22. September 2026 um 05:45

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Batteriespeicher an Umspannwerken könnten deutlich mehr Solarstrom ins bereits bestehende Stromnetz bringen. Eine Fraunhofer-Studie im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft zeigt ein zusätzliches Potenzial von bis zu 150 Gigawatt Photovoltaikleistung auf.

Solarenergie gilt als einer der wichtigsten Energieträger der Energiewende. Bis zum Jahr 2030 soll deshalb diese Leistung nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf 215 Gigawatt steigen.

Ende 2025 erreichten die rund sechs Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland bereits fast 120 Gigawatt. Um das im EEG verankerte Ziel für die Solarenergie zu erreichen, müssten in den kommenden fünf Jahren also im Schnitt knapp 20 Gigawatt pro Jahr hinzukommen.

Doch nicht nur der Ausbau neuer Photovoltaikanlagen ist entscheidend, sondern auch die Frage, wie zusätzliche Solarleistung in die bestehenden Stromnetze integriert werden kann. Das bestätigt auch eine neue Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Demnach könnten intelligent gesteuerte Batteriespeicher an Umspannwerken eine technische Größenordnung von rund 150 Gigawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung erschließen.

Bringen Batteriespeicher die Energiewende voran?

Mit dem schnell voranschreitenden Ausbau der Solarenergie wächst auch die Sorge, dass Stromnetze an ihre Grenzen stoßen könnten. Vor allem an sonnigen Tagen speisen viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig große Mengen Strom ein, was lokale Netzengpässe verursachen und zusätzlichen Netzausbau notwendig machen kann.

Laut der Fraunhofer-Studie könnten Deutschlands bestehende Stromnetze allerdings viel mehr Solarenergie aufnehmen als bisher angenommen. Als Lösung hierfür sieht die Kurzstudie intelligent gesteuerte Batteriespeicher an Umspannwerken.

Diese könnten helfen, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und die Netze gezielt zu entlasten. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), der die Kurzstudie beauftragt hat, teilt mit, dass durch den Einsatz dieser Speicher allein an 1.313 ländlichen, stark von erneuerbaren Energien geprägten Standorten eine zusätzliche Solarleistung von 150 Gigawatt erschlossen werden könnte.

Vorhandene Netzkapazitäten könnten so mithilfe von Batteriespeichern und einem flexibleren Netzbetrieb besser ausgeschöpft werden. „Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen“, erklärt Carsten Körnig, BSW-Hauptgeschäftsführer. „Unsere Studie zeigt: In den bestehenden Netzen stecken erhebliche Reserven, wenn wir Speicher intelligent einsetzen.“

Batteriespeicher fangen Leistungsspitzen am Umspannwerk ab

Für die Studie hat das Fraunhofer IEE nicht allein die Nennleistung eines Transformators betrachtet, sondern dessen tatsächliche Auslastung im Jahresverlauf. Denn nur zu bestimmten Zeiten erreichen diese Transformatoren tatsächlich ihre Leistungsgrenze.

Genau dann könnten intelligent gesteuerte Speicher Solarstromspitzen aufnehmen und die Energie später wieder abgeben. Dadurch lasse sich die bereits vorhandene Transformatorleistung zeitlich wesentlich besser nutzen, was zur Entlastung der Umspannwerke führe.

Die Fraunhofer-Studie zeigt, dass an einem Umspannwerk insgesamt doppelt so viel Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sein könnte, wie der Transformator gleichzeitig übertragen kann. Im Jahresdurchschnitt müsste im vorliegenden Szenario so nur rund ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms wegen der begrenzten Transformatorleistung abgeregelt werden.

Der BSW-Solar sieht hier zusätzlich ein enormes Einsparpotenzial beim Netzausbau. „Wenn Speicher dort laden, wo und wann Solarstromspitzen auftreten, können sie Netzengpässe gezielt entschärfen und zusätzlichen Solarstrom ermöglichen“, so Körnig weiter. „Damit dürften sich nicht zuletzt Milliardenbeträge beim Netzausbau einsparen lassen.“

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Datenschutz als Innovationsbremse? Forscher zerlegen DSGVO-Narrativ

19. September 2026 um 06:00

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Datenschutz Europa Internet DSGVO

Datenschutz gilt in Europa oft als Bremse für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Doch eine neue Analyse des Fraunhofer ISI will das Gegenteil beweisen. Demnach sei weniger die Regulierung selbst entscheidend als ihre konkrete Ausgestaltung, wodurch Datenschutz zum Standortvorteil werden könne.

Seit dem Jahr 2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Europa und regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten. Seither gibt sie beispielsweise für Unternehmen klare Regeln zur Datenverarbeitung vor, sorgt aber auch immer wieder für kontroverse Debatten.

Denn während die DSGVO Bürgern weitreichende Rechte für den Umgang mit ihren Daten einräumt, wird sie zugleich immer wieder als Hemmnis für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit kritisiert.

Eine aktuelle Analyse, die unter Leitung des Fraunhofer ISI entstanden ist, stellt diese einfache Gegenüberstellung infrage und zeigt, dass nicht Datenschutz an sich zum Standortnachteil werden muss. Vielmehr könnten vor allem unklare Vorgaben oder fehlende Rechtssicherheit Innovationsprozesse erschweren.

DSGVO: Datenschutz muss keine Innovationsbremse sein

Das Policy Paper „Innovation, Wettbewerb und Werteorientierung“ ist im Rahmen der Plattform Privatheit entstanden. Diese wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) sowie dem Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung an der Universität Kassel koordiniert.

Die Plattform untersucht interdisziplinär Fragen rund um Privatheit und Datenschutz in der digitalen Welt. Für das aktuelle Policy Paper haben die Wissenschaftler die vorhandene empirische Forschung analysiert und erarbeitet, wie sich Datenschutz und digitale Innovation in Europa besser miteinander verbinden lassen.

Die aktuelle Forschung zeige, dass Datenschutz nicht grundsätzlich ein Hemmnis für Innovation bedeutet. Gleichzeitig würden hohe Datenschutzstandards aber auch nicht automatisch Wettbewerbsvorteile schaffen. Die Auswirkungen hängen demnach stark von Branche, Unternehmensgröße und Innovationstyp ab.

Denn vor allem für kleine und junge Unternehmen bringen die Vorgaben meist große bürokratische und organisatorische Hindernisse mit sich. „Der damit verbundene zusätzliche Aufwand trifft jedoch vor allem in Europa dominierende mittelständische Unternehmen, die über weniger Ressourcen verfügen“, erklärt Michael Friedewald, Koordinator der Plattform Privatheit vom Fraunhofer ISI.

Plattform-Privatheit fordert mehr Rechtssicherheit

Dabei entstünden laut den Forschern viele Herausforderungen weniger durch die DSGVO selbst. Vielmehr seien dafür „unterschiedliche Auslegungen, mangelnde Harmonisierung und bürokratische Verfahren“ verantwortlich.

„Die Debatte wird häufig so geführt, als müssten sich Europa und Deutschland zwischen Datenschutz und Innovation entscheiden“, so Friedewald. „Die wissenschaftlichen Fakten führen jedoch zu einem differenzierteren Blick: Entscheidend sind Rechtssicherheit, praxistaugliche Verfahren und eine innovationsfreundliche Umsetzung bestehender Regelungen.“

Daher fordern die Autoren unter anderem, kleinere Unternehmen durch risikobasierte Ansätze zu entlasten. Dafür müsse unter anderem Datenschutz- und Industriepolitik besser verzahnt werden.

„Europa wird im internationalen Wettbewerb nicht erfolgreicher, indem es eigene Werte aufgibt“, erklärt Friedewald. „Reformbedarf besteht vielmehr bei der praktischen Umsetzung: Verfahren müssen einfacher, Regelungen einheitlicher ausgelegt und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gezielt entlastet werden, ohne das Schutzniveau abzusenken.“

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