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Gas für gestern? EU genehmigt neue Kraftwerke für Deutschland

19. Januar 2026 um 11:00

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Gaskraftwerke Deutschland EU Wasserstoff

Die EU-Kommission und die Bundesregierung haben einen Durchbruch zum Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland erzielt. Das Ergebnis: ein Kompromiss und ein Robert-Habeck-Plan-Light. Und: eine Schlappe für Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die vieles verzögert hat und Strom dadurch vermutlich teurer macht. Eine kommentierende Analyse.

EU genehmigt Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland

  • Neue Gaskraftwerke sollen die Versorgungssicherheit in Deutschland zu jedem Zeitpunkt gewährleisten. Heißt konkret: Sie sollen als Backups einspringen, wenn der Strombedarf durch erneuerbare Energien nicht zu decken ist – etwa in Dunkelflauten, wenn keine Sonne scheint oder kein Wind weht. Als Übergangstechnologie sind neue Gaskraftwerke unstrittig. Die geplante Umsetzung der deutschen Strategie wird aber heftig kritisiert.
  • Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wollte eigentlich Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawatt bauen lassen. Zahlreiche Experten warnten vor einer teuren Überkapazität. Reiche-Vorgänger Robert Habeck hatte sich ebenfalls für neue Kraftwerke eingesetzt, aber nur mit insgesamt zehn bis 12,5 Gigawatt Leistung. Die EU hat nun zwölf Gigawatt durchgewunken. Sämtliche Gaskraftwerke sollen in Zukunft auch auf Wasserstoff umgestellt werden können. Katherina Reiche wollte das nicht.
  • Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) legte Beschwerde gegen Pläne der Bundesregierung ein, den Bau und Betrieb neuer Gaskraftwerke mit staatlicher Beihilfe – also Steuergeldern – zu fördern. Durch die geplante Förderung würden neue fossile Abhängigkeiten entstehen, der Wettbewerb verzerrt und saubere Alternativen ausgebremst. Die DUH fordert stattdessen staatliche Hilfen für Batteriespeicher, Stromnetze und Maßnahmen, die den Stromverbrauch in Spitzenzeiten senken.

Bundesregierung will Gaskraftwerke mit Steuergeldern fördern

In der Energiebranche stellt eigentlich niemand in Frage, dass es für die Versorgungssicherheit in Deutschland neue Gaskraftwerke braucht. Doch damit sich die Rechnung lohnt, dürfen sie allenfalls eine Übergangstechnologie mit der Möglichkeit einer Umrüstung auf Wasserstoff sein.

Wirtschaftsministerin Katerina Reiche wollte all das nicht. Mit ihren Plänen hätte sie Deutschland einen Bärendienst erwiesen und zurück in fossile und geopolitische Abhängigkeiten getrieben. Die EU-Kommission hat sie jedoch zurecht in die Schranken gewiesen.

Dass die EU überhaupt auf den Plan gerufen wurde, hängt damit zusammen, dass die Bundesregierung die neuen Gaskraftwerke fördern will – zu Lasten des Staatshaushalts und damit auch des Steuerzahlers. In diesem Punkt hat die Kommission eingelenkt, mit der Begründung, dass Wettbewerbsverzerrungen und eine Unterwanderung der EU-Klimaschutzziele ausgeschlossen seien.

Hintergrund der geplanten Förderungen: Die Kapazitäten werden nicht durchgängig, sondern nur punktuell gebraucht. Hinzu kommt, dass sowohl der Bau als auch Betrieb teuer ist und die Stromkosten punktuell nach oben treiben könnte. Letztlich ist die neue Kraftwerksstrategie für Deutschland ein Kompromiss und ein Habeck-Plan-Light, der für Wirtschaftsministerin Reiche mehr Schlappe als Erfolg sein dürfte.

Der Knackpunkt: Ohne Reiches Intervention hätte alles deutlich schneller gehen können. Wobei sich nach wie vor die Frage stellt, ob nicht zumindest ein Teil der Fördermittel in Batteriespeichern oder für den Ausbau des Stromnetzes besser angelegt wäre.

Stimmen

  • Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Einigung mit der EU: „Mit den Ausschreibungen über zwölf Gigawatt neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung schaffen wir die Grundlage für eine gesicherte Stromversorgung in Deutschland und damit für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie. Zugleich setzen wir den Startpunkt für einen umfassenden, technologieoffenen Kapazitätsmarkt, mit dem wir den Zubau weiterer Kraftwerke und anderer flexibler Kapazitäten anreizen.“
  • Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), in einem Statement: „Staatliche Förderung muss technologieoffen sein für umweltfreundlichere Alternativen. Wo Gaskraftwerke dennoch gebraucht werden, darf es keine Förderung ohne klare Regeln geben: Jede Anlage braucht ein festes Datum für den Umstieg auf grünen Wasserstoff. Energieministerin Reiche droht mit den geplanten Staatshilfen für neue Gaskraftwerke neue fossile Abhängigkeiten zu schaffen, Wettbewerb zu verzerren und sauberere Alternativen auszubremsen.“
  • Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, hat gemischte Gefühle: „Versorgungssicherheit ist für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Dazu gehören in gewissem Umfang auch moderne Gaskraftwerke. Effizienter und günstiger als Subventionen wäre eine Pflicht für Stromversorger, Stromlieferungen am Markt abzusichern.“

Neue Gaskraftwerke nicht die einzige Alternative

So wichtig und richtig Kompromisse in Demokratien auch sind, ist aktuell noch unklar, wer am Ende die Rechnung der neuen Kraftwerksstrategie der Bundesregierung begleicht. Der Bundeshaushalt in Form von indirekten Steuergeldern oder die Stromkunden per direkter Umlage?

Durch die geplanten Subventionen setzt Deutschland so oder so auf eine teure Technologie – und zwar nicht in Form eines Trinkgeldes, sondern eines Dauerauftrags. Großkonzerne wie RWE oder Uniper scharen deshalb bereits mit den Hufen. Das häufig genannte Argument, dass es zusätzliche Kapazitäten braucht, ist zwar unstrittig. Doch Gaskraftwerke sind nicht die einzige Alternative.

Unklar ist vor allem, wer am Ende die Rechnung begleicht: der Bundeshaushalt oder die Stromkunden per Umlage. Denn mindestens fünf Milliarden Euro könnten jährlich fällig werden. Das ist kein Trinkgeld, sondern ein Dauerauftrag. Die Industrie warnt etwa schon, dass Strom in Deutschland zum Luxusgut wird.

Die Tatsache, dass bei einer künftigen Umrüstung der Kraftwerke sowohl klimaschädlicher als auch grüner Wasserstoff in Frage kommen sollen, lässt zwar Spielraum, sich im Nachhinein aber präzisieren. Letztlich stellt die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung deshalb halb Zukunft, halb Vergangenheit, aber auch Chancen und Risiken zugleich dar.

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Lost in Translation? ChatGPT bekommt eigenen Übersetzer

16. Januar 2026 um 11:00

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ChatGPT Übersetzer Translate OpenAI

OpenAI hat mit ChatGPT Translate einen eigenen Übersetzer an den Start gebracht. Neben klassischen Übersetzungen ermöglicht das Tool auch Umformulierungen für bestimmte Zielgruppen wie Kinder oder ein akademisches Publikum. Der Übersetzer hat allerdings noch einige Schwachstellen. Eine kommentierende Analyse.

ChatGPT bekommt eigenen Übersetzer

  • ChatGPT Translate kann OpenAI zufolge Tonfall, Redewendungen und Kontexte in Texten erkennen, um präzise Übersetzungen zu liefern. Auch umgangssprachliche und regionale Ausdrucksweisen sollen für das Tool kein Problem sein.
  • Der OpenAI-Übersetzer soll wie Google Translate oder DeepL die Ausgangssprache automatisch erkennen können. Auch die Benutzeroberfläche ähnelt denen der Konkurrenz. Aktuell unterstützt ChatGPT Translate rund 50 verschiedene Sprachen. Darunter: Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.
  • Laut OpenAI geht ChatGPT Translate über einen klassischen Übersetzer hinaus. Das Tool soll per Mausklick etwa auch spezielle Textanpassungen ermöglichen. Darunter: flüssigere Formulierung, Umformulierung in einen sachlichen, geschäftlichen Stil, Übersetzung zum Verständnis für ein Kind und Übersetzungen für ein akademisches Publikum.

ChatGPT Translate: Noch nicht ganz ausgereift

Normalerweise hängt OpenAI jede noch so kleine Funktion an die ganz große Glocke. Bislang gibt es ungewöhnlicherweise jedoch keine offiziellen Statements zu ChatGPT Translate (Stand: 15. Januar 2026). Das Tool stellt dennoch ein direktes Konkurrenz-Angebot zu etablierten Übersetzern wie DeepL oder Google Translate dar.

Es war zwar zuvor bereits möglich, Texte mit ChatGPT zu übersetzen. Mit ChatGPT Translate hat OpenAI aber eine gesonderte Übersetzungs-Oberfläche geschaffen, die den Angeboten der Konkurrenz nicht zufällig ähnelt, sondern ein vertrautes Gefühl schaffen soll.

Der eigentliche Mehrwert von ChatGPT Translate könnte in der Nachbearbeitung von Übersetzungen liegen. Unterhalb der Übersetzung gibt es dazu klickbare Optionen. Über die Auswahl landet man allerdings auf der normalen ChatGPT-Oberfläche.

Ganz ausgereift scheint der Übersetzer daher nicht. Das Angebot, Texten einen akademischen Tonfall einzuhauchen, entbehrt zudem nicht einer gewissen Ironie. Denn Studien zufolge haben KI-Übersetzer vor allem mit technischen und wissenschaftlichen Begriffen so ihre Probleme.

Stimmen

  • Laut Franziska Neziri, Vizepräsidentin des Schweizer Verbands der Übersetzer, Terminologen und Dolmetscher (ASTTI), ist KI ausserstande, menschliche Erfahrungen zu machen, und kann somit den erhaltenen Input auch nicht mit früheren Erfahrungen abgleichen, was wir Menschen dagegen tagtäglich tun. Sie kann also z. B. keine Emotionen empfinden und diese folglich auch nicht nachvollziehen.
  • Oliver Czulo, Professor für Übersetzungswissenschaft am Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ) der Universität Leipzig, in einem Interview: „Die Maschine hat kein Verständnis davon, was Geschlecht ist und was Stereotype sind. Übersetzungsmodelle sind nichts anderes als statistische Modelle, die aber keinerlei Verständnis von der Welt haben. Wie gut Modelle funktionieren, hängt von Daten ab. Es gibt bestimmte Sprachenpaare wie Englisch–Deutsch oder Englisch–Französisch, bei denen die Maschine schon teilweise wirklich gute Vorübersetzungen leisten kann.“
  • Dolmetscher Nathan Chacón zu den Auswirkungen von KI-Übersetzern auf seinen Job: „Es gibt viele Übersetzer da draußen und sie haben meine Bedenken bestätigt. Ich sehe, wie KI-Tools die Kontrolle übernehmen“. Chacón müsse derzeit vor allem KI-Übersetzungen korrigieren, da Künstliche Intelligenz Redewendungen wie „it’s raining cats and dogs“ – (zu Deutsch: „Es regnet in Strömen“) – nicht erkennen könne.

KI-Übersetzer: OpenAI hinkt der Konkurrenz hinterher

Ob sich ChatGPT Translate als feste Alternative zu Google Translate und DeepL etablieren kann, bleibt abzuwarten. Denn: Bislang hinkt OpenAI der Konkurrenz bei der Sprachauswahl deutlich hinterher. Die Veröffentlichung eines hauseigenen dezidierten Übersetzers zeigt aber, dass sich das Unternehmen künftig stärker in diesem Bereich positionieren will.

Weitere Sprachen, Funktionen und vor allem mehr Marketing dürften deshalb die logische Folge sein. Zwar befindet sich OpenAI noch nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Doch mit weiteren Upgrades sowie der Popularität von ChatGPT könnte das Unternehmen schnell Boden gutmachen.

Im privaten und zwischenmenschlichen Alltag dürfte das Tool deshalb schnell zum praktischen Begleiter werden. Für professionelle Übersetzer und Dolmetscher werden KI-Übersetzer dennoch keine direkte Gefahr darstellen.

Ihr Berufsbild dürfte sich allerdings weiter verschieben: weg von direkten Übersetzungen und hin zu mehr Korrekturen. Denn Halluzinationen, kulturelle Fehlgriffe oder falsch verstandene Metaphern sind keine KI-nderkrankheiten, sondern Nebenwirkungen statischer Sprachmodelle.

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Aus Personalnot: Weniger Bürokratie durch KI?

15. Januar 2026 um 11:00

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Bürokratie KI Künstliche Intelligenz Worms

KI-Modelle werden aufgrund ihres enormen Energiebedarfs häufig verteufelt. Doch sinnvoll eingesetzt kann Künstliche Intelligenz durchaus Vorteile haben – beispielsweise im Gesundheitssystem und sogar beim Kampf gegen den Klimawandel. Die Stadt Worms setzt derweil auf KI, um Bürokratie abzubauen. Kommunen aus anderen Bundesländern wollen dem nacheifern. Eine kommentierende Analyse.

Stadt Worms setzt auf KI gegen Bürokratie

  • Die Stadt Worms setzt seit rund einem halben Jahr KI-Assistenten ein, die Beschäftigte im Bauamt und in der Stadtentwicklung unterstützen sollen. Ziel ist es, Arbeitsabläufe zu erleichtern. Geht es etwa um die Planung, eine neue Kita zu bauen, sollen KI-Agenten den zuständigen Mitarbeitern etwa in Sekundenschnelle bürokratische, rechtliche und organisatorische Fragen beantworten.
  • Die eingesetzten KI-Assistenten wurden vom Wormser IT-Dienstleister Satware entwickelt. Mithilfe von Justus sowie sechs weiteren Agenten will die Stadt wieder Herr der Lage bei der Bewältigung neuer Gesetze und Verordnungen werden. Laut Satware kann KI unter anderem dabei helfen, Informationen in der Verwaltung zu bündeln und sie auf das Wesentliche reduzieren. Das Unternehmen und die Stadt Worms versprechen, dass sämtliche Daten geschützt und nicht weitergegeben werden.
  • Der Deutsche Beamtenbund (dbb) fordert bereits seit geraumer Zeit mehr Tempo bei der Digitalisierung und einen verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Öffentlichen Verwaltung. Dem Verband zufolge ist der Öffentliche Dienst aufgrund von Personalmangel mit vielen Aufgaben überfordert. Deutschlandweit würden 600.000 Beschäftigte fehlen.

KI soll Personalmangel in öffentlicher Verwaltung kompensieren

KI kann durch die Automatisierung von Routineaufgaben und die Optimierung von Arbeitsprozessen perspektivisch dabei helfen, den Personalmangel in der öffentlichen Verwaltung zu kompensieren. Beschäftigte könnten sich dadurch „wichtigeren“ Aufgaben widmen, um andere Prozesse zu beschleunigen.

Aufgrund der zunehmenden Informationsflut wäre ein solches Szenario durchaus wünschenswert. Allein der Digitalisierung halber zu digitalisieren, wird aber nicht reichen und ist auch keine gute Idee.

Denn: Wer einen schlechten Prozess einfach automatisiert, hat am Ende nur einen schlechten Automatismus geschaffen, der womöglich mehr Arbeit erfordert als abschafft. Oder um es mit den Worten des deutschen O2-Managers Thorsten Dirks zu sagen: „Wenn Sie einen scheiß Prozess digitalisieren, haben Sie einen scheiß digitalen Prozess“.

In Worms will man das erkannt haben. Finale Entscheidungen sollen dort weiterhin Menschen treffen. KI sei ein Werkzeug, das Faktenchecks erfordert und kein Ersatz.

Stimmen

  • Justus, einer der insgesamt sieben KI-Assistenten, die in Worms zum Einsatz kommen, stellt sich selbst wie folgt vor: „Hallo, ich bin Justus! Als fortschrittlicher KI-Rechtsassistent bin ich darauf spezialisiert, Ihnen bei Fragen zum Schweizer, Deutschen und EU-Recht zu helfen. Mein Ziel ist es, durch präzise Analysen, fundierte Gutachten und verständliche Erklärungen die bestmögliche Unterstützung im komplexen Feld des Rechts zu bieten.“
  • Timo Horst, Beigeordneter der Stadt Worms, gegenüber der Tagesschau: „Man muss mit vielen Behörden kommunizieren – und gerade diesen ganzen Schriftverkehr schneller abzuwickeln, dabei hilft die KI unglaublich. Ich brauche nicht bei meinen Mitarbeitern nachzufragen, ich kann Infos direkt abrufen, kann so meine Besprechungen vorbereiten. Ich kann Justus auch in Gesprächen beispielsweise mit Kita-Trägern oder auch mit anderen Vertretern aus der Zivilgesellschaft einsetzen.“
  • Die Wissenschaftler Alexander Wuttke, Adrian Rauchfleisch und Andreas Jungherr warnen im Rahmen einer aktuellen Studie: „Die Integration von KI in Regierungsfunktionen wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich Fairness, Transparenz und Verantwortlichkeit auf. Zwar steigern Effizienzgewinne zunächst das Vertrauen, doch gleichzeitig reduzieren sie das wahrgenommene Gefühl der Kontrolle durch Bürger. Wenn diese strukturellen Risiken in den Vordergrund treten, sinkt sowohl institutionelles Vertrauen als auch wahrgenommene Kontrolle deutlich.“

Weniger Bürokratie durch KI?

Aktuell sollen zehn Mitarbeiter in der Stadtverwaltung von Worms mit KI-Assistenten arbeiten. Sie sollen weiterhin bei der täglichen Arbeit unterstützen, perspektivisch aber keine Menschen ersetzen oder gar Jobs gefährden. Bei maroden Straßen und dem deutschen Digitalrückstand erscheint das auch alles andere als realistisch oder gar sinnvoll.

Wie groß die Entlastung durch KI ist, steht aber noch in den Sternen. Denn bislang gibt es keine abschließende Auswertung der Stadt Worms. Das Projekt stehe vielmehr noch am Anfang, soll sich aber bereits rumgesprochen haben. Kommunen aus anderen Bundesländern hätten bereits Anfragen gestellt.

Mittelfristig könnte KI in deutschen Kommunen stärker Fuß fassen, vor allem wenn sich ein positiver Effekt auf Bürokratieabbau und Effizienz bestätigt. Wichtig bleibt dabei aber das Thema Datenschutz und die Wahrung von Entscheidungsfreiheit.

Langfristig könnten KI-Systeme die öffentliche Verwaltung grundlegend verändern: Von der Bearbeitung einzelner Anträge bis hin zu strategischen Planungen in Infrastruktur, Gesundheit oder Klimaschutz. Ziel sollte es aber sein, KI als Ergänzung zu sehen, Beschäftigte zu entlasten, ihnen Freiräume zu ermöglichen und die Kontrolle zu überlassen.

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Für Siri: Apple kauft sich Gemini-Intelligenz von Google

14. Januar 2026 um 11:00

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Siri Google Gemini Apple KI Künstliche Intelligenz

Apple und Google haben eine Partnerschaft bekannt gegeben, die Gemini als Grundlage der Software-Entwicklung des iPhone-Konzerns vorsieht. Ziel ist es, den Sprachassistenten Siri ins KI-Zeitalter zu katapultieren. Das dürfte Hoffnung bei vielen Apple-Fans wecken und Aktionären Freudentränen in die Augen treiben. Der Deal ist aber nicht ganz unbedenklich. Eine kommentierende Analyse.

Mit Gemini: Apple will Siri ins KI-Zeitalter bringen

  • Google-Technologien wie Gemini sollen im Rahmen einer mehrjährigen Vereinbarung künftig als Grundlage der Software-Entwicklung von Apple dienen. Vor allem der Sprachassistent Siri soll in das KI-Zeitalter gebracht werden. Berichten zufolge soll Google aber keine Exklusivrechte erhalten. Für Apple bedeutet die Integration dennoch eine Abkehr von der bisherigen Strategie, Kerntechnologien ausschließlich im eigenen Haus zu entwickeln.
  • Mit Apple Intelligence startete der iPhone-Konzern zwar eigene KI-gestützte Funktionen – etwa für die Fotosuche und Benachrichtigungen auf Apple-Geräten. Diese blieben bislang aber hinter den Erwartungen zurück. Das von vielen Apple-Fans lang ersehnte KI-Update für Siri wurde zudem bereits mehrmals verschoben und lässt seit über einem Jahr auf sich warten. Apple lässt sich den Gemini-Deal deshalb rund eine Milliarde US-Dollar pro Jahr kosten.
  • Das Thema Datenschutz spielt für Apple eine große Rolle und ist mittlerweile zu so etwas wie einem Produktversprechen geworden. Um Gemini in Siri zu integrieren soll ein Großteil der Datenverarbeitung deshalb weiterhin auf Apple-Geräten oder auf einer kontrollierte Infrastruktur erfolgen. Das Unternehmen betont, dass Google die eigenen Datenschutzstandards einhalten wird. Wie das in der Praxis aussehen soll, ist bislang aber unklar.

Google könnte OpenAI den Rang ablaufen

Google könnte OpenAI im KI-Wettstreit bald endgültig den Rang ablaufen. Mit Gemini 3 hat das Unternehmen bereits deutlich an Boden gut gemacht, da Google seinen Chatbot clever als eine Art Anti-ChatGPT positioniert hat.

Da Google mit der KI ein Modell an den Start gebracht hat, das sich in zahlreiche Dienste und Plattformen integrieren lässt, hat OpenAI bereits den Code Red ausgerufen und zum Gegenschlag ausgeholt.

Der Deal mit Apple dürfte Googles Dominanz weiter verstärken und der KI-Konkurrenz die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn die Zusammenarbeit geht weit über die ChatGPT-Integration auf dem iPhone hinaus. Google gewährt seinen Partnern oftmals zudem Zugang zu Daten wie Nutzer-Interaktionen, die nicht nur für eine reibungslose Funktion, sondern auch für Werbeanzeigen relevant sind.

Die neue Apple-Google-Achse könnte deshalb zu einer weiteren monopolistischen Vormachtstellung führen, die auch die Wettbewerbsbehörden im Auge haben dürften. Eine Abhängigkeit von Gemini sowie eine Abkehr von ChatGPT könnte auf Nutzerebene eine weitreichende Folge sein.

Stimmen

  • Apple und Google ließen in einem gemeinsamen Statement verlauten: „Apple und Google haben eine mehrjährige Zusammenarbeit vereinbart, in deren Rahmen die nächste Generation der Apple Foundation Models auf den Gemini-Modellen und der Cloud-Technologie von Google basieren wird. Diese Modelle werden dazu beitragen, zukünftige Apple Intelligence-Funktionen zu unterstützen, darunter eine personalisiertere Siri-Funktion, die noch in diesem Jahr eingeführt werden soll.“
  • Aufgrund der Brisanz des Deals, ließen die Reaktionen von anderen Tech-Bossen nicht lange auf sich warten. Elon Musk, der mittlerweile ebenfalls im KI-Wettstreit mitmischt, in einem Beitrag auf seiner Plattform X (ehemals Twitter): „Dies scheint eine unangemessene Machtkonzentration für Google zu sein, da das Unternehmen auch Android und Chrome besitzt.“
  • Für einen Reddit-Nutzer gesteht Apple mit dem Gemini-Deal seine eigene Unfähigkeit ein. Auf der Plattform spottet er: „Apple hat mit seinen Prozessoren der M-Serie einen Volltreffer gelandet, aber seine Software-Sparte ist eine verdammte Meisterklasse in Sachen Peinlichkeit.“

Wann kommt Siri mit Gemini?

Die Kooperation zwischen Apple und Google wird dazu führen, dass Gemini künftig nicht mehr ausschließlich auf Google-Smartphones in Erscheinung tritt, sondern auch in den Händen von iPhone-Nutzern landet. Der Deal dürfte den Umsatz des Suchmaschinen-Giganten im Jahr 2026 deutlich ankurbeln.

Google will zudem zahlreiche weitere KI-Funktionen präsentieren und Werbung über einen KI-Modus schalten. Doch auch Apple könnte profitieren, falls es dem Unternehmen gelingt, im KI-Wettstreit mit einem runderneuerten Siri auf Basis von Gemini aufzuholen.

Es wird letztlich vieles davon abhängen, ob es Apple schafft, Gemini mit seinem Datenschutz-Versprechen und Siri in Einklang zu bringen und in sein Ökosystem zu integrieren. Eine neue Siri-Version könnte dann bereits im Frühjahr 2026 auf den Markt kommen – etwa mit der Veröffentlichung von iOS 26.4.

Bis der neue Sprachassistent nach Deutschland kommt, wird es aufgrund regulatorischen Vorgaben aber vermutlich länger dauern, ähnlich wie bei Apple Intelligence.

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Metaverse: Wie Mark Zuckerberg ein Milliardengrab schaufelte

13. Januar 2026 um 11:00

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Metaverse Meta Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte Ende 2021 den Traum von einer virtuellen Welt, in der es keine Grenzen gibt. Eine digitale Parallelwelt sollte es sein, in der Virtualität und Realität miteinander verschmelzen. Doch der Plan scheiterte. Denn dem Unternehmen gelang es nicht einmal, zu erklären, was das Metaverse sein soll. Eine kommentierende Analyse.

Was ist das Metaverse?

  • Facebook-Gründer Mark Zuckerberg präsentierte im Oktober 2021 seinen Metaverse-Traum, infolgedessen er das Unternehmen in Meta umbenannte. Seine Idee: Ein virtueller Raum, in dem soziale Online-Erlebnisse mit der realen Welt verschmelzen – inklusive dreidimensionaler Projektionen und Erfahrungen.
  • Vom anfänglichen Hype ist nicht mehr viel übrig. Es gibt vereinzelte virtuelle Welten wie digitale Arbeitsräume, Gaming-Umgebungen oder Social Media-Räume, aber eben nicht „das“ eine Metaverse. Meta sah sich zwar niemals als Alleinherrscher, versuchte aber, eigene virtuelle Räume mit denen anderer Unternehmen zu verknüpfen. In Zahlen gab man dafür 100 Milliarden US-Dollar aus. Der operative Verlust soll bei 80 Milliarden US-Dollar liegen.
  • Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Insider berichtet, will Meta rund 30 Prozent der bisherigen finanziellen Mittel für das Metaverse streichen. Zum Jahresanfang 2026 sei demnach mit Entlassungen zu rechnen. Vor allem die virtuellen Welten Horizon Worlds und die Virtual Reality-Sparte Quest sollen von den Einsparungen betroffen sein.

Metaverse: Ein milliardenschwerer Albtraum

Mark Zuckerbergs Metaverse-Traum entpuppt sich bislang als milliardenschwerer Albtraum, bei dem jeder Investor schreiend die Flucht ergreifen dürfte. Der wahre Knackpunkt liegt aber nicht beim Geld, sondern im Konzept.

Denn: Meta bastelte bislang an einem virtuellen Raum, der Dinge verändern sollte, die niemand verändern wollte. Die Realität ist entsprechend ernüchternd und das große Versprechen bleibt aus. Doch der Fehlschuss hat auch Möglichkeiten eröffnet, um virtuelle Realitäten sinnvoll zu nutzen – etwa im Bildungsbereich oder der Industrie.

Ob man dafür Milliarden hätte versenken müssen, ist aber mehr als fraglich. Mark Zuckerbergs ursprünglicher Metaverse-Traum dürfte deshalb als einer der teuersten Fehlgriffe in die Tech-Geschichte eingehen. Denn: Mit 100 Milliarden US-Dollar hätte man auch sinnvoll Armut, Krankheiten und den Klimawandel bekämpfen können.

Stimmen

  • Mark Zuckerberg Ende 2021 in einem Schreiben zur Umstrukturierung von Facebook in Meta: „Die nächste Plattform wird noch immersiver sein – ein verkörpertes Internet, in dem Sie Teil der Erfahrung sind und sie nicht nur betrachten. Wir nennen dies das Metaversum, und es wird jedes Produkt betreffen, das wir entwickeln.“
  • Meta Reality Labs-Chef Andrew Bosworth machte bereits Anfang 2025 Druck auf seine Abteilung. In einer internen Memo schrieb er: „Dieses Jahr wird wahrscheinlich entscheiden, ob all unsere Arbeit als visionärer Durchbruch oder als legendäres Missgeschick in die Geschichte eingehen wird. Wir müssen Umsatz, Kundenbindung und Engagement auf breiter Front steigern. Wer das Gewicht der Geschichte nicht spürt, der hat nicht richtig aufgepasst.“
  • Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ordnete die Situation Mitte 2024 wie folgt ein: „Die erste Euphorie über das Metaverse ist zwar abgeklungen, es gibt aber keinerlei Grund für einen Abgesang. Im Gegenteil: Gerade im gewerblichen Bereich sind bereits viel Anwendungen im Praxiseinsatz. Das gilt unter anderem für das Industrial Metaverse mit digitalen Zwillingen in der Fertigung.“ Der Digitalverband hält nach wie vor an dieser Einschätzung fest.

Metaverse als Geschäftsmodell gescheitert

In seiner jetzigen Form ist das Metaverse als Geschäftsmodell krachend gescheitert. Denn: Einnahmen und Ausgaben stehen in keinem Verhältnis. Dennoch gibt es Bereiche, in denen sich ein Mehrwert gewinnen lässt. Beispielsweise im Gaming, bei Bildungsplattformen oder für Schulungsmaßnahmen.

Der Otto Normalverbraucher braucht aber keine Kopie der Realität, sondern ein Werkzeug, das Probleme löst. Weitaus realistischer erscheint deshalb eine Zukunft, in der leichte AR-Brillen oder Smart Glases statt klobige VR-Headsets das Gesicht zieren. Nicht, um die Realität zu ersetzen, sondern um sie zu erweitern.

Auch Mark Zuckerberg dürfte dies mittlerweile erkannt haben und weiter umstrukturieren. Budgetkürzungen, Entlassungen und eine Fokussierung auf rentable Sparten sind die traurige wie logische Konsequenz. Doch während die große Metaverse-Euphorie weiter verblassen dürfte, entstehen Nischen, in denen die Metaverse-Idee auf echte Probleme treffen und diese lösen könnte.

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EU-Behörde blamiert sich mit KI-Panne

12. Januar 2026 um 11:00

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ENISA EU-Behörde KI Panne Künstliche Intelligenz

Die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) hat in einem aktuellen Lagebericht vor den Gefahren von KI gewarnt. Das Problem: Die EU-Behörde hat beim Verfassen des Berichts offenbar selbst KI-Tools eingesetzt, wodurch sich Fehler eingeschlichen haben. Viele der angegebenen Quellen existieren etwa gar nicht. Eine kommentierende Analyse.

ENISA warnt vor KI

  • Bereits im Oktober 2025 erschien der „Gefahren-Lagebericht“ der ENISA, in dem die Behörde eindringlich vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz warnt. Laut dem 87-seitigen Report würde KI in rund 80 Prozent aller Fälle Hackern helfen, Nutzern ihre Passwörter zu entlocken. Betrügereien nehmen durch Künstliche Intelligenz zu, so die berechtigte Warnung.
  • Wie der Spiegel (€) zuerst berichtete, haben IT-Sicherheitsforscher vom Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule festgestellt, dass ausgerechnet der ENISA-Bericht zur Gefahrenlage von KI offenbar nicht nur von Menschen verfasst, sondern von Künstlicher Intelligenz verfasst wurde. Von den insgesamt 496 Quellen in Form von Links führten 26 deshalb zu 404-Fehlermeldungen, da sie nie existiert hatten.
  • Die ENISA hat ihren Sitz in Griechenland. Sie hat die Aufgabe, „einen Beitrag zur Cyberpolitik der EU“ zu leisten. Ziel ist es, das Vertrauen in digitale Produkte, Dienste und Prozesse „durch die Konzeption von Systemen für die Cybersicherheitszertifizierung“ zu stärken. Dazu arbeitet sie mit den EU-Ländern und -Einrichtungen zusammen.

EU-Behörde blamiert sich mit KI-Panne

Der Vorgang ist weniger ein KI-Skandal als ein klassisches Qualitäts- und Kontrollversagen. Dass auch Behörden KI einsetzt, ist inzwischen üblich und zunächst einmal nicht problematisch.

Brisant wird der Fall aber dadurch, dass grundlegende journalistische und wissenschaftliche Mindeststandards wie die simple Überprüfung von Quellen offenbar nicht eingehalten wurden.

Der traurige Umkehrschluss: Die überwiegend berechtigten inhaltlichen Kernaussagen und Warnungen des Berichts werden kaum diskutiert, weil sich die ENISA mit ihrem handwerklichen Versagen selbst ein Bein gestellt hat.

Einzelne nicht nachweisbare Quellen untergraben deshalb die Glaubwürdigkeit des gesamten Berichts – obwohl dieser überwiegend zutreffend ist. Das Einräumen von Fehlern ist zwar löblich, doch ohne konkrete Offenlegung des eigenen Versagens bleibt ein realer Vertrauensverlust.

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  • Juhan Lepassaar, Exekutivdirektor der ENISA, erklärte zur Veröffentlichung des Reports: „Die Systeme und Dienste, auf die wir uns in unserem täglichen Leben verlassen, sind miteinander verflochten, sodass eine Störung an einem Ende Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette haben kann. Dies hängt mit einem Anstieg des Missbrauchs von Cyberabhängigkeiten durch Bedrohungsakteure zusammen, der die Auswirkungen von Cyberangriffen verstärken kann.“
  • Christian Dietrich, Professor am Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule, dazu: „Mich stört maßgeblich, dass eine öffentliche Behörde, die in meinen Augen die sehr wichtige Aufgabe hat, verlässliche, nachvollziehbare Berichte herauszugeben, das in diesem Fall nicht getan hat“. Zu den fehlerhaften Links sagte er: „Man hätte nur einmal draufklicken müssen“.
  • Die ENISA räumte bereits „Mängel“ ein, zu denen sie „Verantwortung übernehmen“ wolle. Die Behörde habe KI für „kleinere redaktionelle Überarbeitungen“ verwendet. Die Inhalte des Berichts seien ungeachtet der nicht existierenden Quellen valide. Linus Neumann vom Chaos Computer Club dazu: „Die ENISA soll zentrale Anlaufstelle in Europa sein. Wenn dann schon in den sehr oberflächlichen Bedrohungsberichten derart unsauber gearbeitet wird, wirft das ein sehr schlechtes Licht auf die Institution“.

Vertrauensverlust auf Behördenebene

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Arbeitsweise europäischer Behörden auf. Wenn ausgerechnet eine Institution, die Standards und Vertrauen in der Cybersicherheit setzen soll, bei Quellenprüfung und -sicherung versagt, steht mehr auf dem Spiel als ein einzelner Bericht.

Entscheidend wird sein, ob die ENISA ihre internen Prozesse transparent nachschärft – etwa durch klare Regeln zum Einsatz von KI, verpflichtende menschliche Überprüfungen und eine nachvollziehbare Korrektur.

Andernfalls droht ein nachhaltiger Vertrauensverlust, der die Autorität künftiger Warnungen und Empfehlungen untergräbt.

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ChatGPT Health: Fehldiagnosen im Premium-Gewand

09. Januar 2026 um 11:00

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ChatGPT Health OpenAI

OpenAI fügt ChatGPT einen neuen Gesundheits-Tab hinzu, über den Nutzer elektronische Krankenakten hochladen und Verbindungen zu Gesundheits- und Fitness-Apps herstellen können. Die Reaktionen auf ChatGPT Health fallen jedoch gemischt aus. Eine kommentierende Analyse.

Was ist ChatGPT Health?

  • ChatGPT Health ist ein speziell isolierter Bereich innerhalb des Chatbots. Nutzern sollen dort Konversationen zu Gesundheitsthemen führen können, ohne dass sich sensible Daten mit regulären Chatverläufen vermischen. Laut OpenAI kann Health Gesundheitsdaten auswerten und über allgemeine Ratschläge hinaus erkennen können, wann ärztliche Hilfe erforderlich ist.
  • Das System wurde den Angaben zufolge mit über 260 Ärzten entwickelt, um Antworten zu Gesundheitsfragen zu analysieren und sicherzustellen, dass ChatGPT medizinisch plausible und korrekte Antworten liefert. Die Funktion lässt sich mit Fitness- und Gesundheitsdaten aus Apps wie Apple Health, Weight Watchers oder Peloton verbinden. Die Integration von elektronischen Patientenakten ist zunächst nur in den USA möglich.
  • OpenAI zufolge konsultieren jede Woche Millionen Nutzer ChatGPT zu Gesundheitsfragen. Das Problem: Aufgrund von sogenannten Halluzinationen spucken KI-Chatbots immer wieder unsinnige bis komplett falsche Antworten aus. Bei Gesundheitsthemen kann das verheerende Folgen haben, wie erst kürzlich Google wieder unter Beweis stellte.

OpenAI wälzt Verantwortung auf Nutzer ab

OpenAI betont, dass ChatGPT Health trotz der engen Zusammenarbeit mit Ärzten keine Diagnosen stellen oder Behandlungen empfehlen darf. Das Tool soll offiziell lediglich zur Information und Vorbereitung von Arztbesuchen dienen.

Das ist vor allem rechtlich relevant, da OpenAI ChatGPT Health in den USA als Verbraucherprodukt einstufen lassen hat. Damit fällt die Funktion nicht unter die strengen Datenschutzgesetze für das Gesundheitswesen. Das entbindet OpenAI von gewissen Haftungsrisiken und verlagert die Verantwortung vor allem auf die Nutzer.

Innerhalb der EU wäre das sicher nicht möglich – und das ist auch gut so. Denn trotz Verbesserungen und ärztlichen Analysen sind Falschinformationen in Form von KI-Halluzinationen keinesfalls komplett ausgeschlossen. In puncto Datenschutz gibt es ebenfalls Bedenken.

OpenAI bietet zwar eine Zweck-Verschlüsselung an, aber eben keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wie sie bei Messenger-Diensten üblich ist. Heißt konkret: Es besteht zwar ein Schutz vor Fremdzugriffen. OpenAI kann die Daten jedoch einsehen.

Stimmen

  • Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, in einem Blogbeitrag: „ChatGPT Health ist ein weiterer Schritt, um ChatGPT zu einem persönlichen Super-Assistenten zu machen, der Sie mit Informationen und Tools dabei unterstützt, Ihre Ziele in allen Bereichen Ihres Lebens zu erreichen. Wir stehen noch ganz am Anfang dieser Reise, aber ich freue mich darauf, diese Tools mehr Menschen zugänglich zu machen.“
  • OpenAI-Chef Sam Altman erklärte bereits im Sommer gegenüber CNBC: „Das Gesundheitswesen ist der Bereich, in dem die größten Verbesserungen zu verzeichnen sind. Es macht einen großen Teil der Nutzung von ChatGPT aus. Ich denke, es ist wirklich wichtig, den Menschen bessere Informationen über ihre Gesundheitsversorgung zu geben und ihnen die Möglichkeit zu geben, bessere Entscheidungen zu treffen.“
  • Autor und Journalist Aidan Moher spottet in einem Post auf Bluesky: „Was soll schon schiefgehen, wenn ein LLM, das darauf trainiert ist, die Vorurteile der Nutzer zu bestätigen, zu unterstützen und zu fördern, auf einen Hypochonder mit Kopfschmerzen trifft?“

Ein Gesundheitsberater, der ChatGPT niemals sein kann

Da Millionen Nutzer ChatGPT trotz einhelliger Warnungen nach wie vor zu Gesundheitsfragen konsultieren, ist es zunächst einmal begrüßenswert, dass sich OpenAI dem Thema angenommen hat, um den Chatbot zu verbessern.

Doch das Unternehmen suggeriert auch einen Gesundheitsberater, der ChatGPT niemals sein kann. Die externe Aufklärung von Nutzern wird deshalb genauso entscheidend sein, wie die Frage, ob der Chatbot tatsächlich genügend Warnhinweise an den richtigen Stellen ausspuckt und wie er mit hochsensiblen Gesundheitsthemen umgeht.

Dass eine Verarbeitung von ärztlichen Patientendaten in der EU nicht möglich ist, deutet auf regulatorische Hürden hin. Denn: In Deutschland unterliegen Gesundheitsdaten glücklicherweise strengen Verarbeitungsvoraussetzungen. Vermutlich wird OpenAI solche Daten in den USA nutzen, um personalisierte Werbung zu schalten. Vollständiger Datenschutz ist nicht garantiert.

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Grok: Elon Musk industrialisiert sexuelle Belästigung

08. Januar 2026 um 11:00

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Elon Musk Grok X Bikini

Elon Musks KI-Chatbot Grok generiert auf Anfrage anzügliche Bilder von Frauen und Kindern. Das Unternehmen hat zwar eine Überprüfung der Funktion eingeräumt. Auf Führungsebene weist man die Verantwortung von sich. Mehrere Länder haben Ermittlungen eingeleitet. Eine kommentierende Analyse.

Neue Grok-Funktion entwürdigt Nutzer

  • Seit Anfang Januar kursieren unzählige sexualisierter Bilder auf X (ehemals Twitter). Hintergrund ist eine Funktion des KI-Chatbots Grok, der mittlerweile Teil der Plattform ist. Mit ihr können Nutzer Fotos bearbeiten, unter anderem aber auch normale Fotos von Frauen oder Kindern in KI-Bilder mit anzüglichen Posen oder in Bikini verwandeln.
  • Viele Medien griffen das Thema auf und lösten eine Welle der Empörung aus – auch, weil sich die Führungsebene von Mutterkonzern xAI um Kopf und Kragen redete. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sprach das Unternehmen etwa von „Lügen der etablierten Medien“. Nachdem der Realität jedoch nicht mehr zu leugnen war, räumte man zwar eine Überprüfung der Funktion ein, tat die Kritik jedoch ab.
  • Elon Musk nutzt seine Plattform X und den KI-Chatbot Grok, um seine eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Er änderte etwa die Algorithmen zu Gunsten zahlreicher Trump-Anhänger, unterstützt gezielt rechtspopulistische Parteien in Europa und wettert gegen EU-Gesetze, die seine Dienste betreffen. Dabei wird er von der US-Regierung unterstützt. Sowohl die Trump-Administration als auch Musk werfen den Europäern Zensur und Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor.

Elon Musk industrialisiert sexuelle Belästigung

Der Grok-Skandal ist kein technischer Ausrutscher, sondern ein Symptom, das zeigt, was passiert, wenn generative KI in ein soziales Netzwerk eingebettet wird. Die Möglichkeit, Bilder direkt auf der Plattform zu manipulieren, verschiebt die Grenze zwischen Ausdruck und Übergriff – und normalisiert digitale Entwürdigung als Funktion.

Auffällig ist nicht nur das Versagen von Schutzmechanismen, sondern die Verschiebung von Verantwortung. Während die KI selbst juristische Kategorien wie „Versagen“ oder gar strafbare Inhalte benennt, setzt die Unternehmensführung auf Kulturkampf-Rhetorik zurück. Kritik wird nicht inhaltlich adressiert, sondern politisiert: Medien lügen, Gesetze unterdrücken, Regulierung gilt als Zensur.

Grok steht damit exemplarisch für Musks Verständnis von Plattformmacht. X ist kein neutraler Raum, sondern ein Instrument, mit dem politische Deutungshoheit getestet und verschoben wird. Die sexualisierten KI-Bilder sind in diesem Sinne kein Betriebsunfall, sondern Kollateralschaden eines Systems, das Provokation belohnt und Grenzen erst anerkennt, wenn Gerichte sie ziehen.

Stimmen

  • Wolfram Weimer, Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, gegenüber Reuters: „Was wir bei X gerade beobachten, wirkt wie die Industrialisierung der sexuellen Belästigung. Elon Musk erlaubt mit seinem KI-Dienst Grok, täuschend echte, sexualisierte Bilder von Frauen zu erstellen. Insbesondere KI-generierte sexualisierte Bilder von Minderjährigen sind nicht akzeptabel. Die Antwort darauf sollte die konsequente Anwendung von Gesetzen sein.“
  • xAI-Chef Elon Musk befeuerte die Welle der Bikini-Manipulationen sogar aktiv. Auf seinem X-Account ließ er Grok ein Meme des Schauspielers Ben Affleck durch ein Bild von sich selbst im Bikini ersetzen. Dafür, dass andere Nutzer die Funktion missbrauchen, will er keine Verantwortung übernehmen: „Wer Grok nutzt, um illegale Inhalte zu erstellen, muss mit denselben Konsequenzen rechnen, als würde er illegale Inhalte hochladen.“
  • Betroffene Nutzer haben im Gegensatz zu Musk keinerlei Freude an der Funktion. Samantha Smith, freie Journalistin und Kommentatorin, ist eines von zahlreichen Opfern. Gegenüber der BBC sagte sie: „Das war zwar nicht ich, die da nackt gezeigt wurde, aber sie sah aus wie ich, und es fühlte sich an, als wäre ich es selbst. Es war genauso verletzend für mich, als hätte jemand tatsächlich ein Nackt- oder Bikini-Foto von mir gepostet.“

Wer kontrolliert KI?

Was Elon Musk als Humor und „radikale Freiheit“ inszeniert, trifft in Europa auf eine Wand aus Paragrafen. Ermittlungen in Frankreich, klare Strafandrohungen in Österreich und die scharfen Vorgaben von AI Act und Digital Services Act setzen dem Spieltrieb enge Grenzen. Denn: Deepfakes sind kein Meme, sondern ein Rechtsrisiko.

Der Druck auf X und xAI dürfte weiter steigen, nicht nur juristisch, sondern auch wirtschaftlich. Plattformen, die systemische Risiken ignorieren, riskieren hohe Strafen, Auflagen oder im Extremfall Funktionsbeschränkungen. Ironischerweise verkündete Grok inmitten des Skandals eine neue, milliardenschwere Finanzierung. Diese dürfte aber weniger Rückenwind geben als ein Wettlauf gegen Regulierung sein.

Letztlich geht es um die Frage, wer die Macht generativer KI kontrolliert: Entwickler oder Gesellschaft? Europas Antwort lautet zunehmend Gesetz statt Gag und Verantwortung statt Ausrede. Ob Musk diesen Kurs akzeptiert oder weiter auf Konfrontation setzt, könnte zum Präzedenzfall werden.

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Lebensgefährlich: Google-KI verbreitet medizinische Falschinformationen

07. Januar 2026 um 11:00

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Google KI Übersicht Flaschinformationen

Google hat eine KI-Übersicht in seine Suche integriert. In den Suchergebnissen erscheinen KI-generierte Kurzzusammenfassungen zu bestimmten Inhalten. Diese enthalten aber immer wieder fehlerhafte Informationen – bei Gesundheitsfragen kann das schwerwiegende Folgen haben. Eine kommentierende Analyse. 

Übersicht mit KI: Google verbreitet Falschinformationen

  • Übersicht mit KI ist eine Suchfunktion von Google, die KI-generierte Zusammenfassungen in den Suchergebnissen anzeigt. Die Künstliche Intelligenz erstellt bei bestimmten Suchanfragen automatisch kurze Zusammenfassungen mit entsprechenden Informationen. Diese werden oberhalb der herkömmlichen Suchergebnissen angezeigt. Ziel ist es, Nutzern schneller Informationen bereitzustellen und Rechercheaufwand zu ersparen.
  • Ob Höllenhunde, Spaghetti mit Benzin oder Pizza mit Klebstoff: Die Google-KI besticht regelmäßig mit unsinnigen bis komplett falschen Antworten. In vielen Fällen mag das harmlos sein. Doch wenn es um Gesundheit oder Recht geht, können KI-Zusammenfassungen verheerende Folgen haben.
  • In einem besonders brisanten Fall riet Google Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs fälschlicherweise, fettreiche Lebensmittel zu vermeiden. Experten empfehlen aber das Gegenteil. Die Google-Empfehlung könne sogar das Risiko erhöhen, dass Patienten sterben. Auch bei Suchanfragen zu psychischen Erkrankungen liefert AI Overviews problematische Antworten.

Unsere Einordnung

Ähnlich wie bei ChatGPT oder KI, sollte man sich nicht blind auf eine Künstliche Intelligenz verlassen. Denn immer wieder werden Inhalte verkürzt oder inhaltliche Fehler so formuliert, dass sie beim oberflächlichen Lesen überzeugend erscheinen.

Heißt konkret: Was Google mit seiner KI liefert, ist keine neutrale Abkürzung zur Wahrheit, sondern eine neue Form algorithmischer Autorität. Die Zusammenfassungen wirken zwar präzise, basieren aber auf Mustern und Wahrscheinlichkeiten. Doch wer Antworten liefert, ohne Verantwortung zu tragen, verkauft Ungewissheit als Gewissheit.

In der Logik der Suchmaschine entscheidet nämlich oftmals nicht die beste Quelle, sondern die prominenteste Darstellung. Dass KI dabei dominiert, ist keine technische Spielerei, sondern eine Verschiebung im Internet – und zwar nicht nur zum Positiven.

Stimmen

  • Athena Lamnisos, Chefin der Wohltätigkeitsorganisation Eve Appeal für gynäkologische Krebserkrankungen: „Selbst bei identisch formulierten Fragen ist es praktisch unmöglich, von der KI dieselbe Antwort zu erhalten, was zu dringenden Bedenken hinsichtlich der Konsistenz und Genauigkeit der bereitgestellten Informationen oder der Möglichkeit für jemanden, einen Ratschlag erneut abzurufen, führt.“
  • Google teilte gegenüber CNBC mit, dass es sich bei vielen der Beispiele um ungewöhnliche Anfragen handle: „Die überwiegende Mehrheit der KI-Übersichten bietet qualitativ hochwertige Informationen mit Links zu weiterführenden Informationen im Internet.“
  • Stephanie Parker, Leiterin der Digitalabteilung der Sterbebegleitungsorganisation Marie Curie, weist auf den emotionalen Hintergrund vieler Suchanfragen zum Thema Gesundheit hin: „Menschen wenden sich in Momenten der Sorge an das Internet – ungenaue oder entkontextualisierte Informationen können ihre Gesundheit ernsthaft gefährden.“

Warnhinweise und menschliche Überprüfung

Es ist absehbar, dass die Politik stärkere Qualitäts- und Transparenzstandards für KI-gestützte Informationsdienste einfordern wird – vor allem in Bereichen wie Gesundheit oder Recht. Staaten wie die EU haben bereits KI-Gesetzesrahmen in Arbeit, die genau solche Risiken adressieren könnten.

Google und andere Plattformen sollten KI-Zusammenfassungen künftig explizit kennzeichnen, für kritische Themen Warnhinweise einführen oder menschliche Überprüfung verpflichtend machen, bevor sie auf die Allgemeinheit losgelassen werden.

Langfristig könnte diese Debatte dazu beitragen, dass Nutzer wieder bewusster zwischen schneller Antwort und qualifizierter Information unterscheiden – inklusive der Bereitschaft, medizinische oder fachliche Quellen direkt zu konsultieren statt sich auf KI-Kurzantworten zu verlassen.

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Reparatur von E-Autobatterien: Weniger Spannung im Portemonnaie

06. Januar 2026 um 11:00

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Wenn die Batterie allmählich den Geist aufgibt und die Reichweite sinkt, stehen viele Elektroautos vor dem Aus. Spezialisierte Unternehmen zeigen aber, dass es auch anders geht. Sie hauchen den Akkus für einen relativ schmalen Taler neues Leben ein.

Reparaturen von E-Autobatterien

  • In Deutschland gibt es bislang nur wenige Unternehmen, die Reparaturen von Antriebsbatterien für E-Autos anbieten. Denn dafür braucht es spezialisierte Werkstätten und Techniker. Firmen wie die EV Clinic in Berlin oder Volt Fix in Norderstedt haben jedoch den Schritt in diesen bislang unerschlossenen Markt gewagt – bislang mit Erfolg.
  • Dass Elektroautos schnell verschleißen, ist ein Vorurteil. Die Berater der P3 Group kommen anhand von 7.000 Datensätzen von Elektroautos etwa zu dem Ergebnis, dass die Reichweite nach 200.000 Kilometern Laufleistung im Schnitt nur um durchschnittlich circa 13 Prozent gesunken ist. Hat die Batterie doch mal einen Defekt, setzen viele Hersteller auf einen Komplettaustausch, da sie keine spezialisierte Werkstätten betreiben.
  • Laut einer Studie von Axa Novi und Wolk & Nikolic After Sales Intelligence ist das Marktpotenzial der Reparatur von E-Autobatterien enorm. Die Verlängerung der Lebensdauer von Batterien durch Wiederaufarbeitung und Reparatur unterstützt die Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor und reduziert Abfall sowie Kosten. Herstellervorgaben stellen aber oft eine Hürde dar.

E-Autos altern langsam

Elektroautos altern langsamer, als viele glauben. Defekte sind eher selten. In der üblichen Garantiefrist von acht Jahren kümmern sich Hersteller um Ausfälle. Inzwischen gibt es aber immer mehr Fahrzeuge, die älter und nicht mehr viel wert sind. Der Einbau einer neuen Batterie würde sich bei vielen nicht lohnen – eine Reparatur schon.

Bei den Antriebsbatterien von E-Autos zeichnet sich eine Art Hop- oder Top-Regel ab: Entweder die Batteriesysteme sind gesund und verschleißen langsam sowie gleichmäßig. Oder eine oder mehrere Zellen büßen Spannung ein, was die Leistung der ganzen Batterie beeinträchtigt.

Da E-Autos aber immer besser altern gibt es außerhalb der Garantie kaum transparente Informationen seitens der Hersteller, was Verbraucher verunsichert. Externe Batterie-Checks und spezialisierte Reparatur-Unternehmen gewinnen deshalb an Bedeutung und könnten den Markt für gebrauchte E-Autos stabilisieren.

Stimmen

  • Im Februar 2025 berichtete E-Autofan Moritz Leicht auf seinem Blog über seine Erfahrungen bei der Batterie-Reparatur, die ihn gerade einmal 900 Euro gekostet hat: „Ich freue mich über den aufgefrischten Akku meines Smart Electric Drive und kann eine Reparatur definitiv empfehlen, wenn die 8 Jahre Akkugarantie vom Hersteller ausgelaufen sind und es dann tatsächlich irgendwann mal weniger Reichweite wird. Der Zelltausch geht etwa 8 Stunden und das Auto hat danach wieder spürbar mehr Reichweite.“
  • Bart Timmermans, Gründer und Geschäftsführer von Axa Novi, in einem Statement: „Unsere Studie ist eine wertvolle Informationsquelle für Unternehmen, die neue Möglichkeiten im Kfz-Ersatzteilmarkt erschließen möchten. Die Bewältigung von Herausforderungen wie Standardisierung und Wissenslücken ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Reparatur von EV-Batterien.“
  • Volt Fix-Chef Chris Le Roux gegenüber dem NDR: „Die Batterien, die wir hier sehen, kommen entweder sehr früh zu uns, also innerhalb der Hersteller-Garantie. Oder sie kommen sehr spät, wenn sie hohe Laufleistungen haben.“ Die Kosten in Garantiefällen seien aufgrund der Herstellervorgaben oft sehr hoch, so Le Roux. Diese bekommen Kunden zwar nicht zu sehen, doch nach der Garantie könne das Unternehmen deutlich günstigere Preise anbieten.

Die Politik ist gefordert

Der Reparaturmarkt von E-Autos steckt noch in den Kinderschuhen, weil Hersteller Know-how und Ersatzteile kontrollieren. Unabhängige Werkstätten brauchen Spezialwissen, Werkzeuge und Zugang zu Modulen, um alte Batterien effizient wiederzubeleben.

Standardisierung könnte aber Abhilfe schaffen, indem einheitliche Formate Reparaturen erleichtern, Kosten senken und den Markt für neue Anbieter öffnen. Politische Maßnahmen wie steuerliche Anreize oder Vorgaben zur Ersatzteilverfügbarkeit wären entscheidend, um ein solches Ökosystem zu stärken.

Langfristig könnte die Batterie-Reparatur den Wert älterer Elektroautos sichern, Abfall reduzieren und Kreislaufwirtschaft fördern. Das würde sowohl Chancen für Wirtschaft, Umwelt als auch Verbraucher eröffnen, die auf nachhaltige Mobilität setzen – jenseits der Garantiepolitik der Hersteller.

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KI, E-Autoprämie, Deutschlandticket: Was sich 2026 ändert

02. Januar 2026 um 10:00

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KI E-Autoprämie ÖPNV Deutschlandticket 2026

Im Jahr 2026 stehen einige Veränderungen an. Wir blicken auf das, was rechtlich und politisch rund um Elektromobilität, den ÖPNV und Künstliche Intelligenz wichtig ist. Besonders relevant sind in Deutschland die neue E-Auto-Prämie, der AI Act samt KI-Kennzeichnungspflicht und das Deutschlandticket. Eine kommentierende Analyse.

E-Auto-Prämie, AI Act und Deutschlandticket

  • Nach dem Ende des Umweltbonus zum Jahreswechsel 2023/2024 gibt es 2026 eine Neuauflage der E-Auto-Prämie in Deutschland. Vom Staat gibt es bis zu 5.000 Euro für E-Autos und Plugin-Hybride – allerdings nur für Neuwagen. Außerdem erhalten die Förderung nur Haushalte mit einem Jahreseinkommen unter 80.000 Euro – es geht also um Gering- und Mittelverdiener.
  • Mit dem AI Act hat die Europäische Union im August 2024 eine gesetzliche Regelung auf den Weg gebracht, die den Einsatz von KI regulieren soll. Alles, was damit erzeugt worden ist, war viel Unklarheit. Richtig wirksam werden die Änderungen erst ab dem 2. August 2026. Dann greift zum Beispiel auch die KI-Kennzeichnungspflicht, die Anbieter und Anwender von Künstlicher Intelligenz zu einer entsprechenden Kennzeichnung zwingen soll. Wer sich weigert, wird zur Kasse gebeten.
  • Lange war die Zukunft des Deutschlandtickets offen. Die ursprüngliche staatliche Zusage wäre Ende 2025 ausgelaufen. Jetzt steht fest: Die Zukunft des Deutschlandtickets ist für die Jahre 2026 bis 2030 sichergestellt. Das hat der Bundestag beschlossen – lediglich die AfD, die Linke und die Grünen haben dem Vorschlag der Bundesregierung nicht zugestimmt. Einziger Wermutstropfen: die Preise steigen weiter.

Neue E-Auto-Prämie ab 2026

Die Bundesregierung hat erkannt, dass es wichtig ist, der Nachhaltigkeit und der Zukunft unseres Planeten und unserer Gesellschaft in Deutschland einen gewissen Stellenwert einzuräumen. Das große Infrastrukturbudget, das mit einer Neuverschuldung in Milliardenhöhe einhergeht, hätte allerdings viel mehr Spielraum für viel konkretere Maßnahmen gegeben.

Die E-Auto-Prämie ist dafür das Paradebeispiel. Wieso gibt es eine Beschränkung anhand des Haushaltseinkommens? E-Autos sind deutlich teurer als Verbrenner – das beginnt bei der Anschaffung, geht über die notwendige Ladestruktur und endet bei den Ersatzteilen.

Wieso werden Besserverdiener gezielt ausgeschlossen? Wäre es nicht sinnvoll, wenn sich Abteilungsleiter einen E-Wagen zulegen anstatt das Geld in den nächsten Verbrenner-SUV zu investieren? Die E-Auto-Prämie ist ein gutes Beispiel für „gut gedacht, schlecht gemacht“.

Der ADAC schätzt, dass mit den drei Milliarden Euro aus dem Fördertopf rund 600.000 Fahrzeuge gefördert werden können. Wenn man die drei Milliarden Euro stattdessen in den ÖPNV-Ausbau und das Deutschlandticket gesteckt hätte, hätte man nicht nur ein kurzes Strohfeuer entfacht, sondern langfristig dafür gesorgt, dass weniger Menschen Auto fahren und die Landbevölkerung besser angebunden ist zu einem geringeren Preis.

Stimmen

  • Für Bundeskanzler Friedrich Merz ist die E-Auto-Prämie nur ein Puzzlestück in einem umfangreichen Maßnahmenpaket zum Schutz der deutschen Automobilindustrie: „Wir wollen die Automobilindustrie stärken und dabei Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung in Einklang bringen. […] So sollten nach 2035 nicht nur reine Elektroantriebe, sondern auch weiterhin Plugin-Hybride sowie Range-Extender zulässig sein. Auch hochentwickelte Verbrenner – wie von den Ministerpräsidenten der Länder gefordert – sind eine Option.“
  • Carsten Lexa, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Wirtschafts-, Gesellschafts- und Vertragsrecht, versteht den Wunsch nach einer KI-Kennzeichnungspflicht: „Viele Inhalte, die heute erstellt werden – sei es in der Musikproduktion oder im Rahmen der Bildbearbeitung – unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht, obwohl sie digital bearbeitet werden und sich so – teilweise erheblich – von dem ursprünglichen Werk unterscheiden. Zudem wäre die praktische Umsetzung einer solchen Kennzeichnungspflicht schwierig und könnte unnötige Bürokratie schaffen, die am Ende vielleicht mehr Verwirrung stiftet als Klarheit.“
  • Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, ist von der beschlossenen Preiserhöhung und der flexiblen Anpassung beim Deutschlandticket nicht begeistert: „Die Menschen haben die berechtigte Erwartung, dass sie das Deutschlandticket im ganzen Land nutzen können. Doch da klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander, insbesondere in ländlichen Gegenden. Die Ergebnisse des Mobilitätsbarometers sind ein Auftrag an die Politik, ein deutlich besseres Angebot an Bussen und Bahnen bereitzustellen, vor allem durch häufigere Verbindungen. Das ÖPNV-Angebot in Stadt und Land muss mit den Erwartungen der Menschen Schritt halten.“

ÖPNV und E-Autos: Was uns 2026 erwartet

Jede getroffene Maßnahme, die den ÖPNV und die nachhaltige Mobilität in Deutschland stärkt, ist gut. Trotzdem zeigen sowohl die E-Auto-Prämie als auch die KI-Kennzeichnungspflicht, dass unsere Regierung mehr von Angst, denn von Wissen getrieben ist.

Natürlich ist es wichtig, dass Menschen in Deutschland und Europa vor den Gefahren von Künstlicher Intelligenz geschützt werden. Ebenso wichtig ist es, neue Kaufanreize für E-Autos zu schaffen. Allerdings ist es mindestens genauso wichtig, nicht ein Bürokratiemonster nach dem nächsten zu erschaffen. Kaum eine regulatorische Maßnahme im Jahr 2026 ist unkompliziert. Immer gibt es unzählige Voraussetzungen oder Klauseln, die beachtet werden müssen.

Wirklich hilfreich wäre es, wenn wir unseren Regierungs- und Entscheidungsapparat gezielt verschlanken würden, sodass wirklich den Menschen geholfen wird und nicht nur neue Jobs beim Staat geschaffen werden. Wir müssen den Sozialstaat und unsere Bevölkerung stärken und ihnen nicht die Lebensexistenz entziehen. Markus Söder und sein Kampf gegen Familien in Bayern zeigen, wie es nicht geht.

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Humanoide Roboter vor dem Durchbruch – aber anders als erwartet

30. Dezember 2025 um 11:00

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humanoide Roboter XPeng

Seit dem Aufkommen von Science-Fiction-Filmen sind viele Menschen von humanoiden Robotern begeistert. Ein prominentes Beispiel ist C-3PO aus Star-Wars-IV aus dem Jahr 1977. Knapp 50 Jahre später sind humanoide Roboter wieder – oder noch immer – in aller Munde. Gelingt 2026 der Durchbruch? Eine kommentierende Analyse.

Autohersteller produzieren humanoide Roboter

  • Die Forschung an humanoiden Robotern wird rund um den Globus intensiviert. Eine Studie der Technischen Hochschule Ingolstadt zeigt, dass China die Entwicklung von humanoider Robotik mit einem Marktanteil von 39 Prozent dominiert. Danach folgen die USA (24 Prozent) sowie Europa und Japan (jeweils zwölf Prozent).
  • Hinter den humanoiden Robotern stecken keine spezialisierten Firmen, sondern in erster Linie Autohersteller – richtig gelesen. Zu den größten Herstellern und zielstrebigsten Forschern gehören Toyota, Hyundai, Honda, XPENG und Tesla. Ihr Vorteil: Sie beschäftigen sich mit Automation im Bereich der Autos und haben Industrieroboter seit Jahren im Einsatz.
  • Das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Single-Haushalts liegt in Deutschland bei rund 1.850 Euro. Die Kosten für humanoide Haushaltshilfen starten anbieterübergreifend bei 10.000 Euro. Um sich einen Roboter für die eigenen vier Wände zu kaufen, müsste die deutsche Mittelschicht sechs Monate arbeiten ohne dabei einen Cent auszugeben.

Der große Roboter-Wettstreit

Wer sich für humanoide Roboter begeistert, wurde 2025 nicht enttäuscht. Unzählige Anbieter haben in beeindruckenden Vorstellungen ihre neusten Roboter präsentiert. Der Figure 03 von Figure AI wird induktiv geladen und kann bis zu 20 Kilogramm tragen. Der Xpeng Iron agiert so menschlich, dass sich Zuschauer nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um einen Roboter handelt.

Und auch Teslas Optimus-Roboter beeindruckte bei seiner Vorstellung – gerade, weil er sich im Fallen erstaunlich human verhielt. Genau an dieser Stelle stehen wir gerade: 80 Prozent aller humanoiden Roboter sind Prototypen, die auf Showbühnen wahnsinnige Performances liefern.

Die Hersteller konzentrieren sich darauf, die menschlichen Zuschauer durch Menschlichkeit zu überzeugen, scheitern allerdings häufig im Alltag. Gerade einmal zehn Prozent aller humanoiden Roboter befinden sich bereits in der Serienproduktion.

Der Grund: Um den Menschen in all seinen Facetten und Fähigkeiten zu simulieren, ist noch viel Arbeit nötig. Alleine die menschliche Hand verfügt über 17.000 Tastrezeptoren. Da ist es nicht verwunderlich, dass es noch keinem Humanoiden bislang gelungen ist, die nötige Feinmotorik nachzustellen.

Stimmen

  • Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter am Fraunhofer IPA, hat sich in einer Studie mit humanoiden Robotern beschäftigt. Er glaubt, dass eine private Skalierung nur dann kommt, wenn es zuvor ausreichend professionelle Einsatzbereiche gibt: „Meiner Ansicht nach wird es für einen erfolgreichen Einsatz von Humanoiden nicht nur Use Cases brauchen, die technisch möglich sind, sondern insbesondere auch Business Cases, die betriebswirtschaftlich interessant sind.“
  • An dieser Stelle setzt auch Elon Musk an. Im Juli 2024 schrieb hat der Tesla-Chef in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Tesla wird im nächsten Jahr tatsächlich nützliche humanoide Roboter in kleiner Stückzahl für den internen Einsatz produzieren und hoffentlich ab 2026 in großer Stückzahl für andere Unternehmen.“
  • Robotikforscher Rodney Brooks dagegen steht allen Präsentationen skeptisch gegenüber. Für ihn sind die Forschungsprojekte reine Geldverschwendung: „Wenn die großen Technologieunternehmen und Risikokapitalgeber, die ihr Geld in groß angelegte humanoide Trainingsprogramme stecken, nur 20 % davon ausgeben und stattdessen alles an Universitätsforscher geben würden, würden sie meiner Meinung nach schneller an ihre Ziele kommen.“

Hunmanoide Roboter: Gelingt 2026 der Durchbruch?

Bis im Jahr 2030 könnten laut einer Commerzbank-Studie rund um den Globus rund zehn Millionen humanoide Roboter im Einsatz sein. Bis 2050 soll das Marktvolumen auf über fünf Billionen (!) US-Dollar anwachsen.

Diese Zahlen lesen sich beeindruckend, könnten allerdings auch nur Menschen von Investments in KI-Fonds überzeugen sollen. Realistische Einschätzungen gehen davon aus, dass humanoide Roboter zwar tatsächlich an Bedeutung gewinnen – nicht jedoch im privaten Umfeld.

Der erste Schritt, den Tesla, Hyundai und auch das Fraunhofer-Institut skizzieren, ist die Weiterentwicklung der humanoiden Robotik in Fabriken. Die technischen Helfer verbessern ihre Fähigkeiten also unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Für 2026 – und wahrscheinlich auch für die folgenden Jahre – sind Roboter, die deine Wäsche waschen oder deinen Müll heruntertragen weiterhin Science Fiction. Da spielt es auch keine Rolle, dass Elon Musk glaubt, dass „AI und Roboter alle Jobs ersetzen werden“ und wir bald in einer kommunistischen Utopie leben, in der jeder Mensch in Wohlstand lebt, sein eigenes Gemüse anbauen kann und nur dann arbeiten muss, wenn er oder sie es will, weil der Roboter-Staat alles regelt.

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Voll auf Kommerz: ChatGPT im Jahresrückblick 2025

29. Dezember 2025 um 11:00

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ChatGPT Jahresrückblick 2025 Kommerz

2025 war für ChatGPT ein turbulentes Jahr. Einerseits stiegen die Nutzerzahlen und der Umsatz stark, andererseits wachsen auch die Verluste und der Druck zur Monetarisierung von KI steigt. Mit Werbung, Shopping und einem Börsengang stehen OpenAI und ChatGPT am Scheideweg. Eine kommentierende Analyse.

ChatGPT im Jahresrückblick 2025

  • Als ChatGPT im November 2022 in den App Stores erschienen ist, verzeichnete die Anwendung innerhalb von nur fünf Tagen eine Million Nutzer – ein neuer Rekord. Drei Jahre später nutzen 800 Millionen Menschen wöchentlich die KI von OpenAI. Das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung.
  • Bis 2029 will OpenAI 125 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen. Im Jahr 2025 lag dieser gerade einmal bei rund 13 Milliarden US-Dollar. Das Problem: Der Verlust lag im ersten Halbjahr 2025 bei 4,7 Milliarden US-Dollar. Die Rücklagen von OpenAI schmelzen gefühlt schneller als die Polkappen.
  • Grund für die Diskrepanz: Rund 35 Millionen Menschen haben ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen – deutlich zu wenig, um sich über ein Abomodell á la Spotify oder Netflix zu refinanzieren. Weniger als fünf Prozent der Nutzer sind bereit, für die Dienstleistungen von ChatGPT zu zahlen. Warum auch, wenn es so viele kostenlose Alternativen gibt?

OpenAi packt die Brechstange aus

OpenAI hat sich für den einfachen Weg entschieden. Das Unternehmen hat ein grandioses und innovatives Produkt auf den Markt gebracht und in kürzester Zeit Millionen von Menschen begeistert. Der Preis für das Wachstum: hohe Investitionen, viele Bewertungen und kein Cashflow.

Jetzt ist CEO Sam Altman dazu gezwungen, seine lieb gewonnen Kostenlos-Kunden zu ärgern – und dafür wählt er die Brechstange. Altman führt Werbung nicht nach und nach ein, wie es beispielsweise bei Instagram der Fall war – erst Feed, dann Storys, dann Reels und dann Shopping. Nein: Innerhalb von wenigen Monaten führt er das gesamte Waffenarsenal der digitalen Kommerzialisierung auf.

Erst werden Drittanbieter-Apps wie Spotify, Booking und Uber integriert, um den Komfort zu erhöhen. Dann folgt die PayPal Connection, um das Bezahlen zu vereinfachen und schließlich folgen ein Shopping-Berater und dazu passend personalisierte Werbeanzeigen.

Stimmen

  • Bei OpenAI-Chef Sam Altman hat sich die Einstellung offenbar zum schnellen Geld an der Börse gewandelt. Während er 2023 noch als Forscher und Optimist einen Börsengang ablehnte, war er im Herbst 2025 der Versuchung nicht mehr abgeneigt. In einem Livestream sagte er: „Ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass dies angesichts unseres Kapitalbedarfs der wahrscheinlichste Weg für uns ist.“
  • Deutlich zurückhaltender zeigt sich dabei Bret Taylor, Chair of OpenAI Board of Directors. Der Vorstandsvorsitzende legt Wert auf die Gemeinnützigkeit seiner Organisation: „OpenAI verfolgt das Ziel, dass AGI der gesamten Menschheit zugutekommt. Sowohl das Unternehmen als auch die Foundation treiben diese Mission gemeinsam voran. Je erfolgreicher OpenAI als Unternehmen ist, desto wertvoller wird der Anteil der gemeinnützigen Organisation. Diese Mittel kommen ihrer philanthropischen Arbeit zugute.“
  • Liz Reid, Search-Chefin bei Google, in einem Interview mit dem Wall Street Journal: „Der Anstieg an Suchanfragen gleicht die Rückgänge bei den Anzeigenklicks in etwa aus – wir landen am Ende ungefähr beim gleichen Ergebnis.“ Sie betont, dass Chatbots keine Produkte ersetzen können, nach denen Nutzer aktiv suchen.

Geht OpenAI 2026 an die Börse?

2026 könnte das wichtigste Jahr in der bislang sehr kurzen und zugleich sehr erfolgreichen Ära von ChatGPT werden. Durch die erfolgreiche Umwandlung in eine Public Benefit Corporation steht rein rechtlich einem Börsengang nichts mehr im Weg.

Zwar wird OpenAI nicht müde zu betonen, dass die philanthropische Foundation, die 26 Prozent der neuen Organisation hält, sich auf gemeinnützige Forschungsprojekte wie die Heilung von Krankheiten und die Verbesserung der Gesundheit durch KI konzentriert . Trotzdem sind auch die ehrenwertesten Ziele nichts mehr wert, wenn das Geld fehlt.

Letztendlich geht es um die Frage: Ist Reichtum für Sam Altman wichtiger oder geht es um eine Verbesserung der Welt? Im ersten Fall werden wir einen Börsengang und eine strukturierte Vermarktung von ChatGPT sehen.

Im zweiten Fall wird OpenAI seine Vormachtstellung einbüßen, tausende Mitarbeiter entlassen müssen, wenn das Geld aufgebraucht ist und ein Schattendasein als kleine KI-Firma fristen. Die Antwort auf die Frage könnte ein altes Finanz-Sprichwort bringen: Follow the money.

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Ein launischer Jahresrückblick auf das Tech-Jahr 2025

23. Dezember 2025 um 11:00

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2025 führte an Künstlicher Intelligenz nahezu kein Weg vorbei. Nicht ohne Grund wurde KI-Ära zum Wort des Jahres in Deutschland erkoren. Viele sogenannte Innovationen fühlten sich allerdings nicht wie Fortschritt an – im Gegenteil. Doch statt Fakten, Niveau und Respekt bestimmten vor allem Geld und die lautesten Brüllaffen viele Debatten. Eine kommentierende Analyse.

KI-Hype, Energie-Mythen, unsoziale Medien

  • 2025 war das Jahr, in dem Künstliche Intelligenz alles konnte, aber nichts wirklich richtig. Während Rechenzentren Unmengen an Energie verbrauchten, wurde die Gesellschaft medial in den Wahnsinn getrieben. Denn KI wurde erst hochgejubelt, dann verteufelt und letztlich wieder Fallen gelassen. Bis sich Fakten und Realität eigentlich nicht mehr leugnen ließen – es sei denn man hieß Elon Musk oder Donald Trump.
  • Wie in den Jahren zuvor wurden die sogenannten sozialen Medien auch 2025 wieder ein Stück weit unsozialer. Statt als sozialer Kitt zwischenmenschliche Beziehungen oder Debatten zu fördern, waren Hass, Hetze, Niveaulosigkeit und Voreingenommenheit digitaler Alltag. Die Tech-Oligarchen agierten wie feudale Plattformfürsten: Elon Musk spielte Weltpolitik auf X, Sundar Pichai verschlimmbesserte das Internet und Mark Zuckerberg verkaufte auch das letzte Fitzel seiner Seele.
  • Einige noch schrägere Vögel wollten derweil Windräder als größte und günstigste Energiequelle in Deutschland abreißen, weil sie pro Jahr für rund 200.000 echte tote Vögel verantwortlich sind. Dass freilaufende Hauskatzen für mehrere Hundert Millionen tote Piepmätze verantwortlich sind? Geschenkt! Auch bei der Verbrenner-Lobby hats gepiept. Mit dem Ergebnis, dass E-Autos letztlich jedoch nicht mehr Unfälle verursachen als Verbrenner, keine größere Brandgefahr darstellen und niemandes Gehirn mittels magischer Magnetwellen verformen als suggeriert.

Die Menschheit schafft sich ab

Ob KI, Klimawandel oder Digitalisierung: Die meisten Medien strickten 2025 aus nahezu allem neue Meilensteine, Revolutionen oder schlicht den Untergang der Welt. Je nach Klickbedarf war KI etwa entweder Heilsbringer, Jobkiller, Umweltkatastrophe oder Auslöscher einer Menschheit, die sich zunehmend selbst abschafft.

Doch während Politik, Medien und Wirtschaft dem KI-Hype verfallen sind, juckte das Thema Künstliche Intelligenz viele Handwerker, Verkäufer und Landwirte herzlich wenig. Immerhin scheinen einige bereits erkannt zu haben, dass die KI-Debatte überbewertet ist. Jetzt müssten sie nur noch erkennen, dass sie selbst Teil einer Blase sind.

Das Problem: Debatten über KI, erneuerbare Energien oder Digitalisierung waren auch 2025 kaum möglich. Denn nie zuvor kontrollierten so wenige Tech-Oligarchen so viel Rechenpower, digitale Öffentlichkeit, Daten und damit das gesamte Internet.

Das Ergebnis: Menschen werden von Informationen, Extremwetter und dem eigenen Ego überflutet, während Wettbewerb und Meinungsvielfalt immer mehr austrocknen. Denn der permanente Update-Zyklus fordert seinen Tribut, sodass niemand mehr zuhört oder gar in der Lage dazu ist.

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  • Während über 40 Prozent aller KI-Antworten 2025 fehlerhaft waren und Google Overview etwa Klebstoff als Pizzazutat empfahl, konstruierte sich OpenAI-Chef Sam Altman seine ganz persönliche KI-Blase: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ohne ChatGPT herausfinden soll, wie man ein Neugeborenes großzieht.“
  • 2025 war auch das Jahr der Autokrise. Doch dass China den deutschen Autobauern bei der Elektromobilität international den Rang abläuft und die Kaufbereitschaft sowie das nötige Kleingeld der Menschen ein Ende kennen, hätte ja keiner ahnen können. Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck in einem Interview im Jahr 2019 zum damaligen VW-Chef: „Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern. Dann bieten Sie nur noch Premiumwagen an und müssten sich in PW umbenennen.“
  • Nachdem Donald Trump Anfang 2025 vollmundig die KI-Vorherrschaft der USA prophezeite, ließ er seinen Worten vor allem weitere Worte folgen. Denn: Passiert ist seitdem herzlich wenig. Mitte des Jahres fiel ihm in einer Rede aber dann immerhin plötzlich ein, dass ihn der Begriff „künstlich“ im Zusammenhang mit KI stört: „Wissen Sie, ich mag nichts, was künstlich ist, also könnten wir das bitte klären? Ich meine das ernst – ich mag den Namen ‚künstlich‘ überhaupt nicht. Es ist nicht künstlich. Es ist genial. Es ist pure Genialität.“

Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft

Einer meiner Wünsche für das kommende Jahr: Wir sollten alle mal runterfahren. Verbal, medial und vor allem: den Hosentaschencomputer. Ansonsten wird vieles auch 2026 noch größer, noch gefährlicher oder noch dringlicher, aber nicht unbedingt wichtiger oder wahrhaftiger.

Was wir aber vor allem brauchen, um digital, medial und gesellschaftlich voranzukommen ist Diskurs. Denn wo Debatten geführt werden können und sollten, herrschen häufig unsachliche Diskussionen oder Streits. Dabei brauchen wir Sachlichkeit, Niveau, Respekt und vor allem: Kompromisse.

Denn wenn wir immer weiter in ein Schwarz-Weiß-Denken auseinanderdriften, wird die Gesellschaft nicht vorankommen und dem Planeten nicht geholfen. Statt uns reißerischen Headlines und unendlichen News Feeds hinzugeben, sollten wir versuchen, Themen komplexer zu erfassen und einander zu verstehen.

Nach Jahren des Fragens „Was ist möglich?“ könnte 2026 dann wieder das „Was ist sinnvoll?“ in den Fokus rücken. Das Potenzial von KI ließe sich etwa nutzen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, statt ihn zu fördern. Erneuerbare könnten uns unabhängiger von autoritären Staaten machen.

Und in den digitalen Medien könnten soziale Debatten stattfinden, auch wenn man anderer Meinung ist. Die Reihenfolge sollte jedoch Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sein. Denn ohne das jeweils Erstgenannte, kann das Nachgenannte nicht existieren.

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Abzocke: Hamburger Polizei warnt vor KI-Polizistinnen

22. Dezember 2025 um 11:00

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Polizei Hamburg KI Polizei

Die Hamburger Polizei warnt derzeit vor KI-generierten Bildern von Frauen in Uniformen in teils lasziven Posen, die in den digitalen Medien kursieren. Die Vermutung: Ein Lockvogel-Trick, der Nutzer von den Fake-Profilen auf kostenpflichtige Seiten locken soll. Eine kommentierende Analyse.

Fake-Accounts: Polizei Hamburg warnt vor KI-Polizistinnen

  • Im Netz gibt es offenbar viele Nutzer, die sich von Polizistinnen angezogen fühlen und KI-generierte Inhalte nicht sofort erkennen können. Einige scheinen sogar bereit zu sein, dafür zu bezahlen, mehr von diesen angeblichen Beamtinnen sehen zu können. Allein der Fake-Account der angeblichen Polizistin Sara hat bei Instagram über 45.000 Follower.
  • Um zu verhindern, dass Nutzer auf die KI-Polizistinnen reinfallen, hat die Polizei Hamburg klargestellt, dass sie keine privaten Instagram-Profile von einzelnen Einsatzkräften betreibt. Gegen die entsprechenden Fake-Accounts werden bereits rechtliche Schritte geprüft. Die Polizei bittet zudem darum, entsprechende Inhalte und Profile bei den jeweiligen Netzwerken zu melden.
  • KI-Influencer sind keine Seltenheit mehr. Doch ihre Akzeptanz in der Gesellschaft schwankt stark. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 sehen 27 Prozent der Millennials es als wahrscheinlich an, dass sie Inhalte von einem KI-generierten Influencer lesen, ansehen oder damit interagieren würden. Bei den Baby Boomern sind elf Prozent. Die Generation Z kommt auf 19 Prozent.

KI ermöglicht neue Betrugsmaschen

KI-Influencer sind mehr als nur ein schräger Social Media-Trend. Denn Fake-Accounts und KI-generierte Inhalte wie Bilder von vermeintlichen Polizistinnen offenbaren, wie einfach sich viele Menschen durch einen Mix aus Autorität, Sexualisierung und Technologie täuschen lassen.

Denn für immer mehr Nutzer verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Einerseits, weil KI-Technologien immer besser werden und andererseits, weil sie Betrügern neue Möglichkeiten eröffnen. Das Problem: Ein Appell an die Medienkompetenz einzelner Nutzer reicht nicht mehr aus, da immer weniger Menschen KI-Inhalte als solche erkennen.

Zudem sind Täuschungen und Manipulationen oft systematisch angelegt, sodass sie über einzelne Kommentarspalten hinausgehen. Betrüger, Populisten und Machiavellisten haben etwa längst erkannt, wie sich schädliche oder politische Inhalte subtil verbreiten lassen, um die Wahrnehmung zu verschieben – und zwar auch ohne Millionenreichweite, sondern durch eine Masse an Beiträgen, die KI erst möglich gemacht hat.

Stimmen

  • Offenbar liegen vermehrt Hinweise auf Social Media-Profile vor, „die offenbar mittels Künstlicher Intelligenz generierte Bilder von Frauen in Polizeiuniform zeigen“, so ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Profile erwecken den Anschein, echte Hamburger Polizistinnen darzustellen. Sie sind nicht authentisch und schaden dem Ansehen der Polizei Hamburg.“
  • Medienethikerin Jessica Heesen stellt mit Erschrecken fest: „Wir sehen ja so ein ganz merkwürdiges Phänomen: Kaum dass man so eine Technologie zur Verfügung hat, wird die systematisch dazu benutzt, sexualisierte Darstellungen von Frauen zu haben, die auch teilweise sehr stark diskriminierend sind.“
  • Ein Nutzer namens Professor EP, der anonym bleiben will und die KI-Influencerin Emily Pellegrini erstellt und entsprechend gekennzeichnet hat, wehrt sich: „Viele Männer fühlen sich im Alltag übersehen oder emotional isoliert. Mit einer KI-Influencerin können sie Nähe simulieren – ohne Angst vor Ablehnung, ohne Realität.“

Aufklärung allein reicht nicht

Netzwerke wie Instagram und Co. müssen künftig mehr Verantwortung für Inhalte auf ihren Plattformen übernehmen, anstatt diese als Durchleiter von sich zu weisen. Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte sollten etwa zum Standard werden – und zwar gut sichtbar, verpflichtend und sanktionierbar.

Andernfalls droht eine weitere Vertrauens-Erosion. Das gilt sowohl für die digitale Öffentlichkeit als auch für reale Institutionen. Auch KI-Anbieter müssen deshalb stärker in die Pflicht genommen werden, etwa durch technische Wasserzeichen oder Nutzungseinschränkungen bei sensiblen Symbolen wie Uniformen.

Die Debatte dreht sich dabei nicht nur um Betrug, sondern auch um Macht. Wer darf Identitäten erschaffen? Und: zu welchem Zweck? Eine Regulierung wird deshalb zwangsläufig politisch werden. Nicht zuletzt steht die Gesellschaft selbst vor einer Bewährungsprobe.

Denn Aufklärung allein scheint nicht mehr zu reichen, wenn immer mehr Nutzer Täuschungen und KI-generierte Inhalte nicht erkennen können oder wollen. Medienkompetenz, klare Regeln und konsequentes Durchgreifen müssen zusammenkommen – sonst werden KI-Profile nicht die letzte Illusion bleiben, die sich profitabel verkaufen lässt.

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GPT Image 1.5: Was kann die neue Bild-KI von OpenAI?

19. Dezember 2025 um 11:00

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GPT Image 1.5 OpenAI Bild-KI

OpenAI hat mit GPT Image 1.5 ein neues KI-Modell zur Bildgenerierung veröffentlicht und in ChatGPT integriert. Es soll schneller sein als sein Vorgänger, präzisere Ergebnisse liefern und Anweisungen detaillierter befolgen. Die Veröffentlichung ist eine direkte Reaktion auf die Bild-KI Nano Banana von Google. Eine kommentierende Analyse.

Was ist GPT Image 1.5?

  • Laut OpenAI soll GPT Image 1.5 vor allem Bildkomponenten wie Beleuchtung, Komposition und Wiedererkennbarkeit erhalten, während Nutzer einzelne Details präzise anpassen können. Gleiches gilt für Logos oder bestimmte visuelle Bestandteile. OpenAI sieht vor allem im Marketing und im E-Commerce zentrale Einsatzbereiche – etwa bei der Erstellung von Grafiken, Logos oder Produktkatalogen.
  • Parallel zur neuen Bild-KI erhält ChatGPT einen ausgewiesenen Bereich für Bilder. Über eine Mediathek sollen Nutzer gespeicherte Bilder finden und bearbeiten können. OpenAI zufolge liefert ChatGPT künftig zudem visuelle Antworten, etwa in Form von Restaurantfotos. Um weitere Informationen zu erhalten, sollen Nutzer bestimmte Orte, Produkte oder Personen hervorheben können. GPT Image 1.5 soll Bilder bis zu viermal schneller bearbeiten können.
  • Die kommerzielle Nutzung von Bildern, die mit GPT Image 1.5 erstellt werden, ist laut OpenAI erlaubt. Nutzer würden allerdings selbst für erstellte Inhalte haften. Einschränkungen gibt es bei der Darstellung realer Personen, sofern keine Rechte dafür vorliegen, sowie für Hassinhalte. Die Bild-KI soll besser darin sein, Text in Bilder zu integrieren.

GPT Image 1.5 gegen Frustmomente

GPT Image 1.5 kann als direkte Reaktion auf die neuen KI-Modelle von Google verstanden werden. Denn der Suchmaschinen-Gigant hat nicht nur mit seinem Sprachmodell Gemini 3 vorgelegt und Boden gegenüber OpenAI gutgemacht, sondern auch mit der Bild-KI Nano Banana.

Eigentlich war die Bild-KI für Anfang 2026 erwartet worden. Doch nachdem OpenAI-Chef Sam Altman aufgrund der Bedrohung durch Google unternehmensintern den Code Red ausrief, hat man Ressourcen gebündelt, um neben GPT-5.2 auch GPT Image 1.5 noch in diesem Jahr an den Start zu bringen.

Die neue Bild-KI stellt die Konkurrenz um Gemini 3 von Google oder Midjourney von Microsoft zwar nicht in den Schatten. Allerdings konnte OpenAI mit Blick auf die Vorgänger-Version offenbar erhebliche Fortschritte erzielen. Denn bislang war die Bildgenerierung mit ChatGPT häufig frustrierend.

Der Wunsch nach kleinen Anpassungen führten oft etwa dazu, dass die KI ein komplett neues Bild erstellte und Nutzer wieder von vorne beginnen mussten. Mit diesen Frustmomenten hat OpenAI scheinbar erfolgreich aufgeräumt.

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  • Nick Turley, Chief Product Officer bei OpenAI, verspricht in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Präzisere Bearbeitungen, genauere Befolgung von Anweisungen und bis zu 4-mal schnellere Generierung, wobei Details wie Beleuchtung, Komposition und Ähnlichkeit bei allen Bearbeitungen erhalten bleiben. Von schnellen Korrekturen bis hin zu vollständigen Neugestaltungen – es ist einfacher, genau das zu erhalten, was Sie sich vorstellen.“
  • Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, in einem Blogbeitrag: „Die erste Erfahrung vieler Menschen mit ChatGPT besteht darin, eine Textvorlage in ein Bild umzuwandeln. Das ist eine magische Möglichkeit, um zu sehen, was diese Technologie leisten kann, aber die Chat-Oberfläche wurde ursprünglich nicht dafür entwickelt. Das Erstellen und Bearbeiten von Bildern ist eine ganz andere Aufgabe und verdient einen eigenen Bereich, der für visuelle Inhalte ausgelegt ist.“
  • Ein Reddit-Nutzer weist im Rahmen einer Foren-Diskussion darauf hin: „Ihr vergesst, dass nicht nur die Ästhetik bewertet wird. Sonst würde Midjourney viel höher rangieren. Ich gehe davon aus, dass ihr neues Modell Anweisungen besser befolgt und besser bearbeitet, was für viele Leute wichtiger ist.“

GPT Image 1.5: Ein verlässliches Unternehmenstool?

Wie GPT Image 1.5 letztlich wirklich performt, werden erst die kommenden Wochen über eine breitere Nutzerbasis zeigen. Die Bild-KI stellt jedoch weniger eine technologische Revolution dar, als eine strategische Verschiebung. Denn OpenAI positioniert GPT Image 1.5 bewusst als Werkzeug, das mit Verlässlichkeit punkten soll.

Im Duell mit Google verschärft sich derweil der Wettbewerb um Nutzungskontexte. Während OpenAI ChatGPT zu einer zentralen Schaltstelle für Bildgenerierung- und bearbeitung machen will, spielt Google seine Stärken in Suche, Karten und Produktdaten aus.

Gleichzeitig wächst der Druck: Schnellere Veröffentlichungen, kommerzielle Interessen und Investoren­erwartungen lassen wenig Raum für Reifeprozesse. Dabei gewinnt letztlich aber nicht unbedingt das ästhetisch ansprechendste Modell, sondern eine Kombination aus Funktion und der Integration in Entscheidungs- und Kaufprozesse.

Neben einem Unterhaltungsfaktor hat OpenAI GPT Image 1.5 vor allem als Unternehmenstool positioniert – vermutlich, um das Modell gewinnbringend vermarkten zu können und Investoren zu beschwichtigen.

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Warum Strom in Deutschland so teuer ist

18. Dezember 2025 um 11:00

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Strom Strompreise Deutschland

In Deutschland zahlen Haushalte die höchsten Strompreise in Europa – rund 38 Cent pro Kilowattstunde im ersten Quartal 2025. Warum das so ist? Hinter hohen Steuern, Netzgebühren und einem Wandel bei der Energieversorgung steckt ein komplexes Geflecht, das Verbraucher auf der Stromrechnung zu spüren bekommen. Eine kommentierende Analyse.

Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa

  • Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland lag im ersten Halbjahr 2025 bei 39,92 Cent pro Kilowattstunde. Unternehmen zahlten im selben Zeitraum 19,33 Cent. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise damit leicht gesunken, jedoch noch nicht wieder auf dem Niveau von 2021 – vor dem russischen Angriff auf die Ukraine (32,82 Cent für Haushalte). Für die Industrie liegen die Strompreise wieder ungefähr auf dem Niveau von 2019.
  • Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Strompreise in Deutschland relativ hoch – die höchsten in Europa. In Ungarn fallen mit knapp zehn Cent pro Kilowattstunde die geringsten Kosten an. Der EU-Schnitt liegt bei circa 28 Cent. Hauptgrund für die Unterschiede: Steuern und Netzentgelte machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus. In Deutschland sogar mehr als die eigentlichen Stromerzeugungskosten.
  • Erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie sind in der Stromproduktion nicht nur die günstigsten Energieträger, sondern haben am Höchstpreis gemessen auch eine relativ geringe Preisspanne (zwischen vier und 14 Cent pro Kilowattstunde). Zum Vergleich die Preisspannen anderer Energieträger pro Kilowattstunde: Kernkraft (13 bis 49 Cent), Kohle (15 bis 39 Cent), Biomasse (20 bis 32 Cent) und Gasturbinenkraftwerke (15 bis 32 Cent). Der Anteil der Erneuerbaren in Deutschland liegt bei über 50 Prozent.

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Strom ist in Deutschland längst mehr als nur ein Produkt. Er ist zu einem Politikum geworden. Die hohen Preise sind dabei kein Zufall, sondern Ergebnis politischer Konflikte und guter Absichten, die ins Stolpern geraten sind.

Denn: Die Strompreise in Deutschland sind nicht so hoch, weil die Stromproduktion so teuer ist, sondern weil Netzausbau, Steuern, Abgaben und Umlagen den Preis massiv aufblasen. Verbraucher müssen diese Last tragen. Gleichzeitig drücken globale Krisen und teure fossile Ersatzkraftwerke in Zeiten ohne Wind und Sonne Preis nach oben.

Die Energiewende und der Ausbau von Wind und Solar senken zwar langfristig die Erzeugungskosten, doch kurzfristig bringen wetterabhängige Erneuerbare auch Volatilität, einen teuren Netzausbau und einen hohen Bedarf an Energiespeichern mit sich. Zumindest letztere tragen sich aktuell aber überwiegend selbst.

Größtes Problem bleiben aktuell deshalb die vergleichsweise hohen staatlichen Abgaben und Umlagen. Letztlich sind die Strompreise zu einem politischen Produkt geworden. Vor allem die starren Preiszonen tragen während des schleppenden Netzausbaus zu hohen Kosten bei.

In Norddeutschland gibt es etwa Windenergie im Überfluss, die im Süden gebraucht wird. Weil die Stromnetze aber noch nicht so weit sind, diese Energie zu übertragen, werden Windräder teilweise abgeschaltet. Wobei es ein deutlich vernünftigerer Ansatz wäre, Strom lokal zu produzieren und nicht durch die halbe Bundesrepublik zu schicken. Denn auch das trägt zu hohen Kosten bei.

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  • Laut Bundesregierung sollen zum 1. Januar 2026 die Netzentgelte für Verbraucher und Unternehmen sinken. Außerdem wurde die Stromsteuer reduziert – zunächst aber nur für Unternehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dazu: „Wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben. Wir wollen die Stromkosten weiter senken, wenn wir die finanziellen Spielräume dazu haben. Diese Bundesregierung wird mit Ehrlichkeit handeln.“
  • Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, in einem Statement: „Nur wenn wir die Ursachen der hohen Energiepreise angehen, können wir dauerhaft etwas erreichen. Das Lindern von Symptomen genügt nicht. Mit dynamischen Netzentgelten können wir Erzeugung und Verbrauch durch Preissignale lenken und somit auch eine Happy Hour für den Stromverbrauch schaffen. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Menschen mitgenommen werden.“
  • Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert in einem Interview mit dem RND weitere Energiereformen: „Wir müssen konsequent auf dezentrale Energieerzeugung und dezentralen Energieverbrauch setzen. Bisher bekommen die Anlagenbetreiber den Strom auch dann bezahlt, wenn er nicht genutzt werden kann. Und die geplanten Kabel von Nord nach Süd werden noch Jahrzehnte brauchen. Von diesem Schwachsinn müssen wir weg.“

Netzentgelte und Stromsteuer sollen sinken

Mit Blick auf die Strompreise in Deutschland gibt es Hoffnung: Die Netzentgelte sollen sinken, neue Speichertechnologien stehen in den Startlöchern und der europäische Strommarkt soll optimiert werden, was die Preise stabilisieren könnte.

Andererseits werden Fortschritt, Energiewende und günstigere Preise gedrosselt, weil die Bürokratie schneller wächst als der Energie- und Netzausbau. Aktuell bekämpft der Staat mit seinen Subventionen die mitunter selbst verursachten Kosten-Symptome.

Doch langfristig werden die erneuerbaren Energien dafür sorgen, dass die Strompreise in Deutschland immer weiter sinken – und uns obendrein unabhängiger machen. Forderungen wie der Bau neuer Atomkraft oder Gaskraftwerke gehören derweil ins Reich der Märchen.

Denn: Sie werden weder kurz- noch langfristig helfen, sondern die Kosten sogar in die Höhe treiben. Die Politik müsste die richtigen Stellschrauben drehen, sowohl in puncto Steuern und Umlagen als auch bei der Bürokratie – und zwar vor allem mit der Einführung von Strompreiszonen.

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KI-Steuer: Die größte Umverteilung des 21. Jahrhunderts?

17. Dezember 2025 um 11:00

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KI Steuer Künstliche Intelligenz

Schon 2017 hat Bill Gates die Einführung einer Robotersteuer gefordert. Jetzt werden die Rufe nach einer KI-Steuer lauter. Doch: Wie lässt sich KI sinnvoll besteuern – und: Können wir auf diese Art und Weise unseren Sozialstaat renovieren? Eine kommentierende Analyse.

Brauchen wir eine KI-Steuer?

  • Die Steuereinnahmen des Bundes und der Länder wachsen seit Jahren. Im Jahr 2024 summierten sich die Steuereinnahmen laut Statistischem Bundesamt auf 948 Milliarden Euro. Fast zwei Drittel entfallen dabei auf die Lohn- und Einkommensteuer (403 Milliarden Euro) und die Umsatzsteuer (209,6 Milliarden Euro).
  • Die Wirtschaftsberatung PwC hat im Juni 2025 ihr jährliches AI Jobs Barometer veröffentlicht. Die Ergebnisse skizzieren ein zweigeteiltes Bild. Einerseits verdienen Angestellte mit KI-Kenntnissen doppelt so viel wie noch 2024. Andererseits werden Studienabschlüsse immer unwichtiger und die Mitarbeitenden in Jobs mit hohem KI-Einsatz müssen sich immer schneller an neue Umstände gewöhnen. Zu einer solchen Flexibilität ist der Mensch evolutionär nicht gebaut.
  • Mit der Idee zu einer KI-Steuer werden auch gleich die mahnenden Stimmen laut. Eine solche europaweite Besteuerung könnte dazu führen, dass die Innovationen gebremst werden. Dem widerspricht der schweizerische Steueranwalt Xavier Oberson deutlich. Er argumentiert: Wenn Firmen aufgrund von Innovationen hohe Gewinne erzielen, zahlen sie auch heute schon Steuern. Trotzdem stellen sie deshalb den Erfindergeist nicht ein.

KI-Steuer: Umverteilung der Steuerlast

Die Kosten für die Finanzierung unseres Sozialstaats steigen. Durch eine alternde Bevölkerung benötigen wir ein größeres, feingliedriges Gesundheitssystem. Auch unser Rentensystem braucht dringend eine Überarbeitung, die mit Kosten in Milliardenhöhe verbunden ist. Und auch die Herausforderungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung werden durch KI nicht geringer.

Die Herausforderung dabei: Bislang werden viele Steuersubventionen und Investitionen des Staats durch die Einkommens- und Lohnsteuer finanziert. Die Arbeitnehmer sind in Deutschland für fast 50 Prozent der Steuereinnahmen verantwortlich – in den USA sind es sogar weit über 80 Prozent.

Wenn jedoch immer mehr Jobs durch KI und humanoide Roboter ersetzt werden, sinken die Steuereinnahmen. Dadurch geraten Staaten womöglich in Schieflage. Um das Risiko des Staatsbankrotts zu minimieren, müssen die neuen Angestellten besteuert werden – über eine KI-Steuer. Das ist nicht nur fair, sondern wichtig, damit unser soziales und politisches Gefüge nicht zusammenbricht.

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  • Schon 2021 hat sich Sam Altman, CEO von OpenAI, auf seinem Blog mit den sozioökonomischen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz beschäftigt: „Die kommende KI-Revolution wird ungeahnten Wohlstand hervorbringen. Arbeit wird in vielen Bereichen nahezu kostenlos, und die Welt verändert sich schneller, als wir es je erlebt haben. Nur durch eine ebenso mutige Politik können wir diesen Reichtum gerecht verteilen – und so den Lebensstandard der Menschen auf ein Niveau heben, das unsere Geschichte noch nie gesehen hat.“
  • In einem Interview spricht Dario Amodei, CEO von OpenAI-Konkurrent Anthropic, eine Warnung aus: „Künstliche Intelligenz könnte die Hälfte aller Einstiegsjobs im Angestelltenbereich vernichten – und die Arbeitslosigkeit in den nächsten ein bis fünf Jahren auf 10 bis 20 Prozent steigen lassen. KI-Unternehmen und Regierungen müssen aufhören, das Kommende schönzureden: die mögliche massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen in Technologie, Finanzwesen, Jura, Beratung und anderen Angestelltenberufen – insbesondere bei Einstiegspositionen.“
  • Kevin O’Neal, Managing Director of New Frontiers bei der Rockefeller Foundation, äußert sich positiv zu einer KI-Steuer: „Die extremste Ausprägung wären KI-Agenten, die sich selbst konzipieren, replizieren und verwalten können. Das hieße, das Kapital würde seine eigene Arbeit verrichten. Im Rahmen der aktuellen Steuergesetzgebung würde eine solche Verschiebung die Ungleichheit vergrößern und die staatlichen Einnahmen als Anteil am BIP schrumpfen lassen. Eine KI-Steuer könnte dazu beitragen, die Wettbewerbsbedingungen zwischen Menschen und Maschinen auszugleichen.“

Mit einer KI-Steuer die Zukunft sichern?

Zurecht besteht in Deutschland und Europa die Sorge vor einer Überregulierung von neuen Technologien durch politische Eingriffe. Eine KI-Steuer ist jedoch eher mit spezifischen Steuergesetzen wie der Hundesteuer, der Mineralölsteuer oder der Tabaksteuer vergleichbar. Wer auf den Konsum verzichtet oder entsprechende Rohstoffe nicht benötigt, wird auch nicht steuerlich belastet.

Das könnte zum Beispiel bedeuten: Firmen mit vielen humanoiden Robotern (zum Beispiel: Autokonzerne in der Fertigung) zahlen eine KI-Steuer, während Krankenhäuser und Seniorenheime mit menschlichen Mitarbeitern entlastet werden. Ebenso denkbar: Für jeden produzierten oder importierten KI-Chip werden Steuern fällig. Wer viele Chips und eine hohe Rechenleistung in Anspruckünh nimmt, zahlt mehr als Geringverbraucher.

Diese Einkünfte wiederum könnten dazu genutzt werden, um Umschulungen des Arbeitsamts im KI-Sektor zu finanzieren oder die Digitalisierung unseres Gesundheitssystems zu fördern. Wenn die Energiesteuer für den Erhalt der Straßen und den Ausbau von erneuerbaren Energien eingesetzt wird, kann eine KI-Steuer dazu verwendet werden, um unsere Gesellschaft krisenfest für die KI-Zukunft zu machen.

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Gefahr auf Rädern? Deutsche Bahn bestellt E-Busse aus China

16. Dezember 2025 um 11:00

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Deutsche Bahn E-Buss China BYD Elektrobusse

Die Deutsche Bahn hat eine Großbestellung für Busse mit Hybrid- oder Elektroantrieb bekanntgegeben. Einen Teil davon soll der chinesische E-Autobauer BYD liefern. Zahlreiche Politiker zeigen sich entsetzt – sowohl aus wirtschaftspolitischen Gründen als auch aufgrund eines möglichen Fernzugriffs aus China. Eine kommentierende Analyse.

Deutsche Bahn bestellt E-Busse aus China

  • In den kommenden Jahren will die Deutsche Bahn über 3.000 moderne Busse mit Hybrid- oder Elektroantrieb anschaffen. Das Unternehmen hat dazu Verträge mit verschiedenen Herstellern geschlossen. Die Busse sollen über die Regionalverkehrstochter DB Regio AG in ganz Deutschland eingesetzt werden.
  • Das Münchner Unternehmen MAN soll laut Bahn Hauptpartner bei der Beschaffungsmaßnahme sein. Rund fünf Prozent der E-Busse sollen vom chinesischen E-Autobauer BYD kommen – und zwar aus der ungarischen Produktionsstätte des Unternehmens. Die Deutsche Bahn bestätigte zudem „DB nachrangige Rahmenverträge mit IVECO, Scania, Daimler Buses und Zhongtong, um die Verfügbarkeit neuer Fahrzeuge abzusichern.“
  • Die Shoppingtour der Bahn beläuft sich offiziellen Angaben zufolge auf ein Volumen von über einer Milliarde Euro. Die Verträge sollen eine Laufzeit von sechs Jahren haben. Heiß konkret: Die bestellten Busse mit Hybrid- oder Elektroantrieb werden in den Jahren 2027 bis 2032 geliefert. Ziel der Deutschen Bahn ist es, ihre batterie-elektrisch angetriebene Bus-Flotte auszubauen.

Busse können aus China ferngesteuert werden

Zugegeben: Der Anteil der bestellten E-Busse von BYD ist mit fünf Prozent relativ gering. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die chinesische Regierung das Unternehmen mit Subventionen zuschüttet, um auf internationalen Märkten Fuß zu fassen.

Das machen doch europäische oder US-amerikanische Unternehmen auch; würden einige jetzt vielleicht argumentieren. Die wollen ihre Handelspartner aber nicht ausspionieren oder gegebenenfalls sogar manipulieren.

Denn: Untersuchungen aus Norwegen, Dänemark und Großbritannien zeigen, dass E-Busse aus China manipuliert und theoretisch von Peking aus ferngesteuert werden können – von Spionage in Form von Sensordaten und Kamerabildern ganz zu schweigen.

Doch die Verkehrsinfrastruktur ist kein Konsumgut, sondern sicherheitspolitische Grundversorgung. Der Verweis auf Ungarn als Produktionsstandort wirkt wie eine geopolitische Beschwichtigung. Entscheidend ist nicht, wo geschweißt wird, sondern wer Software, Updates und Systemarchitektur kontrolliert.

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  • Harmen van Zijderveld, DB-Vorstand für Regionalverkehr, in einem Statement: „Mit den neuen Bussen kommen unsere Fahrgäste weiterhin zuverlässig, komfortabel und umweltfreundlich ans Ziel. Die langlaufenden Verträge garantieren, dass wir immer moderne Fahrzeuge haben und diese eng mit den Herstellern weiterentwickeln können. Dass der weitaus größte Anteil der Busse von einem Münchner Hersteller kommt, ist eine gute Nachricht für den Industriestandort Deutschland.“
  • Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz warnt: „Auch angesichts der deutlichen Warnungen unserer Nachrichtendienste vor dem äußerst strategischen Agieren der chinesischen Staatsführung, auch und gerade in der Wirtschaftspolitik, muss zweifelsfrei sichergestellt sein, dass im Fall der Fälle eine weitreichende Manipulation kritischer Verkehrsinfrastruktur und das Abschalten ganzer Flotten aus der Ferne ausgeschlossen werden können.“
  • Auch CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisierte die Bestellung scharf: „Sicherheitspol fahrlässig, wirtschaftspol. töricht, strategisch kontraproduktiv. Geplanter Kauf von 700 CHN Elektrobussen durch die Deutsche Bahn muss verhindert werden. Das wäre genauso töricht, wie ein Hafen-Terminal an ein CHN Unternehmen zu verkaufen.“

Strittiger Bahn-Deal: Mögliche Szenarien

Ein mögliches Szenario des strittigen Bahn-Deals: Die Politik zieht technisch eine rote Linie, erzwingt vollständige Souveränität über Software und Daten und zahlt dafür vermutlich höhere Preise. Das wäre teuer, aber strategisch ehrlich.

Der Worst Case: Die Debatte geht unter, die China-Busse rollen und die Abhängigkeit zu staatlich kontrollierten Großkonzernen wächst geräuschlos weiter. Sicherheitsfragen dürften dann zu Wartungsverträgen umgedeutet werden, bis sie im Krisenfall plötzlich wieder politisch sind.

Im Idealfall erkennen aber vielleicht auch noch die letzten Rosabrillenträger, dass Deutschland und Europa eine neue geo- und wirtschaftspolitische Realität anerkennen müssen, in der die Großmächte USA, China und Russland alle anderen Länder in ihrem Eigeninteresse überrollen wollen.

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Überhastet? OpenAI veröffentlicht GPT-5.2

15. Dezember 2025 um 11:00

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GPT 52 OpenAI ChatGPT

OpenAI hat mit GPT-5.2 eine neue KI-Modellserie veröffentlicht. Nachdem Google mit Gemini 3 zuletzt massiv Boden gut gemacht hatte, haben die ChatGPT-Entwickler sämtliche Ressourcen gebündelt, um ihr neues KI-Modell aus dem Boden zu stampfen. Ein überhasteter Schnellschuss? Eine kommentierende Analyse.

Was kann GPT-5.2?

  • OpenAI-Chef Sam Altman hat Berichten zufolge unternehmensintern den Code Red ausgerufen. Da Google mit seinem neuen KI-Modell Gemini 3 massiv aufgeholt hat, wurden die Mitarbeiter des Unternehmens offenbar angewiesen, alles stehen und liegen zu lassen, um ChatGPT konkurrenzfähiger zu machen und die Veröffentlichung von GPT-5.2 zu beschleunigen.
  • Strenggenommen hat OpenAI mit GPT‑5.2 Pro, GPT‑5.2 Instant und GPT‑5.2 Thinking sogar drei neue KI-Modelle veröffentlicht. Hinter der Entwicklung der Pro- und der Thinking-Version steckt laut OpenAI ein Jahr intensive Zusammenarbeit mit Forschern aus verschiedenen Bereichen. Im November 2025 veröffentlichte das Unternehmen bereits erste Fallstudien, die zeigen, wie GPT-5 Wissenschaftler unterstützen könne. GPT-5.2 soll diese Ergebnisse noch toppen können.
  • GPT-5.2 soll insgesamt vor allem die Büroarbeit verbessern, sich aber auch für KI-Agenten und längere Workflows eignen. OpenAI zufolge eignet sich die neue KI-Modellserie „zum Erstellen von Tabellenkalkulationen, Präsentationen, Programmieren, Auswertung von Bildern, Verstehen längerer Zusammenhänge, Verwenden von Werkzeugen und Bearbeiten komplexer, mehrstufiger Projekte“.

GPT-5.2 wirft Fragen auf

OpenAI will ChatGPT mit GPT-5.2 in vielen Bereichen verbessert haben. Das neue KI-Modell soll auch deutlich weniger halluzinieren. Die ChatGPT-Entwickler wollen das anhand derselben Fragen im Vergleich zum vorherigen Modell bewiesen haben. Wie stark das Modell halluziniert, hängt aber nach wie vor vom Anwendungsbereich ab.

Von einem neuen oder verbesserten KI-Bildgenerator war derweil nicht die Rede. Dabei hat Google in diesem Bereich enorm aufgeholt. Zumindest laut der von OpenAI präsentierten Benchmark-Daten will das Unternehmen Gemini 3 aber in hier und da wieder überholt haben.

Die überhastete Veröffentlichung von GPT-5.2 wirft aber Fragen auf. Denn wenn „Code Red“ wirklich Realität war, steht weniger wissenschaftliche Reife im Vordergrund als vielmehr ein strategischer Befreiungsschlag. Dass Altman betont, wie „intelligent“ das Modell sei, klingt fast wie der Versuch, einen Vorsprung herbeizureden.

Außerdem mehren sich Nutzerberichte, die von einer abrupt veränderten Persönlichkeit des Modells sprechen – kühler, vorsichtiger, ablehnender. Das ist ein durchaus bekanntes Muster, da neue Modelle sicherer, aber oft auch weniger kooperativ wirken.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „GPT-5.2 ist da! Ab heute in ChatGPT und der API verfügbar. Es ist das intelligenteste allgemein verfügbare Modell der Welt und eignet sich besonders gut für Wissensaufgaben aus der Praxis.“
  • Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, gegenüber Reportern auf einer Pressekonferenz: „Wir haben insgesamt mehr Ressourcen für ChatGPT bereitgestellt, was meiner Meinung nach zur Veröffentlichung dieses Modells beiträgt, aber das ist nicht der Grund, warum es gerade diese Woche herauskommt. Wir haben viele Monate daran gearbeitet.“
  • Ein Reddit-Nutzer schreibt: „Ich habe 5.2 getestet und plötzlich scheint es in seinen Antworten sehr negativ und kalt zu sein. Außerdem lehnt es grundlegende Dinge ab, die in keiner Weise sensibel sind und erfindet willkürliche Sicherheits- oder Richtlinienbedenken. Wird OpenAI bei jeder Veröffentlichung dieses Hin und Her mit der Persönlichkeit machen?“

GPT-5.2: Schnellschuss oder großer Wurf?

Wie GPT-5.2 wirklich performt, werden erst die kommenden Wochen über eine breitere Nutzerbasis zeigen – und zwar jenseits kontrollierter Demo-Daten und Presseversprechen. Entscheidend wird sein, ob das Modell die Balance zwischen Sicherheit, Kreativität und Nützlichkeit besser trifft als seine Vorgänger.

Sollte OpenAI mit dem Schnellstart tatsächlich zu früh an den Markt gegangen sein, dürfte die Community das schnell aufdecken. Gleichzeitig könnte der Druck durch Google dafür sorgen, dass GPT-5.2 zügig nachgeschärft wird.

Für OpenAI wird damit die Frage zentral, ob GPT-5.2 nicht nur die Fachaufgaben erfüllt, sondern auch das Vertrauen der breiten Nutzerschaft zurückgewinnt. Wenn das gelingt, könnte das Modell ein großer Wurf werden; wenn nicht, wäre es ein weiterer Beleg dafür, dass der KI-Wettlauf auf vermeintlicher Innovation beruht.

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