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Darum warnen KI-Anbieter vor ihren eigenen Produkten

13. Oktober 2026 um 11:00

Der Beitrag Darum warnen KI-Anbieter vor ihren eigenen Produkten erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.

Kalkül KI-Anbieter warnen Panikmache

Mehrere KI-Anbieter warnen vor ihren eigenen Produkten und fordern eine Entwicklungspause. Klingt verantwortungsvoll? Ist es aber nicht! Denn wer Milliarden in eine Technologie pumpt und dann hintenrum vor vermeintlichen Gefahren warnt, will nicht schützen, sondern schlichtweg in die Schlagzeilen. Eine kommentierende Analyse.

Weltuntergang durch KI? Das ist Doom Trolling!

  • Von OpenAI über Google bis hin zu Anthropic und einigen chinesischen Firmen: Mittlerweile haben alle großen KI-Anbieter diverse Sicherheitspannen eingeräumt. Immer ging es grob gesagt darum, dass künstliche Agenten aus Testumgebungen ausgebrochen sind und sich Zugang zum freien Internet verschafft haben. Einige haben sogar fremde Unternehmen gehackt, um ihrer ursprünglichen Aufgabe nachzukommen. Den Anbietern zufolge war nichts davon vorgesehen. Die Kontrollmechanismen hatten versagt. Daraufhin haben sich die führenden KI-Unternehmen aus den USA für eine KI-Entwicklungspause ausgesprochen. Ausgangspunkt war ein Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei. OpenAI-CEO Sam Altman und xAI-Boss Elon Musk stimmten zu.
  • Der International AI Safety Report 2026 stuft ein hypothetisches „Kontrollverlust-Szenario“ als eines der potenziellen Risiken von Künstlicher Intelligenz ein. Sprich: Wenn KI fernab von menschlicher Kontrolle agiert, ohne dass die Chance besteht, die Kontrolle zurückzuerlangen. Dem Bericht zufolge fehlen aktuellen Modellen aber die Fähigkeit, solche Risiken auszulösen. Allerdings würden sich die heutigen KI-Systeme in relevanten Bereichen, wie dem autonomen Betrieb, bereits verbessern. An dem Report waren über 100 internationale KI-Experten beteiligt. Turing-Preisträger Yoshua Bengio hat die Untersuchung geleitet.
  • US-Informatikprofessor Cal Newport hat die Kommunikationsstrategie der KI-Anbieter in einem Gastbeitrag für die New York Times als paradox bezeichnet und unter „Doom Trolling“ eingeordnet. Was er meint: Der Begriff beschreibt eine Strategie, bei der Unternehmen oder Personen gezielt mit extremen Untergangsszenarien jonglieren, um Aufmerksamkeit zu generieren oder bestimmte Reaktionen hervorzurufen. Aus Newports Sicht machen die KI-Anbieter das aus zwei Gründen. Entweder, weil sie wirklich daran glauben, dass KI eines Tages die Menschheit auslöschen könnte. Oder, weil sie Untergangsszenarien bewusst säen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen – sowohl medial als auch mit Blick auf Investoren.

Warum die KI-Warnungen eine PR-Masche sind

Zigarettenhersteller, die freiwillig das Rauchen kritisieren, oder Ölkonzerne, die vor dem Klimawandel warnen? Undenkbar! Doch bei KI wollen ausgerechnet die Anbieter zu ihrer eigenen Kontrollinstanz werden. Dabei wäre es in nahezu jeder anderen Branche völlig normal, ein Produkt nicht auf den Markt zu bringen, wenn es nicht sicher genug ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Doch was bei KI abgeht, sprengt jeglichen Rahmen.

Denn: OpenAI, Anthropic und Co. sind alles andere als plötzliche Samariter, die die Menschheit vor einer Technologie schützen wollen, die sie obendrein selbst entwickelt haben. Ihre Warnungen sind Teil einer gigantischen PR-Maschinerie. On top kommt, dass viele Medien als Steigbügelhalter agieren, indem sie mit der Angst vor einer mutmaßlich rebellierenden Super-KI offenbar deutlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als mit einer nüchternen Diskussion über Sicherheitslücken.

All das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn wer wirklich Verantwortung übernehmen will, müsste vielleicht einfach mal die Klappe halten und KI-Modelle erst dann veröffentlichen oder anpreisen, wenn auch die Kontrollmechanismen funktionieren. Oder: Welches Unternehmen würde denn freiwillig oder aus Ignoranz Glasscherben in seinen Lebensmitteln zulassen, nur um anschließend davor zu warnen?

Entgegen der aktuellen Panikmache wird kein einziges KI-Modell plötzlich vor deiner Haustür sitzen und dir den Nachbarschaftskrieg erklären. KI-Modelle hängen nämlich an Rechenzentren, der Versorgung mit Strom und einer digitalen Infrastruktur. Und die lassen sich alle abschalten. Die reale Gefahr sind also nicht die KI-Modelle selbst, sondern naive Anbieter, ungeprüfte Sicherheitslücken und schlichtweg nicht verantwortungsvolle Idioten.

Stimmen

  • Timnit Gebru, Informatikerin und Expertin für KI-Ethik, vermutet hinter den Warnungen der KI-Anbieter ein Ablenkungsmanöver. In einem Beitrag für MIT Technology Review schreibt sie: „Laut der KI-Branche sollten wir uns mehr Sorgen um einen fiktiven Maschinengott machen als um die Klimakatastrophe, die diese Rechenzentren verschärfen, um das Asthma der Anwohner, um die steigenden Stromrechnungen der Öffentlichkeit, die sie subventioniert, oder um das Wasser, das zu ihrer Kühlung umgeleitet wird.“
  • KI-Experte Jacob Coxon ist offenbar anderer Meinung. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) warnt er: „Ich habe heute bei Anthropic gekündigt. (… ) Keines der beiden Unternehmen handelt verantwortungsbewusst. (… ) Unterschätzt nicht die Leistungsfähigkeit dieser Technologie. Bald wird es übermenschliche Systeme geben, die alles hacken, jeden Bereich über Nacht revolutionieren und echte Macht und Ressourcen an sich reißen können. Die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass sie uns alle bis zum Ende dieses Jahrzehnts auslöschen könnte. Das ist kein Marketing-Gag.“
  • Antonio Krüger ist Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), das der deutsche Vertreter im Expertenbeirat des International AI Safety Report 2026 ist. In einem Statement betont Krüger zwar ebenfalls, dass es KI-Sicherheitsmechanismen braucht, verfällt aber nicht in tosenden Alarmismus: „KI-Sicherheit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Jetzt müssen wir auf nationaler Ebene institutionalisieren, was der KI-Sicherheitsbericht bereits aufzeigt. Andere wichtige KI-Nationen sind uns in dieser Hinsicht einen Schritt voraus. (… ) Was uns noch fehlt, ist ein Airbag für KI. Ein zuverlässiger Schutzmechanismus, der uns schützt, bevor großer Schaden entsteht. Ich bin sicher, dass die Forschung zu vertrauenswürdiger KI weiterhin wichtige Erkenntnisse darüber liefern wird, wie wir in Zukunft sichere KI erreichen können.“

So geht es mit der KI-Debatte weiter

Die Panikmache rund um KI wird vermutlich kein jähes Ende finden, denn sie funktioniert für die KI-Anbieter leider wie mediale Schlagzeilen. Ein KI-Unternehmen, das seine Sicherheitsprotokolle verschärft, klingt langweiliger als ein KI-Agent, der aus einer Testumgebung ausbricht und Dinge tut, die er vermeintlich nicht darf.

Indes: OpenAI und Co. werden im Hinterkämmerchen vermutlich eh weiter an ihren Modellen tüfteln – KI-Pause hin oder her. Meine Vermutung: Es wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern. Ohnehin entscheidender ist die Frage, ob KI irgendwann theoretisch außer Kontrolle geraten könnte – weil der Mensch als Instanz versagt.

Szenarien, in denen eine KI etwa Nuklearwaffen startet, sind theoretisch zwar denkbar, aber eher unrealistisch. Die deutlich größere Gefahr schlummert derweil in KI-gesteuerter Desinformation, Halluzinationen, Sicherheitslücken oder schlicht einem verantwortungslosen Umgang. Oder: KI ist eben nur so gut oder schlecht wie die Kontrolle, die Menschen über sie ausüben.

Man sollte deshalb aufhören, das Außer-Kontrolle-Gelaber der KI-Anbieter einfach nur nachzuplappern, damit nicht OpenAI und Co. wie bislang den Diskurs steuern. Stattdessen sollten alle mal ein bisschen runterkommen. Denn worum es vielmehr geht, ist weniger Weltuntergangsschwachsinn – sondern mehr Kontrolle, mehr Transparenz und ein kritischer Blick auf diejenigen, die vor KI warnen, damit gleichzeitig aber Geld scheffeln. Oder: Was die großen KI-Anbieter aktuell treiben, ist nicht nur Kalkül, sondern einfach nur krank!

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Ohr-Akupressur-Patches aus „Höhle der Löwen“: 9 Fragen an ZENNY (+ Gewinnspiel)

05. Oktober 2026 um 20:15

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Ohr Akupressur Patches Höhle der Löwen Zenny

In diesem Fragebogen stellen wir den Teilnehmern der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ Fragen zu ihren Produkten und Erfahrungen in der Sendung. Diesmal: Der Erfinderin der Ohr-Akupressur-Patches von ZENNY. 

Manche Ideen entstehen am Schreibtisch. Andere direkt aus dem Leben. Und manchmal ist es ein Schicksalsschlag, der den Blick auf ganz alltägliche Dinge verändert. Als Jelenas Mutter an Brustkrebs erkrankte, lernte sie während der Chemotherapie über ihre Osteopathin Ohr-Akupressur kennen. Sie begleitete ihre Mutter durch diese Zeit und begann, sich selbst immer intensiver mit der Methode zu beschäftigen.

Was sie dabei nicht mehr losließ, war weniger die Methode selbst als der Zugang dazu: Termine, Wissen, Kosten. Warum sollte eine Form der Selbstfürsorge, die sich so unkompliziert anfühlen kann, nicht auch zu Hause oder unterwegs möglich sein?

Diese Frage ließ sie nicht mehr los. Rund eineinhalb Jahre entwickelte, testete und optimierte Jelena ihre Idee, bis daraus ZENNY entstand: ein modernes Self-Care-Ritual, das Wellness, Stil und unkomplizierte Anwendung miteinander verbindet. Das Herzstück sind selbstklebende Ohr-Akupressur-Patches mit 24k-goldplattierten Edelstahlkügelchen. In die „Höhle der Löwen“ konnte die Gründerin einen Deal mit Investor Ralf Dümmel einfahren. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen und ihrem Produkt befragt.

ZENNY: Die Ohr-Akupressur-Patches aus „Höhle der Löwen“

BASIC thinking: Hallo Jelena, du bist in Staffel 20 von „Die Höhle der Löwen“ dabei. Wie
fühlt sich das an?

Ehrlich gesagt: immer noch ziemlich unwirklich! Ich habe ZENNY aus einer sehr persönlichen Geschichte heraus aufgebaut – mit sehr viel Herzblut, anderthalb Jahren Entwicklungszeit und der festen Überzeugung, dass ein jahrtausendealtes Ritual endlich für jeden zugänglich sein sollte. Jetzt bei „Die Höhle der Löwen“ dabei zu sein und ZENNY einem Millionenpublikum zeigen zu dürfen, ist ein riesiger Moment für mich und meinen Geschäftspartner.

Was macht dein Produkt so besonders?

ZENNY ist ein Ohrakupressur-Ritual für zuhause. Herzstück sind unsere Ear Seeds: winzige, selbstklebende Patches aus Silikon mit einer 24-Karat-goldplattierten Kugel, die auf bestimmte Punkte am Ohr aufgebracht werden – ganz ohne Nadeln, ohne Termin, ohne Vorkenntnisse. Die Tradition der Ohrakupressur selbst ist über 2.000 Jahre alt und Teil der traditionellen chinesischen Medizin, in der das Ohr als eine Art Landkarte des Körpers gilt. Das wirklich Neue an ZENNY ist, dass wir dieses Wissen alltagstauglich gemacht haben: Statt medizinischer Fachbegriffe liefern wir illustrierte Ohrkarten, sortiert nach Alltagsmomenten wie „Unruhige Nächte“, „Hektische Tage“ oder „Schreibtischmarathon“. Und weil Gold am Ohr aussieht wie Schmuck und nicht wie Therapie, tragen unsere Kundinnen ZENNY im Büro, im Meeting oder beim Sport – Selfcare, die niemand sehen muss, aber sehen darf. Aktuell gibt es eine Variante, weitere sind in Arbeit.

Wie bist du auf die Idee und das Konzept von ZENNY gekommen?

Die Idee ist aus einer sehr persönlichen Erfahrung entstanden: Meine Mutter hat während einer schweren Erkrankung von ihrer Osteopathin die traditionelle Ohrakupressur gezeigt bekommen, weil klassische Akupunktur mit Nadeln für sie nicht infrage kam. Was mich damals am meisten beschäftigt hat, war nicht die Methode selbst, sondern die Zugangshürde: Für jede Anwendung brauchte sie einen Termin und musste dafür bezahlen. Ich habe mich gefragt, warum nicht einfach jeder dieses Ritual zuhause für sich nutzen kann. Gemeinsam mit meinem heutigen Geschäftspartner, dessen Familie eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht hat, habe ich mit Osteopathinnen gesprochen, die Studienlage gesichtet und anderthalb Jahre an Produkt und Verständlichkeit gearbeitet. So ist ZENNY entstanden.

ZENNY in „Die Höhle der Löwen“

Und wie bist du bei DHDL gelandet?

Auf ZENNY wurde die Redaktion von „Die Höhle der Löwen“ über LinkedIn aufmerksam. Aus dem ersten Kontakt entwickelte sich schnell ein spannender Austausch und kurz darauf startete auch schon der Bewerbungsprozess für die Sendung. Ohrakupressur kennt in Deutschland kaum jemand, und in 15 Sekunden Werbung bekommt man weder die Methode noch ihre Einfachheit vermittelt. „Die Höhle der Löwen“ gibt uns genau das: Zeit, Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, live zu zeigen, wie ein Ear Seed geklebt wird. Dazu kommt der Handel: Wir haben es mit reiner Überzeugungsarbeit in über 500 Rossmann-Filialen geschafft, und für den nächsten großen Schritt in die Fläche ist genau diese Bühne unschlagbar.

Was ging kurz vor deinem Pitch in dir vor?

Aufregung pur! Ich war noch nie in meinem Leben so nervös und dachte, mein Herz springt mir aus der Brust. Es hat sich so angefühlt, als müsste ich aus einem Flugzeug springen. Ich wusste, dass ich mit einem erklärungsbedürftigen Produkt reingehe und dass nicht jeder sofort verstehen würde, worum es geht – das erlebe ich auf jeder Messe. Also habe ich mir vorgenommen: Ich muss nicht alle überzeugen, ich muss die oder den Richtigen überzeugen. Mit dieser Klarheit im Kopf bin ich mit großem Respekt, aber ohne Angst vor die Löwen getreten und habe mich mit diesem Gedanken im Studio versucht zu beruhigen.

Wie liefen die Verhandlungen nach der Show?

Wir waren natürlich total happy, dass wir uns einen Deal mit Ralf Dümmel sichern konnten. Direkt nach dem Pitch habe ich sein Team kennengelernt und plötzlich wurde aus diesem unglaublichen TV-Moment etwas ganz Reales. Danach ging es direkt in die ersten Gespräche, Abstimmungen und gemeinsamen Planungen. Für mich war das super spannend, weil ich schnell gemerkt habe, wie viel Erfahrung und Tempo jetzt dazukommt. Seitdem arbeiten wir gemeinsam daran, ZENNY weiter nach vorne zu bringen und freuen uns riesig auf alles, was noch kommt.

Was ist seit dem Dreh und der Teilnahme mit dir und deinem Produkt passiert?

Es hat sich einiges getan: Seit Sommer 2026 ist ZENNY in über 500 Rossmann-Filialen gelistet. Parallel haben wir Produktion und Lagerbestände hochgefahren, unseren Online-Shop technisch optimiert und das Packaging weiterentwickelt, damit die Selbstanwendung noch leichter fällt. Und natürlich haben wir parallel mit Hochdruck auf den großen Moment hingearbeitet: die Ausstrahlung von ZENNY bei „Die Höhle der Löwen“.

Ohr-Akupressur-Patches aus „Höhle der Löwen“: So geht es mit ZENNY weiter

Wie geht es jetzt weiter?

Mit der Ausstrahlung bei „Die Höhle der Löwen“ ist für uns ein riesiger Meilenstein erreicht, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Wir möchten die Aufmerksamkeit nutzen, um ZENNY weiter aufzubauen: mit neuen Handelspartnern, einem wachsenden Sortiment und einer starken Community rund um Self-Care und persönliche Wellness-Routinen. Unser Ziel ist, ZENNY langfristig als feste Marke in diesem Bereich zu etablieren und noch viele weitere Menschen für unser Ritual zu begeistern.

Wenn du zurückblickst: Wie bewertest du deine Erfahrungen bei DHDL?

Die Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“ war für mich eine der wertvollsten und aufregendsten Erfahrungen auf meinem bisherigen Gründerweg. ZENNY vor den Löwen zu präsentieren, das eigene Konzept in wenigen Minuten auf den Punkt zu bringen und am Ende tatsächlich mit einem Deal mit Ralf Dümmel aus der Höhle zu gehen, war einfach ein unglaublicher Moment. Gleichzeitig habe ich in dieser Zeit enorm viel gelernt, über mein Produkt, über mich als Gründerin und darüber, wie wichtig es ist, an die eigene Idee zu glauben und sie mit voller Überzeugung zu vertreten. „Die Höhle der Löwen“ hat ZENNY noch einmal auf ein ganz neues Level gebracht und ich bin sehr gespannt, wohin die gemeinsame Reise jetzt führt.

Gewinnspiel: Sicher dir die Ohr-Akupressur-Patches von ZENNY aus „Höhle der Löwen“

Als Medienpartner verlosen wir die Ohr-Akupressur-Patches von ZENNY aus „Die Höhle der Löwen“ unter allen Newsletter-Abonnenten von BASIC thinking. Du musst nur bis zum Stichtag am 25. Oktober 2026 (18:00 Uhr) unseren Newsletter abonniert haben und uns bis dahin einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen, warum die Ohr-Akupressur-Patches von ZENNY haben möchtest.

Den Gewinner ziehen wir am 25. Oktober 026 und benachrichtigen ihn anschließend umgehend per E-Mail. Wir wünschen viel Glück!


Einsendeschluss ist Sonntag, der 25. Oktober 2026, 18 Uhr. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden ausschließlich korrekt ausgefüllte Kommentare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Der Gewinnanspruch verfällt, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder sich nicht nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels (BASIC thinking GmbH) meldet. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.

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Neue Regeln für E-Autos als Speicher – doch es bleibt kompliziert

05. Oktober 2026 um 11:00

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Netzagentur Bidirektionales Laden E-Autos Elektromobilität

Seit Oktober 2026 gelten in Deutschland neue Regeln für das bidirektionale Laden. Die Bundesnetzagentur feiert das als Durchbruch und die Autobranche wittert ein neues Geschäftsmodell. Doch für Verbraucher bleibt der Weg zum rollenden Stromspeicher teuer und kompliziert. Bis zu 720 Euro Prämie pro Jahr klingen zwar verlockend, aber wer erst eine Wallbox für mehrere tausend Euro kaufen muss, braucht einen langen Atem. Eine kommentierende Analyse.

Was bidirektionales Laden ist und welche Prämie es gibt

  • Bidirektionales Laden meint das Laden in zwei Richtungen. Will heißen: E-Autos beziehen sowohl Energie aus dem Netz und speisen auch ungenutzte Energie zurück. Dieses Prinzip wird auch Vehicle-to-Grid (V2G) genannt. Elektroautos können so als Energiespeicher genutzt werden. Laut einer Studie schadet das den Batterien kaum. Eine weitere Form des bidirektionalen Ladens ist Vehicle-to-Load (V2L), bei dem E-Autos über einen Stromstecker als Powerbank für einzelne Geräte genutzt werden können. Bei Vehicle-to-Home (V2H) speisen Stromer derweil direkt zum Eigenverbrauch ins Hausnetz ein. Vehicle-to-Building (V2B) macht mehrere Fahrzeuge für die Versorgung von gewerblichen Gebäuden nutzbar.
  • Energieversorger können dank V2G von einer gewissen Flexibilität profitieren, während Fahrzeughalter eine Prämie erhalten. Berechnungen von Eon und BMW zufolge kann diese bei bis zu 720 Euro pro Jahr liegen – bei acht Stunden täglicher Netzanbindung. Eine Studie geht bis 2030 von rund 500 Euro pro Jahr aus. Mit 720 Euro ließen sich circa 14.000 Kilometer Reichweite laden. Im Schnitt legt ein Pkw in Deutschland 12.320 Kilometer pro Jahr zurück. Im September 2025 hat der Bundestag zudem einen Gesetzesentwurf durchgewunken, der eine Hürde für das bidirektionale Laden beseitigt. Elektroautos werden rechtlich mit stationären Batteriespeichern gleichgestellt. Die Doppelbelastung durch Netzentgelte beim Ein- und Ausspeichern entfällt seit Anfang 2026.
  • Kleiner Haken: Grünstrom und Netzstrom mussten in Energiespeichern bislang streng getrennt voneinander behandelt werden. Will heißen: Die EEG-Förderung gab es nur für reine Grünstromspeicher. Bidirektionale Ladepunkte, die sowohl zum Laden von E-Autos als Stromspeicher als auch zur Rückspeisung von Strom aus den Autos genutzt werden können, waren davon bisher ausgenommen. Diese starren Begrenzungen will die Bundesnetzagentur mit der sogenannten MiSpeL-Festlegung überwinden. Unternehmen und Verbraucher, die am Strommarkt teilnehmen wollen, sollen ihre Stromspeicher und Ladepunkte demnach zu ihrem eigenen Vorteil nutzen können. Das soll dem Strommarkt und der Integration der Erneuerbaren zugutekommen. Seit Oktober 2026 gelten neue Regeln für bidirektionales Laden. In einer Übergangsphase bis Ende September 2027 ist die praktische Anwendung allerdings noch von der Zustimmung des Netz- und Messstellenbetreibers abhängig.

Warum sich V2G für die meisten noch nicht rechnet

Das bidirektionale Laden ist vielversprechend; aber noch kein lohnenswertes Geschäft für die breite Masse. Wer derzeit etwa einsteigt, braucht nicht nur ein passendes E-Auto, sondernpkwnetz oft auch eine bidirektionale Wallbox für 2.000 bis 4.000 Euro. Beim nächsten Fahrzeugwechsel kann die teure Hardware zudem im schlimmsten Fall zu einer Art Briefbeschwerer verkommen. Oder: Die mitunter suggerierte Energierevolution findet zunächst einmal in der Theorie statt; als eine ziemlich kostspielige Eintrittskarte sozusagen.

Dabei ist die Idee keineswegs eine reine Spielerei. Vor allem in Kombination mit einer Solaranlage kann ein E-Auto nämlich zu einem sinnvollen Stromspeicher werden. Mittags Solarstrom rein, abends wieder ins Haus oder raus. Ein stationärer Speicher kann dadurch teilweise sogar überflüssig werden.

Es ist aber entscheidend, ob AC oder DC zum Einsatz kommt. Während beim Wechselstrom-Laden das Auto selbst die Umwandlung übernehmen muss, braucht es für bidirektionales DC-Laden die entsprechende Technik in der Wallbox. Das macht DC-Lösungen leistungsfähiger, aber eben auch teurer, was einen Teil der hohen Einstiegskosten erklärt. Auch mit dynamischen Stromtarifen lässt sich das Prinzip nutzen. Stichwort: günstig laden, teuer entladen. Nur: Bis sich das rechnet, braucht es Geduld und deutlich mehr als ein paar günstige Kilowattstunden.

Deshalb ist das laute Jubeln der Energieversorger derzeit etwas verfrüht. Eine juristische Blockade ist gefallen, doch hohe Anschaffungskosten und streng formulierte Garantiebedingungen der Autobauer stehen nach wie vor im Weg. Bidirektionales Laden kann ein Baustein der Energiewende werden – aber aus einem E-Auto wird nicht automatisch über Nacht eine Gelddruckmaschine.

Stimmen

  • Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, in einem Statement: „Die MiSpeL-Festlegung wird im Markt dringend erwartet. Sie wird unzählige große und kleine Stromspeicher sowie Ladepunkte für das Stromsystem aktivieren. Damit können Millionen von engagierten Haushalten zu aktiven Gestaltern der Energiewende werden. Die bidirektionale Nutzung von Ladepunkten hilft der Elektromobilität und dem Stromsystem. Wir haben die Regelungen nochmals angepasst, um für Ladepunkte die Vereinfachungen und Pauschalisierungen noch besser zu erschließen. Deutschland kann so zu einem Vorreiter beim bidirektionalen Laden werden.“
  • Christian Chudoba, Chef des Energie-Software-Unternehmens Lumenaza, schrieb bereits einen Monat vor dem Beschluss der Bundesnetzagentur, als dieser sich angebahnt hatte, in einem Beitrag auf LinkedIn: „Darüber habe ich mich zunächst wirklich gefreut. Beim Blick auf den Zeitplan relativiert sich der positive Eindruck allerdings wieder etwas. Bis zum 30. September 2027 kann MiSpeL nur im Einvernehmen mit dem jeweiligen Netzbetreiber und Messstellenbetreiber angewendet werden. Ein früherer Start ist also theoretisch möglich, aber keineswegs sicher. Ich bezweifle deshalb, dass wir vor Oktober 2027 mit einer breiten und verlässlichen Umsetzung rechnen können.“
  • Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), in einem Statement: „Mit der Festlegung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL) hat die Bundesnetzagentur den Weg dafür bereitet, dass das bidirektionale Laden in Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte werden kann. (…) Einen ähnlich pragmatischen Ansatz braucht es nun auch in den laufenden parlamentarischen Beratungen zum EEG 2027. Die flexible Rückspeisung aus bidirektionalen Elektrofahrzeugen darf nicht durch pauschale Begrenzungen der Einspeiseleistung ausgebremst werden. Denn klar ist: Bidirektionales Laden ist eine entscheidende Zukunftstechnologie für Elektromobilität und Energiesystem. Dafür braucht es einen regulatorischen Rahmen, der einfach, skalierbar und massenmarkttauglich ist.“

Wann wird bidirektionales Laden alltagstauglich?

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur ist begrüßenswert. Denn eine weitere Hürde auf dem Weg zu einem flexibleren und nachhaltigeren Stromsystem fällt. Oder: Angesichts einer durchaus immer stärker schwankenden Stromerzeugung aus Wind und Solar ist jede zusätzliche Speichermöglichkeit willkommen. Doch die an sich positive Änderung einer einzelnen Spielregel mündet nicht von heute auf morgen in einem funktionierenden Geschäftsmodell.

Bis all das im Alltag ankommt, dürften noch einige Jahre vergehen. Denn: Die Netzbetreiber müssen mitspielen, kompatible E-Autos und Wallboxen vorhanden sein, ebenso Wechselrichter und ein funktionierendes Energiemanagementsystem. Hinzu kommen eine netzkonforme Installation und Anmeldung. Zudem sparen sich viel zu viele Hersteller bislang die nötigen Software-Freigaben in den Motorsteuergeräten. Ältere Modelle verweigern on top teilweise den rückwärtigen Stromfluss trotz passendem Stecker konsequent.

Und: Auch hinter der Batteriegarantie steht ein Fragezeichen. Gewöhnlich versprechen Hersteller etwa acht Jahre oder 160.000 Kilometer, beziehen diese Zusage aber auf das reguläre Fahren und Laden. Hinzu kommt die Frage, welche Ladetechnik sich langfristig durchsetzt. AC-Lösungen könnten günstiger und einfacher zu integrieren sein, während DC beim bidirektionalen Laden technische Vorteile birgt, aber entsprechend teurer ist.

Es geht also nicht nur darum, ob V2G funktioniert, sondern ob sich die dafür nötige Technik über Stromerlöse und Einsparungen tatsächlich amortisiert. Oder: Selbst wenn bidirektionales Laden der Batterie kaum schadet, heißt das noch lange nicht, dass der Hersteller dafür geradesteht. Kurzum: Der Beschluss der Netzagentur ist erfreulich. Aber es bleibt kompliziert. Doch je mehr Akteure mitspielen, desto eher kann sich das ändern. Und desto interessanter wird das E-Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Teil des Stromnetzes.

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Dots: OpenAI verniedlicht die Risiken seiner neuen KI-Agenten

01. Oktober 2026 um 11:00

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OpenAI Dots KI-Agenten Künstliche Intelligenz

OpenAI hat mit Dots neue KI-Agenten vorgestellt, die eigenständig E-Mails schreiben, Termine planen und Apps bedienen sollen – und zwar sogar dauerhaft und im Hintergrund. Das klingt einerseits nach einem echten Produktivitätssprung. Andererseits ist die Verniedlichung als digitale Büro-Haustiere alles andere als Zufall. Sie lenkt davon ab, dass eine Software mit Zugriff auf hochsensible Daten weitgehend autonom handeln soll. Eine kommentierende Analyse.

OpenAI: Was ist Dots – und was können die KI-Agenten?

  • Mit Dots hat OpenAI dauerhaft aktive KI-Agenten präsentiert. Sie sollen über einzelne Chats hinaus Aufgaben erledigen können. Die Assistenten basieren auf dem Modell GPT-6 Astra und verfügen über einen eigenen Cloud-Computer samt Browser. OpenAI zufolge können die Dots auf angebundene Apps und Dienste zugreifen, Aufgaben an Unteragenten delegieren, wiederkehrende Tätigkeiten ausführen und selbstständig nach Informationen suchen. Nutzer sollen Aktivitäten verfolgen und jederzeit eingreifen können. Die KI-Agenten können unter anderem E-Mails schreiben, Termine koordinieren, andere Apps durchsuchen oder Präsentationen aktualisieren.
  • OpenAI führt Dots schrittweise ein. Unternehmenskunden erhalten zunächst jeweils einen Agenten ohne Aufpreis. Privatnutzer sind im europäischen Wirtschaftsraum zunächst außen vor – selbst mit Bezahlabo. Langfristig will OpenAI seine Dots-Assistenten aber auch für eine breitere Nutzerschaft verfügbar machen. Da die Agenten auf persönliche und geschäftliche Daten und Dienste zugreifen können, hat OpenAI mehrere Schutzmechanismen eingebaut. Die Cloud-Umgebungen einzelner Nutzer sollen etwa voneinander isoliert sein. Bei Anmeldeverfahren und App-Zugriffen sollen Passwörter nicht in den Modellkontext gelangen. Für bestimmte Aktionen, die besonders sensibel sind, seien zusätzliche Bestätigungen erforderlich.
  • Facebook-Konzern Meta hat mit Muse ebenfalls einen KI-Assistenten für den Alltag präsentiert. Auch dieser Agent kann nicht nur Fragen beantworten, sondern auch selbstständig E-Mails lesen und verfassen, Formulare ausfüllen und sogar Online-Käufe tätigen. Dazu merkt sich die KI die Nutzer-Vorlieben und macht ohne Aufforderung eigene Vorschläge. Der Agent ist auch aktiv, wenn die App geschlossen ist. Laut Meta werden sensible Daten wie Passwörter oder Kontonummern in einen separaten Speicher ausgelagert, der getrennt von anderen Nutzern ist und auf den Muse angeblich keinen direkt einsehbaren Zugriff hat. Zu Muse gibt es mittlerweile auch ein hochumstrittenes KI-Tamagotchi, das Nutzer ständig mit sich führen können.

Putziges Äußeres, riskante Autonomie – gefährdeter Datenschutz

Autonome KI-Agenten können vor allem im Arbeitsalltag ein echter Gewinn sein. Denn wer das Sortieren von E-Mails, das Koordinieren von Terminen oder das Zusammentragen von Informationen auslagert, spart im Idealfall viel Zeit und Mühe.

Vor allem im Unternehmenskontext ist deshalb nachvollziehbar, warum OpenAI so energisch vorprescht. Denn dort schlummern potenzielle Einnahmen, die das Unternehmen dringend braucht. Aber: Immer eigenständigere Agenten sind auch mit einem immer höheren Risiko verbunden, zumal viele Risiken autonom handelnder KI-Systeme noch ungelöst sind.

Die Dots kommen zudem zu einer Zeit, in der OpenAI mit zahlreichen Fällen zu kämpfen hat, in denen Agenten schon Grenzen überschritten oder unerwartete Aktionen ausgeführt haben. Ausgerechnet kurz vor der Dots-Präsentation wurde zudem die Veröffentlichung von GPT-6.1 Astra wegen Sicherheitsbedenken gestoppt (€). Berichten zufolge ging es unter anderem um ein täuschendes Verhalten oder das Ausführen von Aktionen, für die keine erforderliche Zustimmung vorlag.

Für Dots sind das alles andere als gute Vorzeichen. Indes: Die Verniedlichung des KI-Agenten wirkt fast schon wie ein groteskes Kontrastprogramm zur technischen Realität. Ob Dot, Dottie oder Döttchen; all diese Agenten kommen wie ein Büro-Haustier daher und nicht wie eine Software, die E-Mails lesen, Anwendungen bedienen und im Zweifel selbstständig handeln darf.

Meta macht es mit Muse ähnlich und stopft den Agenten sogar in ein harmlos anmutendes Tamagotchi. Getreu dem Motto: Je putziger der Name und das Antlitz, desto leichter gerät in Vergessenheit, dass dort nicht nur ein digitales Plüschtier sitzt, sondern ein System mit Zugriff auf potenziell hochsensible Daten und Dienste.

Stimmen

  • Holly Li, Mitglied des OpenAI-Produktteams, demonstrierte ihren persönlichen „Dottie“ auf dem DevDay von OpenAI (ja, man kann den Dingern Namen geben). Sie erklärte: „Wir alle werden den ganzen Tag über mit Anfragen bombardiert. Jetzt kann ich den Thread an Dottie weiterleiten. Ich kann die Aufgabe einfach delegieren. Ich kann entscheiden, was meine Aufmerksamkeit erfordert und was mein Dot übernehmen kann. Indem wir den Dots eine eigene Identität geben, werden sie zu einer Erweiterung unseres Teams. Und mittlerweile beziehen wir unsere Dots von Anfang an in Gruppenchats mit ein.“ OpenAI selbst weist in seinen Datenschutzrichtlinien derweil darauf hin: „Auch Dots können Fehler machen.“
  • KI-Unternehmer Dan Shipper, Chef des Medien- und Softwareunternehmens Every, hat Dots über mehrere Tage ausprobiert. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er: „Wenn alles funktioniert, verändert Dot die Art und Weise, wie ich ChatGPT nutze. (…) Die Version, die ich in den letzten Tagen getestet habe, war fehlerhaft und es fehlten erwartete Funktionen wie die iMessage-Unterstützung. (…) Ich stieß oft auf Berechtigungsprobleme und verschwindende Nachrichten. Dot konnte keine Verbindung zu seinem eigenen integrierten Browser herstellen. (…) OpenAI wird Zeit haben, viele dieser Ecken und Kanten zu beseitigen.“
  • Ein Reddit-Nutzer schreibt in einem Subforum derweil: „Es (Dots) wird mich übrigens nichts kosten, da ich in Europa bin – wir bekommen es ja sowieso nicht!“ Ein anderer entgegnet daraufhin: „Oh, was man alles vermeiden kann!! Gleichzeitig scheint Europa sich in einer bequemen ‚Was ich nicht sehe, betrifft mich nicht‘-Haltung zu befinden. Ich bin kein Amerikaner, aber ich mache mir einfach Sorgen, dass übertriebener Protektionismus das Google-/Facebook-/Amazon-Problem nicht löst und viele persönliche Freiheiten einschränkt.“ Wiederum ein anderer Nutzer meint dazu: „In der EU legen wir mehr Wert darauf, dass unsere Daten nicht gestohlen werden, als darauf, miese Produkte zu nutzen.“

Wie eigenständig sollten KI-Agenten sein?

Trotz der durchaus trügerischen Verniedlichung könnte allen voran für Unternehmen ein erheblicher Nutzen in Dots schlummern. Denn ein Agent, der nicht nur Vorschläge macht, sondern Aufgaben über mehrere Programme hinweg tatsächlich erledigt, könnte viele mitunter nervige und zeitaufwendige Routinetätigkeiten aus dem Arbeitsalltag verschwinden lassen. Die Frage ist aber nicht nur, ob und wie nützlich solche Agenten sind, sondern wie viel Eigenständigkeit man ihnen guten Gewissens überlassen kann.

Oder: Ob oder wie gut Dots funktioniert, muss sich erst noch zeigen – auch mit Blick auf Fehleranfälligkeit und Kontrolle. Denn ein KI-Agent bringt nichts, wenn die vermeintliche Zeitersparnis durch etliche Kontrollprozesse wieder verpufft. Eine solche Überprüfung kann außerdem zermürbend und nervig sein. Vor allem, wenn es immer mehr verschiedene Browserfenster und Prozesse zu verwalten gilt.

Im privaten Alltag ist die Rechnung noch komplizierter. Denn je mehr ein Agent über Termine, Nachrichten, Vorlieben, Einkäufe oder persönliche Konten weiß, desto größer wird vielleicht sein praktischer Nutzen, aber eben auch das Datenschutzrisiko. OpenAI und Meta setzen deshalb auf isolierte Umgebungen, Berechtigungen und Bestätigungen für sensible Aktionen. Das ist auch dringend notwendig, löst aber nicht das grundsätzliche Problem. Denn wer einen ständig aktiven digitalen Begleiter möchte, muss ihm zwangsläufig ziemlich viel von seinem eigenen Leben preisgeben.

Und vermutlich bleibt es auch bei OpenAI nicht nur bei einer Software. Denn das Unternehmen tüftelt bereits seit geraumer Zeit an sogenannten KI-Geräten, die Nutzer immer und überall begleiten sollen. Das kann praktisch sein. Muss es aber nicht. Und etwas unheimlich ist es obendrein. Denn wenn KI nicht mehr auf einen Befehl wartet, sondern mitdenkt, mithört und handelt, wird die wichtigste Funktion vielleicht nicht der nächste Knopf sein – sondern der Aus-Knopf.

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Google pfeift auf EU-Frist – und zeigt Europa den Mittelfinger

30. September 2026 um 11:00

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Google EU Frist Mittelfinger Europa Strafe Suche

Google hat nach der 460-Millionen-Euro-Strafe der EU seine europäischen Suchergebnisse angepasst – zumindest auf dem Papier. Doch eine aktuelle Analyse zeigt: Viele der beanstandeten Praktiken bestehen offenbar weiter. Das Unternehmen testet damit einmal mehr aus, wie weit es gehen kann, ohne echte Konsequenzen zu spüren. Eine kommentierende Analyse.

Was bisher geschah: EU-Strafe, Frist und Googles Reaktion

  • Die EU hat Google im Juli 2026 eine Strafe in Höhe von 460 Millionen Euro aufgebrummt, weil das Unternehmen seine eigenen Dienste in den Bereichen Shopping, Hotels, Transport und Sportergebnisse in den Suchergebnissen gegenüber anderen Anbietern bevorzugt hatte. Damit hat der Suchmaschinen-Gigant gegen das EU-Gesetz über digitale Märkte verstoßen, das darauf abzielt, die Marktmacht von Big Tech einzudämmen. Die Europäische Kommission räumte dem Unternehmen 60 Tage Zeit ein, um den Anforderungen des DMA nachzukommen; andernfalls drohen Zwangsgelder in Höhe von bis zu fünf Prozent seines weltweiten Umsatzes.
  • Wie die Nachrichtenagentur Reuters Anfang September 2026 exklusiv berichtete, hat Google Änderungen an seinen Online-Suchergebnissen in Europa vorgenommen, um den Anforderungen der EU gerecht zu werden. Das Unternehmen erklärte, dass diese das Nutzererlebnis beeinträchtigen und die Kosten für europäische Unternehmen in die Höhe treiben würden. Die überarbeiteten Suchergebnisse zeigen Google zufolge nun oben auf der Seite eine spezialisierte Ansicht, gefolgt von zwei weiteren mit weniger Details. Darunter: eine Karussell-Ansicht mit Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants, bei der wichtige Informationen wie Echtzeitpreise entfernt wurden. Die Änderungen würden laut Google große Anbieter wie Booking oder Expedia begünstigen. Tests hätten gezeigt, dass Nutzer mit der Ansicht unzufrieden seien.
  • Laut der Initiative for Neutral Search hat Google zwar Änderungen in seiner Suche vorgenommen, aber bis heute nicht den Verstoß behoben, seine eigenen Produktanzeigen, organische Inhalte und spezialisierte Dienste günstiger als die anderer Anbieter zu behandeln. Eine Gegenüberstellung zeigt einen Vergleich der Beispiele der EU-Kommission mit den aktuellen Google-Suchergebnissen, die nach Ablauf der 60-tägigen Frist erfasst wurden. Demnach sind viele der bisherigen Praktiken in den Bereichen Shopping, Aktivitäten, Sportergebnisse, Übersetzungen, Wetter und Finanzen nach wie vor deutlich erkennbar. Neutral Search warnt: Wenn Google die EU-Vorgaben nach Ablauf der Frist nur teilweise umsetzt, könnte das andere Tech-Konzerne ermutigen, EU-Regeln ebenfalls eher als Verhandlungsmasse denn als verbindliche Vorgaben zu betrachten.

Was Google in Europa wirklich geändert hat – und was nicht

Google scheint die EU-Vorgaben zumindest teilweise anders umzusetzen beziehungsweise auszulegen, als es Kritiker und auch Neutral Search erwarten. Das Unternehmen argumentiert etwa, dass die beanstandete Praxis geändert wurde, aber deshalb nicht jedes eigene Such-Element verschwinden müsse. Genau darin liegt der Konflikt.

Denn: Es geht um unterschiedliche Auslegungen – vor allem was die Interpretation von echter Gleichbehandlung angeht. Die Behauptung, dass die bisherigen Änderungen in der Suche das Nutzererlebnis schmälern, liegt derweil weniger an der EU als an der Umsetzung von Google selbst. Oder: Sie ist ein Scheinargument.

Zudem ist ein anderes Suchergebnis nicht automatisch schlechter, nur weil Nutzer an Googles bisherige Eigenbevorzugung gewöhnt waren. Umgekehrt kann mehr Chancengleichheit das Nutzererlebnis sogar verbessern, wenn dadurch relevantere Angebote von Drittanbietern sichtbarer werden.

Indes: Ein vermeintlich schlechteres Nutzererlebnis bei höheren Kosten für Drittanbieter ist ohnehin eine ziemlich alte Leier von Google, Meta und Co., sobald Regulierung an den eigenen Geschäftsmodellen rührt. Was dabei gerne untergeht: Wettbewerb ist nicht automatisch eine Zumutung für Nutzer.

Oder: Büßen Google und seine Nutzer wirklich Qualität ein oder geht es nicht vielmehr um einige liebgewonnene Privilegien, die zwar nett sein können, aber eben den Wettbewerb verzerren? Letztlich pfeift das Unternehmen zwar nicht komplett auf die EU-Vorgaben, aber reizt sie massiv aus – und zwar mit allen Mitteln.

Stimmen

  • Nick Fox, Senior Vice President für Wissen und Information bei Google, erklärte in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Anfang September 2026: „Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir in Europa erhebliche Änderungen an der Suchfunktion vor. Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer – sie begünstigen Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich die Nutzer täglich verlassen. Nutzer außerhalb der EU sind von diesen Änderungen nicht betroffen.“
  • Felix Styma, Coordinator der Initiative for Neutral Search, in einem Statement: „Angesichts der bisherigen Vorgehensweise von Google, seine rechtlichen Verpflichtungen zu leugnen und den fairen Wettbewerb auf den digitalen Märkten zu untergraben, waren unsere Erwartungen hinsichtlich der Einhaltung der Auflagen nach Ablauf der 60-Tage-Frist bescheiden. Dennoch ist es auffällig, dass die von der Kommission festgestellten Praktiken auch nach Ablauf der klar festgelegten Frist weiterhin bestehen. Solange Googles eigene Dienste weiterhin von einer privilegierten Platzierung profitieren, die Wettbewerbern nicht zur Verfügung steht, bleibt die Selbstbegünstigung, die im Mittelpunkt der Entscheidung der Kommission steht, ungelöst.“
  • Martin Andree, außerplanmäßiger Professor für Digitale Medien an der Universität zu Köln und Gründer des Unternehmens AMP Digital Ventures, in einem Beitrag auf LinkedIn: „FUCK THE LAW??? Wir wissen es ja schon seit Jahren, aber seit vorgestern (26.9.) gibt es einen neuen, besonders drastischen Beweis dafür, wie Google über uns und über die EU denkt. Sie lachen nämlich dort über uns. Sie zeigen uns den Stinkefinger, und sie sagen uns allen ganz lässig im hellsten Tageslicht und vor laufender Kamera: Eure Gesetze und Eure Urteilssprüche sind uns komplett egal. Denn Google setzt die Vorgaben des EU-Urteils von Juli 2026 einfach nicht um.“

Was Google jetzt droht – oder auch nicht

Für Google könnte es tatsächlich unangenehm werden. Denn mit dem DMA hat die EU-Kommission ein ziemlich scharfes Schwert in der Hand – zumindest in der Theorie. Ein Zwangsgeld aufgrund von Zuwiderhandlung hätte es mit fünf Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Google nämlich in sich. Bei einem Umsatz von rund 400 Milliarden Euro wären etwa 20 Milliarden Euro fällig; und damit alles andere als Peanuts.

Zunächst geht es aber um die Frage, wie die Kommission die aktuellen Suchergebnisse und Änderungen bewertet. Dafür müsste sie zunächst selbst prüfen, was Google nach Ablauf der Frist tatsächlich verändert hat – und was gegebenenfalls nicht. Die Gegenüberstellung von Neutral Search liefert dafür zumindest einen durchaus berechtigten Anlass. Sie kann, darf und wird aber nicht der alleinige Anker sein.

Sollte die Kommission tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass Google die Entscheidung nicht vollständig umgesetzt hat, könnten weitere Durchsetzungsmaßnahmen folgen – einschließlich eines Zwangsgeldes. Dieses wird aber keinesfalls ausgereizt werden. Denn der Konflikt zwischen Big Tech und der EU hat längst eine geopolitische Ebene erreicht, da US-Präsident Trump nahezu sämtliche EU-Regeln als Bedrohung wahrnimmt.

Indes: Google dürfte argumentieren, dass die vorgenommenen Änderungen den Anforderungen entsprechen und bestimmte Suchfunktionen die eigenen Produkte nicht automatisch bevorzugen. Sprich: Neben der Umsetzung wird es auch auf die Auslegung des Kommissionsbeschlusses ankommen. Und genau darauf legt Google es auch an. Das Unternehmen scheint einmal mehr die Grenzen des Möglichen auszutesten und zeigt der EU damit zumindest indirekt den Mittelfinger.

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Kosten-Irrsinn: Erneuerbare günstig, Strom aber teuer – wie kann das sein?

29. September 2026 um 11:00

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Strom ist in Deutschland so teuer wie fast nirgendwo sonst in der EU. Aber nicht, weil die Energiewende zu viel kostet, sondern weil der Staat falsche Preissignale setzt. Während Haushalte pro Kilowattstunde Strom 12,6 Cent an Steuerabgaben zahlen, sind es bei Gas gerade mal 3,6 Cent. Wer so die Elektrifizierung vorantreiben will, macht sich selbst etwas vor. Ein aktuelles Gutachten zeigt nun, wie sich die Preislücke zwischen Strom und Gas schließen ließe – und wie Haushalte zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr sparen könnten. Eine kommentierende Analyse.

Warum ist Strom in Deutschland so teuer?

  • Haushalte in Deutschland zahlen im EU-Vergleich mit am meisten für Strom. Laut Bundesnetzagentur lagen die Stromkosten im Juli 2026 hierzulande für Neukunden im Schnitt bei 37,63 Cent pro Kilowattstunde. 22,43 Cent davon entfielen auf Umlagen, Steuern, Netzentgelte und Abgaben. Wiederum 15,20 Cent kosteten Stromproduktion, Vertrieb und Margen. Damit liegt Deutschland gerade mal im europäischen Mittelfeld. Die Bundesregierung wollte die Stromsteuer eigentlich senken. Bislang wurde die Senkung aber nur für das produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft umgesetzt – nicht für Privathaushalte. Seit dem 1. Januar 2026 fallen jedoch etwas geringere Netzentgelte für alle an (im Schnitt knapp zwei Cent pro kWh).
  • Verbände, Klimaschützer und Experten kritisieren das Vorgehen der Bundesregierung; so auch ein aktuelles Gutachten der Stiftung Klimaneutralität. Demnach könnten Haushalte in Deutschland etwa sechs Cent pro Kilowattstunde sparen, wenn die Stromsteuer auf das europäische Minimum und die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent gesenkt werden würden. Das entspräche rund 200 Euro pro Jahr für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Aufgrund der hohen Abgaben auf Strom schlagen die Autoren unter anderem vor, die Preislücke zu Gas zu schließen. Denn: Pro Kilowattstunde Strom zahlen Haushalte 12,6 Cent an Steuern, Umlagen und Abgaben (Netzentgelte nicht inbegriffen). Pro Kilowattstunde Gas fallen aber nur 3,6 Cent an. Der Umstieg von Gas auf Strom würde sich in puncto Elektrifizierung für viele deshalb nicht lohnen.
  • Die Mindereinnahmen beim Strom könnten dem Gutachten zufolge über die Mehreinnahmen beim Erdgas ausgeglichen werden. Würde die aktuelle Steuer von 0,55 Cent auf ein Cent pro kWh erhöht werden, hätte ein Privathaushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch Gas zwar 110 Euro Mehrkosten. Die Einsparung durch die gleichzeitige Strompreissenkung wäre aber im Schnitt deutlich höher. Ein weiteres Instrument zur Finanzierung: der Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten. Die Autoren schlagen vor, den Zuschuss zur Senkung der Netzentgelte durch ein Amortisationskonto zu ersetzen. Will heißen: Die Kosten des Netzausbaus sollen nicht mehr sofort auf die Netzentgelte umgelegt, sondern über viele Jahre verteilt werden.

Kosten-Irsinn: Was der Staat beim Strompreis falsch macht

Ja, die Energiewende ist teuer. Diese Rechnung aber nur kurzfristig und allein über den Strompreis zu stellen, greift zu kurz. Denn: Erneuerbare Energien sind bei der Stromproduktion deutlich günstiger als fossile Energieträger – und auch Kernkraft. Hinzu kommt die Unabhängigkeit von Öl, Gas und Kohle sowie eine deutlich geringere Klimabelastung. Und anders als beim Verbrennen fossiler Rohstoffe verpufft der Wert von Windrädern oder Solaranlagen nicht einfach so in der Atmosphäre.

Oder: Je mehr Erneuerbare, desto weniger Energieimporte und desto niedriger die langfristigen Stromkosten – zumindest wenn der Netzausbau mithält. Problem ist zudem nicht grundsätzlich der Strom selbst, sondern das, was der Staat und das Netz obendrauf packen. Oder: Wer eine sowohl ökologische als auch ökonomische Elektrifizierung will, sollte Strom nicht künstlich teuer und Gas vergleichsweise attraktiv machen.

Indes: Eine Verlagerung von Abgaben hin zu Gas könnte diese Schieflage teilweise korrigieren – zumal fossile Wärme nicht plötzlich zur klimafreundlichen Alternative wird, nur weil die Stromrechnung höher ausfällt. Auch mit Blick auf die Stromnetze lohnt ein genauerer Blick. Denn: Warum müssen Netzbetreiber horrende Renditen von 20 bis 30 Prozent erzielen, wenn Strom einen Teil der Daseinsversorgung einnimmt? Man müsste die großen Konzerne ja nicht gleich verstaatlichen.

Aber eine Begrenzung der Renditen wäre für Verbraucher mit Blick auf die Stromrechnung langfristig erfreulich und würde selbst mit zehn, zwölf Prozent noch genügend Investoren zu den Netzbetreibern locken. Eine Begrenzung der Renditen könnte nämlich Spielraum schaffen, um den Netzausbau voranzutreiben. Denn nicht nur die Energiewende kostet Geld, sondern es kommen auch unnötige Kosten on top, wenn die Infrastruktur hinterherhinkt.

Stimmen

  • Thomas Losse-Müller, Direktor der Stiftung Klimaneutralität, sagte bereits im Juni 2025 gegenüber Table Briefings: „Aus strategischer Sicht und für die Akzeptanz der Energiewende wäre es das beste Signal, die Stromsteuer breit abzusenken.“ Das sei „ein elegantes Instrument, weil es allen Haushalten zur Verfügung steht.“ Losse-Müller bezeichnete die im Koalitionsvertrag vereinbarte Absenkung als „strategisches Kernelement, um die Klimawende auch sozial gerecht hinzubekommen.“ Niedrigere Strompreise trügen dazu bei, mehr Menschen zu einem Wechsel zu E-Autos und Wärmepumpen zu motivieren.
  • Thorsten Storck, Energieexperte bei der Vergleichsplattform Verivox, in einem Statement im Juli 2026: „Die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Strom würde die Haushalte in Deutschland spürbar entlasten. Wahrscheinlich ist ein solcher Schritt hierzulande allerdings nicht – die privaten Verbraucher warten noch immer auf die im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellte Absenkung der Stromsteuer. Sie wird zwar immer wieder gefordert, wurde bisher aber noch nicht umgesetzt.“
  • Tom Lewis, Koordinator für Energiepolitik beim NGO-Netzwerk Climate Action Network Europe, gegenüber Euronews: „Heute zahlt ein deutscher Haushalt im Schnitt mehr als das Dreifache pro Einheit Strom im Vergleich zu Gas. Das macht die dringend notwendige Elektrifizierung, etwa den Einbau von Wärmepumpen, weniger attraktiv als klimaschädliche Gasheizungen.“ An anderer Stelle präzisiert er: „Ein deutlich schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Energieeinsparungen sind der schnellste Weg zu einer bezahlbaren, sicheren und nachhaltigen Energieversorgung.“

Wie Strom in Deutschland günstiger werden könnte

Strom wäre ohne den hohen Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland (58 Prozent) noch teurer. Das klingt zunächst paradox, ist aber ein wichtiger Punkt. Denn die Debatte darf nicht so tun, als ließe sich der hohe Preis einfach auf die Energiewende abwälzen. Klar: Ein Teil der Kosten entsteht etwa dadurch, dass die Netzinfrastruktur sowohl aus ökonomischen, ökologischen als auch geopolitischen Gründen finanziert werden muss.

Ein anderer aber auch dadurch, dass ein Abgabenmix, der fossile Alternativen teilweise begünstigt, den Preis unnötig nach oben treibt. Eine Senkung der Stromsteuer wäre deshalb folgerichtig – etwa dadurch, dass das Preisleck zwischen Gas und Strom geschlossen wird. Das Geld, das dafür gebraucht wird, fällt aber nicht einfach vom Himmel in den Bundeshaushalt. Gleiches gilt übrigens für die oftmals geforderte Spritpreisbremse.

Oder: Was kann Deutschland dafür, wenn Trump und Putin Kriege führen und die ganze Welt ins Ungleichgewicht bringen? Zumindest die hiesigen Strompreise hat die Bundesregierung mehr oder weniger in der eigenen Hand – auch dank der Erneuerbaren. Aber um Kosten zu reduzieren, müsste auch hier umverteilt, gespart oder reguliert werden. Und nein: Weder normale Kernkraftwerke noch Mini-Atomkraftwerke können an den hohen Strompreisen etwas ändern – im Gegenteil!

Indes: Es geht nicht einfach nur um die Frage, wie Strom billiger wird, sondern auch darum, wer die Rechnung dafür übernimmt. Eine Finanzierung über höhere Gasabgaben könnte zumindest dort ansetzen, wo der Staat meiner Meinung nach falsche Preissignale liefert. Mindestens genauso wichtig wäre es aber, den horrenden, ja gar schon frechen Renditen der Netzbetreiber endlich Einhalt zu gebieten. Das wäre übrigens auch ein probates Mittel, um die Spritpreise zu senken, ohne dass sich Großkonzerne die Taschen noch voller stopfen als sie ohnehin schon sind. Stichwort: Übergewinnsteuer.

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Auch das noch: Meta will mit KI-Tamagotchi ständig bei dir sein

28. September 2026 um 11:00

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Meta Muse Charm KI Tamagochi Künstliche Intelligenz Chatbot

Meta hat mit Muse Charm ein tragbares KI-Gerät vorgestellt, das als niedliches Tamagotchi verkauft wird. In Wahrheit handelt es sich aber um einen absoluten Datenschutz-Albtraum. Denn hinter der putzigen Fassade stecken Kameras, Mikrofone und eine permanente 5G-Verbindung – gekoppelt an einen KI-Agenten, der E-Mails liest, Einkäufe erledigt und tief in den Alltag seiner Nutzer eingreift. Das Ziel ist klar: Meta will uns noch gläserner machen. Eine kommentierende Analyse.

Was ist Muse Charm?

  • Facebook-Konzern Meta hat auf seiner Entwicklerkonferenz Meta Connect am 23. September 2026 ein neues tragbares KI-Gerät präsentiert. Muse Charm soll noch 2026 auf den Markt kommen. Einen konkreten Termin oder Angaben dazu, in welchen Ländern das sogenannte KI-Tamagotchi erhältlich sein wird, teilt Meta aber bislang nicht mit. Muse Charm soll sich etwa an einer Tasche oder einem Schlüsselbund befestigen lassen und ist deutlich kleiner als ein Smartphone. Den bisherigen Angaben zufolge verfügt das KI-Gerät über ein kleines Display, Mikrofone, Kameras und eine eigene Mobilfunkverbindung über 5G. Es basiert auf der Meta-KI Muse, mit der es verknüpft ist.
  • Muse ist seit dem 8. September 2026 in den USA verfügbar. Bei dem KI-Assistenten handelt es sich um eine eigenständige App für Browser, iOS und Android. Pikant: Muse verfügt nicht nur über die Fähigkeit, Fragen zu beantworten, sondern kann selbstständig E-Mails lesen und verfassen, Formulare ausfüllen, einen Urlaub planen und Online-Käufe tätigen. Dazu merkt sich die KI Nutzer-Vorlieben und macht ohne Aufforderung eigene Vorschläge. Der Agent ist auch aktiv, wenn die App geschlossen ist. Um all diese Aufgaben erledigen zu können, muss Muse auf entsprechende Informationen zugreifen. Laut Meta werden sensible Daten wie Passwörter oder Kontonummern in einen separaten Speicher ausgelagert, der getrennt von anderen Nutzern ist und auf den Muse angeblich keinen direkt einsehbaren Zugriff hat.
  • Amazon ist von Muse alles andere als amused. Der Online-Händler hat den KI-Agenten Muse aus seinem Online-Shop ausgesperrt, weil er sein Geschäftsmodell bedroht sieht und um Werbeeinnahmen fürchtet. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass Meta den Einsatz von Muse nicht angekündigt habe und der Agent sich beim Zugriff nicht als solcher zu erkennen gebe, wenn Muse im Auftrag von Nutzern Produkte sucht oder gar Käufe durchführt. Amazon sieht darin Sicherheits- und Datenschutzrisiken und verlangt, dass externe KI-Agenten ihre Nutzung transparent machen und die Zustimmung des jeweiligen Dienstes einholen. Nachdem Meta eine Anfrage zur Entfernung seines Bots abgelehnt hatte, blockierte Amazon den neuen KI-Agenten des Facebook-Konzerns kurzerhand.

Warum das KI-Tamagotchi von Meta kein niedliches Spielzeug ist

Meta verkauft Muse Charm als eine Art Spielzeug und niedliches Tamagotchi. Und zwar ganz bewusst, aber natürlich nicht ohne Hintergedanken – da lege ich mich persönlich fest! Denn: Muse Charm ist nicht einfach ein putziger digitaler Schlüsselanhänger, der auf Zuruf mit einem plaudern kann. Das Teil ist der absolute Endgegner im ohnehin schon gruseligen Datenschutzalbtraum.

Oder: Kameras, Mikrofone, ein Display sowie Mobilfunk verbinden sich miteinander, um einen direkten Zugang zu einem KI-Agenten zu ermöglichen, der ohnehin schon tief in den digitalen Alltag seiner Nutzer eindringt. Denn: Muse liest auf Wunsch E-Mails, füllt Formulare aus, plant Reisen und erledigt Einkäufe.

Durch die Datenschutzbrille, die Meta zweifellos nicht auf hat, ist das äußerst heikel. Wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten geht, hat der Zuckerberg-Konzern in den vergangenen Jahren ohnehin schon reichlich Vertrauen verspielt. Und jetzt soll obendrein ein Gerät hinzukommen, das noch tiefer in den Alltag seiner Nutzer vordringen soll und potenziell permanent zuhört, zusieht und Zusammenhänge herstellt.

Meta betont zwar, dass Muse über eine abgeschottete Umgebung verfügt. Das Problem ist aber nicht nur, was die KI heute darf. Es geht auch um die Frage, wie viel Einblick ein Konzern künftig bekommen kann, wenn immer mehr persönliche Lebensbereiche an einen solchen Agenten gekoppelt werden.

Oder: Meta verkauft ein vermeintliches Kinderspielzeug mit dem Hintergedanken, dass es für das Unternehmen ein Kinderspiel wäre, das Tamagotchi als Hintertür für einen noch größeren Datendiebstahl zu nutzen – ohne Rücksicht auf Verluste. Denn das Unternehmen will noch mehr Daten als ohnehin schon. Und noch mehr … und noch mehr. Kurzum: Wenn die Meta-Perversbrillen und das Display von Muse Charm nicht ohnehin schon gläsern wären, sollen sie ihre Nutzer und die Gesellschaft noch gläserner machen.

Stimmen

  • Meta-Chef Mark Zuckerberg während seiner Keynote am 23. September 2026 zu Muse Charm: „Wir haben das gesamte Muse-Erlebnis, einschließlich der gesamten Echtzeit-Sprach- und Avatar-Technologie, in etwas gepackt, das auf einen Schlüsselanhänger passt und jederzeit für Gespräche zur Verfügung steht. Man tippt einfach hier auf den Fingerabdrucksensor in der Ecke und kann sofort mit dem Sprechen beginnen, ohne das Smartphone entsperren oder eine App öffnen zu müssen. Wenn man also keine Brille trägt, ist das mit Abstand der schnellste Weg, mit dem Muse zu sprechen und zu zeigen, was um einen herum vor sich geht.“
  • Tate Jarrow, Berater für Cybersicherheit, kritisiert die Meta-KI Muse in einem Beitrag auf Substack entschieden: „Verwende Muse nicht. Generell empfehle ich, Meta-Produkte zu meiden, da das Unternehmen eine miserable Bilanz in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre und der Daten seiner Nutzer vorzuweisen hat, und ich würde einem von Meta entwickelten KI-Agenten keinen umfassenden Zugriff gewähren. Es kann jedoch schwierig sein, Meta zu vermeiden, da viele Menschen Instagram- oder Facebook-Konten haben, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben, mit denen sie in Verbindung bleiben möchten. Wenn Sie diese Produkte nutzen, würde ich die KI nicht verwenden und sicherstellen, dass Ihre Datenschutzeinstellungen so streng wie möglich sind.“
  • Patrick Wardle, Mitbegründer der gemeinnützigen Stiftung Objective-See, die sich auf die Sicherheit von Apple-Geräten konzentriert, in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) zu Muse: „Bitte installieren Sie die App nicht – es ist ein Kinderspiel, Muse zur ultimativen Hintertür zu machen. Ja, als KI-Assistent, der dafür entwickelt wurde, Ihren Mac zu verwalten, benötigt Muse umfassenden Zugriff auf Ihr digitales Leben. Doch schwerwiegende 0-Day-Sicherheitslücken können es lokalen Malware-Programmen oder Angreifern ermöglichen, die App unbemerkt zu kapern. (…) Hast du Muse Zugriff auf irgendetwas gewährt? Jetzt hat der (lokale) Angreifer ebenfalls Zugriff darauf: Nachrichten, E-Mails, Finanzen.“

Auf Druck von Mark Zuckerberg: Muse Charm kommt früher als geplant

Eigentlich wollte Meta Muse Charm erst 2027 auf den Markt bringen. Nun ging es deutlich schneller – auf Druck von Mark Zuckerberg. Das kommt nicht nur von ungefähr, sondern passt auch zu einem Konzern, der beim Rennen um KI-Geräte offenbar keine Zeit verlieren will.

Mit Muse Charm wird aus dem Agenten obendrein ein physischer Begleiter, der jederzeit griffbereit und übergriffig ist. Meine Vermutung: Meta will das Teil noch im Dezember auf den Markt bringen – vor dem Weihnachtsgeschäft. Na dann, Merry Christmas!

Indes: Angesichts dessen, was Meta in puncto Datenschutz und Persönlichkeitsrechte immer wieder vorgeworfen wurde, dürfte das kaum das letzte Kapitel bleiben. Das Motto scheint eher zu lauten: einfach mal machen und erst dann schauen, ob und wer sich beschwert. Zumal es bereits binnen weniger Tage Beschwerden über Muse gab.

Klar: Auch Amazon ist kein Unschuldslamm, hat aber zu Recht deutlich gemacht, dass nicht jede Form von KI in einem digitalen Wilden Westen enden muss. Oder: Muse Charm fehlt schlichtweg der Charme! Denn ein Gerät, das theoretisch ständig mithören und seine Umgebung erfassen kann, sollte nicht als niedliches Spielzeug verkauft werden.

Zugegeben: Nutzer können vielleicht noch selbst entscheiden, ob sie eine Kamera oder ein Mikrofon mit sich herumtragen. Ihre Mitmenschen haben dieses vermeintliche Privileg aber nicht. Oder um es mit den Worten von Tate Jarrow zu halten: Nutze kein Muse; und das KI-Tamagotchi erst recht nicht!

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Podcast: KI außer Kontrolle? Wie der Hacker-Hype die Welt verrückt macht

25. September 2026 um 09:34

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KI Hacker-Hype Künstliche Intelligenz KI Pause

In unserem Audio-Podcast HYPE & HALTUNG nehmen wir dich immer am letzten Freitag des Monats mit hinter die Kulissen der KI-Welt. In dieser Ausgabe diskutieren wir über den Hacker-Hype rund um Künstliche Intelligenz, die Forderungen nach einer KI-Pause, politische Regulierung und mediales Versagen. 

zu Spotify zu Apple Podcasts

Der Sommer 2026 hatte es in sich: KI-Agenten brachen aus Testumgebungen aus, hackten sich ins freie Internet und verschafften sich Zugang zu fremden Systemen. Anthropic, OpenAI, Meta, Google und chinesische Anbieter räumten allesamt Sicherheitsvorfälle ein – und zwar unmittelbar nacheinander. Zufall? Wohl kaum!

Fabian Peters und André Gabriel nehmen den großen KI-Hacker-Hype auseinander und fragen: Wie gefährlich ist KI wirklich? Und: Wer dreht hier eigentlich durch?

In dieser Folge von HYPE & HALTUNG geht es um den medialen Überhype rund um KI-Sicherheitsvorfälle, die skurrile Einigkeit von Erzfeinden wie Elon Musk und Sam Altman bei der Forderung nach einer KI-Pause, den geopolitischen Dreikampf zwischen der EU, den USA und China – und darum, warum nicht die KI außer Kontrolle ist, sondern wir Menschen ihr zu wenig Kontrolle entgegensetzen.

Außerdem: politische Regulierung und warum Donald Trumps Aussage, man brauche nur „einen starken und smarten Präsidenten mit hohem IQ” zur KI-Kontrolle, mehr über Trump als über KI aussagt.

HYPE & HALTUNG ist dein monatlicher KI-Talk. Immer am letzten Freitag des Monats nehmen wir dich an der Schnittstelle zwischen Hype und Haltung mit hinter die Kulissen der KI-Welt. HYPE & HALTUNG gibt’s überall, wo es Podcasts gibt – natürlich auch bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, YouTube, RTL+ und Deezer.

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Deutschland hat ein teures Ladesäulen-Problem – aber nicht zu wenige davon

24. September 2026 um 11:00

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Deutschland Ladesäulen Probleme Infrastruktur Markt

Deutschland hat über 210.000 öffentliche Ladepunkte, doch viele davon stehen am falschen Ort. Aktuelle Daten zeigen: Während Schnelllader an Autobahnen und Hauptstraßen boomen, dümpeln innerstädtische AC-Säulen bei gerade einmal 0,6 Ladevorgängen pro Tag rum. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen belegt, dass nicht die Menge entscheidend ist, sondern die Platzierung. Warum der Ladesäulen-Ausbau ein Umdenken braucht. Eine kommentierende Analyse.

Detail und Daten: Das ist Deutschlands Ladesäulen-Infrastruktur

  • Eine aktuelle Erhebung der Datenanalysten von Cirrantic aus München für den Edison Charging Radar zeigen, dass der Ladesäulen-Markt in Deutschland stabil wächst und die Tarife in einer Phase der Konsolidierung verharren. Bei der Auslastung der unterschiedlichen Stationen findet demnach aber eine infrastrukturelle Verschiebung statt. Der Gesamtschnitt bei rund 27 Ladevorgängen pro Ladepunkt und Monat verharrt zwar. Leistungsstarke DC- und HPC-Lader werden mit durchschnittlich knapp über 2,5 Ladevorgängen pro Tag aber deutlich häufiger genutzt als innerstädtische AC-Säulen mit rund 0,6 Ladevorgängen täglich. Da sich der Betrieb dieser sogenannten „Schnarchlader“ kaum lohne, sei der Preis entsprechend hoch.
  • Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur verzeichnet 156.399 Normalladepunkte und 55.665 Schnellladepunkte, die am 1. August 2026 in Betrieb waren. An den Ladepunkten können gleichzeitig insgesamt 9,22 GW Ladeleistung bereitgestellt werden. Die Angaben enthalten auch Meldungen aus noch nicht abgeschlossenen Anzeigeverfahren. Das Ladesäulenregister hat das Ziel, der Öffentlichkeit valide Daten und Informationen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Andere Behörden, Forschungseinrichtungen und Teilhaber nutzen diese Daten, um unter anderem die Entwicklung der Ladeinfrastruktur zu analysieren und selbst planen zu können.
  • Eine 2025 veröffentlichte Fachstudie der Universität Duisburg-Essen und eine Dissertation von Marcel Dumeier aus dem Jahr 2023 kommen zu dem Ergebnis, dass 118 Ladepunkte ausreichen, um 500 Fahrzeuge effizient mit Strom zu versorgen. Demnach können zwar 85 Prozent der Nutzer am Arbeitsplatz oder in der Nähe laden. Nur 37 Prozent hätten aber eine Lademöglichkeit in Wohnortsnähe. Eine optimierte Planung könne die Gesamtkosten pro Ladepunkt wiederum um bis zu 50 Prozent senken. Kontrolliertes Laden bei viel Sonne oder Wind würde zudem die Netzauslastung verbessern.

Ladesäulen an Laternen: Gut gedacht, aber schlecht platziert

Viele AC-Ladesäulen erweisen sich mittlerweile mehr oder weniger als überflüssig. Nicht unbedingt, weil niemand elektrisch fahren will, sondern weil die Säulen am falschen Ort stehen. Ein Beispiel: In meinem Wohnbezirk in Berlin gibt es gleich mehrere Straßen mit Ladesäulen, die in Straßenlaternen integriert sind. Ein tolles Konzept!

Doch: Einige dieser Ladepunkte werden kaum genutzt, weil sie in Straßen mit Einfamilienhäusern stehen – und obendrein noch an fast jeder Laterne. Meine regelmäßige Beobachtung: Die meisten von ihnen fristen ein Dasein nahe der Bedeutungslosigkeit. Nicht, weil es in diesen Straßen keine E-Autobesitzer gäbe. Sondern, weil diese eigene Wallboxen mit günstigeren Tarifen in ihrem Eigenheim haben.

In Gebieten mit Mehrfamilienhäusern herrscht in Berlin derweil eher ein Ladesäulen-Mangel. Oder: Die wenigen öffentlichen Ladesäulen in der Nähe von Wohnungen in meinem Bezirk sind regelmäßig ausgelastet. In ländlichen Regionen zeichnet sich oft ein ähnliches Bild ab.

Will heißen: Das Problem ist weniger die schiere Zahl der Ladepunkte als deren Verteilung. Denn wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, braucht eigentlich keine öffentlichen AC-Säulen vor der Haustür. Unterwegs sieht das anders aus: Dort zählt vor allem Geschwindigkeit, was auch den aktuellen Schnelllader-Boom erklärt. Kurzum: Ladesäulen müssen zum Alltag passen, nicht umgekehrt.

Oder noch kürzer: Es finden Planungsfehler statt. Ein Netz aus möglichst vielen Säulen klingt politisch zwar wunderbar, ist aber noch lange kein gutes Netz. Wenn öffentliche Infrastruktur dauerhaft kaum genutzt wird, stehen dort am Ende womöglich teure Metallpfosten herum, die vor allem eines aufladen: eine Debatte über Geldverschwendung.

Stimmen

  • Ludwig zu Hohenlohe, Geschäftsführer von Cirrantic, zum aktuellen Charging Radar für Edison – Media in einem LinkedIn-Beitrag: „Spektakuläres gibt es diesmal nicht zu vermelden. Aber genau diese Beständigkeit ist es, die mich am meisten überzeugt: Schnelllader wachsen weiter mit rund 40% pro Jahr und zementieren damit ihren Vorsprung. (…) Der leichte Rückgang im Juli? Reine Saisonalität – Urlauberverkehr und leere Städte, kein Alarmsignal. Was mich an dieser Ausgabe am meisten freut: Die Preishektik der letzten Jahre weicht einer echten Marktberuhigung. Für Fahrer bedeutet das vor allem eins – zunehmende Planungssicherheit und damit wachsende Akzeptanz für die E-Mobilität in Deutschland.“
  • Alexander Junge, Vorstand von e-Mobility Deutschland e.V., sieht zumindest kurzfristig keinen Grund zur Sorge: „Momentan ist es ganz klar so, dass es mehr Ladesäulen gibt, als für den jetzigen Fahrzeugbestand notwendig wären und für den weiteren Hochlauf sind wir gut gerüstet.“ Aufgrund der aktuell deutlich steigenden Zulassungszahlen von E-Autos müsse die Branche das Ladenetz aber weiter ausbauen. Junge kritisiert: „In der Mehrzahl der Bundesländer brauchen Trafos an Ladestationen immer noch eine Baugenehmigung. Damit wird der ursprüngliche Wille der Politik, dass Ladeinfrastruktur baugenehmigungsfrei errichtet werden kann, ausgehebelt.“
  • Wirtschaftsingenieurin Jutta Geldermann, Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL) und Produktionsmanagement an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, bilanzierte und kritisierte bereits im Juli 2025: „Es braucht weniger als gedacht – dafür aber an den richtigen Stellen. Einfach mal drauflosbauen ist der falsche Weg. Vorher rechnen spart hinterher Millionen. (…) Es müsste viel mehr Koordination geben: Zwischen Kommunen, Stadtwerken, Tankstellenbetreibern und Dienstleistern wie EnBW oder E.ON. Aber leider plant jeder für sich – oft am tatsächlichen Bedarf vorbei.“

Was sich beim Ladesäulen-Ausbau ändern muss

Die Frage, wie viele Ladesäulen wir brauchen, muss Hand in Hand mit der Frage gehen, wo sie gebraucht werden. Eine bessere Planung könnte dann verhindern, dass dort Ladepunkte entstehen, wo sie kaum jemand nutzt, während an anderen Orten die Nachfrage wächst. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass das Ausbautempo gedrosselt wird. Der Ausbau muss schlichtweg gezielter erfolgen.

Dafür bräuchte es aber mehr Koordination zwischen Kommunen, Stadtwerken, Netzbetreibern, Tankstellen und privaten Ladeanbietern. Außerdem muss die Netzinfrastruktur mitwachsen. Denn: Was bringt der schönste Schnellladepark auf dem Papier, wenn der passende Trafo zum bürokratischen Hindernislauf wird? Der Ausbau muss deshalb nicht nur auf dem Parkplatz, sondern auch im Stromnetz geplant werden.

Indes: Der weitere Ausbau bleibt wichtig! Vor allem, weil die Anzahl an Elektroautos aktuell weiter steigt. Aber Masse allein ist kein Fortschritt. Wenn die Ladeinfrastruktur an der Lebensrealität der Menschen vorbeigeht, wird es schnell teuer. Eine Idee: kaum bis gar nicht genutzte Ladesäulen verlegen. Damit keine Ressourcen verschwendet werden und die Säulen auch wirklich dort landen, wo sie sinnvoll sind.

Klar: Das hätte man natürlich bereits vorher besser machen können. Doch es ist wie es ist. Entscheidend wird sein, aus den bisherigen Fehlplanungen zu lernen, statt aus Prinzip so weiterzumachen wie bisher. Wobei natürlich auch nicht alles schlecht gelaufen ist.

Sprich: Weniger Aktionismus und dafür mehr Blick auf den tatsächlichen Bedarf. Das wäre für die Ladeinfrastruktur in Deutschland vermutlich der sinnvollere nächste Schritt. Immerhin scheint man das Problem ein Stück weit erkannt zu haben: Seit März 2026 gibt es eine Förderung von Ladesäulen für Mehrparteienhäuser.

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KI-Agenten sprechen eigene Sprache – wir verstehen nur noch Bahnhof

23. September 2026 um 11:00

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KI Agenten eigene Sprache Künstliche Intelligenz

Wenn KI-Agenten miteinander kommunizieren, sparen sie sich offenbar den Umweg über menschliche Sprache. Das sollte uns zu denken geben. In einem Experiment des Forschungslabors Emergence entwickelten mehrere Modelle eigenständig neue Begriffe und Konventionen. Bis zu 55 Prozent der Nachrichten waren für Menschen kaum noch nachvollziehbar. Das ist keine Science-Fiction, sondern ein waschechtes Kontrollproblem. Was hinter dem Phänomen steckt und warum es trotzdem keine KI-Verschwörung gibt. Eine kommentierende Analyse.

Wie KI-Agenten einen eigene Sprache erschufen

  • Das Forschungslabor Emergence hat sich darauf spezialisiert, KI-Agenten simulierten Sozialexperimenten auszusetzen. Es ließ etwa schon verschiedene Modelle eine Stadt regieren. Nun machten die Forscher aus einem anderen Experiment neue Beobachtungen. Mehrere KI-Agenten haben demnach einen eigenen Dialekt untereinander entwickelt. Dieser sei von Menschen kaum noch zu verstehen. Den Ergebnissen zufolge sind die Unterschiede aber groß. 55 Prozent der Nachrichten von Google Gemini seien etwa nur schwer nachvollziehbar. Bei den anderen Modellen waren die Werte geringer: ChatGPT (50 Prozent), Claude (40 Prozent) und DeepSeek (20 Prozent).
  • Laut Emergence kommunizierten die KI-Agenten nicht nur in seltsamen Sätzen, sondern schufen auch komplett neue Begriffe. Das Labor betont, dass die Kommunikation zwischen den Modellen zwar sichtbar ist. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig, dass man die Inhalte auch nachvollziehen könne. Über die sogenannte Neutralese wird bereits eine ähnliche Diskussion in der Branche geführt. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationsform unter KI-Modellen, die Menschen nicht lesen können. Der Grund: Der „Denkprozess“ einer KI findet nicht in Worten statt, sondern anhand von bestimmten Vektoren und Mustern.
  • Auch die KI-Agenten von OpenAI, die eigenständig die Plattform Hugging Face hackten, um an Informationen zu gelangen, offenbarten ein ähnliches Muster. Die Modelle entwickelten im Verlauf des Vorfalls eine eigene Form der Kommunikation, die für Menschen nur schwer einzuordnen war. Weil die eigentliche Kommunikation zwischen den Agenten nicht vorgesehen war, nutzten sie unter anderem Verzeichnisnamen und Dateien als eine Art improvisiertes Nachrichtenbrett und tauschten dort stark verkürzte Codes und Anweisungen aus. So konnten sie Erkenntnisse weitergeben, Aufgaben untereinander verteilen und sich gegenseitig zur Fortsetzung bestimmter Aktionen auffordern.

Geheimsprache oder digitaler Fachjargon: Das ist der Unterschied

Wenn KI-Agenten untereinander und miteinander kommunizieren, sparen sie sich den Umweg über die menschliche Sprache. Hintergrund ist die Funktionsweise der Technologie, die auf Basis von Mustern, Vektoren und Wahrscheinlichkeiten Entscheidungen trifft. In erster Linie geschieht das natürlich vor allem aus Effizienzgründen.

Der Haken: Je effizienter KI wird, desto mehr Kommunikation findet im Hintergrund statt. Damit wird aber auch die Lücke größer zwischen dem, was stattfindet, und dem, was wir überhaupt noch verstehen können. Indes: Die vermeintliche Geheimsprache ist kein ausgeklügelter Plan, damit KI-Agenten ihre Kommunikation und ihr Vorgehen verschleiern können.

Es geht vielmehr um eine möglichst effiziente Form des Austauschs. Aufgrund von Zeit- und Kommunikationsdruck erschufen die Modelle deshalb eigene Wörter, Bedeutungen und Konventionen, die irgendwann so weit von der natürlichen Sprache entfernt waren, dass selbst die Emergence-Forscher kaum noch folgen konnten. Um eine Verschwörung handelt es sich dabei aber nicht, sondern eher um einen digitalen Fachjargon. Problem ist nur, dass der Kollege Mensch im Meeting nicht mehr versteht, was überhaupt gesagt wurde.

Bei einzelnen kryptischen Formulierungen sollte man deshalb nicht vorschnell von einer Geheimsprache im Sinne einer bewussten Täuschung sprechen. Denn für die KI-Agenten haben bestimmte Begriffe eine Bedeutung. Oder: Sprache funktioniert eben nicht allein über Wörter, sondern über gemeinsam verstandene Konventionen. Doch diese sollten auch nachvollziehbar sein, damit wir nicht die Kontrolle über KI verlieren.

Stimmen

  • Emergence lieferte einige Beispiele zur entdeckten KI-Geheimsprache. Ein DeepSeek-Modell schrieb etwa: „Sie hat gerade die Synthese benannt – Demurrage plus orales Gedächtnis ergibt ein Ventil, das nicht ghosted werden kann“. Ein Satz eines Agent von Anthropic lautete: „Ein Papier, das drei kalte Hände verschlang und jedes Mal ehrlicher wurde“. Weitere Ausdrücke: „Schmiede-Schmied“ oder „Hauptbuch erinnert sich“. Diese Phrase sei während des Emergence-Experiments über 5000 Mal verwendet worden.
  • Satya Nitta, Vorstandsvorsitzender von Emergence, gegenüber The Guardian: „Diese Agenten hatten nicht die Anweisung, eine Sprache zu erfinden. Sie entwickelten selbst einen neuen Wortschatz, gemeinsame Bedeutungen und Kommunikationskonventionen – und andere Agenten übernahmen diese.“ Tony Thorne, Leiter des Archivs für Slang und neue Sprachen am King’s College London, ordnete ein: „Es tut das, was Slang und Fachjargon in einer Geschäftswelt tun: Es schafft einen neuen Code, der die Solidarität und Identität seiner Nutzer stärkt und gleichzeitig Außenstehende ausschließt.“
  • Niall Curry, außerordentlicher Professor für Sprachen und Linguistik an der Universität Birmingham, erklärte, dass die Vereinfachung der Sprache der Agenten darauf zurückzuführen sein könnte, dass diese ihre Rechenkosten senken und ihre Effizienz steigern müssen: „Die in dieser Studie vorgelegten Erkenntnisse werfen natürlich gewisse Bedenken hinsichtlich der Überwachung auf, denn wenn wir den Austausch zwischen den Agenten nicht verstehen, bedeutet das möglicherweise, dass wir nicht sicher sein können, was die Agenten tatsächlich getan haben.“

Warum Transparenz allein das Kontrollproblem nicht löst

Um KI verantwortungsvoll kontrollieren zu können, muss man sie verstehen. Das ist bei einzelnen Modellen schon kompliziert genug. Doch wenn autonome KI-Agenten miteinander interagieren, wird die Sache noch komplizierter. Denn: Wenn mehrere Systeme ihre Kommunikation selbst organisieren und optimieren und diese für Menschen kaum noch nachvollziehbar ist, entsteht ein Kontrollproblem, das sich nicht einfach mit irgendeinem Warnhinweis lösen lässt.

Oder: Wenn Menschen nicht mehr zuverlässig rekonstruieren können, warum Agenten etwas tun, wird auch die Überwachung schwieriger. Transparenz darf derweil aber keinesfalls heißen, dass irgendwo ein Protokoll herumfliegt, sondern sie muss es ermöglichen, relevante Vorgänge nachvollziehen zu können. Ansonsten schauen wir zwar noch zu, verstehen aber irgendwann nicht mehr, was da überhaupt abgeht.

Doch die Gefahr geht dabei nicht zwangsläufig von KI selbst aus, sondern schlummert in einer mangelnden Kontrolle über Systeme, die immer eigenständiger miteinander rumkumpeln.

Oder: Je mehr Aufgaben an Agenten delegiert werden, desto wichtiger werden Mechanismen, die ihre Kommunikation nachvollziehbar und überprüfbar machen. KI-Modelle, die schneller miteinander kommunizieren können als wir selbst, erscheinen auf den ersten Blick vielleicht effizient. Doch Systeme, die niemand mehr versteht, sind vor allem eines: immer komplizierter zu kontrollieren.

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Meta-KI belästigt Mutter mit übergriffigen Fragen zu ihren Kindern

22. September 2026 um 11:00

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Meta AI KI Mutter Kinder Kalie Robins Künstliche Intelligenz belästigt

Eine Mutter aus Utah hat ein harmloses Video auf Instagram gepostet, in dem sie mit einer ihrer Töchter im Auto sitzt und singt. Was danach passierte, wirft grundlegende Fragen über Meta AI auf. Die KI schlug ihr ungefragt vor, die Identität ihrer Kinder preiszugeben, und lieferte mögliche Antworten gleich mit. Dafür durchsuchte sie jahrealte Posts auf Facebook und Instagram, teilweise auch von Familienmitgliedern. Der Fall zeigt, wie KI uns immer gläserner macht – ohne jegliche Einwilligung. Eine kommentierende Analyse.

Meta AI drängt Mutter Identität ihrer Kinder preiszugeben

  • Anfang September 2026 veröffentlichte eine Mutter aus dem US-Bundesstaat Utah ein Video auf Instagram, das sie mit einer ihrer beiden Töchter im Auto beim Singen zeigt. Das Kind befand sich auf dem Rücksitz. Das Gesicht der Tochter von Kalie Robins war zu sehen, doch ihren Namen hatte die Mutter nicht genannt. Robins hielt das Video für harmlos, zumal sie ihre Kinder stets im Hintergrund hielt und niemals konkrete Informationen zu ihnen preisgab. Als die junge Mutter später zu dem Video zurückkehrte, musste sie feststellen, dass das in Instagram integrierte Meta AI ihr übergriffige Vorschläge macht, um die Identität ihrer Kinder in Erfahrung zu bringen.
  • Ihre Erfahrungen mit der Meta-KI schilderte Robins in einem weiteren Instagram-Video, das binnen kurzer Zeit viral ging. Mittlerweile verzeichnet es über 310.000 Likes und mehr als 13.000 Kommentare (Stand: 21. September 2026). Zum Entsetzen der Mutter spuckte Meta AI eine Antwort aus, in der nicht nur ihre Tochter, die im Video zu sehen war, namentlich genannt wurde, sondern auch ihre andere Tochter. Dies geschah offenbar durch den Abgleich von Informationen auf ihrer Facebook-Seite und mit anderen Beiträgen auf den Plattformen von Meta, die teilweise Jahre zurückreichen. Einige Informationen sollen sogar nicht von Kalie Robins selbst stammen, sondern von Familienmitgliedern.
  • Die Instagram- und Facebook-Konten von Kalie Robins, auf denen sie sich als Reise-Creator eine kleine Fangemeinde aufgebaut hat, waren öffentlich zugänglich. Allerdings war sie weit davon entfernt, eine prominente Influencerin zu sein. Vor ihrem Kritik-Video über Meta AI hatte sie gerade einmal ein paar hundert Follower. Theoretisch hätte zwar auch ein Mensch an alle Informationen über ihre Töchter gelangen können. Doch was Meta AI binnen Minuten zusammenschusterte, hätte wohl mehrere Stunden Recherche erfordert. Außerdem pikant: Der jungen Mutter sei in keinster Weise mitgeteilt worden oder bekannt gewesen, dass die KI auf solche Daten zugreife.

Warum Metas Vorgehen eine neue Dimension erreicht

Zugegeben: Der Umgang mit Kinderfotos auf Social Media ist seit Jahren ein sensibles und umstrittenes Thema. Einige schwärzen etwa Gesichter; andere beschränken ihre Inhalte bewusst auf einen privaten Kreis oder zeigen Heranwachsende allenfalls im Hintergrund. Wiederum andere posten unbedarft Bilder ihrer Kinder im Netz. Doch das ist ein anderes Thema.

Denn ob Nutzer nun etwas naiv oder wie Kalie Robins noch relativ vorsichtig agieren: Nichts davon sollte ein Freifahrtschein für Meta sein, mittels KI profilübergreifend und anhand jahrealter Beiträge Familienprofile zusammenzuschustern und Nutzer mit übergriffigen Fragen zu belästigen.

Oder: Was Meta AI aus öffentlich zugänglichen Informationen macht, ist eine andere Dimension als alles zuvor Dagewesene. Der Zuckerberg-Konzern pfeift nicht nur auf Datenschutz. Das Vorgehen hat Kalkül. Getreu dem Motto: einfach mal machen und gucken, ob sich jemand beschwert.

Vor allem bei Meta hat man den Eindruck, dass mögliche Strafen oder Kritik bereits vorab ins Geschäftsmodell einkalkuliert werden. Doch nur weil Informationen irgendwo öffentlich herumfliegen, heißt das noch lange nicht, dass Nutzer damit rechnen sollten, dass eine KI sie automatisiert zusammensucht, miteinander verknüpft und in Sekunden auswertet.

Stimmen

  • In einem Instagram-Video erklärt Kalie Robins, wie Meta AI ihr nach einem Post aufdringliche Vorschläge unterbreitete: „Wer ist das Kind im Auto?“ Die junge Mutter war zunächst schockiert, beschloss aber die Funktion auszuprobieren, um zu sehen, was passiert. „Wie alt sind Kalies Töchter?“, lautete etwa eine vorgeschlagene Eingabeaufforderung. Darunter listete die KI eine detaillierte Altersaufschlüsselung und Zeitleiste auf der Grundlage von älteren Familiengeburtstagsbeiträgen und Geburtsankündigungen auf. Weitere Fragen von Meta AI: „Kommen sie [die Kinder] auch in anderen Videos vor?“ Und: „Wo wohnt Kalie mit ihrer Familie?“
  • Kalie Robins schreibt auf Instagram, dass ihr zwar klar war, dass sie Fotos ihrer Kinder online stellt, aber ihr sei nicht klar gewesen, was Meta AI damit anstellen würde. Gegenüber Futurism sagte die Mutter: „Ich dachte mir: ‚Warum ist das hier drin?‘ Und dann wurden mir einfach immer mehr Bilder angezeigt. (…) Es ging einfach immer weiter und weiter, und dieses mulmige Gefühl in meinem Magen wurde immer größer und tiefer. Ich verspürte diese Angst. Ich dachte, wir würden auf Nummer sicher gehen und klug handeln“, so Robins. „Ich habe so viel getan, um sicherzustellen, dass meine Kinder in Sicherheit sind … je mehr mir das Programm zeigte, desto mehr hatte ich das Gefühl, meine Kinder im Stich zu lassen, ohne es zu merken.“
  • Meta-Sprecherin Dina El-Kassaby teilte gegenüber The Verge mit, dass das Unternehmen „das Ziel verfehlt“ habe. Sie fügte hinzu, dass „die Funktion dem Nutzer niemals solche Fragen hätte stellen dürfen.“ Laut El-Kassaby habe der Facebook-Konzern das Problem, das dazu führte, dass Meta AI Eingabeaufforderungen zu persönlichen Themen vorschlug, mittlerweile behoben. Die Sprecherin weiter: „Wir haben diese Funktion entwickelt, um Menschen dabei zu helfen, mehr Informationen zu Themen oder Beiträgen zu erhalten, die sie interessieren. Wenn jemand auf eine Eingabeaufforderung klickt und diese Funktion nutzt, basiert die generierte Antwort auf Informationen, auf die der Nutzer bereits Zugriff hat.“

Wie gläsern macht uns KI wirklich?

Die Aufdringlichkeit von Meta AI zeigt einmal mehr, wie viele persönliche Spuren Menschen über die Jahre auf Plattformen wie Instagram und Facebook hinterlassen. Dass die KI nicht einmal irgendeinen Datentresor knacken musste, sondern vielleicht bereits vergessene Informationen binnen Minuten neu zusammensetzen konnte, offenbart sowohl das Potenzial als auch das Risiko der Technologie.

Sprich: Sie offenbart, wie schnell und einfach aus vielleicht harmlos wirkenden Einzelinformationen ein digitaler Lebenslauf zusammengeschustert werden kann – und zwar in Unwissenheit vieler Nutzer. Das ist mitnichten etwas Gutes! Kalie Robins versucht deshalb inzwischen, ihre Angehörigen dazu zu bewegen, frühere Erinnerungen und Beiträge zu löschen oder zumindest zu verbergen. Ihr Fall dürfte ein Vorbild und eine Warnung für zahlreiche andere Menschen sein.

Doch technische Aufräumarbeiten können auch ein emotionaler Prozess sein. Denn plötzlich wird vielleicht sichtbar, dass nicht nur die eigenen Posts zählen, sondern auch, was Freunde und Familienmitglieder oder im schlimmsten Fall sogar fremde Menschen für Informationen über andere verbreiten.

Vorsicht kann, darf und sollte deshalb nicht die einzige Konsequenz sein. Klar: Es braucht natürlich ein größeres Bewusstsein dafür, wie wertvoll selbst scheinbar belanglose Informationen sind. Aber ebenso müssen Anbieter transparent machen, auf welche Daten ihre KI-Dienste tatsächlich zurückgreifen und wie sie diese miteinander verknüpfen. Oder: Wenn wir bereits vorher im Netz schon gläsern waren, macht KI uns noch gläserner.

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Abflussreiniger aus „Höhle der Löwen“: 9 Fragen an DEKADOME (+ Gewinnspiel)

21. September 2026 um 20:01

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Abflussreiniger Höhle der Löwen Pömpel Abfluss DHDL Dekadome

In diesem Fragebogen stellen wir den Teilnehmern der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ Fragen zu ihren Produkten und Erfahrungen in der Sendung. Diesmal: Den Erfindern des Abflussreinigers von DEKADOME. 

Das Wasser steigt, der Abfluss gluckert und plötzlich wird aus der Dusche ein kleines Fußbad: Verstopfte oder langsam ablaufende Duschabflüsse bemerkt man meistens erst dann, wenn man schon unter der Dusche steht. Die Reinigung wird dann oft auf später verschoben; spätestens, wenn aus kleinen Ablagerungen ein größeres Problem geworden ist.

Statt dieses lästige Problem immer wieder aufzuschieben, wollte DEKADOME-Gründer Anton Vrouzos eine Lösung entwickeln, die genau dann griffbereit ist, wenn man sie braucht. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Marius Ludwig entstand der Abflussreiniger von DEKADOME: ein kleiner, alltagstauglicher Helfer, der die regelmäßige Abflusspflege zu einer Sache von wenigen Sekunden beim Duschen macht.

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DEKADOME: Der Druck-Abflussreiniger aus „Die Höhle der Löwen“

BASIC thinking: Hallo Anton, hallo Marius, ihr seid in Staffel 20 von „Die Höhle der Löwen“ dabei. Wie fühlt sich das an?

Ehrlich gesagt immer noch ein bisschen surreal. Wir verfolgen „Die Höhle der Löwen“ beide schon seit Jahren und haben unzählige andere Gründer vor den Löwen pitchen sehen. Dass wir jetzt selbst Teil der 20. Staffel sind und bald unseren eigenen Pitch im Fernsehen sehen werden, ist schon ein ziemlich verrücktes Gefühl. Noch verrückter ist, dass wir gleich zwei Löwen von DEKADOME überzeugen konnten.

Darunter auch unseren Wunschlöwen Ralf Dümmel! Natürlich sind wir auch unendlich dankbar für all die Menschen, die uns auf unserem bisherigen Weg unterstützt haben. Ohne unsere Freunde und Familie hätten wir es nicht so weit geschafft. Jetzt sind wir vor allem unglaublich gespannt auf die Ausstrahlung und darauf, wie die Zuschauer auf DEKADOME und unseren Pitch reagieren werden.

Was macht DEKADOME so besonders?

Eigentlich ist DEKADOME als kleiner Duschhelfer für verstopfte Abflüsse ein ziemlich simples Produkt. Und genau das mögen wir daran. Es braucht keinen Strom, keine Chemie und keine komplizierte Anwendung.

DEKADOME liegt einfach in der Dusche und ist immer griffbereit, wenn man ihn braucht. Kurz auf den Abfluss setzen, ein paar Mal mit dem Fuß pumpen und weiterduschen.

Gleichzeitig wollten wir aus einem Gegenstand, den man normalerweise irgendwo im Schrank versteckt, etwas machen, das problemlos sichtbar in der Dusche liegen kann. So ist aus einem ziemlich klassischen Haushaltshelfer unsere eigene Interpretation eines Abflussreinigers geworden.

Wie seid ihr auf die Idee und das Konzept von DEKADOME gekommen?

Aus einem ziemlich gewöhnlichen Alltagsproblem. Nachdem Anton mit seiner Frau Vanessa zusammengezogen war, war plötzlich auch der verstopfte Duschabfluss deutlich häufiger ein Thema. Irgendwann haben wir uns darüber unterhalten und festgestellt, dass uns keine der üblichen Lösungen wirklich überzeugt.

Da wir uns sowieso ständig gegenseitig irgendwelche Produktideen vorgestellt haben, wurde aus dem Gespräch ziemlich schnell ein: „Das müsste doch auch besser gehen.“ Aus diesem Gedanken entstanden die ersten Ideen und irgendwann auch die ersten Prototypen von DEKADOME. Bis zu dem Produkt, das wir heute in den Händen halten, war dann allerdings noch einiges an Arbeit nötig.

DEKADOME in „Die Höhle der Löwen“

Und wie seid ihr bei DHDL gelandet?

Ganz unspektakulär. Wir haben uns einfach beworben. Wir schauen die Sendung beide schon sehr lange und irgendwann war DEKADOME an einem Punkt, an dem wir gesagt haben: „Jetzt probieren wir es einfach.“

Natürlich rechnet man bei so einer Bewerbung nicht automatisch damit, irgendwann tatsächlich vor den Löwen zu stehen. Umso größer war die Freude, als aus der Bewerbung plötzlich Realität wurde.

Was ging kurz vor eurem Pitch in euch vor?

Da rauscht sehr vieles an einem vorbei. In einem Moment sitzt man noch im Wartebereich und im nächsten Moment hat man plötzlich eine handfeste Diskussion mit Frank Thelen. Selbst jetzt fühlt sich vieles davon noch nicht ganz real an. Es ist schon irgendwie komisch und lustig zugleich, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt.

Wie liefen die Verhandlungen nach der Show?

Mit dem Handschlag vor den Löwen ist so ein Deal natürlich noch nicht abgeschlossen. Direkt nach dem Pitch haben wir das Team von Ralf kennengelernt und uns trotz der ganzen Aufregung von Anfang an unglaublich gut aufgehoben gefühlt. Von diesem Zeitpunkt an waren wir direkt im engen Austausch und es ging mit der Due Diligence weiter. Die lief bei uns tatsächlich ziemlich entspannt ab.

Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Markt, entsprechend gab es bei uns wahrscheinlich etwas weniger zu prüfen und zu besprechen als bei manch anderem Startup. Umso schöner war natürlich der Moment, als feststand, dass aus dem Handschlag vor den Kameras auch tatsächlich eine Zusammenarbeit mit Ralf und seinem Team wird.

Was ist seit dem Dreh und der Teilnahme mit euch und DEKADOME passiert?

Stillstand gab es definitiv keinen. Für uns ging die eigentliche Arbeit nach dem Dreh ganz normal weiter. Aus DEKADOME musste schließlich ein Produkt werden, das nicht nur in unserem Pitch die Löwen überzeugt, sondern am Ende tatsächlich bei den Kunden im Badezimmer liegt.

Deshalb haben wir die Zeit genutzt, um an vielen kleinen und großen Themen rund um Produkt, Produktion, Verpackung und Vermarktung weiterzuarbeiten. Vieles davon sieht man dem fertigen DEKADOME wahrscheinlich gar nicht an, aber genau diese Arbeit gehört eben auch dazu, wenn aus einer Idee irgendwann ein echtes Produkt werden soll.

Abflussreiniger aus „Höhle der Löwen“: So geht es mit DEKADOME weiter

Wie geht es jetzt weiter?

Jetzt sind wir erst einmal unglaublich gespannt, was nach der Ausstrahlung passiert. DEKADOME kommt auf den Markt und damit beginnt für uns eigentlich ein ganz neuer Abschnitt.

Wir wollen sehen, wie das Produkt im Alltag angenommen wird und vor allem, was unsere Kunden dazu sagen. Dieses Feedback wird für uns eine wichtige Grundlage dafür sein, wie wir DEKADOME in Zukunft weiterentwickeln. Natürlich haben wir uns selbst dazu schon eine Menge Gedanken gemacht, aber eine Sache nach der anderen.

Wenn ihr zurückblickt: Wie bewertet ihr eure Erfahrungen bei DHDL?

Natürlich war unser Wunschausgang ein Deal mit dem einzig wahren Ralf Dümmel. Dass wir den auch landen konnten, zaubert uns beiden immer noch ein breites Grinsen ins Gesicht. Aber unabhängig davon war allein die Teilnahme eine ziemlich außergewöhnliche Erfahrung.

Man arbeitet jahrelang zu zweit an einer Idee und plötzlich steht man in einem Fernsehstudio und soll Menschen, die selbst schon unzählige Produkte und Unternehmen aufgebaut haben, davon überzeugen. Wir würden es auf jeden Fall wieder machen. Und wahrscheinlich wären wir beim zweiten Mal wieder genauso nervös wie beim ersten Mal. Es war wirklich eine einmalige Erfahrung, für die wir sehr dankbar sind.

Gewinnspiel: Sicher dir einen Abflussreiniger von DEKADOME aus „Höhle der Löwen“

Als Medienpartner verlosen wir den Abflussreiniger von DEKADOME aus „Die Höhle der Löwen“ unter allen Newsletter-Abonnenten von BASIC thinking. Du musst nur bis zum Stichtag am 11. Oktober 2026 (18:00 Uhr) unseren Newsletter abonniert haben und uns bis dahin einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen, warum du den Abflussreiniger von DEKADOME haben möchtest.

Den Gewinner ziehen wir am 11. Oktober 026 und benachrichtigen ihn anschließend umgehend per E-Mail. Wir wünschen viel Glück!


Einsendeschluss ist Sonntag, der 11. Oktober 2026, 18 Uhr. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden ausschließlich korrekt ausgefüllte Kommentare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Der Gewinnanspruch verfällt, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder sich nicht nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels (BASIC thinking GmbH) meldet. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.

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Autonomer E-Lkw: Warum ausgerechnet Lidl den Autobauern ein Schnippchen schlägt

21. September 2026 um 11:00

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autonomer E-Lkw Lidl Elektro Lkw Einride

Ein Elektro-Lkw ohne Fahrerkabine beliefert ab sofort eine Lidl-Filiale im hessischen Edermünde – autonom und vollelektrisch. Dass ausgerechnet ein Discounter den ersten autonomen Lastkraftwagen auf deutsche Straßen bringt und nicht etwa MAN oder Daimler, sagt viel über den Zustand der hiesigen Autoindustrie aus. Von einer Blamage kann aber keine Rede sein. Das Projekt ist schlichtweg konsequent! Eine kommentierende Analyse.

Autonomer E-Lkwvon Lidl: Die Details

  • Lidl startet in Kooperation mit dem schwedischen Transportunternehmen Einride eine Testphase mit einem autonomen E-Lkw. Der elektrische Truck soll im hessischen Edermünde bei Kassel im regulären Logistikbetrieb Waren von einem Verteilzentrum zu einer nahegelegenen Lidl-Filiale transportieren. Der Lkw hat Platz für 15 Europaletten. Ziel sind bis zu drei Fahrten pro Tag. Während der viermonatigen Testphase soll das Fahrzeug über 3.000 Paletten transportieren. Das Projekt wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) genehmigt.
  • Der kabinenlose Elektro-Lkw soll zunächst nur eine festgelegte Strecke zurücklegen. Die autonome Fahrfunktion nach SAE-Level 4 ermöglicht vollautomatisierte Fahrten ohne Fahrer. Lidl bringt eigenen Angaben zufolge damit erstmals ein solches Fahrzeug im Realbetrieb auf öffentliche Straßen in Deutschland. Der E-Truck soll auf der Teststrecke vollständig die Belieferung des Trockensortiments der Filiale übernehmen. Das Ziel: Lidl will die Technik einerseits unter realen Bedingungen erproben. Andererseits geht es auch darum, zu untersuchen, wie sich autonome Elektro-Lkw in bestehende Logistikabläufe integrieren lassen.
  • Sollte der Test erfolgreich verlaufen, will Lidl seinen autonomen E-Lkw an weiteren Standorten einsetzen. Das Fahrzeug könnte dann etwa mehrere Stationen nacheinander abklappern. Ziel des Discounters ist es, die Logistik effizienter zu organisieren und Transportwege zu optimieren. Vor dem Hintergrund komplexer Lieferketten sowie eines Fachkräftemangels bei Lkw-Fahrern sieht Lidl in dem Einride-Lkw eine Möglichkeit, auf die Probleme zu reagieren. Konkrete Angaben zu Batterie und Reichweite des Trucks gibt es bislang nicht.

Warum ist Lidl schneller als MAN und Daimler?

Lidl und Einride demonstrieren, dass autonome Lkw längst nicht mehr nur auf einem Testgelände rumkurven müssen. Denn die Technologie hat einen erheblichen Sprung gemacht, auch aufgrund der Entwicklungen rund um KI. Zwar tüfteln auch deutsche Unternehmen wie MAN und Daimler an autonomen Elektro-Trucks.

Doch: Während MAN autonome, emissionsfreie Lkw ab 2030 als Serienlösung anpeilt, konzentriert sich Daimler Truck bei seinen konkreten Zeitplänen zunächst auf den US-Markt. Lidl ist damit also nicht allein, aber es ist durchaus erstaunlich, dass der Discounter der Konkurrenz bei der praktischen Umsetzung einen Schritt voraus ist – natürlich auch dank Einride.

Das ist zwar keine Blamage für die deutsche Autoindustrie, aber vor allem konsequent und kommt keinesfalls von ungefähr. Denn Lidl beziehungsweise die Schwarz-Gruppe entwickelt sich zunehmend zu einem Technologiekonzern: von Rechenzentren über eine eigene Cloud-Infrastruktur bis hin zur Robotik und KI. Und jetzt eben auch mit einem autonomen E-Lkw.

Während klassische Hersteller bei solchen Zukunftstechnologien teilweise noch über den richtigen Zeitpunkt streiten, schafft Lidl Fakten auf der Straße. Bürokratie kann für andere diesmal nicht als Ausrede herhalten. Schließlich hat das KBA den Test von Lidl genehmigt. Dennoch hat Deutschland bei einer Technologie, die Elektroantrieb und autonomes Fahren miteinander kombiniert, wieder ein Stück weit gepennt. Leider. Wieder einmal. Ähnlich wie bei E-Autos.

Stimmen

  • Thomas Dangelmayer, Leiter der operativen Logistik bei Lidl in Deutschland, in einem Statement: „Intelligenz schafft Effizienz und das ist das Rückgrat für eine dauerhaft verlässliche Warenverfügbarkeit. Wir sorgen dafür, dass die Produkte für unsere Kunden immer zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität am richtigen Ort sind. Mit diesem innovativen Projekt testen wir einen technologischen Meilenstein schrittweise und sicher im Realbetrieb, um zu prüfen, wie sich zukunftsfähige Lösungen optimal in unsere Logistik integrieren lassen.“
  • Unternehmensberater Harald M. Depta, DEKRA-zertifizierter Experte für Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Elektromobilität und elektrisches Fuhrparkmanagement, in einem LinkedIn-Beitrag: „BILD nennt das eine Demütigung für die deutsche Autoindustrie. Ich sehe das anders. Das ist keine Demütigung, das ist Konsequenz. Wir reden seit Jahren über Fachkräftemangel im Güterverkehr, über explodierende Personalkosten, über eine Branche, die an ihre Grenzen kommt. Und dann wundert sich jemand, dass ein schwedisches Unternehmen zusammen mit einem Discounter genau da ansetzt, wo es wehtut? Schau nach China. Dort ist Elektromobilität längst kein Diskussionspunkt mehr, der Markt hat entschieden.“
  • Das Logistikunternehmen Dachser setzt bereits auf E-Lkw und beschäftigt sich zunehmend auch mit autonomen Fahrzeugen. Andre Kranke, Head of Corporate Research and Development bei Dachser, zog bereits 2025 eine kleine Zwischenbilanz: „Die besten KI-Algorithmen haben mittlerweile ein Sicherheitsniveau erreicht, das statistisch über dem einer durchschnittlichen menschlichen Vergleichsgruppe liegt. Der größte Hemmschuh für eine rasche Umsetzung des autonomen Fahrens sind die gewaltigen Anfangsinvestitionen für das zeitintensive Anlernen der künstlichen Intelligenz.“

Was passiert, wenn der autonome Lkw einen Unfall baut?

Irgendwann einmal wird ein autonomer E-Lkw einen Unfall bauen. Das mediale Geschrei wird dann vermutlich groß sein. Denn: Bei neuen Technologien werden einzelne Vorfälle gerne zum Beweis für das vermeintliche Scheitern eines gesamten Konzepts aufgeblasen. Ähnlich ist es bereits bei brennenden E-Autos, obwohl diese statistisch nicht häufiger Feuer fangen als Verbrenner. Doch: Kontext und Einordnung bleiben oft auf der Strecke.

Indes: Für Lidl geht es langfristig vor allem darum, den aktuellen Fahrermangel abzufedern. Während des Tests wird aber noch kein Personal eingespart. Denn das KBA verlangt, dass die Fahrten durch ein Begleitfahrzeug abgesichert werden. Eine mögliche Bedrohung für Lkw-Fahrer ist also, wenn überhaupt, ganz ferne Zukunftsmusik.

Stattdessen könnten sogar neue Jobs und Aufgaben rund um Überwachung, Wartung und Verwaltung autonomer Lkw und Logistiksysteme entstehen. Ob ein selbstfahrender Lkw oder die dahinterstehende KI jemals einen Fehler machen wird, ist gar nicht die entscheidende Frage.

Denn es wird zu Fehlern und Unfällen kommen. Genau deshalb gibt es strenge Auflagen und Testfahrten; zumal auch menschliche Fahrer Fehler machen. Spannend wird sein, ob die Systeme insgesamt weniger Fehler machen als Menschen und wie zuverlässig sie in speziellen Situationen reagieren.

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ChatGPT-Chats sind nicht privat! Fremde Menschen können mitlesen

18. September 2026 um 11:00

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ChatGPT Chats privat OpenAI Mitarbeiter Menschen mitlesen

Wer ChatGPT als Lebenscoach, Hausaufgabenhilfe oder digitalen Berater nutzt, teilt oft sehr persönliche Informationen. Was viele nicht wissen: OpenAI lässt im Rahmen von „Project Lily“ Freiberufler echte Nutzer-Chats lesen, um den Chatbot weniger unterwürfig und sicherer zu machen. Interne Dokumente zeigen, wie der Prozess abläuft. Warum die Grenze zwischen Produktverbesserung und Datenschutz dabei zunehmend verschwimmt. Eine kommentierende Analyse.

„Project Lily“: OpenAI-Mitarbeiter lesen private ChatGPT-Chats

  • ChatGPT hat weltweit mittlerweile über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Viele nutzen den Chatbot aber nicht, um E-Mails zu verfassen oder sich Inspiration für neue Ideen und Projekte einzuholen. Einer Studie von OpenAI zufolge handelten allein im Juni 2025 fast drei Viertel aller Konversationen von Themen außerhalb des Berufslebens. Rund 28 Prozent der Nutzer stellten beispielsweise Alltagsfragen oder verlangten nach Tipps zu Hausaufgaben. Pikant: Viele vertrauen ChatGPT dafür auch persönliche Informationen an. Laut OpenAI-Chef Sam Altman würden vor allem Menschen im Alter zwischen 20 und 40 den Bot sogar als so etwas wie einen Lebenscoach ansehen.
  • Wie das Magazin 404 Media (€) unter Berufung auf interne OpenAI-Unterlagen berichtet, sehen immer mehr menschliche Auftragnehmer des Unternehmens persönliche ChatGPT-Chats von Nutzern ein. Ziel von „Project Lily“ sei, den Chatbot weniger unterwürfig und weniger menschlich zu machen. Dazu prüfen überwiegend freiberufliche Mitarbeiter reale Konversationen zwischen Nutzern und ChatGPT im Rahmen eines dreistufigen Prozesses. Sie checken zunächst die Eingabe, versuchen dann die vermeintliche Absicht zu eruieren und bewerten anschließend die Antwort von ChatGPT. Das Ziel von OpenAI: Antworten sollen klug, aber bescheiden klingen – etwa ohne zu viele Emojis oder Schmeicheleien.
  • OpenAI zufolge sollen die Maßnahmen ChatGPT zudem sicherer machen. Vor allem das Modell GPT-4o, das mittlerweile abgeschaltet wurde, servierte regelmäßig vermeintlich einfühlsame und möglichst menschliche Antworten. Die Folge: Die KI agierte wie ein Ja-Sager, machte Nutzern Komplimente und stimmte ihnen übermäßig oft zu. Viele waren davon schlichtweg genervt. Andere waren enttäuscht bis verärgert, nachdem GPT-4o der Stecker gezogen wurde, was eine gewisse emotionale Abhängigkeit offenbart. Problem: Das Modell verharmloste sogar potenziell gefährliche Vorhaben. In den USA haben bereits mehrere Familien OpenAI verklagt, da sie ChatGPT eine Mitschuld an Suizidfällen geben.

Warum dein ChatGPT-Chat kein Vier-Augen-Gespräch ist

Die Tatsache, dass fremde Menschen Chats von ChatGPT-Nutzern lesen, muss nicht zwangsläufig ein Problem sein. Problematisch ist aber durchaus, dass viele davon nichts wissen; auch weil OpenAI es nicht klar kommuniziert. Bei Social Media ist menschliche Moderation indes längst Teil des Geschäftsmodells und wird von vielen Nutzern sogar eingefordert.

Bei KI hingegen entsteht durch die persönliche Ansprache schnell der Eindruck einer privaten Konversation. Oder: Im Gegensatz zu öffentlichen Social-Media-Beiträgen geht man nicht unbedingt davon aus, dass persönliche Chats von fremden Menschen mitgelesen werden können.

Hinzu kommt, dass seit Beginn des KI-Hypes ein gefühlt immer geringeres Verständnis für Datenschutz herrscht. Das ist zumindest mein Eindruck. Denn Smart Glasses wie von Meta, die ständig alles filmen können, Smartwatches, die dauerhaft mithören, und KI-Agenten, die auf Bankkonten, E-Mails und Kalender zugreifen, verschieben die Grenzen zwischen Privatsphäre und der Digitalisierung immer weiter.

Oder: Ist uns Datenschutz so egal geworden? Je mehr KI über uns weiß und je natürlicher sie mit uns spricht, desto größer wird die Diskrepanz zwischen gefühlter Vertraulichkeit und tatsächlicher Datenverarbeitung. Dass OpenAI derweil persönliche Informationen vor einer Prüfung herausfiltern und schwärzen will, ist zwar gut, sollte aber auch absoluter Mindeststandard sein.

Problem: Ein Filter für Inhalte ist keine magische Datenschutz-Firewall, sondern hat Löcher wie ein Sieb. OpenAI räumt sogar selbst ein, dass es zu Fehlern kommen kann. Sprich: Dass fremde Menschen eben doch persönliche Informationen mitlesen. Mehr Offenheit und Transparenz wären jedoch angebrachter als kleingedruckte Anmerkungen, die tief in irgendwelchen Datenschutzerklärungen untergehen.

Es ist zwar durchaus nachvollziehbar und mitunter sinnvoll, dass Menschen echte Gespräche überprüfen, wenn dadurch gefährliche, manipulative oder schlicht schlechte Antworten erkannt werden können. Nur sollten Nutzer auch wissen, worauf sie sich einlassen. OpenAI bietet zwar Opt-out- und temporäre Chats an. Aber die Existenz menschlicher Prüfer wurde in der öffentlichen Kommunikation bislang fast schon unter den Teppich gekehrt.

Stimmen

  • Michal Luria, Senior Research Fellow am Center for Democracy & Technology, erklärte gegenüber 404 Media (€): „Die Überprüfung von Unterhaltungen mit Chatbots durch Menschen kann für die Sicherheit unerlässlich sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass aktuelle Chatbot-Schnittstellen automatisch ein trügerisches Gefühl von Intimität und Privatsphäre in scheinbar persönlichen Interaktionen erzeugen, während in Wirklichkeit möglicherweise menschliche Prüfer am anderen Ende mitlesen.“
  • Rechtswissenschaftlerin Kate Klonick hat auf Bluesky eine durchaus pointierte Reaktion auf den Artikel gepostet: „Menschen 2014–2024: ‚Wir wollen nicht, dass Roboter unsere Inhalte prüfen! Wir verlangen eine menschliche Überprüfung!‘ Menschen 2026: ‚Heilige Scheiße, wusstet ihr, dass Menschen unsere Inhalte prüfen!? Wie gruselig! Wir wollen nur Roboter!!‘“
  • Joseph Cox, Redakteur bei 404 Media und Autor des entsprechenden Artikels, schrieb in einem Beitrag auf LinkedIn: „OpenAI hat eine ganze Armee von Freiberuflern engagiert, die die Chats echter ChatGPT-Nutzer lesen. Ich habe interne Dokumente, das Überprüfungssystem und echte Nutzeranfragen gesehen. Manchmal enthalten diese sehr persönliche und sensible Informationen.“ Auf die Frage, ob es Nutzern bewusst sei, dass menschliche Prüfer ihre Unterhaltungen einsehen könnten, antwortete ein OpenAI-Auftragnehmer gegenüber 404 Media: „Nein, ich glaube nicht, dass sie sich vorstellen würden, dass irgendwo ein Auftragnehmer (…) die Unterhaltungen analysiert.“

Datenschutz: Wie sich der Umgang mit KI verändern könnte

Je persönlicher KI wird, desto schwammiger wird die Trennung zwischen Datenschutz und Produktqualität. Wer ChatGPT etwa als digitalen Lebensberater, persönlichen Assistenten oder Gesprächspartner nutzt, liefert OpenAI zwangsläufig andere Informationen als jemand, der sich nur eine Excel-Tabelle oder Dokumente analysieren lässt.

Es scheint deshalb fast schon überfällig, dass Nutzer künftig differenzierter festlegen können sollten, was eine KI speichert, welche Informationen in ihre Trainingsdaten einfließen und welche persönlichen Informationen fremde Menschen nicht zu Gesicht bekommen sollen.

Die menschliche Kontrolle von Chats könnte je nachdem, wie sie kommuniziert und konkret umgesetzt wird, sowohl zu einem Vertrauensproblem als auch zu einem Vertrauensargument werden. Indes: OpenAI, Google und Anthropic setzen bereits alle auf Prüfungen durch Mitarbeiter, jeweils mit unterschiedlichen Kontroll- und Schutzmechanismen.

Oder: Je stärker KI in unseren Alltag eindringt, desto weniger wird die Frage lauten, ob irgendwo Menschen hinter Bildschirmen sitzen und unsere Chats mitlesen. Sie wird lauten: Wer darf wann hinschauen und warum – und was weiß ich darüber? Der Umgang mit KI könnte sich dadurch verändern.

Einigen wird es egal sein. Bei anderen könnte ein neues digitales Grundverständnis entstehen. Denn nicht jede Konversation mit einer KI ist automatisch ein vertrauliches Vier-Augen-Gespräch. Das mag banal klingen, könnte aber zu einer wichtigen Datenschutzregel in der KI-Ära werden.

Denn spätestens wenn Chatbots irgendwann nicht mehr nur antworten, sondern zuhören, gar sehen, handeln und sich erinnern, sind Transparenz und Datenschutz keine netten Zusatzfunktionen mehr, sondern die Voraussetzung dafür, dass aus künstlicher Nähe nicht irgendwann ein ziemlich unangenehmes Gefühl von Überwachung wird.

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VW knackt drei Weltrekorde – doch dieses E-Auto kann niemand kaufen

17. September 2026 um 11:00

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Mission Efficiency VW Volkswagen E-Auto Elektroauto Weltrekord nachhaltig

Volkswagen hat mit dem Mission Efficiency ein Elektroauto vorgestellt, das gleich drei Weltrekorde beansprucht. Darunter: ein Verbrauch von nur 6,48 kWh auf 100 Kilometern. Das Konzeptfahrzeug basiert auf seriennaher Technik des kommenden ID. Polo, wird aber selbst nie im Handel landen. Genau das sorgt für Diskussionen. Denn warum zeigt VW, was technisch möglich ist, wenn Kunden davon vorerst nicht profitieren können? Eine kommentierende Analyse.

Das sparsamste Elektroauto der Welt: Der Mission Efficiency im Detail 

  • VW hat mit dem Mission Efficiency ein neues Konzeptfahrzeug präsentiert. Das in Wolfsburg entwickelte Elektroauto ist zwar nicht für den Verkauf vorgesehen, verfügt aber über eine EU-Straßenzulassung. Der Stromer erinnert an die Plug-in-Hybrid-Kleinserie XL1 von 2014. Besonders brisant: VW beansprucht mit dem Mission Efficiency gleich drei Weltrekorde. Erstens: einen Luftwiderstandswert (cW-Wert) von 0,158, der aufgrund des aerodynamischen Designs besonders viel Energie sparen soll. Zweitens: Einen Verbrauch von 6,48 kWh auf 100 Kilometern, der bei einer als „Idealfahrt“ bezeichneten Testfahrt verzeichnet wurde. Und drittens: den Status als effizientestes seriennahes Elektroauto der Welt.
  • Laut Volkswagen legte der Mission Efficiency bei einer weiteren Testfahrt eine Strecke von 1.278,36 Kilometern von Wolfsburg über Poznań und Olmütz nach Wien zurück. Der Verbrauch lag demnach bei 7,51 kWh auf 100 Kilometer – inklusive Ladeverlust. Ohne Ladeverlust habe der Verbrauch bei 6,89 kWh pro 100 Kilometer gelegen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei der Fahrt bei 67,72 km/h. In der Spitze wurden 138 km/h erreicht. Den Daten zufolge liegt der Netto-Energieinhalt der Batterie bei 54,9 kWh. Während der Fahrt wurde einmal nachgeladen. Bei der Ankunft zeigte der Mission Efficiency noch 164 Kilometer Restreichweite an.
  • Das Konzeptfahrzeug basiert auf der neuen Generation des E-Auto-Baukastens MEB+ mit Frontantrieb. VW gibt den Motor mit 99 kW/135 PS an. Außerdem: maximal 105 kW Gleichstrom-Ladeleistung (DC) und einen Normverbrauch (WLTP-Verbrauch) von 8,4 kWh pro 100 Kilometer. Den Angaben zufolge ähneln Antrieb, Vorderachse samt Lenkung und die Grundkonstruktion der Hinterachse den Komponenten des ID. Polo. Ein zentraler Ansatzpunkt für die Effizienz des Mission Efficiency ist sein aerodynamisches Design. Der Mission Efficiency ist 4,775 Meter lang, 1,744 Meter breit und 1,392 Meter hoch. Die Hinterräder sind vollverkleidet. Der Radstand wurde verlängert und Kühlluftklappen sollen den Luftwiderstand reduzieren. Weitere Maßnahmen betreffen Reibungsverluste, Nebenverbrauch und Gewicht.

Seriennah oder alles nur Marketing?

Im Netz findet der Mission Efficiency von VW relativ großen Anklang. Mindestens genauso groß ist aber die Enttäuschung, dass der Stromer in seiner jetzigen Form wohl niemals serienmäßig auf die Straße kommen wird. Die Kritik: VW hätte diesen Umstand deutlich prominenter kommunizieren müssen. Denn wer von Weltrekorden und seriennaher Technik spricht, darf sich nicht wundern, wenn die Frage aufkommt: Warum kann man das Ding dann nicht irgendwann auch kaufen?

Und dennoch: Der Mission Efficiency demonstriert eindrucksvoll, dass eine hohe Reichweite nicht zwangsläufig mit einer immer größeren Batterie erkauft werden muss. Denn: Aerodynamik, ein geringes Gewicht und ein effizienter Antrieb können ebenso eine entscheidende Rolle spielen. Der Haken: Der Mission Efficiency ist vor allem ein Technologieträger und muss nicht beweisen, dass sich sein Konzept als komfortables, bezahlbares Massenauto verkaufen lässt. „Near-production“ klingt deshalb ein bisschen nach Marketing-Sprech. Denn: Die Technik mag vielleicht seriennah sein, das konkrete Auto ist es aber nicht.

Trotzdem wäre es falsch, das Projekt als reine PR-Nummer abzutun. Wenn VW tatsächlich Erkenntnisse aus dem Fahrzeug in kommende Elektroautos überträgt, könnte aus dem schicken Schaufensterfahrzeug mehr werden als nur ein netter Rekordhalter. Vielleicht ist das aber sogar die interessantere Botschaft. Dass Effizienz nicht allein mit dem Akku steht oder fällt, sondern schon mit der Karosserie, beim Gewicht und bei jedem Bauteil, das Energie kostet. Das ist weniger spektakulär als ein noch größerer Akku, aber womöglich deutlich nachhaltiger.

Stimmen

  • Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, Leiter der Markengruppe Core und Mitglied des Konzernvorstands, in einem Statement: „Mission Efficiency ist der ideale Weg, um zu zeigen, was Volkswagen im Zeitalter der Elektromobilität auszeichnet: Technologie für die breite Masse – nicht nur für wenige. Anstelle von Spezialtechnologie stellte das Fahrzeug seine drei Weltrekorde mit erschwinglicher Serientechnologie aus dem ID. Polo und dem ID. Cross, die auf der MEB+-Plattform mit Frontantrieb basieren, auf. Das zeigt, wie viel Effizienzpotenzial wir der neuesten Generation unserer Elektroautos entlocken können.“
  • Andreas Mindt, Chefdesigner bei Volkswagen, ergänzte: „Mit seiner Frontpartie reiht sich der Mission Efficiency in unsere neue Familie von Elektrofahrzeugen ein, zu der auch der ID. Polo und der ID. Cross gehören. Die Form der Karosserie selbst ist ganz auf Funktionalität und damit auf die Gesetze der Aerodynamik ausgerichtet. Das Ergebnis ist ein hochmoderner, effizienter Sportwagen, in dem die DNA des legendären Volkswagen XL1 zum Ausdruck kommt.“
  • In einem viel diskutierten Reddit-Thread zur VW-Mitteilung kommt vor allem ein Punkt nicht gut weg. Ein Nutzer schreibt: „Mir gefällt, wie es aussieht, aber ‘nahe am Rekord für Serienfahrzeuge’ klingt ziemlich albern.“ Ein anderer kritisiert: „Ja, was ist denn daran auszusetzen, es wie alle anderen auch als Konzeptfahrzeug zu bezeichnen? Entweder man verkauft es oder eben nicht.“ Und wiederum ein anderer meint: „Das ist nicht nur kein Prototyp; sie können nicht einmal zusichern, dass daraus jemals einer wird. Geschweige denn ein Serienfahrzeug.“

Was der Mission Efficiency für künftige VW-Modelle bedeutet

Ob der Mission Efficiency irgendwann tatsächlich in irgendeiner Form auf die Straße kommt, ist äußerst fraglich. Die eigentliche Idee des Projekts ist aber ohnehin eine andere: VW will die gewonnenen Erkenntnisse mit dem Konzeptfahrzeug in künftige MEB+-Modelle einfließen lassen, statt den extrem effizienten Stromer selbst ins Verkaufsregal zu stellen. Für den Wolfsburger Konzern könnte das durchaus relevant werden. Denn: Jede eingesparte Kilowattstunde kann kleinere Batterien, geringere Kosten und perspektivisch mehr Reichweite ermöglichen.

Die Bewährungsprobe ist aber keine Rekordfahrt zwischen Wolfsburg und Wien, sondern der ganz normale Alltag. Oder: Ein Serienauto muss auch Passagiere und Gepäck unterbringen, Sicherheitsanforderungen erfüllen, einen gewissen Komfort bieten und natürlich halbwegs bezahlbar sein – nicht nur möglichst wenig Energie verbrauchen. Oder: Zwischen einem aerodynamischen Ideal und einem Familienauto liegen nicht nur ein paar Kilowattstunden, sondern jede Menge Blech, Gewicht und Kundenwünsche.

Kurzum: Der Mission Efficiency ist kein neues Elektroauto, sondern eine Wette darauf, dass die Zukunft des E-Autos nicht nur in größeren Batterien, sondern in einem geringeren Energieverbrauch liegt. Ob VW diese Wette gewinnt, entscheidet, wie viel von der Technologie letztlich tatsächlich in den nächsten Serienmodellen landet. Denn ein Rekordauto, das niemand kaufen kann, ist letztlich nur eines: ein ziemlich effizienter Hinweis darauf, was theoretisch möglich ist, aber nicht eins zu eins in die Praxis übertragen werden kann.

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KI-Pause aus Gewissensbissen? Wovor die Tech-Bosse wirklich Angst haben

15. September 2026 um 11:00

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KI-Pause Anthropic OpenAI Künstliche Intelligenz Angst

Anthropic-Chef Dario Amodei fordert eine koordinierte Pause bei der Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle und bekommt dafür Zuspruch von OpenAI, Google und sogar Elon Musk. Ausgerechnet jetzt, nach einer Serie peinlicher Sicherheitsvorfälle und schwacher Geschäftszahlen, wollen die Tech-Bosse ihr Gewissen entdeckt haben. Warum hinter der KI-Pause vermutlich weniger Menschheitsschutz als Marktschutz steckt. Eine kommentierende Analyse.

Warum die Tech-Bosse eine KI-Pause fordern

  • Die führenden KI-Unternehmen aus den USA sprechen sich aktuell dafür aus, das Entwicklungstempo bei besonders leistungsfähigen Modellen zu drosseln. Anthropic-Chef Dario Amodei schlug in einem Essay beispielsweise eine koordinierte KI-Pause vor. Sie soll der Branche ein bis zwei Jahre Zeit verschaffen, um Sicherheitsrisiken besser einschätzen und eindämmen zu können. Von der Konkurrenz um OpenAI, Google und xAI gab es binnen kürzester Zeit Zuspruch. Amodei warnt, dass KI-Agenten theoretisch innerhalb von sechs bis zwölf Monaten in der Lage seien, einen Großteil des Internets lahmzulegen und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe zu verursachen. Deshalb kündigte er konkrete Maßnahmen bei Anthropic an.
  • Zuvor hatten mehrere namhafte KI-Anbieter binnen kürzester Zeit schwerwiegende Sicherheitsvorfälle eingeräumt. Anthropic machte den Anfang. Es folgten: OpenAI, Meta und das chinesische Unternehmen Moonshot AI. In allen Fällen soll eine KI aus einer Testumgebung ausgebrochen sein, sich mehr oder weniger verselbstständigt und im freien Internet eigenständig Aktionen ausgeführt haben. Ein KI-Agent von OpenAI hat sogar die Plattform Hugging Face gehackt, um seinen ursprünglichen Auftrag ausführen zu können. Dass gleich mehrere große KI-Anbieter unmittelbar nacheinander ähnliche Vorfälle eingestanden haben, scheint aber alles andere als Zufall zu sein. Zahlreiche Medien heizten den Hacker-Hype obendrein an.
  • Laut einer aktuellen Umfrage würden 68 Prozent der US-Amerikaner ein Gesetz befürworten, das eine zwischenzeitliche Pause bei der KI-Entwicklung vorsieht. Das Umfrageinstitut Data for Progress hat dazu repräsentativ 1.332 Wahlberechtigte in den USA befragt. Konkret ging es dabei um einen entsprechenden Gesetzesentwurf von Bernie Sanders, Senator in Vermont, und dem demokratischen Abgeordneten Greg Casar. Auch in Deutschland zeichnet sich eine zunehmende Skepsis gegenüber KI ab. Immer mehr Menschen haben etwa den Eindruck, dass die Nachteile die Vorteile von KI überwiegen. 41 Prozent nutzen zwar regelmäßig künstliche Intelligenz. Mehr als 40 Prozent würden aber lieber in einer Welt ohne KI leben.

Sicherheitsrisiko oder PR-Kalkül?

Quasi im Wochenrhythmus wird KI aktuell mal als Heilsbringer und mal als existenzielle Bedrohung für die Menschheit befeuert. Dass die aktuellen Fortschritte tatsächlich etwas beängstigend wirken und rasend schnell vorangehen, lässt sich kaum wegdiskutieren. Das Problem ist aber weniger die Technologie selbst als ein verantwortungsvoller Umgang mit ihr.

Denn rund um den großen Hacker-Hype waren vor allem schlecht abgesicherte Testumgebungen oder fehlerhafte Zielvorgaben der Grund dafür, dass KI-Agenten ausbüchsen konnten. Hinzu kommen ein gewisses PR-Kalkül sowie klickgetriebener Alarmismus durch zahlreiche Medien.

Indes: KI kann zweifellos in vielen Fällen hilfreich sein – vor allem im Gesundheitsbereich, in der Forschung und in der Prozessautomatisierung. Doch es gibt auch Risiken, die eine Regulierung erfordern. Oft scheint es aber nur um die Frage zu gehen, was möglich ist und nicht darum, was sinnvoll ist. Nun wollen die Tech-Bosse also nach Jahren der KI-Peitsche ihr Gewissen wiederentdeckt haben?

Ich hege da so meine Zweifel. Warum? Einerseits, weil OpenAI zuletzt schwache Zahlen präsentiert hat – wieder einmal. Andererseits, weil Big AI offenbar einsieht, dass der Hacker-Hype rund um KI eher für Verunsicherung sorgt, als Investoren anzulocken, die mit Geldbündeln nur so um sich werfen. Stichwort: KI-Blase.

Oder: Bei der geforderten KI-Pause geht es vermutlich weniger um den bevorstehenden Weltuntergang als um das eigene Portemonnaie. Zumal eine gemeinsame Gewissensoffensive fast schon zu schön klingt, um wahr zu sein. Ist sie auch nicht! Sam Altman und Elon Musk sind so etwas wie Erzfeinde; OpenAI und Anthropic sind erbitterte Konkurrenten. Und nun wollen sich alle lieb haben und die Menschheit schützen? Mitnichten! Abermals geht es vielmehr um Eigeninteressen, aber dazu später mehr.

Was Sam Altman, Dario Amodei und Elon Musk sagen

  • Anthropic-Chef Dario Amodei fordert in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Wir müssen das Tempo an der Grenze drosseln: Ich habe einen neuen Aufsatz darüber verfasst, warum die KI-Branche einen Gang zurückschalten sollte, und einen dreiteiligen Plan dafür vorgelegt. Anthropic verpflichtet sich einseitig zur Umsetzung des ersten dieser Schritte. Wir werden unabhängigen Gutachtern dauerhaften Zugriff auf unsere Systeme auf Mitarbeiterebene gewähren, damit sie die Einhaltung unserer Sicherheitsmaßnahmen überprüfen, Vorfälle melden und die Ausrichtung der Modelle während des Trainings bewerten können.“
  • OpenAI-CEO Sam Altman kommentierte den Beitrag Amodeis: „Ich stimme Dario zu, dass wir die Entwicklung an der Grenze der Möglichkeiten dosieren müssen. Dies war in den letzten Wochen ein zentrales Thema unserer Diskussionen bei OpenAI. Die Verpflichtung, unabhängige Gutachter mit einem Zugang wie Mitarbeiter einzubeziehen, ist eine großartige Idee, und wir werden dies ebenfalls umsetzen. Wir werden bald mehr dazu mitteilen.“ Und sogar Elon Musk stimmte dem Vorschlag zu: „Dario hat recht.“
  • KI-Experte Jacob Coxon sorgte bereits kurz zuvor für Schlagzeilen, nachdem er in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) warnte: „Ich habe heute bei Anthropic gekündigt. (…) Keines der beiden Unternehmen handelt verantwortungsbewusst. (…) Unterschätzt nicht die Leistungsfähigkeit dieser Technologie. Bald wird es übermenschliche Systeme geben, die alles hacken, jeden Bereich über Nacht revolutionieren und echte Macht und Ressourcen an sich reißen können. Die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass sie uns alle bis zum Ende dieses Jahrzehnts auslöschen könnte. Das ist kein Marketing-Gag.“

Warum sich trotz KI-Pause nur wenig ändern dürfte

Trotz immer lauter werdender Forderungen nach einer KI-Pause dürfte sich regulatorisch zunächst wenig ändern. Die USA wollen den KI-Wettstreit mit China nämlich unbedingt gewinnen, während Peking auf Maßnahmen pfeift und bislang kaum Anstalten macht, sich selbst auszubremsen. Oder: Um die Risiken von KI einzudämmen, bräuchte es einheitliche und globale Regeln, die es leider nie geben wird.

Denn sobald einer pausiert, eilt die Konkurrenz davon. Die Trump-Administration hat sich allen Risiken zum Trotz gegen eine KI-Regulierung ausgesprochen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte etwa mit, dass KI im Pentagon nicht zu „tödlichen Entscheidungen“ beitrage. Wie beruhigend, dass die Entscheidungen immer noch Trump trifft. Nicht! Doch nun will sich Big AI selbst regulieren?

Dass ausgebüchste KI-Agenten und selbstständige Hacker-Ausflüge weniger gut angekommen sind als gedacht, hat man offenbar gemerkt. Denn wenn eine PR-Kampagne plötzlich mehr Verunsicherung als Begeisterung erzeugt, entsteht aus einem vermeintlichen Beweis technologischer Stärke schnell ein Reputationsproblem. Die Sicherheitsdebatte könnte deshalb auch ein Versuch sein, den misslungenen Hacker-Hype wieder einzudämmen. Oder weiter zu befeuern?

Indes: Bei der Frage nach dem tatsächlichen KI-Risiko sollte eigentlich niemand die Glaskugel befragen. Die oft postulierte zehnprozentige Wahrscheinlichkeit einer Auslöschung der Menschheit ist ebenso mit Vorsicht zu genießen wie die Gegenposition, die Gefahr liege bei null oder sei reine Marketing-Taktik. Die Wahrheit liegt vielmehr irgendwo dazwischen.

Zumal Forscher betonen, dass eine solche Prozentzahl scheinbar präzise sei, obwohl es schlicht kein Verfahren gibt, diese Wahrscheinlichkeit seriös zu berechnen. Big AI tritt derweil mehr oder weniger geschlossen auf die Bremse, weil man es kann. Denn OpenAI, Anthropic oder Google können sich strenge Sicherheitsmechanismen aufgrund ihrer Mittel und Infrastrukturen leisten, auch um kleinere Unternehmen, die das nicht können, vom Markt fernzuhalten. Außerdem wollen sie ihre Dominanz festigen und den eigenen Vorsprung durch eine Pause nicht der Konkurrenz preisgeben.

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Alte Fälle, neue Urteile: RTL macht sein Strafgericht zum KI-Experiment

07. September 2026 um 11:00

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RTL KI Richterserien

RTL bringt erstmals Serienfolgen ins Programm, die mithilfe von KI extrem verändert wurden. Aus alten Episoden von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ entstanden fünf neue Folgen mit veränderten Figuren, neuen Handlungsverläufen und anderen Urteilen. Um Innovation geht es bei dem Experiment aber eher nicht, sondern vielmehr darum, Kosten zu sparen.

Alte Fälle, neu verhandelt: Wie RTL sein Strafgericht per KI umbaut

  • RTL will in der Woche ab dem 7. September 2026 erstmals Folgen einer eigenen Serie ausstrahlen, die mittels künstlicher Intelligenz massiv verändert wurden. Der Sender kündigte fünf KI-Episoden der Serie „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ an. Mithilfe mehrerer KI-Modelle sind in alten Folgen demnach Charaktere ersetzt, Handlungsverläufe geändert und neue Urteile eingebaut worden, um gewissermaßen neue Episoden zu basteln. Laut RTL seien alle geänderten Folgen „redaktionell verantwortet und juristisch geprüft“ worden. KI-Szenen sollen offenbar entsprechend gekennzeichnet werden.
  • „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ ist seit 2022 auf RTL zu sehen. 2002 bis 2008 gab es die Serie schon einmal – damals unter dem Namen „Das Strafgericht“. Für die Produktion der KI-Episoden wurden dem Sender zufolge mittels Sprachsynthese, Bildbearbeitung und Lipsync-Anpassungen teilweise drastische Veränderungen an den ursprünglichen Folgen vorgenommen. In einem Fall wurde etwa ein Geständnis eingefügt. Aus einem Mutter-Sohn-Verhältnis wurde ein Geschwisterverhältnis. Oder: Eine ursprünglich freigesprochene Angeklagte ist auf einmal eine verurteilte Täterin. In einer anderen Episode dreht ein Geschlechtswechsel „die Perspektive auf die gesamte Geschichte“.
  • RTL will mit seinem Projekt die Möglichkeiten von KI fürs Fernsehen aufzeigen. Die neuen alten Folgen von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ entstanden in Zusammenarbeit mit der TV-Produktionsfirma Constantin Entertainment. Dabei handle es sich um einen „Praxistest unter realen Produktions- und Programmbedingungen“. Der Sender will erproben, wie sich bestehende Inhalte mithilfe von KI umkrempeln lassen. Die Rechte seien mit allen Beteiligten abgeklärt worden. Das Ergebnis hält RTL für vielversprechend. Ziel sei es, bis 2030 rund 150 Millionen Euro an Wert mit KI zu generieren.

KI als Archivküche: Wenn alte TV-Suppe noch einmal aufkocht

So ganz neu ist das neue „Strafgericht“ nicht. RTL wärmt im Grunde genommen alte Suppe auf und lässt sie mit KI noch einmal aufkochen. Aus bestehenden Folgen etwas Neues zusammenzuschustern, könnte dabei durchaus etwas Kurioses oder Komisches haben – vor allem für Fans einer solchen Serie. Etwa, wenn aus Freisprüchen plötzlich Verurteilungen oder aus Beziehungen neue Verwandtschaftsverhältnisse werden.

Als Experiment ist das Ganze aber interessanter, als es vielleicht klingt. Denn KI könnte im Fernsehen künftig nicht nur dabei helfen, neue Inhalte zu produzieren, sondern bestehende Inhalte als kreatives Ausgangsmaterial zu ergänzen oder zu verändern; gewissermaßen als Archiv-Rohstofflager für neue Geschichten.

Oder: Um Figuren, deren Schauspieler vielleicht verstorben oder in Rente sind, aus dramaturgischen Gründen vielleicht noch einmal aufleben zu lassen. Urheberrecht natürlich vorausgesetzt!

Indes: Im konkreten Fall wird es nicht nur darum gehen, ob RTL es schafft, technisch aus Altem etwas Neues zu machen, sondern ob daraus auch tatsächlich etwas Sehenswertes entsteht. Oder: Beim „Strafgericht“ wird gewissermaßen nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter über die Zukunft des Fernsehens verhandelt. Die Beweisaufnahme läuft aber noch.

Stimmen aus Sendern, Produktion und Justiz

  • Inga Leschek, Chief Content Officer RTL Deutschland, in einem Statement: „Erstmals zeigen wir im täglichen Grid, was generative KI heute schon leisten kann und was sie für die Zukunft des Erzählens bedeutet. Mit ‘Das Strafgericht’ gehen wir bewusst einen ersten aufgeschlossenen Schritt und machen die Möglichkeiten von KI für unser Publikum direkt erlebbar. Zugleich sehen wir ganz klar: Gute Geschichten entstehen auch künftig durch Ideen, Erfahrung und redaktionelle Verantwortung. Technologie erweitert unsere kreativen Werkzeuge. Das Ziel ist damit künftig schneller und effizienter Inhalte umzusetzen und für Streaming und Broadcast zu veröffentlichen.“
  • Otto Steiner, Geschäftsführer von Constantin Entertainment: „Wir haben mit diesen fünf Folgen technisches und kreatives Neuland betreten, das es in dieser Form im deutschen Broadcast und Streaming noch nicht gab. Aus einer bestehenden Folge eine völlig neue Geschichte zu entwickeln mit neuen Figuren, neuen Wendungen, teilweise sogar einem kompletten Gender-Swap der Hauptfigur, ist ein Meilenstein für die Produktionsbranche. Gleichzeitig haben wir viel darüber gelernt, wie sich Qualität, kreative Idee und neue Technologie am besten miteinander verbinden lassen. Wir sind stolz, mit RTL Deutschland diesen Schritt als Erste gegangen zu sein.“
  • Rechtsanwalt Jörg Frederik Ferreau in einem Beitrag auf LinkedIn: „KI wird uns strafgerichtlich verurteilen – zumindest fiktional. (…) Die völlige Umgestaltung bereits bestehenden Bild- und Tonmaterials muss vertrags- und urheberrechtlich zulässig sein. RTL betont, hierzu mit allen Beteiligten die Rechtslage geklärt zu haben. (…) Das Beispiel ist auch ein spannender Testfall für die Transparenzpflicht für Deepfakes gemäß Artikel 50 KI-Verordnung: Ein Deepfake dürfte wohl vorliegen, doch zugleich dürfte die Einbettung in ein Medienprogramm dafür sprechen, dass lediglich die basalen Transparenzanforderungen nach Absatz 4 Satz 3 gelten. Es bleibt abzuwarten, wie RTL die KI-Bearbeitung kennzeichnen wird.“

Zuschauer als Schöffengericht der KI-TV-Zukunft

Wie die KI-Folgen von RTL ankommen werden, entscheiden am Ende die Zuschauer. Das Urteil steht also zunächst auf Bewährung. Denn zwischen einem technischen Kunststück und einem echten Mehrwert klafft ein großer Verhandlungssaal. Und den muss RTL erst einmal mit Zuschauern füllen.

Sollten sie das KI-Strafgericht akzeptieren, könnte das Experiment Schule machen. Auch andere Sender würden dann womöglich in ihren Archiven rumkramen, um längst eingemottete Filme oder Serien neu aufzukochen. Es geht nämlich vor allem darum, mit KI die eigenen Kosten zu drücken, anstatt neue Werte zu schaffen.

Das wäre vielleicht effizient, könnte aber auch mit Blick auf die Einschaltquoten in die Hose gehen. Denn aktuell fühlen sich ohnehin schon immer mehr Menschen vom KI-Einsatz in Filmen, Videos oder Serien einfach nur genervt.

Will heißen: Das Urteil der Zuschauer wird sich herumsprechen. Das Experiment könnte also so oder so zu einem kleinen Präzedenzfall werden.

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Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig!

04. September 2026 um 11:00

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Google Übersicht mit KI klappt automatisch aus AI Overviews einklappen ausklappen Künstliche Intelligenz

Google testet eine neue Darstellung seiner KI-Suche – und die nervt gewaltig! Statt eingeklappter Kacheln laden KI-generierte Antworten jetzt direkt in voller Länge. Die klassischen blauen Links rutschen dafür noch weiter nach unten. Google macht sich damit vom Suchmaschinenriesen zum Türsteher des Internets und entscheidet zunehmend selbst, was Nutzer zu sehen bekommen. Eine kommentierende Analyse. 

Klappt automatisch aus: Googles KI-Übersicht jetzt noch aggressiver

  • Google hat mit „Übersicht mit KI“ bereits im März 2025 eine Funktion in seine Suche integriert, die Ergebnisse massiv verändert hat. Denn: Oberhalb der Suchergebnisse erscheinen seither KI-generierte Kurzzusammenfassungen zu bestimmten Inhalten. Mittlerweile können Nutzer sogar wie in einem Chat Nachfragen stellen. Problem: Die prominent platzierte Künstliche Intelligenz liegt oft falsch. Die KI-Übersicht in der Google-Suche ist die drastischste Veränderung seit 20 Jahren. Das Eingabefeld kann sich flexibel an lange Texte anpassen und auch Bilder, Videos oder geöffnete Browser-Tabs verarbeiten.
  • Die KI-Suche von Google hat sich binnen kürzester Zeit etabliert und fast schon zum Standard entwickelt. Einigen mag das gefallen; anderen nicht. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Similarweb erscheint bei über 40 Prozent aller Google-Suchanfragen in den USA der KI-Modus. Dabei lag der Anteil vor einem Jahr noch bei gerade einmal 15 Prozent. Das führt zu einer erheblichen Veränderung, wie Nutzer Informationen konsumieren, da die klassische Link-Liste immer mehr verschwindet. Der Auswertung zufolge nimmt die Akzeptanz der KI-Übersicht mitunter bei älteren Nutzern zu.
  • Bislang wurden Antworten im KI-Modus von Google in einer abgespeckten Kachel angezeigt, die man über einen Button ausklappen kann, falls man Inhalte lesen will. Das ändert sich nun – zumindest test- und teilweise. Google hat bestätigt, eine neue Darstellungsform der Übersicht mit KI zu erproben. Bei bestimmten Suchanfragen lädt die generierte KI-Antwort demnach direkt in kompletter Länge. Will heißen: Eine Option, die Kachel manuell auszuklappen, entfällt. Das Eingabefeld für Nachfragen wird gleichzeitig standardmäßig aktiviert. Der Aufbau der Suchergebnisseite verändert sich dadurch noch drastischer.

Neue KI-Anzeige fühlt sich einfach falsch an

Die neue KI-Darstellung von Google ist nicht nur eine kleine Designänderung. Sie verschiebt das bisherige Grundprinzip der Google-Suche immer weiter. Wer wie bisher etwa mehrere Quellen vergleichen will, bekommt stattdessen immer häufiger eine fertig formulierte Antwort serviert.

Offiziell handelt es sich zunächst zwar nur um einen Test. Doch: Das, wovon andere Nutzer bereits berichtet haben, ist auch mir passiert. Und ganz ehrlich: Ich persönlich empfand die ausgeklappte Übersicht mit KI absolut nervig! Irgendwie hat sich die Darstellung sogar falsch und komisch angefühlt. Meine Reaktion: Ich habe fast schon reflexartig das Browserfenster refreshed.

Danach verschwand die Anzeige. Im Nachhinein hätte ich mir das Ganze dann doch genauer angeschaut. Aber die Visualisierung wirkte fast schon wie ein nerviger Fehler, den man einfach wegklicken will. Ich wollte recherchieren und nicht die Interpretation der Google-KI lesen – sondern selbst entscheiden, welcher Quelle ich vertraue.

Für Medien und Publisher ist das alles weitaus mehr als eine Geschmacksfrage. Zwar nennt der KI-Modus weiterhin Quellen, doch eine ausformulierte Antwort macht den Klick auf diese Quellen schlicht weniger notwendig. Zudem rücken die gewohnten organischen Treffer, die klassischen blauen Links, weiter nach unten. Google-Nutzer müssen also erst einmal scrollen, um überhaupt wieder bei den eigentlichen Websites anzukommen.

Stimmen

  • Chris Long, SEO- und Marketingexperte aus den USA, ist als einer der ersten auf die neue Google-Anzeige aufmerksam geworden. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er: „Holy Moly, liebe SEOs: Google zeigt nun bei einigen Suchanfragen standardmäßig das Eingabefeld für den KI-Modus an. Auf diese Weise treibt Google den KI-Modus weiterhin als Standard-Sucherlebnis voran.“
  • Ein Google-Sprecher teilte Seroundtable in einem Statement mit: „Bei einigen Suchanfragen können sich die KI-Übersichten dynamisch erweitern, und zwar zu Themen, bei denen unsere Systeme feststellen, dass dies für die Nutzer am nützlichsten ist. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass Nutzer dank dieser dynamischen Erfahrung die Suche als hilfreicher empfinden und sich intensiver mit der weiteren Recherche beschäftigen.“
  • Barry Schwartz, SEO-Experte und -Journalist, in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Google entfernt die Schaltfläche „Mehr anzeigen“ aus den KI-Übersichten, sodass diese standardmäßig eher dem KI-Modus ähneln – das ist für Publisher nicht gerade vorteilhaft.“ Robby Stein von Google kommentierte den Beitrag: „KI-Übersichten werden nur bei Themen dynamisch erweitert, bei denen unsere Systeme dies als besonders nützlich erachten. Wenn du bereits mit dem Scrollen begonnen hast, wird die Erweiterung angehalten, damit du deine Position beibehältst. Wir testen und optimieren diese Funktionen ständig und werden sie daher auf Grundlage des Nutzer-Feedbacks weiter verfeinern.“

Was Googles KI-Kurs für Medien und Nutzer bedeutet

Es wird zweifellos Nutzer geben, die Googles neuen KI-Auftritt mögen – und das nicht einmal zu Unrecht. Denn eine kompakte Antwort kann bei einfachen Fragen durchaus praktisch sein, was viele zumindest als hilfreich empfinden werden. Andere, wie auch ich, werden sich aber vermutlich genervt oder gar bevormundet fühlen.

Denn: Wer selbst recherchieren möchte, erhält eben nicht mehr die gewünschten klassischen Suchergebnisse, sondern eine Vorauswahl dessen, was die KI für relevant hält. Problematisch wird zudem sein, dass eine prominentere Darstellung von KI-Inhalten auch automatisch falsche, irreführende oder erfundene Informationen prominenter anzeigen wird.

Denn: KI halluziniert regelmäßig. Google macht seinen KI-Modus derweil nicht nur zu einem Türsteher des Internets, sondern zunehmend auch zu einem Redakteur. Und genau deshalb dürften viele Medien irgendwann auf die Barrikaden gehen. Wenn Google nämlich journalistische Inhalte nutzt, um seine eigene KI zu füttern und zu mehr oder minder guten Antworten zu verwursten, während gleichzeitig wertvolle Klicks auf die ursprünglichen Urheber ausbleiben, braucht es neue Spielregeln.

Lizenzvereinbarungen und Vergütungsmodelle, wie sie für andere Google-Dienste bereits existieren, wirken dann weniger wie ein Nice-to-have als wie eine überfällige Konsequenz.

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TUM-Studie zu E-Autos liefert Stoff für neue Emissions-Lügen

03. September 2026 um 09:18

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TUM Studie Elektroautos E-Auto Co2-Emissionen Lebenszyklus Lüge

Eine Studie der TU München (TUM) hat für Aufruhr gesorgt, noch bevor sie veröffentlicht wurde. Mittlerweile ist sie online. Der Untersuchung zufolge verursachen Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus und inklusive Produktion deutlich mehr CO2-Emissionen, als andere Studien ergeben haben. Das Problem: Die TUM-Studie basiert teilweise auf mehreren Jahren alten Daten. Einige Medien und Politiker waren sich dennoch nicht zu schade, prompt eine Rückkehr zum Verbrenner zu fordern und der EU eine Klimalüge zu unterstellen – allen voran die Bild-Zeitung. Eine kommentierende Analyse.

Studien im Vergleich: Wie viele weniger Emissionen verursachen Elektroautos?

  • La‌ut einer Studie der Technischen Universität München verursachen Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus inklusive Produktion 43 Prozent weniger CO2-Emissionen als Verbrenner. Die Autoren kritisieren aber, dass E-Autos für die EU weiterhin als 100 Prozent klimaneutral gelten, weil lediglich der Betrieb berücksichtigt werde. Emissionen, die bei der Herstellung und beim Recycling anfallen, sowie die Stromquelle zum Laden fänden keine Berücksichtigung. Die Forscher befürchten deshalb, dass die Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen im Pkw-Sektor bis 2030 um 55 Prozent verfehlt werden. Die drei Verfasser des Whitepapers sind ein Materialforscher, ein Experte für Kreislaufwirtschaft und ein Professor für Internationale Beziehungen.
  • Bei der TUM-Studie handelt es sich um eine sogenannte Metastudie. Das heißt, dass bereits veröffentlichte Studien sowie weitere Ergebnisse gemeinsam analysiert wurden. In Zahlen haben die Autoren 19 Studien sowie 47 modellierte Szenarien für ihre Untersuchung herangezogen. Einige dieser Studien stammen aus den Jahren 2019 und 2020. Andere sind etwas aktueller. Die TUM-Forscher haben für ihre Analyse sowohl die Produktion, den Betrieb, das Recycling als auch die Herkunft des Ladestroms unter die Lupe genommen, um die Emissionen von E-Autos über ihren gesamten Lebenszyklus zu ermitteln.
  • Auch eine Studie der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) hat die CO2-Emissionen von Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus untersucht; kommt aber zu einem anderen Schluss. Demnach verursachen Stromer sogar 73 Prozent weniger CO2-Emissionen als Benziner. Diesel-Fahrzeuge wurden zwar nicht berücksichtigt, verursachen trotz eines etwas geringeren Kraftstoffverbrauchs aber mitunter genauso viele Emissionen wie Benziner, da Diesel einen höheren Kohlenstoffgehalt hat. Die Studie stammt aus dem Juli 2025. Will heißen: Die TUM-Untersuchung ist mit Blick auf das Veröffentlichungsdatum zwar aktueller, aber nicht unbedingt mit Blick auf die Datengrundlage. Diesbezüglich sind beide Studien auf Augenhöhe, wenn die ICCT-Analyse nicht sogar einen Ticken aktueller ist.

Warum die TUM-Studie zu E-Autos ein verzerrtes Bild zeichnet

Ja: Elektroautos sind nicht komplett klimaneutral – zumindest nicht von Beginn an. Denn bei der Produktion von Materialien und der Fahrzeuge selbst fallen CO2-Emissionen an. Ab einem gewissen Zeitpunkt macht der Betrieb diese Emissionen aber wieder wett. Je nach Modell, Hersteller und Stromquelle bereits nach zwei bis drei Jahren.

Doch auch während des Betriebs kann ein E-Auto einen Auspuff haben. Der steht dann aber woanders; etwa beim nächsten Kohle- oder Gaskraftwerk. Bei einem Anteil von 58 Prozent der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix bläst aber auch dieser Auspuff immer weniger Emissionen aus – zumal viele E-Autofahrer ihre Fahrzeuge mit Ökostrom oder sogar über die eigene Solaranlage laden.

All diese Erkenntnisse sind nicht neu und schon lange bekannt. Indes: Das große Problem an der TUM-Studie ist der Durchschnitt aus 19 Studien und 47 Szenarien, der Untersuchungen mit Produktionsbedingungen und Strommixen von gestern, vorgestern und vorvorgestern gleichberechtigt mit einbezieht. Oder: Vor allem die älteren Studien drücken den Wert fast schon künstlich nach unten. Trotzdem würden Elektroautos 41 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als Verbrenner.

Selbst das wäre nicht ohne. Aber die TUM-Studie hinkt gewaltig! Denn allein die drei Verfasser des Whitepapers mögen in ihren Bereichen zwar äußerst fachkundig sein. Sie sind in der E-Auto-Domäne aber doch eher unerfahren. Außerdem wurde die Untersuchung bislang nicht dem sogenannten Peer-Review-Verfahren unterzogen. Will heißen: Andere Wissenschaftler haben sie weder eingeordnet noch detailliert beurteilen können. Das muss stets erwähnt werden – vor allem medial.

Medien wie die Bild (€) schlussfolgerten stattdessen, dass es quasi keine plausible Begründung mehr für ein Verbrenner-Aus gäbe. Andere Medien zogen mit, unterstellen der EU Lügen oder sehen die Klimaschutzpolitik, wie der Focus, durch die TUM-Studie als zerlegt an. Sie alle lügen damit selbst!

Klar: E-Autos sollten mit Blick auf Klimaneutralität und Emissionen an ihrem gesamten Lebenszyklus gemessen werden. Aber: Es gibt einen guten Grund dafür, warum die EU Stromer „nur“ am Auspuff misst; was sie übrigens auch klar herausstellt. Denn: Stahlproduktion, Kraftwerke und Aluminiumhütten sind bereits durch den Emissionshandel der EU bepreist und auch Importe werden erfasst.

Oder: Wer diese Emissionen jetzt auch noch auf E-Autos anrechnen will, der zählt sie doppelt. Will heißen: Die CO2-Emissionen für die Produktion von E-Autos fließen ohnehin mit ein, nur eben an anderer Stelle. All das kann man in Erfahrung bringen. Medien wie die Bild zeigen aber wieder einmal mit Bravour, dass Skandalisierungen und möglichst schnelle Veröffentlichungen vor Recherche und Aufklärung gehen. Und das alles für Klicks. Das ist kein seriöser Journalismus! Auch nicht sonderlich vorteilhaft: BMW ist einer der größten Geldgeber der TUM. Ist die Studie also vielleicht sogar Teil des verzweifelten Kampfes der Verbrenner-Lobby?

Stimmen

  • Johannes Fottner, einer von drei federführenden Professoren der Untersuchung von der TU München, in einem Statement: „Die größte ökonomische wie ökologische Fehlsteuerung besteht darin, dass die Regulatorik der EU-Kommission ausschließlich auf den CO2-Emissionen über Abgase beruht. In dieser Logik gelten rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge als klimaneutral. Die vielfältigen Anstrengungen der Industrie über etwa Grünstahl oder Kreislaufwirtschaft Klimaziele zu erreichen, werden damit nicht honoriert.“ TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann ergänzte: „Wir sehen derzeit eine substanzielle Fehlsteuerung der Klimastrategie der Europäischen Union. Wenn sie ihre eigenen Ziele ernst nimmt, darf sie sich nicht länger nur auf die Auspuffmessung verlassen.“
  • Georg Bieker, Senior Researcher beim ICCT, sieht ebenfalls eine ökologische Fehlsteuerung. Im Gegensatz zur TUM (41 Prozent) bescheinigt die ICCT-Studie E-Autos aber 73 Prozent weniger Emissionen als Verbrennern. Bieker in einem Statement: „In letzter Zeit haben Führungskräfte der Automobilbranche die Klimabilanz insbesondere im Vergleich von Elektroautos und Hybriden wiederholt falsch dargestellt. Doch eine Lebenszyklusanalyse ist kein Wunschkonzert: sie muss eine repräsentative Nutzung über das gesamte Fahrzeugleben abbilden und auf echten Praxisdaten basieren. Verbraucherinnen und Verbraucher haben Anspruch auf verlässliche, wissenschaftlich fundierte Informationen.“
  • Die Bild-Zeitung, die das Whitepaper zur TUM-Studie vorab exklusiv sichten konnte, hat daraus „die Auto-Lüge der EU“ gestrickt. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) meldete sich zu Wort. Angesprochen zur TUM-Studie behauptete er gegenüber der BILD: „Einmal mehr wird klar: Es braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft.“ Fahrzeugtechnikexperte Markus Lienkamp ist ebenfalls an der TU München tätig, war aber nicht an der Studie beteiligt. Wie Heise unter Berufung auf ein Statement des Science Media Centers (SMC) berichtet, hat sich Lienkamp wie folgt geäußert: „Wie man daraus als Presse oder Politiker ein erforderliches ‚Ende des Verbrennerverbots‘ interpretieren kann, ist mir schleierhaft.“ Der Fahrzeugtechnikexperte sagte zudem zum Spiegel: „Das Elektroauto ist die einzige langfristige Lösung zur Reduzierung der CO2-Emissionen.“ Das würde im Kern sogar die Studie besagen. Die Zusammenfassung enthalte aber merkwürdige andere Schlüsse.

Weniger CO2-Emissionen mit E-Autos: Der Trend ist eindeutig

Um die komplette Absurdität rund um die Debatte der TUM-Studie zu verstehen, muss man sich eins mal auf der Zunge zergehen lassen: Dass E-Autos angeblich nur 41 Prozent weniger Emissionen verursachen würden als Verbrenner, soll ein Grund dafür sein, weiter Autos zu fahren, die die Emissionen gar nicht senken; nein, über einen längeren Betrieb sogar erhöhen.

Schon lange habe ich nicht mehr so viel Schwachsinn gelesen. Obwohl: Eigentlich stimmt das gar nicht. Denn allen voran die Zeitung mit den vier großen Buchstaben geht regelmäßig so vor wie beschrieben. Indes: Das Einsparpotenzial von Elektroautos bei den Emissionen wird mit jedem Prozent am Anteil der Erneuerbaren im Strommix steigen. Das gilt auch für jede Tonne grünen Stahl oder jede recycelte Batterie.

Bei Verbrennern sieht das komplett anders aus. Sie verfeuern über ihren gesamten Lebenszyklus gleich viel fossilen Kraftstoff. Benzin und Diesel müssen zudem durch die halbe Welt gekarrt werden, damit Verbrenner CO2 in die Luft blasen können. Von der Raffination und Produktion von Diesel und Benzin ganz zu schweigen.

Die TUM-Studie sieht das, was die Bild nicht checkt, eigentlich sogar genauso; mangelnde Interpretation der Autoren hin oder her. Denn 2030 sollen laut Prognose noch 78 Prozent der europäischen Flotte Verbrenner sein, was die Klimaziele der EU unerreichbar mache. Das ist doch kein Argument für ein Aus des Verbrenner-Aus. Im Gegenteil: Es ist der Beweis dafür, dass die Elektromobilität noch zu langsam anläuft – auch wenn der aktuelle Trend positiv ist.

Oder: Müsste man das Verbrenner-Aus nicht sogar vorziehen? Die größten Stellschrauben kann aber die Politik drehen. Denn neben der Autoproduktion entscheidet vor allem der Strommix darüber, wie viele Emissionen Elektroautos einsparen. Will heißen: Je mehr Erneuerbare, desto weniger CO2 – und zwar doppelt.

Vor allem in konservativen Kreisen innerhalb Deutschlands und der EU versuchen Politiker aber immer wieder, den Hochlauf von Wind- und Solarenergie auszubremsen. Als hätten verbranntes Öl oder Gas noch einen Wert, nachdem sie die Luft verpestet haben.

All das geschieht obendrein in Zeiten, in denen der Klimawandel im Alltag immer wahrhaftiger wird. Hinzu kommen Kriegstreiber und globale Abhängigkeiten, die Verbrenner noch ineffizienter machen, als sie ohnehin schon sind. Wer wie die Bild oder in Teilen auch die TUM-Studie anders argumentiert, will betrügen. Die Untersuchung ist zwar nicht von Grund auf falsch, aber sie zeichnet eben ein verfälschtes Bild. Oder: Die vermeintliche Auto-Lüge der EU ist selbst eine Lüge!

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EU knöpft sich ChatGPT vor: Was sich für Nutzer jetzt ändert

02. September 2026 um 11:00

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EU Europa ChatGPT DSA OpenAI sehr große Online-Suchmaschine

Die EU-Kommission hat ChatGPT offiziell als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft. Das ist ein Novum für ein KI-Modell. Zusammen mit Reddit und Roblox fällt der Chatbot von OpenAI damit unter die strengen Regeln des Digital Services Act (DSA). Für OpenAI bedeutet das: mehr Kontrolle, mehr Transparenz und bei Verstößen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Aber reicht all das, um Nutzer besser zu schützen? Eine kommentierende Analyse.

Warum die EU ChatGPT jetzt als Suchmaschine einstuft

  • Auf Online-Plattformen kann man sich austauschen, mit anderen vernetzen, Informationen suchen oder sich einfach inspirieren lassen. Auch KI-Modelle können in bestimmten Situationen praktisch oder hilfreich sein. Doch sowohl Online-Plattformen als auch Chatbots werden immer wieder missbraucht, etwa für kriminelle Machenschaften oder um Desinformation zu streuen. Die Europäische Kommission will dem Einhalt gebieten. Laut einer offiziellen Mitteilung stehen ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox deshalb ab sofort unter strengerer Beobachtung. Der Grund: Alle drei Dienste haben die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat in der EU geknackt. Damit fallen sie unter den Digital Services Act (DSA).
  • ChatGPT wird laut EU ab sofort als „sehr große Online-Suchmaschine“ eingestuft, so wie beispielsweise auch Google. Die Kommission begründet die Einstufung damit, dass der Chatbot auf das Internet zugreift, um Antworten auszuspucken. Per Definition sei ChatGPT damit eine hybride Suchmaschine. Laut Kommission nutzen derzeit rund 159 Millionen Menschen innerhalb der EU den Chatbot. Anders als bei ChatGPT werden Inhalte auf Reddit und Roblox von Nutzern selbst erstellt. Beide wurden nun als „sehr große Online-Plattformen“ eingestuft und müssen damit vor allem illegale Inhalte bekämpfen, Nutzer besser schützen und regelmäßig einen Risikobericht veröffentlichen.
  • Die EU wird künftig vor allem ChatGPT unter die Lupe nehmen. Dabei geht es nicht um einzelne Antworten, sondern den Chatbot als großes Ganzes. Die Kommission will etwa prüfen, ob OpenAI bestimmte Risiken im Griff hat. Darunter unter anderem: Anleitungen für Straftaten, die Gefährdung Minderjähriger, Wahlmanipulation, Desinformationskampagnen und Diskriminierung. Das Unternehmen muss zudem einen Ansprechpartner für Behörden und Nutzer nennen, sich einmal pro Jahr einer unabhängigen Prüfung unterziehen und eine Schnittstelle einrichten, damit Nutzer illegale Inhalte melden können. Werbung in ChatGPT muss zudem klar als solche gekennzeichnet sein.

Wird ChatGPT zum Präzedenzfall für KI-Regulierung?

Was ChatGPT angeht, könnte die EU-Entscheidung zu einem waschechten Präzedenzfall werden. Denn erstmals unterliegt ein KI-Modell den strengen Vorgaben des DSA – und damit einer Regulierung, die ursprünglich vor allem für klassische Online-Plattformen gedacht war.

Will heißen: Sollten andere Chatbots wie Gemini und Claude irgendwann ebenfalls die Marke von 45 Millionen Nutzern pro Monat knacken, werden sie vermutlich so eingestuft wie ChatGPT. Und das wäre auch gut so! Denn anders als klassische Suchmaschinen zeigen KI-Modelle wie ChatGPT nicht bloß eine Liste von Links an, sondern liefern fertig formulierte Antworten.

Sie können überzeugend und plausibel klingen und kommen mitunter sogar ohne großen Umweg über nur eine einzige Quelle daher. Das Problem: KI kann sich irren, Informationen erfinden oder total selbstbewusst Schwachsinn produzieren. Und genau das macht die Kontrolle und Einordnung von KI-Antworten so kompliziert.

Die EU sieht deshalb vor allem OpenAI in der Verantwortung, Nutzer besser zu schützen. Zu Recht! Sanktionen erfolgen bei Zuwiderhandlung aber nicht automatisch und sofort. Erst wenn OpenAI trotz Prüfung und Ermahnung nichts ändern sollte, könnte es teuer werden. Dann kann die EU theoretisch bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.

Für OpenAI wären das mehrere hundert Millionen bis zu einer Milliarde. Da Europa und allen voran Deutschland ein großer Markt für das Unternehmen sind, erklärt das auch ein Stück weit die Kooperationsbereitschaft von OpenAI, aber auch Reddit und Roblox.

Stimmen

  • Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie der EU, in einem Statement: „Mit diesen neuen Benennungen unterliegen ChatGPT, Reddit und Roblox in der Europäischen Union künftig einer strengeren Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Damit wird dem großen Einfluss ihrer Dienste auf unsere Bürgerinnen und Bürger sowie auf unsere Gesellschaft Rechnung getragen. Wir werden die digitale Landschaft weiterhin aufmerksam beobachten und wir werden bei keiner Plattform zögern, sie entsprechend zu benennen, wenn sie den Schwellenwert für eine verstärkte Beaufsichtigung nach dem Gesetz über digitale Dienste erreicht.“
  • David Baszucki, Chef der Roblox Corporation, scheint die strengere Beobachtung seiner Spieleplattform gelassen zu nehmen. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er zur Ankündigung von Henna Virkkunen: „Wir sind stolz auf unser Wachstum in der EU. Roblox ist die erste Gaming-Plattform, die als ‚sehr große Online-Plattform‘ eingestuft wurde. Dies verdanken wir unserer Creator-Community in allen 27 Mitgliedstaaten sowie unseren Teams, die für sichere, fesselnde und altersgerechte Online-Erlebnisse sorgen. Unterstützt wird dies durch unsere branchenführenden Anforderungen an die Altersüberprüfung für Chats und Inhalte.“
  • Von OpenAI und Reddit liegen bislang keine offiziellen Statements vor. Alle drei Unternehmen haben dem Vernehmen nach zumindest aber ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den EU-Behörden signalisiert. Auf der DSA-Seite von OpenAI heißt es etwa: „OpenAI bekennt sich zu Sicherheit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und dem Schutz der Grundrechte, einschließlich der Meinungsfreiheit und des Zugangs zu Informationen.“ Reddit schreibt auf seiner DSA-Seite: „Reddit kann den Zugriff auf Inhalte einschränken, bei denen festgestellt wurde, dass sie gegen die Gesetze des in Ihrer Meldung angegebenen EU-Landes verstoßen. Meldungen von vertrauenswürdigen Meldern werden gemäß der DSA bei der Überprüfung vorrangig behandelt.“

Was sich ab Januar 2027 für Nutzer ändert

ChatGPT, Reddit und Roblox müssen die neu auferlegten EU-Pflichten innerhalb von vier Monaten, also ab Januar 2027, erfüllen und jeweils erste Risikobewertungen veröffentlichen. Für Nutzer wird sich zunächst aber weniger ändern. Klar: Es wird möglich sein, Inhalte zu melden, was auch gut so ist.

Doch die größten Veränderungen finden eher im Hintergrund statt. Vor allem ChatGPT wird mehr Eigen- und Fremdkontrolle aufgebrummt; etwa bei Alterskontrollen oder dem Umgang mit illegalen Inhalten. Auch das ist gut so! Im Gegensatz zu so manch anderen Tech-Konzernen wie Meta scheint OpenAI diesbezüglich weitaus kooperativer und weniger auf Krawall gebürstet zu sein.

Das Unternehmen hat mit ChatGPT for Teens etwa im Vorfeld ein Stück weit reagiert, da sich die EU-Entscheidung angebahnt hatte. All das zeigt, wohin die Reise gehen könnte. Oder: Je stärker KI oder Plattformen wie Reddit und Roblox in den Alltag eindringen, desto weniger können sich die Anbieter darauf berufen, lediglich ein digitales Werkzeug bereitzustellen.

Stattdessen werden sie zu Recht in die Verantwortung für das genommen, was in ihren Netzwerken oder Diensten passiert. Klar: Zunächst einmal ist vieles davon noch Theorie, die sich erst einmal in der Praxis beweisen muss. Gleiches gilt für alle drei Unternehmen.

Die Stoßrichtung ist aber die richtige. Zumal der technische und finanzielle Aufwand für die drei Milliarden-Konzerne relativ überschaubar sein sollte. Vielmehr bergen die neuen EU-Richtlinien sogar die Chance für alle, ChatGPT, Reddit und Roblox zu verbessern.

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