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Schwarmkraftwerk: Im Rhein schwimmen jetzt Energyfische

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Mitten im Rhein entsteht derzeit das weltweit erste Schwarmkraftwerk, das sauberen Strom erzeugen soll. Ein Schwarm aus schwimmenden „Energyfish“-Turbinen nutzt die natürliche Strömung des Flusses und kann so hunderte Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen.

Die Wasserkraft gehört zu den ältesten und gleichzeitig verlässlichsten Formen erneuerbarer Energie. Denn sie nutzt die natürliche Bewegung von Wasser, beispielsweise in Flüssen, um Turbinen anzutreiben und daraus Strom zu erzeugen.

Im Vergleich zu Wind- oder Solarenergie hat die Wasserkraft einen entscheidenden Vorteil: Sie steht oft kontinuierlich zur Verfügung und verursacht im Betrieb kaum Treibhausgasemissionen. Zudem sind viele Anlagen langlebig und können über Jahrzehnte hinweg Strom produzieren.

Traditionell wird Wasserkraft vor allem durch Staudämme und große Wasserkraftwerke genutzt. Dabei wird Wasser in einem Stausee aufgestaut und kontrolliert durch Turbinen geleitet, um elektrische Energie zu erzeugen.

Diese Vorgehensweise liefert zwar große Mengen Strom, der Bau von Staudämmen greift aber auch stark in natürliche Flusssysteme ein. Die deutsche Firma Energyminer will das ändern und hat dafür eine umweltschonende Technologie entwickelt.

„Energyfish“-Schwarmkraftwerk soll im Rhein Strom erzeugen

Bei den „Energyfish“-Schwärmen handelt es sich um kleine, schwimmende Turbinen, die direkt in der natürlichen Strömung eines Flusses arbeiten. Für die Nutzung muss das Wasser nicht aufgestaut werden, da sie die vorhandene Fließbewegung nutzen und so Strom erzeugen können.

In Rheinland-Pfalz hat die Technologie der Energyminer GmbH nun erstmals grünes Licht erhalten. In Sankt Goar sollen künftig 124 schwimmende Strömungskraftwerke im Rhein Strom erzeugen und damit mehr als 460 Haushalte versorgen. Drei davon sind bereits installiert, 21 weitere solle zunächst folgen.

„Eine Art der Stromgewinnung, die auch bei Nacht und ohne Wind unabhängig von anderen Ländern, erneuerbar, klima- und umweltfreundlich Strom produziert, die gibt es mit den Schwarmkraftwerken jetzt – und zum allerersten Mal wird sie hier bei uns in Rheinland-Pfalz zum Einsatz kommen“, erklärt die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder.

Der Rhein biete an der ausgewählten Stelle mit Strömungsgeschwindigkeiten von anderthalb bis zwei Metern pro Sekunde die idealen Bedingungen für ein „Energyfish“-Schwarmkraftwerk. Die einzelnen Turbinen werden dabei im Flussbett verankert und können ohne schweres Gerät angebracht werden.

Schwarmkraftwerk funktioniert auch bei Eisgang und Hochwasser

Ein einzelner „Energyfish“ kann dabei im Jahr rund 15 Megawattstunden Strom produzieren, ein Schwarm mit 100 Turbinen also 1,5 Gigawattstunden. Laut Energyminer kann ein solcher Schwarm im Jahr damit rund 1.300 Tonnen an CO2 einsparen.

Für den Schutz von Fischen hat der „Energyfish“ einen integrierten Fischschutz, der speziell entwickelt wurde. Dieser soll Fische zuverlässig vor Verletzungen oder Beeinträchtigung in ihrer natürlichen Bewegung schützen. Die Fischverträglichkeit haben Wissenschaftler der TU München in einer Studie bestätigt.

Auch bei Hochwasser oder Eisgang kann das Schwarmkraftwerk weiter arbeiten. Denn der „Energyfish“ kann sich den gegebenen Situationen automatisch anpassen und beispielsweise auf den Grund des Flusses absinken und sich so selbst schützen.

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Meta lässt private Bilder zu Hungerlöhnen in Afrika auswerten

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Meta KI-Brille Afrika Bilder Videos Facebook Mark Zuckerberg

Facebook-Konzern Meta lässt private Inhalte von externen Firmen in Afrika auswerten. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Recherche schwedischer Journalisten. Vor allem Fotos und Videos, die mithilfe der Ray-Ban-Kamerabrillen des Unternehmens aufgenommen werden, landen zur Auswertung in Kenia. Die dort Beschäftigten sind extremen psychischen Belastungen ausgesetzt – und zwar zu Hungerlöhnen. Eine kommentierende Analyse.

Klickworker in Kenia analysieren Bilder für Meta

  • Journalisten der Göteborg Posten und des Svenska Dagbladet sind im Rahmen einer Recherche der Frage nachgegangen, was mit Aufnahmen passiert, die die Ray-Ban-Smart-Glasses von Meta macht. Ergebnis: Das Bildmaterial, das die KI-Brille aufnimmt, wird nicht nur automatisiert in den USA oder Europa verarbeitet. Ein Teil der Bilder und Videos wird von Billiglohnkräften externer Unternehmen analysiert. Darunter: die Daten-Firma Samasource aus Nairobi (Kenia).
  • Den schwedischen Medien zufolge hätten Gespräche mit Beschäftigten bei Samasource offenbart, dass private Inhalte von Nutzern der KI-Brillen von Meta auf Bildschirmen in Afrika landen. Diese würden die meisten vermutlich nicht freiwillig weitergeben wollen. Bei den Inhalten soll es sich unter anderem um intime Szenen, Aufnahmen aus Schlafzimmern, Bankdaten sowie PIN-Eingaben an Geldautomaten handeln. Pikant: Sogar Gesichter sollen häufig zu erkennen sein, da die Anonymisierung der Daten oft nicht funktioniert.
  • Hintergrund für die manuelle Auswertung ist die Funktionsweise Künstlicher Intelligenz. Für das Training von KI-Modellen und Verbesserungen bei der Bilderkennung müssen Menschen Bilder und Videos markieren und entsprechend einordnen. Sie erhalten dadurch jedoch Einblicke in private Lebensbereiche. Das betrifft sowohl Nutzer der KI-Brillen von Meta als auch Menschen, die womöglich gar nicht aufgenommen werden wollen. Zahlreiche Befragte, die die Daten in Afrika auswerten müssen, sprechen von einer hohen psychischen Belastung, langen Arbeitsschichten, geringen Gehältern sowie Druck und Existenzängsten.

Meta schickt Videos und Bilder ohne Zustimmung nach Afrika

Es ist nicht nur ein Skandal, dass Meta nach außen hin Datenschutz predigt und durch die Hintertür unanonymisierte und private Inhalte ohne explizite Zustimmung nach Afrika schickt. Die Tatsache, dass mitunter intime Aufnahmen bei schlecht bezahlten Klickarbeitern landen, ist nicht nur ein Datenschutz-, sondern auch ein Arbeitsproblem.

Denn wer täglich fremde Privatmomente katalogisieren muss, zahlt mit seiner Psyche. Und das zu Löhnen, bei denen im Silicon Valley vermutlich noch nicht einmal jemand die Kaffeemaschine anschmeißen würde. Die Verantwortung schiebt der Facebook-Konzern dabei wie einen Wanderpokal von sich.

Mal verweist man etwa auf seine Nutzungsbedingungen, mal auf die Eigenverantwortung der Nutzer und wieder ein anderes Mal verweisen Auftragnehmer wie Samasource auf einen angeblich freien Markt. Kurzum: Hinter den schicken KI-Brillen von Meta agiert eine schleimige Datenkrake, die sich weder um Datenschutz noch um Privatsphäre oder Arbeitsbedingungen schert.

Das größte Problem ist, dass viele Nutzer von diesen Praktiken keine Ahnung haben, weil sich das Unternehmen größte Mühe gibt, diese wie in einer Tintenwolke zu verschleiern. Klar: Irgendwo im Kleingedruckten der AGB gibt es Hinweise. Doch zwischen juristischen Floskeln und vagen Formulierungen bleibt das skrupellose Geschäftsmodell Metas absolut undurchsichtig.

Aber machen wir uns nichts vor: Tech-Konzerne kennen längst unsere intimsten Nachrichten, Gesichter und Gewohnheiten. Sie wollen uns möglichst nah sein und verkaufen das dann als tollen kostenlosen Service.

Stimmen

  • Ein Mann aus Nairobi schilderte Svenska Dagbladet seine Erfahrungen: „In einigen Videos sieht man jemanden auf die Toilette gehen oder sich ausziehen. Ich glaube nicht, dass sie sich dessen bewusst sind. Man versteht, dass man in das Privatleben von jemandem hineinschaut, aber gleichzeitig wird erwartet, dass man die Arbeit erledigt. Man soll das nicht hinterfragen. Wenn man anfängt, Fragen zu stellen, ist man weg.“ Ein anderer Angestellter berichtet: „Wir sehen alles – von Wohnzimmern bis hin zu nackten Körpern. Meta hat solche Inhalte in seinen Datenbanken. Menschen können sich selbst in unvorteilhafter Weise filmen, ohne das überhaupt zu merken.“
  • Meta hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht konkret geäußert. Unternehmenssprecherin Joyce Omope eierte in einer E-Mail an Svenska Dagbladet lediglich herum: „Wenn Live-KI zum Einsatz kommt, verarbeiten wir diese Medien gemäß den Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien von Meta AI.“ Ein europäischer Meta-Manager, der anonym bleiben möchte, sagte: „Viele glauben, dass Daten innerhalb der EU gespeichert werden müssen, um geschützt zu sein. Aber gemäß DSGVO spielt es keine Rolle, wo sich der Server befindet – solange das Land die Anforderungen der EU erfüllt. Ist dies nicht der Fall, dürfen die Daten nicht dorthin gesendet werden.“
  • Der Kenianer Michael Geoffrey Asia hat jahrelang für KI-Unternehmen gearbeitet und Inhalte ausgewertet. Irgendwann erreichte er einen Punkt, an dem die Belastung zu groß wurde und er nicht mehr weitermachen konnte. Gegenüber 404 Media sagte er: „Es kam zu einem Punkt, an dem mein Körper nicht mehr funktionierte. Wenn ich jemanden nackt sah, spürte ich nichts mehr. Und ich habe eine Frau, die viel von mir erwartet, eine junge Familie, sie erwartet viel von mir in intimer Hinsicht. Aber man kann es einfach nicht mehr. Das hat mir vieles kaputtgemacht. Mein Körper funktioniert einfach nicht mehr.“

Meta wird immer skrupelloser

Die Enthüllungen aus Schweden dürften Meta noch länger beschäftigen. In den USA haben zwei Nutzer etwa bereits eine Sammelklage initiiert, weil sie sich durch die Werbesprüche des Unternehmens getäuscht fühlen. Zu Recht! Denn die allermeisten würden wohl nicht damit rechnen, dass Aufnahmen von ihnen oder Fremden auf anderen Kontinenten gesichtet werden.

Das ruft glücklicherweise bereits zahlreiche europäische Behörden auf den Plan. Die britische Datenschutzaufsicht ICO verlangt etwa eine umfangreiche Stellungnahme von Meta. Und: Innerhalb der EU stellt sich die Frage, ob Bildmaterial überhaupt nach Kenia übertragen werden darf. Problem ist aber, dass es laut DSGVO einen sogenannten Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission bräuchte, um gegen die Praktiken des Facebook-Konzerns vorzugehen. Für Kenia gibt es einen solchen Beschluss aber nicht.

Das erklärt, warum Meta den Umweg über Afrika geht. Aber auch, dass politische Eile geboten ist, um unwissende Nutzer zu schützen. Ironischerweise steht in den Nutzungsbedingungen des Unternehmens, dass man die KI-Brillen in privaten Umgebungen ausschalten sollte. Aber wer liest die schon? Persönlich würde ich deshalb einen Schritt weiter gehen und empfehlen, überhaupt keine Smart Glasses von Meta zu nutzen.

Denn: Die Praktiken des Unternehmens werden immer skrupelloser. Meta macht etwa Kinder und Jugendliche süchtig, setzt alle Nutzer psychischen Belastungen aus und macht sie obendrein gläsern, um mit ihren Daten Geld zu scheffeln. Oder kurzum: Mark Zuckerberg ist der größte Drogen- und Datenhändler der Welt.

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WhatsApp: So findest du heraus, ob jemand deine Nummer gespeichert hat

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WhatsApp Nummer gespeichert Messenger Chat

Ob jemand deine Telefonnummer im seinem Smartphone gespeichert hat, lässt sich grundsätzlich nicht direkt überprüfen. Allerdings findest du bei WhatsApp einige Hinweise und Funktionen, mit denen sich das indirekt herausfinden lässt. Welche Möglichkeiten es gibt und wie zuverlässig sie sind, erfährst du im Überblick.

Mehr als drei Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp. Damit ist und bleibt der Messenger aus dem Hause Meta die weltweit beliebteste App zum Chatten.

Doch die App bietet inzwischen mehr als nur eine reine Chat-Funktion und hat sich in den vergangenen Jahren zu einer umfassenden Kommunikationsplattform entwickelt. Neben dem Austausch von Text- und Sprachnachrichten können Nutzer auch Sprach- und Videoanrufe führen, Fotos und Dateien teilen oder Statusmeldungen veröffentlichen.

Einige dieser Funktionen liefern zudem direkte oder indirekte Hinweise darauf, ob ein Kontakt die eigene Nummer gespeichert hat. Wir zeigen dir, wie du das überprüfen kannst.

Wer hat deine Nummer bei WhatsApp gespeichert?

Bei WhatsApp gibt es mehrere Funktionen, über die sich indirekt erkennen lässt, ob jemand deine Nummer gespeichert hat. Entscheidend sind dabei häufig die Privatsphäre-Einstellung.

Denn für zahlreiche Inhalte können Nutzer bei WhatsApp die Option „Meine Kontakte“ einstellen. Ist diese eingeschaltet, können nur Personen diese Informationen sehen, deren Nummer im Smartphone gespeichert ist.

Dazu zählen unter anderem Profilbild, Profilbeschreibung und WhatsApp-Status. Kannst du diese Dinge von einer Person bei WhatsApp sehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie deine Nummer in ihrem Smartphone gespeichert hat.

Das gilt auch für Gruppen-Einladungen. Kannst du eine Person direkt zu einer Gruppe hinzufügen, ist es wahrscheinlich, dass deine Nummer bei demjenigen abgespeichert ist. Erscheint allerdings die Meldung, dass du die Person separat über einen Link einladen musst, deutet das auf das Gegenteil hin.

Doch keine dieser Funktionen liefert einen sicheren Beweis. Denn die Hinweise funktionieren nur, wenn die betreffende Person tatsächlich „Meine Kontakte“ als Privatsphäre-Einstellung nutzt.

WhatsApp:Gespeicherte Nummer über Broadcast herausfinden

Eine weitere Möglichkeit bietet die Broadcast-Funktion bei WhatsApp. Mit dieser können Nutzer eine Nachricht gleichzeitig an mehrere Kontakte senden, ohne eine Gruppe erstellen zu müssen.

Der Trick dabei ist jedoch: Broadcast-Nachrichten werden nur an Personen zugestellt, die die Telefonnummer des Absenders im eigenen Adressbuch gespeichert haben. Wird eine solche Nachricht also nicht zugestellt, obwohl die Person normalerweise aktiv ist, kann das ein Hinweis darauf sein, dass deine Nummer nicht gespeichert wurde.

Willst du diese Funktion nutzen, um zu checken, ob deine Nummer gespeichert wurde, kannst du wie folgt vorgehen. Öffne hierfür WhatsAoo und navigiere zu deiner Chats-Übersicht.

Über das grüne Plus-Symbol in der oberen rechten Ecke kannst du „Neuer Broadcast“ auswählen. Nun musst du mindestens zwei Kontakte auswählen, um eine Nachricht separat an beide zu versenden.

Navigiere anschließend zu dem Chat von der Person, bei der du überprüfen möchtest, ob sie deine Nummer gespeichert hat. Hier siehst du deine Broadcast-Nachricht. Hat diese zwei Haken gilt sie bei WhatsApp als zugestellt.

Ergo hat die Person deine Nummer in ihrem Telefon gespeichert. Hat die Nachricht allerdings nur einen Haken und bleibt das auch über längere Zeit so, dann befindet sich deine Nummer nicht in den Kontakten des Empfängers.

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Kostenfalle Gas? Studie warnt vor Milliardenrisiko durch neue Gaskraftwerke

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Der geplante Ausbau neuer Gaskraftwerke könnte Deutschland teuer zu stehen kommen. Eine aktuelle Studie zeigt, wie neue Gaskraftwerke die Energiewende verteuern und welche erheblichen finanziellen Risiken Staat und Verbrauchern dadurch drohen.

Die Energiewende soll Deutschland unabhängiger von fossilen Energien machen und den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch senken. Wind- und Solarenergie spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie sind klimafreundlich und werden zunehmend günstiger.

Gleichzeitig haben die erneuerbaren Energien aber auch einen entscheidenden Nachteil. Denn sie produzieren Strom nur, wenn die Sonne scheint oder Wind weht. Dunkel- und Windflauten können die Stromproduktion deshalb deutlich beeinträchtigen.

Die Bundesregierung will diese Versorgungslücken unter anderem mit ihrer Kraftwerksstrategie abfangen. Geplant sind vor allem wasserstofffähige Gaskraftwerke, die kurzfristig einspringen können, wenn erneuerbare Energien nicht genügend Strom liefern.

Perspektivisch sollen diese Kraftwerke dann mit Wasserstoff statt Erdgas laufen. So will die Bundesregierung sie als Brücke in ein vollständig erneuerbares Energiesystem nutzen.

Eine aktuelle Studie des unabhängigen politischen Think Tanks Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) stellt die Wirtschaftlichkeit dieser Strategie jedoch infrage. Die Autoren warnen vor einem möglichen Milliardenrisiko für Staat und Verbraucher und vor Stromkosten von bis zu 67 Cent je Kilowattstunde.

Werden neue Gaskraftwerke zum Milliardenrisiko?

Die geplanten Gaskraftwerke stellen laut der FÖS-Kurzstudie, die im Auftrag von Green Planet Energy entstanden ist, eine der teuersten Optionen für die Versorgungssicherheit dar. Das zeigt bereits ein Blick auf die Stromgestehungskosten.

Diese liegen demnach je nach CO2-Preis zwischen 23 und 28 Cent je Kilowattstunde. Energiekrisen wie im Jahr 2022 könnten diese Kosten schnell auf 53 Cent je Kilowattstunde steigen lassen. Zum Vergleich: Die Stromgestehungskosten, also die gesamten Kosten eines Kraftwerks von Bau über Betrieb bis zum Rückbau, liegen bei neuen Wind‑ und Solaranlagen hingegen bei unter zehn Cent.

Die Studienautoren haben allerdings auch die gesamtgesellschaftlichen Kosten eines neuen Gaskraftwerks untersucht. In diese Berechnungen sind unter anderem die Klima­schäden durch CO2-Emissionen sowie Kosten für staatliche Subventionen eingeflossen.

„Neue Gaskraftwerke rechnen sich nur mit Milliarden-Subventionen, die am Ende die Stromkund:innen zahlen, und mit Klimakosten, die künftige Generationen tragen müssen“, erklärt Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy. Nach den Berechnungen des FÖS würden allein die im ersten Schritt vorgesehenen zehn Gigawatt an Gaskraftwerken etwa 6,6 Milliarden Euro an Fördermitteln erfordern.

„Dazu kommt: Schon heute wird Erdgas in Deutschland umfangreich staatlich subventioniert, von milliardenschweren Zuschüssen für Gasspeicher und LNG‑Terminals bis zur Steuerbefreiung bei der Stromerzeugung. Diese Förderung senkt künstlich die Kosten von Gasstrom und verzerrt den Wettbewerb zulasten erneuerbarer Alternativen“, erklärt Florian Zerzawy, Hauptautor der Studie und Leiter Energiepolitik beim FÖS.

Neue Kraftwerke erhöhen Abhängigkeit von Gas

Zusätzlich werde die Klimaschädlichkeit von Erdgas systematisch unterschätzt. Laut den Berechnungen verursacht jedes neue Kraftwerk über die Gesamtlaufzeit bis zu 8,4 Millionen Tonnen CO2. Hinzu kommen Klimaschäden von bis zu sieben Milliarden Euro, die nicht über den CO2-Preis abgedeckt sind.

Zusätzlich mache Deutschland sich weiterhin abhängig von globalen Märkten. Das zeigen auch aktuelle Preisschwanken, die vor allem seit Ende Februar die Energiepreise stark beeinflussen. Innerhalb weniger Tage verdoppelte sich so beispielsweise der europäische Gaspreis am TTF-Handelsplatz von 32 auf bis zu 65 Euro pro Megawattstunde.

„Der Krieg im Iran führt uns erneut vor Augen, wie gefährlich die Abhängigkeit von fossilen Energien ist“, erklärt FÖS-Geschäftsführerin Carolin Schenuit. „Die Preisschocks belasten Haushalte, Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft. Wer vor allem auf neue Gaskraftwerke setzt, macht Deutschland dauerhaft verwundbar.“

Die Energieinfrastruktur müsse krisenfest werden, was nur mit erneuerbaren, flexiblen und klimafreundlichen Lösungen gelinge. Das FÖS empfiehlt daher den Ausbau von Gaskraftwerken zu begrenzen und staatliche Fördermittel konsequent für klimafreundliche Lösungen für die Versorgungssicherheit einzusetzen.

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Das sind die teuersten Städte in Deutschland 2026

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Düsseldorf Städte Deutschland Promenade

Das Leben in Deutschland gilt im internationalen Vergleich als komfortabel. Und dazu ist es bei uns noch deutlich günstiger als an anderen Orten auf der Welt, die ähnliche Standards bieten. Welche deutschen Städte den Geldbeutel am meisten belasten, verraten wir in diesem Ranking.

In Deutschland zu leben, ist nicht billig, doch es geht noch deutlich schlimmer. Keine Stadt in der Bundesrepublik schafft es in die Liste mit den 50 teuersten Metropolen der Welt. Angeführt wird diese momentan von Zürich, das auf einen sogenannten „Cost of Living Index“ von 124,1 kommt. Die nächsten fünf Plätze gehen ebenfalls an die Schweiz, erst dann folgt mit New York eine andere Nation.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Städte wie Coimbatore in Indien, wo das Leben mit einem Index von gerade einmal 16,9 Punkten extrem günstig zu sein scheint. Die komplette Top Ten der billigsten Städte weltweit wird von Indien besetzt. In Pakistan und Ägypten kostet das Leben ebenfalls relativ wenig.

Diese Städte in Deutschland sind am teuersten

In Deutschland gibt es eine offensichtliche regionale Schere. Vor allem der Süden der Nation und die Finanzzentren belasten den Geldbeutel. Berlin verpasst die Top Ten nur knapp. Nimmt man den sogenannten Rent Index auch noch mit rein, machen die meisten Großstädte noch einmal einen Sprung nach oben.

Generell wird das Leben in Deutschland immer teurer. Eine Kombination aus steigenden Energiepreisen, einem angespannten Wohnungsmarkt und der Inflation sorgt dafür, dass das Budget vieler Menschen immer weiter belastet wird. Dabei geht es längst nicht mehr nur um das Luxusauto oder die prestigeträchtige Wohnung, sondern um Dinge des Alltags wie den Wocheneinkauf oder einen Besuch im Restaurant.

Wer sparen möchte, sollte in Städte wie Remagen, Braunschweig oder Chemnitz ziehen. Allerdings sind hier natürlich auch die Löhne niedriger als in anderen Regionen. Im folgenden Ranking präsentieren wie die teuersten Orte des Landes, basierend auf den Daten von Numbeo.

Platz 10: Köln

Köln eröffnet unsere Top Ten der teuersten Städte Deutschlands. Ein Cost of Living Index von 71,4 Punkten deutet auf ein kostspieliges Leben hin. Besonders schmerzhaft für die Kölner sind die Mietkosten, die sich in einem Rent Index von 26,4 niederschlagen. Auch der Besuch im Restaurant schlägt ordentlich zu Buche – der Restaurant Price Index liegt bei 71,8.

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Einfach erklärt: Wie funktioniert eigentlich ein Windrad?

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Das Windrad gilt als zentrale Säule der Energiewende. Denn es kann die Kraft des Windes in elektrische Energie umwandeln und so den steigenden Strombedarf klimafreundlich decken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern. Doch wie funktioniert ein Windrad überhaupt und welche Technik steckt hinter den riesigen Rotorblättern?

Die Bundesregierung setzt auf einen deutlichen Ausbau der Windkraft an Land und auf See, um ihre Klimaziele zu erreichen. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Quellen stammen.

Neben der Solarenergie soll dafür auch die Windkraft in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2030 soll die erzeugte Windenergie an Land auf 115 Gigawatt und auf See auf 30 Gigawatt steigen. Zum Vergleich: Ende 2025 lag die insgesamt installierte Leistung der Windenergie bei rund 77 Gigawatt.

Der Zahlen für den geplanten Ausbau zeigen, welch wichtige Rolle die Windenergie im deutschen Stromsystem einnimmt und künftig auch noch stärker einnehmen soll. Doch hinter den ambitionierten Zahlen steht auch eine grundlegende technische Frage: Wie gelingt es eigentlich, aus einer natürlichen Luftströmung elektrische Energie zu erzeugen?

Wie funktioniert ein Windrad?

Die Windenergie ist also einer der wichtigsten Pfeiler der Energiewende in Deutschland. Denn Wind ist – je nach Wetterlage – als Energieträger unbegrenzt und kostenfrei in der Natur vorhanden.

Windkraftanlagen können diese natürliche Energie nutzen und die Bewegung der Rotorblätter in elektrische Energie umwandeln. Das System dahinter funktioniert ähnlich wie bei einem Fahrrad-Dynamo, der ebenso die Energie der Bewegung des Rades in elektrisches Licht umwandeln kann.

Bei einem Windrad hingegen werden die aerodynamisch geformten Rotorblätter durch die Einströmung der Luft in Bewegung gesetzt. Durch den Wind erhalten die Rotorblätter – ähnlich wie beim Flugzeug – einen Auftrieb und erzeugen eine Drehbewegung.

Der sich nun bewegende Rotor in der Mitte der Flügel ist in der Gondel des Windrads mit einem Generator verbunden. Dieser nimmt die Rolle des Fahrrad-Dynamos ein und kann die Rotationsenergie nun in elektrische Energie umwandeln.

Dabei hängt die Menge der erzeugten elektrischen Energie davon ab, wie viel Wind auf die Rotorblätter trifft. Denn je stärker der die Luftströme auf das Windrad treffen, desto mehr elektrische Energie kann auch entstehen.

Wie gelangt der Strom aus dem Windrad ins Stromnetz?

Damit ein Windrad Strom erzeugen kann, braucht es natürlich auch ausreichend Wind. In der Regel beginnen moderne Anlagen bei einer Windgeschwindigkeit von etwa drei bis vier Metern pro Sekunde zu drehen.

Ihre maximale Leistung erreichen sie bei rund zwölf bis 15 Metern pro Sekunde. Aus Sicherheitsgründen werden sie hingegen bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 25 Metern pro Sekunden abgeschaltet.

Dabei ist es egal, aus welcher Richtung der Wind kommt. Denn moderne Windräder können sich automatisch in den Winddrehen, damit ihre Rotorblätter immer optimal angeströmt werden.

Weht genug Wind, kann das Windrad also elektrische Energie erzeugen. Doch wie gelangt diese bis nach Hause in die Steckdose?

Dafür muss der erzeugte Strom ein komplexes Netz von Leitungen durchlaufen. Denn zunächst wandelt der Generator in der Gondel des Windrads die mechanische Energie der Rotorblätter in elektrischen Energie um.

Diese wiederum wird dann über Transformatoren auf die Spannung des Stromnetzes angepasst und über Hochspannungsleitungen in regionale Umspannwerke transportiert. Von dort aus kann der Strom über Mittel- und Niederspannungsleitungen schließlich in Haushalte geleitet und direkt aus der Steckdose genutzt werden.

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Die Länder mit den meisten Elektroautos

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Die Zahl an Autos mit Elektroantrieb nimmt weltweit in fast allen Ländern zu. In einigen Regionen geht diese allerdings noch immer gegen null. Wo es anteilig die meisten Elektroautos gibt, klären wir in diesem Ranking.

Die globale Automobilindustrie befindet sich momentan mitten in einem ihrer größten Umbrüche aller Zeiten. Obwohl sie vor wenigen Jahren noch als Nischenprodukt galten, erobern Elektroautos in vielen Nationen inzwischen auch den Massenmarkt. Ein Vergleich der Jahre 2019 und 2025 zeigt auf, wie rasant der Markt für elektrische Antriebe gewachsen ist. Lag der Anteil in fast allen Ländern 2019 noch im einstelligen Bereich, haben 2025 bereits 36 Nationen die 10-Prozent-Marke geknackt.

In diesen Ländern sind Elektroautos besonders häufig vertreten

Grund für die schnelle Entwicklung in den vergangenen Jahren sind nicht nur ökologische Ziele, sondern auch politische Anreize, der Ausbau der Infrastruktur und technologische Fortschritte. Allerdings gibt es ein sehr großes globales Gefälle zwischen Europa und China auf der einen Seite sowie dem Rest der Welt auf der anderen Seite.

China liegt beim reinen Volumen ganz vorne, wird in Sachen Marktanteil jedoch von einigen anderen Staaten geschlagen. Schätzungsweise wurden 2025 im Reich der Mitte mehr als dreizehn Millionen Elektroautos verkauft – das ist mehr als die Hälfte aller weltweiten Neuzulassungen. Deutschland findet sich mit einem ordentlichen Anteil von 29 Prozent auf Platz 17 wieder. Im vergangenen Jahr wurden in der BRD rund 840.000 E-Autos verkauft.

In anderen Ländern geht der Wandel langsamer voran. Zum Beispiel in den USA ist die Akzeptanz deutlich geringer, hier machen Stromer lediglich einen Anteil von 10 Prozent aus. Und in Japan lag der Anteil 2025 sogar nur bei 3 Prozent. Ähnliches gilt für Indien (4 Prozent). An dieser Stelle wollen wir uns jedoch die Nationen mit dem höchsten Anteil an Elektroautos ansehen (via Ember).

Platz 10: Portugal

Portugal sichert sich gerade so einen Platz in unserer Top Ten. Der Anteil an verkauften E-Autos lag 2025 bei 37 Prozent. Das Land lag bereits 2019 relativ weit vorne in der Liste, obwohl der Wert damals nur 6 Prozent betrug. Somit kann Portugal einen Zuwachs von 31 Prozentpunkten vorweisen.

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Ohne Fahrer: Autonome Kleinbusse machen Autofahrten überflüssig

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Autonome Kleinbusse ÖPNV Busse

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr verbessern und zahlreiche Autofahrten ersetzen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen ausgewertet hat. 

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr verbessern und herkömmliche Fahrten mit dem Personenkraftwagen ersetzen. Das zeigt eine Untersuchung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nach mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen in Mannheim und Friedrichshafen. Die Forscher analysierten die Zuverlässigkeit der Technik im Alltag sowie die Reaktionen der Bevölkerung.

Ihre Ergebnisse bilden die Grundlage für den künftigen Einsatz automatisierter Angebote. Bewohner ländlicher Regionen profitieren besonders von der Technik, da dort herkömmliche Busse nur selten verkehren. Professor Martin Kagerbauer erklärt dazu, dass automatisierte Angebote die Mobilität im ländlichen Raum verbessern. Voraussetzung dafür bleibt ein zuverlässiger Betrieb der Fahrzeuge. Zudem müssten Passagiere genau verstehen, welche Fähigkeiten das jeweilige System besitzt.

Autonome Kleinbusse: Sicherheit und Vertrauen als Grundlage

Die Befragungen belegen eine hohe Offenheit der Menschen gegenüber der autonomen Fahrzeugtechnik. Christian Klinkhardt vom Institut für Verkehrswesen (IFV) betont jedoch, dass das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste während der Fahrt entscheidet. Dabei geht es sowohl um die technische Sicherheit der Systeme als auch um den Schutz vor aggressivem Verhalten anderer Mitreisenden.

Ein gut einsehbarer Innenraum sowie eine direkte Verbindung zur Leitstelle sollen das Vertrauen der Passagiere stärken. Zudem helfen verständliche Informationen während der Fahrt den Fahrgästen dabei, sich sicher und informiert zu fühlen. Nur wenn Betreiber diese Bedingungen erfüllen, akzeptieren Menschen das Angebot autonomer Shuttles.

Die Analyse der Testfahrten verdeutlicht, dass autonome Shuttles tägliche Wege zum Bahnhof, zum Einkaufen oder zur Schule erleichtern. Christian Klinkhardt erläutert, dass gerade in Randlagen durch diese flexiblen Angebote neue Mobilitätsoptionen für die Bevölkerung entstehen. Damit das System funktioniert, müssen die Shuttles verlässlich auf Abruf bereitstehen.

Integration und technische Anforderungen

Wenn Betreiber die Shuttles technisch in bestehende Ticket- und Informationssysteme einbinden, nutzen Fahrgäste sie ohne Vorbehalte. Die Fachleute fordern eine nahtlose Einbindung in diese digitalen Strukturen, um den Zugang für alle Menschen zu vereinfachen. Das System müsse so leicht zugänglich wie bereits etablierte Systeme sein.

Hersteller, Software-Anbieter und kommunale Verkehrsunternehmen sollen ihre Rollen eindeutig untereinander verteilen. Sie müssten klären, wer den Betrieb leitet und wer die Verantwortung übernimmt. Die spezifische Haftungsfrage zur Software-Verfügbarkeit stellt für den fahrerlosen Betrieb eine zentrale Herausforderung dar.

Denn nur wenn Zuständigkeiten feststehen, entsteht ein verlässliches Angebot für Fahrgäste. Alle Beteiligten müssen ihre Rollen genau kennen, um auf technische Ausfälle reagieren zu können. Diese organisatorische Klärung bildet das Fundament für den Einsatz der Shuttles im öffentlichen Raum.

Ausblick auf fahrerlose Systeme

Die Erkenntnisse aus dem Projekt „RABus“ fließen direkt in die aktuellen Vorhaben „KIRA“ und „ALIKE“ ein. Diese Projekte erproben autonome Kleinbusse bereits in Hamburg, Darmstadt und dem Kreis Offenbach. Fachleute sammeln dadurch Erfahrungen unter verschiedenen geografischen Bedingungen.

Die Forscher streben nun ein regulär zugelassenes Fahrzeugmodell an, das ohne eine Sicherheitsbegleitperson verkehren darf. Erst dieser fahrerlose Betrieb ermöglicht die Umsetzung größerer Modellregionen, wie die Bundespolitik derzeit plant. Ziel ist ein autonomes System, das ohne Sicherheitsbegleitperson im Fahrzeug auskommt.

Mittelfristig könnten diese autonomen Shuttles die Mobilität dort einerseits sichern, wo heute Personal fehlt. Auch in Gebieten, in denen Busse bisher nur sehr unregelmäßig fahren, bietet die Technik großes Potenzial. Die Shuttles schließen damit Lücken im Nahverkehrsnetz und verbessern die Anbindung abgelegener Orte.

Die Untersuchung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bildet somit den Ausgangspunkt für einen autonomen Linienbetrieb in Deutschland. Durch die Erprobung rückt ein flächendeckender Einsatz fahrerloser Shuttles näher. Der Abschlussbericht zeigt den Weg für künftige Mobilitätsprojekte auf.

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MacBook Neo: Apple schockiert mit Billig-Laptop

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MacBook Neo Apple

Apple hat mit dem MacBook Neo sein bislang günstigstes Notebook auf den Markt gebracht. Das Unternehmen schlägt mit dem Gerät eine neue Preisstrategie ein, die viele Konkurrenten schockiert hat. Denn mit dem Neo-Laptop scheint Apple ein kleiner Coup gelungen zu sein. In den digitalen Medien hagelt es zwar Kritik, doch die hat oft nicht viel mit den Fakten zu tun. Eine kommentierende Analyse.

Das MacBook Neo im Detail

  • Mit dem MacBook Neo hat Apple erstmals seit dem Mac Studio im Jahr 2022 eine neue Computer-Baureihe auf den Markt gebracht. Bei dem Modell handelt es sich um das mit Abstand günstigste Notebook, das das Unternehmen jemals herausgebracht hat. In Deutschland ist das MacBook Neo für 699 Euro zu haben. Eine erweiterte Version für 799 Euro verfügt über eine doppelt so große Festplatte wie die Einsteiger-Variante (512 statt 256 Gigabyte) und einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor. Mit Bildungsrabatt gibt es das MacBook Neo sogar für 599 Euro.
  • Vom Design her erinnert das MacBook Neo an das flache MacBook Air. Das Gehäuse besteht aus Aluminium. Im Gegensatz zum Air mit 13,6 Zoll fällt der Bildschirm mit einer Diagonale von 13 Zoll etwas kleiner aus. Die Auflösung liegt bei 2408 × 1506 Pixeln. Laut Apple leuchtet das Display bis zu 500 cd/m² hell. In puncto Abmessungen und Gewicht ähnelt das Neo ebenfalls dem MacBook Air. Ultraleicht ist es mit 1,23 Kilogramm aber nicht. Neu hingegen sind die Farben, in denen das Gerät erhältlich ist und die es bei Apple seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat.
  • Statt auf einen M-Chip setzt Apple beim MacBook Neo erstmals bei einem Computer auf den A-Prozessor, der eigentlich im iPhone 16 steckt. Der Arbeitsspeicher liegt bei acht Gigabyte RAM. Das wohl größte Manko: Mehr RAM gibt es beim Neo nicht – auch nicht gegen Aufpreis. Die Akkulaufzeit soll Apple zufolge bei 11 Stunden Dauer-Surfen liegen. Im Gegensatz zu anderen MacBooks verfügt das Neo über ein mechanisches Multi-Touch-Trackpad ohne Druckerkennung. Die Tastatur des Geräts ist zudem nicht beleuchtet. Nur einer der beiden USB-C-Anschlüsse unterstützt den modernen USB-3-Standard.

Apple hat es auf Studenten abgesehen

Apple hat das MacBook Neo radikal kalkuliert, wird mit dem Gerät aber vermutlich trotzdem satte Gewinne einfahren – vor allem, wenn es gelingt, neue Kunden ins eigene Universum zu locken. Klar: Die Hardware wurde deutlich abgespeckt und der Preis duftet weniger nach Einzelbüro, sondern mehr nach Studentenbude. Doch irgendwoher muss er auch kommen. Eine beleuchtete Tastatur, Force-Touch-Trackpad und mehr Arbeitsspeicher sind zwar alles Dinge, die man vermissen kann, aber strenggenommen für die klassische Office- und Internet-Nutzung nicht braucht.

Vor allem in den digitalen Medien kritisieren viele eine mangelnde Leistung für Videoschnitt oder aufwendige Kreativarbeit. Was sie vergessen: Der Neo-Apfel richtet sich überhaupt nicht an diese Zielgruppe. Stattdessen hat Apple es auf Windows- und Chromebook-Nutzer, vor allem aber auf Studenten abgesehen, die aufgrund hoher Preise bislang einen Bogen um Macs gemacht haben.

Naturlich gibt es auch berechtigte Kritikpunkte. Die Bindung von Touch-ID an das teurere Modell erscheint etwa wie ein Sicherheitsaufpreis, und ein MacBook ohne Tastaturbeleuchtung wirkt im Jahr 2026 fast schon nostalgisch. Doch im Kontext des Preises ergibt sich ein anderes Bild. Apple will mit dem MacBook Neo kein Schnäppchen im klassischen Sinne, sondern ein bewusst reduziertes Einstiegsgerät verkaufen. Oder kurzum: ein Statussymbol im Sparmodus, das dennoch unverkennbar aus Cupertino stammt.

Stimmen

  • John Ternus, Senior Vice President of Hardware Engineering bei Apple, in einem Statement: „Das MacBook Neo ist von Grund auf so konzipiert worden, dass es für mehr Menschen erschwinglich ist. Es ist ein Laptop, den nur Apple entwickeln konnte. Es kommt in einem robusten Aluminiumdesign in vier wunderschönen Farben, mit einem brillanten Liquid-Retina-Display, der starken Performance der Apple-Chips, Batterielaufzeit für den ganzen Tag, einer hochwertigen Kamera, Mikrofonen und Lautsprechern, einem Magic Keyboard und Multi-Touch-Trackpad. Es gibt einfach keinen vergleichbaren Laptop.“
  • Asus-Finanzchef Nick Wu im Rahmen einer Analysten-Konferenz: „Angesichts der historisch sehr hohen Preise von Apple ist die Einführung eines so erschwinglichen Produkts sicherlich ein Schock für den gesamten Markt. Ich glaube also, dass alle PC-Anbieter, einschließlich der vorgelagerten Anbieter wie Microsoft, Intel und AMD, dies sehr ernst nehmen und ernsthaft darüber diskutieren, wie sie mit diesem Produkt im gesamten PC-Ökosystem konkurrieren können.“
  • Blogger Patrick Bergmann fasst relativ gut zusammen: „Unter dem Strich wirkt das MacBook Neo daher wie ein strategisches Einstiegsgerät, das vor allem neue Nutzer in das Apple-Ökosystem bringen soll. Ob sich das Konzept jedoch langfristig bewährt, hängt stark davon ab, wie gut die Hardware auch in einigen Jahren noch mit zukünftigen macOS-Versionen zurechtkommt. Deshalb bleibe ich dabei und empfehle weiterhin klar, das MacBook Air mit M4 im freien Handel zu erwerben. Sollte Apple beim Nachfolger den A19 Pro mitsamt 12 GB RAM einsetzen, dürfte sich das Blatt wenden.“

MacBook Neo: Der wichtigste Mac seit dem iMac?

Sollte Apples Rechnung aufgehen, könnte das MacBook Neo zu einem der wichtigsten Macs seit dem iMac werden. Nicht weil es technologisch revolutionär ist, sondern weil es eine neue Tür zur Preisklasse unterhalb der klassischen Apple-Laptops öffnet. Millionen potenzieller Käufer, die bisher bei günstigen Windows-Geräten oder Chromebooks landeten, könnten damit in Reichweite rücken.

Der wahre Wert liegt aber weniger in der Hardware als im Ökosystem. Denn wer mit einem günstigen Mac einsteigt, landet schnell bei macOS, iCloud und vielleicht irgendwann auch bei einem iPhone oder iPad. Für Apple dürfte das MacBook Neo damit weniger ein Laptop als ein Eintrittsticket sein. Für Stammkunden erscheint es wenig verlockend. Doch für Neulinge könnte es ein erster Schritt in eine langfristige Beziehung mit dem Apfel-Konzern sein.

Entscheidend wird sein, ob und wie Apple die Neo-Reihe weiterentwickelt. Bleibt der Arbeitsspeicher dauerhaft knapp und die Hardware zu stark limitiert, droht das Modell schnell zu altern. Gelingt es hingegen, in künftigen Generationen etwas mehr Leistung zu liefern, ohne den Preis deutlich zu erhöhen, könnte das Neo zum Bestseller werden und den Laptop-Markt gehörig durcheinanderwirbeln. Bis dahin gilt: Apple hat den Markt nicht neu erfunden, aber ihm einen durchaus cleveren Preiszettel verpasst.

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Forscher wollen alte Kohleminen in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke verwandeln

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Pumspeicherkraftwerke Kohlemine

Forscher haben hydrodynamische Modellierungen durchgeführt und chemische Modelle entwickelt, um die Machbarkeit der Umwandlung stillgelegter Kohlebergwerke in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke zu bewerten. Die Energiespeicher könnten die Netzzuverlässigkeit und -sicherheit erhöhen. 

Forscher des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) bewerten derzeit die Machbarkeit, stillgelegte Kohleminen in unterirdische Pumpspeicherkraftwerke umzuwandeln. Sie nutzen dafür fortschrittliche hydrodynamische und chemische Modelle, um verschiedene Standorte umfassend zu prüfen. Die Speicherlösungen könnten künftig die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Stromnetze erhöhen.

Pumpspeicherkraftwerke (PSH) stellen in den USA bereits über 90 Prozent der heimischen Energiespeicherung im Versorgungsmaßstab bereit. Die Technologie benötigt meist Berge oder Hügel für einen natürlichen Höhenunterschied zwischen zwei Wasserbecken.

Experten am ORNL bilden diesen Höhenunterschied nun durch die Nutzung bestehender Mineninfrastrukturen künstlich nach. Anstatt neue Becken in bergigen Landschaften zu bauen, greifen die Forscher auf tiefe Schächte ehemaliger Kohleminen zurück. Dieses Verfahren weitet die geografische Reichweite der Technologie deutlich aus.

Untergrund-Pumpspeicherkraftwerk: Bestehende Infrastruktur senkt Kosten

Vorhandene Schächte senken die Baukosten für neue Kraftwerke. Die vorhandene Substanz der Bergwerke bildet das Fundament für die technischen Anlagen. Künftig könnten davon auch Gebiete ohne natürliche Erhebungen profitieren.

Die Forscher untersuchen, wie sich die unterirdischen Strukturen für den dauerhaften Betrieb eignen. In flachen Regionen gab es bisher kaum Möglichkeiten, großtechnische Wasserspeicher für die Netzzuverlässigkeit zu errichten. Die Umnutzung der Minen erweitert inzwischen die geografische Reichweite der PSH-Technologie.

Trotz der Potenziale stehen Experten vor technischen Herausforderungen bei der Umsetzung. Thien Nguyen, Senior Researcher am ORNL, nennt chemische Erosion und die strukturelle Stabilität als zentrale Hürden. Das Wasser in den tiefen Schächten steht in ständigem Kontakt mit dem Gestein und verbliebenen Mineralien.

Digitale Modelle für die Industrie

Diese chemischen Prozesse greifen das Material der Mine über lange Zeiträume hinweg an. Gleichzeitig muss die Konstruktion dem Druck der Wassermassen dauerhaft standhalten. Die Sicherheit der Anlagen steht daher im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen.

Um diese Risiken zu beherrschen, nutzt das Team fortschrittliche hydrodynamische und chemische Modelle. Die hydrodynamischen Simulationen bilden die Wasserbewegungen in den verzweigten Schächten detailgetreu ab. Die chemischen Analysen bewerten die Reaktionen zwischen dem Wasser und der Umgebung.

Industriepartner erhalten durch diese Werkzeuge eine Basis für die Bewertung spezifischer Standorte. Die Daten helfen Unternehmen, informierte Entscheidungen über das Design und den Bau der Anlagen zu treffen. Auch der spätere Betrieb und die Wartung sollen von diesen digitalen Analysen profitieren.

Sichere Nachnutzung für das Stromnetz

Die Analysen zeigen auf, ob die Wasserkraft unter Tage an einem jeweiligen Ort funktioniert. Fachleute nutzen die Modelle, um die Standorte von Interesse umfassend auf ihre Eignung zu prüfen. Dies soll künftige Investoren und Betreiber bei der Risikoeinschätzung unterstützen.

Letztlich könnten stillgelegte Minen durch diese Forschung eine wichtige Funktion für ein stabileres Stromnetz erhalten. Die Verwandlung alter Industriebrachen in moderne Kraftwerke könnte entscheidend zur Netzsicherheit beitragen. Das Projekt am Oak Ridge National Laboratory bildet damit eine Grundlage für künftige Anwendungen im Versorgungsmaßstab.

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Diese Benziner haben den geringsten Verbrauch

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beleibtesten Automarken Mai 2025 Neuzulassungen

Die Spritpreise rattern immer weiter nach oben, und Benzin wird plötzlich zum Luxusgut. Da ist es ein Vorteil, wenn das eigene Auto einen möglichst geringen Verbrauch hat. Welche Benziner momentan am wenigsten Treibstoff schlucken, verraten wir in diesem Ranking.

Der Krieg im Iran mag geografisch weit von Deutschland entfernt sein, doch ökonomisch sind seine Auswirkungen auch bei uns zu spüren. Grund ist die Sperrung der Straße von Hormus seitens des Iran, durch die große Teile der globalen Öl- und Gasversorgung abgewickelt werden. Die Folgen sind steigende Preise für Öl, Sprit und Gas. Diesel und Benzin kosten teilweise mehr als zwei Euro. Wer ein Auto mit niedrigem Verbrauch fährt, kann zumindest ein wenig aufatmen.

Diese Modelle haben einen besonders geringen Verbrauch

Wer ein Elektroauto fährt oder eine Solaranlage besitzt, wird durch die Energiekrise nicht ganz so schwer getroffen. Und Autofahrer, die weiterhin auf einen Verbrennungsmotor bauen, können mit dem richtigen Modell zumindest den Verbrauch niedrig halten. Der ADAC liefert hierfür fundierte Daten auf Basis der Herstellerangaben nach dem sogenannten WLTP-Zyklus.

Ermittelt wurden die Benziner-Modelle, die den niedrigsten CO2-Ausstoß und damit den geringsten Verbrauch in ihrer Klasse aufweisen. Kleinwagen dominieren natürlich die Top Ten, doch auch die untere Mittelklasse ist vertreten.

In der Mittelklasse gewinnt der Dacia Bigster hybrid 155 Expression mit einem Verbrauch von 4,7 Litern auf 100 Kilometer. Und in der Oberklasse teilen sich der Lexus ES 300h Business Automatik und der Skoda Superb 1.5 TSI mHEV Essence DSG die Spitzenposition. Beide Wagen kommen auf einen Verbrauch von 5,1 Litern.

Allerdings sind die sparsamsten Fahrzeuge nicht immer auch am kostengünstigsten im Unterhalt, wenn Wertverlust, Steuern und Versicherung mit einbezogen werden. Wo verfügbar, haben wir auch diesen Wert mit eingebaut. In der folgenden Galerie sind die Autos mit dem geringsten Verbrauch gelistet.

Platz 10: Mitsubishi ASX 1.8 Hybrid Plus Automatik

Los geht es mit dem Mitsubishi ASX. Der kompakte SUV kommt auf einen Normverbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometer bei einer Leistung von 116 kW. Der Grundpreis für das Hybrid-Fahrzeug liegt bei 30.490 Euro.

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Foto: Mitsubishi

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ETH Zürich speichert CO2 und Wasserstoff in Methanol

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Wasserstoff Methanol

Forschern der ETH Zürich ist es gelungen, CO2 zu binden und Wasserstoff gleichzeitig in Methanol zu speichern. Hintergrund sind isolierte Metallatome als Katalysatoren.

Forscher der ETH Zürich haben CO2 aus der Luft zusammen mit Wasserstoff in grünes Methanol umgewandelt. Ein einzelnes Indiumatom diente dabei als Katalysator, um diese chemische Reaktion zu beschleunigen. Mit dieser Technologie lässt sich Wasserstoff effizient in flüssiger Form speichern und das Treibhausgas als Energieträger nutzen. Die Methode liefert zudem exakte Daten über die chemischen Abläufe während der Umwandlung.

Methanol dient der Industrie als wichtiger Rohstoff und treibt bereits erste Motoren in der Schifffahrt an. Da der Stoff bei Raumtemperatur flüssig bleibt, ist die Handhabung im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff deutlich einfacher. In dieser Form erreicht Methanol eine Energiedichte, die mit auf 700 bar komprimiertem und auf minus 200 Grad Celsius gekühltem Wasserstoff vergleichbar ist. Für eine nachhaltige Synthese muss der benötigte Wasserstoff allerdings leicht aus grünen Quellen verfügbar sein.

Forscher produzieren Methanol aus Wasserstoff und CO2

Herkömmliche Katalysatoren arbeiten meist mit Partikeln, die aus mehreren tausend Atomen bestehen. In solchen Clustern bleiben viele Atome im Inneren eingeschlossen und nehmen daher nicht aktiv an der chemischen Reaktion teil.

Die Forscher der ETH Zürich setzen stattdessen auf isolierte Einzelatome des Elements Indium. Durch diesen Aufbau senkt tatsächlich jedes einzelne Atom die nötige Reaktionsenergie auf dem Weg zum Methanol ab. Laut einer im Fachmagazin Nature Nanotechnology veröffentlichten Studie steigerte das Team die Methanolproduktion so um 70 Prozent im Verhältnis zum eingesetzten Katalysematerial.

Indium kommt in der Natur im Vergleich zu teuren Edelmetallen relativ häufig vor. Dennoch betonen die Forscher, dass die Technik vor allem ihre maximale Nutzungseffizienz erreicht. Jedes Atom hilft aktiv dabei, das Klimagas CO2 in einen flüssigen Brennstoff zu verwandeln.

Hoher Aufwand bremst industrielle Nutzung

Um die einzelnen Indiumatome exakt zu platzieren, benötigen die Wissenschaftler eine spezielle Oberfläche aus Hafniumoxid. Hafnium zählt wie Indium zu den seltenen Elementen, kommt in der Erdkruste jedoch etwa 40-mal häufiger vor.

Zur Herstellung dieser notwendigen Katalyse-Oberfläche erhitzen die Forscher das Material auf extreme Temperaturen von mindestens 2.000 Grad Celsius. Dieser Produktionsschritt macht das Verfahren derzeit noch sehr aufwendig und entsprechend kostspielig für eine breite Anwendung.

Trotz der hohen Kosten ermöglicht der technologische Fortschritt Messungen mit einer bisher unerreichten Genauigkeit direkt am aktiven Zentrum. Im Gegensatz zu früheren Methoden können Forscher nun inaktive Atome aus der Bilanz streichen, die bisher die Ergebnisse verfälschten.

Die Wissenschaftler sehen dadurch exakt, welche Atome an der Reaktion teilnehmen. Dieses neue Wissen soll dazu beitragen, die Produktion von grünem Methanol und weiteren chemischen Grundstoffen künftig zu optimieren.

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X Money: Elon Musk will Kontonummern abschaffen – und strebt nach noch mehr Macht

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X Money Elon Musk Bank Zahlungsdienst

Elon Musk will mit X Money einen eigenen Zahlungsdienst an den Start bringen und direkt in seine Plattform X (ehemals Twitter) integrieren. Der Funktionsumfang soll weit über Konkurrenzangebote wie Paypal hinausgehen. Politiker und Experten schlagen jedoch bereits Alarm. Sie sehen in dem Dienst ein gefährliches Machtinstrument und werfen Musk Unverantwortlichkeit vor. Eine kommentierende Analyse.

Was ist X Money?

  • Bereits unmittelbar nach der Übernahme von Twitter sprach Elon Musk davon, die Plattform in eine sogenannte App für alles umbauen zu wollen. Als Vorbild gilt die chinesische App WeChat, die es Nutzern neben klassischen Chats erlaubt, Geld zu transferieren, Informationen zu teilen, Restaurants zu buchen oder Dateien zu verschicken. Ziel solcher Everything-Anwendungen ist es nicht nur, dass Nutzer künftig nicht mehr zwischen verschiedenen Apps wechseln müssen, sondern sie möglichst lange an das App-Ökosystem zu binden – vor allem, um Werbung zu schalten, Daten zu sammeln und die Konkurrenz zu schwächen.
  • Lange bevor Elon Musk mit Tesla Elektroautos massentauglich machte oder mit SpaceX Raketen zur Erde zurückkehren ließ, gründete er unter der Domain „X“ eine der ersten Onlinebanken. Daraus entstand der Zahlungsdienst PayPal, an dessen Gründung Musk beteiligt war. Mit X Money kehrt er gewissermaßen zu diesen Wurzeln zurück. Doch dieses Mal will Elon Musk offenbar nicht nur ein reines Finanzprodukt entwickeln, sondern es tief in seine Unternehmensstrukturen integrieren und hunderten Millionen Nutzern zugänglich machen.
  • X Money könnte über mehrere Funktionen verfügen. Darunter: Peer-to-Peer-Zahlungen zwischen Nutzern wie bei PayPal, eine Monetarisierung für Content Creator, integrierte Trinkgelder und Abonnements sowie vermutlich auch eine Wallet-Funktion. Das Ziel dabei ist relativ offensichtlich: Elon Musk will das Netzwerk auf dem Weg zu einer App für alles von einer reinen Kommunikationsplattform um einen digitalen Finanzhub erweitern. Laut Musk soll X Money bereits im April 2026 an den Start gehen.

Will Elon Musk Kontonummern abschaffen?

Everything-Apps versprechen Bequemlichkeit: eine Anwendung für alles, vom Chat bis hin zur Zahlung. Doch hinter diesem vermeintlichen Komfort steckt eine alte Logik der Plattformökonomie. Denn wer möglichst viele Lebensbereiche bündelt, hält Nutzer länger im eigenen System. Aufmerksamkeit, Daten und Transaktionen verschmelzen dabei – und damit auch die Macht über digitale Alltagsroutinen.

Der Bezahldienst X Money ist ein Paradebeispiel für eine solche Plattformökonomie. Elon Musk plant nichts Geringeres als ein neues Machtinstrument, das Kommunikation, Transaktion und Identität auf einer Plattform zusammenlaufen lässt. Doch wer eine solche Infrastruktur kontrolliert, der kontrolliert auch Zugänge, Sichtbarkeit und Zahlungsströme. X Money erinnert eher an ein Betriebssystem für das öffentliche Leben als an eine gewöhnliche App.

Hinzu kommt, dass Musk offenbar vieles verschwinden lassen will, was aktuell selbstverständlich ist. Darunter: Kontonummern, IBANs und klassische Bankverbindungen. Damit gingen allerdings erhebliche Risiken einher. Denn eine Everything-App sammelt nicht nur Likes und Kontakte, sondern Kaufverhalten, Aufenthaltsorte und Finanzdaten. Datenschutz wird so zur Systemfrage. Wer alles weiß, kann nämlich nicht nur Werbung optimieren – sondern auch Profile erstellen, Verhalten vorhersagen und Märkte lenken.

Das neue Machtinstrument von Musk könnte wie folgt aussehen: X liefert mit hunderttausenden Nutzern die Infrastruktur und Datenströme, während X Money Zahlungen abwickelt und das KI-Unternehmen xAI Auswertungen und Analysen liefert. Ein solches Modell wäre in westlichen Ländern absolut einzigartig und konkurrenzlos. Größtes Risiko bliebe Elon Musk selbst, da er aufgrund seiner totalitären, rechtspopulistischen und manipulativen Tendenzen eine solche Infrastruktur missbrauchen könnte – etwa so wie damals, als er die Algorithmen von X änderte, um die US-Wahl zu beeinflussen.

Stimmen

  • Elon Musk erklärte bereits bei einem All-Hands-Meeting von xAI im Februar 2026: „X Money befand sich bereits in einer geschlossenen Beta-Phase innerhalb des Unternehmens. Wir gehen davon aus, in den nächsten ein bis zwei Monaten eine begrenzte externe Beta-Phase zu starten und das Programm anschließend weltweit für alle X-Nutzer freizugeben. Man könnte sein ganzes Leben in der X-App verbringen.“
  • Der demokratische Abgeordnete Micah Lasher warnt in einem Brief an das New Yorker Finanzministerium: „Was wir hier sehen, ist nichts weniger als Elon Musk, der ein dauerhaftes Teil der finanziellen Infrastruktur des Landes wird – mit Zugang zu riesigen Mengen an Verbraucherdaten, einschließlich der Daten von New Yorkern. Ich halte das für grob unverantwortlich und gesetzeswidrig.“
  • Corey Rayburn Yung, Rechtsprofessor an der Universität von Kansas, weist in einem Bluesky-Beitrag darauf hin, dass Musk ungetestet Code in das Finanzministerium implementieren könnte, um Zahlungen zu blockieren: „Dies ist eine Hintertür. Elons Programmierer schaffen eine Hintertür zum US-Finanzministerium. Dies ist sowohl aufgrund der beabsichtigten Verwendung (durch Elon und Trump) als auch aufgrund des Risikos, dass andere Akteure eine große Sicherheitslücke ausnutzen könnten, um eine massive Störung der US-Regierung zu verursachen, unglaublich gefährlich.“

X Money könnte Kräfteverhältnis im Internet verschieben

Sollten sich X Money und Elon Musks Vision einer Everything-App im Westen durchsetzen, könnte sich das Kräfteverhältnis im Internet verschieben. Die Plattform X würde vom Vermittler zum Infrastrukturbtreiber aufsteigen – inklusive Zahlungsverkehr, Identität und Kommunikation. Eine solche digitale Stadt hätte zwar ein zentrales Tor, doch der Schlüssel würde in privaten Händen liegen.

X Money wäre jedoch nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern ein strategischer Hebel, mit dem sich Nutzer dauerhaft an eine Plattform binden lassen. Für Politik und Gesellschaft würde das eine neue Grundsatzfrage eröffnen: Wollen wir digitale Superzentren oder ein offenes Netz aus vielen Diensten?

Denn je mehr Funktionen sich in einer Everything-App bündeln, desto größer wird auch der Datenhunger. Doch wenn alles in einer Anwendung steckt, steckt letztlich auch das gesamte Leben darin. Die offensichtlichen Risiken: Machtmissbrauch durch Privatunternehmen, Datenschutzrisiken und gänzlich neue Abhängigkeiten.

Noch ist zwar unklar, welche konkreten Technologien hinter X Money stehen werden. Doch Elon Musk könnte mit einer Everything-App Kommunikation, Datenströme und sogar Zahlungsströme kontrollieren. Eine solche Plattform würde sich jenseits der klassischen Marktlogik bewegen. Denn mit einer solchen Plattformökonomie wäre Elon Musk nicht nur Meinungslenker, sondern auch Sheriff und Bank zugleich.

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120 Jahre alte Idee: Forscher modernisieren Edisons Nickel-Eisen-Batterie

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Nickel-Eisen-Batterie Edison Akku Batterie Batteriespeicher Erneuerbare Energien Energiewende

Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Erfindung erlebt eine Batterie von Thomas Edison ein überraschendes Comeback. Forscher der University of California haben die auf Nickel und Eisen basierende Idee mit moderner Nanotechnologie neu interpretiert. Dabei ist ein Energiespeicher entstanden, der sich in Sekunden laden lässt und bis zu 30.000 Ladezyklen überstehen könnte.

Die Idee, elektrische Energie zu speichern, ist deutlich älter als aktuelle Diskussionen um Erneuerbare Energien und Großspeicher vermuten lassen. Bereits seit dem 19. Jahrhundert entwickelten Erfinder und Wissenschaftler erste praktikable Batterien und Energiespeicher.

So auch Thomas Edison, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine robuste und langlebige Nickel-Eisen-Batterie vorstellte. Seitdem hat sich auf der Batteriemarkt zwar stark weiterentwickelt, doch das Grundprinzip elektrochemischer Energiespeicherung ist im Kern gleich geblieben.

Forscher der University of California (UCLA) haben sich genau deshalb das Prinzip der Edison-Batterie noch einmal vorgenommen und modernisiert. Mit der Hilfe von Nanotechnologie konnten sie so eine Nickel-Eisen-Batterie entwickeln, die zehntausende Ladezyklen überstehen könnte.

Neue Nickel-Eisen-Batterie nutzt altes Prinzip von Thomas Edison

Die heute viel diskutierte Elektromobilität wirkt oft wie eine Errungenschaft des 21. Jahrhunderts. Doch tatsächlich reichen ihre Wurzeln viel weiter zurück. So waren um das Jahr 1900 Elektroautos in den USA zeitweise sogar weiter verbreitet als Fahrzeuge mit Benzinmotor.

Bereits damals arbeitete Thomas Edison an der Verbesserung der Batterietechnologie für die Elektromobilität. Mit seiner Nickel-Eisen-Batterie wollte er eine Reichweite von 160 Kilometern möglich machen. Die Ladezeit der Batterie sollte sieben Stunden betragen.

Doch die schnell voranschreitenden Entwicklungen beim Verbrennungsmotor verdrängten die Idee Elektromobilität. Inzwischen ist sie allerdings wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, da leistungsfähige Batterien als Schlüsseltechnologie für eine klimafreundlichere Mobilität gelten.

In einem internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung der UCLA haben Forscher nun den Ansatz von Edison wieder aufgegriffen und eine Nickel-Eisen-Batterietechnologie, die sich ideal zur Speicherung von in Solarparks erzeugter Energie eignen könnte. Die Arbeit wurde im Fachjournal Small veröffentlicht.

Denn ihren Prototypen konnten die Forscher in Sekundenschnelle aufladen. Dabei hielt dieser mehr als 12.000 Lade- und Entladezyklen stand, was in der Realität täglichen Ladevorgängen von mehr als 30 Jahren entsprechen würde.

Nickel-Eisen-Batterie verwertet Nebenprodukt aus Rindfleischproduktion

Für ihre Entwicklung haben die Forscher winzige Metallcluster entwickelt. Diese werden mit der Hilfe von Proteinen strukturiert. Das dabei verwendete Verfahren ist laut der UCLA „verblüffend einfach und kostengünstig“.

„Man denkt oft, moderne Nanotechnologie sei kompliziert und hochtechnologisch, aber unser Ansatz ist überraschend einfach und unkompliziert“, erklärt Co-Autor Maher El-Kady vom Institut für Chemie und Biochemie der UCLA. „Wir mischen einfach gängige Zutaten, wenden schonende Erhitzungsschritte an und verwenden weit verbreitete Rohstoffe.“

Denn bei der Entwicklung verwendeten die Forscher unter anderem Proteine, die als Nebenprodukte der Rindfleischproduktion anfallen. Sie orientierten sich an dem Prozess, durch den Tiere Knochen und Schalentiere ihre harten Außenschalen bilden.

Die Forscher versuchten, diesen Mechanismus nachzuahmen, um ihre winzigen Nickel- oder Eisencluster herzustellen. „Wir haben uns von der Art und Weise inspirieren lassen, wie die Natur diese Art von Materialien ablagert“, so Co-Autor Ric Kaner, Professor für Chemie und Biochemie am UCLA. „Die gezielte Ablagerung von Mineralien führt zu Knochen, die stark und gleichzeitig flexibel genug sind, um nicht zu brechen. Das Verfahren ist fast genauso wichtig wie das verwendete Material, und Proteine ​​steuern die Anordnung der Mineralien.“

So entstanden mit der Hilfe der Proteine aus der Rindfleischproduktion Moleküle, die als Vorlage für das Wachstum von Nickelclustern für positive und Eisenclustern für negative Elektroden dienten. Die Größe der Metallcluster wies am Ende weniger als fünf Nanometer auf. Zum Vergleich: Um die Dicke eines menschlichen Haares zu erreichen, wären etwa 10.000 bis 20.000 Cluster nötig.

„Bei diesen extrem kleinen Nanoclustern vergrößert sich die Oberfläche dramatisch“, erklärt El-Kady. „Das ist ein enormer Vorteil für Batterien. Wenn die Partikel so winzig sind, kann fast jedes einzelne Atom an der Reaktion teilnehmen. Dadurch erfolgen Lade- und Entladevorgänge viel schneller, es lässt sich mehr Ladung speichern, und die gesamte Batterie arbeitet einfach effizienter.“

Sind Nickel-Eisen-Batterien die neuen Lithium-Ionen-Batterien?

Trotz ihrer Schnellladefähigkeit und Lebensdauer können die neuartigen Nickel-Eisen-Batterien noch nicht mit den Speicherkapazitäten der heute gängigen Lithium-Ionen-Batterien mithalten. Doch die Eigenschaften der Entwicklung könnten künftig in Solarparks als Großspeicher zum Einsatz kommen.

„Da diese Technologie die Lebensdauer von Batterien auf Jahrzehnte verlängern könnte, wäre sie ideal zur Speicherung erneuerbarer Energien oder zur schnellen Übernahme der Stromversorgung bei Stromausfällen“, erklärt El-Kady. „Dadurch würden die Sorgen um die steigenden Infrastrukturkosten beseitigt.“

Die Wissenschaftler forschen nun weiter daran, wie sich ihre Entwicklung bei der Nutzung anderer Metalle auswirkt. Außerdem suchen sie nach Alternativen zu Rinderproteinen. Hierfür könnten eventuell natürliche Polymere zum Einsatz kommen, die häufiger vorkommen und daher kostengünstiger und einfacher für die zukünftige Produktion zu skalieren sind.

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Spritpreise: 10 Tipps, um Geld zu sparen

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Spritpreise Tankstelle Auto tanken

Der Krieg im Iran treibt die Preise für Sprit massiv nach oben. Doch einfach aufs Auto verzichten, geht für viele Menschen nicht. Deshalb haben wir die zehn effektivsten Methoden zusammengetragen, mit denen ihr den Benzinverbrauch drücken und den Geldbeutel schonen könnt.

Militärisch hat Deutschland mit dem Krieg im Iran wenig zu tun, ökonomisch betrifft er uns aber durchaus. Wer in den letzten Tagen tanken war, wird die deutliche gestiegenen Spritpreise bemerkt haben, denn die Blockade der Straße von Hormus durch das Mullah-Regime trifft den globalen Energiemarkt empfindlich. Entsprechend kosten Benzin und Diesel momentan über zwei Euro. Doch was kann ich als Verbraucher dagegen tun?

So trotzen Autofahrer den Spritpreisen

Die radikalsten Maßnahmen wären der Kauf eines Elektroautos oder der komplette Verzicht auf die Fortbewegung auf vier Rädern. Das ist für viele Menschen natürlich keine Option. Aber zum Glück gibt es noch andere Wege, denn wer sich geschickt anstellt, kann bis zu 20 Prozent der Kraftstoffkosten einsparen.

Dabei geht es nicht darum, auf besonders Benzin-hungrige Modelle zu verzichten. Die von uns gesammelten Tricks lassen sich mit jedem Fahrzeug umsetzen. Im Fokus stehen dabei die täglichen Gewohnheiten hinterm Steuer. Oft sind es Details, die in der Summe den großen Unterschied an der Kasse machen und nebenbei auch noch die Umwelt schonen.

Moderne Motoren sind zwar technologisch hochgerüstet und laufen meist relativ effizient, doch die Gesetze der Physik lassen sich nicht umgehen. Um ein Maximum aus dem getankten Sprit herauszuholen, muss sich der Fahrer anpassen. Einerseits, indem das Auto entsprechend präpariert wird und andererseits durch eine bewusste Fahrweise.

In der folgenden Top Ten haben wir Tipps parat, mit denen ihr eure nächste Spritrechnung spürbar drücken könnt.

Tipp 1: Disziplin beim Tempo

Eine konstante Geschwindigkeit ist einer der größten Sparfaktoren beim Autofahren. Wer sich an der Richtgeschwindigkeit orientiert und starkes Beschleunigen und Bremsen vermeidet, senkt den Verbrauch drastisch. Da der Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten überdurchschnittlich stark ansteigt, kostet jedes km/h über 130 unverhältnismäßig viel Kraftstoff.

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Marvel Fusion: Münchner Start-up will die Sonne auf die Erde holen

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Marvel Fusion, DeepTech, Fusionskraftwerk, Energie, Kernkraft, Kernenergie, Atomkraftwerk, Strom

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Was steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Marvel Fusion.

Start-ups: Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Sie zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats „Start-up-Check“. Heute: Marvel Fusion, DeepTech-Start-up aus dem Bereich Fusionsenergie.

Was steckt hinter Marvel Fusion?

  • Branche: Clean Energy / DeepTech / Fusionsenergie
  • Gründer: Moritz von der Linden (CEO), Georg Korn (CTO), Karl-Georg Schlesinger, Pasha Shabalin
  • Gründungsjahr: 2019
  • Geschäftsmodell: Entwicklung eines kommerziell nutzbaren Fusionskraftwerks auf Basis laser-induzierter Trägheitsfusion
  • Ziel: CO2-freie, sichere und bezahlbare Basislaststrom-Erzeugung durch Kernfusion

Seit über 70 Jahren wird weltweit an der Kernfusion geforscht und seit ebenso langer Zeit soll das erste kommerzielle Kraftwerk „in etwa 30 Jahren” fertiggestellt werden. Dieser Witz hat sich so oft wiederholt, dass er zum geflügelten Wort der Energiebranche geworden ist – und ein Versprechen für die ferne Zukunft bleibt.

Aber nicht für Marvel Fusion. Das Unternehmen will den Traum von einer unerschöpflichen Energiequelle in den nächsten zehn Jahren Wirklichkeit werden lassen: Es will ein funktionierendes Fusionskraftwerk liefern. Ein Kraftwerk, das Strom sauber, sicher und nahezu unbegrenzt produziert.

Fusionsenergie funktioniert nach dem Prinzip der Sonne: Anstelle der Spaltung schwerer Atomkerne werden leichte Kerne miteinander verschmolzen. Das Ergebnis ist ein enormer Energieüberschuss ohne CO2, radioaktiven Abfall oder das Risiko einer Kernschmelze.

Das Problem ist jedoch, dass die dafür nötigen Temperaturen und Drücke technisch kaum beherrschbar sind. Bisherige Ansätze, wie der Tokamak-Reaktor, versuchen, das mit gewaltigen Magnetfeldern zu erreichen. Marvel Fusion geht einen anderen Weg.

Ist wirtschaftliche Fusionsenergie möglich?

Moritz von der Linden, Serienunternehmer und CEO, gründete das Münchner DeepTech-Unternehmen 2019 gemeinsam mit dem Laserphysiker Dr. Georg Korn, der zuvor das Laserforschungszentrum ELI in Prag geleitet hatte, sowie mit Karl-Georg Schlesinger und Pasha Shabalin.

Von der Linden konnte unternehmerische Erfahrung einbringen: 2015 hatte er die Devisenplattform 360T für 750 Millionen Euro an die Deutsche Börse verkauft. Korn brachte die Physik mit.

Gemeinsam vertraten sie eine These, die in Fachkreisen für Aufsehen sorgte: Hochintensive Ultrakurzpuls-Laser könnten das Zünden einer kontrollierten Fusionsreaktion endlich wirtschaftlich machbar machen.

Technologie: Laser statt Magnet

Der Ansatz von Marvel Fusion heißt laserinduzierte Trägheitsfusion (Inertial Confinement Fusion, ICF). Das Prinzip: Extrem kurze und intensive Laserpulse treffen auf nanostrukturierte Brennstoffziele und erzeugen dabei die für die Fusion nötigen Bedingungen.

Die Energie wird also nicht, wie beim Tokamak, durch magnetischen Einschluss gehalten, sondern durch die Trägheit des Materials selbst – für Bruchteile einer Sekunde, die für die Fusion ausreichen.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen ICF-Ansatz liegt im Brennstoff: Während andere Anlagen auf das Wasserstoffisotop-Gemisch Deuterium-Tritium setzen, verfolgt Marvel Fusion einen Deuterium-Bor-Ansatz.

Das hätte einen wesentlichen Vorteil: Es gäbe keine Neutronenstrahlung und keinen radioaktiven Abfall und es wäre nicht notwendig, das seltene und radioaktive Tritium zu produzieren.

Nobelpreisträger als Berater bei Marvel Fusion

Dass dies kein reines Versprechen ist, zeigt sich daran, dass Marvel Fusion nach eigenen Angaben in mehrjährigen Experimenten signifikante Fusionsreaktionen mit dieser Technologie nachweisen konnte.

Als wissenschaftlicher Berater steht Gérard Mourou zur Seite, Nobelpreisträger für Physik und einer der Väter der Ultrakurzpuls-Lasertechnologie.

Die Kernkomponenten des Ansatzes:

  • Ultrakurzpuls-Laser: Hochintensive Laserpulse im Femtosekunden-Bereich liefern die nötige Energiedichte für die Fusion.
  • Nanostrukturierte Brennstoffe: Spezielle Brennstoffziele maximieren die Energieabsorption und die Fusionsausbeute.
  • Skalierbarkeit durch Lasertechnik: Laserdioden folgen einer ähnlichen Kostendegression wie Solarmodule – die Kosten je Watt sanken von über 40 Dollar im Jahr 2000 auf unter fünf US-Dollar im Jahr 2018. Das macht den wirtschaftlichen Betrieb eines Fusionskraftwerks zunehmend realistisch.

Marvel Fusion: Einordnung und Mehrwert

Der Ansatz von Marvel Fusion adressiert einen zentralen Engpass der Energiewende. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie sind intermittierend, da sie keinen Basislaststrom rund um die Uhr liefern können. Fusionsenergie könnte diese Lücke schließen, und das ohne CO2-Emissionen, ohne Brennstoffknappheit und ohne die sicherheitspolitischen Risiken klassischer Kernkraft.

Ob das gelingt, ist naturgemäß offen. Die wissenschaftliche Diskussion über die Brennstoffwahl von Marvel Fusion ist noch nicht abgeschlossen. Kritiker – darunter Forscher des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik – bezweifeln, dass der Deuterium-Bor-Ansatz die nötigen Energiegewinne liefern kann. Marvel Fusion argumentiert, dass die eigene Technologie genau diesen Zielkonflikt auflösen kann.

Im Wettbewerbsumfeld bewegt sich Marvel Fusion zwischen zwei Lagern: dem magnetischen Einschluss (Proxima Fusion, Tokamak Energy) und anderen Laser-Ansätzen (Focused Energy aus Darmstadt).

Der Ansatz aus München unterscheidet sich von beiden durch die Kombination aus nanostrukturierten Brennstoffen und dem angestrebten Deuterium-Bor-Brennstoffzyklus. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal, das zugleich das größte wissenschaftliche Risiko darstellt.

Skalierung: Markt, Kapital und Internationalisierung

Nach eigenen Angaben ist Marvel Fusion das am besten finanzierte europäische Fusions-Start-up. Bis 2025 hat das Unternehmen rund 385 Millionen Euro eingesammelt, darunter 170 Millionen Euro privates Kapital und 215 Millionen Euro aus öffentlichen Kooperationsprojekten.

Die zuletzt erweiterte Series B umfasst 113 Millionen Euro mit Investoren wie EQT Ventures, Siemens Energy Ventures und dem European Innovation Council (EIC) Fund. Auch HV Capital, Earlybird, b2venture, Tengelmann, die Deutsche Telekom und Bayern Kapital zählen zum Investorenkreis.

Diese Finanzierungsstruktur spiegelt das Profil eines DeepTech-Unternehmens wider, das auf lange Entwicklungszyklen ausgelegt ist: Venture Capital, Corporate Investoren und staatliche Innovationsförderung ergänzen sich. Dies ermöglicht Durchhaltevermögen, zeigt aber auch, dass private Risikokapitalgeber allein noch nicht ausreichen.

USA statt Heimat

Symbolisch für dieses Dilemma ist der Schritt in die USA: Weil europäische Investoren abwinkten, entsteht die wichtigste Forschungsanlage nicht in Deutschland, sondern auf dem Campus der Colorado State University in Fort Collins.

Die geplante Laseranlage – nach Unternehmensangaben die leistungsstärkste Kurzpuls-Laseranlage der Welt – kostet rund 150 Millionen US-Dollar und wird unter anderem vom US-Energieministerium mitfinanziert. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant. CEO von der Linden hat die fehlende Risikobereitschaft europäischer Privatinvestoren öffentlich kritisiert.

Für den nächsten Schritt, den Bau eines Kraftwerk-Prototyps, evaluiert Marvel Fusion bevorzugt Standorte in Deutschland. Die Kosten dürften im mehrstelligen Milliardenbereich liegen und würden voraussichtlich durch Vorverträge mit Erstkunden mitfinanziert. Bis 2045 soll Fusionsenergie laut dem Unternehmen einen substanziellen Beitrag zur globalen Energieversorgung leisten können.

Zwischen wissenschaftlichem Pionieranspruch und industrieller Realisierung

Marvel Fusion adressiert eine der größten Herausforderungen der Energiewende: eine zuverlässige und emissionsfreie Grundlastversorgung, die nicht von den Limitierungen von Wind- und Solarenergie abhängig ist.

Der laserbasierte Ansatz mit nanostrukturierten Brennstoffen ist wissenschaftlich originell und unterscheidet sich deutlich von den derzeit dominierenden Magnetfusionskonzepten.

Mit einer Gesamtfinanzierung von 385 Millionen Euro, namhaften Investoren aus Industrie und Risikokapital sowie einer international vernetzten Forschungsinfrastruktur ist das Münchner DeepTech-Unternehmen substanziell aufgestellt.

Die Demonstrationsanlage in Colorado wird zeigen, ob die physikalischen Grundlagen auch im industriellen Maßstab funktionieren. Entscheidend wird sein, ob Marvel Fusion die wissenschaftlichen Kontroversen um den Deuterium-Bor-Brennstoffzyklus auflösen und den Sprung von der Forschung zur Industrialisierung vollziehen kann.

Gelingt beides, könnte das Münchner Start-up zu einem der bedeutendsten Energieunternehmen Europas werden und den Beweis liefern, dass DeepTech-Wetten mit einem Zeithorizont von zehn Jahren keine Illusion sind.

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ChatGPT-5.4 kann jetzt Computer kontrollieren – was kann da schon passieren

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ChatGPT-5.4 OpenAI Computer Maus Tastatur KI Künstliche Intelligenz GPT-5.4

OpenAI hat mit ChatGPT-5.4 ein neues KI-Modell vorgestellt. Es soll den Chatbot nicht nur in vielen Bereichen deutlich verbessern, sondern es ihm ermöglichen, gezielt Maus und Tastatur zu steuern. Die Funktion scheint eine große Wette auf die Zukunft zu sein, ist aber noch nicht ganz ausgereift. Eine kommentierende Analyse.

Was kann ChatGPT-5.4?

  • Strenggenommen hat OpenAI mit GPT‑5.4 Pro und GPT‑5.4 Thinking sogar zwei neue KI-Modelle veröffentlicht. Während die Thinking-Version direkt in ChatGPT integriert wird, richtet sich die Pro-Variante über die Programmierschnittstelle (API) vor allem an Entwickler und Unternehmen. Das Versprechen: GPT-5.4 Thinking soll vor allem bessere Antworten im Chat liefern, indem das Modell gezielter im Netz recherchiert. GPT-5.4 Pro wurde wiederum für komplexe Aufgaben und mehr Leistung konzipiert. Das Modell soll unter anderem besser darin sein, Tabellen, Präsentationen und Dokumente zu erstellen.
  • Die wohl wichtigste Neuerung ist, dass ChatGPT mit GPT-5.4 erstmals Computeroberflächen steuern kann. OpenAI zufolge ist das Modell in der Lage, Maus- und Tastaturbefehle auszuführen sowie Programme zu bedienen. Dazu analysiert die KI Screenshots des Bildschirms und entscheidet dann selbstständig, welche Aktionen notwendig sind. ChatGPT soll dadurch beispielsweise Programme öffnen und bedienen, Formulare ausfüllen sowie Daten aus mehreren Anwendungen zusammenführen können.
  • Eine weitere Neuerung ist die deutliche Erweiterung des Kontextfensters. GPT-5.4 kann laut OpenAI bis zu eine Million Token zeitgleich verarbeiten. Dadurch soll die KI große Dokumente, ganze Code-Projekte oder umfangreiche Datensätze mit einer einzigen Anfrage analysieren können. Mit einer Erfolgsquote von 83 Prozent stelle die KI die Konkurrenz (70 Prozent) in diesem Bereich in den Schatten. Das Update soll zudem die Genauigkeit der Antworten steigern. Einzelne falsche Aussagen würden etwa 33 Prozent seltener auftreten, während komplette Antworten 18 Prozent weniger Fehler enthalten sollen.

ChatGPT-5.4 soll Computer steuern

Mit GPT‑5.4 hat OpenAI ein Update geliefert, das in vielen Bereichen offenbar tatsächlich besser funktioniert, anstatt neue Fehler zu verursachen. Die Möglichkeit, Maus und Tastatur zu steuern, eröffnet der KI theoretisch Möglichkeiten, die die Konkurrenz in den Schatten stellen könnte. Diese Computer-Use-Funktion stellt einen deutlichen Schritt in Richtung autonomer Agenten dar, bei dem der Mensch aber noch aktiv mitspielen muss.

Interessant ist, dass die Handschrift des autonomen KI-Agenten OpenClaw bereits sichtbar wird. Mit der Verpflichtung des Entwicklers Peter Steinberger scheint OpenAI die nötige Expertise für komplexe und praktische Anwendungen eingekauft zu haben. Fokus auf Coding, Präsentationen und Office-Aufgaben ist wiederum klar an den aktuell wohl größten Konkurrenten Anthropic adressiert.

Trotz der vermeintlichen Fortschritte gibt es aber Einschränkungen. Denn in Bereichen wie Gesundheit, Gedächtnis oder unmöglichen Aufgaben zeigt GPT‑5.4 Schwächen. Das gibt sogar OpenAI unverblümt zu. Die KI liefert zwar häufig sehr gute Einzelantworten, driftet aber gelegentlich vom Thema ab.

Das deutet auf ein bekanntes Muster hin, das zeigt, dass Fortschritt in einem Bereich oft Rückschritte in anderen Bereichen mit sich bringt. Auch wenn OpenAI hier offenbar Fortschritte erzielt hat, scheint das Unternehmen dieses Problem immer noch nicht gänzlich im Griff zu haben.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „GPT-5.4 ist großartig in den Bereichen Programmierung, Wissensarbeit, Computernutzung usw., und es ist schön zu sehen, wie sehr die Leute daran Freude haben. Aber es ist auch mein Lieblingsmodell, mit dem ich mich unterhalte! Wir haben eine Zeit lang das Ziel der Modellpersönlichkeit verfehlt, daher fühlt es sich besonders gut an, nun in die richtige Richtung zu gehen.“
  • Ein Reddit-Nutzer ist voll des Lobes: „Ich bin sehr zufrieden mit ChatGPT 5.4. Ehrlich gesagt hatte ich seit Version 4.0 keine Version mehr erlebt, die mir in Bezug auf Qualität, Konsistenz und natürliche Interaktion so gut gefallen hat. ChatGPT 5.4 fühlt sich flüssiger, stabiler und für den täglichen Gebrauch viel besser an. Meine wichtigste Bitte ist einfach: Bitte ruiniert nicht das, was bereits so gut funktioniert. Nicht jedes Update muss die Identität dessen ersetzen, was die Menschen bereits lieben. Manchmal ist es am klügsten, das zu bewahren, was funktioniert, und darauf aufzubauen. Vielen Dank für ChatGPT 5.4 und bitte bewahren Sie diese starke Grundlage.“
  • Journalist David Gewirtz hat ChatGPT 5.4 für ZDNET getestet. Sein Fazit: „Jede Antwort, die ich erhielt, war für sich genommen recht gut. Aber in der Hälfte meiner Tests hat die KI die gestellte Frage nicht beantwortet. Man kann gute Antworten erhalten, aber man muss die KI unerbittlich korrigieren, damit sie beim Thema bleibt. Das wird mit der Zeit ermüdend. Es könnte zu Fehlinterpretationen führen. Da die Antworten so gut und so selbstbewusst geschrieben sind, kann man sich leicht von der KI mitreißen lassen, auch wenn die Antwort nicht passt. Immer wenn ich solche Ergebnisse sehe, mache ich mir zunehmend Sorgen um eine Welt, die von KI-Agenten überrannt wird.“

Für OpenAI steht viel auf dem Spiel

Ob GPT‑5.4 mehr als ein hübsches Upgrade bleibt, werden erst die kommenden Wochen über eine breitere Nutzerbasis zeigen – und zwar jenseits kontrollierter Demo-Daten und Presseversprechen. Denn erst wenn Tausende echte Nutzer das Modell über Stunden testen, wird sich zeigen, ob es Sicherheit, Kreativität und Nützlichkeit harmonisch unter einen Hut bringen kann.

Für OpenAI steht dabei viel auf dem Spiel. Schließlich gilt es Vertrauen zurückzugewinnen, nachdem bekannt wurde, dass man seine KI-Modelle dem US-Militär zur Verfügung stellt und viele Nutzer dem Unternehmen daraufhin den Rücken kehrten. Gelingt es, wieder mehr Leistung als Politik sprechen zu lassen, könnte GPT‑5.4 ein Volltreffer werden. Die Computer-Use-Funktion stellt dabei eine große Wette auf die Zukunft dar und soll ChatGPT autonomer agieren lassen.

Das eröffnet aber auch Fragen. Wie weit kann und darf autonome Interaktion am Rechner etwa gehen, ohne dass der Mensch die Kontrolle verliert? Wie wirken sich die neuen Fähigkeiten auf den Arbeitsalltag, Datenschutz und ethische Standards aus? Und nicht zuletzt: Wird die KI den Spagat zwischen Leistung und Kontrollverlust meistern oder verschlimmbessert OpenAI durch eine solche Funktion ChatGPT einmal mehr?

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Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Sonne und Regen

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Solarzelle Strom Regen Solarenergie Solaranlage

Forscher haben eine Hybrid-Solarzelle entwickelt, die Strom nicht nur aus Sonnenlicht, sondern auch aus Regentropfen erzeugt. Möglich wird das durch die Kombination von Perowskit-Technologie mit Nanogeneratoren und einer speziellen Polymerbeschichtung.

Herkömmliche Solaranlagen verlieren bei Bewölkung und Regen deutlich an Wirkung. Ein Forschungsprojekt kombiniert Perowskit-Solarzellen deshalb mit Nanogeneratoren. Diese winzigen Generatoren gewinnen Energie aus fallenden Wassertropfen. Der hybride Ansatz existiert derzeit als funktionsfähiger Prototyp im Labor.

Forscher stellten dazu eine hauchdünne Schicht aus fluorierten Polymeren in einem Vakuumverfahren bei Raumtemperatur her. Als Ausgangsstoff dient das Gas Octafluorcyclobutan (C4F8​). Die Schicht lässt über 90 Prozent des Lichts passieren und ermöglicht den stabilen Betrieb der Zelle. Da das Material einen niedrigeren Brechungsindex als herkömmliches Glas besitzt, wirkt es zusätzlich als Antireflex-Beschichtung.

Neue Hybrid-Solarzelle produziert Strom aus Regentropfen

Ein auftreffender Regentropfen löst bei der neuen Solarzelle einen physikalischen Stromfluss aus. Zuerst wandern negative Ladungen vom Wasser auf die Polymeroberfläche. Im zweiten Schritt lagern sich Ionen aus der Flüssigkeit an der Oberfläche an und stabilisieren die Ladungsverteilung. Dieser Prozess erzeugt eine elektrische Doppelschicht (EDL) an der Grenzfläche.

Optimierte Einzeltests dieser Schicht erreichten Spannungsspitzen von bis zu 110 Volt. Der integrierte hybride Prototyp lieferte im kombinierten Betrieb Spitzenwerte von zwölf Volt pro Regentropfen. Die Bewegung des Wassers verändert die elektrische Kapazität im Millisekundenbereich und löst eine elektrostatische Induktion aus. Diese Induktion speist Energie in eine gemeinsame Elektrode aus FTO (Fluor-Zinn-Oxid) ein.

Das Ladungstransport-Material Spiro-OMeTAD bildet das Zentrum des Prototyps. Diese Komponente zersetzt sich bei direktem Kontakt mit herkömmlichen Epoxidharzen zur Versiegelung. Die fluorierte Polymerschicht dient als Trennschicht und erhält die photovoltaische Funktion. Dadurch bleibt die Solarzelle auch bei einer zusätzlichen industriellen Kapselung mit Harz funktionsfähig.

Haltbarkeit und technische Grenzen

Perowskit-Zellen erreichen im reinen Sonnenbetrieb Wirkungsgrade (PCE) von 17,9 Prozent. Unter simulierten Regenbedingungen und halber Sonnenintensität sinkt dieser Wert im hybriden Prototyp auf etwa 11,45 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die technischen Herausforderungen bei der Abstimmung beider Energiequellen. Forscher versuchen derzeit, diese Leistungsverluste durch eine verbesserte Gestaltung der Grenzflächen zu minimieren.

Die Oberfläche überstand in der Forschungseinrichtung mehr als 17.000 Tropfen ohne funktionelle Einbußen. Eine längere Nutzung führte jedoch zur Ladungssättigung auf der Oberfläche, was die Leistung vorübergehend senkte. Anwender regenerieren das System durch Trocknen und Zurücksetzen der Oberfläche. In einem Langzeittest hielt die versiegelte Zelle unter feuchten Bedingungen über 300 Stunden stabil stand.

Das Modul überlebt ein vollständiges Eintauchen ins Wasser für mindestens 15 Minuten. Dennoch bleibt die Technologie ein Forschungsprojekt mit weiteren Hürden wie der langfristigen Korrosion der Elektroden. Der Prototyp demonstriert die technische Machbarkeit von multisensorischen Energie-Kraftwerken. Künftige Systeme könnten verschiedene Energiequellen aus der Umwelt kombiniert nutzen.

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Solarbatterie aus Ulm verspricht Wasserstoff auf Knopfdruck

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Solarbatterie Ulm Wasserstoff

Forscher der Universität Ulm haben eine Solarbatterie entwickelt, die Energie über mehrere Tage speichern und in Form von Wasserstoff ausgeben kann. Der Hintergrund ist ein neu entwickeltes Polymer. 

Forscher der Universitäten Ulm und Jena haben ein neuartiges Material entwickelt, das die Energie des Sonnenlichts über mehrere Tage speichert und bei Bedarf als Wasserstoff abgibt. Professor Sven Rau von der Universität Ulm und Professor Ulrich S. Schubert von der Universität Jena koordinierten eine interdisziplinäre Studie.

Die Ergebnisse erschienen kürzlich im Fachjournal Nature Communications. Das System funktioniert dabei wie eine Kombination aus Solarzelle und Batterie auf molekularer Ebene. Dazu setzt das Forscherteam ein wasserlösliches, redoxaktives Copolymer als Medium für die temporäre Speicherung von Elektronen ein. Diese speziellen Makromoleküle bestehen aus unterschiedlichen organischen Bausteinen, die ein stabiles Gerüst bilden.

Die funktionellen Einheiten innerhalb dieser Struktur verleihen dem Material eine starke Redoxaktivität. Das System fängt die Energie des Sonnenlichts ein und hält diesen geladenen Zustand mehrere Tage lang stabil. Die Ladeeffizienz des neu entwickelten Materials liegt dabei bei über 80 Prozent.

Solarbatterie liefert Wasserstoff auf Knopfdruck – auch bei Dunkelheit

Wer eine Säure und einen speziellen Katalysator hinzufügt, setzt die im Polymer gespeicherten Elektronen gezielt wieder frei. In diesem chemischen Prozess kombinieren sich die Elektronen mit Protonen zu grünem Wasserstoff. Dieser Vorgang erzielt bei der On-Demand-Gewinnung einen Wirkungsgrad von etwa 72 Prozent.

Ein entscheidender Vorteil für die Flexibilität der Energienutzung ist die Unabhängigkeit vom Sonnenlicht. Da die Energie zuvor im Polymer gespeichert wurde, läuft die Wasserstoffproduktion bei Bedarf auch bei völliger Dunkelheit ab. Das System liefert den sauberen Energieträger damit genau dann, wenn industrielle Prozesse ihn anfordern.

Ein pH-Schalter ermöglicht es, das gesamte System für neue Lade- und Lagerzyklen einfach zu reaktivieren. Eine Veränderung des Säuregehalts neutralisiert die Lösung und bereitet das Material für eine erneute Belichtung vor. Die Polymer-basierten Redoxreaktionen verlaufen vollständig reversibel und erlauben mehrere Durchläufe.

Grüner Wasserstoff für die Stahlindustrie

Besonders praktisch für die technische Anwendung ist, dass das Polymer für diesen Reset nicht aufwendig isoliert werden muss. Der aktuelle Zustand der molekularen Batterie lässt sich zudem direkt mit bloßem Auge ablesen. Bei der Entladung in Gegenwart der Säure findet ein deutlicher Farbumschlag von Violett nach Gelb statt. Sobald das Licht das Material wieder belädt, kehrt die violette Farbe zurück.

Die bedarfsgerechte Wasserstoffentwicklung könnte künftig energieintensive Prozesse wie die klimaneutrale Stahlproduktion unterstützen. Solche Industriezweige sind auf eine absolut verlässliche und zeitlich flexible Versorgung mit grünem Wasserstoff angewiesen. Die Forschungsergebnisse eröffnen damit neue Perspektiven für kostengünstige und skalierbare solare Speichertechnologien.

Das Projekt stellt einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, chemisch basierten Energiewirtschaft dar. Realisiert wurde die Arbeit im Rahmen des gemeinsamen Sonderforschungsbereichs TRR/SFB 234 „CataLight“ der Universitäten Ulm und Jena. Der Verbund widmet sich innovativen Methoden der Photokatalyse zur Herstellung von Energieträgern aus Sonnenlicht.

Förderung der Forschung bis 2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Netzwerk CataLight im Zeitraum bis 2026 mit über zwölf Millionen Euro. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf lichtgetriebenen molekularen Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien. Dies beschreibt den präzisen Aufbau des Speichermediums von der molekularen Ebene bis hin zur sichtbaren Materialstruktur.

Zu den Projektpartnern gehören neben den Universitäten Ulm und Jena auch die Universitäten in Wien und Mainz. Ebenfalls beteiligt sind das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz sowie das Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena. Die Forschenden untersuchen in diesem Verbund komplexe Synthesen und die mechanistischen Hintergründe der Energieumwandlung.

Durch die Bündelung dieser Expertisen aus der makromolekularen Chemie und der Photokatalyse entstehen neue Ansätze für die Energiewirtschaft. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen das Potenzial, Sonnenlicht effizient einzufangen und chemisch für die Zukunft zu konservieren.

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Spritpreisbremse: Aktionismus an der Zapfsäule – vollgetankt mit Illusionen

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Spritpreisbremse Tankrabatt

Der Iran-Krieg hat die Spritpreise in Deutschland auf über zwei Euro klettern lassen. Vielerorts werden deshalb die Rufe nach einer Spritpreisbremse lauter. Doch: Mit einer solchen Maßnahme würden nicht nur die Falschen begünstigt, sondern Milliarden unnütz verbrannt. Stattdessen täte die Politik gut daran, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Denn es gibt deutlich sinnvollere Maßnahmen als eine aus Aktionismus getriebene Spritpreisbremse. Eine kommentierende Analyse.

Spritpreise klettern auf über zwei Euro

  • Hintergrund für die hohen aktuellen Spritpreise ist, dass mehrere Öl- und Gastanker aufgrund einer Blockade sowie von Drohungen des Iran in der Straße von Hormus feststecken oder diese meiden. Durch die Meerenge zwischen den Küsten des Irans und des Omans verläuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Öl- und Gashäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Iraks, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Irans. Hinzu kommt der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs. Über die Straße von Hormus werden 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung (LNG) abgewickelt.
  • Die Diesel- und Benzinpreise in Deutschland haben laut ADAC teilweise die Zwei-Euro-Marke überschritten und sind um bis zu 35 Cent pro Liter gestiegen. Die Kosten für 100 Liter Heizöl legten um über 30 Euro auf rund 150 Euro zu. Der Gaspreis hat sich hingegen binnen weniger Tage fast verdoppelt (Stand: 9. März 2026). Der Automobilclub befürchtet weitere Anstiege – vor allem beim Spritpreis. Mittelfristig bestünde aber Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da die Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen.
  • Vor allem aufgrund der hohen Spritpreise in Deutschland werden die Rufe nach einer Preisbremse lauter. Die Forderung vieler Organisationen und Bürger: eine Senkung der Energiesteuer seitens der Politik, um Verbraucher und Wirtschaft finanziell zu entlasten. Im Rahmen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie folglich steigender Energiepreise führte die damalige Ampel-Regierung einen befristeten Tankrabatt ein. Dieser sorgte zwar kurzfristig für geringere Preise. Doch Maßnahmen wie diese sind nicht unumstritten.

Illusion Spritpreisbremse

Der Iran-Krieg war noch keine zwei Tage alt, da erschallten die ersten Rufe nach einer Spritpreisbremse. Doch die bereits deutlich gestiegenen Ölpreise dürften bei solchen Konflikten aufgrund von Lieferketten eigentlich erst nach sieben bis zehn Tagen eintreten. Heißt konkret: Bislang sind sie allein der Raffgier der Mineralölkonzerne geschuldet.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass weder der Tankrabatt nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine noch die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie die Verbraucher nachhaltig entlastet haben. Zugegeben: Bei der Ukraine-Spritpreisbremse kam ein Teil bei den Bürgern an. Den anderen Teil machten sich jedoch abermals die Mineralölkonzerne zu eigen.

Nun wollen einige diese Fehler erneut begehen. Zumal eine Spritpreisbremse auch die begünstigen würde, die sie eigentlich nicht nötig haben. Heißt: Da Spitzenverdiener in der Regel die größeren Spritfresser fahren, würden sie mehr profitieren als Geringverdiener mit effizienteren Fahrzeugen. Das kann die Allgemeinheit eigentlich nicht wollen.

Das größte Problem an einem Tankrabatt ist jedoch, dass er nicht nur prozentual gestiegene Steuermehreinnahmen eliminieren würde, sondern Einnahmen, die an anderen Stellen gebraucht werden. Kurzum: Viele Steuerabgaben in Deutschland sind zu hoch. Doch anstatt das vielerorts dringend gebrauchte Geld im Rahmen aktionistischer Wahlkampf-Manöver zu verbrennen, täte man gut daran, langfristig Lösungen umzusetzen, die es in der Theorie bereits gibt.

Stimmen

  • SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf forderte gegenüber der Funke Mediengruppe: „Es darf nicht sein, dass sich Mineralölkonzerne angesichts der dramatischen Lage im Iran auf Kosten der Verbraucher bereichern. Das Bundeskartellamt muss genau hinschauen und einschreiten, wenn sich kartellrechtliche Verstöße zeigen.“ Von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet er, dass sie „die Entwicklungen der Energieversorgung sowie der preislichen Entwicklung genau im Blick hat und bereit ist zu handeln, wenn es notwendig wird.“
  • Michael Haberland, Präsident von Mobil in Deutschland e.V., wirbt im Rahmen einer Petition für eine Spritpreisbremse: „Der Staat kassiert bei jedem Liter Benzin und Diesel erheblich mit. Hier gibt es aus unserer Sicht deutlichen Spielraum, um Bürger und Autofahrer spürbar zu entlasten. Wir fordern deshalb eine wirksame Spritpreisbremse für Benzin und Diesel – ähnlich wie 2022, als bereits gezeigt wurde, dass ein solcher Schritt Wirkung entfalten kann.“
  • Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), warnt auf Anfrage von Ippen Media vor Risiken: „Ein Tankrabatt zur Abfederung höherer Spritpreise wäre ein teurer Fehler der Bundesregierung und würde die falschen Prioritäten setzen. Die Bundesregierung kann höhere Preise zwar nicht verhindern, sie kann Bürger jedoch gezielt entlasten. Oberste Priorität sollte dabei die Unterstützung von Menschen mit niedrigen Einkommen haben. Dies ließe sich beispielsweise durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel erreichen.“

Sprotpreisbremse: Eine Geschenk für die Mineralölkonzerne

Eine neue Spritpreisbremse wäre vor allem ein Geschenk für Wohlhabende und die Mineralölkonzerne. Ein Teil der Entlastung versickert erfahrungsgemäß irgendwo zwischen Raffinerie und Zapfsäule. Am Ende zahlt der Steuerzahler und wundert sich, warum das Tanken trotzdem nicht spürbar günstiger wird.

Zugleich wäre sie das falsche Signal in einer Welt, in der Energiepreise immer stärker von Konflikten und Klimarisiken abhängen. Wer auf Öl und Gas setzt, bleibt geopolitischen Stürmen ausgeliefert. Mehr Unabhängigkeit durch erneuerbare Energien und alternative Mobilität wäre langfristig stabiler – auch wenn diese neue Energieordnung politisch unbequem ist.

Statt Milliarden zu verbrennen, sollte die Politik gezielter handeln und Mineralölkonzerne stärker kontrollieren, etwa durch mehr Preistransparenz nach dem Vorbild Österreichs, wo Preiserhöhungen an Tankstellen nur einmal täglich erlaubt sind. Gleichzeitig ließen sich Haushalte direkt entlasten – etwa mit einem steuerfreien Energiekostenzuschuss oder einer temporären Deckelung der Energiesteuer ab einem bestimmten Spritpreis.

Und wer wirklich spürbar helfen will, könnte an anderer Stelle ansetzen. Eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Lebensmittel würde wegen des harten Wettbewerbs zwischen Ketten wie Aldi, Lidl und Rewe eher bei den Verbrauchern ankommen. Das wäre weniger spektakulär als eine Spritpreisbremse – aber vermutlich deutlich wirksamer.

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